Das

 

  Bild

 

  der

 

  Woche

 

  2025

West-Portal im Konstanzer Münster:

Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden, 1942-2021)


Freitag, 28. November 2025

 

Aus der Einladung des Guardians

 

 "Schnäggä-n-Ässä" im Franziskanerkloster

 

Maria Empfängnis

 

Hochfest der

Unbefleckten Empfängnis Mariens

 

Patrozinium des Franziskanerklosters Näfels

 

Montag, 8. Dezember 2025 10.30 Uhr

 

 Klosterkirche Näfels

 

 

Hauptzelebrant und Festprediger

 

em. Bischof von St. Gallen Markus Büchel

 

Moderne Ikone mit Joachim, Anna und Maria


Donnerstag, 27. November 2025

 

Adventskränze zum ersten Advent

 

Zum 22. Mal trafen sich die Adventskranzschwinger zum bereits traditionellen Kranznen. Wiederum war nach einer guten Stunde ein Dutzend kreativer Ad-ventskränze bereit.

Diesmal beehrte uns Pfarrer Gregor Barmet mit einem Kurzbesuch. Ebenfalls mit von der Partie war die neue Frauen- und Müttervereinspräsidentin Orietta Gen-tile. We immer dabei war Sonja Landolt als Adventskranz-Expertin.

 

Bild vlnr:

Josef Fischli, Werner Rechsteiner, Albert Ackermann, Marcel Pöhl, Ruedi Zimmermann, Guido Rusterholz, Fridolin Hauser Osterhazy, Ernst Müller; sitzend Orietta Gentile. Nicht auf dem Bild Jules Müller, Hans Widmer, die vorzeitig aufbrechen mussten und Sonja Landolt, die fotografierte.


Mittwoch, 26. November 2025

 

Landgasthof Bahnhöfli Näfels

Das ehemalige Gartenbistro an der Bahnhofstrsse 29 mit neuem Namen und neuem Kleid. Noch ist nicht bekannt, wann das Traditionshaus wieder geöffnet wird, aber die neue Fassade macht neugierig, was für ein neues Leben darin erwacht.

 

Ein paar Daten:

 

1816 Baujahr

Bauherr: Kaspar Josef Schwitter-Schilter (1794.1844), Hafner und Wirt

Ehefrau: Elisabeth Schwitter-Schilter (1794-1842) 15 Kinder, 11 davon im Kindes-alter verstorben

 

1845 Franz Josef Georg Landolt-Schwitter (1617-1884) Wirt im "Schweizerhaus", auch "Muttergotteshaus"

Erste Frau Anna Katharina Landolt-Schwitter (1824-1849)

Zweite Frau Franziska Elisabeth Landolt-Schwitter (1820-1881)

 

1884 Jost Fridolin Landolt (1860-1896), Bahnwärter und Wirt "Zum Bahnhof".

Ehefrau: Magdalena Landolt-Fischli (*1856)

Als Witwe führte sie das Restaurant "Landolt"

 

1903 Fridolin Hauser-Schwitter (1877-1931), Kaufmann und "Bahnhofwirt".

Er betrieb von 1903 bis 1905 neben dem Restaurant auch eine Fischzucht.

 

1905 Julius Hophan (1867-1925) Spinner, von 1905 bis 1910 "Bahnhofwirt".

 

1945 "Tiidy" Worni war Modistin und "Bahnhöfliwirtin" bis 1976. Ihr Koch Nicola.

 

1977 Christian Joos (1923-1982) betrieb das "Bahnhöfli" bis 1987,

 

1988-2000 Alfred Kern-Mathis.

 

2001-2007 Brigitte Michel-Joos

 

2008-2020 Karl und Esther Macher

 

2020-2024 Brigitta Michel-Joos, Gertrud Rüt-Joos, Yvonne Holzner-Sigrist

 

Unter dem First (auf dem Bild ist erst der Sockel) war eine Marienstatue aufge-stellt. Es ist eine Leihgabe des Freulerpalastes. Wohl deshalb wurde das Haus lange Zeit als "Muttergotteshaus" genannt.

 

Nach der Legende soll diese Madonna in der Reformationszeit beim Bilderstreit im hinteren Kantonsteil in die Linth geworfen  und "gschtändlizä" herunterge-schwemmt worden sein. In Näfels sei sie aus der Linth gerettet und später beim "Bahnhölfli" platziert worden sein,


Dienstag, 24. November 2025

 

Honorar-Professor Dr. iur. Dr. h. c. Günther Nufer

 

Seit letzten Freitagabend darf sich Günther Nufer, langjähriger Bürgermeister von Bad Säckingen nicht nur Dr. iur. und Dr. h.c. nennen, sondern auch Professor.

Dieser Titel ist ihm ehrenhalber von der Fachschule des Mittelstand (FMH) verliehen worden.

 

Nach der Begrüssung durch Professor Dr. Walter Niemeier sprachen Dr. Martin Kistler, Landrat des Landkreises Waldshut, Alexander Guhl, Bürgermeister der Stadt Bad Säckingen, Dr. Hans-Peter Mennet, Geschäftsführer der Akademie für Gesundheitsberufe.

Die Laudatio hielt Prof. Dr. Anne Dreier, Rektorin der Fachhochschule des Mittelstandes.

Dann hielt der neue Professor Dr. Dr. Günther Nufer eine Rede und Antritts-vorlesung. Abschlussworte und Ausblick gab Prof. Dr. Christopher Grieben.

 

Gewürdigt wurde das herausragende Engagement von Dr. Günther Nufer in Lehre, Forschung und Praxis - insbesondere im Bereich Gesundheitsberufe.

 

Das Bild:

Der frisch gebackene Professor Günther Nufer (3.v. l.) mit den Festrednern Walter Niemeier, Anne Dreier, Martin Kistler, Christopher Grieben, Alexander Guhl und Hans-Peter Mennet.

Was ist eigentlich ein Honorarprofessor?

Eine Honorarprofessur ist eine ehrenamtliche, nebenberufliche Lehrtätigkeit an einer Hochschule, die an Personen mit herausragenden Leistungen in Wissen-schaft oder Praxis verliehen wird. Um den Titel zu erlangen gelten ähnliche Zu-lassungsvoraussetzungen wie für hauptberufliche und ausserplanmässige Pro-fessoren, eine Habilitation ist aber nicht zwingend notwendig regelmässig nicht vorgesehen. Die Ernennung ist an eine langjährige Lehrtätigkeit gebunden, die Vergütung ist in der Regel nicht vorgesehen. Im Gegensatz zum Ehrenprofessor ist der Titel des Honorarprofessors aber kein reiner Ehrentitel.

 

Bild und Texte aus Südkurier, Bad Säckingen, Justus Obermeyer.

 

 

Günther Nufers Verdienste für den Gesundheitsstandort Bad Säckingen

Nufer gilt als Vater der Bad Säckinger Akademie für Gesundheitsberufe, beste-hend aus Physiotherapie-, Ergotherapie- und Massageschule, die er 1976 ge-gründet hatte. Bis heute ist der 85-Jährige Nufer geschäftsführender Gesell-schafter der Bildungseinrichtungen im Schöpfebachtal, an der seit einigen Jahren durch die Zusammenarbeit mit der FHM auch akademische Grade erworben wer-den können.

 

Mit dem Professortitel vervollständigt der frühere Bad Säckinger Bürgermeister seine akademische Titelsammlung. Nach seiner Promotion der Rechtswis-senschaften im Jahre 1969 an der Uni Freiburg erhielt er 1998 einen Ehren-doktortitel der polnischen Universität Poznan - „aufgrund seiner Verdienste und Initiativen in der Rehabilitationsforschung und der Qualitätskontrolle in der Medizin“.  Quelle: Südkurier Bad Säckingen.


Sonntag, 23. November 2025

Karikatur eines bekannten Politikers

Wie ist das zu deuten?

Hans-Hermann Tiedje

 

Wer ist Hans-Hermann Tiedje?

Geboren am 10. April 1949

 

Journalistische Laufbahn

Nach einem abgebrochenen Jurastudium und anschließendem Volontariat beim Hamburger Abendblatt war Tiedje ab 1975 Redakteur der Welt, von 1980 bis 1986 bei Burda (Bunte), dann stellvertretender Bild-Chef (1986 bis 1988), Chefredakteur der Bunten (1988/1989) und daneben Moderator der NDR-Talkshow.

 

Ab 1989 hatte er den Chefredakteursposten bei Bild inne, den er einige Zeit mit Peter Bar-tels als gleichberechtigtem Partner teilte. Bekannt wurde Tiedje durch eine Titelseite aus dem Jahr 1991, die den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl um 90 Grad gedreht zeigte und mit der Schlagzeile Der Umfaller titelte. Sie bezog sich auf die Steuererhöhungen in der Folge der deutschen Einheit, die Kohl im Wahlkampf 1990 noch kategorisch ausge-schlossen hatte.

 

1992 verliess er Bild, war 1993/1994 Redaktionschef von Gottschalk Late Night, der bei RTL ausgestrahlten Late-Night-Show von Thomas Gottschalk, dann 1994/1995 Entwickler, Gründer und Chefredakteur des nach einem Jahr eingestellten Boulevardmagazins Tango (G+J).

 

Vom 30. August 2006 bis 2009 moderierte er gemeinsam mit dem ehemaligen Spiegel-Journalisten Hajo Schumacher die wöchentliche Talkshow Links-Rechts auf N24.

 

In öffentliche Kritik geriet Tiedje, als er am 8. Oktober 2012 in einem Gastkommentar in der Bild-Zeitung den SPD-Politiker Peer Steinbrück wegen umstrittener Honorare als Gast-redner in Schutz nahm und gegen die „Neidkultur“ wetterte, ohne dabei zu offenbaren, dass sein Unternehmen WMP Eurocom Peer Steinbrück ebenfalls vermittelt hatte.

 

Andere Aktivitäten

1990 wurde Tiedje mit dem Hemingway Preis der Gemeinde Lignano Sabbiadoro für die Berichterstattung rund um die deutsche Wiedervereinigung geehrt Der Preis wird für herausragende Leistungen in der Literatur und verwandten Bereichen vergeben. 1992 wurde Tiedje von Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Übergabe fand durch den damaligen bayerischen Innenminister Edmund Stoiber statt.

 

1996 gründete Tiedje die TV Media Medienmanagement GmbH in Ebersberg bei München, die 2000 Tochterfirma des Kommunikations-Beratungsunternehmens WMP Eurocom AG wurde. Dort war er, inzwischen Ankeraktionär, seit 2000 Vorstandsmitglied und von April 2004 bis 2015 Vorstandsvorsitzender. Von Juli 2015 bis zum August 2020 war er dort Aufsichtsratsvorsitzender.

 

1998 wurde Tiedje von dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl in dessen letztem Wahlkampf zum persönlichen Berater ernannt. Er ist Mitglied in diversen Gremien, u. a. stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Marseille-Kliniken AG. Nach der Landtags-wahl in Mecklenburg-Vorpommern am 3. Oktober 2016 kritisierte er in der Phoenix Runde scharf die Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die er für die starken Verluste der CDU bei den vergangenen Wahlen verantwortlich machte.

 

Das Internetblog Achse des Guten übernimmt gelegentlich Artikel von Tiedje, die in anderen Medien, z. B. in der NZZ und Euro am Sonntag, veröffentlicht wurden.


Samstag, 22. November 2025

 

Der erste Schnee 2025

 

Am Donnerstag, 20. November 2025, schneite es erstmals z bodä. Alles in Weiss, bald ist ein Jahr wieder vorbei. In 34 Tagen kommt das Christkind. Die Weihnachtseinkäufe haben begonnen, die Bettelbriefe flattern herein, in acht Ta-gen ist erster Advent.

Der erste Schnee in meinem Gärtchen

Vertrautes Bild - Gädäli und Gärtchen

'Leise rieselt der Schnee' ist eines der bekanntesten Weihnachtslieder in deutscher Sprache. Es wurde vom evangelischen Pfarrer Eduard Ebel (1839–1905) 1895 in Graudenz gedichtet und unter dem Titel Weihnachtsgruss in dessen Band Gesammelte Gedichte veröffentlicht.

 

1. Leise rieselt der Schnee,

still und starr liegt der See,

weihnachtlich glänzet der Wald:

Freue dich, Christkind kommt bald!

 

2. In den Herzen wirds warm,

still schweigt Kummer und Harm,

Sorge des Lebens verhallt:

Freue dich, Christkind kommt bald!

 

3. Bald ist heilige Nacht,

Chor der Engel erwacht,

hört nur wie lieblich es schallt:

Freue dich, Christkind kommt bald!

 

 

und ein Versuch auf Glarnertüütsch

 

 

Liisli rislet dr Schnee,

schtill und gforä dr See.

Wiänächtli glänzt etz dr Wald.

Freu di, wil  ds Chrischchind(li) chunnt etz dä bald!

 

Und um ds Häärz wird' dr waar'm,

schwiigä tüänd Chummer und Har'm.

d Soorg vu diim Läbä verhall't.

Freu di, wil Chrischchind(li) chunnt etz dä bald!

 

Glii isch häiligi Nacht,

dr Choor vu dä Ängel verwach't.

Ghörsch, we liäpli as's schall't.

Freud di, ds Chrschchind(li) chunnt etz dä bald!

 

Am besten Sie singen es... äs isch jä im Momänt niämer ummä, wo's gkört.

 

Äs schniälet, ä biiälet,

äs gaht ä chüälä Wind.

p Mäitli legged d Händschä-n-aa

und

p Buäbä laufed gschwind.


Mittwoch, 19. November 2025

 

Originalurkunde

 

Aebtejarzet in Näfels

gestftet von Abt Pankraz Vorster, St. Gallen

Im Pfarrarchiv Näfels ist fein säuberlich verpackt die Stiftungsurkunde von Abt Pankraz Vorster, St. Gallen, aufbewahrt.

 

Hier meine laienhaften Aufnahmen von heute 19.11.25

Originalurkunde

Ausschnitt

Siegelhülle

 

Wortlaut der Stiftungsurkunde über das von Pancratius, Fürst-Abt von St. Gallen, gestiftete Jahrzeit.

 

„Durch die Unterdrückung  des fürstlichen Stiftes St. Gallen sind unsere Vorfahren, die Aebte, Capitularen und Professen gedachten Stiftes, wie auch die Stifter und Gutthäter desselben des gebührlichen Gebethes, den heiligen Messopfern, Anniversarien und Suffragien ect. die jährlich zur Ruhe ihrer Seelen in der Stiftskirche gehalten wurden, seit manchen Jahren beraubet worden. Um für diesen unverdienten Verlust einige Ge-nuguung und Ersatz zu leisten, haben Wir Uns entschlossen einige Anni-versarien zum Andenken, Troste und Frommen Unserer verstorbenen Vorfahren, der Aebte, Capitularen, Professen, Stifter und Gutthäter des Klosters St. Gallen zu stiften.

 

Wir stiften demnach und beurkunden mit gegenwärtigem Stiftungsbriefe ein solches Anniversarium oder jährlichen Gedächtnistag in der Pfarr-kirche zu Näfels im Canton Glarus. Zum Fonde dieser Stiftung be-stimmen, widmen und überlassen Wir den seit dem 19ten Heumonath 1820 bis den 31ten März 1821 verfallenen Antheil des in 6000 Reichs-gulden bestehenden Jahrsgehalt, welchen der Canton St. Gallen, ver-mögen des 9. Artikels de Wienerrezessacte dd 20. März 1815 Uns zu bezahlen verbunden ist.

 

Dieser Antheil des Jahresgehaltes beträgt 4200 Reichsgulden, oder 6109 1/11 sage sechstausend hundert neun und ein Elftel Schweizerfranken. Dieses Capital soll schon jetzt zu Handen genommen werden, angelegt und davon 5 p. cto fliessende jährliche Zins, nähmlich 395 5/11 Schwei-zerfranken das erste Mal mit Ende des Brachmonaths 1822 eingezogen werden, um gedachtes mit 6109 1/11 Schweizerfranken gestiftete Anni-versarium das erste Mal im nächstfolgenden Jahre

 

1822 am ersten bequemen Tage nach St. Gallentag begehen zu können, welches auch in Zukunft alle Jahre für immer zu beobachten ist.

 

An diesem Gedächtnistag sind die Kirchen-Gebethe, die heiligen Mess-opfer und die Almosen pro defunctis Abbatibus, Capitularibus, Professis, Fundatoribus et Benefactoribus Monasterii S. Galli zu entrichten. Das ganze Officium Defunctorum soll an diesem Tage von elf Priesteren - die Vesperae nämlich gesungen - die Nocturni aber und die Laudes chor-weise gebethet werden. Sodann ein feyerliches Seelenamt folgen und nach diesem beym Todtengerüste das Libera gesungen werden. Ein jeweiliger Herr Pfarrer zu Näfels, dem das Recht das Seelenamt zu hal-ten zusteht, hat auch die Befugnis, die übrigen zehn Priester einzuladen, den Tag und die Stunde dieser gottesdienstlichen Verrichtungen zu be-stimmen, und überhaupt zu sorgen, dass alles dem Stiftungsbriefe ge-mäss vollzogen werde. Sowohl der Herr Pfarrer, als die übrigen zehn Priester applicieren am Gedächtnistage selbst das heilige Messopfer für obgedachte verstorbenen Aebte, Capitularen ect. Sollten die Umstände es nicht gestatten, dass nebst dem Herren Pfarrer noch zehn andere Priester das Officium Defunctorum mitbethen könnten, sind anstatt eines jeden Abwesenden die für einen Priester bestimmten 6 Franken als Sti-pendien zu 4 für obgedachte Verstorbene zu applicierende heilige Mes-sen zu verwenden; hiemit für jede heilige Messe 15 Batzen zu entrichten.

 

Der jährlich von dem Stiftungskapitale fliessende Zins in 305 5/11 Schweizerfranken bestehend soll auf folgende Art ausgetheilt werden:

 

  

Dem Herren Pfarrer wegen Abhaltung des Seelenamtes ect.          fr. 10

 

Den zehn Priestern, jedem 6 Franken                                                  60                                        

Der Pfarrkirch wegen Verbrauch der Wachskerzen ect.                     14        

 

Dem Mesner od Sigrist wegen dem Geläute und übrigen Kirchendienste                                                                                                                  4

 

Dem Organisten und den Cantoren                                                      12              

                                                                                              Franken 100

 

Die übrigen 209 5/11 Franken sollen nach Abzuge des im Orte ge-wöhnlichen Einzugs oder Verwaltungsgebühr den Hausarmen der Pfarrei Näfels am Jahrestage selbst, ausgetheilt werden. Die Austheilung ist den Amtsvorständen anheimgestellt, doch mit vorläufigen Berathung und Ein-verständnis des Herrn Pfarrers. Die Besorgung und Verwaltung des Stif-tungscapitals überlassen Wir denjenigen, die ohnedem die Geistlichen Fundazionen, das Kirchenvermögen, oder die Jahrzeitstiftungen unter höheren Aufsicht zu verwalten haben; gleichwohl soll jeweiligem Herrn Pfarrer die jährliche Rechnung über die Lage und Sicherstelung des Stiftungsfonds der gehörige Ausweis zur Einsicht mitgetheilt werden.

 

Uebrigens ist rücksichtlich der ewigen Dauer dieser Stiftung die einzige, aber hier ausdrücklich festgesetzte Ausnahme, dass wenn das Stift St. Gallen als Benedictiner-Abtey über kurz oder lang wiederhergestellt wer-den sollte, gedachtes Stift benachrichtigt sein solle, das Capital dieser Stiftung ungeschmälert zurückzunehmen und so diese Stiftung, folglich auch die damit verbundenen Pflichten aufzuheben.

Zur Urkunde dieser unserer Stiftung haben Wir gegenwärtigen Stif-tungsbrief mit eigener Handschrift unterzeichnet und demselben Unser Abbatial-Siegel anhängen lassen­: so geschehn im Gotteshause Muri im Kanton Aargau den 26. April 1821.                                               Pancratius Abt

 

Ad mandatum Cels. mi

P. Columbanus Ferch Secretarius

 

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Zweimal durften wir den St. Galler Bischof Markus Büchel in Näfels zu Gast haben. Am Sonntag, 6. November 2011 mit anschliessendem rauschenden und heiterem Fest im "Bahnhöfli" und am Sonntag, 23. Oktober 2021 mit an-schliessendem Bankett im "Schwert".

 

Am ersten Termin 2011 (190 Jahre Aebtjarzet in Näfels) nahmen teil:

 

Bischof Markus Büchel, Bistum St. Gallen*

Landesstatthalter Dr. Andrea Bettiga*

Gemeindepräsident Martin Laupper Glarus Nord*

Präsident v.-ref. Kantonalkirchenrat Pfr. Ulrich Knöpfel*

Synodalpräsident Hannes Thommann ,Ennenda*

 

Präsident Kath. Kantonalkirchenrat Dr. Stefan Müller*

Präsident Pastoralforum Hansruedi Simitz*

Vize-Dekan P. Ljubo Leko OSB, Netstal*

Kanonikus Dr. Alfred Germann, Rapperswil

Pfr. Franz Hungerbüher, Bolligen SG

 

Pfr. Pius Bisak, Näfels*

Guardian Br. Hans Lenz, Franziskanerkloster*

Vikar Dr. Sebastian Thayyil, Näfels

Medienbeauftragter Bistum St. Gallen Arnold B. Stampfli

Kanzler Fridolin Eisenring, Bistum St. Gallen

 

Stiftsarchivar Lorenz Hollenstein (Referent)

Landesarchivar- und bibliothekar Dr. Hans Laupper

 

Präsident General Bachmann Divisionär Fred Heer*

Brigadier Robert Küng, Rapperswil

Brigadier Dr. Ernst Rüesch, a. Landammann und Ständerat Kt. St. Gallen

 

Präsident Glarnerverein Ostschweiz Balz Tschudi

Dr. Max Stierli, Volkshochschule Zürich

Matthias Schwyter, Bäckermeister, St. Gallen

Silvia Bärlocher, Stiftsarchiv St. Gallen

 

Präsident Stiftungsrat Mariaburg Prof. Adrian Weitnauer

Pfarrer Dr. Victor Buner, Amden

Dr. Hanspeter und Karin Marti, Historiker

Parlamentspräsidentin Gret Menzi, Mühlehorn

 

Kirchenpräidentin Daniela Gallati und Kirchenrat in globo

Adventskranzschwinger in globo

Delegierte Vorstand Fridlibund Fridolin Zweifel, Wangen

 

 ...und viele mehr, meist in Begleitung ihrer Gattin ... insgesamt 61 Teilnehme-rinnen und Teilnehmer.

 

Die mit * markierten Persönlichkeiten hielten originelle Kurzreden.

 

Am zweiten Termin (2021) (200 Jahre Aebtejahrzet in Näfels) nahmen teil

 

Bischof Markus, Bistum St. Gallen*

Kirchenpräsident Martin Laupper*

Regierungsrat Dr. Markus Heer*

Domherr Hans Mathis*

Präsident des kant. evang.-ref. Kirchenrates, Pfarrer Sebastian Doll*

Präsident des kant. kath. Kirchenrates Dr. Stefan Müller*

Administrationsrat Kath. St. Gallen Fridolin Eberle*

Gemeindepräsident Thomas Kisler, Glarus Nord*

Dekan Pfr. Peter Hofmann, Schwanden*

Vize-Dekan P. Ljubo Leko OSB, Netstal*

Guardian Br. Dr. Paul Zahner OSB Franziskanerkloster*

Pfarrer Dr. Victor Buner, Amden*

Dr. Sebastian Wetter, Vikar in Schänis (Referent)

Kirchenrat Näfels und Pfr. Stanislav Weglarzy in globo

und Pfr. Martin Mätzler, Philipp Gerschwiler, Bischofsekretär, Vikar Dr. Sebastian Thayyill 

u.a.m insgesamt 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die mit * markierten Persönlichkeiten hielten originelle Kurzreden.

Jahrhundertzitat von Bischof Markus. Zur Disziplinierung der Redezeiten wurde ein Spanne von drei Minuten empfohlen. Der wie immer humorvolle und heitere bischöfliche Tischredner begann mit den Worten: "Drei Minuten dauern solange der Bischof spricht!!!*"

 

Eigentlich wäre als Option wünschenswert, wenn es gelänge auch Bischof Beat Grögli anno 2031 zum Aebtejarzet nach Näfels einzuladen.

 

Lorenz Hollenstein, alt Stiftsarchivar, St. Gallen

Abt Pankraz Vorster und Karl Müller-Friedberg – Gedanken zu „Aller Aebte Jahrzeit“ in Näfels

Kurzreferat am kleinen Bankett im Hotel Bahnhof Näfels am 6. November 2011

 

Ewige Jahrzeit für die Äbte, Mönche und Wohltäter des Klosters St. Gallen: Heute am 6. November, in Näfels, am 9. November, drei Tage später, in St. Gallen. Dieses „St. Galler Totengedenken“ wurde in Näfels früher eingeführt als in St. Gallen selbst; darauf komme ich noch zu sprechen.

Um die Zusammenhänge verstehen zu können, müssen wir gut 200 Jahre in die Vergangenheit zurückgehen. Die grosse Totenfeier im Herbst hat mit dem Untergang der Fürstabtei St. Gallen im Jahre 1805 zu tun.

Die Abtei St. Gallen war nicht allein eine Mönchsgemeinschaft, ein Kloster, sondern auch ein grosses Staatswesen, ein grossflächiges Land, eines der grössten und bevölkerungsreichsten in der Alten Eidgenossenschaft. Die Zugehörigkeit zu dieser basierte auf einem Bündnis der Abtei mit Luzern, Zürich, Schwyz und Glarus.  Alle sechs Jahre wirkte ein Glarner für zwei Jahre in Wil als eidgenössischer Vierortehauptmann, Verbindungsmann zum Kloster. Wie die alte Schweiz ist auch die Fürstabtei St. Gallen, die zudem zum Reich gehörte, in der Französischen Revolution, zunächst 1798, dann endgültig 1805, untergegangen. Die Eidgenossenschaft entstand 1803 und 1815 neu, die Abtei St. Gallen dagegen konnte zu keinem Neuanfang finden.

Drei Näfelser, Franz Joseph Müller-Friedberg und seine Söhne Karl und Josef Maria, spielten in den letzten Jahrzehnten und in der Endphase der St. Galler Abtei eine wichtige Rolle, der Vater als Landeshofmeister, der Sohn Karl, hochgebildet, perfekt französisch sprechend – er und der berühmte Schaffhauser Historiker Johannes von Müller schrieben einander auf Französisch, nicht in der Muttersprache – der Aufklärung zugeneigter fähigster Beamter und Diplomat der Fürstabtei, nahm zuletzt den wichtigen Posten eines stift-st.gallischen Landvogts im Toggenburg ein. Der Dritte, Josef Maria, drei Jahre jünger als Karl, war als Pater Heinrich Müller-Friedberg ranghoher St. Galler Mönch, Kapitelssekretär, Sekretär der Schweizerischen Bendiktinerkongregation, ein enger Vertrauter der beiden letzten Äbte. 1784 nahm er an der Näfelser Fahrt teil, wohl als Festprediger. Als sich der Untergang der Fürstabtei abzeichnete, geriet er in eine schwierige Position zwischen seinem Abt, dem er Gehorsam schuldete, und seinem in der politischen Auseinandersetzung stehenden Bruder. Nach der Aufhebung des Klosters wirkte er segensreich 24 Jahre lang als Pfarrer von Gossau.   

Karl Müller-Friedberg trat als Landvogt im Toggenburg angesichts der hoffnungslosen Lage der äbtischen Herrschaft am 1. Februar 1798 in Lichtensteig die Landeshoheit des Klosters an das toggenburgische Volk ab, beendete seine Beamtung als Landvogt und zog sich in den Heimatort Näfels zurück.

Den Verzicht auf die Klosterherrschaft im Toggenburg, zu dem Müller-Friedberg nicht ausdrücklich legitimiert war – diese Frage ist offen - , hat ihm der letzte Fürstabt, Pankraz Vorster, nie verziehen: Aus eng Zusammenarbeitenden wurden Feinde.

Müller-Friedberg war nun ein Arbeitsloser und musste ein neues Auskommen suchen. Gerne wäre er in die österreichische Staatsverwaltung eingetreten, was er aber trotz Beziehungen nicht erreichen konnte. Eine vorsichtige Sondierung, ob er wieder in den äbtischen Dienst gelangen könnte, wurde von Abt Pankraz schroff abgelehnt.

Müller-Friedberg fand nun Arbeit im neuen Schweizer Staat von Frankreichs Gnaden, der Helvetik, wobei er genauso fähig und erfolgreich war wie vorher im Klosterstaat. Als aus der Helvetik die neue Schweiz Napoleons entstand, organisierte Müller-Friedberg den Kanton St. Gallen, in dessen Erhaltung und Entwicklung in den schwierigen Anfangsjahren er sein wichtigstes Ziel sah, das er unbeirrt, rücksichtslos und erfolgreich verfolgte. Ein Klosterstaat, ja ein reines Kloster St. Gallen hatten nach seiner Auffassung in seinem Kanton keinen Platz mehr. 1805 war das Kloster am Ende. Müller-Friedberg war allerdings ein kultur- und geschichtsbewusster Mann: Er sorgte dafür, dass Stiftsbibliothek und Stiftsarchiv, beide von hohem internationalem Rang, weiterbestehen konnten.

Vielleicht wäre Manches anders gelaufen, wenn Müller-Friedberg ein passendes Amt im österreichischen Staatsdienst erhalten hätte. Wäre dieser mit allen Wassern gewaschene Politiker nicht mehr im Land gewesen, hätte wohl die Abtei St. Gallen wenigstens als Kloster, allerdings kaum mehr als Staat, überlebt.

Genauso hartnäckig, wie Müller-Friedberg die Interessen des Kantons vertrat, kämpfte Abt Pankraz Vorster noch viele Jahre lang um die Wiederherstellung des Klosters und seiner Landeshoheit. Anders als sein Gegner erkannte er aber, indem er an seinem weltlichen Herrschaftsanspruch festhielt,  die Zeichen der Zeit nicht und blieb erfolglos: Der Wiener Kongress, der Europa nach Napoleon wieder ordnete, stellte 1815 die Fürstabtei St. Gallen nicht mehr her. Hingegen sprach der Kongress Pankraz Vorster in einem besonderen Artikel – die grosse „Weltkonferenz“ nahm sich also auch des St. Galler Abts an – eine lebenslängliche Pension von 6000 Gulden (ca. eine halbe Million heutiger Franken) zu, zu bezahlen durch den Kanton St. Gallen als Kompensation für all die Werte, die das Kloster an den Kanton verloren hatte.

Abt Pankraz protestierte und verweigerte zunächst die Annahme der Pension: Sie hätte – so dachte er – die Anerkennung der Aufhebung des Klosters bedeutet; auf seine Abtei und seine Stellung als Fürstabt hat er bis zu seinem Tod – 24 Jahre nach der Aufhebung – nie verzichtet. Gegen 1819, als er kaum mehr Hoffnung auf eine Wiederherstellung der Abtei hegen konnte, nahm er nun aber die Pension an und forderte deren Auszahlung, rückwirkend ab 1815. Der Kanton St. Gallen verweigerte zunächst die Bezahlung, weil der Abt die Wiener Kongressbeschlüsse nicht anerkenne, musste sie aber unter dem Druck der Schweizer Kantone – selbst des reformierten Zürich – akzeptieren.

Abt Pankraz nun betrachtete die Gelder für seine Versorgung, für die Erhaltung seines Lebensstandards, nicht als sein Eigentum, sondern als Geld, das seinem Kloster zustand.

Mit seiner Pension stiftete er ab 1819 hohe Geldbeträge in der ganzen katholischen Schweiz für aufwendige Jahrzeitfeiern für die Äbte, Mönche und Wohltäter der Abtei St. Gallen von ihren Anfängen um 612 an bis zum Untergang, zunächst an acht Hauptorten (Luzern, Altdorf, Schwyz, Sarnen/Stans, Freiburg, Zug, Appenzell und Sitten), nachher auch in Näfels (für katholisch Glarus) und für weitere Orte (Kloster Rheinau, Pruntrut, Solothurn, Kloster Muri – dort lebte er von 1819 an bis zu seinem Tod , Kloster Fischingen, Wil SG, Gossau, Rorschach, Bütschwil, Sins, Schüpfheim und Dietikon).

Alle Stiftungsurkunden lauten ungefähr gleich. Unser Beispiel sei die Näfelser Urkunde von 1821, deren Original  Fridolin Hauser im Pfarrarchiv wieder aufgefunden hat. Abt Pankraz Vorster („Wir, Pancratius, Fürst-Abt zu St. Gallen“ – dies 16 Jahre nach der Klosteraufhebung) stiftet der Pfarrkirche Näfels ein Kapital von 4200 Reichsgulden (gut    400‘ 000 heutige Franken), mit deren Zins jährlich zweierlei zu finanzieren sein soll: Erstens ein gross aufgezogener, von Abt Pankraz im Detail geschildeter Totengottesdienst zum Gedenken an die Äbte, Mönche und Wohltäter des Klosters St. Gallen seit dessen Gründung, zu feiern „am ersten bequemen Tage nach St. Gallentag“ (16. Okt.). Der Näfelser Pfarrer soll – Sie hören recht – zehn weitere Priester als Konzelebranten mobilisieren. Die Geistlichen und die Hilfskräfte sollen beträchtliche Honorare erhalten – ein Segen angesichts ihrer tiefen Einkommen. Zweitens solle, so verfügte der Stifter, gut die Hälfte des Jahreszinses am Tage des Gottesdienstes selbst an die lokalen Armen – und von denen gab es viele – ausgeteilt werden. Mit seinem fürstäbtlichen Siegel gab Abt Pankraz der Urkunde die rechtliche Kraft.

Dem Pfarrer von Bütschwil im Toggenburg, das auch eine Stiftung erhalten hatte, waren die zehn Mitpriester eine Last. Da sie von auswärts kämen, müsse er sie – bei seinem doch überaus mageren Einkommen – vor  und nach der Messe verköstigen. So möge Abt Pankraz einen Teil der Entschädigungen für diese Kollegen ihm zuweisen. Der Fürstabt sagte zu und meinte, „es wird mich freuen, wenn, anstatt das Wirtshaus zu besuchen, die Herren bei dem Pfarrer in angenehmer Gesellschaft vereiniget speisen.“

Der Glarner Landammann Karl Burger reagierte schnell auf das Stiftungsangebot. Die katholischen Glarner nahmen die Stiftung mit grosser Freude an, und Burger wollte gleich kassieren, noch bevor Abt Pankraz das für Näfels bestimmte Geld in der Hand hatte. Vier Monate ab dem Stiftungsdatum stand ihm das Geld aber bereits zur Verfügung.

Die Näfelser waren ohnehin keck im Beschaffen von Geld: 1781 hatten sie einen neuen Hochaltar gebraucht. Sie sprachen im Kloster St. Gallen vor. Wir lesen im Tagebuch von Abt Beda Angehrn, dem Vorgänger von Pankraz Vorster, Folgendes: „Heut abends langte der alte H. Landamman Hauser von Neffels mit seinem jüngeren Sohn an. Er hatte ein Schreiben bey sich von denen catholischen Kirchgenossen der Pfahrrey Neffels, welche eine Steür [=Spende] zu ihrer neüen Kirchen begehrten. So ist es: St. Gallen sollte in der ganzen Welt steüren: Und zwar mit Wenigem ist mann nit vergnügt, wie es die Glarner ohngescheut mir in das Gesicht gesagt. Will sehen, was zu thun.“ Abt Beda bezahlte schliesslich den Näfelser Hochaltar mit 1490 Gulden (ca. 140‘000 heutige Franken). 1752 und 1760 hat der St. Galler Abt für Brandgeschädigte in Näfels gespendet, 1762 für „Wasserbeschädigte des Stand Glarus.“

Nun wieder zu den Äbte-Jahrzeitstiftungen:

Abt Pankraz erhielt von Landammann Burger eine Gegenleistung: Burger lobbyierte bei der eidgenössischen Tagsatzung für die Anliegen des St. Galler Abts.

Müller-Friedberg war über die Stiftungen des Abts höchst erbost: Mit dem Geld des äusserst finanzschwachen, noch wenig gefestigten Kantons St. Gallen machte der Abt – modern gesprochen – „Propaganda“ für die von ihm aufgehobene Abtei.

Was bezweckte Pankraz Vorster mit seinen „Äbtejahrzeiten“, was steht dahinter? Das Studium seines Nachlasses – Tagebuch und viele Akten – erlaubt folgende Feststellungen:

1.     Um 1820 war es unwahrscheinlich, dass das Kloster St. Gallen bald oder überhaupt je wieder eingerichtet werden könnte: Mit seinen Stiftungen hielt Abt Pankraz wenigstens die Erinnerung an die Abtei und ihre Mönche wach.

2.     In den Jahren nach der Aufhebung des Klosters war das Jahrzeitenwesen in St. Gallen fast zum Erliegen gekommen. Abt Pankraz wollte es mit seinen Stiftungen wiederbeleben.

3.     Mit diesen Stiftungen, bei denen ja viel Geld dem lokalen Armenwesen zufloss, konnte Pankraz Vorster „Goodwill“ bei den katholischen Kantonen am Leben erhalten und doch noch auf Unterstützung für sein Anliegen der Wiederherstellung einer benediktinischen Gemeinschaft in St. Gallen in naher oder ferner Zukunft hoffen.

4.     Pankraz Vorster befürchtete, sein Geld könnte eines Tages in falsche Hände geraten, etwa in diejenigen des Kantons oder gar Müller-Friedbergs. Auch mit der Katholischen Administration in St. Gallen hatte er kein glückliches Verhältnis. Mit seinen Stiftungen konnte er die betreffenden Kapitalien an sicheren Orten „parkieren“. Alle „Äbtejahrzeit-Stiftungen“ enthielten nämlich die Bedingung, im Falle eines Wiederauflebens einer Benediktinergemeinschaft in St. Gallen zu irgendeinem Zeitpunkt müsse das Stiftungskapital an diese zurückgegeben werden. Bis heute ist dieser Fall nicht eingetreten.

Die Sorge von Abt Pankraz um sein Geld war auch einer der Gründe, dass er in St. Gallen selbst keine Äbtejahrzeit stiftete. Erst der spätere St. Galler Bischof Carl Johann Greith förderte die Idee, auch in St. Gallen eine solche Jahrzeit zu begründen. Es könne doch nicht sein, dass solche Jahrzeiten nur auswärts gefeiert würden, nicht aber in der St. Galler Hauptkirche, der Kathedrale. Nach anfänglichen Problemen hatte Greith Erfolg: 1849, also erst 27 Jahre nach Näfels, konnte in St. Gallen – mit riesigem Aufwand – die erste „Äbte-Jahrzeit“ gefeiert werden.

Von St. Gallen und Rorschach haben wir Beschreibungen der ersten „Äbte-Jahrzeit“, von Näfels ist mit keine solche bekannt.

Nicht allen passte es, dass Abt Pankraz sein Geld für die Jahrzeitstiftungen ausgab. Von Müller-Friedberg war schon die Rede. Er äusserte, mit diesen Geldern hätte man Dämme im Rheintal bauen können. Auch unter den ehemaligen Mönchen gab es Kritik, P. Franz Weidmann etwa meinte, der Abt hätte seine Grosszügigkeit besser dem katholischen Sozial- und Schulwesen im St. Gallischen zukommen lassen sollen. Abt Pankraz liess sich nicht beeindrucken. Abgesehen davon, dass ihm das Totengedenken für das Kloster St. Gallen wichtig war, konnte er darauf hinweisen, dass ein grosser Teil der Stiftungserträge ins Armenwesen floss – auch im Kanton St. Gallen - und dass er auch ehemalige St. Galler Mönche materiell unterstützte.

Pankraz Vorster, der persönlich sehr bescheiden lebte, entwickelte in seinen letzten Lebensjahren im Kloster Muri eine überaus reiche Wohltätigkeit. Er spendete Geld – namhafte Beträge – „in der halben Schweiz“, von überall her langten Bettelbriefe an, selbst vom Bischof von Freiburg/Schweiz und von der Pfarrei Neuenburg. Es sprach sich herum, dass bei Vorster etwas zu holen war. Einige weitere Beispiele: Er spendete für den Kirchenbau in Ballwil LU, für die Reparatur der Kapelle Ecce homo in Sattel SZ, für das Armenhaus in Cham ZG, aber auch für die Schützengesellschaft Muri AG. Ob es im Falle des anstehenden Kirchenbaus von Linthal kurz vor seinem Tod noch zu einer Auszahlung kam, ist mir nicht bekannt. Eine Stiftung, die wie diejenige in Näfels heute noch funktioniert, ist die Schulexamen-Stiftung  für Muri AG (4200 Gulden Kapital wie für Näfels). Aus deren Ertrag erhalten heute noch die besten Schüler von Muri jedes Jahr Preise.

Woher hatte Abt Pankraz das viele Geld? :  Erstens von seiner Pension, zweitens bezog er eine Leibrente aus dem Bankhaus des Fürsten Esterhazy in Wien, und drittens machte er über seinen Agenten in Wien dort regelmässig namhafte Lotteriegewinne.

Noch ein Wort zu Müller-Friedberg und Abt Pankraz: Im Herbst 1799 hatte Pankraz Vorster St. Gallen endgültig verlassen und sollte bis zu seinem Tod 1829 nie mehr zurückkehren. Er kämpfte zunächst vor allem aus dem Ausland, insbesondere Wien und Rom, sodann von seinen zwei Schweizer Aufenthaltsorten Pfarrhaus Arth und Kloster Muri aus um die Wiederherstellung seiner Abtei. In den drei Jahrzehnten Auseinandersetzung und Spannungen mit Müller-Friedberg kam er nur dreimal mit diesem in direkten Kontakt, einmal in einer persönlichen Begegnung und zweimal auf dem Korrespondenzweg.

Im August 1816 kam es im Rahmen der eidgenössischen Tagsatzung  in Zürich, wo neben den Abgeordneten der eidgenössischen Stände auch die ausländische Diplomatie anwesend war, zu einem „Visavis“ der beiden St. Galler Kontrahenten in der Klosterfrage. Beide nahmen an einem feierlichen Empfang, an einem Festmahl des preussischen Gesandten anlässlich des Geburtstages des Königs von Preussen teil. Dabei gerieten Müller-Friedberg und Pankraz Vorster für einen Moment in den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Der Abt schreibt dazu in seinem Tagebuch (3. Aug. 1816): „Bei diesem Anlass machte mir Müller-Friedberg sein Compliment, wir sprachen miteinander von gleichgültigen Sachen, jedermann warf seine Augen auf uns, und manche sagten hernach, dass sie darüber ein wahres Vergnügen empfunden haben.“

Im Frühjahr 1818 (12. März) knüpfte Abt Pankraz an diese Begegnung an und schlug Müller-Friedberg („Wohlgeboren Herr Baron“) vor, sie möchten sich doch im Sinne der gemeinsamen Religion versöhnen und eine Lösung für das Stift suchen. Müller-Friedberg antwortete (28. 3. 1818) in versöhnlichem Ton, in der Sache aber kompromisslos: Er habe nur seine Pflicht als Regierungsmitglied getan; das Kloster habe „der Wohlfahrt des Staates weichen“ müssen, es wäre sonst im Kanton ein ewiger „Prätendent“, ein Unruhestifter, geblieben. Abt Pankraz schrieb zurück (5. 4. 1818), die von Müller-Friedberg vorgebrachte angebliche Gefahr für den Kanton durch das Weiterbestehen des Klosters sei „eitel Gespenst“, der Kanton sei sowohl durch den eidgenössischen Bundesvertrag als auch durch die Wiener Kongressakte gesichert.

Abt Pankraz blieb erfolglos, das Kloster blieb verloren.

Am 29. Juni 1829 erhielt der todkranke Abt Pankraz, 76 Jahre alt, nochmals einen Brief von Müller-Friedberg, nun 74jährig. Müller-Friedberg  - selber in den zwei vergangenen Jahren zweimal „der Ewigkeit“ nahe – entschuldigte sich bei Abt Pankraz quasi für sein Handeln in der Klosterfrage. Er habe gegen den Abt persönlich nichts gehabt, aber seine Pflicht tun müssen. „Gewaltsame Weltkrisen haben uns gewaltsam auseinander gerissen.“ (Diesbezüglich hatte Müller-Friedberg gewiss mindestens teilweise recht: Die Französische Revolution war eine „Weltkrise“.) Abt Pankraz möge ihm „grossmüthig verzeihen“. Pankraz konnte nicht mehr selbst zurückschreiben. In seinem Auftrag antwortete am 4. Juli sein treuer Begleiter über Jahrzehnte, Pater Kolumban Ferch. In versöhnlichem Ton erklärte der Fürstabt, dass er „herzlich verzeihe“. Gallus Jakob Baumgartner, bald der neue erste Mann im Kanton St. Gallen, äusserte zu diesem Briefwechsel: „Das war Beichte und Absolution in diplomatischer Form.“ Interessant sind die Adressen auf den Umschlägen der beiden Briefe: Müller-Friedberg schrieb „A son Altesse reverendissime Monseigneur le Prince Pancrace, cidevant Abbé de Saint Gall.“ P. Kolumban dagegen unterzeichnete als „Secretär Seiner Hochfürstl. Gnaden des Hochwürdisten Herrn Fürstabt zu St. Gallen.“

Abt Pankraz starb fünf Tage später, und Müller-Friedberg seinerseits wurde 1831 Opfer des liberalen Umsturzes im Kanton St. Gallen und wanderte nach Konstanz aus.

Ich komme zu einem ganz kurzen Schluss: „Näfelser Jahrzeit“: Gut, dass in St. Gallen, anders als im thurgauischen Fischingen, bis heute kein Benediktinerkloster mehr entstanden ist: Sonst müssten die Näfelser die 4200 Gulden Stiftungskapital zurückzahlen, wo sie doch heute vielleicht gar nicht mehr vorhanden sind.

Zum 190. Mal St. Galler Äbtejahrzeit  in Näfels: Mit dem Bischof von St. Gallen freut dies gewiss genauso den hier ebenfalls anwesenden Stiftsbibliothekar Ernst Tremp, der in Näfels aufgewachsen ist, und auch mich, den ehemaligen St. Galler Stiftsarchivar.

 

5.11.2011


Dienstag, 18. November 2025

 

Ein Nachtrag zum Beitrag unter "Bild der Woche" vom 8. Oktober 2025

Voranzeige

 

Myriam Russo - Bucherscheinung Idaheim Näfels

 

Fridolin Elmer wird ihm Rahmen der Matinée des Kulturforums Brandluft am Sonntag, 8. Februar 2026, 10.30 Uhr, im Bohlensaal des Tolderhauses, eine -Gedenkstunde/Vernissage zum Buch "Nonnen haben eben doch Beine, Meine Kindheit im Idaheim" vorbereiten. Die Autorin verstarb kurz vor der Buchver-nissage des Zytgloogeverlags. Mit ihrem Buch gewährte Myriam Russo Einblick in die Idaheim-Zeit in Näfels. Sie schreibt ein Stück Näfelser Geschichte.

In freudiger Erwartung auf diesen Anlass verweise ich meinen Beitrag unter "Bild der Woche" vom 8. Oktober 2025 und reiche den Eintrag ihrer Tochter Luisa unter Facebook hier nach.

 

 
Luisa Ricar

Meine Mutter, Myriam Russo (1958–2025), hat kurz vor ihrem Tod ihr erstes und letztes Buch vollendet:
„Nonnen haben eben doch Beine“ – erschienen im Zytglogge Verlag.


Als Tochter einer italienischen Migrantin wurde sie in den 1960er-Jahren vom Fürsorgeamt ins katholische Idaheim in Näfels (GL) fremdplatziert. Dort musste sie sich als Kind zwischen Sprachlosigkeit, italienischer Tradition und schweizerischer Strenge zurechtfinden.


www.zytglogge.ch/myriam-russo-nonnen-haben-eben-doch-beine-978-3-7296-5200-2

 

Das Buch erzählt von dieser Kindheit – zwischen Glaube, Scham und dem Wunsch nach Freiheit. Ein literarisches Vermächtnis über Migration, Iden-tität und den Mut, die eigene Stimme zu finden.


Erschienen im Zytglogge Verlag.

 

entdeckdt und abgerufen am 18..11.2025

Homemapge www.ricar-russo.ch

 

und noch ein Fundstück aus dem Jahre 2008

 

Zwischen Luxus und Pfäffikersee

 

Sie werden in Russland wie Stars behandelt, ihre CD's verkaufen sich zu Tausenden und sie wohnen in Pfäffikon - Myriam Russo und Michael Ricar sind Zofka, klandestines Musiker- und Ehepaar.

 

Veröffentlicht am: 12.11.2008 – 09.00 Zürcher Obersee Zeitung

 

Die Stimme flirrt verheissungsvoll im Raum, exotisch-sinnlich und von verwirrender Anziehungskraft. Ähnlich dem Licht des Südens, das uns schaffige Nordländer plötzlich sprachlos machen kann. Das Rückgrat des Gesangs ist eine raffinierte Chanson-Elektrobeat-Struktur, die mit minimalen Mitteln das Maximum an Wirkung erzielt. Zusammen ergibt das Musik voller Sehnsucht, Verheissung und Verführung – chic, edel und geprägt vom Lebensgefühl der Reichen und Schönen. Die vierte CD von Zofka heisst «Chocolat» und ist ein Sammelsurium von soge-nannten «Neo-Chansons» mit einem gehörigen Touch Erotik.

 

Ehe- und Musikerpaar

Die Macher dieser Musik sitzen entspannt auf ihrem Sofa, inmitten stilvoller Einrichtung, in einem unscheinbaren Pfäffiker Haus. Myriam Russo und Michael Ricar, verheiratet, zwei Kinder. Sie: Sängerin, Sprecherin und eine südländische Schönheit. Er: Komponist und von distinguiertem Äussern. Als Pop-Duo Zofka haben die Eheleute bereits vier CD’s herausgegeben und davon mehrere tausend Exemplare verkauft. Im Internet sind sie omnipräsent: Ein User aus Mexico sagt «There is no music that fits so perfectly to your summer feeling», und ein selbsternannter «globetrotting music collector» meint «Zofka aus der Schwyz – nette Jazz-Elektronica mit stark frankophilem Chansonetten-Einschlag». Was steckt hinter diesem Duo, das von der musikalischen Qualität und von der Zusammensetzung her locker als helvetische Eurythmics durchge-hen würden?

 

Bekannt durch Piraterie

«Es begann mit unserer zweiten CD ‹Nice›, als ich nochmal sehen wollte, wie es tönt, wenn ich mich selbst betone», erzählt Ricar. «In Russland haben Internet-Piraten unsere Musik entdeckt, diese schwarz gepresst und verkauft. 2003 wurde Zofka dann im Radio und in den Clubs von Moskau und St. Petersburg rauf und runter gespielt. Ohne unser Wissen!» Das habe sich geändert, als eine russische Plattenfirma sie unter Vertrag nehmen wollte und sie zu exklusiven Konzerten eingeladen wurden. «Vom Pfäffikersee für drei Tage nach Moskau. Luxuslimousinen, teure Hotels, edle Nachtlokale und wieder zurück in die Schweiz – das ist Rock’n’Roll», sagt der Komponist lächelnd. Michael Ricar lebt von der Musik. Er schreibt sie für das Schweizer Fernsehen, Firmen, Theater und auch Filme (u.a. «Elisabeth Kopp – eine Winterreise», 2007). Im Haus ist ein komplettes Tonstudio.

 

Die Ehefrau, Myriam Russo, lebt von ihrer Stimme. Neben dem Gesang kommentierte ihre Stimme die Volkszählung 2000, sie warb für Timotei und Ford – und lockte Radiohörer zu Beate Uhse oder in den Erotikmarkt. «Meine Stimme wird meist von den Produzenten eingekauft. Wenn es elegant, angenehm und sinnlich tönen soll, komme ich in Frage», sagt Myriam Russo abgeklärt und wie jemand, der sich des Werts seines Kapitals sehr sicher ist. Dazu spricht Myriam Russo Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch und neu Spanisch.

 

Den östlichen Nerv getroffen

Ungeklärt bleibt die Frage, weshalb der grosse Erfolg hierzulande bisher ausgeblieben ist und Zofka noch immer als Geheimtipp gehandelt wird. «In Russland oder auch Istanbul passt unsere Musik anscheinend per-fekt in den gesellschaftlichen Prozess der Verwestlichung. Unsere Musik trifft dort den Nerv jener, die den westlichen Lebensstil annehmen möchten», sagt Ricar. Und die Verbreitung ihrer Musik über das Internet sei eine neue Erscheinung und logischerweise global ausgerichtet. «Zofka ist eine Band, deren Musik viele kennen, ohne zu wissen, wer wir sind.»

Auch mehrere Auftritte in der Schweiz (Zofka war in der Vergangenheit im Wetziker Scala oder in Zürich in den Clubs Hive, Tonimolkerei oder dem Labor) konnten den Bekanntheitsgrad kaum fördern. «Wir möchten uns dem Schweizer Publikum präsentieren», sagt Myriam Russo mit Nachdruck. Und dass die Auftritte von Zofka funktionieren, glaubt man aufs Wort. Eine schöne Frau mit schöner Stimme, ein Soundtüftler mit eingängiger Musik und mit Goran Kovacevic als Gast ein Akkordonist von internationalem Rang. Man darf gespannt sein.

Die CD «Chocolat» von Zofka ist ab morgen Freitag im Handel. 

                                              

Auf der Homepage von SALVO (Ingrassia) findet sich auch Myriam Russo als "Schülerin". Siehe www.salvo/studio

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Zu einem echten Geheimtipp ist das schweizer Popduo Zofka avanciert. Beste-hend aus Michael Ricar und seiner Frau Myriam Russo bringen sie Russlands Metropolen zum Feiern. Im deutschsprachigen Raum noch weitgehenst unbe-kannt wurden sie in östlichen Gefildern zu echten Stars. Dort fahren sie stets mit der Limousine vom erstklasse Hotel zu den Konzerten. Wobei in Europa der Privatwagen herhalten muss.

 

Nach dem ersten Anhören ihres letzten Albums Bikini könnte man die Musik-richtung als Lounge definieren. Doch so will sich Zofka nicht sehen. „Lounge hat mit unserer Musik nicht das Geringste zu tun“, sagte Myriam Russo in einem Interview. Zofka will sich lieber als anspruchsvolle Jazz-Band präsentieren. Un-termal mit elektronischen Tönen und einer starken französichen Gesangs-performance von Myriam Russo wird dies gekonnt bewiesen. Für die elek-tronischen Einlagen ist Ehemann Michael Ricar zuständig. Ihr drittes Album Zofka – Bikini erschien im Februar 2006 und kann für 9,99 € über den iTunes Store bezogen werden. Gute Laune garantiert!

 

aus: https://studio5555.de/zofka-ein-echter-geheimtipp/


Montag, 17. November 2025

 

Auswärtsnäfelserin Rosmarie Furrer-Hauser wird 100!

Rosmarie Furrer-Hauser im Herbst 2024, auf Besuch in ihrem Vaterhaus am Herrenweg 31 unter dem Fahrtsplatz. Sie erinnerte sich vieler Ereignisse und Erlebnisse ihrer Jugendzeit in Näfels in den zwanziger und dreissiger Jahren.

 

In der Altersresidenz Bergli in Luzern kann am Samstag, 22. November 2025, Rosmarie Furrer-Hauser ihren 100. Geburtstag feiern.

 

Sie ist Tochter des bekannten Kunstmalers und Fotografen Josef Hauser-Feldmann-Landolt (1894-1988) beim Fahrtsplatz. Ihre Mutter war Hedwig Feld-mann (1896-1932).

Die am 22. November 1925 in erster Ehe geborene und auf Rosa Maria Cäcilia getaufte Näfelserin kann am kommenden Samstag ihren besonderen Geburtstag feiern und gleichzeitig den Namenstag ihres Zweitnamens Cäcilia. Sie heiratete am 30. April 1951 Josef Anton Furrer, Stadtpolizist Luzern und lebt seither in der Leuchtenstadt, seit einigen Jahren in der Seniorenresidenz Bergli. Sie gebar Rosmarie, 1952, Ralph, 1956, Daniel, 1960, und Christine, 1964, und ist glück-liche mehrfache Grossmutter und Urgrossmutter.

Herzliche Gratulationen aus dem Glarnerland fliegen ihr zu.

 


Montag, 17. November 2025

 

Bad Säckingen

 

Günther Nufer wird mit Ehrenprofessur geehrt!

Ehrenprofessor, Dr. Dr. h.c. Günther Nufer, Bad Säckingen

 

Wir haben als Näfelser und Glarus Nördler allen Grund uns mitzufreuen, dass der ehemalige langjährige Bürgermeister von Bad Säckingen am nächsten Freitag, 21. November 2025 in der Aula der Akademie für Gesundheitsberufe, Bad Säckingen, die Ehrenprofessur verliehen erhält.

 

Günther Nufer war Mitbegründer der Partnerschaft Näfels-Bad Säckingen, heute Glarus-Nord-Bad Säckingen, als wir mit 700 Leuten am 6. März 1988 diese Part-nerschaft am Grossen Fridolinsfest proklamierten. Seither finden jährlich Austau-sche zwischen uns und der Partnerstadt statt.

 

Günther Nufer erhielt in den neunziger Jahren den Kulturpreis der Gemeinde Näfels im Freulerpalast. Er wurde schon länger Zeit mit einem Ehrendoktor honoris causa beehrt und nun - mit 86 Jahren - erhält er hochverdient noch den Ehren-Professortitel für seine Verdienste.

 

Wir begückwünschen den verdienstvollen Politiker und Freund aus Bad Säckingen und seine Gemahlin Hannelore herzlich und wünschen ihnen eine wunderbare Verleihung der Ehrenprofessur und alles Liebe und Gute.

 

Erinnerungsbild: Abschluss der Renovation des Franziskanerklosters 1998-2004. Die Stadt Bad Säckingen schenkte in den Klostergarten und für den Torbogen 32 Rosenstöcke, die in Bad Säckingen gezüchtet worden waren. Symbolische Ga-be, denn einst wirkten auf dem Burgstock säckingische Administeriale.

 

Günter Nufer gab uns ( in seiner Begleitungt der Trompeter von Säckingen) die Ehre.

 

Unser Bild: vlnr.

Fridolin Hauser, Stiftungsratspräsident Kloster Mariaburg und Baupräsident Re-novation, Bruno Gallati, Gemeindepräsident Näfels, ihre Eminenz Kardinal Dr. Henri Schweri, Sitten VS, Trompeter von Säckingen, Bürgermeister Dr. Dr. Gün-ther Nufer, Bad Säckingen und Br. Fidelis Schorer OSB, Guardian des Franzis-kanerklosters (Foto: Aldo Lombardi)


Sonntag, 16. November 2025

 

Vorschau


Samstag, 15. November 2025

 

Weihnachtsbaum vor dem Stift St. Gallen

  

Für die neuen Weihnachtsmarken war der Ostschweizer Sandro Reichmuth mehrmals in seiner Heimatregion unterwegs. Bei klirrender Kälte durch den Schnee zu stapfen, machte dem 44-Jährigen nichts aus – als Landschafts-fotograf sei er das ganze Jahr über gerne draussen. Und wenn er das perfekte Sujet sehe, vergesse er sowieso alles um sich herum, so wie bei der Entstehung des Weihnachtsmotivs mit dem Tannenbaum auf dem Klosterplatz in St. Gallen: «Der Abendhimmel war noch nicht zu dunkel, die Lichterkette leuchtete bereits und ein paar Schneeflocken fielen genau vor meine Linse – ein winterlicher Glücksmoment, den es nun auf einer Briefmarke gibt.»  (Post)   

Die Weihnachtstanne im Stiftsbezirk St. Gallen hat es als Sujet für eine A-Post-Briefmarke geschafft!

Vom Himmel hoch, da komm ich her! St. Galler Weihnachtstanne im Anflug.

In diesem Jahr wurde die Tanne aus Stein AR eingeflogen. Gestiftet wurden sie von einer Familie Sepp Huser, Der gelernte Schreiner war drei Jahre in Mexiko, gründete dort eine Schreinerei, kehrte wieder zurück und half beim Aufbau des Jugendheims Rose. Die Heimleiterin vermachte ihm ein Stück Wald, das er wohl 30 Jahre hegte und pflegte. Die heurige Weihnachtstanne blieb verschont und durfte zum 16 Meter Baum aufwachsen. In diesem Jahr meldete sich Sepp Huser und stiftete die besondere Weisstanne als Weihnachtsbaum nach St. Gallen. Sie wiegt etwa 2,7 Tonnen und weist einen Stammdurchmesser von 55 Zentimetern auf. Eingeflogen wurden sie am Dienstag, 12. November, mit einem Super Puma.

 

Sie wird ab Montag, 24. November 2025, geschmückt. Der Schmuck stammt dieses Jahr von der Dreischiibe in St. Gallen. Am Sonntag, 30. November 2025, ab 16.30 Uhr wird die Tanne an der traditionellen Vernissage erstmals festlich in Szene gesetzt.  Die Weihnachtstanne im  Stiftsbezirk bleibt vom ersten Advents-sonntag bis Dreikönigen.

 

Es kommte noch dicker...

Seit neun Jahren belebt eine Besonderheit die Stadt in der Vorweihnachtszeit.

  

St. Galler "Römersoldaten" bei der "Weihnachtsreise" 

 

Wussten Sie, dass man an einer "Weihnachtsreise" in der Stadt St. Gallen teilnehmen kann?

Seit  neun Jahren existiert ein Verein unter dem Namen "Weihnachten St. Gal-len", der seither das Stadtbild belebt und im Begriff ist zu einem modernen Brauchtumsträger  zu werden?

 

Der Verein Weihnachtsreise St. Gallen wurde am 25. April 2017 gegründet. Er  hat zum Zweck, die frohe Botschaft der Weihnachtsgeschichte zu den Menschen zu bringen. Das Ziel ist die Aussage der biblischen Weihnachtsgeschichte und den Sinn des Kommen Jesu – das Evangelium – dorthin zu bringen, wo die Menschen sind: Auf die Strasse, in die Stadt und zum Einkauf. Zudem möchte der Verein die Innenstadt beleben.

Der Verein ist politisch und konfessionell neutral. Er verfolgt keine wirtschaft-lichen Zwecke. Er wird getragen von den christlichen Kirchen der Stadt St. Gallen zusammen mit den Freikirchen.

Die Weihnachtsgeschichte wurde zum ersten Mal am 10. Dezember 2017 zu neuem Leben erweckt

Die Weihnachtsgeschichte wurde als Freilichtspiel in den Gassen der Altstadt St. Gallen aufgeführt. Über 100 Laiendarsteller und Helfer, Schafe und Kamele trotzten dem stürmischen Wetter, um am ersten Sonntagsverkauf der Stadt St. Gallen einen besinnlichen Kontrastpunkt zu schaffen.

 

Am Eingang zur Marktgasse und am Multertor wurden die Besucherinnen und Besucher von Skriptoren empfangen und wie vor mehr als 2000 Jahren mit ihrem Hab und Gut registriert. Viele lustige Gespräche waren die Folge – es wurden Besitztümer wie Olivenhaine, Rebberge oder gar Sklaven angegeben. König Herodes sass auf seinem Thron mitten auf der Marktgasse. Dort konnte man seinen wichtigsten biblischen Szenen folgen.

 

Begleitet von Fanfaren und römischen Soldaten liess sich erahnen, wie dominant der damalige Herrscher, abgesandt vom römischen Kaiser Augustus, gewesen sein muss. Deutlich ruhiger präsentierten sich die Schauplätze der Hirten auf dem Grüningerplatz und die Krippe mit Maria, Josef und dem Jesuskind auf dem Klosterplatz. Die Heiligen Drei Könige waren mit richtigen Kamelen unterwegs, um den neu geborenen König zu besuchen.

"St. Galler" Hoiren auf dem Felde

 St. Gallen wird "Bethlehem"

Krippe vor der Kathedrale auf dem Klosterplatz

(Bilder: St. Galler Tagblatt, St. Gallen Tourismus und www.weihnachtsreise.ch)

 

"Weihnachtsreise" 2025 am 14. Dezember


Mittwoch, 12. November 2025

 

Kurt Scherrer, langjähriger Näfelser Kirchenpräsident

verstorben

Todesanzeiger im Kirchenkästchen

Kurt Scherrer, alt Kichrenpräsident, SBB-Beamter, Schnappschuss beim Fahrts-platz, als er mit seinem Velo Runden drehte.

Todesanzeige in der Südostschweiz und im Fridolin vom 13. November 2025

Meine letzte Begegnung mit ihm war an einem kirchlichen Anlass seiner Kirchgemeinde am Sonntag, 17. August 2025, am Gottesdienst der Nä-felser Sebastianprozession in Schänis. Noch immer pflegen die Näfelser diesen uralten Brauch zu Fuss, per Velo oder im Auto. Kurt Scherrer wurde zum vertrauten Pilgerkirchlein am ehemaligen Linthbett. Nun ist dies sein letzter Besuch zu einem Abschied geworden. Eine vorbildliche

Persönlichkeit, der sich mit Herzblut eingesetzt hat fehlt nun in Näfels.

 

Kleiner Nachruf für die Presse

 

Kurt Scherrer – der freundliche Kirchenpräsident

 

180 Tage nach seinem 90. Geburtstag verstarb Kurt Scherrer, der lang-jährige Kirchenpräsident seit den achtziger Jahren des letzten Jahrhun-derts. Eine stattliche Trauergemeinde geleitete ihn am 14. November zum Grab.

 

Über 66 Jahre seines Lebens verbrachte er in Näfels.

 

Den Näfelser Einwohnern bleibt er in bester Erinnerung als stets freund-licher SBB-Beamter, später arbeitete er auf dem Bahnhof Ziegelbrücke. Sein verschmitztes Lächeln und seine dienstfertige, kulante Art war sein Markenzeichen und seine Beliebtheit war sprichwörtlich.

 

Kurt wurde am 13. Mai 1935 geboren, absolvierte die Verkehrsschule St. Gallen und war auf verschiedenen Bahnhöfen der SBB in der Ost- und Westschweiz tätig.

 

In Flums lernte er Gret Berchtold kennen und lieben. Eine muntere Fami-lie mit den Kindern Margreth, Kurt, Vroni und Peter lebte im gemütlichen Eigenheim am Sonnenweg. Grosse Freude bereiteten auch die neun Enkel- und acht Urenkelkinder. Schweres Leid war ihnen der allzu frühe Tod der Tochter Vroni anno 2023.

 

1986 wurde er als Kirchenpräsident gewählt und diente der Kirchge-meinde bis 2000 als unauffälliger, aber einsatzfreudiger und engagierter Vorsitzender. Unter seiner Aegide wurde der Hilarisaal gebaut. Als vor-züglicher Gastgeber empfing er mit Pfarrer Martin Mätzler den Bischof Albert Rouet von Poitiers (F), der zum Hilariusfest 2000 nach Näfels ge-reist war und mit Bischof Amédée Grab, Chur, den Festgottesdienst zelebrierte. Ein Jahr darauf begleitete Kurt Scherrer eine Vierzigschaft zum Gegenbesuch in Poitiers.

 

In seiner Freizeit war er Ehrenmitglied des Samaritervereins Näfels, 20 Jahre SAC-Tourenleiter und in der SLRG Sektion Glarus ein eifriger Schwimmer. Ab 1961 engagierte er sich als Präsident der Gewerkschaft Christliches Verkehrspersonal Sektion Glarus, und sass auch der Christ-lichen Gewerkschaftsvereinigung des Kantons Glarus vor.

 

Kurt Scherrer war Mitglied der CSP (Christlich-soziale Partei). Diese löste sich nach dem Generationenwechsel im Vorstand auf. Exponenten wechselten zur GLP (Grünliberale Partei)

 

Trotz seiner entgegenkommenden Art vertrat er seine Standpunkte und die Interessen der Kirchgemeinde nachhaltig und mit Festigkeit.

 

 

Ein Stück Freundlichkeit und seine vorbildliche Bescheidenheit fehlen künftig im Rautidorf.                                                    Fridolin Osterhazy


Dienstag, 11. November 2025

 

Martinstag

 

"Martini"

 

Heute ist Sankt Martin, früherer Zinstag. Die Älpler kamen von den Alpen zurück, Viehmärkte fanden statt und am 11.11. war Zinstag. Mit lieber Post kommt aus dem Ausland (Ungarn) "Martinspost" in Form dreier Bilder:

 

100-Franken, in Kraft getreten am 14. Juni 1957


Geburtsort des Martin von Tours im ungarischen Szombathely, Brunnen

 

Text folgt

 

Martin von Tours, lateinisch Martinus (*um 316/317 in Savaria, römische Provinz Pannonia prima, heute Szombathely, Ungarn; † 8. November 397 in Candes bei Tours im heutigen Frankreich), war der dritte Bischof von Tours. In der Tradition der katholischen Kirche ist er einer der bekanntesten Heiligen. Er ist der erste, dem diese Würde nicht als Märtyrer, sondern als Bekenner zugespro-chen wurde. Er wird auch in den orthodoxen, anglikanischen und evangelischen Kirchen verehrt.

 

Leben 

Martinus wuchs als Sohn eines römischen Militärtribuns in Pannonien im heutigen Ungarn auf. Die Jugend verbrachte er in Pavia, der Heimat seines Vaters in Oberitalien, wo er erstmals mit dem Christentum in Berührung kam. Im Alter von zehn Jahren wurde er in die Gruppe der Katechumenen, der Taufbewerber, aufgenommen. Widerwillig beugte Martinus sich dem Gebot des Vaters und schlug eine Militärlaufbahn ein. Als Sohn eines römischen Offiziers war er nach den Bestimmungen Diokletians gesetzlich zum Militärdienst ve-r-pflichtet. Im Alter von 15 Jahren wurde er zur Leibwache des Kaisers Konstantin II. nach Mediolanum, das heutige Mailand, eingezogen, das zu der Zeit die Re-sidenz der Kaiser in der westlichen römischen Reichshälfte war.

 

Ab 334 war Martin als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens stationiert. Die Episode der Mantelteilung ist in dieser Zeit angesiedelt. Die Gar-disten trugen über dem Panzer die Chlamys, einen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war.

 

Martins Mantel ist in künstlerischen Darstellungen meist rot, obgleich die Quellen hierzu keine Angaben machen. Martin begegnete am Stadttor von Amiens einem unbekleideten Mann. Ausser seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. Das Pferd, von dem herab er in den künstlerischen Darstellungen sich dem Bettler zuwendet, fehlt in der ursprünglichen Fassung der Erzählung.[ Er teilte seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne von Mt 25,35–40 EU – „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ – erweist sich Martin hier als Jünger Jesu

Im Jahr 351 – also im Alter von 34 oder 35 Jahren – wurde Martinus von Bischof Hilarius von Poitiers getauft. Im Jahr 356 diente Martin unter dem späteren römischen Kaiser Julian im Kampf gegen die Alamannen. Julian zog ein Heer in der Civitas Vangionum (dem heutigen Worms) zusammen, um den anrückenden Germanen zu begegnen. Hier verweigerte Martinus die Teilnahme an der Schlacht mit dem Hinweis, er sei von nun an nicht mehr miles Caesaris, ein Soldat des römischen Kaisers, sondern miles Christi, Soldat Christi, und bat um Entlassung aus dem Armeedienst.

 

Er zog sich als Einsiedler auf die Insel Gallinara bei Alassio zurück. Bald aber folgten ihm viele Anhänger, sodass er dieses Leben wieder aufgab. Er reiste zu seiner Mutter nach Pannonien, die er zum christlichen Glauben bekehrte. Anschliessend begab er sich erneut nach Gallien. Dort errichtete er 361 in Ligugé das erste Kloster des Abendlandes, die Abtei de Ligugé, die später ihm geweiht wurde. Im Jahre 375 errichtete er in der Nähe von Tours das Kloster Marmoutier – monasterium maius. Bald lernte er Liborius, den Bischof von Le Mans, kennen. Mit ihm verband ihn eine lebenslange Freundschaft, und er spen-dete dem sterbenden Liborius im Juni 397 das Sakrament der Krankensalbung.

 

Er verkörperte als asketischer Mönch das spätantike Ideal eines Bischofs oder Priesters. Als Nothelfer und Wundertäter wurde Martin schnell in der gesamten Touraine bekannt. Im Jahr 370 oder 371 wurde er zum Bischof von Tours ge-weiht.

 

Er festigte die Christianisierung der Landbevölkerung durch die Zerstörung nicht-christlicher religiöser Stätten und die Errichtung von Kirchen und Klöstern, schreibt sein Biograph Sulpicius Severus in der Vita Sancti Martini: „Vor Martin gab es nur ganz wenige, eigentlich niemand, der in dieser Gegend den christli-chen Glauben angenommen hatte. Durch seine Tugenden und sein Glaubens-beispiel ist der Glaube in einem solchen Mass gewachsen, dass es heute keinen Ort gibt, der nicht voll ist von Kirchen und Klöstern. Denn überall dort, wo er heidnische Kultstätten zerstörte, baute er Gotteshäuser und Klöster.“

 

Als Martin in Augusta Treverorum (heute Trier) weilte, klagten die Gegner des häretischen Bischofs Priscillian von Ávila diesen in Trier bei Kaiser Magnus Maximus an. Auf Betreiben Martins beendete Maximus den Prozess, liess ihn aber nach der Abreise Martins aus Trier wieder aufnehmen und Priscillian 385 zum Tode verurteilen. Als Martin von der Hinrichtung erfuhr, protestierte er bei Kaiser Maximus ebenso wie Ambrosius von Mailand und Siricius von Rom scharf gegen dieses Vorgehen.

 

Als Martin 386 nach Trier kam, um sich bei Maximus für zwei Anhänger des 383 getöteten Kaisers Gratian einzusetzen, verweigerte er den Bischöfen um Itha-cius, die die Verurteilung Priscillians betrieben oder gebilligt hatten, die eucha-ristische Gemeinschaft. Auf Drohungen des Kaisers, sowohl mit der Verfolgung der priscillianischen Gruppen als auch rechtgläubiger, mit Martin verbundener asketischer Gruppen zu beginnen, liess Martin sich bewegen, die eucharistische Gemeinschaft mit den beteiligten Bischöfen zumindest während der Bischofs-weihe des Trierer Bischofs Felix wieder aufzunehmen.

 

Am 8. November 397 (oder 11. November 402) starb Martin im Alter von 81 Jahren auf einer Visite in Candes, einer Stadt seines Bistums. Er wurde am 11. November in Tours unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt. Am Sterbebett wird ihm der Satz zugeschrieben: mortem non timeo, vivere autem non recuso (den Tod fürchte ich nicht, weiter zu leben lehne ich aber nicht ab).

 

Hagiographische Überlieferung

 

 

Martins Biograph, Sulpicius Severus, kannte ihn persönlich und begann die Niederschrift seiner Vita Sancti Martini bereits zu Lebzeiten Martins. Eine spä-tere Vita stammt von Paulinus von Périgueux, niedergeschrieben etwa sechzig Jahre nach Martins Tod.

 

Sulpicius schreibt Martin Wundertätigkeit zu, beispielsweise Totenerweckun-gen, die Martin bewirkte, indem er sich über einen Verstorbenen legte und betete. Eine weitere Überlieferung besagt, dass Martin im Jahr 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden sollte. Martin, der sich des Amtes unwürdig empfand, habe sich in einem Gänsestall versteckt. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten aber seine Anwesenheit, und er musste das Bischofsamt annehmen. Davon leite sich auch der Brauch ab, am Fest des Heiligen eine Martinsgans zuzubereiten.

 

Die Legende der Martinsmesse, die beispielsweise im Klarenaltar des Kölner Doms dargestellt ist, besagt, dass Martin, nachdem er seinen Rock einem Armen gab und der für ihn auf dem Markt neu gekaufte zu kurze Ärmel hatte, von Engeln während der Messe prächtig gekleidet wurde und ein Lichtstrahl vom Himmel auf ihn herabkam.]

 

Verehrung

 

 

Sulpicius Severus, ein Weggefährte Martins, verfasste um 395 die massgebliche Vita über den Heiligen, welche erstmals 1466 ins Deutsche übersetzt wurde. Diese Lebensbeschreibung diente im Frühmittelalter im Bereich der fränkischen Reichskirche und darüber hinaus auch in der Westkirche als eine Vorlage für Hei-ligenviten. Dies ist dem Umstand zu verdanken, dass Martin eines natür-lichen Todes starb, also kein Märtyrer, sondern ein Bekenner war, und seine Lebensbeschreibung ein Beispiel für ein vorbildhaftes Leben gab.

 

Der Martinskult ist erstmals um 400 in Ligugé dokumentiert. Etwa gleichzeitig beginnt auch die Ikonographie des Heiligen mit dem Martinszyklus im Kloster Primuliacum. Nach 450 wurde Martins Grab, und hier besonders sein Mantel (lateinisch cappa), zum Pilgerziel.

 

Ein wichtiger Förderer der frühmittelalterlichen Martinsverehrung war Gregor von Tours, Nachfolger auf dem Bischofssitz von Tours. Er verfasste vier Bücher über die Wunder des heiligen Martin und schildert auch in seiner Ge-schichte des Frankenreiches die Biographie des Heiligen. Der Frankenkönig Chlodwig erhob Martin zum Reichsheiligen der fränkisch-merowingischen Könige; Martins Mantel wurde zur Reichsreliquie . Aufbewahrt wurde sie häufig in kleineren, als Kirchenraum dienenden Räumlichkeiten, die danach auch als „Kapellen“ bezeichnet wurden. Die die Cappa begleitenden Geistlichen, die Ka-pellane, nahmen, da sie lesen und schreiben konnten, neben ihren seelsorge-rischen Pflichten auch das Amt der Hof- und Urkundenschreiber wahr. Daraus erklärt sich auch der Name Hofkapelle für die königliche Kanzlei des Franken-reiches.

 

Nachdem die Grabstätte des Heiligen im Zuge der Französischen Revolution verwüstet worden war, erfuhr die Martinsverehrung im Frankreich des 19. Jahrhunderts eine neue Blüte, die vor allem durch antirepublikanische Strö-mungen im Katholizismus dieser Zeit geprägt waren. Joseph Hippolyte Guibert, Bischof von Tours (1857–1871), förderte die Verehrung des Heiligen und beauftragte 1860, nachdem bei Bauarbeiten die Grablege des Heiligen wieder-entdeckt worden war, den Architekten Victor Laloux mit dem Bau einer neuen Basilika an dieser Stelle.

 

Martin ist der Schutzpatron Frankreichs und der Slowakei. Er wird als Lan-despatron des Burgenlandes und als Patron der Stadt Mainz, des Eichsfelds sowie als Patron des Mainzer Doms verehrt. Ebenso ziert er das Wappen vieler Orte. Er ist zudem Namensgeber und Schutzpatron des St.-Martin-Ordens, einer international tätigen Hilfsorganisation. Auf ihn beruft sich auch die Priestergemeinschaft Sankt Martin, die 1976 in Genua als Zusammen-schluss katholischer Priester gegründet worden ist.

 

Aufgrund seiner Vita ist der heilige Martin Schutzheiliger der Reisenden und der Armen und Bettler sowie der Reiter, im weiteren Sinne auch der Flüchtlinge, Gefangenen, Abstinenzler und der Soldaten.

 

Um 480 legte Perpetuus, der dritte Nachfolger Martins als Bischof von Tours, den Gedenktag des hl. Martin auf den Tag seiner Beisetzung, den 11. November. Am folgenden Tag begann der Advent, der wie die Fastenzeit 40 Tage dauerte. Damit war für die adventliche Buss- und Fastenzeit, die fortan auch Martinsquadragese genannt wurde, ein einprägsamer Beginn gesetzt.

 

Baugeschichte von Kirche und Kloster

 

Eine kurzgefasste Baugeschichte gibt Sedlmayr. Er erwähnt die erste Kapelle über dem Grab Martins (um 400), die erste Kirche um 470, den Besuch Chlodwigs am Grab bei seinem Übergang zum Christentum 498, worauf die Kirche zum Nationalheiligtum der Franken wurde. Im 8. Jh. wurde das Kloster benediktinisch, und am Anfang des 9. Jh. ein weltliches Stift. Hier blühte das Skriptorium von Alkuin, wo die Alkuin-Bibeln bis zu den Normanneneinfällen um 850 hergestellt wurden. Um 997 bis 1003 wurde eine neue Kirche erbaut (Tours III) und 1014 geweiht, umgebaut zu Tours IV von 1050 bis um 1100 und zu einer frühgotischen Kirche um 1175 (Tours V).

In der Revolution wurde das Kloster 1793 nationalisiert und die Kirche als Militärstall gebraucht. Sie stürzte 1797 zum Teil ein und wurde um 1800 abgebrochen. Von 1887 bis 1922 entstand ein wesentlich kleinerer Neubau im neoromanischen Stil.

 

Namenstag 

Der Gedenktag des Heiligen fällt auf den 11. November (Martinstag), den Tag der Grablegung des hl. Martin. Zahlreiche Bauernregeln für diesen auch als Glückstag[17] geltenden Kalendertag, der nach dem Julianischen Kalender auf den Winteranfang am 10. November folgt, treffen Aussagen über die Witterungs-situation des kommenden Winters:

 

„Hat Martini einen weissen Bart, wird der Winter lang und hart.“

„Wenn an Martini Nebel sind, wird der Winter meist gelind.“

 

Auf den mittelalterlichen Freipfennigen setzte man den hl. Martin als notabene (= wohlgemerkt oder merke wohl) als Hinweis für die rechtzeitige Bezahlung des Freizinses auf die Münze: Sein Namenstag war der Beginn der Zahlungsfrist.

 

Brauchtum

Der Martinstag wird in vielen Gebieten mit Umzügen und anderem Brauchtum begangen. Da Martins Leichnam in einer Lichterprozession mit einem Boot nach Tours überführt wurde, feiern vor allem die Kindergärten ein „Laternenfest“ mit Laternelaufen. In Köln etwa gibt es im Jahr 2024 über 70 Martinszüge vor allem an Grundschulen und Kindertagesstätten. In der Deutschschweiz ist dieser Brauch als „Räbeliechtli-Umzug“ bekannt. In vielen Regionen Deutschlands gehen Kinder dem Heischebrauch des Martinssingens nach. Im Osten Österreichs und den benachbarten Teilen Ungarns und der Slowakei sowie in Südschweden wird am 11. November traditionell die Martinsgans als Fest-speise verzehrt. In Mittelfranken (Nürnberg und Umgebung) stellen Kinder am Vorabend Stiefel vor die Türe, die am Morgen mit Süssigkeiten gefüllt sind. In Ostschwaben (Bayern) und Augsburg war früher der Nussmärtl bekannt – an St. Martin wurden die Kinder mit Nüssen und Äpfeln beschenkt. In manchen Orten kommt der „Belzermäddl“ (in der Regel auf Bestellung der Eltern) auch in die Häuser, um Tadel und Lob über das Verhalten der Kinder auszusprechen und die Geschenke mitzubringen.

 

Da der Martinstag mit kirchlichen Festen und Umzügen verbunden war, war er in vielen Gegenden des Rheinlandes als Kirchmesstag ein Tag von ökono-mischer Bedeutung: Anfang November war das bäuerliche Wirtschaftsjahr endgültig zu Ende, Pachten und Zinsen wurden ausgezahlt und Verträge abge-schlossen, erneuert oder aufgelöst. Zahlreiche alte Urkunden bestimmen oft den Martinstag als Ziel- und Zahltag, das „Geschäftsjahr“ dauerte sozusagen von St. Martin zu St. Martin.

 

In evangelischen Gebieten verbindet sich der Martinsbrauch auch mit dem Ge-denken an Martin Luther, der am 11. November getauft wurde, etwa bei der Martinsfeier in Erfurt.

 

Attribute

Martin wird entweder als römischer Soldat auf dem Pferd dargestellt, während er seinen Schultermantel teilt, oder er wird als Bischof mit den ikonografischen Attributen Rad oder Gänse abgebildet.

 

 

Ortswappen von Flims

Im Wappen ist Martin von Tours eine gemeine Figur. Er ist einer der Heiligen, der in der Heraldik für die Religion in der Wappenkunst steht.

 

Seine Darstellung erfolgt als Reiter, mit Schwert einen Mantel zerteilend, vor ihm kniend der Bittende. Ein Heiligenschein um den Kopf erhöht die Wertigkeit des Reiters, wurde jedoch in Gebieten der Reformation häufig weggelassen.

 

Da Martin als Patron des Bistums Mainz gilt, finden sich auf dem Gebiet des Bistums und ehemaligen Erzbistums in Rheinland-Pfalz und Hessen gehäuft Orte mit Martinsdarstellungen im Wappen. Eine Auswahl von Wappen, in denen er dargestellt wird, befindet sich in der Liste der Wappen mit Martin von Tours.

 

 

Ortswappen von Zillis.

Der Martinusweg ist seit 2005 ein Teil des Kulturweges des Europarats und so dem Andenken des Heiligen gewidmet.

 

Mit etwa 1200 Streckenkilometern gehört der Martinusweg zu den längsten zusammenhängenden Pilger- und Fernwanderwegen in Deutschland.

 

 

Ortsnamen und Patrozinien

 

Sankt Martin

Saint-Martin, Saint Martin (französisch, englisch)

La Fontaine-Saint-Martin (französisch)

Fontaines-Saint-Martin (französisch)

San Martino (italienisch)

Sint Maarten (niederländisch)

Sveti Martin (kroatisch)

Szent Márton (ungarisch)

Priestergemeinschaft Sankt Martin

Martinskirche, Martinsdom

Martinsschule

Martinsdorf, Gemeinde Gaweinstal (Österreich)

Mattersburg im Burgenland, Österreich (auf Ungarisch Nagymarton)

Martinstein (Rheinland-Pfalz, Deutschland)

Mertesdorf (Rheinland-Pfalz, Deutschland)

Merten (Bornheim)

Diözese Rottenburg-Stuttgart und Rottenburger Dom St. Martin

Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Marttila (finnisch)

Martin (slowakisch)

Martinov, Stadt Ostrava (tschechisch)

 

 

Martin Heinzelmann: Martin von Tours. In: Reallexikon der Germanischen Alter-tumskunde (RGA). 2. Auflage. Band 19, Walter de Gruyter, Berlin/New York 2001, ISBN 3-11-017163-5, S. 365–369.

Dieter von der Nahmer: Martin von Tours, Bischof († 397). In: Lexikon des Mittelalters (LexMA). Band 6. Artemis & Winkler, München/Zürich 1993, ISBN 3-7608-8906-9, Sp. 344 f.

Hanns Christof Brennecke: Martin von Tours. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 5, Mohr-Siebeck, Tübingen 2002, Sp. 858–859.

Luce Pietri: Martin von Tours (316/317[336?]–397). In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 22, de Gruyter, Berlin / New York 1992, ISBN 3-11-013463-2, S. 194–196.

Jacques Fontaine: Martin, hl. In: Walter Kasper (Hrsg.): Lexikon für Theologie und Kirche. 3. Auflage. Band 6. Herder, Freiburg im Breisgau 1997, Sp. 1427–1428.

Adriaan Breukelaar: Martinus von Tours. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 5, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3, Sp. 949–955.

 

Biografien

Andreas Drouve: Der heilige Martin. Patron der Armen – Vorbild der Nächsten-liebe. Lahn-Verlag, Kevelaer 2011, ISBN 978-3-8367-0770-1.

Joachim Drumm (Hrsg.): Martin von Tours. Der Lebensbericht von Sulpicius Severus, Ostfildern 1997.

Jacques Fontaine: Vérité et fiction dans la chronologie de la Vita Martini. In: Studia Anselmiana 1961, S. 189–236.

Martin Happ: Alte und neue Bilder vom Heiligen Martin. Brauchtum und Gebrauch seit dem 19. Jahrhundert. Böhlau, Köln 2006, ISBN 3-412-05706-1.

Roman Mensing: Martin von Tours. Patmos, Düsseldorf 2004, ISBN 3-491-70380-8.

Régine Pernoud: Martin von Tours. Einer, der wußte, was recht ist – Biographie. Herder, Freiburg 1997 (übersetzt von Bernardin Schellenberger aus Original: Rencontre. Bayard & Centurion, Paris 1996).

Judith Rosen: Martin von Tours. Der barmherzige Heilige. Philipp von Zabern, Darmstadt 2016, ISBN 978-3-8053-5024-2.

Clare Stancliffe: St. Martin and his hagiographer. History and miracle in Sulpicius Severus, Oxford 1983.

 

Weblinks

Commons: Martin von Tours – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur von und über Martin von Tours im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Sulpicius Severus: Leben des hl. Bekennerbischofs Martinus von Tours (Vita sancti Martini) in der Bibliothek der Kirchenväter

Philipp Filtzinger: Martinus – Soldat und Christ. Universität Tübingen, 2015

 

Martin-Seite für Kinder vom Bonifatiuswerk

 

Einzelnachweise

Liturgische Konferenz für die Evangelische Kirche in Deutschland (Hrsg.): Perikopenbuch nach der Ordnung gottesdienstlicher Texte und Lieder. Mit Einführungstexten zu den Sonn- und Feiertagen. Luther-Verlag, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-7858-0741-5, S. 663–666. Online als PDF unter Agenden.Gottesdienstbuch.de.

Alexander Brüggemann: Der Mantel weht durch die Sprachgeschichte. domradio, 8. November 2022, abgerufen am 18. März 2025.

Manfred Becker-Huberti: Mantelteilung. Archiviert vom Original am 21. Juli 2015; abgerufen am 4. September 2017.

Hanns Christof Brennecke: Martin von Tours. In: Religion in Geschichte und Gegenwart (RGG). 4. Auflage. Band 5, Mohr-Siebeck, Tübingen 2002, Sp. 858–859.

Sulpicius Severus, Vita Sancti Martini, 13, 9; s. a. Manfred Clauss: Ein neuer Gott für die alte Welt. Die Geschichte des frühen Christentums, 2015, S. 395.

Josef Kremer: Studien zum frühen Christentum in Niedergermanien. Diss Bonn 1993, S. 117–123. Zur Widersprüchlichkeit der Angaben von Gregor von Tours vgl. auch Margarete Weidemann: Kulturgeschichte der Merowingerzeit nach den Werken Gregors von Tours, Teil I. Mainz 1982, S. 197.

Andreas Heinz: Bischof Martin von Tours und die Liturgie seiner Zeit. In: Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte. J. Thorbecke, 1999, ISBN 978-3-7995-6368-0, S. 65 (google.com).

Sartori: Martinsgans. In: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. De Gruyter, 1932, ISBN 978-3-11-172968-8, S. 739–936, doi:10.1515/9783111729688-005 (degruyter.com [abgerufen am 11. November 2024]).

Alte und neue Kunst. Wiener Kunstwissenschaftliche Blätter. 1954 (google.com [abgerufen am 11. November 2024]).

Sulpicius Severus: Vita Sancti Martini / Das Leben des Heiligen Martin. Übersetzt von Gerlinde Huber-Rebenich. Reclam, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-15-018780-7; Werner Williams-Krapp: Martin von Tours. Deutsche Prosalegenden. In: Verfasserlexikon. 2. Auflage. Band 6, Sp. 157 f.

Albert K. Hömberg: Westfälische Landesgeschichte. Mehren & Hobbeling, Münster 1967, S. 46.

M. Wehrmann: Der Namenspatron: St. Martin v. Tours. St.-Martin-Orden, 12. Februar 2013, archiviert vom Original am 12. Februar 2013; abgerufen am 4. September 2017 (Der Text beruht zum Teil auf diesem Wikipedia-Artikel. Der Autor arbeitet auch in der Wikipedia mit.).

Gemeinschaft Sankt Martin. Abgerufen am 11. November 2024 (deutsch).

Wolfgang Schallenhofer: Schutzheilige Schutzpatrone Nothelfer – Lexikon. kirchenweb.at, 10. Dezember 2010, abgerufen am 4. September 2017.

Hermann Kirchhoff: Christliches Brauchtum. Feste und Bräuche im Jahreskreis. Kösel, München 1995, ISBN 3-466-36416-7, S. 18. Hans Sedlmayr: Saint-Martin de Tours im elften Jahrhundert. München 1970, 40 S., ill., 12 Tafeln (Abhandlungen, Bayerische Akademie der Wissenschaften, philosophisch-historische Klasse, neue Folge, 69).

Helmut Hiller: Lexikon des Aberglaubens. Süddeutscher Verlag, München 1986, ISBN 978-3-7991-6332-3, S. 80.

Carl Christoph Schmieder: Handwörterbuch der gesamten Münzkunde. (1811), S. 183

Martinszüge in Köln-Mülheim | koeln.de. Abgerufen am 10. November 2024.

Martinstag als Zahltag. In: agrarheute.com. Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH, 7. November 2006, archiviert vom Original am 20. Dezember 2014; abgerufen am 4. September 2017.

Brauchtum zu St. Martin. Weihnachts-Zeiten, 2014, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 4. September 2017.

Johann Carl von Fichard: Frankfurtisches Archiv für Altere Deutsche Literatur und Geschichte. Gebhard und Körber, Frankfurt, 1811, S. 369 (Beispiel eines Schuldvertrages von 1380, zahlbar zu St. Martin; Ansicht via Google Books).

The Saint Martin of Tours Route. (Memento vom 12. Juli 2017 im Internet Archive) European Institute of Cultural Routes / Cultural Routes of the Council of Europe, 8. Februar 2016, abgerufen am 4. September 2017 (englisch).

Vorgänger  Amt  Nachfolger Litorius Bischof von Tours 371–397   Brictius

Normdaten (Person): GND: 118578308 (lobid, GND Explorer, OGND) | LCCN: n50080635 | VIAF: 73825464 | Wikipedia-Personensuche

Kategorien: Martin von Tours, Bischof von Tours, Heiliger (4. Jahrhundert) Person des evangelischen Namenkalenders, Bischof (4. Jahrhundert) Bekenner Gallische Kirche Gemeinschaft Sankt Martin, geboren im 4. Jahrhundert, gestor-ben 397, Mann Militärheiliger 

 

 

Ds Martini Sümmerli

 

Di letschtä Tääg sind würggli gschänggt,

so schüü und au so klaar;

es häisst ja dä, wer hett daas tänggt,

mäindsch fascht äs sig nüd wahr.

 

All Bäärgä gänd ä herrlis Bild,

gseesch alles ä so gnau;

und d Namitääg sind warm und mild,

dr Himel gläärig blau.

 

Das sind etz ebä gschänggti Tääg,

und choschtä tuänd-si nüüt!

Asoo bliibsch Mändsch und ä nuch zwääg,

 

                       ja-woll, ihr liäbä Lüüt!     

                  

  -y.


Sonntag, 9. November 2025

 

Ein historisches Datum

 

Weihetag der Laterankirche in Rom

 

"Mutter aller Kirchen"

 

Die Lateranbasilika war einst die wichtigste päpstliche Residenz Roms und ist die älteste Basilika Roms. Ihr historischer und religiöser Status hat dieser bedeu-tenden Basilika den Namen „Erzbasilika“ eingebracht – ein Titel, den die katho-lische Kirche nur sehr wenigen Basiliken verleiht. 

 

Was ist die Lateranbasilika?

Während Rom vier grosse Basiliken beherbergt, darunter St. Peter, St. Paul vor den Mauern und St. Maria Maggiore, wird die St. Johannes Laterankirche in Rom oft als „Mutter aller Basiliken“ bezeichnet. Als Erzbasilika ist sie auch die Papstkirche, was ihr eine einzigartige Bedeutung verleiht. 

 

Das Wort „Laterano“ (oder „Lateranense“ im lateinischen Original) im Namen der Basilika bezieht sich auf ihre Lage in der Stadt Rom, da sie im Lateranviertel zu finden ist.

 

Diese historisch bedeutsame Gegend, heute das geschäftige Viertel San Gio-vanni, wird oft eng mit der antiken Römerzeit und der Lateranbasilika des Heiligen Johannes in Verbindung gebracht, wobei der Name „Lateran“ Bilder von der weitreichenden Autorität des Papsttums heraufbeschwört.

 

Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass es sich um eine Hommage an die Familie Laterani handelt, der das Land gehörte, auf dem St. Johannes in Laterano zum Zeitpunkt seiner Errichtung errichtet wurde. 

 

St. Johannes in Laterano gilt nicht nur als die bedeutendste Basilika des We-stens, sondern auch als die älteste. Natürlich gibt es viel über seine einzigartige Geschichte, Architektur und seinen Status zu sagen.

Hauptfassade der Lateran Basilika (Quelle Wikipedia)

Es gibt eine Schatzkammer sowie einen äusserst sehenswerten Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert. Bis ins Jahr 1870 hinein thronten hier die Päpste. Noch heute wird die päpstliche Messe am Gründonnerstag in der Basilika San Giovanni in Laterano gelesen.

 

Was viele Besucher der Basilika zunächst nicht wissen, ist der Fakt, dass die Lateranbasilika bis in das 15. Jahrhundert hinein der Sitz der Päpste war. Erst mit dem Umzug der Päpste in die Vatikanstadt verlor die Kirche etwas an Bedeutung.

Aus Anlass der heutigen Weihetages der Lateran Basilika, ist hier die Predigt des neuen Papstes Leo XIV. zum heutigen Lateransonntag eingerückt:

Papst Leo XiV. (Quelle Rdio Vaaikan)

 

Liebe Brüder und Schwestern,

 

heute feiern wir das Hochfest de r Weihe der Lateranbasilika – dieser Basilika, der Kathedrale von Rom –, die im 4. Jahrhundert durch Papst Silvester I. erfolgte. Der Bau wurde auf Wunsch von Kaiser Konstantin ausgeführt, nachdem er den Christen im Jahr 313 gewährt hatte, frei ihren Glauben beken-nen und Gottesdienste feiern zu können.

 

Wir gedenken dieses Ereignisses bis heute: Warum? Gewiss, um mit Freude und Dankbarkeit an ein für das Leben der Kirche sehr wichtiges historisches Ereignis zu erinnern, aber nicht nur.

Diese Basilika, die „Mutter aller Kirchen”, ist nämlich viel mehr als ein Denkmal und eine geschichtliche Erinnerung: Sie ist »Zeichen der lebendigen Kirche, er-baut mit ausgewählten und kostbaren Steinen in Christus Jesus, dem Eckstein (vgl. 1 Petr 2,4-5)« (Benedizione degli oli e Dedicazione della chiesa e dell’altare, Einleitung), und als solche erinnert sie uns daran, dass auch wir »in diesen Bau […] schon auf Erden als lebendige Steine eingefügt [werden] (vgl. 1 Petr 2,5)« (Zweites Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. Lumen gentium, 6).

 

Aus diesem Grund entstand in der christlichen Gemeinschaft, wie der heilige Paul VI. bemerkte, sehr bald der Brauch, »den Namen Kirche, der Versammlung der Gläubigen bedeutet, für das Gotteshaus zu verwenden, in dem sie sich versammeln« (Angelus, 9. November 1969). Es ist die kirchliche Gemeinschaft, »die Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen, die im Lateran ihre sehr stabile und offenkundige äussere Struktur bezeugt« (ebd.). Lasst uns daher, mit Hilfe des Wortes Gottes, über unser Kirche-Sein nachdenken, indem wir dieses Gebäude betrachten.

 

Zunächst einmal könnten wir an die Fundamente denken. Ihre Bedeutung ist offensichtlich, in gewisser Weise sogar beunruhigend. Hätten diejenigen, die sie errichtet haben, nicht tief gegraben, bis sie einen ausreichend soliden Untergrund fanden, auf dem sie alles andere errichten konnten, wäre das gesamte Bauwerk längst eingestürzt oder würde jeden Moment einzustürzen drohen, so dass auch wir, die wir uns hier aufhalten, uns in ernsthafter Gefahr befänden. Glücklicher-weise haben diejenigen, die uns vorausgegangen sind, dieser Kathedrale jedoch ein solides Fundament gegeben, indem sie mit viel Mühe tief gruben, bevor sie mit dem Bau der Mauern begannen, die uns heute umgeben, und das beruhigt uns doch sehr.

 

Es regt uns aber auch zum Nachdenken an. Bevor wir, die wir in der lebendigen Kirche tätig sind, imposante Bauwerke errichten können, müssen wir nämlich ebenfalls in uns selbst und um uns herum graben, um jegliches nicht tragfähige Material zu beseitigen, das uns daran hindern könnte, den blossen Felsen Christi zu erreichen (vgl. Mt 7,24-27). Der heilige Paulus spricht in der zweiten Lesung ausdrücklich davon, wenn er sagt: »Einen anderen Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist: Jesus Christus« (3,11). Und dies bedeutet, beständig zu ihm und seinem Evangelium zurückzukehren und uns dem Wirken des Heiligen Geistes zu öffnen. Andernfalls bestünde die Gefahr, dass wir ein Gebäude, des-sen Fundamente schwach sind, mit schweren Strukturen zu überladen.

 

Deshalb sollten wir, liebe Brüder und Schwestern, bei unserer engagierten Arbeit im Dienst des Reiches Gottes nicht voreilig und oberflächlich vorgehen: Lasst uns tief graben, unabhängig von den Massstäben der Welt, die allzu oft un-verzügliche Ergebnisse fordert, weil sie die Weisheit des Abwartens nicht kennt. Die tausendjährige Geschichte der Kirche lehrt uns, dass nur mit Demut und Geduld sowie mit Gottes Hilfe eine echte Glaubensgemeinschaft aufgebaut wer-den kann, die in der Lage ist, Nächstenliebe zu vermitteln, die Mission zu fördern und jenes apostolische Lehramt zu verkünden, zu feiern und zu unterstützen, das seinen ersten Sitz in diesem Gotteshaus hat (vgl. Paul VI., Angelus, 9. November 1969).

 

In diesem Zusammenhang ist die Szene aus dem Evangelium erhellend, die ge-rade verkündet worden ist (Lk 19,1-10): Zachäus, ein reicher und einflussreicher Mann, verspürt das Bedürfnis, Jesus zu begegnen. Er erkennt jedoch, dass er zu klein ist, um ihn sehen zu können, so dass er auf einen Baum steigt, was für eine Person seines Ranges ein ungewöhnliches und unpassendes Gebaren darstellt, ist er es doch gewohnt, am Zollhaus alles, was er haben will, als fälligen Tribut auf einem Tablett serviert zu bekommen. Hier ist der Weg hingegen länger, und für Zachäus bedeutet das Hinaufklettern zwischen den Ästen, seine eigenen Grenzen zu erkennen und die hinderlichen Hemmnisse seines Stolzes zu über-winden. Auf diese Weise kann er Jesus begegnen, der zu ihm sagt: „Heute muss ich in deinem Haus bleiben“ (vgl. V. 5). Von da, von jener Begegnung an, beginnt für ihn ein neues Leben (vgl. V. 8).

 

Jesus verwandelt uns und ruft uns dazu auf, auf der grossen Baustelle Gottes zu arbeiten, indem er uns kunstvoll nach seinen Heilsplänen formt. In den letzten Jahren wurde das Bild der „Baustelle” häufig verwendet, um unseren kirchlichen Weg zu beschreiben. Es ist ein schönes Bild, das von Aktivität, Kreativität und Engagement spricht, aber auch von Anstrengung und von zu lösenden Pro-blemen, die manchmal komplex sind. Es drückt die tatsächliche, handfeste Anstrengung aus, mit der unsere Gemeinschaften jeden Tag wachsen, indem sie ihre Charismen teilen und sich von den Hirten leiten lassen. Insbesondere die Kirche von Rom bezeugt dies in dieser Phase der Umsetzung der Synode, in der das, was in jahrelanger Arbeit gewachsen ist, mittels Abgleich und Überprüfung umgesetzt werden will. Dies ist ein beschwerlicher Weg, aber wir brauchen uns nicht entmutigen zu lassen. Es ist vielmehr gut, mit Zuversicht weiterzuarbeiten, um gemeinsam zu wachsen.

 

In der Geschichte des majestätischen Bauwerks, in dem wir uns befinden, gab es nicht wenige kritische Momente, Unterbrechungen und Anpassungen der Pläne während der Bauarbeiten. Dennoch können wir uns dank der Beharrlichkeit derer, die uns vorausgegangen sind, an diesem wunderbaren Ort versammeln. In Rom wächst etwas Grosses heran, wenn auch unter grossen Anstrengungen. Lassen wir uns nicht von der Mühe davon abhalten, dies zu erkennen und zu feiern, so dass wir unseren Eifer erhalten und erneuern können. Im Übrigen formt die gelebte Nächstenliebe auch unser Antlitz als Kirche, damit für alle immer deutlicher wird, dass sie „Mutter“ ist, „Mutter aller Kirchen“ oder auch „Mama“, wie Johannes Paul II. in seiner Ansprache an die Kinder an eben diesem Festtag sagte (vgl. Ansprache zum Weihetag der Basilika Sankt Johannes im Lateran, 9. November 1986).

 

Zum Schluss möchte ich noch auf einen wesentlichen Aspekt der Funktion einer Kathedrale eingehen: die Liturgie. Sie ist »der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt« (Zweites Vatikanisches Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, 10). I

 

In ihr finden wir alle Themen wieder, die wir erwähnt haben: Wir werden als Gottes Tempel, als seine Wohnung im Heiligen Geist erbaut und erhalten die Kraft, Christus in der Welt zu verkünden (vgl. ebd., 2). Sie muss am Ort des Stuhls Petri daher so gepflegt werden, dass sie dem ganzen Volk Gottes als Vorbild dienen kann, unter Beachtung der Normen, unter Rücksichtnahme auf die unterschiedlichen Sensibilitäten derer, die daran teilnehmen, gemäss dem Prinzip einer weisen Inkulturation (vgl. ebd., 37-38) und zugleich in Treue zu jenem Stil feierlicher Nüchternheit, die für die römische Tradition typisch ist und den Seelen derjenigen, die tätig daran teilnehmen, so gut tun kann (ebd., 14). Dabei soll darauf geachtet werden, dass die schlichte Schönheit der Riten die Bedeutung des Kultes für das harmonische Wachstum des gesamten Leibes des Herrn zum Ausdruck bringt. Der heilige Augustinus sagte, dass »jene Schönheit nichts anderes als Liebe ist, und Liebe nichts anderes als Leben« (Sermo 365, 1). Die Liturgie ist ein Ort, an dem sich diese Wahrheit in herausragender Weise verwirklicht; und ich wünsche mir, dass diejenigen, die zum Altar der Kathedrale von Rom treten, erfüllt von jener Gnade, mit der der Herr die Welt durchfluten möchte, dann wieder aufbrechen können (vgl. Ez 47,1-2.8-9.12).


Freitag, 7.November 2025

Aus der heutigen Ausgabe der Zuger Zeitung.

 

Pfarrer Kurt Vogt war vorher in Näfels, wirkte sehr eindrucksvoll, schuf eine Homepage und Gottesdienstübertragungen, gab ein Kinderbuch über die Kirche von Näfels heraus und war ein "Turbopfarrer", der viel in Bewegung setzte. Er liess sich aber von der Kirchgemeinde nicht als Pfarrer definitiv wählen, weil er unter der "mangelnden Zusammenarbeit mit den Kirchenbehörden" litt. Mit grossem Bedauern mussten wir ihn ziehen lassen.

 

Bei einem Besuch einer Sagenausstellung im Mythen Zentrum, wo auch Näfelser Sagen präsentiert wurden und bei Pfarrer Kurt Vogt in Schwyz, kamen wir in den Genuss seiner vorzüglichen Führung in der Schwyzer Martinskirche. Bei dieser Begegnung waren rund 40 Personen aus Näfels dabei. In Näfels hinterliess Pfr. Vogt viele Spuren und beste Eindrücke.

Zufälligerweise kann er am heutigen Tag seinen Geburtstag feiern, wozu wir ihm das Allerbeste und unsern herzlichen Dank und liebe Erinnerungen und alles Gute für die Zukunft wünschen.


Mittwoch, 5. November 2025

 

Aller Aebte Jahrzeit in St. Gallen

 

Mit dem neuen Bischof Beat Grögli und dem emeritierten Bischof Markus Büchel

 

Heute Mitwoch, dem 5. November 2025 fand das traditionelle Aebte-Jarzet in der Stiftkathedrale St. Gallen statt. Hauptzelebrant war der neue Bischof Beat Grögli mit dem Ordinariat und dem emeritierten Bischof Markus Büchel statt. Wie immer hochfeierlich, mit einem hervorragenden Organisten und im Beisein der Flade-Knabensekundarschule. Mit von der Partie war auch der Administrationsrat des Katholischen Kantonsteils St. Gallen und viel Volk.

 

Die "Aller Aebte Jahrzeit" ist durch den letzten St. Galler Abt Pankraz Vorster gestiftet worden, nicht nur in St. Gallen, sondern in insgesamt 20 katholischen "Hauptorten". Näfels als optionaler "Hauptort" eines glarnerischen katholischen Kantonsteils wurde ebenfalls berücksichtigt. Der Vorgänger von Abt Pankraz, Abt Beda Angehrn, stiftete den Hochalter für die Näfelser Kirche.

Auch in Näfels wird das Aebtejahrzet im Oktober gefeiert. Bischof Markus war in Näfels als Hauptzelebrant und Festprediger in den Jahren 2011 und 2021 eingeladen. 

Wappen des neuen Bischofs Beat Grögli

Einzug der beiden Bischöfe mit dem Ordinariat in Othmarskappe zu den drei letztbestatteten Äbten zum Gedenken.

Aebtejahrzet 2025

Einzug Bischof Beat Grögli ins heutige Hochamt

Bischof Beat Grögli (zivil) frohgelaunt und verschmitzt beim Apéro nach dem feierlichen Hochamt.

Der emeritierte Bischof Markus Büchel mit der leiblichen Schwester Elisabeth.

Bischof Markus wird uns mit seinem Besuch am "Schnäggä-n-ässä" an Maria Empfängnis 8. Dez. 2025 m Franziskaner-Kloster Näfels beehren.

Bild: Wiedersehen am Apero des Aller Aebte Jahrzet 2025


Dienstag, 4. November 2025

 

Traumtag, aber im Hinblick auf die Novembertage...

 

Die Blätter fallen, fallen wie von weit, 

als welkten in den Himmeln ferne Gärten; 

sie fallen mit verneinender Gebärde. 

 

Und in den Nächten fällt die schwere Erde 

aus allen Sternen in die Einsamkeit. 

 

Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. 

Und sieh dir andre an: es ist in allen. 

 

Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen 

unendlich sanft in seinen Händen hält.

 

Rainer Maria Rilke (1875 - 1926), eigentlich René Karl Wilhelm Johann Josef Maria Rilke, österreichischer Erzähler und Lyriker; gilt als einer der bedeutendsten Dichter der literari-schen Moderne.

 

Quelle: Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Buch der Bilder, 1902, 1905.


Sonntag, 2. November 2025


Allerheiligen, jeweils 1. November

Bild: https://bistummainz.de/pastoralraum/gross-gerau-mitte/aktuell/nachrichten/m-article/Allerheiligen-Hochfest-fuer-alle-Heiligen/

Am 1. November feiern wir das Fest Allerheiligen. An diesem Tag wird nicht nur der offiziell heiliggesprochenen Frauen und Männer gedacht, sondern besonders auch jener Menschen, die im Verborgenen ihren Glauben gelebt und ihr Chri-stentum im Alltag verwirklicht haben, ohne dass ihre Lebensweise einer breiten Öffentlichkeit bekannt geworden ist.

 

Die Ursprünge dieses Festes reichen weit zurück: Bereits im vierten Jahr-hundert berichtete Johannes Chrysostomos von Antiochien von einem „Herren-tag aller Heiligen“. Papst Gregor IV. führte das Fest schliesslich um das Jahr 835 für die gesamte Kirche ein.

In Näfels werden an Allerheiligen alle im laufenden Jahr Verstorbenen verlesen, anschliessend Gräberbesuch.

 


Samstag, 1. November 2025 Allerheiligen

Fühnämuur bim Kärpf

Aufnahme 31. Oktober 2025 vom Wiggispark Nstal aus.

uss dr Sulzbodäziitig Dr ghülpet Bott 1982


Freitag, 31. Oktober 2025

 

Marienheim Einsiedeln

 

Wer kennt es nicht? Das Marienheim Einsiedeln, Endstation für viele Menzinger Schwestern. Es steht an prominenter Stelle schräg vis-à-vis des Klosters Einsie-deln an der Schmiedenstrasse 30. Gleich südlich des Hotel Dreikönigen und direkt am Grossen Klosterplatz, früher Adlermätteli.

 

Das Gebäude steht unter dem Schutz der Kant. Denkmalpflege, und der Kloster-platz als Ganzes steht unter Bundesdenkmalschutz. Das Haus wurde im 19. Jahrhundert auf den heutigen Bestand erweitert und hat seither, neben dem allgemeinen Gebäudeunterhalt, keine wesentlichen baulichen Tätigkeiten er-fahren.

Im Jahre 2007 hatten die Architekten die Aufgabe, das Gebäude den Ansprüchen und Bedürfnissen 25 betagter Schwestern anzupassen. Räume für Gebet, Meditation und Gemeinschaftsleben waren zu schaffen. Die privaten Zimmer der Schwestern sollten mit Bad und Dusche ausgestattet werden. Geschützte Terrassen sollten den Aufenthalt im Freien ermöglichen.

Umbauskizze des Architektenteams


Donnerstag. 30. Oktober 2025

Flyer Einladung

Wohl gegen 100 Personen hatten sich zu diesem Info-Abend zum Thema  "Audiovisuelles Kulturerbe im Kanton Glarus, Spurensuche im Bild und Ton" Unser Bild: Lea Fuhrer am Rednerpult, sitzend Ursula Bütschli, Landesarchiv Glarus und Lansdesarchivar Beat Mahler.

 

Vorstellung nationales Projekt

Cécile Vilas, Projektleiterin und Direktorin "Memoriav"

 

Vorstellung Kantonales Projekt 

Ursula Bütschli, Projektleiterin Landesarchiv Glarus

 

Audiovisualle Medien im Landesarchiv

Beat Mahler, Landesarchivar Kanton Glarus

 

Praktische Tipps für den Umgang mit Fotografien

Lea Fuhrer,  Foto und Projektkoordination Inventare Memoriav

 

Fragen

 

Im Anschluss wurde eine Apéro riche angeboten.

 

MEMORIAV ist Kompetenzstelle und Netzwerk für das audio-visuelle Erbe der Schweiz. Mit Beratung, Fördermassnahmen und Kampagnen sichert Memoriav Fotografien, Filme, Töne und Videos für heutige und kommende Generationen.

 

Siehe auch  

 

www.gl.ch/landesarchiv

 

und

www.memoriav.ch/de/inventare

 

Der Abend vermittelte die Wichtigkeit audiovisueller Quellen für die Gegenwart und Zukunft. Filmbeispiele aus dem Jahr 1923 und 1944 zeigten auf, welche Trouvaillen und Erinnerungsstücke längst Vergangenes hinüberretten und der Nachwelt erhalten bleiben.

 

Dieses Fachgebiet scheint ein Fass ohne Boden, dennoch zeigten die audiovisuellen Beispiele wie emotionell das Publikum reagierte.

Die Fragestunde wurde reichlich mir griffigen Fragen benutzt.

Der Leiter Kultur Dr. Fritz Rigendinger konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

 

Ein interessanter spannender Abend, der bei reichlichem Apéro und munteren Gesprächen ausklang.


Mittwoch, 29. Oktober 2025

Feierliche Aebtejahrzeit seit 1821 von Dorfpfarrer Gregor Barmet neu belebt. Acht Konzelebranten mit dem Dorfpfarrer versammelt am Altar: Pfr. Dr. Victor Buner, Amden, Pfr. Gebhard Jörger, Niederurnen, Diakon Winfried Weimert, Mollis, Pfr, Gregor Barmet, Näfels, Vikar Dr. Sebastian Thayyil, Näfels und sein indischer Mitbruder Josef, Domherr Hans Mathis, Mollis, Pfr. Placido Rebelo, Spitalpfarrer und Ausländerseelsorger, Glarus. Im Schiff: Pfr. Martin Mätzler und Pfr. Urs Casutt, Pfarresignate. Ivan an der Orgel und Claudius als Solosänger.

Lektoren: Hilfssigristin Mashanta und Katechet Marco Bächtiger.

  

Heute Aebtejahrzet in Näfels

 

Seit 1821 wird in Näfels das von Abt Pankraz Vorster gestiftete "Jarzet" für die St. Galler Äbte gefeiert. Sein Vorgänger Abt Beda Angehrn hatte beim Bau der zweiten Pfarrkirche den ochalar gespendet. Zweimal gelang es mir, den Bischof Markus Büchel zu bewegen, in Näfels der Aebtejahrzeit vorzustehen und die Festpredigt zu halten, 2011 und 2021.

Heute 08.30 Uhr Hilariuskirche, anschliessend Zmorgä im Hilarisaal der Kaplanei.

 

Und siehe da, welche Überraschung: acht Konzelebranten und zwei Pfarr-resignaten im Schiff, Ivan an der Orgel und der Kirchenchordirigent Claudius als Solosänger sorgten für ein feierliches Jarzet, eine Freude und ein Zeichen des Respekts.


Mittwoch, 29. Oktober 2025

 

Allerheiligen

 

Gedächtnis-Gottesdienst am Samstag, 1. November 2025 - 14 Uhr Hilariuskirche mit Gräberbesuch

 

Die in Näfels während des Jahres Verstorbenen:

 

Dario Sartori

Rita Lehmann-Kleinstein

Felix Rickenbach

Erwin Müller

Alois Marty

 

Urs Schweikert

Sofia Fischli-Zaramella

Edith Romer-Gallati

Berta Reding-Fischli

Zita Walser-Grünenfelder

 

Gunther Thalmann

Anna Maria Blatter-Noser

Anna Rosa Kamm

Anna Medick-Wertli

Josef Fischli

 

Helen Hauser

Ruth Padovan-Landolt

Maria Landolt-Fischli

Walter Hauser-Ebrok

Hermine Gallati-Hartreil

 

Flöry Schwitter

Josef Landolt

Peter Jud

Kaspar Vogel

Cäcilia Zita Diethelm-Stieger

 

Marie Bosshard-Birchmeier

Elisabeth Landolt-Landolt

Elisabeth Schwitter

Marie-Theres Hauser-Wickihalder

 

Alice Spruzina-Feldmann

Gina Fischli-Ziliani

Erika Kälin-Landolt

Luzia Fergg-Landolt

Grazia Corvaglia-Tarantino

 

Marino Scirocco

Moritz Menzi

Ambros Güntensperger

Gianni Cirocco

Werner Landolt Biago Russo

 

Hildegard Flepp-Leiser

Luise Stucki-Glantschnig

Marco Micheroli

Paul Schatt

 

Laura Müller-Bühler

Ernst Kühne-Schlegel

Erna Landolt-Noser

Melchior Fischli

 

Erich Mächler

Alice Koller-Hug

 

Pia Feldmann