Das
Bild
der
Woche
2025
West-Portal im Konstanzer Münster:
Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden, 1942-2021)
Freitag, 6. März 2026
Herzliche Gratulation allen Fridlenen zum Namenstag
Bild in der Wallfahrtskirche Mariazell bei Hechingen, um 1745
Fridolin und Ursus
...so begann das Land Glarus mit Fridolin
Dank der Erbschaft von Ursus kam das Land Glarus unter die Schirmherrschaft des Klosters Säckingen.
Diese bestand bis nach der Schlacht bei Näfels.
Heute verbindet uns seit 1988 die Partnerschaft mit Bad Säckingen.
Donnerstag, 5. März 2026
Morgen ist "Fridlistag"
Aus Anlass des zwar gesetzlich abgeschafften "Fridlistag" (1973) lebt der Fridolinskult weiter.
Thomas Berger von Radio Central strahlt morgen, 6. März 2025 um 8 Uhr 10 ein Spezialinterview zum Fridlistag aus. Er spricht mit dem Oberfridli des Fridlibundes und hat auch den jüngsten Fridolin im Visier. Fridolin Kamm, fünfte Generation Fridolin, "Bären" Netstal.
--> https://www.radiocentral.ch/podcasts/spannende-gaeste-im-gespraech-152508263
Thomas Berger, Radio Central, rechts, unmittelbar nach dem Intervew im Landgasthof Bahnhöfli Näfels
Ebenso strahlt Radio Grischa das Telefon-Intervew von Hanna Ambühl mit dem Oberfridli des Fridlibundes morgen zwischen 11 und 12 Uhr mittags aus.
Hanna Ambühl, Radio Grischa
Fridlibund des Kantons Glarus 1986 bis 2026
Donnerstag, 5. März 2026
Exklusivbericht an die Südostschweiz Glarus
40 Jahre Fridlibund
„Fridlistag“ bleibt, trotz Abschaffung
An der Landsgemeinde 1973 wurde der jeweils nur von den Katholiken gefeierte „Fridlistag“ am 6. März abgeschafft, aber „Allerheiligen“ als Feiertag eingeführt. Dieser Entscheid ist bemerkenswert, weil „Allerheiligen“ nur in den mehrheitlich katholischen Kantonen gilt. Die Glarner Reformierten verbanden künftig ihren Totensonntag damit. Das Verdienst der Reformierten ist auch, dass der Kanton Glarus als einziger Stand eine menschliche Person, und erst noch einen Heiligen im Wappen führt. Im „Fahrtsbrief“ ist Fridolin (mit Hilarius) als die „getrüwen lieben nothelfern“ bei der Schlacht bei Näfels genannt. Dieses Geschichts-bewusstsein hat offenbar die Reformation überlebt.
Ein halbes Jahrhundert ohne Fridlistag
Seit 53 Jahren ist also der Fridlistag aus dem Glarner Feiertagskalender gestrichen. Der „Fridlikult“ jedoch ist gelieben, Wohl älter als der Fridlistag sind die ursprünglich heidnischen „Fridlifüür“, die irgendwann „christianisiert“ wurden und in den letzten Jahrzehnen wieder vermehrt aufleben.
6. März 1986 – Gründung des Fridlitreffs, heute Fridlibund
Am „Fridlistag 1986“ gründete eine Hand voll Fridlenen in Näfels den „Fridlitreff“. 55 Fridlenen waren im „Freihof“ dabei. Seiher findet jeweils am 6.März ein heiter-fröhlicher „Fridlireff“ mit „Fridlischüblig“ und „Fridli-Weggen“ statt. Aus diesem Gedanken erwuchs die Gründung der Gemeindepartnerschaft mit Bad Säckingen, dem historischen Wirkungsort des heiligen Fridolin.
700 Glarnerinnen und Glarner bei der Proklamation
Nachdem am 1. März 1988 ein Kolibrizug der SBB auf „Näfels-Mollis“ getauft wurde, reiste am 6. März 1988 eine 700-köpfige Teilnehmerschaft nach Bad Säckingen zum grossen Fridolinsfest mit Pontifikalamt, Prozession und Empfang im Kursaal. Dort wurde vom Säckinger Bürgermeister und dem Näfelser Gemeindepräsidenten die Proklamation unterzeichnet.
Seither fanden ungezählte Austausche, Besuche und Gegenbesuche statt. Regelmässig nehmen Glarnerinnen und Glarner am Grossen Fridolinfest teil, ebenso sind Säckingische Gäste an der Näfelser Fahrt.
Erstmals fand kürzlich die erste Kunstausstellung eines Glarners in der Villa Berberich in Bad Säckingen statt.
Vor Jahren war die Vernissage der Diss “Vita Fridolini“ im Freulerpalast und eine Kunstausstellung im Tolderhaus., gegenseitig wurden Sommerfeste gefeiert.
In regelmässigen Abständigen reiste der Fridlibund in die Stadt am Hochrhein. Die „Fridolinskantate“ wurde im Fridlinsmünster uraufgeführt, In Näfels fand die Premiere des Orgelstücks „Vita Fridolini“ statt.
Der Fridlibund durfte 1997 die Lok „Glarus“ einweihen. Die Schaffung einer Fridolinstatue beim Autobahnzubringer wurde vom Fridlibund angestossen. 83 Fridlenen nahmen 2019 geschlossen an der Näfelser Fahrt teil.
Immer, wenn ein Fridolin getauft wird, kreuzt der Vorstand mit Urkunden und einem Startbatzen auf.
Leider findet das immer spärlicher statt, aber wir halten durch, solange noch Knaben als Namens-, Kirchen- und Landespatrone getauft werden..
Neueste Aktivität. Ein Autocar voll Fridlenen wird am Freitag, 6.3.2026 eine meterhohe Fridolinskerze ins Fridolinsmünster überbringen. Seit 2011 existiert ein selbständiger Verein „Freunde von Bad Säckingen“, präsidiert durch Peter Neumann.
Fridolin Osterhazy
Vordere Statue des Sankt Fridlli im Fridolinsmünster in Bad Säckingen brennt seit 2020 die vom Fridlibund gespendete etwas ein Meter grosse Kerze. Sie wird in diesem Jahr durch eine neue ersetzt werden.
Kommen Sie mit nach Bad Säckingen
Zehn Gratisplätze fürKurzentschlossene!
Fridlibus
Abfahrt: 13 Uhr. Turnhallenplatz Näfels
ca.14.30 Uhr Übergabe der Fridlikerze im Fridolinsmünster
ca. 15.30 FreierAusgang in Bad Säckingen
Rückfahrt ca. 18 Uhr
Ankunft Näfels ca. 19.30 Uhr
Äs hätt solang's hätt!
Anmeldungen bis Do 5. März 2026 20 Uhr
Telefon 055 612 35 13
oder
E-Mail: [email protected]
Ein Hoch auf die "Fridlisfüür"!
Die Südostschweiz Glarus berichtet morgen 5.3.26
Morgen brennen die Fridlisfüür wieder:
vier Tipps für den Fridolinstag
von Sara Good
Der Freitag, 6. März, steht im Zeichen des Landespatrons Fridolin. Ob mit Ländler oder Zigerhöräli: Wir haben vier Tipps in der Redaktion gesammelt, wie Sie den Fridolinstag feiern können.
Das Wetter ist schon frühlingshaft warm. Damit sich der Winter jetzt aber wirklich verzieht, zünden die Glarnerinnen und Glarner am Freitag im ganzen Kanton Fridlisfüür an. Eine alte Tradition, die zu Ehren des Landespatrons bis heute bewahrt wird. Wir haben vier Tipps herausgepickt. Eine Übersicht zu allen Fridlisfüür gibt es am Ende des Artikels.
Tipp 1, Näfels: gratis Fridli-Würste essen
Eine schöne Kulisse bietet das Fridlisfüür in Näfels: Es wird jeweils auf der Sagenwiese am Westhang von Näfels am Verlauf der Oberseestras-se entzündet. Als Highlight gibt es eine gratis Fridli-Wurst und einen Fridli-Weggä, die der Verkehrsverein Näfels aus der Vereinskasse finanziert. «Der Anlass ist für alle kostenfrei und soll ein Zusammenkommen der Dorfbevölkerung ermöglichen», schreibt der Präsident des Verkehrsvereins, Mark Hauser. Auch die Gemeinde Glarus Nord unterstüt-ze den Anlass mit einem Beitrag.
Das Fridlisfüür sei bei allen Altersgruppen beliebt, besonders aber bei Familien, ergänzt Cyrill Schwitter vom Verkehrsverein Näfels. «Es ist nicht nur jedes Mal ein eindrückliches Erlebnis, wenn man vor dem grossen Feuer steht, sondern bietet auch die Gelegenheit, gesell-schaftliche Werte zu leben und zu pflegen», so Schwitter.
Tipp 2, Engi: Das Fridlisfüür geniessen und Ländlermusik hören
In Engi trifft man sich am Freitagabend auf dem Sportplatz Wyden. Die IG Fridlisfüür Engi organisiert den Anlass. Dank der Festwirtschaft muss niemand hungrig und durstig bleiben: Es gibt Fleisch vom Grill, Pommes frites und Getränke. Um den traditionellen Anlass zu untermalen, gibt es Ländlermusik von Josy, Jonny und Thomas.
Der Anlass beginnt um 18 Uhr. Der Holzstoss wurde bereits von den Schulkindern der 3. bis 6. Klasse aufgestellt, wie IG-Mitglied Thomas Schuler erzählt. Die Kinder dürfen das Fridlisfüür am Freitagabend auch anzünden. Bei einem kleinen Feuer nebenan können die Kinder Schlangenbrot backen.
Tipp 3, Mitlödi: Hier kommt das Feuer ohne Böögg aus
Auch in Mitlödi über dem Schuttloch im Ennetlinth kann man ab 19 Uhr ein Fridlisfüür bestaunen. Die 5. und 6. Klässler schichten das Holz auf. Wie immer kommt das Fridlisfüür ohne Böögg aus, wie der Dorfverein in einer Mitteilung schreibt. Für die Jugendlichen und die «jung Gebliebenen» gibt es Getränke, Wurst und Brot. Der Dorfverein Mitlödi organisiert das Fridlisfüür, das von Sponsoren und Helferinnen unterstützt wird. Heinrich Speich vom Dorfverein ist gespannt, wie viele Leute am Freitagabend nach Mitlödi kommen. Bei schönem Wetter seien das rund 60 bis 80 Personen. Die Prognose sieht auf jeden Fall gut aus: Um 19 Uhr soll es noch milde 11 Grad haben.
Tipp 4, Netstal: So viel Zigerhöräli essen, wie man will
Auch imposant ist das Fridlisfüür auf dem Schlatt in Netstal. Vor oder nach dem Anlass kann man sich zum Beispiel im Café «Wiggis» stär-ken. Der Wirt Georg Bläsi bietet ab 17.30 Uhr Zigerhöräli à discrétion an. «Wir wollten etwas organisieren, aber zum Grillieren ist es vielleicht noch zu kalt», erzählt Bläsi. Deshalb habe er sich für den Klassiker Zigerhöräli entschieden. «Das passt gut», meint der Wirt.
Im Restaurant braucht er am Freitagabend wohl eine starke Nase. «Wir schmecken die Höräli aber fein ab», sagt Georg Bläsi und lacht. Für alle, die lieber etwas ohne Ziger essen möchten, gibt es noch Höräli mit Tomatensauce oder mit Gehacktem. Seinen Platz kann man unter Telefon 055 640 63 30 reservieren.
Die Fridlisfüür in der Übersicht
Die Veranstaltungen beginnen zwischen 18 und 19 Uhr.
«Es ist nicht nur jedes Mal ein eindrückliches Erlebnis, sondern bietet auch die Gelegenheit, gesellschaftliche Werte zu leben.»
Cyrill Schwitter Verkehrsverein Näfels
Die Fridlisfüür
Glarus Süd:
Linthal, hinterer Damm;
Rüti, Chefästein;
Betschwanden, Diesbachfall;
Hätzingen, alte Spinnerei;
Leuggelbach, Spielplatz;
Haslen, Chäppeliwald;
Nidfurn, Bünt;
Schwanden, Matt;
Schwändi, Deponie;
Sool, Trogsite;
Mitlödi, Schuttloch;
Engi, Spielplatz.
Glarus:
Netstal, Schlatt;
Glarus, Berglirain;
Ennenda, Ennetrösligen
Glarus Nord:
Niederurnen, ehemaliger Röhrenlagerplatz der Firma Swisspearl;
Näfels, Sagenwiese;
Oberurnen, Schulhaus Rauti.
Die Daten zu den Anlässen stellte Visit Glarnerland zur Verfügung. Die Veranstaltungen beginnen zwischen 18 und 19 Ushr. (red)
Dienstag, 3. März 2026
Fridolinsfest in Bad Säckingen ohne Glarner Prominenz wegen Wahlen
Am nächsen Sonntag, dem 8. März 2026, findet das traditionelle "Fridlini", das grosse Fridolinsfest in Bad Säckingen statt. Hauptzelebrannt ist der ehemalige Salzburger Erzabt Korbinian Birnbacher (*1967) .
Erzabt Korbinian Birnbacher (geboren 1967), Salzburg
Glarner Politprominenz abwesend wegen Wahlen
Da am 8. März 2026 Wahlsonntag ist, haben sich mehrere Glarner lokale und kantonale Politiker entschuldigen lassen:
So die Regierungsräte Thomas F. Tschudi, Dr. Markus Heer, Gemeinepräsident Fridolin Staub, Gemeinderat Bruno Gallati, der gleichzeitig Botschafter der Partnerstadt der Gemeinde Glarus Nord ist sowie die übrigen Gemeinderatsmitglieder.
Die Grussbotschaft beim Empfang im Kursaal wird Peter Neumann, alt Gemeinderat, als Präsident der "Freunde von Bad Säckingen" , die mit einer stattlichen Delegation teilnehmen, überbringen.
Fridlibund bringt am "Fridlistag" (Freitag, 6.3.2026) Kerze nach Säckingen
Bereits diesen Freitag.am ursprünglichen Fridlistag, reist ein "Fridlibus" (Armin Fischli, Aeschen) nach Bad Säckingen, um die bald niederge-brannte "Fridlikerze" zu ersetzen. Die etwa ein Meter grosse Kerze trägt das Bild des Schlachtbanners (Rathaussaal und Freulerpalast) und die Inschrift:
St. Fridolinsstatue im Fridolinsmünster in Bad Säckingen. Davor links die gestiftete Kerze der Stadt Neuenburg (am Rhein) und rechts die 2020 überbrach-te "Fridolinskerze" des Fridlibundes des Kantons Glarus.
Schlachtbanner mit Sankt Fridolin, Original im Bannersaal des Feulerpalastes, Bearbeitung im Lanratssaal Glarus.
«
"Der Fridlibund des Kantons Glarus
grüsst den Landes- und Namenspatron Sankt Fridli.
6. März 2020
nunmehr
6. März 2026"
Donnerstag, 26. Februar 2026
Aufgeschnappt!
Freiwilligenarbeit
Hans Heinrich Hefti, Kirchenrat
Editorial
Kantonale Nachrichten und Veranstaltungen
Aus dem kantonalen Kirchenrat
Liebe Leserin,
lieber Leser
Freiwillig dienen – gemeinsam wirken!
In einer Zeit, in der vieles auf Leistung, Gewinn und schnellen Erfolg ausgerichtet ist, bleibt Freiwilligenarbeit ein stilles, aber starkes Zeichen. Wer sich engagiert, schenkt das Kostbarste, was er besitzt: Zeit, Auf-merksamkeit und Herz. Ob im Besuchsdienst, in der Jugendarbeit, beim Adventsbazar, im Altersheim, im Chor oder beim Helfen im Hintergrund – Freiwillige tragen das Leben der Gemeinde und halten unsere Ge-meinschaft zusammen.
Ihr Einsatz ist mehr als praktische Unterstützung – er ist Ausdruck ge-lebter Nächstenliebe und sichtbarer Glaube in Aktion. Gerade in der Kirche zeigt sich: Glaube wird lebendig, wo er sich in Taten der Liebe zeigt. Dafür sind wir als Ge-meinschaft dankbar – für Menschen, die sich mit Hingabe und Freude einbringen.
Sie bringen Licht in den Alltag anderer, schenken Trost, Gemeinschaft und Hoff-nung und erfahren, dass Geben reicher macht als Nehmen.
Jede helfende Hand, jedes offene Ohr, jedes freundliche Wort zählt. Freiwilliges Engagement verändert nicht nur Strukturen, sondern Her-zen. Es stiftet Sinn, stärkt den Zusammenhalt und lässt uns spüren, dass wir einander brauchen.
Möge dieses Wirken wachsen – aus Freude am Geben, aus Liebe zum Nächsten und im Vertrauen darauf, dass Gott in unseren Handlungen wirkt und sie zum Segen werden lässt.
Kantonale Nachrichten und Veranstaltungen
Editorial
Aus dem kantonalen Kirchenrat
Hans Heinrich Hefti
Kirchenrat
Ressort Kirchliche Zusammenarbeit
aus:
Kirchenbote der Evangelisch-Reformierten Landeskirche des Kantons Glarus
reformiert-gl.ch | Nr. 12 / Dezember 2025 | 8750 Glarus |
Mittwoch, 25. Februar 2026
Bruno Gallati, Laudator.
Übers Wasser - Wirken des Heiligen Fridolin Gemäldestudien.
Nur ein Ausschnitt des zahlreich erschienenen Vernissagepublikums aus Bad Säckingen und aus Glarus Nord. An die 140 Personen sollen gekommen sein.
Ein Nachtrag
Übers Wasser - Wirken des heiligen Fridolin
Gemäldeausstellung von Mirko Slongo
sowie Ausstellung von Biggi Slongo
Laudatio von Gemeinderat Bruno Gallati*
Die Anfrage von Biggi und Mirko Slongo, ob ich an der Vernissage am 13. Feb-ruar 2026, um 18.00 Uhr in der Villa Berberich in Bad Säckingen eine Laudatio halten könne, beehrt mich sehr. Es ist dies offenbar das erste Mal, dass Per-sonen aus dem Glarnerland in Bad Säckingen eine Ausstellung durchführen und damit diese partnerschaftliche Verbindung auf eine weitere sehr würdige Art unterstreichen.
Mirko Slongo ist als Bereichsleiter Gesellschaft bei der Gemeinde Glarus Nord angestellt. In seinen Arbeitsbereich gehört auch operativ bzw. verwaltungsmässig die Partnerschaft Glarus Nord mit Bad Säckingen.
Zu meiner Person: Bruno Gallati, Gemeinderat von Glarus Nord, zuständig für das Ressort Bau und Umwelt und als willkommene Zugabe die politisch ver-antwortliche Person für die Pflege der Partnerschaft Glarus Nord mit Bad Säckin-gen. *(Bruno Gallati wurde seinerzeit von Martin Laupper, Gemeindeprä-ident als Botschafter der Partnerschaft berufen.)
«Übers Wasser» heisst der Titel dieser Ausstellung. Dabei denken wir nicht an die Bibelstelle, in welcher Jesus übers Wasser gekommen ist, um die Apostel im Sturm zu beruhigen, sondern wir merken, dass der Titel einen anderen Hin-er-grund aufweist.
Wie Mirko Slongo von sich erzählt, er sei als Migrantenkind in Netstal aufge-wachsen (Netstal ist das erste südliche Dorf nach Glarus Nord) und habe nach seiner Heimat gesucht, so will er auch erzählen, wie es dem Hl. Fridolin ergan-gen sein muss, welcher übers Meer aus Irland über Poitiers nach Bad Säckingen und ins Glarnerland gekommen ist. Ein Auswanderer oder ein Suchender? Oder war er auf der Suche nach dem Sinn des Lebens und seiner Lebensaufgabe? Was wir nur erahnen können. Planlos? Viel Ungewisses? Weder hier noch dort beheimatet?
Als Wanderer hat der Hl. Fridolin viele Hindernisse überwinden müssen. Seien es Gewässer, Steine, Berge und vieles mehr. Dies kommt auch in den Bildern zum Vorschein. Teilweise sind die Konturen unklar, verschwommen, aber es lässt er-ahnen…
Als Symbol für den Weg, welchen Fridolin ins Ungewisse gewagt hat, habe ich als Symbol einen Stein mitgebracht. Ein Wanderer geht über Stock und Stein, er sucht den Weg oder er kommt übers Wasser.
Aber was ist ein Wanderer, respektive ein Suchender ohne Licht? Das Licht oder die Helligkeit hilft den Weg zu finden. Dieses Lichtvolle finden wir auch in den Bildern des Erstellers. Mirko Slongo hat auf seinem Lebensweg viele Schatten-seiten erfahren als «keiner von hier, aber auch keiner mehr von seinem Her-kunftsort». Doch er hat im Leben seinen Platz gefunden. Sei es im Beruf aber auch im Familiären Bereich. Als Symbol habe ich hier eine Laterne mitgebracht. Nur ein kleiner Funke reicht, um die Dunkelheit zu vertreiben. So wird der Weg klarer oder bildlich gesprochen, man wird «erleuchtet». Das ungewisse, erhält eine Klarheit, welche die Realität, in der wir sind, widerspiegelt. Betrachten sie die Bilder unter diesem Aspekt.
Als drittes: Wenn ein Wanderer, resp. ein Suchender unterwegs ist, hat er immer einen Beutel oder eine Tasche dabei für die persönlichen und wichtigen Gegen-stände. Ein Stück Brot kann zum Beispiel darin sein. Brot nährt, ernährt und ist ein stärkendes Lebenselixier. Zusammen mit Wasser für unser Leben essenziell. Ohne Nahrung fehlt die Kraft und die Energie. Ohne Kraft und Energie können wir auch keine Wirkung erzielen. Die Gefahr auf der Strecke zu bleiben, ist dann gross. Dem heutigen Künstlerehepaar ist es gelungen, die Bilder so zu gestalten, dass die Kraft und die Energie durch die Farben ersichtlich werden.
An dieser Stelle sei dem Ehepaar Biggi und Mirko Slongo gedankt, dass sie das Thema «Migration» in dieser Ausstellung präsent machen. Sei es durch den Be-zug vom Hl. Fridolin, oder aber auch aus persönlichen Perspektiven. Diese Verknüpfung zeigt uns auf, welch aktuelles Thema dies ist. Vielen Dank, dass wir nun gemeinsam mit dem Hl. Fridolin übers Wasser einen Einblick in die umge-setzte Gefühlswelt erhalten dürfen.
Geniessen sie die Ausstellung.
Meinerseits danke ich Ihnen für die Aufmerksamkeit.
Mirko und Biggi Slongo. Das erste Künstlerehepaar, das aus der Gemeinde Glarus Nord im Namen der Partnerschaft in Bad Säckingen in der Villa Berberich ausstellt. Endlich eine künstlerische Präsenz aus dem Glarnerland in Bad Säckingen.
Fridolin und Mirko
Grundsätzliches von Mirko und seinem kreativen Schaffen
(Eine Vorbemerkung: Das Beste, was zu dieser Ausstellung zu finden war, ist die Präsentation und Interpretation des Künstlers Mirko Slongo selbst. Es ist eine völlig neue und individuelle Betrachtungsweise der Gestalt und der Symbolik Fridolins. Es ist keine historische oder hagiophone Erforschung des Fridolin, wozu es eine immense Literatur gibt, sondern ein Prozess der Annäherung des Künstlers und seiner eigenen Persönlichkeit zum "Phänomen Fridolin". Eine derartige Suche zu Fridolin und des Künstlers zu sich selbst ist hier auf einmalige und neue Weise gelungen.
Dass mit dieser Ausstellung in
der Partnerstadt Bad Säckingen ein grosser Wurf gelungen ist, e r s t m a l i g aus dem Partnergemeinde Näfels/ Gemeinde Glarus Nord am Hochrhein aufzutreten, ist ein Grund der Freude und
bemerkenswert, weil unter den vielen gegenseitigen Aktivitäten zwischen Bad Säckingen und Näfels/Glarus Nord eine kulturelle Brücke darstellerischer Kunst in die Tat umge-setzt wird. Wohl
organisierte ich bereits 2008 ein Symposium im Kursaal im "Zeichen des Heiligen Fridolin" mit drei Fachvorträgen (Dr. Hans Laupper, Dr. Mechthild Pörnbacher und Abt Dr. Eleganti OSB und einer
literarischen Aus-stellung von Dr. Baumgartner sowie einem kulinarischen Kalberwurstessen mit geschmuggelten Würsten. Wohl fanden kulturelle Brückenschläge mit der Ver-nissage der Diss von Dr.
Mechthil Pörnbacher im Freulerpalast oder eine Bilder-ausstellung von Karl Braun im Tolderhaus statt.
Das war auch der Grund, dass ich einen Bus bereitstellte, der eine Dreissigschaft an Glarnerinnen und Glarner zur dieser Vernissage in der Villa Berberich transportierte. Der prächtige Erfolg, dass damit und mit den Bad Säckingern eine Teilnehmerschaft von wohl 140 Personen an der Vernissage anwesend waren, war das Ergebnis.
Diese Ausstellung ist ein Beitrag im Grossen und Ganzen des Fridolinskultes!
Die Ausstellung wird in diesem Herbst im Rahmen verschiedener Fridolins-Veran-staltungen in Glarus stattfinden. So gesehen ist die jetzige Ausstellung in Bad Säckingen ein Auftakt und ein Paukenschlag grenzüberschreitender kultureller Begegnung.)
Ausführungen des Künstlers
Ich bin ein Kind von Emigranten aus den Venetischen Dolomiten aus einem Ort direkt an der Grenze zum Trentino Südtirol. Es ist weniger meine katholische Prä-gung, die mich dazu führte das Leben und Leben und Wirken des heiligen Fridolin künstlerisch zu verarbeiten. Vielmehr glaube ich, dass mich etwas mit Fridolin verbindet, das tiefer geht: Ich war schon als Kind ein Suchender. Ich habe vieles im Leben gefunden, doch ein Suchender bin ich geblieben.
Meine Herkunft war immer eine Art Zwischenraum. Abgesehen von Sprache und einigen Traditionen ähnelten sich Kultur und Natur meiner Herkunftsregion er-staunlich stark mit meinem Geburtsland, dem Glarnerland. Und doch machten mir die Reaktionen meiner Mitmenschen früh klar, dass auch ich – wie meine El-tern – als Emigrant wahrgenommen wurde. Wenn man mich fragte: „Woher kommst du?“ und ich antwortete: „Aus Netstal (Glarus) “, folgte oft: „Nein, ich meine – woher kommst du wirklich?“ So entstand nach und nach eine Sehnsucht nach mir selbst. Vielleicht auch nach einem Ort, an den ich wirklich gehöre. Oder, wie Novalis es so schön formuliert: „Wo gehn wir denn hin? Immer nach Hause.“
Viele Jahre später hörte ich mich in einem TV-Interview zur Realisierung des Fridolinkreisels in Näfels sagen: „Ja, ich kann mich mit der Wahl unseres Landespatrons als Skulptur auf dem Kreisel gut identifizieren. Schliesslich ist er – wie ich – ein Emigrant. Und offenbar ist die Integration eines Ausländers im Glarnerland geglückt: Wir tragen ihn sogar auf unserem Wappen.“
Dass ich selbst gewissermassen seinen Namen trage, erfuhr ich schon viel früher – 1988, anlässlich einer Vernissage. Der Laudator Heinz Hösli stellte mich dem Publikum plötzlich als „Frigg“ vor, glarnerisch für Fridolin. Die verdutzten Blicke – auch meine eigenen – verlangten nach Erklärung. Hösli sagte: Mirko sei die Kurzform von Miroslav, und Miroslav bedeute „der Friedensreiche“. Genau dasselbe wie Fridolin. Also könne man mich ruhig Frigg oder Fridli nennen.
Vielleicht ist es das, was mich letztlich mit Fridolin verbindet: das Unterwegssein zwischen Welten, die Erfahrung des Fremdseins – und zugleich die leise Hoff-nung, irgendwo anzukommen. Nicht als jemand anderes, sondern als man selbst.
In der Ausstellung «Fridolin – Übers Wasser» nähere ich mich dem Leben von Fridolin von Säckingen nicht aus einer kirchenhistorischen oder hagiografischen Perspektive, sondern aus einer individuellen Sicht: als inneren Weg der Erkenntnis.
Für mich ist Fridolin weniger eine dogmatische Heiligenfigur als vielmehr ein Archetyp des Suchenden und Wandernden. Sein Lebensweg wird zum Sinnbild für einen Menschen, der sich aus Herkunft und Gewissheiten löst, um einer inneren Wahrheit zu folgen. In dieser Lesart steht nicht das äussere Wirken im Vordergrund, sondern die Transformation des Bewusstseins: das Durchschreiten von Fremdheit, Einsamkeit und Zweifel hin zu Klarheit, Verbundenheit und in-nerem Frieden.
Meine Darstellung versteht Fridolins Biografie als Spiegel eines universellen Prozesses: Jeder Mensch trägt diese Bewegung in sich – das Aufbrechen, das Verlieren, das Erinnern und das allmähliche Heimkommen zu sich selbst. Gnostisch gelesen bedeutet dies nicht Erlösung von aussen, sondern Erkenntnis von innen.
«Fridolin – Übers Wasser» zeigt Fridolin deshalb nicht als fertige Ikone, sondern als Prozess. Als Resonanzraum für eigene Erfahrungen von Migration, Identität und Sinnsuche. Seine Geschichte wird zur Metapher für das Erwachen des inneren Wissens – und damit für die stille Frage, die uns alle begleitet: Wer bin ich, jenseits von Herkunft, Rolle und Zuschreibung?
Fridolin 3:1
Die Erfahrung aus diesen aktuellen Werken, schafften die Grundlage für eine weiterführende Ausstellung «Fridolin 3:1», die Im Herbst 2026 in Glarus ausge-stellt wird.
Fridolin dient dabei als Ausgangspunkt einer spirituellen Erkundung von Beziehung, Balance und universeller Liebe. Die Besucher:innen erleben eine künstlerische Reise, auf der sie sich mit dem heutigen Streben nach Verbindung und Ganzheit in Beziehung setzen können.
Das Wirken von Fridolin wird zu einem Modell für gelebte Harmonie im Menschen (Geist, Seele, Körper) und in der Gemeinschaft (Ich, Du, Wir)
Räumliche Struktur: Die Ausstellung ist in vier Hauptbereiche gegliedert:
1. Raum 1: "Der Wanderer" (Geist der Verbindung)
Thematisiert Fridolin als Wegbereiter und Brückenbauer. Installation mit Holzrahmen, Stoffbahnen, Wandbild
2. Raum 2: "Der Diener" (Körper der Liebe)
Fokus auf soziale Dimension des Wirkens. Künstlerische Mittel: Tisch mit Körnern und Brot. Wandbild. Interaktion / partizipative Stationen:
3. Raum 3: "Der Visionär" (Seele der Einheit)
Trinität als Archetyp. Künstlerische Mittel: Bodeninstallation und Wandbild
4. Zentralraum: "Das Herzzentrum"
Meditativer Raum mit Installationen und Lichteffekten.
Die Ausstellung besteht aus drei Haupt-Räumen mit einem verbindenden Zentrum. Jeder Raum behandelt einen Aspekt von Fridolins Wesen und der Trinität – und zeigt, wie sich daraus eine transkulturelle, interreligiöse Perspektive ableiten lässt.
Raum 1: Der Wanderer – Geist der Verbindung. Fridolin als Missionar & Brückenbauer
Geist ist Bewegung. Spiritualität beginnt im Gehen, im Zuhören, im Nicht-Ankommen.
Raum 2: Der Diener – Körper der Liebe
Liebe ist Handlung. Spiritualität wird dort wahr, wo sie andere berührt – im Alltag, im Körper, im Mitgefühl.
Raum 3: Der Visionär – Seele der Einheit
Fridolin als Mystiker & Trinitätsdenker
Einheit ist Beziehung. Die Trinität ist keine mathematische Gleichung, sondern eine spirituelle Einladung: Alles ist Beziehung – und alles Heilige ist dreifach gespiegelt.
Zentralraum: Das Herzzentrum – Verbindung der Drei
Ein zentraler Raum mit einem leuchtenden, transparenten Würfel, in dem sich alle Elemente spiegeln.
Hier treffen sich Klang, Licht, Bewegung, Sprache – ein Ort der Sammlung, des Gebets, der Stille.
Die Installation interpretiert eine Bewegung, die Fridolin mit angestossen hat:
Ein Ruf, die göttliche Dreiheit nicht als Grenze zu sehen, sondern als Einladung zur Verbindung. Ein Ruf, die Religionen nicht gegeneinander zu lesen, sondern
als verschiedene Sprachen desselben Liedes.
Wenn Fridolin über das Wasser kam, brachte er Licht. Nicht als Eroberer, sondern als Spiegel!
Die Ausstellung erforscht künstlerisch die Rolle de Heiligen Fridolin.
Mirko Slongo: - Die Saat geht auf
Das Künstlerpaar Biggi Slongo und Mirko P. Slongo aus Glarus zeigt in der Villa Berberich in Bad Säckingen Installationen über Frauen sowie Bilder über den heiligen Fridolin. Die Ausstellung ist bis 15. März, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr, zu sehen. „Jeder soll seine eigene Interpretation zu den Bildern haben“, sagt Biggi Slongo. Zusammen mit ihrem Mann Mirko P. Slongo stellt sie auf Einladung der Stadt aus, wie das Tourismus- und Kulturamt Bad Säckingen mitteilt.
Das Paar zeigt zwei Ausstellungen
Die Doppelschau des Künstlerpaares aus Glarus sei außergewöhnlich, heißt es in der Pressemitteilung. Thematisch handele es sich eigentlich um zwei verschiedene Ausstellungen in einer. Biggi Slongo beschäftige sich in ihren Installationen mit Frauenleben und Frauenrechten in der Geschichte und Gegenwart. Mirko P. Slongo hingegen widme sich in seiner Malerei dem Heiligen Fridolin, der die Gemeinde Glarus Nord und ihre Partnerstadt Bad Säckingen historisch verbindet.
Die Geschichte des Fridolin
Mirko P. Slongo setze sich in seinen Acrylbildern intensiv mit dem Heiligen Fridolin auseinander. Slongo ist im Glarnerland aufgewachsen, seine Eltern kommen aus den venetischen Dolomiten, schreibt das Tourismus- und Kulturamt. In seiner Werkreihe nähere er sich der Legende um Fridolin aus der eigenen Empfindung und Biografie heraus. Für ihn ist Fridolin „der Archetyp des Suchenden und Wandernden“, ein früher Emigrant.
Er verarbeite Episoden aus der Legende auf spirituelle, zeitgemäße Art: der Wandermönch, der allem Besitz entsagte und aus Irland bis ins Rheintal kam. Aber auch der „Fridolin, den man eigentlich nicht kennt“ sei in Slongos Bildern dargestellt anhand einer Mönchskutte ohne Gesicht. Zur Vernissage am 13. Februar kamen Mitglieder des Freundeskreises Näfels und eine große Delegation aus Glarus Nord - zusammen mit dem Glarner Künstlerpaar.
Ausschnitt des zahlreichen Vernissagepublikums aus Bad Säckingen und Glarus Nord. An die 140 Personen sollen dabei gewesen sein.
Bericht Badische Zeitung Bad Säckingen
Montag, 23. Februar 2026
Ich war dann mal rasch weg
Leider war ich wieder mal eine Woche weg vom Fenster und musste unter bester Betreuung und Aufsicht im Kantonsspital Glarus verbringen, genoss vom Spitalfenster aus ein wohl zweistündiges Monsterkonzert der Guggen Linthböllä und Wiggisschränzer, deren schaurig schönen Klänge vom Glärnisch und den Wiggiswänden widerhallen. Die Stadtglarner Fasnacht hatte am Sonntag unglaubliches Umzugswetter.
Herzlichen Dank den musikalischen Närrinnen und Narren von Glarus Mitte!
Montag, 23. Februar 2026 14.30 bis 15.30 Uhr
Erstmalig in der 40jährigen Geschichte des Fridlibundes des Kantons Glarus:
Vorstandssitzung im Café Spital
Dank der Initiative zweier bestandener Vorstandmitglieder aus dem Kanton Aus-serschwyz und der hochwohlöblichen Sonnengemeinde der Rosstäpen, wo es regnet und nicht rägnet, fand die erste Vorstandssitzung extra muros statt. Unter dem Vorsitz von RFJ und dem Flügeladjutanten FZW wurde in eine knappen Stunde eine reich befrachtete Traktandenliste im eifrigen Dialog durchgeschränzt.
Beschlüsse
1. Fridlireise nach Bad Säckingen am Fr 6.3.2026 mit Car Armin Fischli bereits bestellt.
2. 40Jahre Jubiläum "40 Jahre Fridlibund"
3. Fahrpreise Fridlenen Fr, 6.30 (6.3.)
4. Ehefrauen GRATIS
5. Flyer wird um die Info erweitert, dass Mitreisende am fak. Gottesdienst nicht teilnehmen
können.
6. Fridlitreff normal im Steinbock 20 Uhr Fribü bestellt Fridlischüblig durch Steinbockwirtin, Fridliweggen Oberfridli bei Märchy
7. Pfr. Martin Mätzler wird uns begleitet.
8. Pfr. Gregor Barmet ist Ehrengast am Treff
9. Reporter This Telesüdost ist dabei,
10. Fribü liefert Klebeadressen Fritz separat email, bringt Klebeadressen an Oberfridli, der
verpackt, Fridolin Landolt, Weibel, separiert "seine" Couverts Rsrt Versandt.
Schluss der Sitzung: 15.30 Uhr nicht genannt sein wollende Sponsoren spendieren die Runde.
Sagen Sie mir mal einen Glarner Verein, der innert einer Stunde soviele Traktanden bewältigt! Können nur Fridlenen sein.
Flotte Genesungsgrüsse an Fritz Stüssi, der wegen Beinbruch im Spital liegt.
Sonntag, 8. Februar 2026
Italianità - Idaheim - Kulturforum - Tolderhaus
Bohlensaal zum Bersten voll!
Rückblick in Idaheim- und Altersheim-Zeiten (Archivaufnahme Fridolin Elmer)
Myriam Russo als Idaheimkind
Myriam Russo als Gymnasiallehrerin und Gesangsstar
Einen Hauch von Italianità gab dem Anlass das Trio "Concerto piccolo" mit Fri-dolin Elmer, Gitarre, Ruth Kobelt, Violine, und Heiri Trümpy, Akkordeon. Die Ambiance, die Liederwahl, die mit Herzblut auftretenden Protagonisten stimmten.
Das war eine Kulturforum-Brandluft-Performance wie es im Buche steht! Das Thema - die Vorbereitung - die Präsentation - der zum Bersten volle Bohlensaal - alles paletti!
Der Mann des Tages: Fridolin Elmer, er war selber zeitweise Idaheimkind. Er hat-te schon im Voraus ein journalistisches Highlight gesetzt mit seinem ganz-seitigen Artikel über die Buchautorin Myriam Russo in der "Südostschweiz Gla-rus", er hat recherchiert, hatte Kontakt mit der Familie von Myriam, stellte das Matineeprogramm zusammen, moderierte und spielte im Trio selber mit.
Gret Menzi und ihre Brandluft-Crew gaben die Plattform und dürfen arfelweise Komplimente für diese gelungene, hervorragende Matinee entgegennehmen. Die Lesung und Kommentierung zum von Myriam Russo verfassten Buch "Und Non-nen haben doch Beine" bestritten Myriams Tochter Luisa Ricar und Myriams Lehrerkollege Claudio Caviochiolo auf einfühlsame Art, auch der Bruder von Myriam meldete sich zum Wort.
Das Buch beschreibt die Verhältnisse des Idaheims von damals, ohne anzukla-gen, aber mit dem Beschrieb, wie Myriam ihre Heimat, ihre Familie und ihre Sprache verloren hatte. Ein Apéro schlug die Brücke zurück in den Alltag.
Fridolin Elmer am Rednerpult während seiner Moderation. Man spürte, dass er sein ganzes Herzblut in diesen wunderbaren Anlass gesteckt hatte. Diese Enga-gement sprang über auf das Publikum.
Ebenfalls anwesend war Doris Schwitter-Landolt, die als Regisseuse mit den Nä-felser Kindern die "Näfeler Dorfbühne" belebte. Myriam Russo spielte im unver-gessenen "Ali Baba" als "Sklavin" mit.
Tochter Luisa Ricar, Tochter der Autorin Myriam, und Myriams Lehrerkollege Claudio Caviochiolo brachten durch Lesung und Kommentar das Buch den An-wesenden näher.
Die Schwester von Fridolin Elmer, ebenfalls mit Idaheimerfahrung, war auch an-wesend, ebenso zahlreiche "Idaheimkinder", die angereist waren und den Anlass mit ihrer Anwesenheit bereicherten. Sie kann heute noch den Sinnvers zitieren, den sie nach der Renovation des Idaheims bei dessen Wiederbezug aufsagen musste. Vorübergehend während der Umbauzeit des Idaheims waren Kinder und Schwestern im Tolderhaus untergebracht, sinnigerweise fand die Matinee im gleichen Raum statt.
Familie Elmer anlässlich der Erstkommunion. Fridolin Elmer ist das aufgeweckte Büblein rechts.
Freitag, 8. Februar 2026
Freunde von Bad Säckingen tagten zur HV
Gemütlichkeit, Kameradschaft, kulinarisches Beisammensein, speditive HV, neu-es Jahresprogramm. Aus Bad Säckingen waren Knut und Marian Nesselhauf zu Gast.
Peter Neumann, Präsident der Freunde vpn Säckingen führte speditiv durch die HV; ein Grusswort aus Bad Säckingen brachte Knut Nesselhauf. Er ist Präsident des Freundeskreises Näfels/Glarus Nord.
Bei bester Stimmung und anschliessendem leckeren Mahl war die eigentliche HV um 20 Uhr 45 beendet. Dann blieb viel Zeit für muntere Gespräche.
Dank dem Einsatz von Gemeinderat Bruno Gallati, Botschafter der Gemeinde Glarus Nord in Bad Säckingen, und den rührigen Engagement von Peter Neu-mann, Präsident der Freunde von Bad Säckingen, ist die Partnerschaft eine lebendige Verbindung zwischen den beiden Partnergemeinden.
Demnächst findet erstmals eine Bilderausstellung aus dem Partnergemeinde Glarus-Nord in Bad Säckingen statt, wozu ein Extrabus zur Verfügung steht, finanziert durch den Verein Freunde Bad Säckingen, Gemeinde und einem priva-en Gönner. (Fr 13.2.2026) und wiederum findet das Fridlini am So 8. März 2026 statt.
Die Versammlung beschloss, die Abfahrtszeit am 13.2. etwas früher anzusetzen. Ein Rundschreiben folgt.
Freitag, 6. Februar 2026
Die Lüge der Woche
Die Fama geht durchs Dorf, der amerikanische Präsident Donald Trump, fliege demnächst raus. Aber er komme ins Altersheim Letz Näfels. Sepp Gallati, Bog-gensepp, brauche einen Mitarbeiter, der ihm im Winter beim Holzscheiten helfe.
Und noch ein Eilmeldung erreicht uns. Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel komme auch ins Altersheim Letz. Man braucht dort immer wieder Frauen in der Küche.
Si non e vero, e buon trovato!
Ich kann nicht nur Zölle erhö-- Ich kann so kleine Omeletten backen hen, ich kann auch auch gut scheiten.
Dienstag, 3. Februar 2029
Dieser alte Horgen-Glarus ist für Sie noch frei
am nächsten Sonntagmorgen
zur Matinée im Tolderhaus
...wenn Sie rechtzeitig im Bohlensaal auftauchen, um an der Lesung und Performance des Buches "Nonnen haben eben doch Beine!" von Myriam Russo teilzunehmen.
Sie beginnt um 10 Uhr 30
Das Lebensschicksal von Idaheimkindern und ein Stück Näfelser Geschichte werden Sie erwarten!
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Und diese Autocar-Sitze sind noch frei,
wenn Sie am Freitag, 13. Februar 2026
um 16 Uhr
auf dem Turnhallenplatz Näfels einsteigen,
um bequem und preiswert mitzufahren,
Um 18 Uhr ist in der Villa Berberich die Ausstellungsvernissage
von Mirko Slongo "Übers Wasser - das Wirken des Sankt Fridolin".
Bad Säckingen ist seit 1988 Partnerstadt von Näfels und Glarus Nord.
Erstmals findet ein solcher Kulturaustausch statt.
Mit 30 Fränkli sind Sie dabei und um 20 Uhr wieder zur Hause.
Chunsch au, hä!?
Telefon oder Email genügen!
055 612 35 13
Chaasch ä nuch öpper mitnih!
Dienstag, 3. Februar 2026
Eine journalistische Meisterleistung
Myriam Russos Blick auf das Idaheim
In ihrem Buch "Nonnen haben eben doch Beine!" schaut Myriam Russo mit scharfsinnigem Blick beherzt auf ihre Kindheit im Idaheim in Näfels zurück.
Am Sonntag wird das Werk der verstorbenen Autorin mit einer Lesung
und Buchbesprechung gewürdigt.
von
Fridolin Elmer
erschienen in der "Glarner Nachrichten"/"Südostschweiz Glarus"
am Montag, 2. Februar 2026, Seite 5
Fridolin Elmer war während mehreren Jahren als Redaktor bei der "Süd-ostschweiz" tätig, war langjähriger Lehrer an der Glarner Musikschule und Leiter des Anna Göldi Museums. Er verbrachte als Kind selber mehrere Jahre im Idaheim, während kurzer Zeit zusammen mit der Autorin.
Der Beitrag ist ein Beispiel von gekonnten Journalismus. Elmer, selber Zeitzeuge, hat gründliich recherchiert, hatte persönlichen Kontakt mit der Familie von Myriam Russo und ist spiritus rector der Matinés am näch-sten Sonntag im Tolderhus.
Chundsch au, hä!!?
Sonntag, 8. Februar 2026 10.30 Uhr Bolensaal im Tolderhaus
Myriam Russo: "Nonnen haben eben doch Beine!", Meine Kindheit im Idaheim, Zytglooge Verlag Schwabe Verlagsgruppe AG, Basel 2025
ISBN 978-3-7296-5200-z
www.zytglogge.ch
Sonntag, 1. Februar 2025
Im Hinblick auf die lokalen und kantonalen Wahlen
Ein neuer Politverein belebt die Politszene im
Glarnerland
Verein "DemokratieDialog" Glarnerland
Geschätzte Damen und Herren
Hinsichtlich den Gesamterneuerungswahlen im Kanton Glarus vom 8. März 2026 organisieren wir als überparteilicher Verein die nachfolgenden Wahlpodien. Sie sind als Verband oder Netzwerk herzlich eingeladen, an den Veranstaltungen beizuwohnen. Wir würden uns freuen, wenn Sie diese Einladung an Ihre Mitglieder weiterleiten, falls diese an den Anlässen teilnehmen möchten.
Gemeinderats- und -präsidiumswahlen Glarus Nord 2026
Gemeinderats- und -präsidiumswahlen Glarus Süd 2026
Regierungsratswahlen des Kantons Glarus 2026
Gemeinderats- und -präsidiumswahlen Glarus 2026
Weitere Informationen zu den Kandidierenden und einzelnen Wahlpodien erhalten Sie in den Flyern im Anhang oder unter www.demokratiedialog.ch.
Unser Verein setzt sich dafür ein, dass sich die Menschen im Kanton Glarus aktiv, informiert und selbstbestimmt am politischen Leben beteiligen können. Eine lebendige Demokratie braucht Bürgerinnen und Bürger, die sich eine eigene Meinung bilden und an wichtigen Entscheidungen mitwirken.
Dafür schaffen wir Räume für Information, Austausch und Diskussion. Vor Wah-len und Abstimmungen – auf Gemeinde-, Kantons- oder Bundesebene – organi-sieren wir öffentliche Veranstaltungen, Podien und weitere Formate, die politische Themen verständlich erklären und unterschiedliche Sichtweisen sichtbar ma-chen.
Wir sind unabhängig von Parteien und Religionsgemeinschaften. Unser Ziel ist es nicht, Empfehlungen abzugeben, sondern faire und ausgewogene Informationen bereitzustellen. Alle relevanten Standpunkte sollen gehört werden, damit sich jede und jeder eine fundierte eigene Meinung bilden kann.
So möchten wir einen Beitrag zu einer offenen, respektvollen und gut in-formierten politischen Kultur im Kanton Glarus leisten.
Die Podien werden vom neuen Verein DemokratieDialog Glarner-land durchgeführt.
Der überparteiliche Verein ist das Nachfolgegefäss der Glarner Staats-bürgerlichen Gesellschaft, (GSG) die in den Jahren 1993 - 2018 (und vereinzelt danach) Podien und Referate zu politischen oder gesellschaftlichen Themen durchgeführt hatte.
Der Verein DemokratieDialog hat zum Ziel, die politische Partizipation im Kan-ton Glarus zu fördern und den Glarnerinnen und Glarnern näher zu bringen.
Vorstand DemokratieGlarnerland Dialog
von oben nach unten
Cyrill Schwitter Markus Schnyder Sabine Steinmann
Präsidium, Vorstandsmitglied Vorstandsmitglied
Landrat und Mitglied Nationalrat Landrätin, Fraktions-
Landratsbüro, Landrat, Fraktions- präsidentin, SP
Die Mitte präsident, SVP
Alexia Beccaletto Moritz Kühne Eva Maria Kreis
Vorstandsmitglied Vorstandsmitgied Vorstandsmitglied
Moderation, Moderation. Unter- Gemeinderätin Glarus
Journalistin, parteilos nehmer.Landschafts- Grüne
gärtner, Gleitschirm-
Fluglehrer parteilos
Hans Rhyner Sven Keller Severin Thoma
Vorstandsmitglied, Vertreter Jugendsession Vertreter Jugendses-
Sektionspräsident und "Glarena", Unter- sion und "Glarena"
Glarus Süd, FDP stützung Eventorganisation Unerstützung Event-
Landrat , Grüne organisation
Sonntag 1. Ferbuar 2026
Bühnenschmuck - ein Bouquet in den Farben gelb-blau von Glarus Nord
Gediegene Kulturpreisfeier Glarus Nord
Freitag Abend 18 Uhr. Linth-Escher-Halle, Niederurnen, geschmückt mit Riesen-Bouquet in den Glarus Nord Farben gelb-blau, festlich erleuchtete Bühne und wahrscheinlich ein wohl 200-köpfiges Publikum, schmetternde und zackige Eröffnungsklänge durch die Brassband "Blächzend" unter Leitung von Florian Fridolin Landolt.
Gemeinderat Martin Dürst, Kultusminister der Gemeinde Glarus Nord, er-öffnete als Vorsitzender der Kulturkommission den hochfreudigen Anlass und moderierte den Abend.
Das Programm:
Begrüssung Martin Dürst
Laudatio Dr. phil. I Hans Laupper für Fridolin Hauser
Kurz- und Dankesrede von Fridolin Hauser
Übergabe des Anerkennungspreises durch
Gemeindepräsident Fridolin Staub
Laudatio Dr. iur. Bruno Glaus für Georges Müller
Kurz- und Dankesrede von Georges Müller
Übergabe des Anerkennungspreises durch Gemeindepräsident Fridolin Staub
Humoristische Überraschungseinlage durch Christof Zürrer
Schlussspiel
Apéro riche im Foyer - Small Talk - Gemütliches Beisammensein
Als einer der Betroffenen habe ich das Bedürfnis meiner Überraschung Ausdruck zu geben, dass ich für diese hohe Ehre auserkoren worden bin. Zum Zweiten danke ich - gerührt durch den gediegenen Anlass -
dem Gemeindepräsidenten Fridolin Staub und dem Gesamtgemeinderat,
dem Kultusminister Martin Dürst und der Kulturkommission,
dem Bereichsleiter Kultur Mirko Slongo und seine Mitarbeiterstab,
der Brassband "Blächzend"
und dem überraschend zahlreichen Publikum von nah und fern.
Zwei Näfelser Gärbibueben, Gemeinderatskollegen, manchmal Gegner, aber meist Freun-de Georges Müller, links, und Fridolin Hauser (Osterhazy) wurden mit einem Anerken-nungspreis von der Gemeinde Glarus Nord geehrt.
Dr. phil. I. Hans Laupper hielt die Laudatio für Fridolin Hauser
Kulturpreis der Gemeinde Glarus Nord
Laudatio zur Übergabe des Anerkennungspreises 2026 an Fridolin Hauser
Sehr geehrter Herr
Gemeindepräsident,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, geschätzte Anwesende
Wie sehr hätten sich unsere ehemaligen Lehrer im Dorfschulhaus Näfels darüber gefreut, dass am heutigen Tag zwei ihrer ABC-Schützen, nämlich – Fridolin Hauser und Georg Müller – mit einem kulturellen Preis der Gemeinde Glarus Nord ausgezeichnet werden. Sie wären sicher stolz darüber gewesen und hätten beiden von Herzen gratuliert. An ihrer Stelle darf ich dies heute tun: Herzliche Gratulation.
Und mir steht die Ehre zu, das kulturelle Schaffen und das vielseitige Wirken von einem der beiden, nämlich von Fridolin Hauser, im Rahmen dieses feierlichen Anlasses zu würdigen. Sein Weg, sein Wirken und sein Beitrag zur Kultur zeigen uns auf eindrückliche Weise wie frühe Prägungen, Neugier und Ausdauer zu einem fruchtbaren Lebenswerk heranwachsen können.
Lieber Fridolin,
im Vorwort deines 1979 erschienenen Romans «Der Näfelser im Himmel – eine tolldreiste Causerie zwischen Sarg und Selig-keit» schreibst du sinngemäss: «Wenn ein Näfelser zum Himmel aufschaut und mit dem Finger dem Horizont nachfährt, zeichnet er die Höhen und Tiefen sowie die Grenzen seines Lebens auf.»
Diese Worte sind nicht nur poetisch, sie spiegeln ebenso deine Geisteshaltung wider: tiefgründig, heimatverbunden und mit feinem Gespür für Geschichte und Menschlichkeit.
Du wurdest am 9. April 1939 geboren – genau 551 Jahre nach der Schlacht bei Näfels, und dazu noch an einem Ostersonntagmorgen. Als einziges Kind eines Ur-Näfelsers und einer Österreicherin kamst du gleichsam als symbolisches Friedenszeichen zur Welt – ein versöhnliches Echo auf ein geschichtsträchtiges Ereignis.
Dein Vater, der legendäre «Hasä Fritz», dein besonderes Geburts-datum und dein Namenspatron, der heilige Fridolin, inspirierten dich später zu deinem allseits bekannten literarischen Pseudo-nym: Fridli Osterhazy.
Unsere Wege kreuzten sich schon früh. Bereits im Kindergarten fesseltest du unsere Schwester Alice Marie mit deinem wachen Geist und deinem verschmitzten Humor. Schon damals glänztest du auf der Bühne als kleines Häschen im Rampenlicht – ein erstes Zeichen deiner späteren Schaffenskraft.
Auch sportlich beeindrucktest du uns: als Skitalent am Hang beim Bärenfritz und am Rütiberg, wo du uns Jüngere mit Eleganz das Skifahren lehrtest.
In der Pfarrkirche warst du als Oberdiener stets präsent und gabst mit Würde und Ernst deinen Mitministranten den zeremoniellen Takt vor. Besonders eindrücklich war jeweils der Moment an Ostern, wenn dein ehemaliger Nachbar, Sigrist Willy Schwitter, «Christus» sekundengenau aus dem Heiligen Grab zum Himmel aufsteigen liess – ein Augenblick voller Symbolkraft, für uns alle, und sicher auch für dich.
Dein Weg führte dich ins Lehrerseminar Rorschach. Du warst Lehrer, Rektor, Dozentenausbildner, Swissair-Instruktor und davor drei Jahre lang bei Landis & Gyr in Zug tätig.
Dreizehn Jahre lang prägtest du das Schulwesen des Bezirks Einsiedeln und lehrtest dort auch im Kloster der Benediktiner, bevor du mit deiner Familie in die Heimat zurückgekehrt bist und an der Berufsfachschule Ziegelbrücke als Fachlehrer unterrichte-test.
1986 wählte dich das Volk von Näfels zum Gemeindepräsidenten – ein Amt, das du acht Jahre lang mit Pflichtbewusstsein, Weitsicht und Herzblut ausübtest. Du warst nicht nur Lenker der Gemeinde, sondern auch Chronist, Vermittler und Impulsgeber.
Du gründetest die Glarnerische Staatsbürgerliche Gesellschaft, um demokratische Bildung zu fördern und du holtest Gäste wie den «politgekrönten württembergischen Teufel» samt seiner Sekretärin zu einem Vortrag über Europa in den Soldenhofsaal und gar den deutschen Bundesminister Norbert Blüm nach Glarus, damit er an der Landesgemeinde gelebte Demokratie persönlich miterleben konnte. Selbst der allseits bekannte und scharfzüngige Viktor Giacobbo konnte deinem geflügelten Charme nicht widerstehen und präsentierte sich öffentlich als dein Gesprächspartner auf der Piazza der Landesbibliothek.
Als wandelndes Ortslexikon hast du das Bewusstsein für Geschichte und Heimat gestärkt – besonders sichtbar bei der 600-Jahr-Feier der Schlacht bei Näfels, die du mit grossem Engagement mitgestaltet hast.
Unvergessen bleibt der Besuch von Bundesrat Adolf Ogi 1988 zur Enthüllung der Ortstafel «Näfels – Gemeinde Europas» – ein Moment nationaler Würdigung.
Im Milleniumsjahr 2000 hast du gar zwei Bischöfe - ein Franzose und ein Schweizer - dazu gebracht, gemeinsam am Altar in der Kirche von Näfels über einer Reliquie des Heiligen Hilarius ein Pontifikalamt zu feiern.
Und mit der Wiederbelebung der Äbtejahrzeit zu ihrem 190. Jubiläum hast du zusammen mit Bischof Markus Büchel eine fast vergessene Tradition neu erstrahlen lassen.
Lieber Fridolin
Du bist in Näfels aufgewachsen, zwischen Rauti und Tränki, umgeben von einer imposanten Bergwelt. Hier hast du das ABC erlernt – und auch, wie man mit den Gefahren in einem Bergtal umzugehen hat.
Beim Hochwasser von 1953 gerieten die beiden Runsen ausser Kontrolle und machten die Hauptstrasse vor dem Freulerpalast schiffbar. In der Gerbi, im Wydenhof und im Hirzen kam es damals vor deinen Augen zu dramatischen Szenen – und auch dein geliebtes Oberseetal blieb von den massiven Regenfluten nicht verschont.
Doch dort oben, am Obersee, auf rund 900 Metern, hast du – wie du selbst im «Näfelser im Himmel» schreibst – erfahren, was Freiheit bedeutet: sich nicht eingeschränkt fühlen, sich frei bewegen dürfen, Weitblick gewinnen und Kraft schöpfen für neue kulturelle Höhenflüge.
Ja - dein Schaffen ist reich und vielgestaltig.
Die Zahl deiner Publikationen ist immens. Sie reicht von der Sulzbodä-Ziitig übers Rutliwasser bis hin zu Werken wie Näfelser Sagen oder «Agätabroot und Füürelihaiss», Marianne Hauser von Näfels: letzter Gang zum Galgen-büchel, Füüfäsächzigmal Frisch vom Fridli : Ä-n - Usswahl uss 650 publiziärtä Värs und äma Mundaart-Diggsiunäär im Anhang, Näfelser Geschichte(n), Klosterchronik Maria Burg Näfels, Mein Name ist Fridolin, Pankraz: Jänu Sechzigmal «Dies und Das» zum Sechzigsten: eine Auswahl von 60 Glossen aus der Wochenzeitung "Fridolin" oder Die Geburt ist meine Mutter, der Tod mein Vater, das Leben bin ich.
Hinter all deinen Texten und deinem sprichwörtlichen «Jahreskaländer» versteckt sich so etwas wie ein flüsternder Rautigeist, der deine Publikationen als Quellen örtlicher Überlieferung auf der bunten Leinwand heimatlicher Geschichte sichtbar macht und mit der Wiederbelebung des von Fridolin Elmer gegründeten «Kulturforums Brandluft», hast du einen Weg geöffnet, um typisch Dörfliches in der Gemeinde Glarus Nord ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen.
Lieber Fridolin,
du bist eine lebendige Legende, der Dorfchronist in Person, von den Musen geküsst – ein exzellenter Pianist, ein begabter Zeichner, Mediator, aber auch Poet und Autor vieler publizierter Werke.
Du hast darüber hinaus unzählige Berichte, Glossen und Gratulationen zu Geburtstagen, aber auch viele einfühlsame Nachrufe verfasst – Texte, die das kollektive Gedächtnis unserer Region nachhaltig prägen.
Du bist Kulturvermittler, Mahner zur Bewahrung von Tradi-tionen, Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Auch als Partner warst du verlässlich: Beim Jubiläum «100 Jahre Eisenbahn im Glarnerland» entstand dank dir die Broschüre «Die Schiene öffnet ein Tal» – ausgezeichnet als eines der 100 schönsten Bücher der Schweiz.
Du hast den Fridlibund gegründet, die Städtepartnerschaft mit Säckingen ins Leben gerufen und ab den 2010er Jahren mit vielen Publikationen unter dem Titel «Im Zeichen des Heiligen Fri-dolin» Geschichte und Gegenwart liebevoll miteinander verknüpft.
Zu deinen Ehren wurde 1988 in Säckingen im Schlosspark ein Baum eingepflanzt – und darüber hinaus wurdest du noch mit einer silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet.
Du bist Ehrenmitglied der Harmoniemusik Näfels und des Touring-Clubs Glarus, wo du einige Jahre im Vorstand mitgewirkt hast, du präsidiertest gar zweimal den Kiwanisclub Glarus, gabst mit Brigadier Robert Küng den Anstoss zur Gründung der General-Bachmann-Gesellschaft und warst auch Gründungsmitglied und erster Präsident der Freunde der Landesbibliothek.
Ob als Initiator, Erzähler, Sammler, Gestalter oder Interpret – du hast nicht nur Geschichte bewahrt, du hast sie weiter-geschrieben
mit Tinte,
mit Herzblut,
und mit dem Blick auf das Wesentliche – den Menschen, seine Herkunft und seine Würde.
Dein Schaffen, dein
Wirken, dein Wissen und dein Wesen sind ein Geschenk für uns alle.
Deine Webseite ist geradezu ein Füllhorn – reich an Bildern, Gedanken und Geschichten.
Deine Stimme wird gehört.
Deine Worte bleiben.
Deine Spuren sind tief.
Lieber Fridolin
In tiefer Dankbarkeit und Anerkennung würdigen wir alles, was du uns mit deinem grossen kulturellen En-gagement und deinen wertvollen Werken geschenkt und überliefert hast, ebenso danken wir deiner verstorbenen Frau Elisabeth und deinen drei Kindern, auf deren Verständnis und Unterstützung du immer zählen konntest.
Du hast diesen Preis mehr als verdient. Unsere Wertschätzung ist dir sicher. Herzliche Gratulation!
Kultusminister Martin Dürst gratuliert Fridolin Hauser, Gemeindepräsident Fridolin Staub liess es sich nicht nehmen, die Ehrentafel selber zu überreichen.
Die Dankesrede von Fridolin Hauser,
bewusst gehalten in Mundart
Tja
Liäbä Fründ Hans tanggä, tanggä
Ich ha-mer gwünscht, as du de Laudaziuu häsch, will du äinä vu denä Näfelsser und Glaarner bisch, wo ä Huffä kulturelli Fingerab-drügg hin-derluh hätt: i dr Landsbiblioteegg, im Landesarchiiv, im Freuleralascht, bi dr Renovaziuu vu der näfelsser Chilchä und und und und will du mich wagger gfördäret häsch.
Aber äs chump-mer au dr Schtadtpresi vu Zug, dr Auguschtin Lus-ser, Ständeratspresidänt i Sinn. Är hätt albig gsäit: Dr Mändsch isch zwar besser as sinä Ruäff, abr schlechter as sinä Naachruäff
Und au der Max Kamer, minä Zuger Reggter, (ich bi duä sälber Reggter gi z Äinsidlä, wo-ni bim 80. Gebuurtstag alli Güäti gschribä ha. Er hät zurgggschribä: «Mä möchte mängmaal sii, wem ä gseh wiirt!» Tja mängmaal ä nüüd.
Herr Gmeindspresidänt Fridolin.
Liäbä ehemaligä Prüäfschüäler und Kultuurminischter Martin Dürst
Liäbä Mirko, was ja au Fridolin häisst,
Behördä, Kulturkommissiuu
Verehrti Fäschtgmäind
Liäbi Fründä und vor allem Gägner, Gägner bsunderigs, ich bättä jedä Aabed für dä, as-si nüd uusschtäärbed, will si mich vor mängem Blödsinn bewahrt händ und bwahred.
Äigetli hani zögeret, wo mir dr Mirko aaglüütet und eröffnet hätt, was hütt söll schtattfindä…händer kä Jüngerä? (Miir zwee Geehrtä sind ja mitnand rund 170-jährig, und äs isch gut, as d Schtägä uff p Büni äs Gländer hätt.)
Ich ha trotzdem Ja gsäit, als ehemalige Leiter vu dr Aarbetsgruppä «Kultur in den Dörfern» für de fusioniärt Gmäind Glaris Noord.
Mer händ söfel Aaträäg iigräicht, we d Oberurnen Musig Musikantä hätt 36.
Under anderem:
Wäner wänd as sich all acht Dörfer mit Glaris Nord idäntifiziäred, bruchts Kontakt, Kontakt .Kontak. Begägnig. Begägnig. Begängnig.
Dr hüttig Aabed isch sonä Chancä. Döörferübergriffend.
Kontaggtkultur zum di wiitä Wäg überwindä,
Ich mache au mit will mini Elterä dr Hasäfritz und mini härzensugäti Muäter Maria und au mini verstoorbini Frau Elisabeth vu obänabä zuäluäged und Freud hetted.
Aber au für üüsri Chind, minä ganzä Stolz, dr Markus, ds Gaby und der Urs und Cornelia und au mis Huusmüäterli Rita, wo mer schu zwäimal ds Läbä grettet hätt.
Was isch äigetli Kultuur?
Ds Gägätäil oder dr Ergänzig vu Natuur. Alls, wo Mändschä kreiäred und mached as ds Zmäläbä besser wirrt.
Nüd nu Musig oder Literatur oder Malerii, alls: asoo wem er reded, äsoo wemer üüs aalegged, äsoo wemer woned, asoo we und was mer ässed, üüseri Umgangsformä, ds Bruuchtum, dr Läbeschtiil, p Veräin, d Politigg und alls, wo üüs vu andernä underscheidet. Daas, wo üüseri Heimat uusmacht.
Der edelscht Egoismus isch daas, womä im Läbä für anderi macht,
p Pfrau für gChind, für p Vräin, für ds Dorf, für ds Land.
Des hööchscht Glügg isch Friihäit. Glügg isch daas, wo graatet, und wänn öppis graatet, häp-mes richtig tänggt, und wänns abvereggt, hap-mä öppis faldsch tänggt. Mä isch ja mäischtens sälber tschuld, wer immer ä dä anderä tschuld gitt, bliibt abhängig. Nümmä frii. D Lüüt chamä chuum verändere, nu sich sälber. Frii isch mä, wämä weniger vu andernä erwaartet.
Und ä wichtigs Läbesghäimnis hani vum Profässer Hans Biäsch ä dr Uni
Er hätt gsäit: Schwirigkäitä sind Chance.
Miis Läbä isch ä Chetti vu Schwigikäitä und Fähler. Mini Fähler, wo dr Hans früntlicherwiis nüd erwähnt hätt. Fähler sind mäischtens der Aafnag für Erfolg.
Tangge möchte ich für d Priissummä, aber ich a schu ä Zwägg der-füür. Ich gründe nuch ä Veräin meh. Äinä meh.. Ä Fahrts-Fahnä-gsellschaft, d Schtadutä giitts schu, dr Namä nuch nüd.
Nämli:
Ziil: D Lüüt äm Fahrrtwäg dur s Doorf animirä d Hüüser z beflaggä. Ich mache das schu a paar Jahr und äs klappet da und dett wunderbar. Aninmärä, voorig Fänä vu dr Gmäind verbibringä und ider holä, günschtig aabüütä, we das Gmäind schu macht mit dä Gäindsfänä, ächlä meh Fridlifänä, will p Fahrt Kultur isch, wo nüd nu der Schtaat sött organisiärä.
Ich säg immer p Fahrt isch ds Häärz vu d Glaarner und d Lands-gmäind der Kopf, ds Hirni. Das underscheidet üss vu dr ganzä Wàlt.
Ich hörä uuf mitemä chlä schlächtä Gwüssä, will’s mir immer äso guät ggangä isch, sitt miner Gebuurt, wo immer ich gsi bii und im Glanrerland und bsunders ds Näfels.
Ich reichlich alter weisser Knab‘
Was für ein Glück ich heute hab‘.
Ich lebe gern auch ohne Nennung
von dieser edlen Anerkennung.
Ich danke dem Bereich Kultur
Doch dem allein gewiss nicht nur,
natürlich seiner Kommission
ihr kennt sie sicher alle schon.
ich danke auch noch akkurat
dem Presi und Gemeinderat,
des weiteren auch lang und breit
der lieben Öffentlichenkeit,
auch denen, die meist unter Qualen,
halt frohgemuth noch Steuern zahlen.
Für Telefone, Emails, Karten
Glückwünsche sonst von vielen Arten.
Auch danke ich für diese Ehre,
denn nicht so stolz ich ohne wäre,
und schliesslich möcht‘ für diese Franken
ich selbstvertändlich auch noch danken.
Und nuch ä schüünä Gruäz a-p-Bäsi
sehr härzli Frili Oschterhäsi.
Freude unter Freunden - Die Laudatio von Hans war ein Freundesdienst. Beide strahlten nach dem Auftritt von Hans um die Wette. Ein Bild für die Ewigkeit.
Kulturpreis der Gemeinde Glarus Nord
Laudatio zur Übergabe des Anerkennungspreises 2026 an Georges Müller
«Die Grösse der Tugend ans Licht bringen»
Laudatio von Dr. Bruno Glaus {Näfels 30.01.2026)
Sehr geschätzter Laureat Georg Müller, von Freunden Schorsch genannt, liebe Evelyne, sehr verehrte Damen und Herren,
Aristoteles, der griechische Philosoph, schrieb in seinem Buch zur Technik der Rhetorik, die Laudatio, sei «jene Rede, die die Grösse der Tugend ans Licht bringen müsse». Wenn man nicht genug Material über die zu lobende Person habe, soll man diese mit anderen Personen vergleichen.
Das muss ich nicht. Ich habe zu viel Material. In den letzten 60 Jahren hat der Laureat eine Vielzahl an Ausstellungen initiiert, Kunst im öffentlichen Raum er-möglicht, mehrere Festspiele produziert, zwei Dutzend Buchpublikationen und vieles mehr angestossen, Ganze vier Jahrzehnte wirkte er im Stiftungsrat der Stiftung Freulerpalast, davon 36 Jahre als Präsident. Auf eine Auflistung all seiner Werke und Verdienste muss ich verzichten, damit ich innerhalb des gesetzten Zeitrahmens die Tugenden des Preisträgers gebührend würdigen kann, ganz im Geiste des Aristoteles.
Nur eine Einzelleistung, eine berufliche, will ich in Erinnerung rufen: weil sie symptomatisch ist für Georg Müllers Wagemut bei all seinen beruflichen und kulturellen Herausforderungen. Für den Schweizer Pavillon in der Weltausstellung Sevilla 1992 suchte man in der Schweiz ein Car-tonage-Unternehmen. Es ging darum, aus Karton einen 36 Meter hohen wind,- wasser- und wärmefesten Turm zu bauen. Nur Müller aus Näfels wagte sich an die Aufgabe heran. Monatelang tüftelte er mit seinem Mechaniker im Linthli-Garten an der Konstruktion. 1348 Kartonpaneelen aus hundertprozentigem Recycling-karton wurden zum Wahrzeichen der Ausstellung. Das grösste «Müller-Display» aller Zeiten wurde gar von der NZZ gelobt, es hebe sich vom gezeigten univer-sellen Mittelmass an der Ausstellung wohltuend ab. So wurde die aussergewöhnliche Unternehmerpersönlichkeit aus dem Glarnerland mit einem Mal auf nationaler Ebene gefeiert.
Heute wird der Preisträger für sein kulturelles Engagement vor Ort geehrt, wie schon 2006 von der Gemeinde Näfels im kleinräumigen Rahmen. Seit 2006 sind mehr als 20 Theater-, Ausstellungs- und Buch-projekte hinzugekommen. Somit jährlich mindestens ein Projekt. Nicht nur als Herr über das Glarner Landes-museum, auch als Delegierter in der Städtepartnerschaft zwischen Glarus und Bad Säckingen hinterliess er über die Gemeindegrenzen hinaus Spuren. Einen kantonalen Kultur-preis hat er nie erhalten.
Hat es damit zu tun, dass Schorsch der Behördenpolitik schon früh den Rücken kehrte? Nicht ohne einen gewissen Galgenhumor. In seinem Rücktrittsschreiben als Gemeinderat schrieb er: «Wer sich zu viel bückt, kriegt einen krummen Rücken und fängt an, schief zu denken.» Damit bricht er äusserlich mit einer Familientradition: Seine Vorfahren waren die Dorfmächtigen: Josef Müller, sein Grossonkel war über Jahrzehnte Gemeindepräsident von Näfels. Sein Gross-vater Emil Franz Müller war Schulratspräsident, Kirchenpräsident und Betrei-bungsbeamter. Nicht als homo politicus, sondern als homo civilis, in der Zivilgesellschaft führt Schorsch die Familientradition weiter. Auch er will «heimaten». Ich zitiere mit diesem Verb den bosnisch-deutschen Schriftsteller Sasa Stanisic: «Wir heimaten, das bedeutet: Etwas tun für andere. Etwas tun für einen Ort, künstlerisch, sozial, archivarisch, immer mit dem Ziel einer mögli-chen Lebensverbesserung für alle an diesem Ort».
Georgs Antrieb: Gestaltungswille, das Bedürfnis nach Resonanz und sozialer Vernetzung, auch Freude am Fremden. Und: eine unbändige Lust, Vergangen-heit zu dokumentieren. Wenn Sie verehrte Zuhörerinnen und Zuhörer schon längst einen Estrich mit Archivschachteln räu-men sollten, melden Sie sich noch heute Abend beim Preisträger.
Ich fragte die vier Kinder des Laureaten nach den Stärken ihres Vaters. Das Ergebnis ist eindeutig: Wagemut, Gelassenheit, unermüdliche Hingabe an eine Sache, Überzeugungskraft und soziale Grundhaltung, unverwüstlicher Optimis-mus (die Kehrseite davon ist die Gutgläubigkeit). «Der Mann, der nie Nein sagen konnte», heisst es in der Familie. «Ich find das eine gute Eigenschaft», sagt seine Frau Evelyne an einem angeregten Mittagstisch im letzten Oktober. Evelyne fügte neckisch und auch selbstbewusst an: «Die Blumen sollten jeweils direkt der Frau über-geben werden».
Dass Müllers mit Weitblick «heimaten», ist auch seiner Gemahlin Eve-lyne zu verdanken. Über all die Jahre organisierte sie die vielen Reisen in ganz Europa und rund um den Globus. Wer im Wydenhof tafelt, spürt eine Weltoffenheit, die so gar nicht zu den Bergflanken passen will, die den Ort prägen.
Müllers Belesenheit führt dazu, dass meine Frau den Müllers bei Einladungen Bücher statt Blumen schenkt. Und sie trägt beim Abschied meist gelesene Bücher der Müllers nachhause: Letztmals einen kiloschweren Band über die Berner Patrizierfamilie von Wattenwyl. Im Vor-wort wird darauf verwiesen, dass die Gene-alogie der Patrizier den Män-nerstämmen entlang verlaufe. So ist es auch in Müllers publizierten und noch nicht publizierten Familienchroniken. Das Patriarchalisch-Dynastische konnte der Laureat nie ganz abstreifen.
Jedoch: Obwohl Wydenhöfler, und kein proletarischer Gerbibueb, wie der eben geehrte Fridolin Hauser, hat Seharsch ein Flair für rauhe Sprache - der amer-kanische Autor Kent Haruf ist einer seiner Lieblingsautoren - und er kann bäuerlich stur, besessen von einer Sache sein. Wenn er etwas im Kopf hat, geht er mit dem Kopf durch die Wand. Als der Glarner Regierungsrat in den 80er Jahren kein Gehör hatte, ein Festspiel zur 600-Jahrfeier der Schlacht bei Näfels zu unterstützen, versuchte er es zusammen mit Tis Eimer auf eigene Faust, mit Autoren aus dem Kanton Glarus. Das Unterfangen scheiterte vorerst, der ent-täusch-te Tim Krohn verarbeitete seinen Frust im Buch «Frei! Und tot». Doch Müller gab nicht auf. 2002 wird in Näfels «Fridolina» aufgeführt. Auf «Fridolina» folgt 2010 «anna carnifex», in Mollis. Produktionsleiter: Georg Müller.
Die Philosophin Ursula Pia Jauch hilft uns, dem Laureaten näher zu kommen. Sie schreibt, in manchem Business-Menschen verberge sich ein Alchimist, ein «träumendes Gedankentier, das sich nach Zauber und Verzauberung sehnt». Nicht Vernunft leitet, sondern Leidenschaft. Das hat manchmal seinen Preis. Schorsch sagt: «Auch Verlieren und Verzichten habe ich gelernt, das gibt mir eine gewisse Gelassenheit.»
Hier in katholischen landen darf man den ehemaligen Klosterschüler auch in einen religiös-spirituellen Kontext stellen. Im Buch «Die Wiederkehr der Engel» schreibt der nachkonziliäre katholische Theologe Her-bert Vorgrimler, «Engel» seien keine Gattung, sondern stünden für Botschaften. Auch Menschen könnten Engel sein, jedenfalls jene, die andere anrühren, bewegen und mitreissen könn-ten.
Das führt mich zur gesellschaftspolitischen Würdigung. Es geht um Vermögens-kultur, so wie sie der Wiener Sozialforscher und Soziologe Thomas Druyen in seinem Buch «Die Goldkinder» versteht: Vermögen ist nicht gleich Reichtum. «Vermögen» bedeutet so viel wie „Bewegen" oder „Verändern". Die Reichen kümmern sich nur um sich selbst, die Vermögenden auch um das Umfeld. Das entspricht Platons Staats-maxime («Politeia», N. 433a): Jeder soll mit seinen Talenten „das Seinige» zur Gerechtigkeit beitragen, schrieb er. In der Schweiz ist dieses Verständnis in Art. 6 BV verankert: «Jede Person nimmt Verantwortung für sich selber wahr und trägt nach ihren Kräften zur Bewältigung der Aufgaben in Staat und Gesellschaft bei.» Wer nur scheffelt, ist ein "Bourgeois". Wer sich auch für das Gemeinwesen engagiert ist ein «Citoyen».
Ein Letztes: Preisverleihungen sagen immer auch etwas über das Werte-system der Verleihenden aus. Kulturpreise von Gemeinden und Kanto-nen sind ein Thermometer zum Kulturverständnis des Gemeinwesens. Im benachbarten ehe-maligen Glarnerisch Schwyzerischen Untertanenland See-Gaster werden keine regionale Kultur-Preise verliehen, es wird markiert. Marken statt Preise. Das sagt einiges aus über den Stellenwert der Kulturakteure im Wertesystem der regionalen Behörden.
Ich gratuliere der Grossgemeinde Glarus Nord, dass sie die Preisver-leihungskultur der ehemaligen Gemeinde Näfels weiterführt und in der achten Runde erstmals gleich zwei verdiente Kulturvermittler und Cito-yens auszeichnet.
Und Dir, lieber Schorsch, aber auch Deiner Frau Evelyne, gratuliere ich zum Lebenswerk, das heute von der Gemeinde Glarus Nord festlich und mit einem Preis gewürdigt wird. Ihr habt es wohlverdient.
Näfels, 30. Januar 2026
Dr.Bruno Glaus/www.brunoqlaus.ch/ [email protected]
Die Geehrten haben allen Grund zum Strahlen; die Gemeinde Glarus Nord hat für sie ein gediegenes Fest organisiert.
Dankesrede von Georges Müller
Sehr geehrte Damen und Herren
Die Ehrung hat mich überrascht und gefreut. Die Gemeinde Näfels hat mich 2006 schon geehrt mit einem Empfang im Freulerpalast. Nun nach 20 Jahren die grosse Gemeinde Glarus-Nord, Besten Dank.
Meine Leistungen für die Öffentlichkeit verstehe ich als Bür-gersinn, so wurde ich erzogen. In einem bürgerlichen Eltern-haus, nicht umsorgt, sondern frei, immer mit den Werten der Eltern, Grosseltern, Tanten und Onkel konfrontiert.
Die Näfelser Originale wurden geachtet, früh kannte ich die lokalen Künstler, die Politiker, die Handwerker und die Stu-dierten. Sie politisierten und jassten an unserem Stubentisch, manch eine Idee sah ich dann umgesetzt, nicht immer zum Vorteil unserer Dorfgemeinschaft.
Es waren prägende Jahre, die uns damaligen Jungen zu Vor 68er formten. Wir strebten nicht die Weltrevolution an, sondern schlicht und einfach wollten wir Mitdenken und Mit-Handeln. Das hatten wir gelernt in der Klosterschule und in der Pfadi.
Wir setzten uns mit Frisch, Böll, Dürrenmatt, Teilhard de Chardin auseinander, lasen aber auch Keller, Meyer und Stifter, um nur eini-ge Literaten zu nennen.
Reisten nach Ronchamp erhielten Einblick in Architektur von Cor-busier, nach Oberwil um die neue Malerei von Ferdi-nand Gehr zu sehen, nach Paris um das Leben in der Weltstadt zu schnuppern, nach Noisy-le-grand um bei Abbe Pierre das Engagement für die Benachteiligten kennen zu lernen.
Die Umsetzung dieser neuen Ideen erfolgte schnell genug, Bau des Pfadiheims, Mithilfe am Schwimmbad und am Got-tesdienstplatz Obersee, Einsatz für vergessene Wanderwege, Durchführen von Dorffesten für die Kirchenrenovation, für eine Theaterbühne im Dorf. Kritik an der Baukultur.
Widerstand war programmiert, ihn zu überwinden Herausforderung.
Wie macht man das elegant: Engagieren in Vereinen und Be-hörden.
Ungewohntes verpackten wir in Cabaret Texte, mit Humor wird auch Unangenehmes geschluckt, Übernahme von Verantwortung als Pfadileiter, als jüngster Kirchenvogt, als Hausverwalter und als Betriebsleiter im väterlichen Unternehmen.
Dann kam die Gründung einer Familie, das Engagement in der schweizerischen Lehrlingsausbildung für Verpackungstechnolo-gie, daneben war ich Mitglied in einem Kunstzirkel in St. Gallen, organisierte Fasnachtsumzüge, Feste und fotografierte Näfleser Originale und versuchte die Theatertradtion wieder zu beleben.
Das gelang nicht auf Anhieb erst mit Fridolina und Anna Carnifex entstand wieder grosses Theater.
Mit der Wahl zum Gemeinderat versuchte ich Einfluss auf die Dorfentwicklung zu nehmen, doch nach 10 Jahren musste ich erkennen, dass Änderungen ohne eine starke Lobby schwierig ist.
So engagierte ich mich in der Stiftung für den Freulerpalast und habe mich an den vier Kardinaltugenden des Kaspar Freuler orientiert die im Gartensaal und im Prunkzimmer präsent sind. Die vier Damen Mässigkeit, Gerechtigkeit, Stärke und Weisheit wurden mir zum Massstab.
So kann ich heute mit einer gewissen Narrenfreiheit rechnen, wenn ich Entscheide hinterfrage und zu aktuellen Fragen unserer Gesellschaft Stellung nehme wie der Entscheid die Burgmaschine nicht zu sanieren, Tafeln für das korrekte Parkieren unsensibel montiert werden, Leuchtschriften bewilligt werden, die nicht passen, den Umfahrungstunnel stoisch zu akzeptieren, die Tankgräben als Kulturerbe zu erhalten, statt sie als Erholungsgebiet aufzuwerten.
Den heutigen Preis kann ich jetzt nutzen um Geschichten meines Grossonkels Josef Müller-Landolt zusammen mit einer Cousine zu publizieren, die er vor 80 Jahren schrieb, aber damals als Alt Ge-eindepräsident und Landammann keine Unterstützung erhielt.
In diesem Sinne danke ich herzlich der Gemeinde Glarus Nord und der Kulturkommission. Ich werde mir aber erlauben das Tagesgeschäft weiterhin kritisch zu betrachten.
Grosser Dank meinem Laudator Dr. Bruno Glaus mit dem ich verschiedenste Wege gegangen bin.
Aber auch Gratulation meinem Mitgeehrten Fridolin. Unsere Meinungen differierten oft, doch er verstand es, Neues immer wieder anzuregen. Das ist eine andere Geschichte.
Georg Müller-Harder
Mit einer kleinen Theater Einlage überrascht nun Christoph Zürrer, Historiker, Kantonsschullehrer und Schauspieler.
Herzlichen Dank an George für die Erlaubnis, die beiden brillanten Reden hier einzurücken.
Der eloquente Laudator Dr. Bruno Glaus im Gespräch mit den Geehrten. Er glänzte mit hoher Belesenheit und rhetorischem Können.
Mirko Slongo hat mit seiner Crew hinter den Kulissen im Auftrag der Kultur-kommission und des Gemeinderates die Fäden gezogen und das Fest üppig organisiert. Er ist nicht nur Leiter des Bereichs Kultur..., sondern selber Künstler. Er lanciert eine Bilderausstellung in Bad Säckingen in der Villa Berberich. Ein Bus aus Näfels wird Ausstellungsfreudige nach Bad Säckingen bringen. Siehe Flyer auf der ersten Seite der Homepage.
Berichterstattung im "Fridolin" am Donnerstag, 5. Februar 2026, Seite 9
Text "FJ" - Bilder Huber Jürg / Fridolin/glarus24.ch
Der obige Beitrag von Fridolin Jakober und Jürg Huber ist wortgetreu auch erschienen auf www.glarus24.ch, nur bietet glarus24 eine ganz Serie von Fotos an.
An die 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mögen es gewesen sein, die in der Linth-Eescher Haller aufgekreuzt sind. Eine positive aufgeräumte Stimmung schwebt über der Corona. (Bild glarus24.ch)
Dr. Bruno Glaus am Rednerpult Gemeindepräsident Fridolin Staub, Dr.
Bruno Glaus und Georges Müller (Bilder: glarus24.ch)
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"Agätäbroot und Füürälihäiss"
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Samstig, 18. Juli 2026 -
Wer so guäti Geen hett we duu, rüäft sofort nach Foortpflanzig.
Juli oder Heu-Munet
Sulzbodä Heuer mit em Tubaggpfiiffli