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  der

 

  Woche

 

  2025

West-Portal im Konstanzer Münster:

Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden, 1942-2021)


Bouquet in den Glarus Nord-Farben blau gelb

 

Samstag, 31. Januar 2026

 

Gediegene Kulturpreisfeier Glarus Nord

 

Gestern Abend 18 Uhr. Linth-Escher-Halle, Niederurnen, geschmückt mit Riesen-Bouquet in den Glarus Nord Farben gelb-blau, festlich erleuchtete Bühne und wahrscheinlich ein wohl 200-köpfiges Publikum, schmetternde und zackige Eröffnungsklänge durch die Brassband "Blächzend" unter Leittung von Florian Fridolin Landolt.

 

Gemeinderat Martin Dürst, Kultusminister der Gemeinde Glarus Nord er-öffnete als Vorsitzender der Kulturkommission den hochfreudigen Anlass und moderierte den Abend.

Das Programm:

Begrüssung Martin Dürst

Laudatio Dr. phil. I Hans Laupper für Fridolin Hauser

Kurz- und Dankesrede von Fridolin Hauser

Übergabe des Anerkennungspreises durch

Gemeindepräsident Fridolin Staub

Laudatio Dr. iur. Bruno Glaus für Georges Müller

Kurz- und Dankesrede von Georges Müller

Übergabe des Anerkennungspreises durch Gemeindepräsident Fridolin Staub

Humoristische Überraschungseinlage durch Christof Zürrer

Schlussspiels

 

Apéro riche im Foyer - Small Talk - Gemütliches Beisammensein

 

Als einer der Betroffenen habe ich das Bedürfnis meiner Überraschung Ausdruck zu geben, dass ich für diese hohe Ehre auserkoren worden bin. Zum Zweiten danke ich - gerührt durch den gediegenen Anlass - 

dem Gemeindepräsidenten Fridolin Staub und dem Gesamtgemeinderat,

dem Kultusminister Martin Dürst und der Kulturkommission,

dem Bereichsleiter Kultur Mirko Slongo und seine Mitarbeiterstab,

der Brassband "Blächzend"

und dem überraschend zahlreichen Publikum von nah und fern.

 

Die geehrten Georges Müller und Fridolin Hauser Osterhazy

 Dr. Hans Laupper, langjähriger Freund und brillanter Laudator

  

Die Laudatio von Dr. Hans aupper

Kulturpreis der Gemeinde Glarus Nord

Laudatio zur Übergabe des Anerkennungspreises 2026 an Fridolin Hauser   

 

Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter von Behörden, geschätzte Anwesende

 

Wie sehr hätten sich unsere ehemaligen Lehrer im Dorfschulhaus Näfels darüber gefreut, dass am heutigen Tag zwei ihrer ABC-Schützen, nämlich – Fridolin Hauser und Georg Müller  – mit einem kulturellen Preis der Gemeinde Glarus Nord ausgezeichnet werden. Sie wären sicher stolz darüber gewesen und hätten beiden von Herzen gratuliert. An ihrer Stelle darf ich dies heute tun: Herzliche Gratulation.

Und mir steht die Ehre zu, das kulturelle Schaffen und das viel-seitige Wirken von einem  der beiden, nämlich von Fridolin Hauser, im Rahmen dieses feierlichen Anlasses zu würdigen.  Sein Weg, sein Wirken und sein Beitrag zur Kultur zeigen uns auf ein-drück-liche Weise wie frühe Prägungen, Neugier und Ausdauer zu einem fruchtbaren Lebenswerk heranwachsen können.

 

 

Lieber Fridolin,

im Vorwort deines 1979 erschienenen Romans «Der Näfelser im Himmel – eine tolldreiste Causerie zwischen Sarg und Seligkeit» schreibst du sinngemäss: «Wenn ein Näfelser zum Himmel aufschaut und mit dem Finger dem Horizont nachfährt, zeichnet er die Höhen und Tiefen sowie die Grenzen seines Lebens auf.»

 

Diese Worte sind nicht nur poetisch, sie spiegeln ebenso deine Geisteshaltung wider: tiefgründig, heimatverbunden und mit feinem Gespür für Geschichte und Menschlichkeit.

 

Du wurdest am 9. April 1939 geboren – genau 551 Jahre nach der Schlacht bei Näfels, und dazu noch an einem Ostersonntagmorgen. Als einziges Kind eines Ur-Näfelsers und einer Österreicherin kamst du gleichsam als symbolisches Friedenszeichen zur Welt – ein versöhnliches Echo auf ein geschichtsträchtiges Ereignis.

 

Dein Vater, der legendäre «Hasä Fritz», dein besonderes Ge-burtsdatum und dein Namenspatron, der heilige Fridolin, inspirierten dich später zu deinem allseits bekannten literarischen Pseudonym: Fridli Osterhazy.

 

Unsere Wege kreuzten sich schon früh. Bereits im Kindergarten fesseltest du unsere Schwester Alice Marie mit deinem wachen Geist und deinem verschmitzten Humor. Schon damals glänztest du auf der Bühne als kleines Häschen im Rampenlicht – ein erstes Zeichen deiner späteren Schaffenskraft.

 

Auch sportlich beeindrucktest du uns: als Skitalent am Hang beim Bärenfritz und am Rütiberg, wo du uns Jüngere mit Eleganz das Skifahren lehrtest.

 

In der Pfarrkirche warst du als Oberdiener stets präsent und gabst mit Würde und Ernst deinen Mitministranten den zeremoniellen Takt vor. Besonders eindrücklich war jeweils der Moment an Ostern, wenn dein ehemaliger Nachbar, Sigrist Willy Schwitter, «Christus» sekundengenau aus dem Heiligen Grab zum Himmel aufsteigen liess – ein Augen-blick voller Symbolkraft, für uns alle, und sicher auch für dich.

 

Dein Weg führte dich ins Lehrerseminar Rorschach. Du warst Lehrer, Rektor, Dozentenausbildner, Swissair-Instruktor und davor drei Jahre lang bei Landis & Gyr in Zug tätig.

 

Dreizehn Jahre lang prägtest du das Schulwesen des Bezirks Einsiedeln und lehrtest  dort auch im  Kloster der Benediktiner, bevor du mit deiner  Familie in die Heimat zurück-gekehrt bist und an der Berufsfachschule Ziegelbrücke als Fachlehrer unterrichtetest.

 

1986 wählte dich das Volk von Näfels zum Gemeindepräsidenten – ein Amt, das du acht Jahre lang mit Pflichtbewusstsein, Weitsicht und Herzblut ausübtest. Du warst nicht nur Lenker der Gemeinde, sondern auch Chronist, Ver-mittler und Impulsgeber.

 

Du gründetest die Glarnerische Staatsbürgerliche Gesellschaft, um demokratische Bildung zu fördern und du holtest Gäste wie den «politgekrönten württembergischen Teufel» samt seiner Sekretärin zu einem Vortrag über Europa in den  Soldenhofsaal und gar den deutschen Bundesminister Norbert Blüm nach Glarus,  damit er an der Landesgemeinde gelebte Demokratie persönlich miterleben konnte. Selbst der allseits bekannte und scharfzüngige Viktor Giacobbo konnte deinem geflügelten Charme nicht widerstehen und präsentierte sich öffentlich als dein Gesprächspartner auf der Piazza der Landesbibliothek.

 

Als wandelndes Ortslexikon hast du das Bewusstsein für Geschichte und Heimat gestärkt – besonders sichtbar bei der 600-Jahr-Feier der Schlacht bei Näfels, die du mit grossem Engagement mitgestaltet hast.

 

Unvergessen bleibt der Besuch von Bundesrat Adolf Ogi 1988 zur Enthüllung der Ortstafel «Näfels – Gemeinde Europas» – ein Moment nationaler Würdigung.

 

Im Milleniumsjahr 2000 hast du gar zwei Bischöfe - ein Franzose und ein Schweizer -  dazu gebracht, gemeinsam am Altar in der Kirche von Näfels über einer Reliquie des Heiligen Hilarius ein Pontifikalamt zu feiern.

 

Und mit der Wiederbelebung der Äbtejahrzeit zu ihrem 190. Jubiläum hast du zusammen mit Bischof  Markus Büchel eine fast vergessene Tradition neu erstrahlen lassen.

 

Lieber Fridolin

Du bist in Näfels aufgewachsen, zwischen Rauti und Tränki, umgeben von einer imposanten Bergwelt. Hier hast du das ABC erlernt – und auch, wie man mit den Gefahren in einem Bergtal umzugehen hat.

Beim Hochwasser von 1953 gerieten die beiden Runsen ausser Kontrolle und machten die Hauptstrasse vor dem Freulerpalast schiffbar. In der Gerbi, im Wydenhof und im Hirzen kam es damals vor deinen Augen zu dramatischen Szenen – und auch dein geliebtes Oberseetal blieb von den massiven Regenfluten nicht verschont.

 

Doch dort oben, am Obersee, auf rund 900 Metern, hast du – wie du selbst im «Näfelser im Himmel» schreibst – erfahren,  was Freiheit bedeutet: sich nicht eingeschränkt fühlen, sich frei bewegen dürfen, Weitblick gewinnen und Kraft schöpfen für neue kulturelle Höhenflüge.

 

·       Ja -  dein Schaffen ist reich und vielgestaltig.  

 

 Die Zahl deiner Publikationen ist immens. Sie  reicht von der Sulzbodä-Ziitig übers Rutliwasser bis hin  zu Werken wie Näfelser Sagen oder «Agätabroot und Füürelihaiss», Marianne Hauser von Näfels: letzter Gang zum Galgen-büchel, Füüfäsächzigmal Frisch vom Fridli : Ä-n -  Usswahl uss 650 publiziärtä Värs und äma Mundaart-Diggsiunäär im Anhang, Näfelser Geschichte(n), Klosterchronik Maria Burg Näfels, Mein Name ist Fridolin,  Pankraz: Jänu Sechzigmal «Dies und Das» zum Sechzigsten: eine Auswahl von 60 Glossen aus der Wochenzeitung "Fridolin" oder Die Geburt ist meine Mutter, der Tod mein Vater, das Leben bin ich.

 

Hinter all deinen Texten und deinem sprichwörtlichen «Jahreskaländer» versteckt sich so etwas wie ein flüsternder Rautigeist, der deine Publikationen als Quellen örtlicher Überlieferung auf der bunten Leinwand heimatlicher Geschichte sichtbar macht und mit der Wiederbelebung des von Fridolin Elmer gegründeten «Kulturforums Brandluft», hast du einen Weg geöffnet, um typisch Dörfliches in der Gemeinde Glarus Nord ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rufen.

 

Lieber Fridolin,

du bist eine lebendige Legende, der Dorfchronist in Person, von den Musen geküsst – ein exzellenter Pianist, ein begabter Zeichner, Mediator, aber auch Poet und Autor vieler publizierter Werke.

 

Du hast darüber hinaus unzählige Berichte, Glossen und Gratulationen zu Geburtstagen, aber auch viele einfühlsame Nachrufe verfasst – Texte, die das kollektive Gedächtnis un-serer Region nachhaltig prägen.

 

Du bist Kulturvermittler, Mahner zur Bewahrung von Tradi-tionen, Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Gegen-wart.

 

Auch als Partner warst du verlässlich: Beim Jubiläum «100 Jahre Eisenbahn im Glarnerland» entstand dank dir die Broschüre «Die Schiene öffnet ein Tal» – ausgezeichnet als eines der 100 schönsten Bücher der Schweiz.

 

Du hast den Fridlibund gegründet, die Städtepartnerschaft mit Säckingen ins Leben gerufen und ab den 2010er Jahren mit vielen Publikationen unter dem Titel «Im Zeichen des Heiligen Fridolin» Geschichte und Gegenwart liebevoll miteinander verknüpft.

 

Zu deinen Ehren wurde 1988 in Säckingen im Schlosspark ein Baum eingepflanzt – und darüber hinaus wurdest du noch  mit einer  silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet.

 

Du bist Ehrenmitglied der Harmoniemusik Näfels und des Touring-Clubs Glarus, wo du einige Jahre im Vorstand mitgewirkt hast, du präsidiertest gar zweimal den Kiwanisclub Glarus, gabst mit Brigadier Robert Küng den Anstoss zur Gründung der General-Bachmann-Gesellschaft und warst auch Gründungsmitglied und erster Präsident der Freunde der Landesbibliothek.

 

Ob als Initiator, Erzähler, Sammler, Gestalter oder Interpret – du hast nicht nur Geschichte bewahrt, du hast sie weiter-geschrieben

 

mit Tinte,

mit Herzblut,
und mit dem Blick auf das Wesentliche – den Menschen, seine Herkunft und seine Würde.

 

Dein Schaffen, dein Wirken, dein Wissen und dein Wesen sind ein Geschenk für uns alle.

Deine Webseite ist geradezu ein Füllhorn – reich an Bildern, Gedanken und Geschichten.

 

Deine Stimme wird gehört.
Deine Worte bleiben.
Deine Spuren sind tief.

 

Lieber Fridolin

In tiefer Dankbarkeit und Anerkennung würdigen wir alles, was du uns mit deinem grossen kulturellen En-gagement und deinen wertvollen Werken geschenkt und überliefert hast,  ebenso danken wir deiner verstorbenen Frau Elisabeth und deinen drei Kindern, auf deren Verständnis und Unterstützung du immer zählen konntest.

 

Du hast diesen Preis mehr als verdient. Unsere Wertschätzung ist dir sicher. Herzliche Gratulation!

  


Mittwoch, 28. Januar 2026

 

Eine Gedenkstunde, die ans Herz ging

 

Holocaust-Überlebende sprach

 

vor dem Deutschen Bundestag

Die 87-jährige Tova Friedmann überlebte als 5-jährige den Holocaust

 

Im Deutschen Bundestag war heute eine Gedenkstunde für die Opfer des Holocaust.

Dabei trat die Tova Friedmann auf, die als 5-jährige den Holocaust überlebt hatte, weil sie sich unter einer Leiche versteckt hatte

Tova Friedman erinnert im Bundestag an die Verbrechen von Auschwitz.

 

Die in Polen geborene Tova Friedman (87) sprach heute Mittwoch vor dem Deutschen Bundestag bei der Denkstunde der Befreiuung der Befreiung des Todeslagers in Auschwitz (27. Januar 1945). Als Fünfjährige wurde sie aus ihrem Heimatort Tomaszow-Mazowiecki an der Hand ihrer Mutter in das Konzentrationslager bei Krakau verschleppt.

Aus Wikipedia:

Tova Friedman (* 7. September 1938 in GdyniaPolen als Tova Gross-man] ist eine polnisch-US-amerikani-sche Therapeutin, Sozialarbeite-rin sowie Holocaust-Überlebende. Als Zeitzeugin berichtet sie in Vorträ-gen, Büchern und TikTok-Videos über ihr Überleben des KZ Auschwitz-Birkenau und der Todesmärsche.

Kindheit unter deutscher Besatzung in Polen

Friedman wurde in Gdynia unweit von Danzig geboren. Ihre Familie kam aus Tomaszów Mazowiecki, wohin sie nach dem Überfall auf Polen zurückkehrte. Mit fünf Jahren wurde Friedman gemeinsam mit ihrer Mutter ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort überlebte Friedman vermutlich durch einen technischen Defekt die Gaskammer. Sie gilt als eine der wenigen Überlebenden, die eine Gaskammer von innen gesehen haben. Die Todesmärsche von KZ-Häftlingen überlebte Friedman, indem sie sich zwischen Leichen versteckte.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges lebten in Tomaszów Mazowiecki etwa 5000 jüdische Kinder, von denen nur fünf überlebten. Von Friedmans Familie wurden 150 Angehörige im Zuge des Holocaust ermordet.

Emigration in die USA nach dem Krieg

Nach dem Krieg verbrachte sie mehrere Jahre in einem deutschen Sanatorium für Tuberkulose sowie in DP-Lagern. Mit zwölf Jahren wanderte sie mit ihren Eltern nach Brooklyn in die USA aus. Dort erwarb sie am Brooklyn College einen Bachelor of Arts  in Psychologie und am City College of New York einen Master of Arts in Literatur. Mit ihrem Mann ging sie später für zehn Jahre nach Israel, um dort an der Hebräischen Universität Jerusalem zu lehren. Nach ihrer Rückkehr in die USA erwarb sie an der Rutgers University in New Jersey einen Master of Arts in Sozialarbeitswissenschaften. Danach war sie über 20 Jahre lang Direktorin des Jewish Family Service der Countys Warren und Somerset, wo sie noch immer als Therapeutin tätig ist.

Wirken als Zeitzeugin

 

1998 wurde Friedmans Leben im Buch Kinderlager. An Oral History of Young Holocaust Survivors von Milton JNieuwsma öffentlich bekannt. Einige Jahre später legte ihr Enkel Aron für sie ein Profil auf TikTok an, in dem sie in Videos über ihre Erfahrungen in Auschwitz berichtet und Fragen von Kindern beantwortet.

Das Profil hat inzwischen 500.000 Follower.[2022 veröffentlichte sie gemeinsam mit dem Journalisten Malcolm Brabant ihre Erinnerungen im Buch Ich war das Mädchen aus Auschwitz. Zudem hält sie Vorträge über ihre Erfahrungen.

Tova Friedmann zeigt ein Bild mit ihrer Mutter.  (Bild: www.bild.de)

Tova Friedmann am Rednerpult im Deutschen Bundestag

Wer Lust, Interesse und Zeit hat, mag die auf Deutsch übersetzte Rede, die Tova Friedmann heute vor dem Bundestag gehalten hat, hier lesen. Sie ist erschütternd.

 

Rede von Tova Friedman anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust.

 

Guten Tag, sehr verehrte Damen und Herren!

 

Ich fühle mich sehr geehrt, zu diesem feierlichen und wichtigen Anlass zu Ihnen sprechen zu dürfen.

 

Ich stehe hier vor Ihnen, um mit Ihnen eine Wahrheit zu teilen, die schmerzlich, aber wesentlich ist. Ich habe keine Geschwister, ich habe keine Onkel und Tanten, und ich habe meine Grosseltern oder meine Urgroltern nie kennen-gelernt, und zwar aufgrund dessen, was Millionen von Juden während des Zweiten Weltkriegs im Namen einer entmenschlichenden Ideologie – des Anti-semitismus – angetan wurde, einer Ideologie, die das moralische Urteil kor-rumpiert, Institutionen ausgehöhlt und letzten Endes ganz gewöhnliche Menschen zu Mittätern an beispiellosen Verbrechen gemacht hat.

 

Ich spreche heute nicht nur für mich selbst, sondern im Gedenken an sechs Mil-lionen jüdische Männer, Frauen und Kinder, die ermordet wurden, weil sie jüdisch waren – darunter eineinhalb Millionen Kinder. Viele wurden in Todeslager de-portiert, in denen man ihnen schon wenige Stunden nach ihrer Ankunft ihre Habseligkeiten, ihre Identität, ihre Würde und ihr Leben nahm. Andere wurden in Dörfern, auf Feldern, in Wäldern und in Tälern in ganz Europa einfach erschos-sen – ganze Familien wurden dort ausgelöscht, wo sie standen.

 

Ich gehöre zu der schwindenden Zahl an Überlebenden, die noch Zeugnis ab-legen können. Wir tun dies nicht, um alte Wunden aufzureissen, sondern um dem Erinnerungsverlust entgegenzuwirken. Die Geschichte hat uns gezeigt, dass Vergessen niemals neutral ist – es ist gefährlich.

 

Wer hätte gedacht, dass ein Kind, das man nur unter der Häftlingsnummer A-27633 kannte und das den Tod in der Gaskammer finden sollte, einundachtzig Jahre später vor hochrangigen Politikern stehen würde, die sich zu Erinnerung und Verantwortung bekennen?

 

Ich bin hier, weil Zeugen überlebt haben. Und weil Zeugen überlebt haben, hat die Wahrheit nach wie vor eine Stimme.

 

Ich bin das Kind, vor dem Hitler Angst hatte. Seine Devise lautete: KEINE ZEU-GEN! Ich spreche für die sechs Millionen Seelen, deren Stimmen zum Schwei-gen gebracht wurden. Ich bin Ihre Zeugin. Ich möchte Sie auf eine Reise in die Hölle mitnehmen.

 

Meine früheste Erinnerung ist, wie ich mich in einer kleinen, völlig überfüllten Wohnung im Ghetto von Tomaszów Mazowiecki unter einem Tisch versteckte. Ich erkannte die Stimmen meiner Eltern, meiner Grossmutter und meines Onkels, aber ich wusste, dass ich mein Versteck erst verlassen durfte, wenn man mir das sagte. Es war gefährlich. Die SS hatte es auf alte Menschen und Kinder abge-sehen – die Wehrlosesten. Meine Grossmutter wurde vor unserem Haus er-schossen, während ich versteckt war. Ich hörte die Schüsse, die Hunde, ihre Schreie, danach Stille.

 

Als das Ghetto liquidiert wurde, wurden die meisten Bewohner ermordet oder nach Treblinka deportiert. Meine Familie wurde gezwungen zurückzubleiben, um alle Spuren dessen zu beseitigen, was passiert war.

 

Mein Vater beschrieb später in seinen Erzählungen die Szene vor der Depor-tation: „Mütter klammerten sich an ihre kleinen Kinder, ihre verzweifelten und mitleidigen Blicke auf die Augen ihrer Kleinen gerichtet, voller Kummer und Trau-er; sie fühlten, dass ihr Ende nah war, und ohnmächtig richteten sie ihre Hände gen Himmel und fragten: Herr im Himmel, warum hast Du uns ein solch furchtbares Todesurteil auferlegt?“ Als sich die Türen des Viehwaggons gerade schlossen, rief ein Rabbiner, den mein Vater kannte, ihm zu: „Vergiss uns nicht!“, und er wiederholte es auf Jiddisch: „farges unz nisht.“

 

Am 5. September, zwei Tage vor meinem fünften Geburtstag, kamen wir in Starachowice an. Es war ein Zwangsarbeitslager, umgeben von Stacheldraht. Überall waren Wachtürme. Keine Möglichkeit, sich zu verstecken. Meine Eltern mussten von morgens bis abends in einer Munitionsfabrik arbeiten. Ich erinnere mich an den Klang der Stimme meiner Mutter: „Pass auf dich auf, bis ich zurück bin.“ Sie begann, mir die ersten Überlebenstechniken beizubringen: „Denk dran: Nicht rennen, wenn du die Hunde siehst. Schau niemandem direkt in die Augen, weder den Hunden noch den Soldaten. Richte den Blick nach unten, lass sie einfach vorbeigehen. Versuch, unsichtbar zu sein...“ Dies waren einige der Über-lebenstechniken, die mich am Leben hielten.

 

Ich war den ganzen Tag mit den anderen Kindern auf der Strasse und versuchte, die Hunde und Wachleute zu meiden. Wir schätzten uns glücklich, fürs Erste den gefürchteten Selektionen entkommen zu sein. „Mama, wo sind all die Men-schen?“, fragte ich eines Tages. Das Lager schien sich geleert zu haben. „Selektionen“, antwortete meine Mutter. Mehr musste sie nicht sagen. Mit fünf Jahren wusste ich Bescheid. Menschen wurden selektiert, um sie zu töten.

 

Ich wurde vorsichtiger und blieb häufig allein in unserem Raum. Dann hörte ich etwas sehr Beängstigendes. „Kinderselektion.“ Ein Schauer lief allen Eltern über den Rücken. Wo können wir sie verstecken? Meine Eltern versteckten mich in einer Zwischendecke, die extra für diesen Fall eingezogen worden war. Die Jäger mit ihren Waffen entdeckten fast alle zitternden Kinder, die man versteckt hatte. Unter den Schreien ihrer Eltern wurden sie auf Lastwagen gepfercht und zum Ort ihrer Ermordung gefahren. Mein Leben spielte sich jetzt in unserem kleinen, dunklen Raum mit zugehängten Fenstern ab, in Erwartung des nächsten Befehls. „Bin ich das einzige jüdische Kind, das noch übrig ist auf der Welt?“, fragte ich mich in meiner Unschuld.

 

Meine Erinnerungen an diese Zeit sind sehr vage. Ich schlief sehr viel, weinte still in mich hinein und wartete darauf, dass meine Eltern abends aus der Fabrik zuückkamen und mir etwas zu Essen mitbrachten. Dann, an einem schönen Sommertag, durfte ich den dunklen Raum verlassen, um die Sonne zu genießen. Aber meine Mutter packte. „Wohin gehen wir?“, fragte ich. „Nach Auschwitz“, lautete ihre Antwort.

 

Im Alter von fünf Jahren war mir der Name ein Begriff. Wie uns allen. Ich wusste, dass niemand von dort zurückkehrte, aber meine Sinne konzentrierten sich auf das Licht und den Sonnenschein, die ich nach Wochen der Dunkelheit spüren durfte. Daher reagierte ich kaum darauf. Eine halbe Stunde später standen wir an den offenen Waggontüren.

 

Es war das zweite Mal, dass ich meinen Vater weinen sah. Das erste Mal war, als er meiner Mutter erzählte, dass er seinen Eltern gerade auf einen Lastwagen ge-holfen und sie zum Abschied geküsst hatte. Sie alle wussten, dass sie sich nie wiedersehen würden. Und jetzt stand er da, weinte und sagte mir, ich solle ein braves Mädchen sein.

 

Es war das erste Mal, dass unsere kleine Familie getrennt wurde. Meine Mutter und ich wurden in einen Waggon für Frauen getrieben, und mein Vater ging mit den Männern mit. Es folgten 36 Stunden voller Dunkelheit, Durst und Hunger und ohne die Möglichkeit, seine Notdurft zu verrichten. Ich versuchte, mit meiner Mutter zu sprechen, damit sie mich trösten konnte, aber durch die schrecklich lauten Schreie, das Stöhnen und die Gebete der verängstigten Frauen war es unmöglich miteinander zu sprechen.

 

Nach der Ankunft flogen die Türen auf, und das plötzliche Sonnenlicht schmerzte in meinen Augen, aber es war der Gestank, der mich überwältigte. „Was ist das für ein Gestank?“ Meine Mutter zeigte auf den dunklen, dicken, giftigen Rauch, den ich während meiner gesamten Zeit in Auschwitz einatmen musste. Ich verstand.

 

Mit geschorenem Kopf in dünner Kleidung, hungrig und müde wurden wir in unser neues „Heim“ geführt, die mittlere Ebene einer Koje in einer grossen, dunklen und deprimierenden Baracke.

 

Und wieder brachte mir meine Mutter Überlebenstechniken bei: „Pass gut auf deine Schüssel, deine Tasse und deinen Löffel auf. Sonst bekommst du nichts zu essen.“ Man kann gar nicht beschreiben, wie sehr wir unter Hunger litten. Ich hungerte mit anderthalb Rationen, da meine Mutter mir die Hälfte ihrer Ration abgab.

 

„Weine nicht, egal, was passiert. Dann giltst du als schwach. Die Schwachen überleben nicht.“ Ich weinte nicht, als man mich schlug, weil ich bei einem Appell, als die Namen aufgerufen wurden, nicht stillstand. Ich weinte nicht, als ich sehr krank wurde und alles wehtat, und ich weinte nicht, als man mich meiner Mutter wegnahm, mich tätowierte und mit anderen Kindern in einer Baracke einsperrte, in der wir auf unseren Tod warteten. Und ich weinte nicht, als ich nackt hungerte und fror. Ich wartete mit den anderen Kindern darauf, dass sich die Tür zur Gaskammer öffnete.

 

So unwahrscheinlich es auch war: Meine Mutter und ich überlebten. Als wir Auschwitz Hand in Hand verliessen, flüsterte sie mir nur zu: „Erinnere dich.“ Seitdem erinnere ich mich jeden Tag.

 

Nach der Befreiung existierte die Zukunft, die sie mir versprochen hatte, nicht mehr. Einhundertfünfzig Angehörige ihrer Familie waren ermordet worden. Nur sie hatte überlebt. Mein Vater kehrte aus Dachau zurück als ein körperlich und seelisch gebrochener Mann. Er konnte kaum darüber sprechen. Meine Mutter starb im Alter von 45 Jahren. Sie hatte körperlich überlebt, aber ihr Herz war stets in Auschwitz geblieben. Sie sagte einmal zu mir: „Diese Welt ist nicht für Men-schen gedacht.“

 

Ich erfuhr von ihrem Tod, als ich mit dem College eine Reise nach Israel unter-nahm – ein Lebenstraum. Für uns ist Israel nicht einfach nur ein Ort auf der Landkarte. Es ist das Herz einer dreitausend Jahre alten Geschichte – einer Geschichte von Glauben, Sehnsucht, Verlust und Rückkehr. Selbst in unseren dunkelsten Stunden symbolisierte Israel Hoffnung, Beständigkeit und den Glauben, dass Verzweiflung nicht das letzte Wort haben würde. Nach dem Holo-caust wurde es eine moralische und existenzielle Notwendigkeit – die Sicherheit, dass jüdisches Leben nie wieder allein von der Gnade anderer abhängig sein würde.

 

Jetzt, 81 Jahre später, hat sich ein Grossteil der Welt gegen uns gewandt. Ich verliess Auschwitz mit dem Gedanken, dass ich mich nie wieder fürchten müsste, weil ich Jüdin bin, aber nun haben sich die Zeiten geändert...

Mein Enkel muss seinen Davidstern auf dem Campus verbergen. Meine Enkelin wurde gezwungen, aus dem Studentenwohnheim auszuziehen, um Bedrohungen zu entgehen. Rufe wie „Hitler hatte Recht!“ oder „Vergast die Juden!“ sind auf den Strassen von New York, Paris und Amsterdam zu hören. Auf der ganzen Welt fühlen sich Juden wieder ungeschützt, angegriffen und gehasst. Ist das die Welt, die die jungen Menschen geerbt haben? Eine Welt voller Hass und Angst, in der Juden schon wieder als Sündenböcke für das herhalten müssen, woran die Gesellschaft krankt?

 

Genauso begann es in den 1930er Jahren in Deutschland. Der Antisemitismus ist nicht verschwunden; er hat sich angepasst. Er verbirgt sich jetzt häufig hinter einer neuen antizionistischen Sprache, verbreitet sich erschreckend schnell über soziale Medien und findet in Kreisen Zustimmung, die eigentlich für kritisches Denken und moralische Klarheit stehen sollten, wie Universitäten und andere wissenschaftliche Einrichtungen. Diese Warnungen müssen wir beherzigen. Die Geschichte lehrt uns, dass Hass niemals auf ein einziges Volk beschränkt bleibt. Wenn Antisemitismus geduldet wird, werden die demokratischen Werte an sich geschwächt.

 

Rabbi Lord Jonathan Sacks mahnt uns: „Um ein Land zu verteidigen, braucht man eine Armee, aber um eine Zivilisation zu verteidigen, braucht man Bildung.“ Bildung, Führungsstärke und Zivilcourage sind daher keine Option, sondern eine Verpflichtung.

 

Ich nehme mit grosser Dankbarkeit Deutschlands fortwährendes Bekenntnis zur Bekämpfung des Antisemitismus durch Bildung, Gedenken und Politik zur Kenntnis. Deutschland versteht vielleicht mehr als jedes andere Land, was passiert, wenn Hass zur Normalität und Verantwortung aufgeschoben wird. Ihre „Nationale Strategie gegen Antisemitismus“ und Ihre Entschliessung „Nie wieder ist jetzt“ schützen und stärken jüdisches Leben. Ihre Programme, bei denen Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler nach Israel reisen oder Konzentrationslager besuchen, sorgen für Anerkennung und ein besseres Verständnis unseres Volks und unserer Geschichte. Deutschland hat aus eigener bitterer Erfahrung gelernt, was ungezügelter Hass gegenüber einem ganzen Volk dem moralischen und emotionalen Zusammenhalt einer Nation zufügen kann.

 

Die jüngere Generation ist nicht verantwortlich für das abscheuliche und grauen-hafte Verhalten Ihrer Vorfahren in Treblinka, Auschwitz-Birkenau, Majdanek, Bergen-Belsen, Dachau und anderen Konzentrationslagern der Nazis. Aber Sie – insbesondere diejenigen, die politische Verantwortung tragen – sind verantwortlich für die Welt, die sie jetzt gestalten, für Ihre eigene Zukunft und die Ihrer Kinder. Und das bedeutet, diese Seuche, diese Epidemie des Hasses, diesen Antisemitismus sehr ernst zu nehmen. Neutralität im Angesicht des Hasses ist keine Neutralität – sie bedeutet Zustimmung.

 

In unseren Synagogen beten wir jeden Sabbat für unsere Entscheidungsträger – dass sie uns mit Weisheit, Mut und Mitgefühl regieren, dass sich Gerechtigkeit, Sicherheit und Würde durchsetzen und dass Menschen aller Glaubensrichtungen und Hintergründe ohne Furcht vor Ausgrenzung zusammenleben mögen.

 

Möge die Erinnerung zur Verantwortung führen.

Möge die Verantwortung zum Handeln führen.

Und möge das Handeln dafür sorgen, dass „Nie wieder“ nicht nur eine Parole ist, sondern eine bleibende Verpflichtung.

 

Ich nutze meine Zeit, indem ich versuche, andere über die Geschehnisse aufzuklären, insbesondere die jüngere Generation Dazu spreche ich an Schulen und nutze soziale Medien wie TikTok. Ich werde damit bis zu meinem Tod weitermachen.

 

Ich danke Ihnen.

Tova Friedmann lächelte während ihrer Rede kaum; als sie aber von der Bundestagspräsidentin, vom Bundepräsidenten und vom Bundeskanzler umarmt wurde und die vielen Leute auf den Rängen sah, lächelte sie. Ein Lächeln trotz allem.


 

Montag, 26. Januar 2026

 

Obersee - Luftverschmutzung / Wasserverschmutzung!!!


Der idyllische Obersee ist auch im Winter eine Attraktion,

Zugefroren, Stille, Kälte, Faszination der bizarren Winterwelt, die Natur ruht.

Brünnelistock als weissgrauer Klotz in der einmaligen Landschaft.

Das geniessen auch Unentwegte, die auch im Winter diese Traumwelt besuchen.

Es gibt aber welche, die negative Spuren hinterlassen. Neueste Überraschung.

Am Obersee Richtung Grappliweg wurde dieser Schandfleck entdeckt und gefunden.

Mit einer Gasflasche wurden Pneus verbrannt. Hässliche, dreckige Luftver-schmutzung.

Nach dem Tauwetter werden diese hässlichen Überreste im Obersee versinken: Gasflasche, Drähte, Rückstände von Pneus, dreckige Wasserverschmutzung.

 

Es wäre dringend, dass die Behörden den Fall untersuchen, allfällige Nummern auf der Gasflasche ermitteln, die möglicherweise Hinweise auf die Verkaufsstelle und damit auf den Käufer geben könnten.

 

E ist ein Skandal! Diese hinterlassene Brandstelle verstösst gegen Menschenverstand und sorgsamen Umgang mit der Natur.

 

Man mag sich auch fragen, woher die Holzsparren stammen, vermutlich von der Sennhütte der Niederseealp. Eine Untersuchung wäre angezeigt.

 


Donnerstag, 22. Januar 2026

 

Einladung

 

zur Teilnahme an der Vernissage

 

von

 

Mirko Slongo

 

"Über den Wassern - Sankt Fridolin"

 

Villa Berberich Bad Säckingen

 

 

Mirko Slongo, übrigens heisst Mirko = Fridolin, unser Bereichsleiter "Kultur" der Gemeinde Glarus Nord, ist in seiner Freizeit auch ein begnadeter Künstler, der malt und auch singt und bereits zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland hinter sich hat. Er hat das Thema "Fridolin" aufgegriffen und kann nun in unserer Partnergemeinde Bad Säckingen eine Ausstellung lancieren. Aus diesem Grund wird nun für Sie ein Bus angeboten, der Sie bequem nach Bad Säckingen bringt und nach der Vernissage nach Hause fährt.

Wer immer Lust und Freude hat, ist herzlich eingeladen, wenn möglich in Beglei-tung an dieser Kurzexkursion nach Bad Säckingen teilzunehmen.

Villa Berberich mit Ausstellung und Café Restaurant im Hause

 

 

Einladung zur Teilnahme an der Vernissage in Bad Säckingen

 

Freitag, 13. Februar 2026 (nachmittags) 16.00 Uhr Abfahrt

 

Mirko Slongo

Anmeldung - Teilnahme und Hinfahrt Vernissage

 

Mirko Slongo: Übers Wasser - Das Wirken Fridolins"

 

                        16.00 Uhr  Abfahrt Turnhallenplatz Näfels

                        17.30 Uhr  ca. Ankunft Bad Säckingen Villa Berberich

                                          Einkehr Café Berberich (in der Villa)

                        18.00 Uhr  Vernissage anschliessend Apero

                        19.30 Uhr  Rückfahrt – Näfels an ca. 20..45

Kosten:    Nur Fr. 30.-, Hin- und Rückfahrt, Bus Armin Fischli, Aeschen

Schriftliche Anmeldung an:
   Säckingen, Gerbi 34, 8752 Näfels, Fridolin Hauser

Telefonisch:
   055 612 35 13

Online-Anmeldung:


Mirko Slongo

 

Notizen zur Geschichte der Villa Berberich

 

Die Villa Berberich ist ein ehemaliges grossbürgerliches Wohnhaus in Bad Säckingen, Parkstraße 1, das seit den 1980er Jahren als Museum genutzt wird und unter Denkmalschutz steht.

Geschichte

Die Villa wurde im Jahre 1874 für den Textilindustriellen Ignaz Berberich III. errichtet. Die Villa wurde auf abfallendem Gelände erbaut, deshalb erscheint sie auf der Vorderseite niedriger als auf der Rückseite. Rund um die Villa befindet sich ein großer als Landschaftspark gestalteter Garten, direkt unterhalb der Villa liegt ein Teich mit Fontänen.

Das Gebäude wurde in den 1930er Jahren von der Stadt erworben und von 1941 bis 1980 als Teil des nahegelegenen Bad Säckinger Krankenhauses genutzt.

In den 1980er Jahren wurde das Gebäude als Museum und Ausstellungsort für kulturelle Zwecke umgebaut. Im Erdgeschoss befindet sich ein Café. Die Villa zeigt Ausstellungen zu verschiedenen Themen.

Aufgrund von finanziellen Engpässen überlegt(e) die Stadt, die Villa wieder zu privatisieren.

In der Villa Berberich befindet sich seit 1984 das Mineralienmuseum Villa Ber-berich der Mineralienfreunde Hochrhein – Fricktal e.V.

Baubeschreibeung

Der Bau wurde in relativ zurückhaltenden (Neu-)Renaissanceformen errichtet. Er glie-dert sich in einen anspruchsvoll gestalteten Mittelrisalit und zwei flankierende Flügel, die neben Baugliedern aus Werkstein (Gesimse, Fensterrahmungen, Brüstungs-felder) schlichte Putzflächen aufweisen.

Talseite: Der Mittelrisalit ist durch reicheren Bauschmuck und die Verwendung von Werkstein (einem Molassesandstein) hervorgehoben und überragt mit einem Geschoss zwerchhausartig die Traufe. Die Fenster des ersten Obergeschosses sind im Mittelbau mit konsolengestützten Dreiecksgiebeln verdacht, die durch eine durchlaufende Basis zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Die Fensterstürze sind in allen Geschossen mit verzierten Schlusssteinen versehen, am aufwendigsten im Balkongeschoss, das sich eindeutig als Belétage zu erkennen gibt. Die Ecklisenen sind gequadert, außer im obersten Geschoss, wo in eingetieften und gerahmten Feldern einfaches Ornament angebracht ist.

Der vorspringende, abwechslungsreich rustizierte Buntandstein-Unterbau zeigt vor dem Mittelrisalit eine einfache Quaderung. Die flankierenden Partien dagegen weisen fugenbetontes, bruchsteinartiges Gemäuer auf, das durch aufgelegte horizontale Sandsteinbänder gegliedert wird. Der Unterbau besitzt einfache Rundbogenfenster mit schmucklosen Scheitelsteinen und Buntsandstein-Querbalken in Kämpferhöhe. Im Mittelteil bilden hier die Fenster mit dem Portal eine Dreiergruppe. Erwähnenswert sind die filigranen gusseisernen Balkongitter vor den Mittelfenstern der Belétage und über dem vorspringenden Unterbau.

Bergseite: Gequaderte Ecklisenen rahmen auch hier den Werkstein-Mittelrisalit. Im Obergeschoss haben die Fenster Blendbalustraden-Brüstungen, wobei ein Mittelfenster von zwei schlichten, schmalhohen Fenstern flankiert wird. Das Mittelfenster mit konsolengestütztem Dreiecksgiebel zeigt im Giebelfeld ein Muschelmotiv. Analog ist die Gliederung im Erdgeschoss: das Portal hat hohe, schmale Fenster zur Rechten und Linken. Der Schlussstein des Portals trägt eine Kartusche. Sturz und obere Partien der Türpfosten sind mit einem Feston, einer üppigen Girlande, behängt.

Der rustizierte Sockel ist durch die Verwendung von Buntsandstein farblich abgesetzt. Oben schließt ein einfaches Konsolgesims den Baukörper ab. Die Ostfassade wird durch einen risalitartig vorspringenden Standerker bereichert.

aus: Wikipedia

Café Berberich - Eldorado für kulinarische Genüsse


Sonntag, 18. Januar 2026

 

Denkwürdiger Hilariusgottesdienst

 

Brillante, klärende Festpredigt von P. Cyrill Bürgi OSB Kloster Einsiedeln

 

Um zehn Uhr begann der levitierte Gottesdienst in der Hilariuskirche mit dem fei-erlichen Einzug angeführt durch Pfr. Gregor Barmet, mit Dekan Hans Mathis,

Festprediger P. Cyrill Bürgi OSB, Kloster Einsiedeln, Pfr. Waldemar Nasarczuck, Vikar Dr. Sebastian Thayyil. Diakon Winfried Weimert, Lektor Martin Böni und zahlreiche Ministrantinnen und Ministranten. Die musikalische Gestaltung oblag Dirigent und Solosänger Cornelius Bader und dem Cäcilienchor.

Noch standen die beiden beleuchteten Weihnachtstbäume im Chor, noch auf-gestellt war die kostbare Weihnachtskrippe, die diesmal nicht auf dem Marien-altar, sondern anfangs des Schiffs aufgestellt war. Aufgeführt wurde eine Missa von Martin Vogt (1781-1854).

Bei der Begrüssung erfuhr man, dass Pfr. Gregor Barmet und P. Cyrill Bürgi OSB, Studienkollegen gewesen waren.

Dies traf sich gut; denn Pfr. Greogor Barmet hatte justament am heutigen Tage seinen Geburtstag, was den Cälienchor bewog, nach dem Festamt an den Stufen zum Chor den Jubilaren mit einem  ein Geburtstagsständchen "Happy birthday..." zu überraschen.

 

Traditionell feierten die Freunde der Geschichte von Näfels im "Schwert" das Hilariessen, Tafelredner war This Jenny, Kantonsschullehrer und Historiker.

 

Nachmittags 17 Uhr fand traditionell die Vesper des Dekanats mit anschlies-sendem Nachtessen, diesmal im "Schützenhof", nicht mehr im Hilarisaal, statt.

Die hervorragende Festpredigt mit klärenden Worten zu Rolle des Kirchenpatrons

von P. Cyrill Bürgi OSB wird im Wortlaut nachgeliefert werden.

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Festpredigt von P. Cyrill Bürgi OSB Kloster Einsiedeln

Aggiornamento:

Kerngedanke: «…und ihr alle wisst es»

Liebe Mitchristen von Näfels

Was brennt Ihnen unter den Nägeln? Wo drückt Ihnen der Schuh? Oder positiv formuliert: Wohin möchten Sie gelangen? Was ist Ihr Ziel und Ihre Erfolgsstrategie?

Gemäss des Sorgenbarometers 2025 sorgen sich die meisten Stimm-berechtigen über Gesundheitsfragen, die Kranken­kasse, über Prämien, dann folgen Umweltschutz, Klimawandel und Umweltkatastrophen, dann AHV und Altersversorgung und dann kommen die geopolitischen Fragen.

Das sind alles legitime Sorgen. Es geht darum, ob ich und die Meinen gut leben können und ob ich noch genug habe zum Geniessen. Letztlich wollen wir alle gesund und glücklich sein. Natürlich müssen wir Glück genauer definieren.

Wir können nicht von einem Sorgenbarometer, der von einer Bank finan-ziert wird, erwarten, dass die Sorgen um das ewige Heil (Glück) auf-scheinen. Trotzdem ist es interessant, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht einmal zur Sprache kommt. Wir aber ahnen alle, ja, wir wissen es: es geht um mehr.

Ich würde behaupten, dass die Frage nach dem Lebens­sinn, latent in jedem Leben vorhanden ist, sogar in den aktuellen, grossen, politischen Er-eignissen im Iran, Grön­land, Venezuela und allen Krisen- und Kriegs­ge­bie­ten. Es geht vordergründig um Macht, Einfluss, Öl etc, aber eigentlich greifen wir nach Glück oder mehr, ja, nach der Frucht am Baum des Le-bens. Warum tun wir, was wir tun?

Zur Zeit des heiligen Hilarius, im vierten Jahrhundert, war die Frage nach dem Sinn des Lebens virulent. Sie hat sich ent­zündet an der Frage, ob Jesus nur Mensch war oder ebenso Gott. Arius behauptete, dass Christus ein Ge-schöpf sei – zwar das vornehmste und erhabenste, aber eben nicht Gott, sondern ihm nur ähnlich. Warum war diese Frage für alle damaligen Menschen so akut und drängend? Nicht nur die Bischöfe und Theologen stritten sich untereinander, sondern auch das gewöhnliche Volk geriet sich auf den Strassen deswegen in die Haare. Alle wussten, dass nur Gott Sün-den vergeben kann, nur Gott kann wirklich erlösen. So befürchtete ein Grossteil der Bevölkerung, dass Christus vergebens am Kreuz gestorben ist, wenn er nur als Mensch da gehangen hat. Sind wir nun erlöst und befreit zu einem Leben in Ewigkeit oder nicht?

Hilarius war gerade 10 Jahre alt, als das erste Konzil der Christenheit über diese Frage in Nicäa tagte. Die Aus­einandersetzungen hielten noch an, als er Bischof wurde. Der Kaiser hat ihn deswegen sogar in die Verbannung geschickt.

Die Frage um die Gottheit Jesu scheint schon im ersten Johan­nes­brief auf: «Wer leugnet, dass Jesus der Sohn von Gott ist, hat auch Gottvater nicht.» (vgl. 1 Joh 2,23). Diese Frage spaltete die Urgemeinde und viele verliessen sie oder verhielten sich gar als Antichriste, wie sie Johannes nennt.

Er aber versicherte seinen Adressaten: «Ihr habt die Sal­bung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es» (1 Joh 2,20). Die Salbung meint die Salbung im Heiligen Geist in Taufe und Firmung. Damit sagt er der Urgemeinde, dass sie fähig ist zu unterscheiden. Sie weiss, dass Christus nur Er­löser sein kann, weil er von Gott kommt und selber Gott ist.

Erlahmungstendenzen erspüren wir auch im Matthäus­evangelium. Matthäus spricht von schalgewordenem Salz und von Licht, das verdeckt gehalten wird. Die Gemeinde hat offenbar die Freude an der Schönheit ihres Glau-bens verloren. Und Matthäus ruft ihr überdeutlich ins Gedächt­nis: «Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt! Ihr wisst es! Wer sich daran hält, wird gross sein im Him­mel­reich!» (vgl. Mt 5,13.14.19).

In unseren alltäglichen Lebensfragen geht es im Prinzip nicht um die Sorge, wie viel noch im Portemonnaie bleibt. Das ist eine zu oberflächliche Be-trachtungsweise. Der Sor­gen­barometer kratzt eigentlich zu wenig tief. Auch wenn es der Kommentar nicht ausdrückt, so geht den Menschen um mehr. Vielleicht würden sie es nicht so sagen, doch wir alle ahnen, dass das vollendete, ewige Glück nicht im Diesseits liegt: «Ich schreibe euch nicht, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt» (1 Joh 2,21), sagt Johan­nes. Natürlich ist das Portemonnaie wichtig. Wir wissen genauso, dass ohne Liebe, ohne Leidenschaft, ohne Ziel und Sinn das Glück nicht vollendet ist. Der Sorgenbaro­me­ter bringt es nicht zur Sprache, aber wir wissen es – zutiefst.

Das dürfen wir uns am Fest eines Menschen, der für diese Wahrheit in Ver-bannung ging, sagen lassen. Wir wissen um die Wahrheit, dass Jesus Gottes-sohn ist. Wir brauchen ihn als Erlöser und Heiland und nicht bloss als guten Menschen und Vorbild. Er hat uns befähigt, für unsere Würde einzu­stehen. Wir können unterscheiden, was hilfreich ist im Aufbau für das Wohl aller Menschen. Wir wissen um die Schönheit unseres Glaubens, die sich in der täglichen Begeg­nung mit Christus zeigt. Es ist die Vertrautheit mit IHM, die uns füreinander Sorge tragen lässt. Das ist unsere Sorgenskala, die wir in der Taufe über­nommen haben. Jesus selbst sagt: «Sorgt euch nicht um euer Le-ben, was ihr essen oder trinken sollt, noch um euren Leib, was ihr anziehen sollt! Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung» (Mt 6,25)? Damit mein Jesus nicht, dass wir sorglos leben sollen. Doch im christlichen Lebensstil ist der Akzent anders gesetzt: «Sucht zuerst sein Reich; dann wird euch alles andere dazu­gege­ben» (Mt 6,33).

Die Akzentverschiebung in der Sorgenskala war offenbar schon im 1. Jahr-hundert ein Thema. Darum führen die Autoren der Heiligen Schrift ihre Adressaten liebevoll zurück auf das, was sie schon wissen: ««Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es. Ich schreibe euch nicht, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt» (1 Joh 2,20).

Wahrscheinlich ehren wir den heiligen Hilarius am besten, wenn wir Jesus nicht nur einen guten Menschen sein lassen, sondern ihn als Gott anneh-men, der uns erlöst aus unserem engen Horizont, der unseren Blick öffnet für Ihn und füreinander.

So kann ich paraphrasierend sagen: «Ich habe euch nicht gepredigt, weil ihr die Schönheit des Glaubens nicht kennt, sondern gerade weil ihr die Ver-trautheit mit dem HERRN kennt.»

Fürbitten

Herr, Jesus Christus, du hast uns gesalbt mit deinem Geist. So bitten wir voll Vertrauen:

§  Für alle, die auf deinen Namen getauft sind:
lass sie aus der Gnade der Taufe leben;
hilf ihnen Salz der Erde und Licht der Welt zu sein.

§  Für alle, die im Glauben unsicher geworden sind: erleuchte und stärke sie durch deine heilige Salbung.

§  Für alle, die sich in dieser Kirche des heiligen Hilarius zum Gebet und Gottesdienst versammeln: festige ihre Vertrautheit mit dir und ihre Sorge füreinander.

§  Für alle, die in Politik, Militär, Wirtschaft und Gesell­schaft Verantwortung tragen: hilf ihnen,
die Würde jedes Menschen zu respektieren.

§  Für die Menschen, die für ihre Rechte auf die Strasse gehen; für jene, die deswegen inhaftiert werden: Schütze sie.

§  Für alle Opfer von Krieg, Terror, Ausbeutung und Unterdrückung; für alle Menschen in Bedrängnis, Elend und Not: Richte sie auf.

§  Für die Kinder und Jugendlichen; für jene, die auf der Suche nach Identität, Sinn und Glück sind:
Stärke ihr Selbstwertgefühl.

§  Für die Verstorbenen dieser Pfarrei und für alle Verstorbenen: Lass sie teilhaben an deiner dreifaltigen Liebe.

 

Herr, Jesus Christus, du bist wahrer Mensch und wahrer Gott. Du bist Schöpfer und Erlöser. Durch dich loben und ehren wir den Vater im Heiligen Geist heute und in Ewigkeit.  Amen.

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Vatican News vom 13. Januar 2026

Die Ursprünge und die Bekehrung

So spärlich die Informationen über sein Leben sind, so reichhaltig sind die theologischen Werke, die dieser wahre Defensor Fidei uns hinterlassen hat. Er wurde in eine wohlhabende gallo-römische und heidnische Familie geboren, erhielt eine solide literarische und philosophische Ausbildung, doch erst nach seiner Bekehrung zum Christentum – wie er selbst in einem seiner Werke erklärt – fand er den Sinn des menschlichen Schicksals. Besonders durch das Lesen des Prologs zum Johannesevangelium begann Hilarius seine innere Suche und gab ihr eine Richtung. Erwachsen, verheiratet und mit einer Tochter, empfing er die Taufe und wurde zwischen 353 und 354 zum Bischof von Poitiers gewählt.

Der Kampf gegen die Häresie

Die historische Periode, in der S. Hilarius lebte, war besonders geprägt von religiösem und kulturellem Pluralismus, der mit heftigen Polemiken das zentrale Kernstück des christlichen Glaubens in Frage stellte. Insbesondere die Lehren von Arius, Ebion und Fotinus – um nur einige zu nennen – fanden sowohl im Westen als auch im Osten fruchtbaren Boden und verbreiteten trinitarische und christologische Häresien, die den Kern des christlichen Glaubens gefährdeten. Mit Mut und tiefem Wissen begann S. Hilarius seinen „Kampf“ gegen die trinitarische Polemik und insbesondere gegen den Arianismus und vertrat die Auffassung, dass Christus nur dann der Retter der Menschen sein kann, wenn er wahrer Gott und wahrer Mensch ist. In diesem aufgeheizten Klima bezahlte S. Hilarius sein Engagement für die Wiederherstellung der Ordnung im theologischen Denken und für die Rückkehr zur Wahrheit mit dem Exil.

Das Exil und die Rückkehr nach Poitiers

Wir befinden uns im 4. Jahrhundert, während der Herrschaft von Constantius, dem Sohn des Kaisers Konstantin des Großen. S. Hilarius schrieb ein Gesuch an den Kaiser – Liber II ad Constantium – in dem er darum bat, sich öffentlich, in Anwesenheit des Kaisers, gegen die Anschuldigungen zu verteidigen, die ihm Saturninus von Arles zu Unrecht gemacht hatte, indem er ihn als Verräter des wahren evangelischen Glaubens bezeichnete und ihn ins Exil nach Phrygien (im heutigen Türkei) für vier Jahre verbannte. Angestachelt von den Arianern, die Hilarius loswerden wollten, ließ Konstantin ihn nach Poitiers zurückkehren, wo er jedoch triumphal empfangen wurde. Nach seiner Rückkehr setzte er seine pastorale Tätigkeit fort und wurde dabei von dem zukünftigen Bischof von Tours, S. Martin, unterstützt, der unter der Leitung von Hilarius in Ligugé das älteste Kloster in Gallien gründete, mit dem Ziel, den Auswirkungen der Häresie entgegenzuwirken. In den letzten Jahren seines Lebens verfasste er auch einen Kommentar zu achtundfünfzig Psalmen. Er starb im Jahr 367, und von ihm sind exegetische-theologische Schriften und Hymnen zu dogmatischen Themen erhalten. Zu seinen Werken gehört auch der Kommentar zum Evangelium nach Matthäus, der älteste Kommentar dieses Evangeliums in lateinischer Sprache. Seine Werke wurden von Erasmus von Rotterdam in Basel in den Jahren 1523, 1526 und 1528 veröffentlicht.

Die Worte von Benedikt XVI.

Im Jahr 2007, im Rahmen seiner Fortsetzung der Katechese über die Apostolischen Väter, widmete sich Papst Benedikt der Gestalt von Hilarius von Poitiers und fasste das Wesentliche seiner Lehre in dieser Formel des Heiligen zusammen: „Gott kann nicht anders als Liebe sein, er kann nicht anders als Vater sein. Und wer liebt, ist nicht neidisch, und wer Vater ist, ist es in seiner Gesamtheit. Dieser Name lässt keine Kompromisse zu, als ob Gott in manchen Aspekten Vater wäre, in anderen jedoch nicht.“ 

Quelle: https://www.vaticannews.va/de/tagesheiliger/01/13/hl--hilarius--bischof-von--poitiers-und-kirchenlehrer.html


Samstag, 17. Januar 2026

 

Pfarrer Daniel Zubler

 

Spitalpfarrer und Leiter des Care-Teams geht in Pension

Daniel Zubler wurde vor 13 Jahren (2013) von Dekanin Almut Neuann als Spital-pfarrer des Kantonsspitals Glarus feierlich eingesetzt.

(Archivbild aus glarus24.ch)

 

Am Dienstag, 6. Januar 2026 stand er seinem letzten "Trauercafé" im Spital Gla-rus vor, einem vom ihm und Mitarbeiterinnen geführten Treff für Leute, denen ein  nahestehender Mensch verstorben war. Er war nicht nur Spitalpfarrer, sondern leitete auch das Care-Team, das bei Unglücksfällen und schweren Situationen hilfreich Menschen und Familien betreut. Er wirkte auch durch Vorträge bei den Physiotherapie-Kursen des Spitals als Dozent mit.

 

Markenzeichen des ganz speziellen Seelsorgers: Seine positive Ausstrahlung und Fähigkeit auf Menschen einzugehen, zuzuhören und positv-ansteckende Atmosphäre zu verbreiten. Im Pfarrertalar sah man ihn nur in Gottesdiensten, sonst sauste er in Jeanshose und weissem Hemd durch die Spitalräume. In der Freizeit schwärmte er von seinen Ausfahrten mit dem Töff.

 

Immer auf Trab, ansteckend fröhlich und am Sterbebett ernst. Daniel Zubler, be-gnadeter  Spitalseelsorger, der seinen "Job" liebte, in weissem Hemd und Jeans-hose und mit dem im der Spital üblichen Badge am Gurt.

 (Bild Kantonsspital Glarus)

 

 

Er verabschiedete sich in der letzten Runde des "Trauerkaffees" mit dem folgen-den Zitat aus "Zwischen Angst und Vertrauen", Antje Sabine Naegeli, Verlag Brunnen:

 

"Dass, dort, wo du hingegangen bist,

kein Leid mehr dich beschwere,

keine Angst auf dir laste

und du satt werdest an allem,

wonach du hier vergeblich

gehungert hast.

 

Dass du wiederfindest,

die du verloren hast auf dieser Erde,

und auch wir (beide)

uns eines Tages wiedersehn,

diese Hoffnung soll meine Tür

offen finden."

  

Antje Sabine Naegeli

Zwischen Angst und Vertrauen

Gedanken für Trauernde

"Die Zeit heilt alle Wunden", sagt der Volksmund. Aber nicht immer trifft das zu. Es gibt Wunden, die keine Zeit der Welt zu heilen vermag. Viel eher als die Zeit ist es die Dankbarkeit dafür, dass der geliebte Mensch gelebt hat, der heilende Kräfte innewohnen.

 

Einfühlsam fasst Antje Sabine Naegeli die widersprüchlichen Empfindungen und Erfahrungen Trauernder in Worte und begleitet auf dem Weg aus der Tiefe des Schmerzes in eine heilende Dankbarkeit. Sie verleiht damit all jenen Worte, die einem Menschen nach einem schweren Verlust ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme ausdrücken möchten.

 

Antje Sabine Naegeli

Zwischen Angst und Hoffnung

Gedanken für Trauernde

Brunnen Verlag Gmbh

Gottlieb-Daimlerstrasse 

D-35398 Giessen

48 Seiten / 2. Auflage ) 2022
[email protected]

  

 

Ich bin sicher, dass die Zahl derer, die dir, lieber Daniel, danken möchten sehr gross ist.

 

Viel Spass, Freude und Heiterkeit

in deinem (Un) Ruhestand.

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Glarner Nachrichten / Südostschweiz Glarus Montag,19.1.026:

 

Wechsel im reformierten Spitalpfarramt

 

Pfarrer Heiko Rüter übernimmt am 1. Februar die Spitalseelsorge am Kantons-spital Glarus und das Pfarramt für Lebensberatung. Er folgt in diesen Ämtern auf Daniel Zubler, der auf Ende Januar dieses Jahres mit Erreichung des Pen-sionsalters seinen Ruhestand antritt. Zubler war gemäss einer Mitteilung der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Glarus seit 2013 als Spi-talseelsorger am Kantonsspital Glarus und im Pfarramt für Lebensberatung tätig.

 

Heiko Rüter ist laut Mitteilung im Glarnerland kein Unbekannter. Von 1997 bis 2007 war er in Luchsingen Gemeindepfarrer und im Namen der reformierten Lan-deskirche in der Höhenklinik Braunwald seelsorgerisch tätig. Seit 2008 habe er als Spitalseelsorger vielfältige Erfahrungen gesammelt, zuletzt im Kantonsspital Olten. Rüter freue sich auf die vielseitige Tätigkeit und darauf, sich in verschie-denen Teams für die Menschen im Glarnerland einzusetzen, heisst es. «Ich bin offen für alle, unabhängig von der religiösen Orientierung», lässt er sich in der Mitteilung zitieren.

 

Spitalseelsorge kann auf Initiative von Patienten oder Personal angefordert wer-den, sie steht auch den Mitarbeitenden des Spitals selber zur Verfügung. Re-gelmässig und im Wechsel mit dem katholischen Pfarramt werden weiterhin auch Spitalgottesdienste angeboten.

 

 

Mit einem öffentlichen Spezialgottesdienst am 15. Februar um 9.30 Uhr in der Stadtkirche Glarus wird Rüter in seinem neuen Amt begrüsst. Gleichzeitig wird laut Mitteilung auch das langjährige Wirken von Pfarrer Daniel Zubler gewürdigt. (red)

 

Der eine geht, der andere kommt... Daniel Zubler und Heiko Rüter

(Bild: glarus24.ch)


Freitag, 16. Januar 2026

 

Frauen- und Mütterverein ahoi!

 

Jahresprogramm erschienen

  

Heute Abend entnehme ich aus dem Briefkasten das untenstehende Programm des Frauen- und Müttervereins Näfels-Mollis, eine zwölfseitige Broschüre mit 30 Aktivitäten während des Jahres 2026. Eine Fleissarbeit und ein Wurf, der sich an die Frauen u n d Männer von Näfels und Mollis richtet und zum Mitmachen aufruft.

Der seit 1887 existierende  "Christliche Mütterverein" präsentiert sich mit einem Programm, das sich sehen lassen darf:

 

Das Angebot:

 

Jass-Nachmittage,

Kinderartikelbörse

Zumbathon-Charity Event

Kartenkunst mit Marina Tschudi

Kindernothilfekurs

Digital verbindert - wir helfen weiter (Firm. und Konfirmations-Vorbereitung)

Panini Bildertauschbörse für die WM 2026

Mammi Kafi Treff

Mütter- und Vaterberatung auf dem Spielplatz

Familienkochkurs

Sommer Power Camp

Spaziergang am Obersee

Cocktail Workshop mit Günther Strobl

Schnitzkurs mit Mauro Spadin

Elternaustausch und Mütter- und Väterberatung Familie mit Kindern 0-5 Jahre alt

Weihnachtsbasteln für Kinderadventskalender Näfels und Mollis

 

Die Aktivitäten sind kurz beschrieben.

 

Als Vorstand sind aufgeführt:

 

Präsidentin: Orietta Gentile

Webseite Social Media Leitung Börse: Susanne Castano

Aktuarin/Leitung Börse: Kathrin Kubieina

 

Kontakt:

[email protected]

 

In aller Bescheidenheit sei noch beigefügt, dass ein paar Väter und Grossväter unter dem Namen "Adventskranzschwinger" jeweils am Mittwoch vor dem ersten Advent im Hilari-Saal Adventskränze basteln. Die "Chrisnadlä-Treffs" werden seit 22 Jahren durchgeführt, anfänglich durch Instruktorinnen des Frauen- und Müttervereins, heute immer noch durch eine Hilfe in Person von Sonja Landolt-Schellenberg.

 

2024 und 2025 erschien auch die Präsidentin Orietta Gentile und bastelte mit. Nicht verschwiegen sei auch, dass sie uns 2025 für die anschliessende Tafelrunde ein zünftige Flasche "Medizin" mitbrachte, die mit grossem Hallo innerlich eingerieben wurde.

Darum als Nachtrag:

 

Mi 25. November 2026 1900 Uhr  Hilarisaal Adventsskranzschwingen,

beschränkte Plätze.

 

Kleiner Rückblick auf die

12. Dezember 1886: Pfarrer Meinrad Schönbächler informiert die Frauen und Mütter im Anschluss an den Nachmittagsgottesdienst über die Gründung eines "Christlichen Müttervereins",

 

6, Januar 1887: Statuten werden in der Kirche vorgelegt und genehmigt.

19, Juli 1887: Bischof  Franz Konstatin Rampe erteilt die Approbation.

28. Oktober: Der Bischof einverleibt den neuen Vereine mit der Erzbruderschaft  Regensburg.

11. Dezember  1887: 58 Frauen treten in den Verein ein.

 

Pfarrer Schönbächler führt jeweils am St. Annatag,26. Juli, bzw. am darauffolgenden Sonntag das Titularfest des Müttervereins ein.

 

6. März 1916: Bereits unter Pfarrer Blasius Braun, weitere Ausgestaltung des Müttervereins (Kleiderkammer, Lesemappe, Schulkinder-Kleinkinder)

 

1. Mai 1917: Gründung der Kleiderkammer, Ziel: Verarbeitung von alten und neuen Stoffen zu Kleidungsstücken und zur Unterstützung der Armen in der Pfarrei.

 

29. August 1922: Frauenverein: Gründung einer Lesemappe.

 

1975: Wintersport-Artikel-Börse

 

1931: Es existieren der Christliche Frauen- und Mütterverein und der gemeinnützige Frauenverein, Beschluss Koordination und gemeinsames Vorgehen bei der Wöchnerinnenpflegestation, Kleiderkammer und Weih-nachtsbescherung. Beschluss: Arbeitsgemeinschaft

 

1, Juni 1942: Der Christliche Frauen und Mütterveren eröffnet eine Be-ratungsstelle für Mütter.

 

21. März 1987: 100 Jahre Frauen- und Mütterverein. Festschrift erscheint.

 

Spätere Daten sind nicht erfasst. Kirchliche Chronik Kpl. Fäh, 1989

 

Weitere Infos: Festschrfit 100 Jahre Christlicher Frauen- und Mütter-Verein Näfels-Mollis, 1987

 

.. und siehe da ein Grusswort aus meiner Feder kommt zum Vorschein. Die damalige langjährige Präsidentin Vreni Fischli-Kuster schreibt in der Einleitung

der sehr interessanten Schrift....

"    In unserer Chronik 100 Jahre Frauen- und Mütterverein Näfels-Mollis können Sie sich mit uns freuen über Geschaffenes und Erlebtes. Wir sind glücklich, mit der vorliegenden Jubiläumsschrift allen unsern Mitgliedern, Gönnern, Freunden und Behörden einen Überblick über die 100-jährige Geschichte unseres Vereins geben zu dürfen.

 

Den Verfasserinnen Frau Elsy Heusi-Zumsteg, Frau Cécile Landolt-Hongler, Berti Fetz und Hedi Polgar danke ich ganz herzlich für die grosse Arbeit, die sie im Zusammenhang mit unserer Chronik geleistet haben.

Die Präsidentin: Vreni Fischli-Kuster"


Donnerstag, 16. Januar 2026

 

Füünämuur

Donnerstagmittag - prächtige "Füünämuur" über dem Kärpf, Selbsanft und Hausstock.

Das Phänomen "Föhn", von Süden aufsteigende Luft bildet eine gewaltige Nebelmauer, die über die Gräte zu rollen scheint. Der Föhn als Fallwind streicht dann als Warmluft durch Glanrerland. Einheimische sagen dem oft "Grindwehwind", weil Föhndruck bei sensiblen Personen Kopfweh verursacht.

Der "Föhn" wird als "ältester Glarner" genannt. Das Kuriosum, oftmals, wenn der Föhn das Glarnerland aufhellt, ist in der übrigen Schweiz bedeckt oder Schlechtwetter, umgekehrt kann es in den meisten Gegenden schön sein, aber das Glarnerland ist bedeckt oder gar regnerisch.

Der Volksmund sagt auch, der älteste Glarner sei nicht der Föhn, sondern der Neid, und noch älter als der Neid seien das Zahnweh oder Hämorrhoiden, damit die lieben Mitlandleute etwas zum Beneiden hätten.


Mittwoch, 15. Januar 2026

 

Aus einem Propagandabuch der Firma Lampe und Jenny

Pfarrhauseingang. Aufnahme von Süden

Esszimmer im Pfarrhaus

Pfarrhaus von Süden. 

 

Aus der Kirchlichen Chronik von Kaplan Jakob Fäh:

"Am 30 März 1920 wurde der neue "Pfarrhofbau" an Baumeister Stüssi von Glarus vergeben.... An der Kirchgemeinde vom 20. Juni 1920 betrug der Bau-fonds für den neuen "Pfarrhof" am 31.12.1919 Fr. 26'914, am 24. April "infolge opferwilliger Gaben Fr. 72'241.20.

Am 8. Juli 1920 um 8 Uhr wurde durch Zimmermann Arnold Landolt auf dem Dachfirst die Firsttanne errichtet.

Am 20. Oktober 1920 wurde das Baugerüst entfernt.

Am 21. April 1921 konnte der Pfarrhof bezogen werden.

Das Telefon wird eingeführt."

 

An der Kirchgemeinde am Auffahrtstag 1921 wird bekanntgegeben: "Dank dem haushälterischen Vorgehen der Kirchenbehörde wird der Voranschlag des Baues als solcher nicht überschritten werden. Der Voranschlag war auf Fr. 97'000.- an-gesetzt. Mit Gartenanlage, Platz, Geländer alles in allem hofft der Kirchenrat die Summe von Fr. 105'000.- nicht zu überschreiten. Der Fonds als solcher bewegt sich in der Höhe von Fr. 75'000.-  Die verbleibenden 30'000.- sollen als Schuldposten vorderhand verzinst werden. Die Baute brachte den Herren Architekten Jenny und Lampe grosse Ehre ein."

 

Zur Bauchronik heisstes ferner:

1. April 1921: Vollendung und Bezug des neuen Pfarrhauses.

Frl. Ida von Müller (Urenkelin von General Niklaus von Bachmann) bestimmte u. a. dass der Tagwen Näfels der Kirchgemeinde Näfels Fr. 20'000 für die Erstellung eines neuen Pfarrhhauses  zu entrichten hat.

Am 18. Februar 1920 erfolgte der erste Spatenstich.

 

Wohnhaus von Fritz Landolt-Hauser, Oberrichter, Regierungsrat und Fabrikant, im Ennetgiessen. Inhaber der Firma Fritz Landolt AG ("Seili"), es wurde von Sohn Dr. Fritz Landolt-Müller als Wohnhaus übernommen, danach von Peter Landolt-Fischli.

Kapuzinerkloster Mariaburg innen, noch gab es (links) eine Kanzlei, auf dem Hauptaltar sind vier Reliquienschreine aufgestellt, noch gab es eine klare Trennung zwischen Schiff und Chor, das durch die Holzballustrade getrennt war, gleichzeitig Kommunionbank, mit Kissen zum Niederknien.

Das "neue" Postgebäude an der Bahnhofstrasse. Die erste Post war im hintersten Haus zum Niederberg (die Hauptstrasse führte von Oberurnen zum Quelleli und entlang des Niederberges nach Näfels, Später war die Post im heutigen Josefsheim bei der Giessenbrücke, "alte Post" genannt. In den zwanziger Jahren wurde an der "neuen" Bahnhofstrasse das heutige Postgebäude errichtet. (Daher wurde die ursprüngliche Strasse zum Bahnhof "alte Bahnhofstrasse" genannt und heisst heute noch so).

 

 

Quelle;

Jenny und Lampe, Architekten, Näfels

 

Abbildungen einzelner Arbeiten der Architekten Jenny und Lampe

Druck: Buch- und Werbedruckerei. Lindner, München 1932, 21 sEITEN

Fotos: Bauten Pfarrhaus Näfels bis Wohnhaus R. Beglinger, Mollis .

Zusätzlich: Legenden sowie Inserate von Glarner  Gewerbetreibende

 

 

 

Dieses seltene Buch befindet sich in der Privatbibibliothek von Dr. iur. Fritz Feldmann, Glarus

 

Zwei Remniszenzen zum Pfarrhausbau Näels

 

1.) Angeblich sei das schmucke Gebäude ein Mustserbeispiel damaliger

     Architekturkunst, nur - so die überlieferte Geschichte . hhäte man im

     Pfarrhaus alles gedacht, aber nur an das WC nicht. Daher sei neben

     der Küche nachträglich ein mehrere Meter langer Gang errichtet wor-

     den, an dessen Ende da Klo stand.

 

2.) Einige Jahre nache dem Bau es Pfarrahauses, hätte der benachbarte

     Landwirt eine hohen Stall bauen wollen, und zwar just südich des

     Pfarrhaues, ob die Profile schon gestanden hatten ist nicht mehr be-

     kannt. Nicht vergessen ist aber die Unterhattung des Fuhrmann Fritz

     Landolt "Tuschä-Fridi" mit dem dortigen Landwirt und optionalen Ga-

     den Bauern. "Tuschä$-Fridi": "D chaasch doch nüd äm Pfarer vor d

     Schnurä hanäbuuä!". Das Gerücht von dieser Aussage sei bis zum 

     damaligen Pfarrer Blasius Braun durchgedrungen. Daraf hätte dieser,

     ein Pfarrer deutscher Herkunft, den "Tuschä-Fridi" gestellt und ihm

     einen Fünliber vor die Nase gehalten: "Herr Landot,  können Sie wie-

     derholen, was Sie neulich wegen dieses geplanten Stallbaues ge-

     sagt haben?"

     "Ja, Ja,  ich gsäit, chaasch doch nüd vor ds Pfarrhuus hanäbuuä!"

     "Sehen Sie diesen Fünfliber? Wenn Sie es nochmals so formuieren,

      wie Sie es gesagt haben, gehört der Ihnen!"

 

      Ob "Tuchä-Fridi" angesichts der funkelnden Fünflibers seine etwas

      derbe Redensweise wiederholt hat, weiss man nicht. Es ist anzuneh-

      men, das der Fünfliber so verlockend war, dass das "vor d Schnurä

      hanä buuä" doch noch wiederholt wurde. Denn für "Tuschä-Fridi" war

      ein Fünfliber damals viel Geld.


Dienstag, 13. Januar 2026

 

Begegnung mit einem bekannten Künstler

 

Stascha Bader

Manchmal gibt es eben doch Zufälle. Flog da kürzlich eine Email ins Haus mit der Anfrage, ob ich ein paar Wörter in echtem Glaarnertüütsch aussprechen könne. Warum nicht? Noch hatte ich keine blasse Ahnung was für ein Mundartprojekt das sein könnte. Nach kurzem Hin und Her per Email kam eine ganze Liste von schriftdeutschen Wörtern mit der Frage, wie diese auf Glarnertüütsch tönen.

 

Dann ging es fix. Justament heute, am Hilaritag, trafen wir uns in Näfels, im Café Müller, wo man uns das Aufenthalts"rüümli" bereitwillig zur Verfügung stellte.

 

Dort an einem runden Tisch checkten wir die Wörterliste durch und strichen alles, was es in anderen Kanton analog oder ähnlich auch gab. Dann war ich an der Reihe. Nach Anleitung von Stascha Bader sprach ich Wörter auf sein Handy, im-merhin mit einem Mikrofon im Revers. Zwei-, dreimal mussten wir unterbrechen, weil noch nicht ganz alles richtig betont oder ausgesprochen im "Kasten" war. in einer guten halben Stunde war alles "gestorben" wie Tonmenschen in Studios zu sagen pflegen.

 

Wir tranken noch einen Kaffee und verschlangen ein Gipfeli und flugs, war er wieder weg. Nach meiner Gespür hatte der Mann etwas "auf der Kiste" wie man sagt, wenn man hochtalentierten, besonderen Menschen gegenübersitzt

 

Wer ist Stascha Bader?

Wikipedia lüftet das Geheimnis:

 

Stascha Bader (auch Staša Bader, * 8. Mai 1956) ist ein  Schweizer Dokumentarfilmautor und Regisseur.

Leben

Stascha Bader studierte an der Universität Zürich Kunstgeschichte, deutsche und englische Literatur. Er promovierte mit der Dissertation «Elektro-orale Poesie in Jamaika und England», die in Deutschland unter dem Titel Worte wie Feuer: Dance Hall-Reggae und Raggamuffin in Jamaika und England veröffentlicht wurde. Nachdiplomsstudien in Musik und Regie führten ihn nach Berlin, New York und Los Angeles.

Er ist Inhaber und Geschäftsleiter der Produktionsfirma Kunst & Kommerz GmbH.

Als Autor, Regisseur und Produzent realisiert er für das Schweizer Fern-sehen und 3sat Reportagen und lange Dokumentarfilme für die Hauptsendezeit, unter anderem in Zusammenarbeit mit der Autorin und Verlegerin Anne Rüffer.

Ausserdem dreht er Videoclips für Schweizer Bands und Sänger und realisiert Corporate Communications-Filme für Agenturen, Firmen und Institutionen.

2009 erschien sein Kino-Dokumentarfilm Rocksteady – The Roots of Reggae, eine Schweiz-kanadische Koproduktion, für die er den Zürcher Filmpreis gewann und für den besten Schweizer Dokumentarfilm nominiert wurde. Stascha Bader hat das Lehrdiplom für Maturitätsschulen und unterrichtet Deutsch an Gymnasien der Deutschschweiz. Er war Rektor der Schweizerschule Colegio Helvetia in Bo-gota, Kolumbien, und Hauptschulleiter der Oberstufe an der Kreisschule Rhein-tal-Studenland in Bad Zurzach, Kanton Aargau, Schweiz.

Dokumentarfilme

  • Das Geheimnis von Bern – Wieso rockt Bern die Schweiz?, 2025
  • Rocksteady – The Roots of Reggae, 2009
  • Unheilbar krank und voller Mut 2, 2008[1]
  • Schweizer entdecken Allah. Walter und Sonja konvertieren zum Islam, 2008[2]
  • Cindy und die Delphine, 25’, 2007[3]
  • Diagnose Krebs. Drei Menschen kämpfen um ihr Leben, 2007[4]
  • DJ Tatana. Unterwegs mit der Technokönigin der Schweiz, 2006[5][6]
  • Unheilbar krank und voller Mut. Drei Kinder erobern ihre Welt, 2005[1]
  • Wege aus der Stille. Hoffnung für Gehörlose dank Hightech-Medizin, 2005[7]
  • Kinder im Koma, 2004[8]
  • Diagnose: Epilepsie. Leben mit dem Chaos im Kopf, 2003[9]
  • Endstation Hoffnung. Wege aus der Magersucht und Bulimie, 2002[10]
  • Benis letzte Fahrt. Ein Jugendsuizid und seine Folgen, 2000[11]
  • SOS Leukämie. Wer rettet Marco Nese?, 1998
  • Ich bin ein Jenischer. Eine Reise durch die fünfte Schweiz, 1996
  • Zwischen Göttern und Dämonen. Massentourismus in Bali, 1996
  • Black, Blanc, Beur. Eine multikulturelle Tanzcompany in den Vorstädten von Paris, 1995

Buchpublikationen

Einzelnachweise

 

  1.  Unheilbar krank und voller Mut 2 – Drei Kinder erobern ihre Welt
  2.  Schweizer entdecken Allah Walter und Sonja konvertieren zum Islam – SF DOK auf youtube
  3.  Cindy und die Delfine – ein bewegender Therapiebericht – Reporter (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven) vom 3. Januar 2007
  4.  DIAGNOSE KREBS – Drei Menschen kämpfen um ihr Leben – DOK (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven) vom 15. Februar 2007
  5.  DOK TV - Schweizer Radio und Fernsehen (Memento vom 7. April 2014 im Internet Archive) vom 29. Mai 2006
  6.  DJ Tatana Unterwegs mit der Technokönigin der Schweiz – Ein Film von Stascha Bader auf streetwear.ch
  7.  WEGE AUS DER STILLE – Hoffnung für Gehörlose dank Hightech-Medizin – Archiv Sendung vom 14. April 2005 (Memento vom 15. Februar 2011 im Internet Archive)
  8.  (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2025. Suche in Webarchiven)
  9.  2. Oktober 2003: «DOK»-Film über die «Diagnose: Epilepsie» (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Mai 2019. Suche in Webarchiven)
  10.  Endstation Hoffnung. Wege aus der Magersucht und Bulimies  (Memento vom 10. Januar 2006 im Internet Archive)
  11.  Benis letzte Fahrt bei swissfilms.ch

Stacha Bader, im Café Müller, Näfels am Dienstag, 13. Januar 2026 nach geta-ner Aufnahmearbeit im "Uufenthaltsrüümli überobä", also top aktuell.

 

 Gegenwärtiges Projekt. Ein Spiel mit Mundartwörtern. Man kann gespannt sein.

Stascha Bader

kreativ durch und durch


Dienstag, 13. Januar 2026 

 

Heute Hilariustag

 

Die Pfarrkirche von Näfels hat als Hauptpatron den heiligen Hilarius von Poitiers, Co-Patron Sankt Fridolin. Die kath. Pfarrkirche St. Fridolin von Glarus hat als Hauptpatron den heiligen Fridolin, als Co-Patron den heiligen Hilarius.

 

Nach der Legende war Fridolin in Poitiers Abt und fand das Grab des Hilarius, der ebenfalls Abt von Poitiers war. Fridolin soll in einer Vision den Auftrag erhalten haben, eine Hilariuskirche zu bauen. Danach zog Fridolin in Frankreich, Deutschland, Österreich herum. In Säckingen fand er eine Insel und baute dort eine Hilariuskirche. Später wurde daraus ein gemischtes Kloster, noch später ein Frauenkloster. Nach der Legende erbte Fridolin Ländereien des Ursus, darunter auch grosse Teile des Landes Glarus und der Insel Ufenau im Zürichsee.

Durch diese Schenkung wurde Glarus dem Kloster Säckingen Untertan und zahlte über Jahrhunderte Zehnte. Säckingen entsandte Ministeriale (Vögte) auf die Burg von Näfels. Glarus entrichtete bis 1397 Sinsen nach Bad Säckingen. Nach dem Loskauf blieben die Beziehungen bis heute. Während Jahrzehnten war Säckingen Wallfahrtsort, 1988 wurde eine Partnerschaft zwischen Näfels und Bad Säckingen errichtet, am 6. März 1988 zogen 799 Glarnerinnen und Glarner in die Fridolinsstadt zur Proklamierung der Partnerschaft. Die Partnerschaft wurde von der seit 2011 bestehenden Gemeinde Glarus Nord übernommen.

 

Näfels feiert jeweils am Sonntag nach dem Hilariustag (13. Januar) das Hila-riusfest mit Festprediger, die FGN (Freunde der Geschichte) feiern danach das Hilariessen.

Hilariusstatue in der Pfarrkirche zu Näfels von Johann Fridrich Vollmar (Bad Säckingen) 1783, Hochaltar, 2,4 Meter hoch.

 

Wer war Hilarius?

 

 

Hilarius von Poitiers

 

 Gedenktag katholisch: 13. Januar

nicht gebotener Gedenktag

Name bedeutet: der Heitere (latein.)

 

erster (?) Bischof von Pictavium, Kirchenlehrer

* um 315 (?) in Pictavium, heute Poitiers  in Frankreich

† Anfang Januar 367 (?) in Pictavium, heute Poitiers in Frankreich

 

Hilarius, aus einer wohlhabenden heidnischen Familie stammend, wurde im Geist neuplatonischer Philosophie erzogen und arbeitete als Verwaltungsbeamter. Zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter Abra liess er sich um 345 taufen, weil seine philosophischen Studien ihn zum Christenglauben gebracht hatten.

 

Hilarius trennte sich von seiner Familie und lebte dann zurückgezogen in einer Zelle nahe Pictavium - an der Stelle des daraus gewachsenen ehe-maligen Klosters Saint-Hilaire de la Celle - heute ein Verwaltungsgebäude. Bald darauf wurde er zum Priester geweiht und wohl schon 350 von der kleinen Christengemeinde zu ihrem - wohl ersten - Bischof gewählt; Versammlungsort war damals ein um 325 errichtetes Haus an der Stelle des späteren, bis heute bestehenden Baptisteriums. Aus dem Zusammenleben mit seinem Klerus entwickelte sich die erste klösterliche Gemeinschaft in Gallien. 351 begegnete ihm Martin von Tours, der sein Schüler wurde.

 

Hilarius war einer der grossen Bischöfe des 4. Jahrhunderts, die die Grundlagen für das christliche Denken im Westen schufen. Um 355 lernte er die Beschlüsse des 1. Konzils von Nicäa kennen und wurde zum Verteidiger der Rechtgläubigkeit gegen den sich auf die kaiserliche Macht stützenden Arianismus. Deshalb wurde er 356 von einer Synode in Béziers mit falscher Anklage konfrontiert, für abgesetzt erklärt und von Kaiser Konstantius II. nach Phrygien in Kleinasien verbannt.

 

Dort vertiefte er seine Bildung durch den Kontakt mit dem christlichen Orient, verfasste in zwölf Bänden die erste Gesamtdarstellung über die Dreieinigkeit, De Trinitate, und nahm 359 teil an der Synode in Seleukia am Kalykadnos - dem heutigen Silifke 1, wo er sich mit Nachdruck gegen die Erhebung des Arianismus zur Staatsreligion wandte. 360 war er Teilnehmer an der Synode in Konstantinopel - dem heutigen Ístanbul. Kaiser Konstantius bat er dann um eine Unterredung über die strittigen Glaubensfragen, aber Konstantius verweigerte diese; Konstantius kam aber zum Schluss, dass Hilarius in seiner Heimat ihm weniger hinderlich sei und liess ihn nach Hause reisen.

 

360 kehrte Hilarius also nach Poitiers zurück, wo ihn die Bevölkerung begeistert empfing. Auf der Synode in Paris 361 konnte er die Entmachtung der arianischen Bischöfe in Gallien durchsetzen; sein Einfluss zur Eindämmung dieser Lehre reichte bis nach Oberitalien, auch wenn 364/365 der Versuch misslang, mit Unterstützung durch Eusebius von Vercelli die Absetzung des arianischen Bischofs Auxentius I. von Mailand zu erreichen.

 

Schon vor dem Ausbruch des Konflikts mit den Anhängern des Aria-nismus hatte Hilarius seinen Kommentar zum Matthäus-Evangelium verfasst - es ist der älteste erhaltene Matthäus-Kommentar. Der Liber adversus Valentem et Ursacium, das Buch gegen (Bischof) Valens (von Mursa - dem heutigen Osijek in Kroatien) und (Bischof) Ursacius (von Singidunum - dem heutigen Belgrad -) entstand in seinem ersten Teil im Exil als Streitschrift gegen den Arianismus. In seiner Epistel de synodis machte er seine Bischofskollegen im Westen auf deren Bitte hin mit den theologischen Beschlüssen von Synoden im Osten bekannt und er-schloss diese Beschlüsse in lateinischer Sprache.

 

Die polemische Schrift Contra Constantium, gegen Konstantius verfasste er, nachdem der Kaiser die Unterredung mit Hilarius verweigerte; der bezeichnete den Herrscher in dem erst nach dem Tod des Kaisers 361 veröffentlichten Pamphlet als Antichrist. Auch sein Hauptwerk De Trinitate entstand im Exil; Hilarius entwarf eine theologische Gesamtschau in der Traditionen von Tertullian oder Cyprian, auch mit Einflüssen östlicher Bibelinterpretation in der Tradition des Origenes; er deutet darin die evangelische Wirklichkeit als Vollendung einer präfigurierten Wahrheit; dieses Werk war bis in die Karolingerzeit weit verbreitet, wurde noch im 12./13. Jahrhundert von den grössten Denkern zitiert und hatte noch Ein-fluss auf einige Reformatoren des 16. Jahrhunderts. Hilarius' besonderes Anliegen war, die Verträglichkeit von Glaube und Vernunft darzulegen.

 

Nach seiner Rückkehr aus dem Exil verfasste Hilarius nach dem Vorbild von Origenes einen Kommentar zu 58 Psalmen, in dem er diese auf Christus hin deutete. Auch der Tractatus mysteriorum, die Abhandlung über das Geheimnis deutet Personen des Alten Testaments als Vorläufer Jesu. Fragmentarisch erhalten ist auch ein Kommentar zum Buch Ijob (Hiob). Das liber hymnorum zeigt Hilarius als den ältesten Dichter von Hymnen der lateinischen Kirche. Mit alledem wurde er zum Pionier christlicher Literatur.

 

Hilarius wurde am 13. Januar neben seiner Frau und seiner Tochter Abra bestattet in dem Oratorium, das er schon um 370 hatte errichten lassen auf einer früheren römischen Nekropole ausserhalb der Stadt an der Stelle der heutigen Kirche Saint-Hilaire-le-Grand-de-Poitiers. Auch an dieser Kirche wuchs dann vor 511 ein Hilarius geweihtes Kloster. Hilarius' Lebensbeschreibung verfasste sein Schüler Justus von Limoges. Ende des 5. Jahrhunderts kam Fridolin von Säckingen nach Poitiers und fand das Grab von Hilarius und die Kirche durch die Völkerwanderung zerstört vor; bewegt durch eine Vision, in der ihm Hilarius erschienen war, bestattete er die im Schutt gefundenen Gebeine von Hilarius wieder und erbaute eine neue Hilarius-Kirche. Heute befindet sich das Grab in der Kathedrale von Poitiers. Hilarius' weit verbreitete Verehrung wurde auch durch Venantius Fortunatus gefördert.

 

Reliquien von Hilarius sind u. a. in Paris, Bad Säckingen und in der Kathedrale in Parma. Dort wurde Hilarius 1266 zum Patron der Stadt, nachdem die Kreuzrittergesellschaft von Parma zusammen mit Karl I. von Anjou die Ghibellinen - die Anhänger des Kaisers - unter Oberto II. Pallavicino besiegten, der Parma erobern wollte;

 

Hilarius war der Schutzpatron der Armee von Karl von Anjou. Einer Legende zufolge ging Hilarius an einem Wintertag mit kaputten Schuhen durch Parma, bis ihm ein mitleidiger Schuster ein neues Paar Schuhe schenkte; am nächsten Morgen hatten sich die von Hilarius bei ihm zurückgelassenen alten Schuhe in goldene Schuhe verwandelt. Zur Er-nnerung an dieses Wunder wird in Parma am Festtag die Süssigkeit scarpetta di Sant’Ilario, die die Form eines Schuhs hat, verzehrt. Seit 1987 verleiht die Stadt den Preis Sant'Ilario für bürgerschaftliches En-gagement.

 

Verehrt werden auch Hilarius' Schüler Hilarius und Juvens (Juventius), die im 4. Jahrhundert starben.

Kanonisation: 1851 ernannte Papst Pius IX. Hilarius zum Kirchenlehrer.

 

Patron des Kantons Glarus in der Schweiz; von Poitiers, La Rochelle, Luçon und Parma; der schwächlichen Kinder; gegen Schlangenbiss

 

Worte des Heiligen

 

In seinem Buch Über die Dreieinigkeit weist Hilarius auf die Begrenz-heit des menschlichen Erkennens hin:

 

Die menschliche Klugheit versagt bei göttlichen Dingen. Sie ist töricht, wenn sie das Vollkommene zu wissen glaubt. Der menschlichen Einsicht darf man nicht so weit vertrauen, dass jemand glauben könne, ein voll-kommenes Wissen von dem zu haben, was er wisse; und dass er meine, die Vollendung endgültiger Einsicht sei in der Meinung beschlossen, sie [die Einsicht] gründe sich auf ihre eigene allseitige Erkenntnis der Wahrheit dessen, was sie gerade geistig durchforscht. Denn das Un-vollkommene fasst nicht das Vollkommene; und ebenso wenig vermag dasjenige, was von einem anderen sein Dasein herleitet, eine restlose Erkenntnis seines Urhebers oder seiner selbst zu erlangen; denn es er-kennt sich selbst nur insofern, als es Dasein hat, es lässt aber seine Erkenntnis nicht weiter [über das] hinausgreifen, als [über das,] was als seine eigene Seinsbegabung festgelegt ist; denn seine Bewegung ver-dankt es nicht sich selbst, sondern seinem Urheber. Darum auch ist dasjenige in Rücksicht auf sich selbst unvollkommen, was als ein an-deres [eigenständiges] Ding von seinem Urheber Dasein erhielt, sofern es eben von anderswoher Bestand hat. Notwendig folgt daraus seine Torheit, sofern es vollkommenes Wissen in sich zu haben glaubt. Weil es sich über die notwendige Begrenzung seines Wesens nicht erheben kann, und [sogar] alles innerhalb der Grenzen seiner Schwachheit ein-geschlossen glaubt, so rühmt es sich fälschlich des Namens der Weis-heit; denn über die Leistungsfähigkeit seines Erkennens hinaus ist ihm kein Wissen möglich und so schwach es an innerer Beständigkeit seines Bestehens ist, so schwach auch ist sein Erkennen. …

 

Jede Ungläubigkeit also ist Torheit. Denn indem sie [nur] das Wissen ihrer Schwachheit nutzt, glaubt sie für nicht nachvollziehbar halten zu dürfen, was sie nicht einsieht, indem sie alles nach dem Wähnen ihrer Schwachheit bemisst. Denn die Ursache der Ungläubigkeit rührt vom Meinen der Schwachheit her, indem jemand etwas als nicht geschehen glaubt, was nach seiner Begriffsbestimmung nicht geschehen könne.

 

Quelle: Hilarius von Poitiers: De Trinitate 3, 24. In: Migne Patrologia Latina, t.10, Sp. 92f

BKV2, Bd. 5 2. Aufl., S. 164f; bearbeitetHeilige Biographien

 

Zitate von Hilarius von Poitiers:

 

Kein Platz ist, in dem nicht Gott, keiner, der nicht in Gott wäre. Er ist im Himmel, er ist in der Tiefe, er ist jenseits der Meere. Von innen her erfüllt er sie, nach aussen hin überragt er sie. So also: in dem er hat, wird er auch gehabt; weder ist er irgendwo eingeschlossen, noch fehlt er in einem einzigen Ding.

Gott vermag es aber nicht, irgendwann einmal etwas anderes als die Liebe zu sein, noch auch etwas anderes als der Vater zu sein. Wer liebt, neidet nicht; und wer Vater ist, lässt es nicht daran fehlen, es ganz zu sein.

Durch die Verbindung mit seinem Leib ist allen der Zugang zu Christus offen, unter der Bedingung, dass sie den alten Menschen ablegen (vgl. Epheserbrief 4, 22) und ihn an sein Kreuz heften (vgl. Kolosserbrief 2, 14); unter der Bedingung, dass sie sich von den früheren Werken ab-kehren und sich bekehren, um mit Ihm in seiner Taufe im Hinblick auf das Leben begraben zu werden (vgl. Kolosserbrief 1, 12; Römerbrief 6, 4).

Wenn Lippen Nein sagen, dann befrage doch die Augen.

 

Quelle: Hilarius von Poitiers: De Trinitate 9, 61; 91, 9

https://www.aphorismen.de/suche?f_autor=1748_Hilarius+von+Poitiers, abgerufen am 17. Oktober 2019

 

zusammengestellt von Abt em. Dr. Emmeram Kränkl OSB, Benediktiner

abtei Schäftlarn, für die Katholische SonntagsZeitung

 

Die Zwölf Bücher über die Dreieinigkeit und weitere Schriften von Hilarius gibt es auf Deutsch in der Bibliothek der Kirchenväter der Universität Fribourg.

 

Fast alle Werke von Hilarius hat in lateinischer Sprache die Webseite Documenta Catholica Omnia.

 

Quellen:

• Vera Schauber, Hanns Michael Schindler: Heilige und Patrone im Jahreslauf. Pattloch, München 2001

• Charlotte Bretscher-Gisinger, Thomas Meier (Hg.): Lexikon des Mittelalters. CD-ROM-Ausgabe. J.B. Metzler, Stuttgart / Weimar 2000

• Lexikon für Theologie und Kirche, begr. von Michael Buchberger. Hrsg. von Walter Kasper, 3., völlig neu bearb. Aufl., Bd. 5. Herder, Freiburg im Breisgau 1996

• https://www.badische-zeitung.de/der-heilige-hilarius-als-wegweiser-zu-jesus-christus--199526774.html - abgerufen am 11.02.2023

• https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/wochenheiliger/der-heilige-hilarius-von-poitiers;art4876,214951 - abgerufen am 11.02.2023

https://www.parmawelcome.it/it/scheda/scopri-la-citta/storia-e-personaggi/tradizioni/santilario-patrono-della-citta - abgerufen am 11.02.2023

• https://it.wikipedia.org/wiki/Parma#cite_note-2 - abgerufen am 1.04.2023 Heilige Biographien

 

korrekt zitieren: Joachim Schäfer: Artikel Hilarius von Poitiers, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon

- https://www.heiligenlexikon.de/BiographienH/Hilarius_von_Poitiers.htm, abgerufen am 10. 1. 2026

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet das Ökumenische Heiligenlexikon in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte biblio-grafische Daten sind im Internet über https://d-nb.info/1175439177 und https://d-nb.info/969828497 abrufbar.

 

Näfels feiert das Hilariusfest am Sonntag, 18. Januar 2026, 10 Uhr, Hilariuskirche

 


Montag, 12. Januar 2026

 

Vorschau

 

Ausstellungs-Vernissage

 

Freitag, 13. Februar 2026 18 Uhr Villa Berberich

 

Mirko P. Slongo

 

"Das Wirken Fridolins"

 

Mirko P. Slongo ist Bereichsleiter "Kultur", der Gemeinde Glarus Nord.


Samstag, 10. Januar 2026

 

Wer findet den Ursprung des struppigen

 

Katzengrindlis?

 

Die "Goldmäuder" Fasnächtler von Einsiedeln haben u.a. die folgende Katze als Signet

verwendet.

 

Nun starten sie eine Suchaktion.

 

Woher kommt diese Grafik?

Möglicherweise aus einem deutschen Kinderbuch? 

 


Freitag, 9. Januar 2026

 

Eindrückliche Trauerfeier in Martigny

 

Katastrophenunfall in Crans-Montana

 

Internationale Beteiligung mit Präsident Macron und Staatspräsident Mattarelle u.a.m

 

Bundespräsident Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis sprachen

 

Glarner Vertretung durch die Regierungsräte Thomas F. Tschudi und Christian Marti

 

Politprominenz mit gelben Rosen

 Die Bundesräte Beat Jans und Ignazio Cassis mit Ehefrau Paola, Bun-despräsident Guy Parmelin mit Ehefrau Caroline und die Staatsräte Matthias Reynard, Christophe Darbellay. während der Schweigeminute an der offiziellen Gedenkfeier.

  

Mein Kommentar:

Künstlerischer Rahmen - eindrucksvolle Massenbeteiligung - politische Referate - verpasste Chance für einen ökumenischen Teil.

 

Die gewaltige Medienpräsenz des traurigen Ereignisses in der Bar La Constellationmit 40 Toten und 116 Verwundeten mutierte nach anfänglicher Betroffenheit und Trauer zu Wut und Kriminalisierung.

Mein Eindruck:

Imposante Beteiligung in der Riesenhalle des Sport- und Tagungs-Zentrums Martigny.

Ein würdige Trauerstunde mit künstlerischem Touch und politischen Reden.

Eine Chance wurde verpasst. Eine ökumenische kirchliche Feier.


Freitag, 9. Januar 2026

 

Petition Dr. Werner Oechslin

 

Der Verlust der von Dr. Werner Oechslin in jahrelanger, erfolgreicher Arbeit geschaffenen Lebensleistung wäre eine wissenschaftliche Katastrophe. Wer Lust hat, die Petition zu unterstützen, ist freundlich eingeladen, sie zu unterschreiben.

Kontaktadresse:

Prof. Dr. Werner Oechslin,

Luegetenstrasse 11

8840 Einsiedeln

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Werner Oechslin (* 3. Oktober 1944 in Einsiedeln) ist ein Schweizer Kunst- und Architekturhistoriker.

Leben

Bibliothek Werner Oechslin in Einsiedeln, Architekt: Mario Botta

Oechslin studierte KunstgeschichteArchäologiePhilosophie und Mathematik an der Universität Zürich und der Universität Rom. In Zürich wurde er 1970 promoviert. Von 1971 bis 1974 war er Assistent an der Universität Zürich, von 1975 bis 1980 lehrte er am Massachusetts Institute of Technology (MIT) und an der Rhode Island School of Design (RISD) sowie an der Freien Universität Berlin. In Berlin habilitierte er sich 1980 und erhielt noch im selben Jahr einen Ruf an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1985 wechselte er an die Ecole d’Architecture der Universität Genf. Von 1985 bis zu seiner 2009 erfolgten Emeritierung war er Ordinarius für Kunst- und Architekturgeschichte an der ETH Zürich und zudem von 1987 bis 2006 Direktor des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur (gta). 1987 war er Gastprofessor an der Harvard University. Von 1996 bis 2002 leitete er die Auswahlkommission des Study Center am CCA Montréal und war auch Mitglied des Board of Trustees. Er ist Mitglied des consiglio scientifico des Centro Internazionale di Studi di Architettura Andrea Palladio (CISA) in Vicenza. In der Gründungsphase war er Mitglied des consiglio scientifico der Accademia di Architettura in Mendrisio.[1]

Wirken

Oechslin hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Architektur- und Kunstgeschichte vom 15. bis 20. Jahrhundert publiziert. Die Forschungsschwerpunkte sind Architekturtheorie, die Architektur der Moderne sowie Architekturzeichnung, Architekturtypologie und die ephemere Architektur (Festarchitektur). 1981 gründete er mit Ulrich ConradsNorbert Miller, Bernhard Schneider und Anna Teut das zweisprachige (Deutsch und Englisch) Daidalos - Berlin Architectural Journal[2] und war von 1981 bis 1998 Mitherausgeber der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift. Er ist der Gründer der «Stiftung Bibliothek Werner Oechslin», einer Forschungsbibliothek in Einsiedeln mit einem Gesamtbestand von über 80'000 Büchern zu den Wissensgebieten Mathematik, Philosophie, Theologie, Physik, Astronomie und Architektur, welche Oechslin über viele Jahre gesammelt hat und der Öffentlichkeit zugänglich macht.[3] Die Forschungsbibliothek wurde seit 20 Jahren von der ETH mitfinanziert. Nachdem der Kanton Schwyz seine Zahlungen einstellt, möchte auch die ETH nicht mehr. Daher steht sie vor dem Aus. Der Betrieb der Bibliothek ist nur noch bis Ende April 2025 gewährleistet.

Der Neubau der Bibliothek nach Plänen des Architekten Mario Botta wurde im Jahre 2006 eröffnet. Oechslin war an zahlreichen Ausstellungen beteiligt, wie «Triumph of Baroque» (Turin/Washington 1999), «Palladio» (Vicenza 1999), «Griechische Klassik. Idee oder Wirklichkeit» (Berlin/Bonn 2002), «Gottfried Semper» (München/Zürich 2003), «Vincenzo Scamozzi» (Vicenza 2003) sowie «Barock-Baumeister und moderne Bauschule aus Vorarlberg» (Bregenz 2006).

Ehrungen und Auszeichnungen

Schriften (Auswahl)

(Vgl. auch die vollständige Bibliographie auf der Website der "Stiftung Bibliothek Werner Oechslin")

  • Stilhülse und Kern. Otto Wagner, Adolf Loos und der evolutionäre Weg zur modernen Architektur . gta-Verlag, Zürich 1994. ISBN 978-3-85676-060-1.
  • (Hrsg.): Albert Heinrich Steiner 1905–1996. Architekt – Städtebauer – Lehrer. gta-Verlag, Zürich 1998. ISBN 978-3-85676-078-6.
  • zusammen mit Flora Ruchat-Roncati (Hrsg.): Alberto Camenzind. Architekt, Chefarchitekt Expo 64, Lehrer. gta-Verlag, Zürich 2001. ISBN 978-3-85676-107-3.
  • (Hrsg.): Hochschulstadt Zürich. Bauten für die ETH 1855–2005. gta-Verlag, Zürich 2005. ISBN 978-3-85676-154-7.
  • (Hrsg.): Peter Eisenman. Die formale Grundlegung der modernen Architektur. gta-Verlag, Zürich 2005. ISBN 978-3-85676-067-0.
  • mit Sonja Hildebrand, Bruno Maurer (Hrsg.) Haefeli Moser Steiger. Die Architekten der Schweizer Moderne. gta-Verlag, Zürich 2007. ISBN 978-3-85676-205-6.
  • Palladianismus. Andrea Palladio – Kontinuität von Werk und Wirkung. gta-Verlag, Zürich 2008. ISBN 978-3-85676-239-1.
  • Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln (Hrsg.): Wissensformen. Manifestationen des Wissens in barocker Tradition. gta-Verlag, Zürich 2008. ISBN 978-3-85676-231-5
  • mit Bruno Maurer (Hrsg.): Der unendliche Raum der Architektur. Ulrich Stucky (1925-2003). Architekt, Planer, Forscher, Vermittler. gta-Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85676-244-5.
  • Architekt und / versus Baumeister. Siebter Internationaler Barocksommerkurs. Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln (Hrsg.). gta-Verlag, Zürich 2009. ISBN 978-3-85676-259-9.
  • mit Gregor Harbusch (Hrsg.): Sigfried Giedion und die Fotografie. Bildinszenierungen der Moderne . gta-Verlag, Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-252-0.
  • mit Bruno Maurer (Hrsg.): Ernst Gisel Architekt. 2., überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage. gta Verlag Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-254-4.
  • Stiftung Bibliothek Werner Oechslin, Einsiedeln (Hrsg.): Eugène Emmanuel Viollet-le-Duc. Internationales Kolloquium. gta-Verlag, Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-114-1 und Gebrüder Mann Verlag, Berlin 2010. ISBN 978-3-7861-2453-5.
  • mit Sonja Hildebrand (Hrsg.) Karl Moser. Architektur für eine neue Zeit, 1880 bis 1936. gta Verlag Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-250-6.
  • Bruno Maurer, Werner Oechslin (Hrsg.) in Zusammenarbeit mit Almut Grunewald: Ernst Gisel Architekt. 2., überarbeitete, erweiterte und aktualisierte Auflage, gta-Verlag, Zürich 2010. ISBN 978-3-85676-254-4.
  • Werkbundzeit. Kunst, Politik und Kommerz im Widerstreit. Hanser Verlag, München 2021 (Edition Akzente).

Literatur

Nachweise

  1.  Prof. Dr. Werner Oechslin (Memento vom 23. Oktober 2014 im Internet Archive)
  2.  Manfred Sack: Jedes Heft ein Versuch. DAIDALOS, EINE NEUE ARCHITEKTUR-ZEITSCHRIFT. DIE ZEIT, Ausgabe Nr. 40, 1981 https://www.zeit.de/1981/40/jedes-heft-ein-versuch abgerufen am 27. Mai 2013
  3.  Verleihung des Innerschweizer Kulturpreises 2007 | Staatskanzlei Luzern | Presseportal.ch
  4.  News: ETH Life - das tägliche Webjournal
  5.  Webseite der Universität Antwerpen
  6.  Webseite der USI Lugano
  7.  Webseite der TUM (Memento vom 22. Juli 2012 im Webarchiv arc

Dr. Werner Oechslin-Bibliothek auf der Luegeten in Einsiedeln



Dienstag, 6. Januar 2026

 

Näfelser Fahrt 2026

 

Als Fahrtsredner der Näfelser Fahrt vom 9. April 2026 wird Landammann Kaspar Becker und als Fahrtsprediger das Pfarrehepaar Regula Eschle Wyler, evang.-ref. Kirchgemeinde Schwanden, und  Bruno Wyler-Eschle, evang.-ref. Kirchgemeinde Ennenda, bestimmt. Der Fahrtsbrief wird durch Peter Staub, Mollis, verlesen. 

 

In diesem Jahr trifft die Näfelser Fahrt haargenau auf das Datum der Schlacht bei Näfels. 9. April 1388 bis 9. April 2026 - 638 Jahre.

 

Fahrtsredner im Schneisigen

Fahrtsbrief-Lektor Peter Staub

Fahrtsprediger: Pfarrer Bruno Wyler-Eschle, Ennenda, und Pfarrerin Regula Eschle Wyler, Schwanden.


Dienstag, 6. Januar 2026

 

Trouvaille

 

 Näfelser Leichenwagen des Josef Landolt

Näelser Leichenwagen von Josef Landolt (Mülisepp). Er war ab den vierziger Jahren im Einsatz, bis die Särge per Auto transportiert wurden, übrigens von Sepp Landolt iun., Sohn.

Der Legende nach soll Josef Fischli, Halli, genannt "Heuschnider", bekannt vom Sulzboden, Oberseetal, mit grosser Entrüstung über die Beerdigungen mit Lei-chenwagen gewettert haben, das sei eine Hoffahrt und ein Luxus. Laune des Schicksals, auch er wurde als einer der ersten mit dem Leichenwagen zur Kirche gefahren.

(Bild: Annemarie Streiff-Landolt, Tochter von Mülisepp)

 

 

Ein Nachtrag: Beerdigungsbruchtum in Näfels

Der Kirchlichen Chronik von Jakob Fäh, Domherr, Dekan und Kaplan sind fol-ende Vermerke entnommen.

 

1939 Am 31, Juni 1939 verkündet von der Kanzel

 

Wenn  die Civilbehörde nicht im stande ist, bei Beerdigungen den Auto-betrieb auf der Strasse abzustellen für einige Minuten, dann werden wir die Leiche in Zukunft vor der Kirche einsegnen. Es gibt bei Beerdi-gungen, wie alle so gut wie ich feststellen können, eine Gruppe von Menschen, welche trauern und weinen & nicht nach Autos Umschau halten, eine zweite Gruppe gibt es, welche lacht und dann eine solche, die mehr oder weniger teilnahmsvoll oder teilnahmslos dasteht. Wer wollte bei einem Unglücksfall durch Autobetrieb die Verantwortung über-nehmen? Wenn also, wir erklären das feierlich, die Civilbehörde nicht imstande ist, bei Beerdigungen den störenden Autobetrieb abzustellen, dann werden wir die Leichen vor der Kirche einsegnen.“

 

NB Anlässlich der Beerdigung von Frau Lehrer Schmuckli-Feldmann hätte nur wenig gefehlt für ein Autounglück – ca. 500 Personen konnten Zeugen sein.

 

Am 17.6. stand im Glarner Volksblatt:

Durch Verkettung verschiedener Umstände unterblieb letzten Sonntag die bis-her übliche polizeiliche Verkehrsregelung bei einer Bestattung, wodurch das Leichengeleite gestört wurde. Der Gemeinderat verurteilt das pietätlose Ver-halten von seiten einiger Automoblilisten aufs schärfste.

 

1949 11. April:

Zum ersten Mal geht eine Beerdigung mit Leichenwagen von statten (Josef Fischli, Heuschneiders, Haltli) Bisher war der Sarg auf einer Bahre auf den Schulter der Leichenträgern getragen. Wenn der weg zu weit war,  bediente man sich eine Strecke weit eines Brückenwagens, den man mit einem schwar-zen Tuch deckte.

 

NB Das Gräberverzeichnis weiss es genauer: 25. Okt. 1948: Heinrich Brunner.

 

Als Friedhofverwalter wirkte Gerold Schwitter noch über seine Tätigkeit als Sigrist hinaus. Am 30. Juni 1947 schloss er seine Buchführung mit der Feststellung: Damit ist für mich nach 52jähriger Tätigkeit abgeschlossen.

 

Sein Nachfolger wurde Sigrist Willi Schwitter und nach seinem Tod Kustos ritz Müller später Sigrist.

 

1964

Ab Neujahr wird der Dienst der „Ummäsägeri“ eingestellt. Für das Mitteilen eines Todesfalls im Dorf hatte die Ummäsägeri einen Lohn von Fr. 6.- vom Kanton.

 

1967

Am 31. Dezember 1966 kommen Pfr. Kuster und  Kaplan Fäh überein, dass der Gräberbesuch von Beerdigungen bis Dreissigsten nicht mehr obligatorisch sein soll, das Honorar ab 1967 wegfällt.

 

1968 Juli:

Erste kirchl. Gestattete Kremation (Urnenbeisetzung) auf dem Friedhof Näfels. Am 6. Juni 1964 hatte Rom den Katholiken gestattet, sich kremieren zu lassen. 1978 Urnenfeld begonnen.

 

1970

Bei Beerdigung kommt violette Farbe in Übung; der Sarg wird nicht versenkt bei Anwesenheit der Trauergemeinde Er steht auf eben Bretterboden über dem Grab. Nach vollendetem Gottesdienst ist das Grab gedeckt und ge-schmückt.

 

1985

Ab 1. Januar 1985 gilt, nach verschiedenen Vorversuchen, eine neue Beer-digungsordnung: 9.30 Uhr Gottesdienst, anschliessend wird der Sarg in die Kirche getragen. Es folgt die Abdankung und Beerdigung. Seit Sept. 1984 wurde der Sarg auf einem niedrigen Wagen von der Kirche zum Grab geführt. Nach der Beisetzung wird mit der Glocke der Friedhofkapelle geläutet.

 

2. August 1977: Letzte Leichenbegängnis

Am 20 Dezember wurde zum letzte Mal ein Totenzug mit Ross und Wagen durchgeführt. Dann benützte man ein Auto. Von nun an werden die Leichen bald nach dem Hinscheiden in die Kapelle zur Aufbahrung gebracht.

 

Seit dem 26. Dezember 1970 wird keine Beerdigung an Sonntagen mehr vorgenommen, noch vor der neuen Feiertagsordnung fand eine am Kar-freitag 20. April 1973 statt.

 

 

Bis zur Beerdigung gehen die Leute nach der Tagesmesse zum Gebet in die Kapelle. Der Brauch, den Rosenkranz am Vorabend der Beerdigung in der Kirche mitzubeten, besteht noch bei einigen Familien. Bis zum Dreissigsten bleibt ein Weihwasserkessel bei Grab aufgestellt.

 

 

Nachsatz

In letzter Zeit wurden verschiedene Änderungen angewandt.

Meist nach Antritt eins neuen Pfarrers wurde de Modus verändet.

Erdbestattung und anschliesend Gottesdienst. Abdankung mit Sarg vor der Kapelle, anschliessend Gottesdienst.

 

Feierlich war die Beerdigung von Kanonikus und Pfarrer BLasius Braun. Er verstarb in der Silvesternacht morgens früh am 31. Dezember 1947. Kaplan Johannes Baur holte uns auf dem Velo beim Silvesterschellen vor dem Freulerpalast ein und schikte uns nach Hause: "Dr Herr Pfarer isch gschtoorbä"

 

Der Dorfpfarrer war im Pfarrhaus, im südostlichen Raum des ersten Stockes im Priestergewand auf. den Bett aufgebaht. Die Pfarrgenossen konnte sich von ihm verabschieden, indem sie das Pfarrhaus betragen und den Raum auf-suchten, die Leiche mit Weihwsser besprecngen und das Pfarrhaus wieder verlassen. Ich hockte als knapp achtjähriger auf der Friedhofmauer und wae so Augenzeuge. Nach etwa einer Dreiviertelstund der Verabschiedung, murk-sten die Leichenträer in schwarzen Pelerinen und eine runde Tschakko auf dem Haupt, den mächtigen Sarg /den grössten, de ich in meinem bisherigen Leben je gesehen hatte, durch die schmale Treppe zum Pfarrhauseingang herunter. Kustos Franz Müller, Glaser Fritz Gallati, Josef Gallati, Mucks, und Lroi-Sepp. Mit letzter Kraft schleppten sie den  Sarg auf den Kiesweg, stellten ihn ab und mussten schwer Atem holen. Dann begann die Harmoniemusik Näfels einen traurig dumpfen Totenmarsch und zwar so schleppend langsam, dass die Leichenträger immer wieder abstellen mussten. Der Totenzug ging vom Pfarrhaus zum Sendlenweg, der Friedhofmauer entlang, druch das Fried-hoftor hinein und wieder istwärts bis zu Ecke, wo die Geistlichengräber vorge-sehen sind. Die Beerdigung war riesig besucht und der Trauergottesdienst fad in der gerappelt vollen Kirche statt.

 


Dienstag, 6. Januar 2026

 

Lesenswerte Schrift

 

"Turnen im Glarnerland 150" Jubiläumsschrift

 

Impressum

 

Auflage: 250 Exemplare

Redaktion: Jasmin Siemon

Mitarbeit: Ernst Schreiber, Fritz Weber, Gret Menzi

Gestaltung: Melanie Gerber

Druck: Spälti Druck AG, Näfels

Querformat, 62 Seiten

Diese aktuelle Jubiläumsschrift mit über 100 Abbildungen und Grafiken, sorgfältig und kreativ gestaltet, mit Kurztexten ergänzt und zig Erinnerungen aus den letzten 150 Jahren ist eine Dokumentation, die nicht nur Turner und Turnerinnen erfreut und anderthalb Jahrhunderte Turngeschichte festhält.

Sie sei bestens empfohlen und den Macherinnen und Machern gehört ein Rie-senkompliment.


Montag, 5. Januar 2026

 

Amler Krippe jedes Jahr neu

 

Auch in diesem Jahr lohnt sich der Besuch der Galluskirche in Amden. Was die Idealisten von Krippenbauern, die ja schon Mitte Jahr mit ihrer Arbeit beginnen, wieder kreiert haben, ist einfach einmalig. Jedes Jahr eine völlig neu gestaltete Krippenlandschaft, heuer mit neuer Krippe, ein gebastelter Gaden, die Drei Könige etwas versetzt und das immer sehr rührende Bild der heiligen Familie, das Kind in der Krippe, flankiert von Josef und Maria.

Wer es einrichten kann, im Januar diese Krippenlandschaft, die den ganzen Chor ausfüllt, zu besuchen, wird nicht enttäuscht sein. Ein paar Minuten in Stille, aus dem Hintergrund leise Weihnachtsmusik, gelegentlich Leute, die mit dem Handy die Krippe von allen Seiten fotografieren und alle einen gewissen Zauber im Gesicht. Minuten des Glücks und des Friedens in einer Welt, die erschüttert wird durch Kriege, Lärm und Unversöhntheit.

Fahren Sie hin, Sie werden mit frohem Herzen wieder zurückkehren.

Immer an Weihnachten bis Ende Januar finden sich ungezählte Menschen ein, um die neueste Amler Krippe zu bewundern.

Die Hirten und Schafe, die zur Krippe eilen.

Zwei Könige und ein Hirte nähern sich dem Stall.

Einer der Könige mit kostbarer Gabe

Der ganze Chor ist zu einer Krippenlandschaft ausgestaltet.

Die Krippe, immer wieder neu gestaltet.

 

D Amler Chrippä

 

We jedes Jahr um d Wiänachtsziit

isch schu sitt mängem Jahr,

dä z Amdä wider äso wiit,

und würggli wunderbaar.

 

Ä Wiänachtschrippä mit em Chind,

mit Josef und Marii,

und d Hiirtä, wo da ä nuch sind,

dr Jesus liäb und chliii.

 

Und g Chüngä chänd vu wiitem häär,

und gfinded  ds Chindli daa,

mit Gschänger choschbaar und au schwäär,

ä nüüi Ziit faataa.

 

 

-y.

 


Freitag, 2. Januar 2026

 

Auszeichnung mit dem roten Band

 

Am zweiten Tag im Jahre des Heils 2026 wurde die Gerbi-Wandskulptur "dr gol-dig Gärbihund" von unbekannter Hand mit dem "Roten Band" der Unsterblichkeit geschmückt und ausgezeichnet. Auf Initiative von CS und FS wurden erreichbare Gerbeler zusammengetrommelt, um mit Café Lutz oder anderen Labsal-Balsamen sowie mit Lachs- und anderen Brötchen und Gerbikrämlein gefeiert. Nach verschiedenen Ansprachen auch über Gerbihunde, deren Winseln wahrgenommen wurde, wurde das "Rote Band" bestaunt, bewundert und be-gossen.

 

Mit dem "Roten Band" preisgekrönte Gärbihundskulptur für langjährige Leistung und Pflege der Gärbinachbarschaftskultur an der schmidigen Holzwand beim Rautiportweg, angebracht am Bärchtälistag 2026.

tt

Feierlicher Festakt: Das Komitee von links nach rechts Catherine Schmidig, Katia Weibel Fischli, Fridli Osterhazy als aufgebotener Zuschauer, Manfred Müller, Komiteemitglied, Daniel Fischli-Weibel, Presse-Radio-Fernsehen, nicht auf dem Bild: Komiteemitglied Franz Schmidig, öpper muäs tängg fotigrafiärä, und Nicole Müller, Komiteemiglied, isch gad äm Chochä. Fotos: Franz Schmidig


Donnerstag, 1. Januar 2026

 

Ä guäts Nüüs!

 

" Ä guäts nüüs Jahr

viel Glügg und Sägä.

ä langs Läbä

und zleetscht dr Himel!"

 

So tönte es in meiner Kindheit, wenn ich zum Taufgötti, zur Taufgotte oder zum Firmgötti gehen musste, um "ds Nüüjahr uufsägä" und ihm die Hand geben.

 

Un-nuch ä Gruäz vu dihäimä.

 

Dann gab's einen Zweifränkler ins Kässäli.