Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein.
(Foto: David McLion, Schwanden, 1942-2021)
Bouquet in den Glarus Nord-Farben blau gelb
Samstag, 31. Januar 2026
Gediegene Kulturpreisfeier Glarus Nord
Gestern Abend 18 Uhr. Linth-Escher-Halle, Niederurnen, geschmückt mit Riesen-Bouquet in den Glarus Nord Farben gelb-blau, festlich erleuchtete Bühne und
wahrscheinlich ein wohl 200-köpfiges Publikum, schmetternde und zackige Eröffnungsklänge durch die Brassband "Blächzend" unter Leittung von Florian Fridolin Landolt.
Gemeinderat Martin Dürst, Kultusminister der Gemeinde Glarus Nord er-öffnete als Vorsitzender der Kulturkommission den hochfreudigen Anlass und moderierte
den Abend.
Das Programm:
Begrüssung Martin Dürst
Laudatio Dr. phil. I Hans Laupper für Fridolin Hauser
Kurz- und Dankesrede von Fridolin Hauser
Übergabe des Anerkennungspreises durch
Gemeindepräsident Fridolin Staub
Laudatio Dr. iur. Bruno Glaus für Georges Müller
Kurz- und Dankesrede von Georges Müller
Übergabe des Anerkennungspreises durch Gemeindepräsident Fridolin Staub
Humoristische Überraschungseinlage durch Christof Zürrer
Schlussspiels
Apéro riche im Foyer - Small Talk - Gemütliches Beisammensein
Als einer der Betroffenen habe ich das Bedürfnis meiner Überraschung Ausdruck zu geben, dass ich für diese hohe Ehre auserkoren worden bin. Zum Zweiten
danke ich - gerührt durch den gediegenen Anlass -
dem Gemeindepräsidenten Fridolin Staub und dem Gesamtgemeinderat,
dem Kultusminister Martin Dürst und der Kulturkommission,
dem Bereichsleiter Kultur Mirko Slongo und seine Mitarbeiterstab,
der Brassband "Blächzend"
und dem überraschend zahlreichen Publikum von nah und fern.
Die geehrten Georges Müller und Fridolin Hauser Osterhazy
Dr. Hans Laupper, langjähriger Freund und brillanter Laudator
Die Laudatio von Dr. Hans aupper
Kulturpreis der Gemeinde Glarus Nord
Laudatio zur Übergabe des
Anerkennungspreises 2026 an Fridolin Hauser
Sehr geehrter Herr
Gemeindepräsident,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, geschätzte Anwesende
Wie sehr hätten sich unsere ehemaligen Lehrer im Dorfschulhaus Näfels darüber gefreut, dass am heutigen Tag zwei ihrer ABC-Schützen, nämlich – Fridolin
Hauser und Georg Müller – mit einem kulturellen Preis der Gemeinde Glarus Nord ausgezeichnet werden. Sie wären sicher stolz darüber gewesen und hätten beiden von Herzen gratuliert. An ihrer
Stelle darf ich dies heute tun: Herzliche Gratulation.
Und mir steht die Ehre zu, das kulturelle Schaffen und das viel-seitige Wirken von einem der beiden, nämlich von
Fridolin Hauser, im Rahmen dieses feierlichen Anlasses zu würdigen. Sein Weg, sein Wirken und sein Beitrag zur Kultur zeigen uns auf ein-drück-liche Weise wie frühe Prägungen, Neugier und
Ausdauer zu einem fruchtbaren Lebenswerk heranwachsen können.
Lieber Fridolin,
im Vorwort deines 1979 erschienenen Romans «Der
Näfelser im Himmel – eine tolldreiste Causerie zwischen Sarg und Seligkeit» schreibst du sinngemäss: «Wenn ein Näfelser zum Himmel aufschaut und mit dem Finger dem Horizont nachfährt,
zeichnet er die Höhen und Tiefen sowie die Grenzen seines Lebens auf.»
Diese Worte sind nicht nur poetisch, sie spiegeln
ebenso deine Geisteshaltung wider: tiefgründig, heimatverbunden und mit feinem Gespür für Geschichte und Menschlichkeit.
Du wurdest am 9. April 1939 geboren – genau 551
Jahre nach der Schlacht bei Näfels, und dazu noch an einem Ostersonntagmorgen. Als einziges Kind eines Ur-Näfelsers und einer Österreicherin kamst du gleichsam als symbolisches Friedenszeichen
zur Welt – ein versöhnliches Echo auf ein geschichtsträchtiges Ereignis.
Dein Vater, der legendäre «Hasä Fritz», dein
besonderes Ge-burtsdatum und dein Namenspatron, der heilige Fridolin, inspirierten dich später zu deinem allseits bekannten literarischen Pseudonym: Fridli Osterhazy.
Unsere Wege kreuzten sich schon früh. Bereits im
Kindergarten fesseltest du unsere Schwester Alice Marie mit deinem wachen Geist und deinem verschmitzten Humor. Schon damals glänztest du auf der Bühne als kleines Häschen im Rampenlicht – ein
erstes Zeichen deiner späteren Schaffenskraft.
Auch sportlich beeindrucktest du uns: als Skitalent
am Hang beim Bärenfritz und am Rütiberg, wo du uns Jüngere mit Eleganz das Skifahren lehrtest.
In der Pfarrkirche warst du als Oberdiener stets
präsent und gabst mit Würde und Ernst deinen Mitministranten den zeremoniellen Takt vor. Besonders eindrücklich war jeweils der Moment an Ostern, wenn dein ehemaliger Nachbar, Sigrist Willy
Schwitter, «Christus» sekundengenau aus dem Heiligen Grab zum Himmel aufsteigen liess – ein Augen-blick voller Symbolkraft, für uns alle, und sicher auch für dich.
Dein Weg führte dich ins Lehrerseminar Rorschach.
Du warst Lehrer, Rektor, Dozentenausbildner, Swissair-Instruktor und davor drei Jahre lang bei Landis & Gyr in Zug tätig.
Dreizehn Jahre lang prägtest du das Schulwesen des
Bezirks Einsiedeln und lehrtest dort auch im Kloster der Benediktiner, bevor du mit deiner Familie in die Heimat zurück-gekehrt bist und an der Berufsfachschule Ziegelbrücke als
Fachlehrer unterrichtetest.
1986 wählte dich das Volk von Näfels zum
Gemeindepräsidenten – ein Amt, das du acht Jahre lang mit Pflichtbewusstsein, Weitsicht und Herzblut ausübtest. Du warst nicht nur Lenker der Gemeinde, sondern auch Chronist, Ver-mittler und
Impulsgeber.
Du gründetest die Glarnerische Staatsbürgerliche
Gesellschaft, um demokratische Bildung zu fördern und du holtest Gäste wie den «politgekrönten württembergischen Teufel» samt seiner Sekretärin zu einem Vortrag über Europa in den
Soldenhofsaal und gar den deutschen Bundesminister Norbert Blüm nach Glarus, damit er an der Landesgemeinde gelebte Demokratie persönlich miterleben konnte.Selbst der allseits bekannte und scharfzüngige Viktor Giacobbo konnte deinem geflügelten Charme nicht widerstehen und präsentierte sich
öffentlich als dein Gesprächspartner auf der Piazza der Landesbibliothek.
Als wandelndes Ortslexikon hast du das Bewusstsein
für Geschichte und Heimat gestärkt – besonders sichtbar bei der 600-Jahr-Feier der Schlacht bei Näfels, die du mit grossem Engagement mitgestaltet hast.
Unvergessen bleibt der Besuch von Bundesrat Adolf
Ogi 1988 zur Enthüllung der Ortstafel «Näfels – Gemeinde Europas» – ein Moment nationaler Würdigung.
Im Milleniumsjahr 2000 hast du gar zwei Bischöfe -
ein Franzose und ein Schweizer - dazu gebracht, gemeinsam am Altar in der Kirche von Näfels über einer Reliquie des Heiligen Hilarius ein Pontifikalamt zu feiern.
Und mit der Wiederbelebung der Äbtejahrzeit zu
ihrem 190. Jubiläum hast du zusammen mit Bischof Markus Büchel eine fast vergessene Tradition neu erstrahlen lassen.
Lieber Fridolin
Du bist in Näfels aufgewachsen, zwischen Rauti und
Tränki, umgeben von einer imposanten Bergwelt. Hier hast du das ABC erlernt – und auch, wie man mit den Gefahren in einem Bergtal umzugehen hat.
Beim Hochwasser von 1953 gerieten die beiden Runsen
ausser Kontrolle und machten die Hauptstrasse vor dem Freulerpalast schiffbar. In der Gerbi, im Wydenhof und im Hirzen kam es damals vor deinen Augen zu dramatischen Szenen – und auch dein
geliebtes Oberseetal blieb von den massiven Regenfluten nicht verschont.
Doch dort oben, am Obersee, auf rund 900 Metern,
hast du – wie du selbst im «Näfelser im Himmel» schreibst – erfahren, was Freiheit bedeutet: sich nicht eingeschränkt fühlen, sich frei bewegen dürfen, Weitblick gewinnen und Kraft
schöpfen für neue kulturelle Höhenflüge.
·Ja - dein Schaffen ist reich und vielgestaltig.
Die Zahl deiner Publikationen ist immens.
Sie reichtvon der Sulzbodä-Ziitig übers Rutliwasser bis hin
zu Werken wie Näfelser Sagen oder «Agätabroot und Füürelihaiss», Marianne Hauser von Näfels: letzter Gang zum Galgen-büchel, Füüfäsächzigmal Frisch vom Fridli : Ä-n - Usswahl uss 650
publiziärtä Värs und äma Mundaart-Diggsiunäär im Anhang, Näfelser Geschichte(n), Klosterchronik Maria Burg Näfels, Mein Name ist Fridolin, Pankraz: Jänu Sechzigmal «Dies und Das» zum
Sechzigsten: eine Auswahl von 60 Glossen aus der Wochenzeitung "Fridolin" oder Die Geburt ist meine Mutter, der Tod mein Vater, das Leben bin ich.
Hinter all deinen Texten und deinem sprichwörtlichen «Jahreskaländer» versteckt sich so etwas wie ein flüsternder Rautigeist, der deine Publikationen als Quellen
örtlicher Überlieferung auf der bunten Leinwand heimatlicher Geschichte sichtbar macht und mit der Wiederbelebung des von Fridolin Elmer gegründeten «Kulturforums Brandluft», hast du einen Weg
geöffnet, um typisch Dörfliches in der Gemeinde Glarus Nord ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen.
Lieber Fridolin,
du bist eine lebendige Legende, der Dorfchronist in Person, von den Musen geküsst – ein
exzellenter Pianist, ein begabter Zeichner, Mediator, aber auch Poet und Autor vieler publizierter Werke.
Du hast darüber hinaus unzählige Berichte, Glossen
und Gratulationen zu Geburtstagen, aber auch viele einfühlsame Nachrufe verfasst – Texte, die das kollektive Gedächtnis un-serer Region nachhaltig prägen.
Du bist Kulturvermittler, Mahner zur Bewahrung von
Tradi-tionen, Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Gegen-wart.
Auch als Partner warst du verlässlich: Beim
Jubiläum «100 Jahre Eisenbahn im Glarnerland» entstand dank dir die Broschüre «Die Schiene öffnet ein Tal» – ausgezeichnet als eines der 100 schönsten Bücher der Schweiz.
Du hast den Fridlibund gegründet, die
Städtepartnerschaft mit Säckingen ins Leben gerufen und ab den 2010er Jahren mit vielen Publikationen unter dem Titel «Im Zeichen des Heiligen Fridolin» Geschichte und Gegenwart liebevoll
miteinander verknüpft.
Zu deinen Ehren wurde 1988 in Säckingen im
Schlosspark ein Baum eingepflanzt – und darüber hinaus wurdest du noch mit einer silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet.
Du bist Ehrenmitglied der Harmoniemusik Näfels und
des Touring-Clubs Glarus, wo du einige Jahre im Vorstand mitgewirkt hast, du präsidiertest gar zweimal den Kiwanisclub Glarus, gabst mit Brigadier Robert Küng den Anstoss zur Gründung der
General-Bachmann-Gesellschaft und warst auch Gründungsmitglied und erster Präsident der Freunde der Landesbibliothek.
Ob als Initiator, Erzähler, Sammler, Gestalter oder
Interpret – du hast nicht nur Geschichte bewahrt, du hast sie weiter-geschrieben
mit Tinte,
mit Herzblut,
und mit dem Blick auf das Wesentliche – den Menschen, seine Herkunft und seine Würde.
Dein Schaffen, dein
Wirken, dein Wissen und dein Wesen sind ein Geschenk für uns alle.
Deine Webseite ist geradezu ein Füllhorn – reich an
Bildern, Gedanken und Geschichten.
Deine Stimme wird gehört.
Deine Worte bleiben.
Deine Spuren sind tief.
Lieber Fridolin
In tiefer Dankbarkeit und Anerkennung würdigen wir alles, was du uns mit deinem grossen kulturellen En-gagement und deinen wertvollen Werken geschenkt und
überliefert hast, ebenso danken wir
deiner verstorbenen Frau Elisabeth und deinen drei Kindern, auf deren Verständnis und Unterstützung du immer zählen konntest.
Du hast diesen Preis
mehr als verdient. Unsere Wertschätzung ist dir sicher. Herzliche Gratulation!
Mittwoch, 28. Januar 2026
Eine Gedenkstunde, die ans Herz ging
Holocaust-Überlebende sprach
vor dem Deutschen Bundestag
Die 87-jährige Tova Friedmann überlebte als 5-jährige den Holocaust
Im Deutschen Bundestag war heute eine Gedenkstunde für die Opfer des Holocaust.
Dabei trat die Tova Friedmann auf, die als 5-jährige den Holocaust überlebt hatte, weil sie sich unter einer Leiche versteckt hatte
Tova Friedman erinnert im Bundestag an die Verbrechen von Auschwitz.
Die in Polen geborene Tova Friedman (87) sprach heute Mittwoch vor dem Deutschen Bundestag bei der Denkstunde der Befreiuung der Befreiung des Todeslagers in
Auschwitz (27. Januar 1945). Als Fünfjährige wurde sie aus ihrem Heimatort Tomaszow-Mazowiecki an der Hand ihrer Mutter in das Konzentrationslager bei Krakau verschleppt.
Friedman wurde in Gdynia unweit von Danzig geboren. Ihre Familie kam aus Tomaszów Mazowiecki, wohin sie nach dem Überfall auf Polen zurückkehrte. Mit fünf Jahren wurde
Friedman gemeinsam mit ihrer Mutter ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort überlebte
Friedman vermutlich durch einen technischen Defekt die Gaskammer. Sie gilt als eine der wenigen Überlebenden, die
eine Gaskammer von innen gesehen haben. Die Todesmärsche von KZ-Häftlingen überlebte Friedman, indem sie
sich zwischen Leichen versteckte.
Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten in Tomaszów Mazowiecki etwa 5000
jüdische Kinder, von denen nur fünf überlebten. Von Friedmans Familie wurden 150 Angehörige im Zuge des Holocaust ermordet.
1998 wurde Friedmans Leben im Buch Kinderlager. An Oral History of Young Holocaust Survivors von Milton
J. Nieuwsma öffentlich bekannt. Einige Jahre später legte ihr Enkel Aron für sie ein Profil auf TikTok an, in dem sie in Videos über ihre Erfahrungen in
Auschwitz berichtet und Fragen von Kindern beantwortet.
Das Profil hat inzwischen 500.000 Follower.[2022 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem Journalisten Malcolm Brabant ihre Erinnerungen im Buch Ich war das Mädchen aus
Auschwitz. Zudem hält sie Vorträge über ihre Erfahrungen.
Tova Friedmann zeigt ein Bild mit ihrer Mutter. (Bild: www.bild.de)
Tova Friedmann am Rednerpult im Deutschen Bundestag
Wer Lust, Interesse und Zeit hat, mag die auf Deutsch übersetzte Rede, die Tova Friedmann heute vor dem Bundestag gehalten hat, hier lesen. Sie ist erschütternd.
Rede von Tova Friedman anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.
Guten Tag, sehr verehrte Damen und Herren!
Ich fühle mich sehr geehrt, zu diesem feierlichen und wichtigen Anlass zu Ihnen sprechen zu dürfen.
Ich stehe hier vor Ihnen, um mit Ihnen eine Wahrheit zu teilen, die schmerzlich, aber wesentlich ist. Ich habe keine Geschwister, ich habe keine
Onkel und Tanten, und ich habe meine Grosseltern oder meine Urgroltern nie kennen-gelernt, und zwar aufgrund dessen, was Millionen von Juden während des Zweiten Weltkriegs im Namen einer
entmenschlichenden Ideologie – des Anti-semitismus – angetan wurde, einer Ideologie, die das moralische Urteil kor-rumpiert, Institutionen ausgehöhlt und letzten Endes ganz gewöhnliche Menschen
zu Mittätern an beispiellosen Verbrechen gemacht hat.
Ich spreche heute nicht nur für mich selbst, sondern im Gedenken an sechs Mil-lionen jüdische Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden, weil
sie jüdisch waren – darunter eineinhalb Millionen Kinder. Viele wurden in Todeslager de-portiert, in denen man ihnen schon wenige Stunden nach ihrer Ankunft ihre Habseligkeiten, ihre Identität,
ihre Würde und ihr Leben nahm. Andere wurden in Dörfern, auf Feldern, in Wäldern und in Tälern in ganz Europa einfach erschos-sen – ganze Familien wurden dort ausgelöscht, wo sie standen.
Ich gehöre zu der schwindenden Zahl an Überlebenden, die noch Zeugnis ab-legen können. Wir tun dies nicht, um alte Wunden aufzureissen, sondern um
dem Erinnerungsverlust entgegenzuwirken. Die Geschichte hat uns gezeigt, dass Vergessen niemals neutral ist – es ist gefährlich.
Wer hätte gedacht, dass ein Kind, das man nur unter der Häftlingsnummer A-27633 kannte und das den Tod in der Gaskammer finden sollte, einundachtzig
Jahre später vor hochrangigen Politikern stehen würde, die sich zu Erinnerung und Verantwortung bekennen?
Ich bin hier, weil Zeugen überlebt haben. Und weil Zeugen überlebt haben, hat die Wahrheit nach wie vor eine Stimme.
Ich bin das Kind, vor dem Hitler Angst hatte. Seine Devise lautete: KEINE ZEU-GEN! Ich spreche für die sechs Millionen Seelen, deren Stimmen zum
Schwei-gen gebracht wurden. Ich bin Ihre Zeugin. Ich möchte Sie auf eine Reise in die Hölle mitnehmen.
Meine früheste Erinnerung ist, wie ich mich in einer kleinen, völlig überfüllten Wohnung im Ghetto von Tomaszów Mazowiecki unter einem Tisch
versteckte. Ich erkannte die Stimmen meiner Eltern, meiner Grossmutter und meines Onkels, aber ich wusste, dass ich mein Versteck erst verlassen durfte, wenn man mir das sagte. Es war gefährlich.
Die SS hatte es auf alte Menschen und Kinder abge-sehen – die Wehrlosesten. Meine Grossmutter wurde vor unserem Haus er-schossen, während ich versteckt war. Ich hörte die Schüsse, die Hunde, ihre
Schreie, danach Stille.
Als das Ghetto liquidiert wurde, wurden die meisten Bewohner ermordet oder nach Treblinka deportiert. Meine Familie wurde gezwungen zurückzubleiben,
um alle Spuren dessen zu beseitigen, was passiert war.
Mein Vater beschrieb später in seinen Erzählungen die Szene vor der Depor-tation: „Mütter klammerten sich an ihre kleinen Kinder, ihre verzweifelten
und mitleidigen Blicke auf die Augen ihrer Kleinen gerichtet, voller Kummer und Trau-er; sie fühlten, dass ihr Ende nah war, und ohnmächtig richteten sie ihre Hände gen Himmel und fragten: Herr
im Himmel, warum hast Du uns ein solch furchtbares Todesurteil auferlegt?“ Als sich die Türen des Viehwaggons gerade schlossen, rief ein Rabbiner, den mein Vater kannte, ihm zu: „Vergiss uns
nicht!“, und er wiederholte es auf Jiddisch: „farges unz nisht.“
Am 5. September, zwei Tage vor meinem fünften Geburtstag, kamen wir in Starachowice an. Es war ein Zwangsarbeitslager, umgeben von Stacheldraht.
Überall waren Wachtürme. Keine Möglichkeit, sich zu verstecken. Meine Eltern mussten von morgens bis abends in einer Munitionsfabrik arbeiten. Ich erinnere mich an den Klang der Stimme meiner
Mutter: „Pass auf dich auf, bis ich zurück bin.“ Sie begann, mir die ersten Überlebenstechniken beizubringen: „Denk dran: Nicht rennen, wenn du die Hunde siehst. Schau niemandem direkt in die
Augen, weder den Hunden noch den Soldaten. Richte den Blick nach unten, lass sie einfach vorbeigehen. Versuch, unsichtbar zu sein...“ Dies waren einige der Über-lebenstechniken, die mich am Leben
hielten.
Ich war den ganzen Tag mit den anderen Kindern auf der Strasse und versuchte, die Hunde und Wachleute zu meiden. Wir schätzten uns glücklich, fürs
Erste den gefürchteten Selektionen entkommen zu sein. „Mama, wo sind all die Men-schen?“, fragte ich eines Tages. Das Lager schien sich geleert zu haben. „Selektionen“, antwortete meine Mutter.
Mehr musste sie nicht sagen. Mit fünf Jahren wusste ich Bescheid. Menschen wurden selektiert, um sie zu töten.
Ich wurde vorsichtiger und blieb häufig allein in unserem Raum. Dann hörte ich etwas sehr Beängstigendes. „Kinderselektion.“ Ein Schauer lief allen
Eltern über den Rücken. Wo können wir sie verstecken? Meine Eltern versteckten mich in einer Zwischendecke, die extra für diesen Fall eingezogen worden war. Die Jäger mit ihren Waffen entdeckten
fast alle zitternden Kinder, die man versteckt hatte. Unter den Schreien ihrer Eltern wurden sie auf Lastwagen gepfercht und zum Ort ihrer Ermordung gefahren. Mein Leben spielte sich jetzt in
unserem kleinen, dunklen Raum mit zugehängten Fenstern ab, in Erwartung des nächsten Befehls. „Bin ich das einzige jüdische Kind, das noch übrig ist auf der Welt?“, fragte ich mich in meiner
Unschuld.
Meine Erinnerungen an diese Zeit sind sehr vage. Ich schlief sehr viel, weinte still in mich hinein und wartete darauf, dass meine Eltern abends aus
der Fabrik zuückkamen und mir etwas zu Essen mitbrachten. Dann, an einem schönen Sommertag, durfte ich den dunklen Raum verlassen, um die Sonne zu genießen. Aber meine Mutter packte. „Wohin gehen
wir?“, fragte ich. „Nach Auschwitz“, lautete ihre Antwort.
Im Alter von fünf Jahren war mir der Name ein Begriff. Wie uns allen. Ich wusste, dass niemand von dort zurückkehrte, aber meine Sinne
konzentrierten sich auf das Licht und den Sonnenschein, die ich nach Wochen der Dunkelheit spüren durfte. Daher reagierte ich kaum darauf. Eine halbe Stunde später standen wir an den offenen
Waggontüren.
Es war das zweite Mal, dass ich meinen Vater weinen sah. Das erste Mal war, als er meiner Mutter erzählte, dass er seinen Eltern gerade auf einen
Lastwagen ge-holfen und sie zum Abschied geküsst hatte. Sie alle wussten, dass sie sich nie wiedersehen würden. Und jetzt stand er da, weinte und sagte mir, ich solle ein braves Mädchen
sein.
Es war das erste Mal, dass unsere kleine Familie getrennt wurde. Meine Mutter und ich wurden in einen Waggon für Frauen getrieben, und mein Vater
ging mit den Männern mit. Es folgten 36 Stunden voller Dunkelheit, Durst und Hunger und ohne die Möglichkeit, seine Notdurft zu verrichten. Ich versuchte, mit meiner Mutter zu sprechen, damit sie
mich trösten konnte, aber durch die schrecklich lauten Schreie, das Stöhnen und die Gebete der verängstigten Frauen war es unmöglich miteinander zu sprechen.
Nach der Ankunft flogen die Türen auf, und das plötzliche Sonnenlicht schmerzte in meinen Augen, aber es war der Gestank, der mich überwältigte.
„Was ist das für ein Gestank?“ Meine Mutter zeigte auf den dunklen, dicken, giftigen Rauch, den ich während meiner gesamten Zeit in Auschwitz einatmen musste. Ich verstand.
Mit geschorenem Kopf in dünner Kleidung, hungrig und müde wurden wir in unser neues „Heim“ geführt, die mittlere Ebene einer Koje in einer grossen,
dunklen und deprimierenden Baracke.
Und wieder brachte mir meine Mutter Überlebenstechniken bei: „Pass gut auf deine Schüssel, deine Tasse und deinen Löffel auf. Sonst bekommst du
nichts zu essen.“ Man kann gar nicht beschreiben, wie sehr wir unter Hunger litten. Ich hungerte mit anderthalb Rationen, da meine Mutter mir die Hälfte ihrer Ration abgab.
„Weine nicht, egal, was passiert. Dann giltst du als schwach. Die Schwachen überleben nicht.“ Ich weinte nicht, als man mich schlug, weil ich bei
einem Appell, als die Namen aufgerufen wurden, nicht stillstand. Ich weinte nicht, als ich sehr krank wurde und alles wehtat, und ich weinte nicht, als man mich meiner Mutter wegnahm, mich
tätowierte und mit anderen Kindern in einer Baracke einsperrte, in der wir auf unseren Tod warteten. Und ich weinte nicht, als ich nackt hungerte und fror. Ich wartete mit den anderen Kindern
darauf, dass sich die Tür zur Gaskammer öffnete.
So unwahrscheinlich es auch war: Meine Mutter und ich überlebten. Als wir Auschwitz Hand in Hand verliessen, flüsterte sie mir nur zu: „Erinnere
dich.“ Seitdem erinnere ich mich jeden Tag.
Nach der Befreiung existierte die Zukunft, die sie mir versprochen hatte, nicht mehr. Einhundertfünfzig Angehörige ihrer Familie waren ermordet
worden. Nur sie hatte überlebt. Mein Vater kehrte aus Dachau zurück als ein körperlich und seelisch gebrochener Mann. Er konnte kaum darüber sprechen. Meine Mutter starb im Alter von 45 Jahren.
Sie hatte körperlich überlebt, aber ihr Herz war stets in Auschwitz geblieben. Sie sagte einmal zu mir: „Diese Welt ist nicht für Men-schen gedacht.“
Ich erfuhr von ihrem Tod, als ich mit dem College eine Reise nach Israel unter-nahm – ein Lebenstraum. Für uns ist Israel nicht einfach nur ein Ort
auf der Landkarte. Es ist das Herz einer dreitausend Jahre alten Geschichte – einer Geschichte von Glauben, Sehnsucht, Verlust und Rückkehr. Selbst in unseren dunkelsten Stunden symbolisierte
Israel Hoffnung, Beständigkeit und den Glauben, dass Verzweiflung nicht das letzte Wort haben würde. Nach dem Holo-caust wurde es eine moralische und existenzielle Notwendigkeit – die Sicherheit,
dass jüdisches Leben nie wieder allein von der Gnade anderer abhängig sein würde.
Jetzt, 81 Jahre später, hat sich ein Grossteil der Welt gegen uns gewandt. Ich verliess Auschwitz mit dem Gedanken, dass ich mich nie wieder
fürchten müsste, weil ich Jüdin bin, aber nun haben sich die Zeiten geändert...
Mein Enkel muss seinen Davidstern auf dem Campus verbergen. Meine Enkelin wurde gezwungen, aus dem Studentenwohnheim auszuziehen, um Bedrohungen zu
entgehen. Rufe wie „Hitler hatte Recht!“ oder „Vergast die Juden!“ sind auf den Strassen von New York, Paris und Amsterdam zu hören. Auf der ganzen Welt fühlen sich Juden wieder ungeschützt,
angegriffen und gehasst. Ist das die Welt, die die jungen Menschen geerbt haben? Eine Welt voller Hass und Angst, in der Juden schon wieder als Sündenböcke für das herhalten müssen, woran die
Gesellschaft krankt?
Genauso begann es in den 1930er Jahren in Deutschland. Der Antisemitismus ist nicht verschwunden; er hat sich angepasst. Er verbirgt sich jetzt
häufig hinter einer neuen antizionistischen Sprache, verbreitet sich erschreckend schnell über soziale Medien und findet in Kreisen Zustimmung, die eigentlich für kritisches Denken und moralische
Klarheit stehen sollten, wie Universitäten und andere wissenschaftliche Einrichtungen. Diese Warnungen müssen wir beherzigen. Die Geschichte lehrt uns, dass Hass niemals auf ein einziges Volk
beschränkt bleibt. Wenn Antisemitismus geduldet wird, werden die demokratischen Werte an sich geschwächt.
Rabbi Lord Jonathan Sacks mahnt uns: „Um ein Land zu verteidigen, braucht man eine Armee, aber um eine Zivilisation zu verteidigen, braucht man
Bildung.“ Bildung, Führungsstärke und Zivilcourage sind daher keine Option, sondern eine Verpflichtung.
Ich nehme mit grosser Dankbarkeit Deutschlands fortwährendes Bekenntnis zur Bekämpfung des Antisemitismus durch Bildung, Gedenken und Politik zur
Kenntnis. Deutschland versteht vielleicht mehr als jedes andere Land, was passiert, wenn Hass zur Normalität und Verantwortung aufgeschoben wird. Ihre „Nationale Strategie gegen Antisemitismus“
und Ihre Entschliessung „Nie wieder ist jetzt“ schützen und stärken jüdisches Leben. Ihre Programme, bei denen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler nach Israel reisen oder Konzentrationslager
besuchen, sorgen für Anerkennung und ein besseres Verständnis unseres Volks und unserer Geschichte. Deutschland hat aus eigener bitterer Erfahrung gelernt, was ungezügelter Hass gegenüber einem
ganzen Volk dem moralischen und emotionalen Zusammenhalt einer Nation zufügen kann.
Die jüngere Generation ist nicht verantwortlich für das abscheuliche und grauen-hafte Verhalten Ihrer Vorfahren in Treblinka, Auschwitz-Birkenau,
Majdanek, Bergen-Belsen, Dachau und anderen Konzentrationslagern der Nazis. Aber Sie – insbesondere diejenigen, die politische Verantwortung tragen – sind verantwortlich für die Welt, die sie
jetzt gestalten, für Ihre eigene Zukunft und die Ihrer Kinder. Und das bedeutet, diese Seuche, diese Epidemie des Hasses, diesen Antisemitismus sehr ernst zu nehmen. Neutralität im
Angesicht des Hasses ist keine Neutralität – sie bedeutet Zustimmung.
In unseren Synagogen beten wir jeden Sabbat für unsere Entscheidungsträger – dass sie uns mit Weisheit, Mut und Mitgefühl regieren, dass sich
Gerechtigkeit, Sicherheit und Würde durchsetzen und dass Menschen aller Glaubensrichtungen und Hintergründe ohne Furcht vor Ausgrenzung zusammenleben mögen.
Möge die Erinnerung zur Verantwortung führen.
Möge die Verantwortung zum Handeln führen.
Und möge das Handeln dafür sorgen, dass „Nie wieder“ nicht nur eine Parole ist, sondern eine bleibende Verpflichtung.
Ich nutze meine Zeit, indem ich versuche, andere über die Geschehnisse aufzuklären, insbesondere die jüngere Generation Dazu spreche ich an Schulen
und nutze soziale Medien wie TikTok. Ich werde damit bis zu meinem Tod weitermachen.
Ich danke Ihnen.
Tova Friedmann lächelte während ihrer Rede kaum; als sie aber von der Bundestagspräsidentin, vom Bundepräsidenten und vom Bundeskanzler umarmt wurde und die vielen
Leute auf den Rängen sah, lächelte sie. Ein Lächeln trotz allem.
Der idyllische Obersee ist auch im Winter eine Attraktion,
Zugefroren, Stille, Kälte, Faszination der bizarren Winterwelt, die Natur ruht.
Brünnelistock als weissgrauer Klotz in der einmaligen Landschaft.
Das geniessen auch Unentwegte, die auch im Winter diese Traumwelt besuchen.
Es gibt aber welche, die negative Spuren hinterlassen. Neueste Überraschung.
Am Obersee Richtung Grappliweg wurde dieser Schandfleck entdeckt und gefunden.
Mit einer Gasflasche wurden Pneus verbrannt. Hässliche, dreckige Luftver-schmutzung.
Nach dem Tauwetter werden diese hässlichen Überreste im Obersee versinken: Gasflasche, Drähte, Rückstände von Pneus, dreckige Wasserverschmutzung.
Es wäre dringend, dass die Behörden den Fall untersuchen, allfällige Nummern auf der Gasflasche ermitteln, die möglicherweise Hinweise auf die Verkaufsstelle und
damit auf den Käufer geben könnten.
E ist ein Skandal! Diese hinterlassene Brandstelle verstösst gegen Menschenverstand und sorgsamen Umgang mit der Natur.
Man mag sich auch fragen, woher die Holzsparren stammen, vermutlich von der Sennhütte der Niederseealp. Eine Untersuchung wäre angezeigt.
Donnerstag, 22. Januar 2026
Einladung
zur Teilnahme an der Vernissage
von
Mirko Slongo
"Über den Wassern - Sankt Fridolin"
Villa Berberich Bad Säckingen
Mirko Slongo, übrigens heisst Mirko = Fridolin, unser Bereichsleiter "Kultur" der Gemeinde Glarus Nord, ist in seiner Freizeit auch ein begnadeter Künstler, der
malt und auch singt und bereits zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland hinter sich hat. Er hat das Thema "Fridolin" aufgegriffen und kann nun in unserer Partnergemeinde Bad Säckingen eine
Ausstellung lancieren. Aus diesem Grund wird nun für Sie ein Bus angeboten, der Sie bequem nach Bad Säckingen bringt und nach der Vernissage nach Hause fährt.
Wer immer Lust und Freude hat, ist herzlich eingeladen, wenn möglich in Beglei-tung an dieser Kurzexkursion nach Bad Säckingen teilzunehmen.
Villa Berberich mit Ausstellung und Café Restaurant im Hause
Einladung zur Teilnahme an der Vernissage in Bad Säckingen
Freitag, 13. Februar 2026 (nachmittags) 16.00 Uhr Abfahrt
Mirko Slongo
Anmeldung - Teilnahme und Hinfahrt Vernissage
Mirko Slongo: Übers Wasser - Das Wirken
Fridolins"
16.00 Uhr Abfahrt Turnhallenplatz Näfels
17.30 Uhr ca. Ankunft Bad Säckingen Villa
Berberich
Einkehr Café Berberich (in der Villa)
18.00 Uhr Vernissage anschliessend Apero
19.30 Uhr Rückfahrt – Näfels an ca.
20..45
Kosten: NurFr. 30.-, Hin- und Rückfahrt, Bus Armin Fischli, Aeschen
Die Villa Berberich ist ein ehemaliges grossbürgerliches Wohnhaus in Bad Säckingen, Parkstraße 1, das seit den
1980er Jahren als Museum genutzt wird und unter Denkmalschutz steht.
Geschichte
Die Villa wurde im Jahre 1874 für den
Textilindustriellen Ignaz Berberich III. errichtet. Die Villa wurde auf abfallendem Gelände erbaut, deshalb erscheint sie auf der Vorderseite niedriger als auf der Rückseite. Rund um
die Villa befindet sich ein großer als Landschaftspark gestalteter Garten, direkt unterhalb der
Villa liegt ein Teich mit Fontänen.
Das Gebäude wurde in den 1930er Jahren von der Stadt erworben und von 1941 bis 1980 als Teil des nahegelegenen Bad Säckinger Krankenhauses
genutzt.
In den 1980er Jahren wurde das Gebäude als Museum und Ausstellungsort für kulturelle Zwecke umgebaut. Im Erdgeschoss befindet sich ein
Café. Die Villa zeigt Ausstellungen zu verschiedenen Themen.
Aufgrund von finanziellen Engpässen überlegt(e) die Stadt, die Villa wieder zu privatisieren.
In der Villa Berberich befindet sich seit 1984 das Mineralienmuseum Villa Ber-berich der Mineralienfreunde
Hochrhein – Fricktal e.V.
Baubeschreibeung
Der Bau wurde in relativ zurückhaltenden (Neu-)Renaissanceformen errichtet. Er
glie-dert sich in einen anspruchsvoll gestalteten Mittelrisalit und zwei flankierende Flügel, die neben Baugliedern aus Werkstein (Gesimse, Fensterrahmungen,
Brüstungs-felder) schlichte Putzflächen aufweisen.
Talseite: Der Mittelrisalit ist durch reicheren Bauschmuck und die Verwendung von Werkstein (einem Molassesandstein) hervorgehoben und überragt mit
einem Geschoss zwerchhausartig die Traufe. Die Fenster des ersten Obergeschosses sind im Mittelbau mit konsolengestützten Dreiecksgiebeln verdacht, die durch eine durchlaufende Basis zu einer
Gruppe zusammengefasst werden. Die Fensterstürze sind in allen Geschossen mit verzierten Schlusssteinen versehen, am aufwendigsten im Balkongeschoss, das sich eindeutig als Belétage zu erkennen
gibt. Die Ecklisenen sind gequadert, außer im obersten Geschoss, wo in eingetieften und gerahmten Feldern einfaches Ornament angebracht ist.
Der vorspringende, abwechslungsreich rustizierte Buntandstein-Unterbau zeigt vor dem Mittelrisalit eine einfache Quaderung. Die flankierenden Partien
dagegen weisen fugenbetontes, bruchsteinartiges Gemäuer auf, das durch aufgelegte horizontale Sandsteinbänder gegliedert wird. Der Unterbau besitzt einfache Rundbogenfenster mit schmucklosen
Scheitelsteinen und Buntsandstein-Querbalken in Kämpferhöhe. Im Mittelteil bilden hier die Fenster mit dem Portal eine Dreiergruppe. Erwähnenswert sind die filigranen gusseisernen Balkongitter
vor den Mittelfenstern der Belétage und über dem vorspringenden Unterbau.
Bergseite: Gequaderte Ecklisenen rahmen auch hier den Werkstein-Mittelrisalit. Im Obergeschoss haben die Fenster Blendbalustraden-Brüstungen, wobei ein
Mittelfenster von zwei schlichten, schmalhohen Fenstern flankiert wird. Das Mittelfenster mit konsolengestütztem Dreiecksgiebel zeigt im Giebelfeld ein Muschelmotiv. Analog ist die Gliederung im
Erdgeschoss: das Portal hat hohe, schmale Fenster zur Rechten und Linken. Der Schlussstein des Portals trägt eine Kartusche. Sturz und obere Partien der Türpfosten sind mit einem Feston, einer
üppigen Girlande, behängt.
Der rustizierte Sockel ist durch die Verwendung von Buntsandstein farblich abgesetzt. Oben schließt ein einfaches Konsolgesims den Baukörper ab. Die Ostfassade wird
durch einen risalitartig vorspringenden Standerker bereichert.
aus: Wikipedia
Café Berberich - Eldorado für kulinarische Genüsse
Sonntag, 18. Januar 2026
Denkwürdiger Hilariusgottesdienst
Brillante, klärende Festpredigt von P. Cyrill Bürgi OSB Kloster Einsiedeln
Um zehn Uhr begann der levitierte Gottesdienst in der Hilariuskirche mit dem fei-erlichen Einzug angeführt durch Pfr. Gregor Barmet, mit Dekan Hans Mathis,
Festprediger P. Cyrill Bürgi OSB, Kloster Einsiedeln, Pfr. Waldemar Nasarczuck, Vikar Dr. Sebastian Thayyil. Diakon Winfried Weimert, Lektor Martin Böni und zahlreiche Ministrantinnen und Ministranten. Die musikalische Gestaltung oblag Dirigent und Solosänger Cornelius Bader und dem
Cäcilienchor.
Noch standen die beiden beleuchteten Weihnachtstbäume im Chor, noch auf-gestellt war die kostbare Weihnachtskrippe, die diesmal nicht auf dem Marien-altar, sondern
anfangs des Schiffs aufgestellt war. Aufgeführt wurde eine Missa von Martin Vogt (1781-1854).
Bei der Begrüssung erfuhr man, dass Pfr. Gregor Barmet und P. Cyrill Bürgi OSB, Studienkollegen gewesen waren.
Dies traf sich gut; denn Pfr. Greogor Barmet hatte justament am heutigen Tage seinen Geburtstag, was den Cälienchor bewog, nach dem Festamt an den Stufen zum Chor
den Jubilaren mit einem ein Geburtstagsständchen "Happy birthday..." zu überraschen.
Traditionell feierten die Freunde der Geschichte von Näfels im "Schwert" das Hilariessen, Tafelredner war This Jenny, Kantonsschullehrer und Historiker.
Nachmittags 17 Uhr fand traditionell die Vesper des Dekanats mit anschlies-sendem Nachtessen, diesmal im "Schützenhof", nicht
mehr im Hilarisaal, statt.
Die hervorragende Festpredigt mit klärenden Worten zu Rolle des Kirchenpatrons
von P. Cyrill Bürgi OSB wird im Wortlaut nachgeliefert werden.
Festpredigt von P. Cyrill Bürgi OSB Kloster Einsiedeln
Aggiornamento:
Kerngedanke: «…und ihr alle wisst es»
Liebe Mitchristen von Näfels
Was brennt Ihnen unter den Nägeln? Wo drückt Ihnen der Schuh? Oder positiv formuliert: Wohin möchten Sie gelangen? Was ist Ihr Ziel
und Ihre Erfolgsstrategie?
Gemäss des Sorgenbarometers 2025 sorgen sich die meisten Stimm-berechtigen über Gesundheitsfragen, die Krankenkasse, über Prämien,
dann folgen Umweltschutz, Klimawandel und Umweltkatastrophen, dann AHV und Altersversorgung und dann kommen die geopolitischen Fragen.
Das sind alles legitime Sorgen. Es geht darum, ob ich und die Meinen gut leben können und ob ich noch genug habe zum Geniessen.
Letztlich wollen wir alle gesund und glücklich sein. Natürlich müssen wir Glück genauer definieren.
Wir können nicht von einem Sorgenbarometer, der von einer Bank finan-ziert wird, erwarten, dass die Sorgen um das ewige Heil (Glück)
auf-scheinen. Trotzdem ist es interessant, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht einmal zur Sprache kommt. Wir aber ahnen alle, ja, wir wissen es: es geht um mehr.
Ich würde behaupten, dass die Frage nach dem Lebenssinn, latent in jedem Leben vorhanden ist, sogar in den aktuellen, grossen,
politischen Er-eignissen im Iran, Grönland, Venezuela und allen Krisen- und Kriegsgebieten. Es geht vordergründig um Macht, Einfluss, Öl etc, aber eigentlich greifen wir nach Glück oder mehr,
ja, nach der Frucht am Baum des Le-bens. Warum tun wir, was wir tun?
Zur Zeit des heiligen Hilarius, im vierten Jahrhundert, war die Frage nach dem Sinn des Lebens virulent. Sie hat sich entzündet an
der Frage, ob Jesus nur Mensch war oder ebenso Gott. Arius behauptete, dass Christus ein Ge-schöpf sei – zwar das vornehmste und erhabenste, aber eben nicht Gott, sondern ihm nur ähnlich. Warum
war diese Frage für alle damaligen Menschen so akut und drängend? Nicht nur die Bischöfe und Theologen stritten sich untereinander, sondern auch das gewöhnliche Volk geriet sich auf den Strassen
deswegen in die Haare. Alle wussten, dass nur Gott Sün-den vergeben kann, nur Gott kann wirklich erlösen. So befürchtete ein Grossteil der Bevölkerung, dass Christus vergebens am Kreuz gestorben
ist, wenn er nur als Mensch da gehangen hat. Sind wir nun erlöst und befreit zu einem Leben in Ewigkeit oder nicht?
Hilarius war gerade 10 Jahre alt, als das erste Konzil der Christenheit über diese Frage in Nicäa tagte. Die Auseinandersetzungen
hielten noch an, als er Bischof wurde. Der Kaiser hat ihn deswegen sogar in die Verbannung geschickt.
Die Frage um die Gottheit Jesu scheint schon im ersten Johannesbrief auf: «Wer leugnet, dass Jesus der Sohn von Gott ist, hat auch
Gottvater nicht.» (vgl. 1 Joh 2,23). Diese Frage spaltete die Urgemeinde und viele verliessen sie oder verhielten sich gar als Antichriste, wie sie Johannes nennt.
Er aber versicherte seinen Adressaten: «Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es» (1 Joh 2,20). Die
Salbung meint die Salbung im Heiligen Geist in Taufe und Firmung. Damit sagt er der Urgemeinde, dass sie fähig ist zu unterscheiden. Sie weiss, dass Christus nur Erlöser sein kann, weil er von
Gott kommt und selber Gott ist.
Erlahmungstendenzen erspüren wir auch im Matthäusevangelium. Matthäus spricht von schalgewordenem Salz und von Licht, das verdeckt
gehalten wird. Die Gemeinde hat offenbar die Freude an der Schönheit ihres Glau-bens verloren. Und Matthäus ruft ihr überdeutlich ins Gedächtnis: «Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht
der Welt! Ihr wisst es! Wer sich daran hält, wird gross sein im Himmelreich!» (vgl. Mt 5,13.14.19).
In unseren alltäglichen Lebensfragen geht es im Prinzip nicht um die Sorge, wie viel noch im Portemonnaie bleibt. Das ist eine zu
oberflächliche Be-trachtungsweise. Der Sorgenbarometer kratzt eigentlich zu wenig tief. Auch wenn es der Kommentar nicht ausdrückt, so geht den Menschen um mehr. Vielleicht würden sie es nicht
so sagen, doch wir alle ahnen, dass das vollendete, ewige Glück nicht im Diesseits liegt: «Ich schreibe euch nicht, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt» (1 Joh
2,21), sagt Johannes. Natürlich ist das Portemonnaie wichtig. Wir wissen genauso, dass ohne Liebe, ohne Leidenschaft, ohne Ziel und Sinn das Glück nicht vollendet ist. Der Sorgenbarometer
bringt es nicht zur Sprache, aber wir wissen es – zutiefst.
Das dürfen wir uns am Fest eines Menschen, der für diese Wahrheit in Ver-bannung ging, sagen lassen. Wir wissen um die Wahrheit, dass
Jesus Gottes-sohn ist. Wir brauchen ihn als Erlöser und Heiland und nicht bloss als guten Menschen und Vorbild. Er hat uns befähigt, für unsere Würde einzustehen. Wir können unterscheiden, was
hilfreich ist im Aufbau für das Wohl aller Menschen. Wir wissen um die Schönheit unseres Glaubens, die sich in der täglichen Begegnung mit Christus zeigt. Es ist die Vertrautheit mit IHM, die
uns füreinander Sorge tragen lässt. Das ist unsere Sorgenskala, die wir in der Taufe übernommen haben. Jesus selbst sagt: «Sorgt euch nicht um euer Le-ben, was ihr essen oder trinken sollt, noch
um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung» (Mt 6,25)? Damit mein Jesus nicht, dass wir sorglos leben sollen. Doch im
christlichen Lebensstil ist der Akzent anders gesetzt: «Sucht zuerst sein Reich; dann wird euch alles andere dazugegeben» (Mt 6,33).
Die Akzentverschiebung in der Sorgenskala war offenbar schon im 1. Jahr-hundert ein Thema. Darum führen die Autoren der Heiligen
Schrift ihre Adressaten liebevoll zurück auf das, was sie schon wissen: ««Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es. Ich schreibe euch nicht, weil ihr die Wahrheit nicht
kennt, sondern weil ihr sie kennt» (1 Joh 2,20).
Wahrscheinlich ehren wir den heiligen Hilarius am besten, wenn wir Jesus nicht nur einen guten Menschen sein lassen, sondern ihn als
Gott anneh-men, der uns erlöst aus unserem engen Horizont, der unseren Blick öffnet für Ihn und füreinander.
So kann ich paraphrasierend sagen: «Ich habe euch nicht gepredigt, weil ihr die Schönheit des Glaubens nicht kennt, sondern gerade
weil ihr die Ver-trautheit mit dem HERRN kennt.»
Fürbitten
Herr, Jesus Christus, du hast uns gesalbt mit deinem Geist. So bitten wir voll Vertrauen:
§Für alle, die auf deinen Namen getauft sind:
lass sie aus der Gnade der Taufe leben;
hilf ihnen Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.
§Für alle, die im Glauben unsicher geworden sind: erleuchte und stärke sie durch deine heilige Salbung.
§Für alle, die sich in dieser Kirche des heiligen Hilarius zum Gebet und Gottesdienst versammeln: festige ihre Vertrautheit mit dir und ihre Sorge
füreinander.
§Für alle, die in Politik, Militär, Wirtschaft und Gesellschaft Verantwortung tragen: hilf ihnen,
die Würde jedes Menschen zu respektieren.
§Für die Menschen, die für ihre Rechte auf die Strasse gehen; für jene, die deswegen inhaftiert werden: Schütze sie.
§Für alle Opfer von Krieg, Terror, Ausbeutung und Unterdrückung; für alle Menschen in Bedrängnis, Elend und Not: Richte sie auf.
§Für die Kinder und Jugendlichen; für jene, die auf der Suche nach Identität, Sinn und Glück sind:
Stärke ihr Selbstwertgefühl.
§Für die Verstorbenen dieser Pfarrei und für alle Verstorbenen: Lass sie teilhaben an deiner dreifaltigen Liebe.
Herr, Jesus Christus, du bist wahrer Mensch und wahrer
Gott. Du bist Schöpfer und Erlöser. Durch dich loben und ehren wir den Vater im Heiligen Geist heute und in Ewigkeit. Amen.
So spärlich die Informationen über sein Leben sind, so reichhaltig sind die theologischen Werke, die dieser wahre Defensor Fidei uns hinterlassen hat. Er wurde in eine wohlhabende gallo-römische und
heidnische Familie geboren, erhielt eine solide literarische und philosophische Ausbildung, doch erst nach seiner Bekehrung zum Christentum – wie er selbst in einem seiner Werke erklärt – fand er
den Sinn des menschlichen Schicksals. Besonders durch das Lesen des Prologs zum Johannesevangelium begann Hilarius seine innere Suche und gab ihr eine Richtung. Erwachsen, verheiratet und mit
einer Tochter, empfing er die Taufe und wurde zwischen 353 und 354 zum Bischof von Poitiers gewählt.
Der Kampf gegen die Häresie
Die historische Periode, in der S. Hilarius lebte, war besonders geprägt von religiösem und kulturellem Pluralismus, der mit heftigen Polemiken das zentrale Kernstück des christlichen Glaubens in
Frage stellte. Insbesondere die Lehren von Arius, Ebion und Fotinus – um nur einige zu nennen – fanden sowohl im Westen als auch im Osten fruchtbaren Boden und verbreiteten trinitarische und
christologische Häresien, die den Kern des christlichen Glaubens gefährdeten. Mit Mut und tiefem Wissen begann S. Hilarius seinen „Kampf“ gegen die trinitarische Polemik und insbesondere gegen
den Arianismus und vertrat die Auffassung, dass Christus nur dann der Retter der Menschen sein kann, wenn er wahrer Gott und wahrer Mensch ist. In diesem aufgeheizten Klima bezahlte S. Hilarius
sein Engagement für die Wiederherstellung der Ordnung im theologischen Denken und für die Rückkehr zur Wahrheit mit dem Exil.
Das Exil und die Rückkehr nach Poitiers
Wir befinden uns im 4. Jahrhundert, während der Herrschaft von Constantius, dem Sohn des Kaisers Konstantin des Großen. S. Hilarius schrieb ein Gesuch an den Kaiser – Liber II ad Constantium – in dem er darum bat, sich öffentlich, in Anwesenheit des
Kaisers, gegen die Anschuldigungen zu verteidigen, die ihm Saturninus von Arles zu Unrecht gemacht hatte, indem er ihn als Verräter des wahren evangelischen Glaubens bezeichnete und ihn ins Exil
nach Phrygien (im heutigen Türkei) für vier Jahre verbannte. Angestachelt von den Arianern, die Hilarius loswerden wollten, ließ Konstantin ihn nach Poitiers zurückkehren, wo er jedoch triumphal
empfangen wurde. Nach seiner Rückkehr setzte er seine pastorale Tätigkeit fort und wurde dabei von dem zukünftigen Bischof von Tours, S. Martin, unterstützt, der unter der Leitung von Hilarius in
Ligugé das älteste Kloster in Gallien gründete, mit dem Ziel, den Auswirkungen der Häresie entgegenzuwirken. In den letzten Jahren seines Lebens verfasste er auch einen Kommentar zu
achtundfünfzig Psalmen. Er starb im Jahr 367, und von ihm sind exegetische-theologische Schriften und Hymnen zu dogmatischen Themen erhalten. Zu seinen Werken gehört auch der Kommentar zum Evangelium nach Matthäus, der älteste Kommentar dieses Evangeliums in
lateinischer Sprache. Seine Werke wurden von Erasmus von Rotterdam in Basel in den Jahren 1523, 1526 und 1528 veröffentlicht.
Die Worte von Benedikt XVI.
Im Jahr 2007, im Rahmen seiner Fortsetzung der Katechese über die Apostolischen Väter, widmete sich Papst Benedikt der Gestalt von Hilarius von Poitiers und fasste das Wesentliche seiner Lehre in
dieser Formel des Heiligen zusammen: „Gott kann nicht anders als Liebe sein, er kann nicht anders als Vater sein. Und wer liebt, ist nicht neidisch, und wer Vater ist, ist es in seiner
Gesamtheit. Dieser Name lässt keine Kompromisse zu, als ob Gott in manchen Aspekten Vater wäre, in anderen jedoch nicht.“
Spitalpfarrer und Leiter des Care-Teams geht in Pension
Daniel Zubler wurde vor 13 Jahren (2013) von Dekanin Almut Neuann als Spital-pfarrer des Kantonsspitals Glarus feierlich eingesetzt.
(Archivbild aus glarus24.ch)
Am Dienstag, 6. Januar 2026 stand er seinem letzten "Trauercafé" im Spital Gla-rus vor, einem vom ihm und Mitarbeiterinnen geführten Treff für Leute, denen
ein nahestehender Mensch verstorben war. Er war nicht nur Spitalpfarrer, sondern leitete auch das Care-Team, das bei Unglücksfällen und schweren Situationen hilfreich Menschen und Familien
betreut. Er wirkte auch durch Vorträge bei den Physiotherapie-Kursen des Spitals als Dozent mit.
Markenzeichen des ganz speziellen Seelsorgers: Seine positive Ausstrahlung und Fähigkeit auf Menschen einzugehen, zuzuhören und positv-ansteckende Atmosphäre zu
verbreiten. Im Pfarrertalar sah man ihn nur in Gottesdiensten, sonst sauste er in Jeanshose und weissem Hemd durch die Spitalräume. In der Freizeit schwärmte er von seinen Ausfahrten mit dem
Töff.
Immer auf Trab, ansteckend fröhlich und am Sterbebett ernst. Daniel Zubler, be-gnadeter Spitalseelsorger, der seinen "Job" liebte, in weissem Hemd und
Jeans-hose und mit dem im der Spital üblichen Badge am Gurt.
(Bild Kantonsspital Glarus)
Er verabschiedete sich in der letzten Runde des "Trauerkaffees" mit dem folgen-den Zitat aus "Zwischen Angst und Vertrauen", Antje Sabine Naegeli, Verlag
Brunnen:
"Dass, dort, wo du hingegangen bist,
kein Leid mehr dich beschwere,
keine Angst auf dir laste
und du satt werdest an allem,
wonach du hier vergeblich
gehungert hast.
Dass du wiederfindest,
die du verloren hast auf dieser Erde,
und auch wir (beide)
uns eines Tages wiedersehn,
diese Hoffnung soll meine Tür
offen finden."
Antje Sabine Naegeli
Zwischen Angst und Vertrauen
Gedanken für Trauernde
"Die Zeit heilt alle Wunden", sagt der Volksmund. Aber nicht immer trifft das zu. Es gibt Wunden, die keine Zeit der Welt zu heilen vermag. Viel eher als die Zeit ist es die Dankbarkeit
dafür, dass der geliebte Mensch gelebt hat, der heilende Kräfte innewohnen.
Einfühlsam fasst Antje Sabine Naegeli die widersprüchlichen Empfindungen und Erfahrungen Trauernder in Worte und begleitet auf dem Weg aus der Tiefe des Schmerzes in eine heilende
Dankbarkeit. Sie verleiht damit all jenen Worte, die einem Menschen nach einem schweren Verlust ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme ausdrücken möchten.
Pfarrer Heiko Rüter übernimmt am 1. Februar die Spitalseelsorge am Kantons-spital Glarus und das Pfarramt für Lebensberatung. Er folgt in diesen
Ämtern auf Daniel Zubler, der auf Ende Januar dieses Jahres mit Erreichung des Pen-sionsalters seinen Ruhestand antritt. Zubler war gemäss einer Mitteilung der Evangelisch-reformierten
Landeskirche des Kantons Glarus seit 2013 als Spi-talseelsorger am Kantonsspital Glarus und im Pfarramt für Lebensberatung tätig.
Heiko Rüter ist laut Mitteilung im Glarnerland kein Unbekannter. Von 1997 bis 2007 war er in Luchsingen Gemeindepfarrer und im Namen der reformierten Lan-deskirche
in der Höhenklinik Braunwald seelsorgerisch tätig. Seit 2008 habe er als Spitalseelsorger vielfältige Erfahrungen gesammelt, zuletzt im Kantonsspital Olten. Rüter freue sich auf die vielseitige
Tätigkeit und darauf, sich in verschie-denen Teams für die Menschen im Glarnerland einzusetzen, heisst es. «Ich bin offen für alle, unabhängig von der religiösen Orientierung», lässt er sich in
der Mitteilung zitieren.
Spitalseelsorge kann auf Initiative von Patienten oder Personal angefordert wer-den, sie steht auch den Mitarbeitenden des Spitals selber zur Verfügung.
Re-gelmässig und im Wechsel mit dem katholischen Pfarramt werden weiterhin auch Spitalgottesdienste angeboten.
Mit einem öffentlichen Spezialgottesdienst am 15. Februar um 9.30 Uhr in der Stadtkirche Glarus wird Rüter in seinem neuen Amt begrüsst.
Gleichzeitig wird laut Mitteilung auch das langjährige Wirken von Pfarrer Daniel Zubler gewürdigt. (red)
Der eine geht, der andere kommt... Daniel Zubler und Heiko Rüter
(Bild: glarus24.ch)
Freitag, 16. Januar 2026
Frauen- und Mütterverein ahoi!
Jahresprogramm erschienen
Heute Abend entnehme ich aus dem Briefkasten das untenstehende Programm des Frauen- und Müttervereins Näfels-Mollis, eine zwölfseitige Broschüre mit 30 Aktivitäten
während des Jahres 2026. Eine Fleissarbeit und ein Wurf, der sich an die Frauen u n d Männer von Näfels und Mollis richtet und zum Mitmachen aufruft.
Der seit 1887 existierende "Christliche Mütterverein" präsentiert sich mit einem Programm, das sich sehen lassen darf:
Das Angebot:
Jass-Nachmittage,
Kinderartikelbörse
Zumbathon-Charity Event
Kartenkunst mit Marina Tschudi
Kindernothilfekurs
Digital verbindert - wir helfen weiter (Firm. und Konfirmations-Vorbereitung)
Panini Bildertauschbörse für die WM 2026
Mammi Kafi Treff
Mütter- und Vaterberatung auf dem Spielplatz
Familienkochkurs
Sommer Power Camp
Spaziergang am Obersee
Cocktail Workshop mit Günther Strobl
Schnitzkurs mit Mauro Spadin
Elternaustausch und Mütter- und Väterberatung Familie mit Kindern 0-5 Jahre alt
Weihnachtsbasteln für Kinderadventskalender Näfels und Mollis
Die Aktivitäten sind kurz beschrieben.
Als Vorstand sind aufgeführt:
Präsidentin: Orietta Gentile
Webseite Social Media Leitung Börse: Susanne Castano
In aller Bescheidenheit sei noch beigefügt, dass ein paar Väter und Grossväter unter dem Namen "Adventskranzschwinger" jeweils
am Mittwoch vor dem ersten Advent im Hilari-Saal Adventskränze basteln. Die "Chrisnadlä-Treffs" werden seit 22 Jahren durchgeführt, anfänglich durch Instruktorinnen des Frauen- und Müttervereins,
heute immer noch durch eine Hilfe in Person von Sonja Landolt-Schellenberg.
2024 und 2025 erschien auch die Präsidentin Orietta Gentile und bastelte mit. Nicht verschwiegen sei auch, dass sie uns 2025 für die anschliessende Tafelrunde ein
zünftige Flasche "Medizin" mitbrachte, die mit grossem Hallo innerlich eingerieben wurde.
Darum als Nachtrag:
Mi 25. November 2026 1900 Uhr Hilarisaal Adventsskranzschwingen,
beschränkte Plätze.
Kleiner Rückblick auf die
12. Dezember 1886: Pfarrer Meinrad Schönbächler informiert die Frauen und Mütter im Anschluss an den Nachmittagsgottesdienst über die Gründung eines
"Christlichen Müttervereins",
6, Januar 1887: Statuten werden in der Kirche vorgelegt und genehmigt.
19, Juli 1887: Bischof Franz Konstatin Rampe erteilt die Approbation.
28. Oktober: Der Bischof einverleibt den neuen Vereine mit der Erzbruderschaft Regensburg.
11. Dezember 1887: 58 Frauen treten in den Verein ein.
Pfarrer Schönbächler führt jeweils am St. Annatag,26. Juli, bzw. am darauffolgenden Sonntag das Titularfest des Müttervereins ein.
6. März 1916: Bereits unter Pfarrer Blasius Braun, weitere Ausgestaltung des Müttervereins (Kleiderkammer, Lesemappe, Schulkinder-Kleinkinder)
1. Mai 1917: Gründung der Kleiderkammer, Ziel: Verarbeitung von alten und neuen Stoffen zu Kleidungsstücken und zur Unterstützung der Armen in der Pfarrei.
29. August 1922: Frauenverein: Gründung einer Lesemappe.
1975: Wintersport-Artikel-Börse
1931: Es existieren der Christliche Frauen- und Mütterverein und der gemeinnützige Frauenverein, Beschluss Koordination und gemeinsames Vorgehen bei der
Wöchnerinnenpflegestation, Kleiderkammer und Weih-nachtsbescherung. Beschluss: Arbeitsgemeinschaft
1, Juni 1942: Der Christliche Frauen und Mütterveren eröffnet eine Be-ratungsstelle für Mütter.
21. März 1987: 100 Jahre Frauen- und Mütterverein. Festschrift erscheint.
Spätere Daten sind nicht erfasst. Kirchliche Chronik Kpl. Fäh, 1989
Weitere Infos: Festschrfit 100 Jahre Christlicher Frauen- und Mütter-Verein Näfels-Mollis, 1987
.. und siehe da ein Grusswort aus meiner Feder kommt zum Vorschein. Die damalige langjährige Präsidentin Vreni Fischli-Kuster schreibt in der Einleitung
der sehr interessanten Schrift....
" In unserer Chronik 100 Jahre Frauen- und Mütterverein Näfels-Mollis können Sie sich mit uns freuen über
Geschaffenes und Erlebtes. Wir sind glücklich, mit der vorliegenden Jubiläumsschrift allen unsern Mitgliedern, Gönnern, Freunden und Behörden einen Überblick über die 100-jährige Geschichte
unseres Vereins geben zu dürfen.
Den Verfasserinnen Frau Elsy Heusi-Zumsteg, Frau Cécile Landolt-Hongler, Berti Fetz und Hedi Polgar danke
ich ganz herzlich für die grosse Arbeit, die sie im Zusammenhang mit unserer Chronik geleistet haben.
Die Präsidentin: Vreni Fischli-Kuster"
Donnerstag, 16. Januar 2026
Füünämuur
Donnerstagmittag - prächtige "Füünämuur" über dem Kärpf, Selbsanft und Hausstock.
Das Phänomen "Föhn", von Süden aufsteigende Luft bildet eine gewaltige Nebelmauer, die über die Gräte zu rollen scheint. Der Föhn als Fallwind streicht dann als
Warmluft durch Glanrerland. Einheimische sagen dem oft "Grindwehwind", weil Föhndruck bei sensiblen Personen Kopfweh verursacht.
Der "Föhn" wird als "ältester Glarner" genannt. Das Kuriosum, oftmals, wenn der Föhn das Glarnerland aufhellt, ist in der übrigen Schweiz bedeckt oder
Schlechtwetter, umgekehrt kann es in den meisten Gegenden schön sein, aber das Glarnerland ist bedeckt oder gar regnerisch.
Der Volksmund sagt auch, der älteste Glarner sei nicht der Föhn, sondern der Neid, und noch älter als der Neid seien das Zahnweh oder Hämorrhoiden, damit die lieben
Mitlandleute etwas zum Beneiden hätten.
Mittwoch, 15. Januar 2026
Aus einem Propagandabuch der Firma Lampe und Jenny
Pfarrhauseingang. Aufnahme von Süden
Esszimmer im Pfarrhaus
Pfarrhaus von Süden.
Aus der Kirchlichen Chronik von Kaplan Jakob Fäh:
"Am 30 März 1920 wurde der neue "Pfarrhofbau" an Baumeister Stüssi von Glarus vergeben.... An der Kirchgemeinde vom 20. Juni 1920 betrug der Bau-fonds für den neuen
"Pfarrhof" am 31.12.1919 Fr. 26'914, am 24. April "infolge opferwilliger Gaben Fr. 72'241.20.
Am 8. Juli 1920 um 8 Uhr wurde durch Zimmermann Arnold Landolt auf dem Dachfirst die Firsttanne errichtet.
Am 20. Oktober 1920 wurde das Baugerüst entfernt.
Am 21. April 1921 konnte der Pfarrhof bezogen werden.
Das Telefon wird eingeführt."
An der Kirchgemeinde am Auffahrtstag 1921 wird bekanntgegeben: "Dank dem haushälterischen Vorgehen der Kirchenbehörde wird der Voranschlag des Baues als solcher
nicht überschritten werden. Der Voranschlag war auf Fr. 97'000.- an-gesetzt. Mit Gartenanlage, Platz, Geländer alles in allem hofft der Kirchenrat die Summe von Fr. 105'000.-
nicht zu überschreiten. Der Fonds als solcher bewegt sich in der Höhe von Fr. 75'000.- Die verbleibenden 30'000.- sollen als Schuldposten
vorderhand verzinst werden. Die Baute brachte den Herren Architekten Jenny und Lampe grosse Ehre ein."
Zur Bauchronik heisstes ferner:
1. April 1921: Vollendung und Bezug des neuen Pfarrhauses.
Frl. Ida von Müller (Urenkelin von General Niklaus von Bachmann) bestimmte u. a. dass der Tagwen Näfels der Kirchgemeinde Näfels Fr. 20'000 für die Erstellung
eines neuen Pfarrhhauses zu entrichten hat.
Am 18. Februar 1920 erfolgte der erste Spatenstich.
Wohnhaus von Fritz Landolt-Hauser, Oberrichter, Regierungsrat und Fabrikant, im Ennetgiessen. Inhaber der Firma Fritz Landolt AG ("Seili"), es wurde von Sohn Dr.
Fritz Landolt-Müller als Wohnhaus übernommen, danach von Peter Landolt-Fischli.
Kapuzinerkloster Mariaburg innen, noch gab es (links) eine Kanzlei, auf dem Hauptaltar sind vier Reliquienschreine aufgestellt, noch gab es eine klare Trennung
zwischen Schiff und Chor, das durch die Holzballustrade getrennt war, gleichzeitig Kommunionbank, mit Kissen zum Niederknien.
Das "neue" Postgebäude an der Bahnhofstrasse. Die erste Post war im hintersten Haus zum Niederberg (die Hauptstrasse führte von Oberurnen zum Quelleli und entlang
des Niederberges nach Näfels, Später war die Post im heutigen Josefsheim bei der Giessenbrücke, "alte Post" genannt. In den zwanziger Jahren wurde an der "neuen" Bahnhofstrasse das heutige
Postgebäude errichtet. (Daher wurde die ursprüngliche Strasse zum Bahnhof "alte Bahnhofstrasse" genannt und heisst heute noch so).
Quelle;
Jenny und Lampe, Architekten, Näfels
Abbildungen einzelner Arbeiten der Architekten Jenny und Lampe
Druck: Buch- und Werbedruckerei. Lindner, München 1932, 21 sEITEN
Fotos: Bauten Pfarrhaus Näfels bis Wohnhaus R. Beglinger, Mollis .
Zusätzlich: Legenden sowie Inserate von Glarner Gewerbetreibende
Dieses seltene Buch befindet sich in der Privatbibibliothek von Dr. iur. Fritz Feldmann, Glarus
Zwei Remniszenzen zum Pfarrhausbau Näels
1.) Angeblich sei das schmucke Gebäude ein Mustserbeispiel damaliger
Architekturkunst, nur - so die überlieferte Geschichte . hhäte man im
Pfarrhaus alles gedacht, aber nur an das WC nicht. Daher sei neben
der Küche nachträglich ein mehrere Meter langer Gang errichtet wor-
den, an dessen Ende da Klo stand.
2.) Einige Jahre nache dem Bau es Pfarrahauses, hätte der benachbarte
Landwirt eine hohen Stall bauen wollen, und zwar just südich des
Pfarrhaues, ob die Profile schon gestanden hatten ist nicht mehr be-
kannt. Nicht vergessen ist aber die Unterhattung des Fuhrmann Fritz
Landolt "Tuschä-Fridi" mit dem dortigen Landwirt und optionalen Ga-
den Bauern. "Tuschä$-Fridi": "D chaasch doch nüd äm Pfarer vor d
Schnurä hanäbuuä!". Das Gerücht von dieser Aussage sei bis zum
damaligen Pfarrer Blasius Braun durchgedrungen. Daraf hätte dieser,
ein Pfarrer deutscher Herkunft, den "Tuschä-Fridi" gestellt und ihm
einen Fünliber vor die Nase gehalten:
"Herr Landot, können Sie wie-
derholen, was Sie neulich wegen dieses geplanten Stallbaues ge-
sagt haben?"
"Ja, Ja, ich gsäit, chaasch doch nüd vor ds Pfarrhuus hanäbuuä!"
"Sehen Sie diesen Fünfliber? Wenn Sie es nochmals so formuieren,
wie Sie es gesagt haben, gehört der Ihnen!"
Ob "Tuchä-Fridi" angesichts der funkelnden Fünflibers seine etwas
derbe Redensweise wiederholt hat, weiss man nicht. Es ist anzuneh-
men, das der Fünfliber so verlockend war, dass das "vor d Schnurä
hanä buuä" doch noch wiederholt wurde. Denn für "Tuschä-Fridi" war
ein Fünfliber damals viel Geld.
Dienstag, 13. Januar 2026
Begegnung mit einem bekannten Künstler
Stascha Bader
Manchmal gibt es eben doch Zufälle. Flog da kürzlich eine Email ins Haus mit der Anfrage, ob ich ein paar Wörter in echtem Glaarnertüütsch aussprechen könne. Warum
nicht? Noch hatte ich keine blasse Ahnung was für ein Mundartprojekt das sein könnte. Nach kurzem Hin und Her per Email kam eine ganze Liste von schriftdeutschen Wörtern mit der Frage, wie diese
auf Glarnertüütsch tönen.
Dann ging es fix. Justament heute, am Hilaritag, trafen wir uns in Näfels, im Café Müller, wo man uns das Aufenthalts"rüümli" bereitwillig zur Verfügung
stellte.
Dort an einem runden Tisch checkten wir die Wörterliste durch und strichen alles, was es in anderen Kanton analog oder ähnlich auch gab. Dann war ich an der Reihe.
Nach Anleitung von Stascha Bader sprach ich Wörter auf sein Handy, im-merhin mit einem Mikrofon im Revers. Zwei-, dreimal mussten wir unterbrechen, weil noch nicht ganz alles richtig betont oder
ausgesprochen im "Kasten" war. in einer guten halben Stunde war alles "gestorben" wie Tonmenschen in Studios zu sagen pflegen.
Wir tranken noch einen Kaffee und verschlangen ein Gipfeli und flugs, war er wieder weg. Nach meiner Gespür hatte der Mann
etwas "auf der Kiste" wie man sagt, wenn man hochtalentierten, besonderen Menschen gegenübersitzt
Stascha Bader studierte an der Universität ZürichKunstgeschichte, deutsche und englische Literatur. Er promovierte mit der Dissertation «Elektro-orale Poesie in Jamaika und England», die in Deutschland unter dem
Titel Worte wie Feuer: Dance Hall-Reggae und Raggamuffin in Jamaika und England veröffentlicht wurde. Nachdiplomsstudien in Musik und Regie führten ihn nach Berlin, New York und Los Angeles.
Er ist Inhaber und Geschäftsleiter der Produktionsfirma Kunst & Kommerz GmbH.
Als Autor, Regisseur und Produzent realisiert er für das Schweizer Fern-sehen und 3sat Reportagen und lange
Dokumentarfilme für die Hauptsendezeit, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Autorin und Verlegerin Anne Rüffer.
Ausserdem dreht er Videoclips für Schweizer Bands und Sänger und realisiert
Corporate Communications-Filme für Agenturen, Firmen und Institutionen.
2009 erschien sein Kino-Dokumentarfilm Rocksteady – The Roots of Reggae, eine
Schweiz-kanadische Koproduktion, für die er den Zürcher Filmpreis gewann und für den besten Schweizer Dokumentarfilm nominiert wurde. Stascha Bader hat das Lehrdiplom für Maturitätsschulen und
unterrichtet Deutsch an Gymnasien der Deutschschweiz. Er war Rektor der Schweizerschule Colegio Helvetia in Bo-gota, Kolumbien, und Hauptschulleiter der Oberstufe an der Kreisschule
Rhein-tal-Studenland in Bad Zurzach, Kanton Aargau, Schweiz.
Stacha Bader, im Café Müller, Näfels am Dienstag, 13. Januar 2026 nach geta-ner Aufnahmearbeit im "Uufenthaltsrüümli überobä", also top aktuell.
Gegenwärtiges Projekt. Ein Spiel mit Mundartwörtern. Man kann gespannt sein.
Stascha Bader
kreativ durch und durch
Dienstag, 13. Januar 2026
Heute Hilariustag
Die Pfarrkirche von Näfels hat als Hauptpatron den heiligen Hilarius von Poitiers, Co-Patron Sankt Fridolin. Die kath. Pfarrkirche St. Fridolin von Glarus hat als
Hauptpatron den heiligen Fridolin, als Co-Patron den heiligen Hilarius.
Nach der Legende war Fridolin in Poitiers Abt und fand das Grab des Hilarius, der ebenfalls Abt von Poitiers war. Fridolin soll in einer Vision den Auftrag erhalten
haben, eine Hilariuskirche zu bauen. Danach zog Fridolin in Frankreich, Deutschland, Österreich herum. In Säckingen fand er eine Insel und baute dort eine Hilariuskirche. Später wurde daraus ein
gemischtes Kloster, noch später ein Frauenkloster. Nach der Legende erbte Fridolin Ländereien des Ursus, darunter auch grosse Teile des Landes Glarus und der Insel Ufenau im Zürichsee.
Durch diese Schenkung wurde Glarus dem Kloster Säckingen Untertan und zahlte über Jahrhunderte Zehnte. Säckingen entsandte Ministeriale (Vögte) auf die Burg von
Näfels. Glarus entrichtete bis 1397 Sinsen nach Bad Säckingen. Nach dem Loskauf blieben die Beziehungen bis heute. Während Jahrzehnten war Säckingen Wallfahrtsort, 1988 wurde eine Partnerschaft
zwischen Näfels und Bad Säckingen errichtet, am 6. März 1988 zogen 799 Glarnerinnen und Glarner in die Fridolinsstadt zur Proklamierung der Partnerschaft. Die Partnerschaft wurde von der seit
2011 bestehenden Gemeinde Glarus Nord übernommen.
Näfels feiert jeweils am Sonntag nach dem Hilariustag (13. Januar) das Hila-riusfest mit Festprediger, die FGN (Freunde der Geschichte) feiern danach das
Hilariessen.
Hilariusstatue in der Pfarrkirche zu Näfels von Johann Fridrich Vollmar (Bad Säckingen) 1783, Hochaltar, 2,4 Meter hoch.
Wer war Hilarius?
Hilarius von Poitiers
Gedenktag katholisch: 13. Januar
nicht gebotener Gedenktag
Name bedeutet: der Heitere (latein.)
erster (?) Bischof von Pictavium, Kirchenlehrer
* um 315 (?) in Pictavium, heute Poitiers in Frankreich
† Anfang Januar 367 (?) in Pictavium, heute Poitiers in Frankreich
Hilarius, aus einer wohlhabenden heidnischen Familie stammend, wurde im Geist neuplatonischer Philosophie erzogen und arbeitete als Verwaltungsbeamter. Zusammen mit
seiner Frau und seiner Tochter Abra liess er sich um 345 taufen, weil seine philosophischen Studien ihn zum Christenglauben gebracht hatten.
Hilarius trennte sich von seiner Familie und lebte dann zurückgezogen in einer Zelle nahe Pictavium - an der Stelle des daraus gewachsenen ehe-maligen Klosters
Saint-Hilaire de la Celle - heute ein Verwaltungsgebäude. Bald darauf wurde er zum Priester geweiht und wohl schon 350 von der kleinen Christengemeinde zu ihrem - wohl ersten - Bischof gewählt;
Versammlungsort war damals ein um 325 errichtetes Haus an der Stelle des späteren, bis heute bestehenden Baptisteriums. Aus dem Zusammenleben mit seinem Klerus entwickelte sich die erste
klösterliche Gemeinschaft in Gallien. 351 begegnete ihm Martin von Tours, der sein Schüler wurde.
Hilarius war einer der grossen Bischöfe des 4. Jahrhunderts, die die Grundlagen für das christliche Denken im Westen schufen. Um 355 lernte er die Beschlüsse des 1.
Konzils von Nicäa kennen und wurde zum Verteidiger der Rechtgläubigkeit gegen den sich auf die kaiserliche Macht stützenden Arianismus. Deshalb wurde er 356 von einer Synode in Béziers mit
falscher Anklage konfrontiert, für abgesetzt erklärt und von Kaiser Konstantius II. nach Phrygien in Kleinasien verbannt.
Dort vertiefte er seine Bildung durch den Kontakt mit dem christlichen Orient, verfasste in zwölf Bänden die erste Gesamtdarstellung über die
Dreieinigkeit,De Trinitate, und nahm 359 teil an der Synode in Seleukia am Kalykadnos - dem heutigen Silifke 1, wo er sich mit Nachdruck gegen die Erhebung des
Arianismus zur Staatsreligion wandte. 360 war er Teilnehmer an der Synode in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul. Kaiser Konstantius bat er dann um eine Unterredung über die strittigen
Glaubensfragen, aber Konstantius verweigerte diese; Konstantius kam aber zum Schluss, dass Hilarius in seiner Heimat ihm weniger hinderlich sei und liess ihn nach Hause reisen.
360 kehrte Hilarius also nach Poitiers zurück, wo ihn die Bevölkerung begeistert empfing. Auf der Synode in Paris 361 konnte er die Entmachtung der
arianischen Bischöfe in Gallien durchsetzen; sein Einfluss zur Eindämmung dieser Lehre reichte bis nach Oberitalien, auch wenn 364/365 der Versuch misslang, mit Unterstützung durch Eusebius von
Vercelli die Absetzung des arianischen Bischofs Auxentius I. von Mailand zu erreichen.
Schon vor dem Ausbruch des Konflikts mit den Anhängern des Aria-nismus hatte Hilarius seinen Kommentar zum Matthäus-Evangelium verfasst - es ist der älteste
erhaltene Matthäus-Kommentar. Der Liber adversus Valentem et Ursacium, das Buch gegen (Bischof) Valens (von Mursa - dem heutigen Osijek in Kroatien) und (Bischof) Ursacius (von Singidunum - dem
heutigen Belgrad -) entstand in seinem ersten Teil im Exil als Streitschrift gegen den Arianismus. In seiner Epistel de synodis machte er seine Bischofskollegen im Westen auf deren Bitte hin mit
den theologischen Beschlüssen von Synoden im Osten bekannt und er-schloss diese Beschlüsse in lateinischer Sprache.
Die polemische Schrift Contra Constantium, gegen Konstantius verfasste er, nachdem der Kaiser die Unterredung mit Hilarius verweigerte; der bezeichnete den
Herrscher in dem erst nach dem Tod des Kaisers 361 veröffentlichten Pamphlet als Antichrist. Auch sein Hauptwerk De Trinitate entstand im Exil; Hilarius entwarf eine theologische Gesamtschau in
der Traditionen von Tertullian oder Cyprian, auch mit Einflüssen östlicher Bibelinterpretation in der Tradition des Origenes; er deutet darin die evangelische Wirklichkeit als Vollendung einer
präfigurierten Wahrheit; dieses Werk war bis in die Karolingerzeit weit verbreitet, wurde noch im 12./13. Jahrhundert von den grössten Denkern zitiert und hatte noch Ein-fluss auf einige
Reformatoren des 16. Jahrhunderts. Hilarius' besonderes Anliegen war, die Verträglichkeit von Glaube und Vernunft darzulegen.
Nach seiner Rückkehr aus dem Exil verfasste Hilarius nach dem Vorbild von Origenes einen Kommentar zu 58 Psalmen, in dem er diese auf Christus hin
deutete. Auch der Tractatus mysteriorum, die Abhandlung über das Geheimnis deutet Personen des Alten Testaments als Vorläufer Jesu. Fragmentarisch erhalten ist auch ein Kommentar zum Buch Ijob
(Hiob). Das liber hymnorum zeigt Hilarius als den ältesten Dichter von Hymnen der lateinischen Kirche. Mit alledem wurde er zum Pionier christlicher
Literatur.
Hilarius wurde am 13. Januar neben seiner Frau und seiner Tochter Abra bestattet in dem Oratorium, das er schon um 370 hatte errichten lassen auf
einer früheren römischen Nekropole ausserhalb der Stadt an der Stelle der heutigen Kirche Saint-Hilaire-le-Grand-de-Poitiers. Auch an dieser Kirche wuchs dann vor 511 ein
Hilarius geweihtes Kloster. Hilarius' Lebensbeschreibung verfasste sein Schüler Justus von Limoges. Ende des 5. Jahrhunderts kam Fridolin von
Säckingen nach Poitiers und fand das Grab von Hilarius und die Kirche durch die Völkerwanderung zerstört vor; bewegt durch eine Vision, in der ihm Hilarius erschienen war, bestattete er
die im Schutt gefundenen Gebeine von Hilarius wieder und erbaute eine neue Hilarius-Kirche. Heute befindet sich das Grab in der Kathedrale von Poitiers. Hilarius' weit verbreitete Verehrung wurde
auch durch Venantius Fortunatus gefördert.
Reliquien von Hilarius sind u. a. in Paris, Bad Säckingen und in der Kathedrale in Parma. Dort wurde Hilarius 1266 zum Patron der
Stadt, nachdem die Kreuzrittergesellschaft von Parma zusammen mit Karl I. von Anjou die Ghibellinen - die Anhänger des Kaisers - unter Oberto II. Pallavicino besiegten, der Parma erobern
wollte;
Hilarius war der Schutzpatron der Armee von Karl von Anjou. Einer Legende zufolge ging Hilarius an einem Wintertag mit kaputten Schuhen durch
Parma, bis ihm ein mitleidiger Schuster ein neues Paar Schuhe schenkte; am nächsten Morgen hatten sich die von Hilarius bei ihm zurückgelassenen alten Schuhe in goldene Schuhe verwandelt. Zur
Er-nnerung an dieses Wunder wird in Parma am Festtag die Süssigkeit scarpetta di Sant’Ilario, die die Form eines Schuhs hat, verzehrt. Seit 1987 verleiht die Stadt den Preis Sant'Ilario für
bürgerschaftliches En-gagement.
Verehrt werden auch Hilarius' Schüler Hilarius und Juvens (Juventius), die im 4. Jahrhundert starben.
Kanonisation: 1851 ernannte Papst Pius IX. Hilarius zum Kirchenlehrer.
Patron des Kantons Glarus in der Schweiz; von Poitiers, La Rochelle, Luçon und Parma; der schwächlichen
Kinder; gegen Schlangenbiss
Worte des Heiligen
In seinem Buch Über die Dreieinigkeit weist Hilarius auf die Begrenz-heit des menschlichen Erkennens hin:
Die menschliche Klugheit versagt bei göttlichen Dingen. Sie ist töricht, wenn sie das Vollkommene zu wissen glaubt. Der menschlichen Einsicht darf man nicht so weit
vertrauen, dass jemand glauben könne, ein voll-kommenes Wissen von dem zu haben, was er wisse; und dass er meine, die Vollendung endgültiger Einsicht sei in der Meinung beschlossen, sie [die
Einsicht] gründe sich auf ihre eigene allseitige Erkenntnis der Wahrheit dessen, was sie gerade geistig durchforscht. Denn das Un-vollkommene fasst nicht das Vollkommene; und ebenso wenig vermag
dasjenige, was von einem anderen sein Dasein herleitet, eine restlose Erkenntnis seines Urhebers oder seiner selbst zu erlangen; denn es er-kennt sich selbst nur insofern, als es Dasein hat, es
lässt aber seine Erkenntnis nicht weiter [über das] hinausgreifen, als [über das,] was als seine eigene Seinsbegabung festgelegt ist; denn seine Bewegung ver-dankt es nicht sich selbst, sondern
seinem Urheber. Darum auch ist dasjenige in Rücksicht auf sich selbst unvollkommen, was als ein an-deres [eigenständiges] Ding von seinem Urheber Dasein erhielt, sofern es eben von anderswoher
Bestand hat. Notwendig folgt daraus seine Torheit, sofern es vollkommenes Wissen in sich zu haben glaubt. Weil es sich über die notwendige Begrenzung seines Wesens nicht erheben kann, und [sogar]
alles innerhalb der Grenzen seiner Schwachheit ein-geschlossen glaubt, so rühmt es sich fälschlich des Namens der Weis-heit; denn über die Leistungsfähigkeit seines Erkennens hinaus ist ihm kein
Wissen möglich und so schwach es an innerer Beständigkeit seines Bestehens ist, so schwach auch ist sein Erkennen. …
Jede Ungläubigkeit also ist Torheit. Denn indem sie [nur] das Wissen ihrer Schwachheit nutzt, glaubt sie für nicht nachvollziehbar halten zu dürfen, was sie nicht
einsieht, indem sie alles nach dem Wähnen ihrer Schwachheit bemisst. Denn die Ursache der Ungläubigkeit rührt vom Meinen der Schwachheit her, indem jemand etwas als nicht geschehen glaubt, was
nach seiner Begriffsbestimmung nicht geschehen könne.
Quelle: Hilarius von Poitiers: De Trinitate 3, 24. In: Migne Patrologia Latina, t.10, Sp. 92f
BKV2, Bd. 5 2. Aufl., S. 164f; bearbeitetHeilige Biographien
Zitate von Hilarius von Poitiers:
Kein Platz ist, in dem nicht Gott, keiner, der nicht in Gott wäre. Er ist im Himmel, er ist in der Tiefe, er ist jenseits der Meere. Von innen her erfüllt er sie,
nach aussen hin überragt er sie. So also: in dem er hat, wird er auch gehabt; weder ist er irgendwo eingeschlossen, noch fehlt er in einem einzigen Ding.
Gott vermag es aber nicht, irgendwann einmal etwas anderes als die Liebe zu sein, noch auch etwas anderes als der Vater zu sein. Wer liebt, neidet nicht; und wer
Vater ist, lässt es nicht daran fehlen, es ganz zu sein.
Durch die Verbindung mit seinem Leib ist allen der Zugang zu Christus offen, unter der Bedingung, dass sie den alten Menschen ablegen (vgl. Epheserbrief 4, 22) und
ihn an sein Kreuz heften (vgl. Kolosserbrief 2, 14); unter der Bedingung, dass sie sich von den früheren Werken ab-kehren und sich bekehren, um mit Ihm in seiner Taufe im Hinblick auf das Leben
begraben zu werden (vgl. Kolosserbrief 1, 12; Römerbrief 6, 4).
Wenn Lippen Nein sagen, dann befrage doch die Augen.
Quelle: Hilarius von Poitiers: De Trinitate 9, 61; 91, 9
https://www.aphorismen.de/suche?f_autor=1748_Hilarius+von+Poitiers, abgerufen am 17. Oktober 2019
zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB, Benediktiner
abtei Schäftlarn, für die Katholische SonntagsZeitung
Die Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit und weitere Schriften von Hilarius gibt es auf Deutsch in der Bibliothek der Kirchenväter der
Universität Fribourg.
Fast alle Werke von Hilarius hat in lateinischer Sprache die Webseite Documenta Catholica Omnia.
Quellen:
• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001
• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000
• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau
1996
• https://www.badische-zeitung.de/der-heilige-hilarius-als-wegweiser-zu-jesus-christus--199526774.html - abgerufen am 11.02.2023
• https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/wochenheiliger/der-heilige-hilarius-von-poitiers;art4876,214951 - abgerufen am 11.02.2023
. https://www.parmawelcome.it/it/scheda/scopri-la-citta/storia-e-personaggi/tradizioni/santilario-patrono-della-citta - abgerufen am 11.02.2023
• https://it.wikipedia.org/wiki/Parma#cite_note-2 - abgerufen am 1.04.2023 Heilige Biographien
korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel Hilarius von Poitiers, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon
- https://www.heiligenlexikon.de/BiographienH/Hilarius_von_Poitiers.htm, abgerufen am 10. 1. 2026
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte biblio-grafische Daten sind im
Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.
Näfels feiert das Hilariusfest am Sonntag, 18. Januar 2026, 10 Uhr, Hilariuskirche
Montag, 12. Januar 2026
Vorschau
Ausstellungs-Vernissage
Freitag, 13. Februar 2026 18 Uhr Villa Berberich
Mirko P. Slongo
"Das Wirken Fridolins"
Mirko P. Slongo ist Bereichsleiter "Kultur", der Gemeinde Glarus Nord.
Samstag, 10. Januar 2026
Wer findet den Ursprung des struppigen
Katzengrindlis?
Die "Goldmäuder" Fasnächtler von Einsiedeln haben u.a. die folgende Katze als Signet
verwendet.
Nun starten sie eine Suchaktion.
Woher kommt diese Grafik?
Möglicherweise aus einem deutschen Kinderbuch?
Freitag, 9. Januar 2026
Eindrückliche Trauerfeier in Martigny
Katastrophenunfall in Crans-Montana
Internationale Beteiligung mit Präsident Macron und Staatspräsident Mattarelle u.a.m
Bundespräsident Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis sprachen
Glarner Vertretung durch die Regierungsräte Thomas F. Tschudi und Christian Marti
Politprominenz mit gelben Rosen
Die
Bundesräte Beat Jans und Ignazio Cassis mit Ehefrau Paola, Bun-despräsident Guy Parmelin mit Ehefrau Caroline und die Staatsräte Matthias Reynard, Christophe Darbellay. während der Schweigeminute
an der offiziellen Gedenkfeier.
Mein Kommentar:
Künstlerischer Rahmen - eindrucksvolle Massenbeteiligung - politische Referate - verpasste Chance für einen ökumenischen Teil.
Die gewaltige Medienpräsenz des traurigen Ereignisses in der Bar La Constellationmit 40 Toten und 116 Verwundeten mutierte nach anfänglicher Betroffenheit und
Trauer zu Wut und Kriminalisierung.
Mein Eindruck:
Imposante Beteiligung in der Riesenhalle des Sport- und Tagungs-Zentrums Martigny.
Ein würdige Trauerstunde mit künstlerischem Touch und politischen Reden.
Eine Chance wurde verpasst. Eine ökumenische kirchliche Feier.
Freitag, 9. Januar 2026
Petition Dr. Werner Oechslin
Der Verlust der von Dr. Werner Oechslin in jahrelanger, erfolgreicher Arbeit geschaffenen Lebensleistung wäre eine wissenschaftliche Katastrophe. Wer Lust
hat, die Petition zu unterstützen, ist freundlich eingeladen, sie zu unterschreiben.
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Werner Oechslin,
Luegetenstrasse 11
8840 Einsiedeln
Petition für die Erhaltung der Bibliothek Werner Oechslin
Der Verein der Freunde der Bibliothek Werner Oechslin sowie Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Forschungsgemeinschaft wenden sich
mit dem dringenden Anliegen an den Bundesrat und die Bundesversammlung, die weit über die Schweiz hinaus bedeutende Forschungsbibliothek Werner Oechslin vor der drohenden
Schliessung zu retten.
Ohne Unterstützung muss die Stiftung Bibliothek Werner Oechslin Ende 2026 schliessen.
Die Bibliothek Werner Oechslin ist eine weltweit einzigartige Forschungseinrichtung, die in internationalen Fachkreisen höchste Anerkennung
geniesst. Die umfangreiche Sammlung umfasst insbesondere Quellenschriften zur Architektur- und Kunstgeschichte sowie Wissens- und Technikgeschichte der frühen Neuzeit. Sie ist in
dieser Zusammenstellung als spezielle Forschungsbibliothek einmalig. Der Bestand ist für die Öffentlichkeit und für die wissenschaftliche Forschung zugänglich. Die jährlich
stattfindenden “Architekturtheoretischen Kolloquien” und “Barocksommerkurse” schaffen Foren zum offenen, internationalen und interdisziplinären Austausch, wie es sie in dieser
Form und mit dieser Schwerpunktsetzung kein zweites Mal gibt. Ausstellungen, Sonderpublikationen sowie die Hauszeitschrift SCHOLION ergänzen das Programm und tragen ihrerseits
wesentlich zum wissenschaftlichen Diskurs bei. Schliesslich organisiert die Bibliothek in Kooperation mit dem renommierten Internationalen Zentrum für Architekturforschung “Andrea
Palladio” in Vicenza (CISA Palladio) das Stipendienprogramm TABLINUM zur Förderung hervorragender Nachwuchswissenschaftler und Nachwuchswissenschaftlerinnen. In den vergangenen 25
Jahren haben zahlreiche Forscherinnen und Forscher aus vielen Ländern Europas, dem Nahen Osten, Nord- und Südamerika sowie China an den wissenschaftlichen Veranstaltungen
teilgenommen oder die Bestände der Bibliothek genutzt. Sie alle schätzen die Bibliothek als unverzichtbaren und hochgradig stimulierenden Ort für die wissenschaftliche Arbeit und
den intellektuellen Austausch.
Seit dem 1. Januar 2025 steht die Stiftung, die dieses einzigartige Institut trägt, erstmals ohne jede öffentliche Unterstützung da. Trotz einer
grosszügigen privaten Spende kann der Betrieb nur noch bis Ende 2026 in reduzierter Form als Provisorium aufrecht erhalten werden. Nach einem Vierteljahrhundert erfolgreicher
und vielfach gerühmter Tätigkeit wäre das Ende und die Auflösung dieser einzigartigen Bibliothek von
“nationaler Bedeutung” (Schweizerischer Wissenschaftsrat SWR) und von höchstem internationalen
Renommée nicht mehr abzuwenden.
UNTERSTÜTZEN SIE DEN ERHALT UND FÖRDERN SIE DIE WISSENSCHAFTLICHE TÄTIGKEIT DER BIBLIOTHEK WERNER OECHSLIN Wir würden uns über die Weiterleitung der Petition freuen.
Oechslin hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Architektur- und Kunstgeschichte vom 15. bis 20. Jahrhundert publiziert. Die Forschungsschwerpunkte sind Architekturtheorie, die Architektur der Moderne sowie Architekturzeichnung, Architekturtypologie und
die ephemere Architektur (Festarchitektur). 1981 gründete er mit Ulrich Conrads, Norbert Miller, Bernhard Schneider und Anna Teut das zweisprachige (Deutsch und Englisch) Daidalos - Berlin Architectural
Journal[2] und war von 1981 bis 1998 Mitherausgeber der vierteljährlich erscheinenden
Zeitschrift. Er ist der Gründer der «Stiftung Bibliothek Werner Oechslin», einer Forschungsbibliothek in Einsiedeln mit einem Gesamtbestand von über 80'000 Büchern zu den Wissensgebieten
Mathematik, Philosophie, Theologie, Physik, Astronomie und Architektur, welche Oechslin über viele Jahre gesammelt hat und der Öffentlichkeit zugänglich macht.[3] Die Forschungsbibliothek wurde seit 20 Jahren von der ETH mitfinanziert. Nachdem
der Kanton Schwyz seine Zahlungen einstellt, möchte auch die ETH
nicht mehr. Daher steht sie vor dem Aus. Der Betrieb der Bibliothek ist nur noch bis Ende April 2025 gewährleistet.
Der Neubau der Bibliothek nach Plänen des Architekten Mario Botta wurde im Jahre 2006 eröffnet. Oechslin war an
zahlreichen Ausstellungen beteiligt, wie «Triumph of Baroque» (Turin/Washington 1999), «Palladio» (Vicenza 1999), «Griechische Klassik. Idee oder
Wirklichkeit» (Berlin/Bonn 2002), «Gottfried Semper» (München/Zürich 2003), «Vincenzo Scamozzi» (Vicenza 2003) sowie «Barock-Baumeister und moderne Bauschule aus Vorarlberg» (Bregenz 2006).
Ehrungen und Auszeichnungen
2007: Innerschweizer Kulturpreis für seine Forschungs- und
Lehrtätigkeit im Bereich der Kunst- und Architekturgeschichte.[4]
(Hrsg.): Hochschulstadt Zürich. Bauten für die ETH 1855–2005. gta-Verlag, Zürich 2005. ISBN 978-3-85676-154-7.
(Hrsg.): Peter Eisenman. Die formale Grundlegung der modernen Architektur. gta-Verlag, Zürich 2005. ISBN 978-3-85676-067-0.
mit Sonja Hildebrand, Bruno Maurer (Hrsg.) Haefeli Moser Steiger. Die Architekten der Schweizer Moderne. gta-Verlag, Zürich 2007. ISBN 978-3-85676-205-6.
Palladianismus. Andrea Palladio – Kontinuität von Werk und Wirkung. gta-Verlag, Zürich 2008. ISBN 978-3-85676-239-1.
Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln (Hrsg.): Wissensformen. Manifestationen des Wissens in barocker Tradition. gta-Verlag, Zürich
2008. ISBN 978-3-85676-231-5
mit Bruno Maurer (Hrsg.): Der unendliche Raum der Architektur. Ulrich Stucky (1925-2003). Architekt, Planer, Forscher, Vermittler. gta-Verlag, Zürich
2009. ISBN 978-3-85676-244-5.
Architekt und / versus Baumeister. Siebter Internationaler Barocksommerkurs. Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln (Hrsg.). gta-Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85676-259-9.
mit Gregor Harbusch (Hrsg.): Sigfried Giedion und die Fotografie. Bildinszenierungen der Moderne . gta-Verlag, Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-252-0.
mit Bruno Maurer (Hrsg.): Ernst Gisel Architekt. 2., überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage. gta Verlag Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-254-4.
Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln (Hrsg.): Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc. Internationales Kolloquium. gta-Verlag, Zürich
2010. ISBN 978-3-85676-114-1 und Gebrüder Mann Verlag, Berlin
2010. ISBN 978-3-7861-2453-5.
mit Sonja Hildebrand (Hrsg.) Karl Moser. Architektur für eine neue Zeit, 1880 bis 1936. gta Verlag Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-250-6.
Bruno Maurer, Werner Oechslin (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit Almut Grunewald: Ernst Gisel Architekt. 2., überarbeitete,
erweiterte und aktualisierte Auflage, gta-Verlag, Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-254-4.
Werkbundzeit. Kunst, Politik und Kommerz im Widerstreit. Hanser Verlag, München 2021 (Edition Akzente).
Dr. Werner Oechslin-Bibliothek auf der Luegeten in Einsiedeln
Dienstag, 6. Januar 2026
Näfelser Fahrt 2026
Als Fahrtsredner der Näfelser Fahrt vom 9. April 2026 wird Landammann Kaspar Becker und als
Fahrtsprediger das Pfarrehepaar Regula Eschle Wyler, evang.-ref. Kirchgemeinde Schwanden, und Bruno Wyler-Eschle, evang.-ref. Kirchgemeinde Ennenda, bestimmt. Der
Fahrtsbrief wird durch Peter Staub, Mollis, verlesen.
In diesem Jahr trifft die Näfelser Fahrt haargenau auf das Datum der Schlacht bei Näfels. 9. April 1388 bis 9. April 2026 - 638 Jahre.
Fahrtsredner im Schneisigen
Fahrtsbrief-Lektor Peter Staub
Fahrtsprediger: Pfarrer Bruno Wyler-Eschle, Ennenda, und Pfarrerin Regula Eschle Wyler, Schwanden.
Dienstag, 6. Januar 2026
Trouvaille
Näfelser Leichenwagen des Josef Landolt
Näelser Leichenwagen von Josef Landolt (Mülisepp). Er war ab den vierziger Jahren im Einsatz, bis die Särge per Auto transportiert wurden, übrigens von Sepp Landolt
iun., Sohn.
Der Legende nach soll Josef Fischli, Halli, genannt "Heuschnider", bekannt vom Sulzboden, Oberseetal, mit grosser Entrüstung über die Beerdigungen mit
Lei-chenwagen gewettert haben, das sei eine Hoffahrt und ein Luxus. Laune des Schicksals, auch er wurde als einer der ersten mit dem Leichenwagen zur Kirche gefahren.
(Bild: Annemarie Streiff-Landolt, Tochter von Mülisepp)
Ein Nachtrag: Beerdigungsbruchtum in Näfels
Der Kirchlichen Chronik von Jakob Fäh, Domherr, Dekan und Kaplan sind fol-ende Vermerke entnommen.
1939 Am 31, Juni 1939 verkündet von der Kanzel
„Wenn die Civilbehörde nicht im stande ist, bei Beerdigungen den Auto-betrieb
auf der Strasse abzustellen für einige Minuten, dann werden wir die Leiche in Zukunft vor der Kirche einsegnen. Es gibt bei Beerdi-gungen, wie alle so gut wie ich feststellen können, eine Gruppe
von Menschen, welche trauern und weinen & nicht nach Autos Umschau halten, eine zweite Gruppe gibt es, welche lacht und dann eine solche, die mehr oder weniger teilnahmsvoll oder teilnahmslos
dasteht. Wer wollte bei einem Unglücksfall durch Autobetrieb die Verantwortung über-nehmen? Wenn also, wir erklären das feierlich, die Civilbehörde nicht imstande ist, bei Beerdigungen den
störenden Autobetrieb abzustellen, dann werden wir die Leichen vor der Kirche einsegnen.“
NB Anlässlich der Beerdigung von Frau Lehrer Schmuckli-Feldmann hätte nur wenig gefehlt für ein
Autounglück – ca. 500 Personen konnten Zeugen sein.
Am 17.6. stand im Glarner Volksblatt:
Durch Verkettung verschiedener Umstände unterblieb letzten Sonntag die bis-her übliche
polizeiliche Verkehrsregelung bei einer Bestattung, wodurch das Leichengeleite gestört wurde. Der Gemeinderat verurteilt das pietätlose Ver-halten von seiten einiger Automoblilisten aufs
schärfste.
1949 11. April:
Zum ersten Mal geht eine Beerdigung mit Leichenwagen von
statten (Josef Fischli, Heuschneiders, Haltli) Bisher war der Sarg auf einer Bahre auf den Schulter der Leichenträgern getragen. Wenn der weg zu weit war, bediente man sich eine Strecke
weit eines Brückenwagens, den man mit einem schwar-zen Tuch deckte.
NB Das Gräberverzeichnis weiss es genauer: 25. Okt. 1948: Heinrich
Brunner.
Als Friedhofverwalter wirkte Gerold Schwitter noch über seine Tätigkeit als Sigrist hinaus. Am
30. Juni 1947 schloss er seine Buchführung mit der Feststellung: Damit ist für mich nach 52jähriger Tätigkeit abgeschlossen.
Sein Nachfolger wurde Sigrist Willi Schwitter und nach seinem Tod Kustos ritz Müller später
Sigrist.
1964
Ab Neujahr wird der Dienst der „Ummäsägeri“ eingestellt. Für
das Mitteilen eines Todesfalls im Dorf hatte die Ummäsägeri einen Lohn von Fr. 6.- vom Kanton.
1967
Am 31. Dezember 1966 kommen Pfr. Kuster und Kaplan Fäh überein, dass der Gräberbesuch von
Beerdigungen bis Dreissigsten nicht mehr obligatorisch sein soll, das Honorar ab 1967 wegfällt.
1968 Juli:
Erste kirchl. Gestattete Kremation (Urnenbeisetzung) auf dem Friedhof Näfels.
Am 6. Juni 1964 hatte Rom den Katholiken gestattet, sich kremieren zu lassen. 1978 Urnenfeld begonnen.
1970
Bei Beerdigung kommt violette Farbe in Übung; der Sarg wird nicht versenkt bei Anwesenheit der
Trauergemeinde Er steht auf eben Bretterboden über dem Grab. Nach vollendetem Gottesdienst ist das Grab gedeckt und ge-schmückt.
1985
Ab 1. Januar 1985 gilt, nach verschiedenen Vorversuchen, eine neue Beer-digungsordnung: 9.30 Uhr
Gottesdienst, anschliessend wird der Sarg in die Kirche getragen. Es folgt die Abdankung und Beerdigung. Seit Sept. 1984 wurde der Sarg auf einem niedrigen Wagen von der Kirche zum Grab geführt.
Nach der Beisetzung wird mit der Glocke der Friedhofkapelle geläutet.
2. August 1977: Letzte Leichenbegängnis
Am 20 Dezember wurde zum letzte Mal ein Totenzug mit Ross und
Wagen durchgeführt. Dann benützte man ein Auto. Von nun an werden die Leichen bald nach dem Hinscheiden in die Kapelle zur Aufbahrung gebracht.
Seit dem 26. Dezember 1970 wird keine Beerdigung an Sonntagen mehr
vorgenommen, noch vor der neuen Feiertagsordnung fand eine am Kar-freitag 20. April 1973 statt.
Bis zur Beerdigung gehen die Leute nach der Tagesmesse zum Gebet in die Kapelle. Der Brauch, den
Rosenkranz am Vorabend der Beerdigung in der Kirche mitzubeten, besteht noch bei einigen Familien. Bis zum Dreissigsten bleibt ein Weihwasserkessel bei Grab aufgestellt.
Nachsatz
In letzter Zeit wurden verschiedene Änderungen angewandt.
Meist nach Antritt eins neuen Pfarrers wurde de Modus verändet.
Erdbestattung und anschliesend Gottesdienst. Abdankung mit Sarg vor der Kapelle, anschliessend
Gottesdienst.
Feierlich war die Beerdigung von Kanonikus und Pfarrer BLasius Braun. Er verstarb in der
Silvesternacht morgens früh am 31. Dezember 1947. Kaplan Johannes Baur holte uns auf dem Velo beim Silvesterschellen vor dem Freulerpalast ein und schikte uns nach Hause: "Dr Herr Pfarer isch
gschtoorbä"
Der Dorfpfarrer war im Pfarrhaus, im südostlichen Raum des ersten Stockes im Priestergewand auf.
den Bett aufgebaht. Die Pfarrgenossen konnte sich von ihm verabschieden, indem sie das Pfarrhaus betragen und den Raum auf-suchten, die Leiche mit Weihwsser besprecngen und das Pfarrhaus wieder
verlassen. Ich hockte als knapp achtjähriger auf der Friedhofmauer und wae so Augenzeuge. Nach etwa einer Dreiviertelstund der Verabschiedung, murk-sten die Leichenträer in schwarzen Pelerinen
und eine runde Tschakko auf dem Haupt, den mächtigen Sarg /den grössten, de ich in meinem bisherigen Leben je gesehen hatte, durch die schmale Treppe zum Pfarrhauseingang herunter. Kustos Franz
Müller, Glaser Fritz Gallati, Josef Gallati, Mucks, und Lroi-Sepp. Mit letzter Kraft schleppten sie den Sarg auf den Kiesweg, stellten ihn ab und mussten schwer Atem holen. Dann begann die
Harmoniemusik Näfels einen traurig dumpfen Totenmarsch und zwar so schleppend langsam, dass die Leichenträger immer wieder abstellen mussten. Der Totenzug ging vom Pfarrhaus zum Sendlenweg, der
Friedhofmauer entlang, druch das Fried-hoftor hinein und wieder istwärts bis zu Ecke, wo die Geistlichengräber vorge-sehen sind. Die Beerdigung war riesig besucht und der Trauergottesdienst fad
in der gerappelt vollen Kirche statt.
Dienstag, 6. Januar 2026
Lesenswerte Schrift
"Turnen im Glarnerland 150" Jubiläumsschrift
Impressum
Auflage: 250 Exemplare
Redaktion: Jasmin Siemon
Mitarbeit: Ernst Schreiber, Fritz Weber, Gret Menzi
Gestaltung: Melanie Gerber
Druck: Spälti Druck AG, Näfels
Querformat, 62 Seiten
Diese aktuelle Jubiläumsschrift mit über 100 Abbildungen und Grafiken, sorgfältig und kreativ gestaltet, mit Kurztexten ergänzt und zig Erinnerungen aus den letzten
150 Jahren ist eine Dokumentation, die nicht nur Turner und Turnerinnen erfreut und anderthalb Jahrhunderte Turngeschichte festhält.
Sie sei bestens empfohlen und den Macherinnen und Machern gehört ein Rie-senkompliment.
Montag, 5. Januar 2026
Amler Krippe jedes Jahr neu
Auch in diesem Jahr lohnt sich der Besuch der Galluskirche in Amden. Was die Idealisten von Krippenbauern, die ja schon Mitte Jahr mit ihrer Arbeit beginnen, wieder
kreiert haben, ist einfach einmalig. Jedes Jahr eine völlig neu gestaltete Krippenlandschaft, heuer mit neuer Krippe, ein gebastelter Gaden, die Drei Könige etwas versetzt und das immer sehr
rührende Bild der heiligen Familie, das Kind in der Krippe, flankiert von Josef und Maria.
Wer es einrichten kann, im Januar diese Krippenlandschaft, die den ganzen Chor ausfüllt, zu besuchen, wird nicht enttäuscht sein. Ein paar Minuten in Stille, aus
dem Hintergrund leise Weihnachtsmusik, gelegentlich Leute, die mit dem Handy die Krippe von allen Seiten fotografieren und alle einen gewissen Zauber im Gesicht. Minuten des Glücks und des
Friedens in einer Welt, die erschüttert wird durch Kriege, Lärm und Unversöhntheit.
Fahren Sie hin, Sie werden mit frohem Herzen wieder zurückkehren.
Immer an Weihnachten bis Ende Januar finden sich ungezählte Menschen ein, um die neueste Amler Krippe zu bewundern.
Die Hirten und Schafe, die zur Krippe eilen.
Zwei Könige und ein Hirte nähern sich dem Stall.
Einer der Könige mit kostbarer Gabe
Der ganze Chor ist zu einer Krippenlandschaft ausgestaltet.
Die Krippe, immer wieder neu gestaltet.
D Amler Chrippä
We jedes Jahr um d Wiänachtsziit
isch schu sitt mängem Jahr,
dä z Amdä wider äso wiit,
und würggli wunderbaar.
Ä Wiänachtschrippä mit em Chind,
mit Josef und Marii,
und d Hiirtä, wo da ä nuch sind,
dr Jesus liäb und chliii.
Und g Chüngä chänd vu wiitem häär,
und gfinded ds Chindli daa,
mit Gschänger choschbaar und au schwäär,
ä nüüi Ziit faataa.
-y.
Freitag, 2. Januar 2026
Auszeichnung mit dem roten Band
Am zweiten Tag im Jahre des Heils 2026 wurde die Gerbi-Wandskulptur "dr gol-dig Gärbihund" von unbekannter Hand mit dem "Roten Band" der Unsterblichkeit geschmückt
und ausgezeichnet. Auf Initiative von CS und FS wurden erreichbare Gerbeler zusammengetrommelt, um mit Café Lutz oder anderen Labsal-Balsamen sowie mit Lachs- und anderen Brötchen und
Gerbikrämlein gefeiert. Nach verschiedenen Ansprachen auch über Gerbihunde, deren Winseln wahrgenommen wurde, wurde das "Rote Band" bestaunt, bewundert und be-gossen.
Mit dem "Roten Band" preisgekrönte Gärbihundskulptur für langjährige Leistung und Pflege der Gärbinachbarschaftskultur an der schmidigen Holzwand beim Rautiportweg,
angebracht am Bärchtälistag 2026.
tt
Feierlicher Festakt: Das Komitee von links nach rechts Catherine Schmidig, Katia Weibel Fischli, Fridli Osterhazy als aufgebotener Zuschauer, Manfred
Müller, Komiteemitglied, Daniel Fischli-Weibel, Presse-Radio-Fernsehen, nicht auf dem Bild: Komiteemitglied Franz Schmidig, öpper muäs tängg
fotigrafiärä, und Nicole Müller, Komiteemiglied, isch gad äm Chochä. Fotos: Franz Schmidig
Donnerstag, 1. Januar 2026
Ä guäts Nüüs!
" Ä guäts nüüs Jahr
viel Glügg und Sägä.
ä langs Läbä
und zleetscht dr Himel!"
So tönte es in meiner Kindheit, wenn ich zum Taufgötti, zur Taufgotte oder zum Firmgötti gehen musste, um "ds Nüüjahr uufsägä" und ihm die Hand geben.