Das

 

  Bild

 

  der

 

  Woche

 

  2020


West-Portal im Konstanzer Münster:

Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden)


Montag, 6. Juli 2020

 

Welches ist der höchste Näfelser Berg?

 

Der Rautispitz! 2283 m ü M! Denkste!

Der Brünneler oder Brünnelistock!

 

Er ist zwar nur 2133 m ü M, aber wer ihn in der Senkrechten erklettern will, kommt "nicht vor Weihnachten" oben an.

(Gleiches gilt für die längste Bahnstrecke. Es ist das "Hädener Bähnli", die Bahn von Rorschach nach Heiden. Kurz vor Heiden ist die Haltestation "Wienacht", weshalb man zu Fug und Recht behaupten kann, "in Heiden komme man nicht vor Weihnachten an".

 

"In der Weihnacht" oder "i dr Wiänacht" ist ein Flurnamen im Sulzboden. Rechterhand das "Chloschtertach" (ein Felskopf, der dem Giebel des Franziskanerklosters in Näfels ähnelt) befinden sich Plankenzüge unterhalb des Brünnelistockes, die in der "Jägersprache" "i dr Wiänacht" heissen.

 

Dieser Flurnamen ist im "Flurnamen-Verzeichnis der Gemeinde Näfels", erstellt von Jules Feldmann, alt Gemeinderat und seiner Lebtag passionierter Jäger, anno 1976 aufgeführt, Seite 2, Nr. 31 "In der Wienacht"

Insgesamt hat Jules Feldmann "Stächer Schüll" 1026 Flurnamen gesammelt und auf einem Plan eingezeichnet. Quelle: Gemeindearchiv Näfels, Glarus Nord. Zu finden im Landesarchiv Glarus.

 

Zur Sicherheit habe ich zwei Jäger befragt, die diese Gegen bejagen. Beide bestätigten sofort, dass ihnen der Begriff und Ort sehr bekannt und vertraut sei

 

Wer kein Veständnis mit solchen Fangfragen hat, reise mit der SBB auf der Strecke Ziegelbrücke Richtung Zürich. Auch werde gefragt, welches die lustigste Ortschaft der Schweiz sei. Antwort: Siebnen. Wer dort aussteigen wolle, müsse aussteigen "vor Lachen".

 

 


Freitag, 3. Juli 2020

 

Trouvaiille

 

Aquarell vom Obersee Näfels 1906

von

Heinrich Lautz, Darmstadt

 

Diese Postkarte (14 x 9 cm) erhielt ich heute per Post von einer Studienkollegin zugestellt. Sie räumt ihr Haus und bedient Personen, die ihr geeignet scheinen oder eine Beziehung zu einem Gegenstand oder einem Bild haben. Diese Karte ist ein Druck eines Aquarells von Heinrich Lautz, Darmstadt. Es ist eine Postkarte, die von Zürich nach Basel geschickt wurde, Stempel "Zürich 12.VIII. 06 - 7", das heisst, sie wurde in Zürich am 12. August 1906 um 7 Uhr gestempelt.

Frankiert mit einer Helvetia 5-er Marke, grün.


Mittwoch, 1. Juli 2020

 

Baldiger Abschied

nach eindrücklichen Pfarreijahren

in Näfels

 

Der Churer Domherr, Domkustos und Dompfarrer Harald Eichhorn übernimmt am 1. November 2013 als Pfarradministrator die Pfarrei Näfels. Er hält seine erste Festpredigt am Hilariustag (12. Januar 2014). Die Dekanatsversammlung wählt ihn am 21. Mai 2014 zum Dekan für das Glarnerland. Die Kirchgemeinde vom 23. Mai 2014 wählt ihn zu ihrem Pfarrer. Die feierliche Pfarrinstallation findet am Sonntag, 1. Juni 2014 statt. In den sechs Jahren und neun Monaten seines Wirkens in der Pfarrei Näfels (mit Mollis, Kerenzerberg/Mühlehorn  und im  Schwändital) wirkt Dekan und Pfarrer Harald Eichhorn segensreich und intensiv. 

 

Dieser Einsatz wird jäh unterbrochen durch die ehrenvolle Berufung Eichhorns als Probst des Chorherrenstiftes St. Michael in Beromünster durch den Luzerner Regierungsrat. Für uns ist sein Weggang ein herber Verlust. Für Harald Eichhorn bedeutet diese Berufung eine einmalige Chance. Er wird diese Aufgabe mit seinem Fundus an historischem Wissen und seinem Feeling für kirchenhistorische Stätten mit Sicherheit mit seiner ganzen Schaffenskraft anpacken.

 

Er bleibt unserer Pfarrgemeinde noch bis Ende Juli erhalten. Geplant ist die offizielle Installation in Beromünster am 15. August 2020. Die Coronapandemie macht dem aber einen Strich durch die Rechnung. Falls diese tatsächlich nicht öffentlich stattfinden darf, werden wir Möglichkeiten und Wege finden, den neuen Chorherrenprobst zu besuchen.

 

In der zugehörigen Galluskapelle befindet sich auch eine Statue mit dem Heiligen Fridolin, unserem Landespatron. Eine Option ist derzeit auf dem Prüfstand: Besuch des neuen Probstes durch den Fridlibund des Kts. Glarus, den Club der Adventskranzschwinger und des Arbeitervereins Näfels und Umgebung.

 

Ein vertrautes Bild aus der Zeit zwischen dem 1. November 2013 und Ende Juli 2020: Dekan/Pfarrer Harald Eichhorn am Ambo in "seiner" Hilariuskirche Näfels.

Seine kurzen, aber prägnanten und gehaltvollen Predigten werden uns in bester Erinnerung bleiben. (Foto: zvg)


Samstag, 27. Juni 2020

 

Wer weiss Historisches

über die Helvetia-Statue

am Aufgang zum Bahnhof Bellinzona?

 

Heute traf ich einen ins Tessin ausgewanderten Heimwehnäfelser bei einem fröhlichen Wiedersehen. Dabei kamen wir auf die Helvetiastatue am Aufgang zum Bahnhof Bellinzona zu sprechen. Diese Statue ist weder angeschrieben, noch fanden wir Informationen über die Geschichte diese Statue. (Bildhauer, Idee, Baujahr, Motiv zu dieser Sujetwahl). Gemeinsam beschlossen wir, diesen Fragen nachzugehen.

 

Daher auch hier der Aufruf an eventuelle Kenner der Hintergründe der imposan-ten in Stein gehauenen "Helvetia bellinzonese".

 

Antworten sind erbeten unter Email: hauserfridolin@bluewin.ch

Diese Helvetiatstatue steht am Aufgang zum Bahnhof in Bellinzona. Wer weiss Infos über sie? (Bild: Citta di Bellinzona)
Diese Helvetiatstatue steht am Aufgang zum Bahnhof in Bellinzona. Wer weiss Infos über sie? (Bild: Citta di Bellinzona)

***************************Die Suche hat sich gelohnt!*************************

 

Siehe "Heil dir Helvetia`.... unter

********************Tessiner Geschichten vom 3. Juli 2020 *************************


Donnerstag, 25. Juni 2020

 

Trouvaille

 

Familie  Reumer auf Ahornen

 

Wo ging man in den 40-er und 50er Jahren in die Ferien? Ins Oberseetal. Auf Ahornen, ins Söli, auf den Ällenboden, Sulzboden, Sülzli oder Sulz, später auf die der Kreuzegg und ins Aueli. Die herzerfrischende Aufnahme aus den anfangs Fünfzigerjahren ist heute über Facebook bei mir aufgetaucht. Ich habe die Reumers alle wieder erkannt und Ruth Rhyner-Reumer sofort angerufen, um Details zu erfahren.

 

Vor der Berghütte und -stall von Florian Landolt (Gäissgadäflöri) auf Ahornen von links nach rechts:

Kaspar (Chäpp) Reumer-Gschwend (1913) und seine Frau Klara Reumer-Gschwend (1911), Ruth, die jüngste in der Mitte, Mutter des bekannten Radio Zürisee Roger Rhyner und Patrick Rhyner Elekto-Rhyner AG, Glarus. Vorne sitzend: v.l.n.r. Rosmarie (41), Kurt (1939), mein Klassenkollege, und Peter (45), der Tausendsassa als Schützenpräsident und Organisator des Molliser Flugmeetings.  (Foto: Ruth Rhyner-Reumer)

 

Vater Reumer war Zimmermann, ein begeisterter Bergsteiger und Skifahrer. Die Familie wohnte am Fahrtsplatz. Bei Mutter Reumer kamen über Mittag jeweils auswärtige Klosterschüler zum Essen. Kurt ist Chef unsers Klassenjahrgangs Club 39.  Das Bild hat eine sehr fröhliche Ausstrahlung und ist ein Repräsentant der Idylle der damaligen einfachen Bergferien.

Foto: Archiv Ruth Rhyner-Reumer, abgerufen von Facebook am 25.6.2020
Foto: Archiv Ruth Rhyner-Reumer, abgerufen von Facebook am 25.6.2020

Mittwoch, 24. Juni 2020

 

Hans Rudolf Forrer wird Landratspräsident für 2020/21

 

Der Luchsinger Lehrer, Musiker, Sänger und ehemalige Gemeindepräsident wurde heute Vormittag ehrenvoll mit 54 Stimmen für das kommende Amtsjahr 2020/ 21 gewählt. Forrester ist Vertreter der SP, 49 jährige und politisiert schon seit 28 Jahren.

Hans Rudolf Furrer im Rathaus Glarus (Foto: glarus24.ch)
Hans Rudolf Furrer im Rathaus Glarus (Foto: glarus24.ch)

 

 

           Antrittsrede des neuen Landratspräsidenten 

 

 Meine Damen und Herren

Seit dem 16. März dieses Jahres, dem Tag der Ausrufung der ausserordentlichen Lage durch den Bundesrat, ist auch bei uns im Kanton Glarus das Leben nicht mehr dasselbe wie zuvor. Wer hätte noch vor einem Jahr sich vorstellen können, welche Auswirkungen diese weltweit grassierende Corona-Pandemie auf unser gewohntes Dasein zeigen wird.

 

Unsicherheit, Distanz zu Mitmenschen, die wir doch anfangs März noch wie immer per Handschlag begrüsst oder umarmt haben, Krankheit, Quarantäne, ja, sogar Verstorbene haben einen gravierenden Einschnitt in unser Leben verursacht.

Auf der wirtschaftlichen Seite verbreiten Kurzarbeit, Entlassungen, Geschäftsaufgaben, Konkurse, Arbeitslosigkeit Zukunftsängste bei uns, unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitgebern.

 

Grosse Sorgen bereiten mir daher die kommenden unsicheren Monate und Jahre. Ich bin überzeugt davon, dass einige Betriebe diese Krise wirtschaftlich nicht überleben werden, dass die Weltwirtschaft noch Jahre an diesem Schock zu leiden hat. Erst die Zukunft wird uns jedoch aufzeigen können, ob all die Befürchtungen eintreten oder ob wir doch noch mit einem blauen Auge davonkommen werden.

 

Das Virus dürfte noch einige Zeit unser Leben weiter mitbestimmen. Aber eben, wenn wir den diversen Experten zuhören und uns ihre unterschiedlichen Beurteilungen zu Gemüte führen, wissen wir kaum, auf wen wir überhaupt hören sollen. Eine hoffentlich wirksame Impfung wird wahrscheinlich erst die nötige Sicherheit bringen, damit wir uns im zwischenmenschlichen Bereich wieder verhalten können wie vor einem Jahr.

 

Heute aber sind unsere Gedanken bei den Angehörigen der dreizehn verstorbenen Glarnerinnen und Glarner sowie bei denjenigen, die immer noch von dieser Krankheit in Mitleidenschaft gezogen sind.

 

Meine Damen und Herren

Sie haben mich soeben zum 135. Glarner Landratspräsidenten gewählt, dem erst dritten aus Luchsingen seit 1887. Für das mir damit entgegengebrachte Vertrauen danke ich Ihnen herzlich. Ich werde mich in den kommenden zwölf Monaten mit aller Kraft für unseren wunderschönen Kanton sowie dessen Bevölkerung einsetzen und ihn mit Freude repräsentieren, hier und selbstverständlich auch auswärts, falls denn in nächster Zeit interkantonale Anlässe überhaupt durchgeführt werden können.

 

Es ist mir ein grosses Bedürfnis, dem scheidenden Landratspräsidenten Dr. Peter Rothlin für seine souveräne Führung des Landrates im vergangenen Amtsjahr den besten Dank im Namen des Land- und Regierungsrates auszusprechen. Lieber Peter, bei dir wusste man immer, woran man war, verfügst du doch zweifellos über Führungskompetenz, klare Prinzipien, Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen und einen zuvorkommenden Umgang mit deinen Mitmenschen.

 

Besonders gefreut haben mich die gemeinsamen Teilnahmen an ausserkantonalen Veranstaltungen in Stans, St. Gallen, Schwyz und im Jura. Ein tadelloser Auftritt war dir, lieber Peter, immer ein Herzenswunsch. So war es keine Überraschung, dass wir beinahe als einzige in Schale und Krawatte den Ausflugsberg Stanserhorn beehrten. Während der Seilbahnfahrt war dieses Bild für einige Mitfahrende durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, am Galaabend jedoch standen wir zwei dann zu Recht im Mittelpunkt des Geschehens.

 

Meine Damen und Herren

Da bekanntlich heute Abend keine Wahlfeier stattfindet, erlauben Sie mir sicher, dass meine Dankesworte etwas länger werden, waren doch meine Voten in den vergangenen 18 Jahren – mit wenigen Ausnahmen – schliesslich immer kurz.

Mit der heutigen Wahl bereiten Sie nicht nur mir eine Freude, sondern Sie ehren insbesondere meine sozialdemokratische Partei, meine SP-Fraktion, meinen Wohnort Luchsingen sowie auch meinen Arbeitsort Hätzingen. Genau 41 Jahre sind ins Land gezogen, seit mein verstorbener Hätzinger Lehrerkollege Fridolin Kundert als letzter Luchsinger Landratspräsident amten durfte. Auch er wohnte in Adlenbach, einem der schönsten, ursprünglichsten Weiler unseres Kantons.

Als amtsältester Landrat aus Glarus Süd und auch des links-grünen Lagers ist es mir ein Bedürfnis, all jenen Personen zu danken, die mich bis zum heutigen Tag begleitet und das Erreichen des Parlamentspräsidiums überhaupt erst ermöglicht haben.

 

Ich danke meinen Eltern und Geschwistern, meiner Familie und meiner Ursprungsgemeinde Netstal für die unvergleichlich schöne Kindheit, die ich erleben durfte. Ich danke meinen zahlreichen Lehrpersonen, meinen vier Patenkindern, meinem überaus tollen Freundeskreis, sämtlichen aktuellen und früheren Kolleginnen und Kollegen in Ausbildung, Beruf, Politik, Vereinen und Stiftungen für die teils jahrzehntelange Mitarbeit und Unterstützung ganz herzlich.

 

Einen besonderen Dank richte ich an meine Arbeitgeberinnen sowie deren Be-hörden: die frühere Schulgemeinde Hätzingen-Luchsingen, die frühere fusionierte Gemeinde Luchsingen sowie die Gemeinde Glarus Süd. Auch sie unterstützten meine langjährige politische Arbeit als Gemeinderat, Landrat und Gemeindepräsident, nebst der ununterbrochenen 28-jährigen Unterrichtstätigkeit in Hätzingen, uneingeschränkt. Dieses Entgegenkommen des Arbeitgebers ist für ein funktionierendes Milizsystem unabdingbar.

 

Und daher möchte ich meinen 278 Schülerinnen und Schülern, deren Klassenlehrer ich bis zum heutigen Tag sein durfte, sowie den jeweiligen Eltern ausdrücklich danken. Die Primarschule Hätzingen und ihre Lernenden sind meine Berufung, das Zentrum meines Lebens. So bereitet mir die Richtung, in welche sich unser Schulwesen entwickelt, hin und wieder Sorge. Konnte der Lehrer früher seine Kraft voll in die Klasse, in die einzelnen Kinder investieren, verpufft ein grosser Teil der zur Verfügung stehenden Energie heute in bürokratische Abläufe.       

 

Um in einer Legislative mit ihrem Proporzsystem mitwirken zu können, ist man von Vorteil Mitglied einer Partei. Ich danke daher der SP-Kantonalpartei sowie der Sektion Glarus Süd herzlich. Die Kolleginnen und Kollegen haben mich immer unterstützt, wenn wieder ein weiteres politisches Ziel respektive Amt in mein Visier geriet, ob ich dieses Ziel dann erreichte oder mich von dieser Idee wieder distanzierte. Ich bin unserer SP überhaupt sehr dankbar für die soziale, solidarische Grundhaltung, den Einsatz für die schwächeren Mitglieder unserer Gesellschaft, für die interessante Gesprächskultur, welche ein breites Feld an Meinungen, Haltungen und Ideen zulässt, namentlich hier im Kanton Glarus, von ganz links bis knapp vor die Mitte des politischen Spektrums, wo ich bekanntlich in etwa anzusiedeln bin.  

 

Schliesslich danke ich den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern, die mich insgesamt neunmal in Folge resp. teils parallel an der Urne in ein Amt gewählt haben, der SP-Fraktion, allen Landrätinnen und Landräten in Plenum, Justizkommission und Kantonsschulrat, selbstverständlich auch allen Regierungsrätinnen und Regierungsräten sowie der Presse, mit denen ich in den vergangenen 18 Jahren hier zusammenarbeiten durfte.

 

Kaum ist eine Dankesrede gehalten, bemerkt man relativ schnell, wen oder was man auch noch hätte erwähnen sollen. All die Vergessenen seien hiermit in meinen herzlichsten Dank mit eingeschlossen.

 

Ich bin mir selbstverständlich bewusst, dass ich nicht immer der Bequemste bin. Ich habe mich auch selten gescheut, für mich störende Zustände beim Namen zu nennen und anzuprangern, obwohl ich in dieser Hinsicht in den letzten Jahren durchaus etwas gelassener geworden bin. Hin und wieder griff ich sogar zur Feder und liess in einem Leserbrief Dampf ab, ohne gross darauf zu achten, wen ich bewusst oder unbewusst in seiner Ehre getroffen habe. Wer mir dies bis heute nicht verziehen hat, empfange auf diesem Weg meine Entschuldigung.

 

Angesichts der Tragik dieser Tage verzichte ich auf die obligaten drei Wünsche. Ein Wunsch allein steht im Zentrum, die Gesundheit aller Glarnerinnen und Glarner.

 

So erhoffe ich mir abschliessend, dass wir Land- und Regierungsräte hier und ab 2021 im frisch renovierten Landratssaal zum Wohle unseres Kantons und seiner Bevölkerung weiterhin hart, anständig, kompromissbereit und fair debattieren, die gefällten Entscheide respektieren, auf dass unsere politische Arbeit angesichts unserer besonderen Landsgemeindedemokratie auf fruchtbaren Boden falle.

 

Wir versuchen nämlich alle, dasselbe zu erreichen, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Wir wollen den Kanton Glarus, dessen Institutionen, dessen wirtschaftliches, soziales, kulturelles und natürliches Potenzial erfolgreich weiterbringen, damit unser Glarnerland für die Einheimischen, aber auch für Gäste aus nah und fern, weiterhin etwas Einmaliges bleibt. 

 

Für Ihre wertvolle Mitarbeit, Ihre Nachsicht bei absehbaren präsidialen Fauxpas sowie Ihre unterstützende Begleitung danke ich Ihnen, sehr geehrter Herr Landammann, sehr geehrte Damen und Herren der Legislative, Exekutive und der hier abwesenden, aber mitnichten vergessenen Judikative, an dieser Stelle bereits heute.

 

Und so ende ich mit den Worten, welche eigentlich diesen Frühling bereits zweimal aus exekutivem Munde hätten ertönen sollen: Ich bitte für Land und Volk von Glarus um den Machtschutz Gottes.

Besten Dank.

Hans Rudolf Forrer, Landratspräsident 2020/2021


Dienstag, 23. Juni 2020

 

Sag es mit einer Schmiedearbeit

 

Pascal legte klammheimlich dieses schmiedeiserne Herz auf das Grab seiner Grossmutter Elisabeth

Aus einem Hufeisen zwei Pferdeköpfe und ein Herz geschmiedet...
Aus einem Hufeisen zwei Pferdeköpfe und ein Herz geschmiedet...

Seit einigen Tagen liegt auf dem Grab seiner Grossmutter dieses von Enkel Pascal ge-schmiedete Herz. Pascal absolvierte eine Schreinerlehre und die Berufsmatura, dann zog es den Rösseler zu einer weiteren Lehre als Schmied. Seither überrascht er uns immer wieder mit Eigenkreationen, die er an der Esse und am Amboss schmiedet und gestaltet.

(Fotoaufnahme 22. Juni 2020 17.45 Uhr Friedhof Näfels)


Samstag, 20. Juni 2020

 

siehe auch

Bild der Woche 15. Januar 2018

und

Dies und Das 20. Februar 2018

 

Trouvaille

 

Franz Hauser, Glarner Fussballpionier (1926-2018)

 

Den folgenden Text von Paul Hösli habe ich in den in den Glarner Nachrichten wiederentdeckt. Auslöser war ein lustiges Dokument, das der ebenfalls sehr en-gagierte Fussballer und langjährige Schiedrichter Jules Fischli in seinem Archiv ausgegraben hat. (Am Schluss des folgenden Beitrags)

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Die treue Seele des Näfelser Fussballs schaut nun vom Himmel aus zu

 

von

Paul Hösli

erschienen in:

"Glarner Nachrichten" / Südostschweiz Glarus Freitag, 19. Januar 2019

 

Am Samstag ist Franz Hauser aus Näfels friedlich für immer eingeschlafen. Über 70 Jahre war er Platzwart beim FC Näfels, der später zum FC Linth 04 wurde. Die Liebe zum Verein und zum Fussball machen ihn hierzulande unvergesslich.

 

Jeder, der in den letzten 70 Jahren im Glarnerland Fussball gespielt hat, kannte ihn: Franz Hauser.

 

Nun ist der Näfelser mit 92 Jahren friedlich im Altersheim Letz in Näfels einge-schlafen. Franz Hauser hat den grössten Teil des Lebens seinem geliebten FC Näfels und dem aus der Fusion mit dem FC Niederurnen entstandenen FC Linth 04 gewidmet. Er war nicht nur dem Fussballklub ein Leben lang treu, sondern auch seinem Arbeitgeber als Pinselmacher.

 

Seine grösste Leidenschaft als Platzwart war die Zubereitung des Pausentees. Diesen kochte er mit einem speziell ausgetüftelten Zucker- und Zitronenzusatz jeweils zu Hause und schleppte ihn dann auf den Fussballplatz. Und so gut wie alle – auch die gegnerischen Teams – waren sich einig: Keiner hat einen so gu-ten Pausentee gemacht wie Franz Hauser.

 

Den Pausentee durfte ich als Juniorenspieler kennenlernen – und damit auch Franz Hauser. «Willst du noch einen Becher? Der Tee tut dir gut», fragte er jeden

fürsorglich. Franz hatte immer Freude an den jungen Fussballern, gab ihnen

Tipps oder freute sich mit ihnen, wenn sie gewonnen haben. Oder tröstete sie,

wenns nicht klappte.

 

Viele kamen und gingen – Franz blieb Näfels treu. Vor allem, wenn es kalt und nass war, sorgte der Tee für einen wärmenden Sonnenstrahl. Bei den Älteren hat er in der kalten Jahreszeit gerne einen Schuss «Güggs» reingetan, wie er jeweils mit einem Augenzwinkern sagte. Vielleicht entsprach es nicht der Wahrheit, so genau wusste man es nicht. Und seine Spezialität zeigte er nur zu gerne vor, den Pirouetten-Absatzkick. «Habt ihr gesehen, wie es geht?», fragte er die Kicker jeweils mit einem schelmischen Lachen im Gesicht.

 

Franz hat von 1944 an zehn Jahre selber aktiv Fussball gespielt. In der 2. und der 4. Liga – natürlich für den FC Näfels. Er bestach nicht durch filigrane Technik, aber er verfügte über ein verrücktes Kopfballspiel und beeindruckte durch seine

berühmten Absatztricks. Dies, obwohl seine Mutter Anna es ihm verboten hatte.

Er würde dem Alkohol verfallen, befürchtete sie. «Im Fussballverein sind nur

Gottlose und Süffel.»

Franz Hauser fand nie gefallen am Alkohol. Einmal, in der Rekrutenschule, habe er eine Zigarette geraucht – und prompt erbrechen müssen. Auch im Nichtrau-chen sah er einen Grund für seine gute Gesundheit. Nach seiner Zeit als Spieler war er noch als Schiedsrichter tätig.

 

Franz Hauser wurde vom Glarner Fussballverband und dem Ostschweizer Fussballverband für seine Dienste mit den höchsten Ehren ausgezeichnet. Der Schweizerische Fussballverband SFV erfüllte ihm 1994 den Wunsch, an die Fuss

ball-Weltmeisterschaften in die USA zu reisen. Ein Highlight in seinem Leben.

 

Für den Fussballverein hat er alles gemacht. Rund zehn Jahre spielte ich selber aktiv Fussball für Näfels und Linth. Spieler wechselten, Trainer kamen und gin-gen, Präsidenten und Vorstandsmitglieder wurden ausgetauscht. Nur einer war immer da: Franz Hauser.

 

Er verbrachte die meiste Zeit seines Lebens auf den Fussballplätzen – aus Liebe zum Verein und zum Sport. «Soll ich meine Fussballschuhe holen?», fragte er einst einen Trainer. Bei der Besammlung hatten sich nur zehn Spieler für die be-vorstehende Partie eingefunden. Franz war wild entschlossen auszuhelfen. Der Trainer lehnte aber dankend ab, Franz war damals über 60 Jahre alt.

 

«Wir können Franz Hauser für seinen Einsatz nicht genug danken und vermissen

ihn sehr.» Erich Fischli, Präsident FC Linth 04

 

Für seinen FC Näfels hat er alles getan. «Hätte ich für jede Stunde, die ich für den Verein aufwendete, einen Franken verrechnet, wäre ich jetzt Millionär», sagte er 2010 in einem Interview mit dem Journalisten Walter Hauser. Alles, was Franz für den Verein machte, war ehrenamtlich. Er wollte es nicht anders. Ehrungen oder Dankesreden waren ihm stets unangenehm – auch wenn sie keiner mehr verdient hätte. «Wir werden ihn am Samstag ehren, indem unsere Spieler beim Freundschaftsspiel mit Trauerflor auflaufen», sagt Marc Fischli, Sportchef des FC Linth 04.

 

Franz hatte ein besonderes Verhältnis zum Spielgerät. Wie viele Bälle Franz Hauser während seiner Zeit als Platzwart aus der Linth gefischt hat, kann nie-mand so genau sagen. Es dürften Hunderte sein. Zum Spielgerät hatte Franz ein besonderes Verhältnis. Er konnte es nicht haben, wenn ein Spieler beim Schluss-

training das Tor verfehlte und den Ball nicht umgehend suchen ging. «Habt ihr alle Bälle?», war stets die erste Frage, sobald das Training fertig war.

 

Als der Fussballplatz in Näfels noch auf dem heutigen Areal der Netstal Maschi-nen AG war, drosch ein Spieler 1971 nach der Partie wutentbrannt den Ball in die

Linth. Franz Hauser stieg sofort aufs Velo und verfolgte den Ball – ohne Erfolg. Oder er radelte am nächsten Tag bis an den Walensee, in der Hoffnung, einen verlorenen Ball am Ufer oder bei einem Rechen zu finden. Oft war er erfolgreich, nur ungern gab er einen Ball verloren.

 

Mit zunehmendem Alter konnte Franz nicht mehr alle Arbeiten selber erledigen. Beim Platzzeichnen bekam er Hilfe – dies behagte ihm zu Beginn gar nicht. Den Eintritt zog er mit seinem Kollegen Jules Fischli an den Heimspielen des FC Linth 04 noch bis vor zwei Jahren ein. Und verteilte das Matchprogramm: «Ein gutes Spiel wünsche ich», pflegte er jeweils zu sagen.

 

Franz Hauser hinterlässt seine Lebenspartnerin Elisabeth Perucchi und unzähli-ge Fussballfreunde. «Wir können Franz für seinen langjährigen Einsatz nicht ge-nug danken – und wir vermissen ihn sehr. Er war einzigartig», so Erich Fischli, Präsident des FC Linth 04.

 

Franz Hauser war ein Original, mit Ecken und Kanten, aber liebenswürdig und mit einem Herzen für die Menschen und vor allem für seine grosse Liebe, den

Fussball. Der FC Linth 04 hat seinen Fan aber nicht verloren, er schaut von

jetzt an einfach vom Himmel aus zu.

 

Zu dieser Würdigung verfasste der im obigen Beitrag erwähnte Fussballkamerad

Jules Fischli folgenden Kommentar:

 

Jules Fischli, 19.01.2018

Bravo an Paul Hösli:

möchte Euch mitteilen mit meinem Kollege Franz Hauser besuchten wir viele Länderspiele in aller Welt , alle Ausscheidungsspiele zur WM im Jahr 1994 und dabei Life in Amerika, Europameisterschaft in England im Jahr 1996 diverse wei-tere Ländersspiele in Europa, sowie Uefa, da ich als " Schiri " mit dem Fuss-ballverband kontakt hatte, war es für uns einfach dabei zu sein . Franz genoss es sehr, konnte er doch mit verschiedenen Nationalspielern und Funktionären Kon-takt knüpfen. Als Zeitzeugen sind verschiedene Fotos vorhanden. Während 50 Jahren habe ich Franz als einen würdigen lieben Kameraden und wunderschöne Zeiten erlebt.

Lieber Franz, Du wirst in meinem Herzen Platz haben und denke immer an Dich, nun Ruhe in Frieden. Fussball Kollege Jules Näfels

 

Franz Hausers humorvolle und schalkhafte Seiten belegt sein handschriftliche aufgezeichneter folgender Spruch mit Wortspielen: (in tadelloser Schrift)

 

 "Vom Fremdgehen!

Wer fremd geht, ist ein Schwein.

Wer mehrmals fremd geht, ist ein Meerschwein.

Wer viel fremd geht, ist ein Wildschwein.

Wer darüber spricht, ist ein Dreckschwein.

Wer sich erwischen lässt, ist ein dummes Schwein.

Wer nicht erwischt wird, ist ein Glücksschwein.

Wer sich selbst verrät, ist ein blödes Schwein.

Wer beim Fremdgehen Kinder macht, ist ein Zuchtschwein.

Wer nur eine hat, ist ein Sparschwein.

Wer keine hat, ist ein armes Schwein.

Wer immer zu Hause bleibt, ist ein Hausschwein.

Wer unrasiert fremd geht, ist ein Stachelschwein.

Wer nicht fremd geht, ist ein faules Schwein.

Wer nicht mehr kann, ist ein Schlachtschwein.

 

Franz Hauser bewundert für seine Fussbaltricks.
Franz Hauser bewundert für seine Fussbaltricks.

"Tagi-Fritz" 2012, Fritz Feldmann-Schwitter (1934-2020) auf dem Fridlispitz vor dem von ihm gezimmerten Kreuz.  (Foto: Bruno Feldmann)
"Tagi-Fritz" 2012, Fritz Feldmann-Schwitter (1934-2020) auf dem Fridlispitz vor dem von ihm gezimmerten Kreuz. (Foto: Bruno Feldmann)

Samstag, 13. Juni 2020

 

"Schtimm's odr hani rächt?"

 

Innig und würdig gestalteter Beerdigungsgottesdienst für 

"Tagi-Fritz" Fritz Feldmann-Schwitter

 

(siehe auch Bild der Woche 1. April 2020)

Heute Samstag, 13. Juni 2020 konnte die wegen der Coronapandemie verscho-bene Beerdigung stattfinden.

Es war eine eindrückliche, innige Abschiedsfeier, zelebriert von Dekan / Pfarrer Harald Eichhorn, konzelebriert vom langjährigen "Älläbodäfreund" Pfarrer Markus Moll, Adliswil, der mit seinen Eltern und der Familie als "Älläbodänachbar" in der Blockhütte von Walter Rentsch Ferien gemacht hatte. Er sprach von Erinnerungen auf dem Älläbodä. Urs und Regina Feldmann trugen gemeinsam den Lebenslauf von Fritz auf eindrückliche Weise vor. Gesanglich bereicherten den Abschiedsgottesdienst Willi Hefti, Bariton, und Regina Soum-Feldmann, Tochter. Urs trug Akkordeonmelodien vor und begleitete Willi Hefti, als er das sinnig ausgesuchte "Hobellied" von Ferdinand Raimund vortrug.

 

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Lebenslauf

 

vorgetragen von

Urs Feldmann und Regina Soum-Feldmann

 

Es ist tröstlich, dass Fritz am Todestag des Hl. Franziskus, 3. Oktober, seine Hirnblutung hatte (2015) und am Tag des Hl. Antonius von Padua, 13. Juni, seine Beerdigung (2020). Beide Heiligen waren Freunde.

 

 

Zum Abschied von Fritz, Vater

 

Raphaela erhielt nach dem Tod von ihrem Ehegatten Fritz viel Anteilnahme von Verwandten und Freunden von nah und fern. Diese hat die Trauerfamilie sehr berührt. Danke.

  

Wer war dieser Fritz ?

Geboren am 1. Oktober 1934, vor dem zweiten Weltkrieg, wuchs er im Villäggen als Ältester von sechs Geschwistern auf. Sein Vater Fritz, Zieglers aus der Risi, war streng und bevorzugte politische Debatten. Seine Mutter, Dagoberten Sophie, hingegen war gefühlsbetont. Fritz war Klosterschüler und lernte dann bei seinem Grossvater, Dagobert, den Zimmermanns-Beruf. Den Traum, Pilot zu werden, musste er begraben. Fritz war als Jugendlicher im Dorfleben ganz integriert bei den Ministranten und Jungsodalen.

 

Fritz war spirituell - Traditionen gaben ihm Halt.

Jung schon hatte er sich in die gleichaltrige Sigristen-Tochter Raphaela Schwitter von der Gerbi verliebt. 1959, 25-jährig, heirateten die beiden, hier in der St. Hilarius-Kirche. Alsbald, innert knapp 10 Jahren, kamen sechs Kinder zur Welt. Nach sechs Tagen strenger Arbeit ging Fritz jeweils sonntags, in Begleitung seiner Kinderschar in die Spätmesse, derweil seine Frau das Mittagessen bereitete. Die Näfelser Fahrt, die er jedes Jahr besuchte, oder die Wallfahrt nach St. Sebastian, waren ihm wichtig. In späteren Jahren besuchte er jeweils im Kloster Mariaburg die Frühmesse. Er hatte eine tiefe Verbindung zum Heiligen Franziskus, seine naturnahe Lehre, die Bescheidenheit, entsprachen ihm. Das Gebet begleitete Fritz auch während der Arbeit. Ein ‘Gegrüsst seist Du Maria’ beim Streichen der Wände passte gut. Und an Sylvester wurde auf seinen Wunsch hin ein letzter Rosenkranz des Jahres gebetet.

 

Fritz war aber auch der Lebenslustige, Kontaktfreudige und Spitzbübische. Geselligkeit bei einem guten Glas Rotwein oder sportliche Tätigkeiten in der Natur draussen schätzte er sehr. Als Kind war er mit Grossvater Dagobert einmal während den verschneiten Weihnachten im Ällenboden und liebte es mit den Skiern den Hang hinunter zu flitzen. Das waghalsige Schifahren pflegte er sein ganzes Leben lang.

 

Ganz alleine meldete er sich zu einer Gruppenreise in die Dolomiten an. Er liebte die österreichische Lockerheit, die duftenden Arvenstuben in den Hotels und jeden Tag auf einer anderen Skipiste hinunter zu fetzen. Am 10. März 1994 gewann Vreni Schneider in Mammoth Mountain, USA, den Ski-Weltcup-Slalom und wer stand im Zielhang und winkte frenetisch mit dem Glarnerfähneli ? Richtig, es war Fritz, der gerade auch zu Besuch bei seiner Tochter Raffy war. Zuhause im Glarnerland freute er sich dann wieder in Elm mit Skifreunden und - Freundinnen in der Natur zu sein. Das ganze Jahr bereitete er sich im "Turnen für Jedermann" auf den Winter vor. Nach dem Turnen vergnügte er sich mit den Kollegen und Kolleginnen im Restaurant in angeregten Gesprächen über Gott und die Welt.

 

Fritz war ein Bewegungsmensch und tanzte fürs Leben gern.

Bis ins hohe Alter traf man ihn Freitag abends auf den Tanzflächen: Leutselig und draufgängerisch, bis die Musik um 2 Uhr aufhörte zu spielen. Während der Fasnacht, in der damaligen Fasnachts-Hochburg Näfels, hielt ihn nichts mehr zurück. Da war er als Scherenschleifer, als Düsenpilot oder als Chäfersüüder unterwegs und tanzte durch die Nächte. Er baute Wagen für die Umzüge. Heute noch gibt es Frauen, die sagen, Fritz sei ein tanzender Chäfersüüder gewesen – also ein Süüder auf jeden Fall.  

 

Beim Fridli-Bund war Fritz aktiver Mitbegründer und Revisor, wie Fridli Osterhazy in der Kondolenzkarte geschrieben hat.

 

Bei der Freiwilligen Feuerwehr war Fritz auch dabei und bei Bränden immer einer der Ersten auf dem Platz, wie damals 1973 beim Grossbrand der Gawohnag. Er wusste zu gut, was es bedeutete, Opfer eines Brandes zu sein; im Villäggen 4 hatte es auch zweimal gebrannt. Die Feuerwehrler trafen sich aber im Normalfall nur zu Mai-Übungen - mit anschliessendem Durst-Löschen bei Fritz und Raphaela zuhause.

  

Fritz der Gefühlsmensch.

Alles was Fritz machte, sollte mit Gefühl gemacht sein. Er liebte das Holz und seine Arbeit, war immer kreativ am Werke. Gerne ermahnte er: "Du muäsch dr Hammer mit Gfühl schluh bim Naglä". Hingegen kümmerten ihn SUVA- und andere Vorschriften wenig. So traf man ihn in seiner Sägerei an mit Turnschuhen, bei denen die grosse Zehe hinausguckte oder er transportierte einen Vier-Meter Trämmel im kleinen Ford Ka mitten durch Näfels. Nicht erwischen lassen: Elftes Gebot !

 

Beim Holzen im Obersee belud er mit Gefühl den grossen Holz-Anhänger und fuhr in seinem alten Militär-Jeep mit der tonnenschweren Last ‘süüferli’ Richtung Tal, derweil Raphaela inständige Stossgebete gen Himmel schickte. Er war ein erfahrener Militär-Motorfahrer gewesen, so brachte er das Holz immer heil in seine Sägerei.

 

Fritz der tatkräftige, risikobereite Chrampfer und Handwerker.

Mit 23 Jahren übernahm Fritz den Zimmerei- und Sägerei-Betrieb von Grossvater Dagobert, dessen Sohn Hermann früh tragisch verstorben war. Da Fritz der Sohn von Sophie war, Tochter von Dagobert, wurde auch Fritz der "Dagi" genannt. Er baute tatkräftig das Geschäft mit seiner Frau Raphaela auf.

 

Viele Baustellen waren in der Hochkonjunktur der 60er-Jahre zu bearbeiten: das Mosaik im Schneggschulhaus, die Verschalungen der Netstal-Maschinen AG, der Turm der katholischen Kirche Mollis und vieles mehr. Fritz war sich seiner Tatkraft bewusst, er sagte öfters: "Ich mache nuch ä mängem Jungä öppis vor" oder "Stimmt's oder hani rächt ?"

 

Er sei eine harte Nuss, sagte er 78-jährig über sich selber. Angestellte, Gelegenheitsarbeiter und nicht zuletzt seine Kinder halfen ihm bei vielen Baustellen und immer war Raphaela an seiner Seite. Zwar musste sie ihn öfters lautstark erinnern, seine Arbeitsrapporte aufzuschreiben, damit auch Rechnungen gestellt werden konnten. Schweiss und Tränen flossen, aber irgendwie klappte es dann doch immer wieder. In Fritzens Arbeitsleben ist der Umbau des alten Geissgadens in Piodina, welcher sein Schwager Willi gekauft hatte, besonders hervorzuheben. Zusammen mit seinem Schwager Bruno machte er sich anfangs der 60er Jahre ans Werk. Er machte alle Holzarbeiten, Dach und Fenster und das Material wurde über den Lukmanier ins Tessin geführt. Am Schluss konnte Fritz stolz auf den Dachstock stehen und über den wunderbaren Lago Maggiore schauen. In die-sem Haus, der "Casa Raffaele", erlebten die Familien Feldmann, Argenti und Hauser dann viele schöne Sommerferien.

 

Im Dezember 1981, als Fritz 47 war, stürzte unter dem regennassen Schnee die Sägerei-Halle in sich zusammen. Eine Katastrophe. – Was nun? – Nach einer Zeit des Nachdenkens, des Zweifelns, packte Fritz, mutig wie er war, wieder an und baute seine Sägerei mit integrierten Wohnungen neu auf. Sein Kran diente ihm wunderbar dabei, und unschätzbar war die treue Hilfe von Alt-Förster Fritz Fischli, dem "Jöschti"!

 

Auch nach 65 arbeitete Fritz weiter an seinen Häusern oder an anderen Objekten, zum Beispiel jenen von Rodolfo Gentile. Auch unser Haus in Bösingen (Fam. Soum) hat er in diesen Jahren mit viel Einsatz und Hingabe renoviert. Noch mit 79 hat er uns ein wunderbares Gartenhaus aus seinem Holz gebaut.

 

Fritz fachsimpelte gerne mit anderen Handwerkern.

Diese Gespräche regten ihn an und führte ihn zu neuen Ideen. Er versuchte dann jeweils seine Meinung auf den Punkt zu bringen und kommentierte seine Sichtweise gleich selbst mit ‘Stimmt’s oder han-i rächt?’

 

Fritz war auch Familienvater. Er liebte Tiere.

Die sechs Kinder von Feldmanns hatten ihre Hobbies, welche Fritz stolz machten.

Zur Familie gehörten immer auch Tiere. Während der schulfreien Zeit mussten alle Söhne in der Zimmerei mithelfen und die Töchter im Haushalt. Es entstand eine Schicksalsgemeinschaft. Er unternahm mit den Kindern auch mal eine Wanderung oder ging mit ihnen skifahren. Als sich die ersten Kinder  von der Familie loslösten und sich Schwierigkeiten ergaben, entstanden in der Familie grosse Spannungen, seelische Verletzungen - Abspaltungen. Dies setzte Fritz zu und schlug ihm auf die Gesundheit. Ein Zeichen für ihn, sein Leben etwas gemächlicher anzugehen. Er suchte Heilung auch in alternativen Methoden. Wanderungen und Skifahren machte er fortan auch mit Gefährtinnen aus dem Turnverein oder einer Skifreundin, welche er mal in Filzbach im Frühlingsschnee kennen gelernt hatte.

 

Sein Lebenabend

Ab 70 konnte Fritz ruhiger sein. Er schaffte nur noch, was ihm gefiel. 2010 konnte Fritz und Raphaela zum 50-jährigen goldenen Hochzeit ihre ganze Familie in der Schwammhöhe versammeln. Urs machte in der Zwischenzeit die Verwaltung der Wohnungen und schickte die Eltern jeweils auch in die Ferien nach Incella, oberhalb Brissago. Fritz liebte es da, am Morgen in aller Früh alleine einen Spaziergang zu machen und die Häuser zu betrachten. Der Blick auf den Lago Maggiore tat ihm gut, es beruhigte ihn.

 

Mit 80 erhielt Fritz die Diagnose, dass sich sein Blutdruck sprunghaft verhalte. Nach der Geburtstagsfeier "2x80 Raphaela und Fritz" im Hotel Obersee verschlechterten sich die Blutdruckwerte immer wieder. Fritz musste Medikamente nehmen, obwohl er lieber naturnahe Medizin hatte.

 

Nach den Ferien in Incella, kurz nach seinem 81sten Geburtstag am 3. Oktober 2015, erlitt Fritz eine Hirnblutung in der Villäggenstrasse. Dank sofortiger Hilfe konnte er schnell im Unispital Zürich behandelt werden. Nach der Rehabilitation in Valens durfte er bis Ende Oktober 2016 bei Raphaela zuhause wohnen. Da der Zustand schlechter wurde, kam er in die Pflege im Altersheim Letz. Die Hirnblutung hatten den Bereich des bewussten Denkens getroffen. Deshalb konnte er zwar noch sprechen, brachte aber die Gedanken nicht zusammen. Er konnte Hoi und Tschau oder die Namen der Liebsten sagen. Den Rosenkranz betete er automatisch laut mit, ja sogar singen konnte er bis vier Monate vor seinem Tod. In dieser schweren Zeit besuchte Raphaela ihren Fritz jeden Nachmittag, jahrein jahraus und half ihm beim Essen. Fritz war ein friedlicher Patient und versuchte mitzumachen, wo er konnte.

 

Anfang dieses Jahres verschlechterte sich sein Zustand und am Samstag, 28. März, wurden Raphaela und Urs informiert, dass Fritz kurzatmig im Bett läge. Zwei Wochen davor war der Corona-Lockdown beschlossen worden, aber für Angehörige von Sterbenden war der Besuch erlaubt. Raphaela und Urs konnten Fritz den ganzen Samstag begleiten.

 

Kurz nach Mitternacht, am Sonntag, 29. März, machte Fritz seinen letzten Atemzug und liess sein irdisches Dasein los. Wir sind dankbar.

 

Danke an allen Ärzten und Ärztinnen allen Pflegenden und Helferinnen im Altersheim Letz. Danke an alle, die Fritz besucht hatten und Anteil nahmen.

 

Zitat von Fridolin, dem ältesten Sohn:  

"Er ging ans Limit, bis seine Kräfte und Zeit wieder einmal überlastet waren und es schlaflose Nächte gab und der Geduldsfaden riss, sowie die nervlich seelische "Muss-gehen-Würgerei"  ...nobody is perfect. Schön, dass du soviel gegeben hast.... im Familienbetrieb.... adieu!"

 

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Urs spielte nun eine Tanzmelodie und anschliessend trug  Willi Hefti mit Akkor-deonbegleitung von Urs das

 

Das Hobellied von Ferdinand Raimund

 

1.)  Da streiten sich die Leut' herum oft um den Wert des Glücks; 

der eine heisst den andern dumm, am End' weiss keiner nix.

Da ist der allerärmste Mann dem andern viel zu reich,

das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alle gleich.

 

2.)  Die Jugend will halt stets mit Gwalt in allem glücklich sein; 

doch wird man nur ein bisserl alt,  dann find't man sich schon drein.

Oft zankt mein Weib mit mir, oh Graus, das bringt mich nicht in Wut.

Da klopf' ich meinen Hobel aus und denk': "Du brummst mir gut!"

 

 3.) Zeigt sich der Tod einst mit Verlaub und zupft mich: „Brüderl, kumm!“,

da stell' ich mich am Anfang taub und schau mich gar nicht um.

Doch sagt er: „Lieber Fridolin, mach' keine Umständ', geh!“,

dann leg' ich meinen Hobel hin und sag' der Welt ade.

 

 

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Einen speziellen Abschied verfasste Bruno Feldmann. In Absprache mit der Familie und aus Zeitgründen verzichtete er darauf, ihn in der Kirche vorzutragen. Ich bat ihn aber um Erlaubnis, seinen Aspekt auf das Leben seines Vaters hier festzuhalten.

 

 

Läbeslauf, Curriculum Vitae - churz CiVi  vum Fritz Fälpmä:

 

…„in der Kürze liegt die Würze“ …. (Bruno schlägt ein „fettes“ Buch zu und macht 5 Sekunden Stille)

 

Dr Fritz isch niä verlägä gsii um trääff Antwoort z gii…! 

 

Mir sääged A-Dieux … A-Deus … Uff-Widerluägä ... am Fritz 

 

Voräwägg ä grosses Danggäschüü a-n-alli. wo äm Fritz währed sinärä Läbziit Wääg-Gfährtä gsii sind und inä understützt händ. A-dr Aarbet und idr friiä Ziit - für Fründschaftä, - Kollegschaftä, - ds Zä-mäschaffä.

  

A d Aatäilnahm vu nah und fäärn, a de hingebigsvolli Betrüüig vu Schpe-zialischtä währed sinä letschtä Jahr nach siner Hirnbluätig.

 

Bsunders tangge-mer ä dr Muäter Raphaela, wo dr Fritz taagtägli im Altersheim bii Schnee und Sunnäschii bsuächt und begläitet - und wänn’s gangä-n-isch - im Rollschtuähl uusgfüärt hätt.

 

 

Daas Brätt daa isch i sinärä Sagerii i dä Tachbinder underpbracht gsii, viärzächä Meter lang!

 

Är hätt sini Lattä hööch aagsetzt - immer im Bewusstsii, diä au z ärräi-chä.

 

Äs muäs ä tüüff vrwuurzlätä Baum sii, wo äsoo hööch hätt chännä wachsä...g'äärdet...ganzhäitli und autonoom. Mit sinä-n-Eggä und g Kan-tä und öppä-n-ä iigschlossnä-n-Ascht.

 

Dr Fritz hätt all Bäum immer zeerscht beguätachtet:

Baumrindä. Zuäschtand. Vrlauff, Vrwindigä, Faserig, Uusschleeg. Ascht-Aasätz. Dänn jedi, vu denä-n-Ägäschaftä sind uusschlaaggebend für ä Schnitt, di nachhäärgehend Vrwärffig, d Uuströchnig, p Forem, woo as des beaarbäitet Holz gii wiirt, as-mä's au äm richtigä Oort iisetzt.

Uss-emä uuschiibaarä, mä chännt ä sägä$ "nüütigä" Abschnitt hätt'r much ä Bänggli zimmäret, wo etz irgendwo undermä Öpfelbaum schtaht und immer nuch dr Diänscht tuät.

 

Triibend und tribä hätt dr Fritz sinä-n-Alltaag uusgfüllt – vu früäh bis schpaat...mitem Schtart i dr Früäfmäss im Chloster Mariaburg obä.

  

Am Mittaag hätt'r albig ä Päusä gmacht, wo’nr immer unisonoo mit-em

Hund uff dr gliichligä Eggbangg under Abwäsch-Tschätter vu dr Raphaela g’schnarchlet hätt.

 

Zum Zaabed händ-si wältlichi und gkirchlichi Wüürdäträäger aagmäldet

odr öppädiä au dr Schtäisepp und viili Verwandti und Bekannti vuu nah und fään.

 

Glächter und voluminöösi Diskussiuunä sind läbhaft gfüärt woordä, bis

dr Fritz uufgschtandä-n-und wider g'gangä-n-isch: "Ich mos etz wider ä-d Aarbet!"

...

 

Äs gääb nuch ä Huffä dernigi  Aneggtootä, wo abr dr iätzig Rahmä wuu-red schprängä.

 

Ich ermunterä-n-üüch abr, dernigi underänand uus z tuuschä.

 

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Dr Fritz isch als eltischtä Suh vum Sophie und Fritz anä 1934gi uff d Wält

chuu und mit sinä füüf Gschwüschterti uufgwachsä.

 

1957 hätt' d’Zimmerii und d Sagerii vu siim Grossvatter Dagobärt übrnuu.

1959 hätt'r d Raphaela Schwiiter uss dr Gärbi ghüüraatet. Sächs Chind simmer gsii.

 

I dä sächzger Jahr, im Wältwirtschaftswunder, und i dä folgändä Jahr hätt  dr Fritz nüd nur lokaal, sondern au übrregionaal  siis Handwärch iigsetzt.

  

Bis i ds hööch Alter hätt'r uss sinärä Aarbet ä Zelebraziuu a ds Läbä gmacht. Überaal findti mä-n-öppä-n-öppis, wo d’Handschrift vum Fritz träit.

 

Bi dr  Füührwehr und bi dr Fasnachts-Gliggä "Chäfersüüder" isch’r drbii gsii, immer am Aafang wänn’s öppis zschäffä g'gii hätt, und dernaa hä-p-mes bimä Glaas Rootä "befäschtet".

Är isch  Gründermitgliid vum "Fridli-bund" gsii, ä Veräin mit Fritzä, Friggä, Fridlämä und Fridänä. Äinä schtaht ja voornä bim Hoochaltaar uf dr linggä Siitä. Mämg Jahr isch'r bi dä Fridlänä Rächnigsrevisoor gsii. Uuvr-gässä sind sini marklantä-n-Uuftritt bi dr Diskussiuu gsii.

 

Sini Winter sind im „Schnäll-Tempo" vrbii --- uff dä Schiii !

 

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Zrugg zum viärzächä Meteer-Brätt:

Schtteled-ech daas schtehend voor. g Kweerlattä, wo äs Chrüüz chännt

bezüügä, wuur dr Fritz i uusglatschätä Turnschuäh uffemä gwaggligä

Holzlattä-Grüscht uhni Probleem aabringä. Ds Chrüüz oder dr Ruggsagg, wo jedä vu üüs träägä törff, bis-mer mer dett hänä göd, wo aöö ämaal hänä müänd.

 

Dr Fritiz wuur weläwääg vrschmitzt sägä:

"As-i flexiibel bliibä und d Lascht uf dä-n-Achslä nüüd gross, guhni gu tanzä!"

 

(Bruno würde nun das dicke Buch wieder zuschlagen und passend dazu seinen Auftritt mit dem Orgelspiel "Schtäiner Chilbi" ausklingen lassen)

 

https://www.youtube.com/watch?v=vyoieh5wl48

 

Brunos erwähnte Latte am Bau. (Foto: Bruno Feldmann)
Brunos erwähnte Latte am Bau. (Foto: Bruno Feldmann)

 

Siehe auch: "Bild der Woche"  vom Mittwoch, 1. April 2020

 

"Das Schhicksal setzt den Hobel an.... und hobelt alle gleich. (Foto:https://derarbeitsmarkt.ch/de/thema/der-hobel-hat-das-wort)
"Das Schhicksal setzt den Hobel an.... und hobelt alle gleich. (Foto:https://derarbeitsmarkt.ch/de/thema/der-hobel-hat-das-wort)
Fridlispitz - das Kreuz ist eine Arbeit von Fridolin Feldmann-Schwitter. (Foto:94103207_235266784215937_6466210683959194583_n)
Fridlispitz - das Kreuz ist eine Arbeit von Fridolin Feldmann-Schwitter. (Foto:94103207_235266784215937_6466210683959194583_n)

Donnerstag, 4. Juni 2020

 

Cherché: Prêtre du baptême du cardinal

 

Seit Wochen suche ich Informationen darüber wie der neue Kardinal "Fridolin Cardinal Ambongo Besungu", Kongo, zum Namen "Fridolin" gekommen ist.

 

Mit ungezählten E-Mails, Briefen, Telefonaten habe ich viele Kapuziner, sogar einen Prälaten in Salzburg und gar bei einem Kardinal im Vatikan und zahlreiche Archive angegangen.

Aus der Fülle hilfsbereiter Antworten kam bisher heraus:

 

1. Der neue Kardinal wurde in Boto (Kongo) von einem Kapuzinerpater aus Bel-

    gien getauft. (1960) Dieser hiess P. Fridolin und ist im Kongo begraben.

 

2. Der neue Kardinal "Fridolin" hat das Grab seines Taufpriesters Pater Fridolin

   besucht, als er zum Bischof gewählt wurde.

 

3. DIe mögliche These, dass unser Näfelser Kapuzinermissionar P. Fridolin Fischli

   Taufpater gewesen sein könnte, ist widerlegt; denn er war in Tansania tätig,

   nicht im Kongo und er kam altershalber in die Schweiz zurück und verstarb im Wesemlin Luzern.

 

Als neuen Hinweis bin ich auf die "Geschichte der belgischen Kapuzinermission im Congo" gestossen. Zu deren Hundertjahrjubiläum ist ein Buch erschienen:

 

Ein Boot der Evangelisierung.

Hundert Jahre im Kongo 1910-2010

Standort der Minor Capucin Brothers des Congo Ordre Saint François d'Assise

 

 

ANTWERPEN, Belgien  

Es ist bereits hundert Jahre her, dass das Evangelisationsboot des Kongo an der afrikanischen Küste anlegte. Die Feier des Jubiläums der Ankunft der flämischen Kapuziner-Missionare im Kongo fiel mit dem Fest des Heiligen Franziskus zusammen.

Das 100-jährige Jubiläum der Evangelisierung ist auch das 100-jährige Jubiläum der Ausweitung des franziskanischen Charismas der Kapuziner im Kongo. Die Eröffnungsmesse wurde in der Kathedrale von Antwerpen von Mgr. Juan Bonny, Erzbischof von Antwerpen, gefeiert. Nach der Messe teilten die Gäste symbolisch ein Brüderlichkeitsessen am Rande eines Bootes auf der Schelde, von wo aus die ersten 6 flämischen Missionare abreisten. Es war auch Anlass für die Präsentation des hundertjährigen Buches: "Hundert Jahre Kapuzinerkresse im Kongo 1910-2010". Geschrieben in 4 Sprachen (Niederländisch, Französisch, Italienisch, Lingala), unter der Leitung von fr. Kamiel Teuns; dieses Buch zeichnet den Verlauf der missionarischen Evangelisierung durch die belgischen und italienischen Kapuziner bis zur Gründung der allgemeinen Vizeprovinz Kongo nach.

 

Die Kapuziner haben nicht nur den Orden im Kongo gegründet, sondern auch Missionen geschaffen, einen örtlichen Klerus ausgebildet und durch Entwicklungsprojekte, Bildung, Gesundheit und schriftliches Schreiben zur Entwicklung der Völker beigetragen Sie förderten auch die Ausbildung von Katecheten, die Übersetzung der Bibel in einheimische Sprachen und führten einen richtigen Ritus in der Liturgie ein (zairischer Ritus).

 

Nach mehreren Versuchen begann die Ausbildung indigener Brüder erst 1977. 1994 wurde die Vizeprovinz des Kongo gegründet, die derzeit mehr als 70 Brüder hat, darunter 2 Belgier und 2 Italiener.

 

Das 100-jährige Bestehen wird in allen Pfarreien der Diözese Molegbe (nordwestlich der Demokratischen Republik Kongo) gefeiert, in denen die ersten Missionare, die von einer flämischen Hartnäckigkeit belebt wurden, Kriegen, Krankheiten, Schlangen, Gefängnissen trotzten… und manchmal liessen sie ihr Leben dort, damit sie das Charisma des Heiligen Franziskus leben konnte und eine junge Ortskirche mit Bischöfen, Priestern, religiösen Männern und Ordensfrauen geboren wurde. Neben Mgr. Juan Bonny waren fünf weitere Bischöfe anwesend, darunter der erste kongolesische Kapuzinerbischof, Mgr. Fridolin Ambongo Besungu, und zwanzig Priester, darunter der Vizeprovinzminister des Kongo, fr. Jean-Bertin Nadonye, der flämische Belgier, fr. Adri Geerts, Provinz Salerno, fr. Carmine Apicella und Bruder François Kazongo, der erste kongolesische Kapuziner, der 50 Jahre religiöses Leben feiert.

 

Eine kleine Geschichte

Erst am 10. März 1910 akzeptierte Pater Symphorien in Übereinstimmung mit seiner Definition die Ubangi endgültig als Missionsgebiet der belgischen Kapuziner. Infolgedessen begann im April 1910 ein neues Abenteuer für die sechs religiösen "Missionare", die nach der feierlichen Abschiedszeremonie, die am 8. September 1910 in der Kapuzinerkirche in Antwerpen stattfand.

 

Die Missionare fuhren zwei Tage später vom Hafen von Antwerpen mit dem Boot "Bruxellesville" los. Diese Reise dauerte 67 Tage. Sie erreichten am 29. September den Kongo. In Matadi nahmen sie den Zug nach Léopoldville (Kinshasa), von wo aus sie sich auf ein Boot begaben, das sie zur Mündung des Ubangi führte. Sie erreichten Ubangi am 11. November. An Bord des Schiffes "Deliverance VI" fuhren sie dann nach Libenge und von dort nach Zongo. Sie kamen erst am 1. Dezember 1910 in Banzyville (Mobay-Mbongo) an.

 

Es gab vier Priester: Fulgence Carnonckel de Grammont als Vorgesetzter, Libérat Maas de Turnhout, Baziel Tanghe de Brügge, Ferdinand Peeters d'Anvers; und zwei nichtklerikale Brüder: Humilis Ceulemans aus 's-Gravenwezel und Armand De Lanoy aus Hooglede. Alle diese Ordensleute waren zwischen 26 und 36 Jahre alt.

 

Lassen Sie uns hier nebenbei bemerken, dass die Väter Fulgence Carnonckel und Baziel Tanghe zu den ersten vier Säulen der Diözese Molegbe gehören werden: Mgr. Fulgence Carnonckel wurde am 11. Juli 1911 zum apostolischen Präfekten ernannt; Bischof Baziel Tanghe wurde später Vikarapostol. Es folgen Mgr. G. Delcuve, apostolischer Pfarrer, und Mgr. T. Delaere, erster apostolischer Pfarrer, 1958 und dann der erste Bischof der Diözese Molegbe bis 1968.

 

Dieser Text ist entnommen aus:

 

https://sites.google.com/site/visionducongoetatdafrique/rdc-toutes-les-informations-elements-d-analyses-cartes-sites/carte/le-fleuve-congo/un-bateau-d-evangelisation?tmpl=%2Fsystem%2Fapp%2Ftemplates%2Fprint%2F&showPrintDialog=1

 

Weiterer Link, aber leider durch Fehlermeldung nicht zu öffnen


http://www.capcongo.org/joomla/curie-vice-provinciale/cent-ans-au-congo-1910-2010.html

.

 

Zur Erinnerung

Fridolin Kardinal Ambongo Besungu

 

1960 24. Januar        Geboren           Diözese Moleghe, Provinz Nord-Ubangi, Kongo

1980 11.  November  Eintritt              Kapuzinerorden OFMCap

1981                                                   Erste Profess        

1987   4. Oktober                               Ewige Profess

1988  14. August       Priesterweihe   

                                                          Studium: Kinshasa Philosophie und Theologie

                                                          Studium: Rom Alphonsische Akademie Moraltheologie

                                                         

                                                          Pfarrer, Professor, Ordensoberer, Vizeprovinzial der

                                                          kongolesischen Kapuzinerprovinz, Vorsitzender der

                                                          ASUMA (Verband der Ordensoberen des Kongo) und

                                                          Vorsitzender der CONCAU (Regionale Zusammen-

                                                          schlüsse der Kapuziner in Afirka), Vorsitzender des

                                                          Komitees "Cri du Pauvre in Rom"

 

2004 22. November  Ernennung       Bokungu-Ikela, Provinz Equadeur

                                  zum Bischof

 

2005  6. März           Bischofsweihe  durch Erzbischof von Mbandka-Bikoro Joseph Kumu-

                                                          ondala Mbinba

                                                          Mitkonsekratoren:

                                                          Erzbischof Giovanni d'Aniello, apostolischer Nuntius                                                               Erzbischof Frédéric  Kardinal Etsou-Nzabi-Bamnuwab                                                             Kinshasa

2008 30. Oktober     Administrator    Bistum Kole

2015   9. August      Beendet            Bistum Kole

2016   5. März         Administrator    Erzbistum Mbandaka-Bikoro  sede plena

2016  12. Nov.         Administrator    Erzbistum Mbandaka-Bikoro  sede  vacante

                                Ernennung    

                                zum

                                Erzbischof        Erzbischof Mbandaka-Bikoro

2016  11. Dez.         Erzbischofs-

                                weihe                

2018   6. Febr.        Ernennung        Coadjutor Erzbischof Kinshasa

2018 27. Febr         Admnistrator     Bistum Mbandaka-Bikoro

2018   6. März        Beendet

2018 11. März        Bischofsweihe   Coadjutor Erzbischof Kinshasa

2018   1. Nov.         Ernennung        Erzbischof von Kinshasa

2018 25. Nov,         Bischofsweihe   Erzbischof von Kinshasa

2019   5. Okt.         Ernennung         zum Kardinal

2019   5. Okt.         Ernennung         zum Kardinalpriester von San Gabrielea Arcangelo

                                                         al' Aqua Traversa

2019  26. Januar   Beendet             Administrator Mbandaka-Bikoro

2020  21. Febr.      Ernennung        zum Mitglied der Kongregation für die Institute geweih- 

                                                        ten Lebens und für die Gesellschaften apostolischen

                                                        Lebens

 

Quellen:

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Fridolin_Amborgo_Besungu&oldid=198961761

 

https//www.catholic-hierarchy.org/bishop/bbesu.html

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Fridolin_Ambongo_Besungu

                        

https://www.vaticannews.va/en/africa/news/2019-10/fridolin-cardinal-ambongo-besungu-o-f-m-cap-bringing-together.html

 

 http://cardinals.fiu.edu/bios2019.htm

  


Pfingstmontag, 1. Juni 2020

Trouvaille

 

Eine Fridolinsdarstellung aus Irland


Diese Darstellung des Sant Fridli ist der irischen Schrift "The Capuchin Annual 1960" entnommen. Sie sei hier festgehalten. Sie stammt vom irischen Künstler Richard J. King. (1907-1974). Geboren in Castlebar Irland. Studium Metropolitian School of Art, weilte wegen Tuberkulose in den dreissiger Jahren in der Schweiz, schuf bekannte Glasmalereien, zeichnete mehrere irische Postmarken und malte Bilder von irischen Heiligen zu den entsprechenden Kurzbiografien.

Der irische Künstler stellt den Heiligen Fridolin als Glaubensboten dar, zeigt die Schweizerfahne, legt die Bischofsmütze bei und zeichnet den Rhein mit der Säckinger Insel.

 

Hier in Originalsprache die zitierte Vita des Sant Fridli aus irischer Sicht der Kapuziner.

 

Saint Fridolin

 

On the heraldic arms of the Canton of  Glarus in Switzerland is emblazoned the figure of an Irishman, and the old coinage of the district showed his head. Thus did Glarus remember the Irish Saint Fridolin, whose years of wanderings carned for him the title, Fridolin, The Traveller. The early accounts of him fix his era in various centuries from the fourth to the seventh. Canon John O’Hanlon, that painstocking hagiorapher, assings him to the days of Clovis III in France, who reigned in the seventh century. France saw most of the saint’s work of evangelising.

 

 

Before Fridolin, or Fridhold, another rendering, left Ireland, he was a renowned preacher among his own people. That he was of noble birth an good education ist mentioned by his biographers. They tell of his study of Plato and Phytagoras, and of an intensive course in the Sacred Scriptures. He became a priest and went about preaching with great succes, probably in the west of Ireland.

 

 

Honour from princes and poeple met him, wherever he went, and great fruit accrued to his preaching. But he resolved to leave it all and go to France to preach the world of God there. The crowds followed him to the place of departure, perhaps near the mouth of the Shannon, and amid scenes of great grief on the part of the people around him, he set sail for France with, most likely, some companions.

 

 

The voyage led him evidently to the west coast of France, for the first French city associated with his name is the city of Saint Hilary, Poitiers, in the district of Poitou. While in Poitiers he seems to have been infused with a remarkable devotion to Saint Hilary. At first he stayed at the great monastery as a pilgrim, but later testimony to Fridolin that he, a foreigner, was in duc course selected by the monks of Saint Hilary’s to govern the monastery. The relics of Saint Hilary had not then been discovered and Fridolin devoted his hours of prayer and mortification and penance to supplicate God to lead him to discover the holy founder’s remains. The books say that Saint Hilary appeared to him and revealed where they were buried. We are not surprised to read that our saint increased his prayers and penances in thanksgiving for the relevation. H sought the permission oft he bishop to translate the relics of the patron to a place of honour in the sanctuary of the great monastery. The bishop and he journeyed to King Clovis to acquaint him of their disovery. Fridolin preached at his court and converted many pagan nobles. The king made lavish contribution towards the restoration of the monastery and the ceremonies of the translation.

 

 

Fridolin seems to have many visions of Saint Hilary during his stay at Poitiers, and in one he is said to have been instructed to seek an island in the river Rhine and to chose it as his permanent home. Our saint set out as a pilgrim again with few companions and took with him some relics of Saint Hilary. They journeyed east in the direction of the great German river. As they went, Fridolin preached to the people, and was often detained by them. On these occasions he founded monasteries in honour of Saint Hilary in places in Alsace and Loraine; Metz, Bourgonge an the island of Helera on the Moselle being some of the sites mentioned.

 

 

Finally he came to an uninhabited island on the Rhine called Säckingen, an recognised it as the place where his wanderings should end. The poeple on the banks of the river who grazed their cattle on the island, took Fridolin and his companions for cattle thieves. They drove them from the island and Fridolin had to find the prince oft he privince and get from him a kind of title deed to the island. This was respected by his attackers. In time they recognised him for a man of God. They came to hear him preach, helped him to build his monastery in honour of Saint Hilary and accepted him with reverence, Säckingen, north west of the town we now know as Basle, became the centre of a campaign of evangelical work by Fridolin, and his monks, which was directed principally thoughout Glarus, the Swiss Canton, that lies directly south of Badan, where Saint Kilian laboured a shot time before. Fridolin founded monasteries during these yars of evangelization.

 

 

A celebrated school for young boys flourished in Säckingen; founded, it is thought, by Saint Fridolin. We read that his gentleness principaly attracted the boys to him and that he encourgaged the pupils in games and in sport.

 

 

After a long life of work für God and years of arduous travel, he gave up his soul to his Divine Master at Säckingen on 6 March. Of the year we have no indication. Many miracles were said to have been worked at his grave, and an active devotion to him lasted in the territory for centuries.

 

 

As late as 1637 his sacred bones, found enshrouded in costly materials, were exposed für the veneration of the faithful. He and Saint Hilary are the joint patrons of Säckingen. The Irish Church has his feastday on its calender for March 6.

 

 

 

Zitiert aus:

 

The Capuchin Annual 1960, Irish Capucin Provincial Archiv, Dublin 1960, Seiten 269/70 

  

Bild:

 

Saint Fridolin, painted for the capucin annual by Richard J. King. Ebd. Seite 271

 

Die vorgestellten Heiligen sind:  Aidan, Fridolin, Kilian und Laserian

 

  

http://annual.capuchinfranciscans.ie/1960/html5/index.html?page=1&noflash#. abgerufen am 31. Mai 2020

 


Pfingsten Sonntag 31. Mai 2020

 

Fridolin Kardinal Ambongo Besungu OFMCap

wurde von einem belgischen Kapuziner namens P. Fridolin in Boto getauft

Auf der Suche, wieso der Kardinal zum Namen "Fridolin" gekommen ist, ist eine weitere Info eingegangen. Angeblich wurde der Kardinal von einem P. Fridolin aus Belgien getauft. Ich werde nicht aufgeben, zu erfahren, welche weiteren Details dem ersten Kardinal "Fridolin" zu seinem Namen geführt haben. Immerhin ist ja der Sant Fridli unser Landes-, Kirchen- und Namenspatron.

Fortsetzung folgt! 

 


Samstag, 30. Mai 2020

 

P. Hesso Hösli OFMCap 

 

Der letzte lebende "Professor"

der Klosterschule Mariaburg Näfels

wird 89 Jahre alt

P. Hesso Hösli OFMCap wird heute 89 Jahre alt
P. Hesso Hösli OFMCap wird heute 89 Jahre alt

Der am 29. Mai 1931 in Netstal als jüngster Sohn von Kaufmann und Zigerfabrikant Fridolin (1888-1947) und Maria Hösli-Züger (1892-1975) geboren wurde auf den Namen Josef getauft. Er war der jüngste von fünf Knaben. Nach dem Besuch der Klosterschule Näfels und dem Weiterstudium in der Stiftsschule Disentis trat er in den Orden der Kapuziner ein (OFMCap) und erhielt den Ordensnamen P. Hesso. Er unterrichtete in den sechziger Jahren rund drei Jahre an der Klosterschule Näfels als "Professor", lehrte später im Kollegium Appenzell, wor er etwa ein Vierteljahrhundert tätig war, zuerst als Lehrer an der Realschule und nach eine kurzen Aufenthalt in Afrika am Kollegi, dem er rund 20 Jahre als Präfekt vorstand. Nach seiner Pensionierung wirkte er als Seelsorger und Spiritual. Erst mit 85 Jahren zog er sich ins Kapuzinerkloster Rapperswil zurück, wo er heute seinen 89. Geburtstag feiern konnte.

Soeben entdecke ich den präzuisierenden Kurzeintrag auf der Homepage der Kapuziner:

 

"Br. Hesso Hössli war in seinem langen Leben unter anderem Präses der Jungwacht Schweiz und unterrichtete am Gymnasium in Appenzell. Bekannt wurde er auch durch seine Batik- und Mosaik-Arbeiten. In den letzten Jahren war er Pfarrvikar in Walzenhausen so  wie Spiritual im Kloster Grimmenstein und im Kloster Maria Hilf, Altstätten."

(Übrigens war auch P. Tertullian Fischli Spiritual im Kloster Maria Hilf gewesen. Er ist ein Bruder des bekannten Malers und Kunstschaffenden Koni Fischli.)

 

P. Hesso war ein gefragter Mann und hatte eine vorzüglichen Draht zur Jugend. Pfadi. Jungwacht, Jungmannschaft Näfels. er war Mitbegründer der Jungwacht Niederurnen (mit Aldo Lombardi und Edi Bruggmann)

Übrigens war sein ältester Bruder Fridolin ebenfalls Kapuziner als P. Othmar Hösli im Kapu-zinerkloster in Zug, wo auch P. Hesso als junger Kapuziner weilte.

 

 

P. Hessi ist der letzte noch lebende Pater, der an der Klosterschule unterrichtet hatte. Die Klosterschule Mariaburg existierte von 1831-1984 und wurde wegen Nachwuchsmangel an Ordenpriestern, die hätten unterrichten können, geschlossen. Das Kapuzinerkloster selber wurde ab 1675 auf dem Burgstock geführt und 1986 an die Franziskaner Schweiz OFM abgetreten.

 

P. Hesso Hösli beim Rücktritt aus dem Rheintal als Pfarrer und Spiitual mit 85 Jahren.
P. Hesso Hösli beim Rücktritt aus dem Rheintal als Pfarrer und Spiitual mit 85 Jahren.

Ich habe selber P. Hesso nicht als "Professor" an der Klosterschule erlebt, (spätere Jahr-

gänge schwärmen immer noch von ihm) habe ihn aber später als aufgestellte, offene und sehr sympathische Persönlichkeit kennengelernt. 

In alter Klosterschülerspitzbübigkeit habe ich ihn  heute mit dem folgenden Verse über-

rascht


Lieber Hesso

 

 Ein Jährchen dauert es ja nur

von Jona-Rapperswil bis Chur

Dann bist du – nebenbei erwähnt –

ja  schon im zehnten Jahrdezehnt.

 

Und heute bei dem Sommerwetter

bist du, mein lieber Landesvetter,

man meint, es sei noch gar nicht wahr

schon gute 89 Jahr’!

 

Drum lass mich herzlich gratulieren!

Schlag wacker zu beim Jubilieren!

Du ist der letzte uns’rer Lehrer

und Muttergotteshochverehrer.

 

Und rufe an den Bruder Franz,

damit es dir dann gar und ganz,

noch – ehe jeder Feind erbleicht! –

zum Hundertsten noch sicher reicht!

 

Ergänzen muss ich aber schlicht,

dein Schüler war ich leider nicht;

wohl aber eifriger Trabant

und Karriere-Ministrant,

 

der Tortschen trug, was damals war,

und später gar als Zer’moniar.

Erst Herrgottsfrüh in Klostermessen,

Hochämter aber nicht vergessen,

 

 in Friedhof-. Freulerschen Kapellen,

tat ich jeweils die Glöcklein schellen,

und heute spricht man noch davon

Primizen auch und Prozession.

 

Beerdigungen und auch Taufen,

auch noch nach Schänis runterlaufen,

Einsiedeln, Sachseln an der «Fahrt»

nach guter alter Glarner Art.

 

Und mit mir grüssen dich, den Knaben,

vom ew’gen Himmel oben aben

dr Römi, Gisi, Sämi, Blitz

dr Habi. Geri und Sant Fritz,

der mit dem Hut dem schlappen

auf uns’rem Glarnerwappen.

 

 

 

Zuversicht, beste Gesundheit, Lebensfreude und Fröhlichkeit im Herzen

 

Fridolin

 

Postwendend kam seine Email zurück:

 

 

"Lieber Fridolin,

 

Deine Geburtstagsgratulation hat mich überrascht und hat mich amüsiert!

 

Dein  Hesso"


Dienstag, 26. Mai 2020

 

Wirtschaft zum Hirschen...

 

...nach dem Sturm!

 

Der Besitzer des Hauses "Wirtschaft Hirschen" hat das währschafte Haus an der Hauptstrasse renovieren lassen und mit drei Fahnen sehr schön geschmückt: Glarner Flagge, Schweizer Flagge und Näfelser Flagge (früheres Dorfwappen).

Nun hat schon seit geraumer Zeit der Sturm den Flaggen arg zugesetzt. Seit Wochen bietet sich nun dieses Bild. Bereits  haben sich Emails von auswärts gemeldet, in denen das Bedauern ausgedrückt wird.

Im Dorfzentrum Näfels steht das uralte Haus "Wirtschaft zum Hirschen", vis-à-vis des Dorfschulhauses und der Raiffeisenbank. Die Beflaggung ist vom Sturm arg mitgenommen und ruft dringend nach Abhilfe.

(Foto: Mo 25.5.2020 nachmittags 15:30 h)


Montag, 25. Mai 2020

 

Das waren noch Zeiten...

 

Landolt-Familien Mühle anno 1923

 

aus: Fridolin Hauser (Fridli Osterhazy) Näfelser Geschichte(n), Ein Beitrag zur Geschichte des Rautidorfes, Näfels 2005, Seite 234


Mittwoch, 20. Mai 2020

 

Der "Kreiselfridolin" wird gesucht

 

Noch bleibt einige Zeit bis zum Eingabeschluss von Idee eines Kreiselschmucks mit dem Motto "Fridolin". Die untenstehende Idee ist eine Möglichkeit. Eine vom Gemeinderat Nord zu bestimmende Jury wird eine Auslese treffen, der Gemeinderat wird definitiv beschliessen. Es ist zu hoffen, dass sich kreative Köpfe angesprochen fühlen und möglichst viele Eingaben erfolgen werden.

Vergrösserung eines Skizzenblattes (Quelle: privat)
Vergrösserung eines Skizzenblattes (Quelle: privat)

Montag, 18. Mai 2020

 

Frauenschuh - die besondere Orchidee

 

"Frauäschüäli"  sind selten geworden

 

Heute stellte mir ein lieber Freund zwei Prachtsaufnahmen von ganz besonderen "Frauenschüeli" zu. 

"Frauenschüeli"-Versammlung, ein seltenes Bild. Sie sind auf der roten Liste bedrohter Pflanzen und sind der letzten Jahrzehnten vielerorts verschwunden. Hauptgrund: Monokulturen, z.B. sehr schattige Laubwälder oder Kahlschlag. Es braucht viel Sachverstand und -Kenntnis, "Frauäschüäli" zu pflanzen. Man kann sie nicht einfach irgendwo ausgraben und im eigenen Garten anpflanzen. (Im beigefügten Sachtext wird erklärt warum.)

Dieses Prachtsstück eines dreifachen "Frauäschüälis" ist vor rund vierzig Jahren mit Sorgfalt in einem Waldstück ausgegraben worden und mit liebevoller Zuwendung und dem entsprechenden Fachwissen an einer geeigneten Stelle in einem Privatgarten angepflanzt worden. Aus ursprünglich zwei Blumen ist im Laufe von vier Jahrzehnten die oben abgebildete "Frauäschüäli"-Versammlung gediehen.

 

Botaniker bezeichnen diesen "Pflanzungserfolg" als besonders selten. Nach Auf-fassung des Orchideen-Botaniker-Clubs Bündnerland ist ein mindestens vierzig-jähriges Wachstum erforderlich, bis eine solche "Kultur" gelingt.

 

Kenner des Obersee- und Schwänditals kennen die Plätze,  wo "Frauäschüäli" gedeihen. Leider geht auch im Oberseetal der Bestand allmählich zurück.

Die obige dreifache Pflanze ist ein Wunderwerk und eine Laune der Natur, be-nötigt aber die erwähnte lange Wachstumszeit. Die Blume selber ist in Form und Farbe eine ganz besondere Orchidee.

Damit eine gewisse "Gleichstellung" in der Natur gewährleistet ist, wächst eben-falls an auserlesenen Stellen und als Namensgegensatz zum "Frauäschüäli", das kleinere, weinrote "Männertreu".

 

 Frauenschuh auf Briefmarken

 

             Österreich                             Russland                                   Lettland


Montag, 18. Mai 2020

 

Wer weiss,

wie Fridolin Kardinal Ambongo Besungu OFMCap

zum Namen "Fridolin" gekommen ist?

 

(siehe "Dies und Das" vom 14. Oktober 2019)

 

Seit letzten Oktober ist ein afrikanischer Kapuziner ins Kardinalkollegium in Rom berufen worden. Es ist der erste "Fridolin" in der Geschichte des Christentums überhaupt, den den Namen unseres Landes-, Kirchen- und Namenspatrons trägt.

Als Glarner und "Oberfridli" des Fridlibundes des Kantons Glarus (gegründet 1986 am Fridlistag) finde ich dies nicht nur bemerkswert und erfreulich, sondern frage mich, wie Ihre Eminenz Fridolin Kardinal Ambongo Besungu, aus Kinshasa,

zum Namen "Fridolin" gekommen ist. Seither hechte ich alles, was Rang und Namen hat, mit dieser Frage an. 

Bisher erhielt ich viele sympathische Antworten und Infos, aber keine Beantwortung der Frage. Ich bleibe aber hartnäckig dran.

 

Gestern erhielt ich erstmals eine Bestätigung meiner These: Da ja die Schweizer Kapuziner (und etliche aus dem Glarnerland) in Afrika als Missionare tätig waren und den Kontakt, nicht zuletzt mit Spendenaufrufen, in der Heimat pflegten, könnte es ja sein, dass über diese Schiene der Name "Fridolin" in Afrika gelandet ist.

Könnte...

Nun erhielt ich ein Relikt aus der Zeit meiner Kindheit, die diese These zwar nicht bestätigt, aber mindestens verhärtet.

Diese Karte stellte mir ein Kapuziner gestern zu, der mit dem heutigen Kardinal in Rom Theologie studiert hat. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit, dass in den vierziger, fünfziger und sechziger Jahren auch im Glarnerland sehr zahlreich solche Spenden gemacht wurden. Meine Mutter, die ein Schwäche für wohltätige

Werke hatte und spendete mehrere immer wieder solche Taufspenden in die Kapuzinermission nach Afrika. Dabei durften Spender einen Wunschnamen anbringen. Es darf angenommen werden, dass auch aus Näfels zahlreiche solcher Spenden gemacht wurden und das der Namen "Fridolin" gewiss auch auf der Wunschliste war.

Ich halte es für wahrscheinlich, aber sicher nicht für ausgeschlossen, dass auch mehrere solcher Karten meiner Mutter mit dem Vermerk "Fridolin" versehen waren.

Die Wortwahl auf der obigen Karte ist heute überholt und politisch nicht mehr korrekt, aber es ist ein Zeitdokument.

 

Im gleichen Atemzug erinnere ich an das "Nicknegerli" auf unserem Buffet, das beim Einwurf von Geldmünzen mit gefalteten Händen dankbar nickte. "Nick-negerli" sind heute verschwunden und in Museen noch erhalten. Hier ein paar Beispiele:

 

 

 

"Willst du den Heiden Hilfe schicken, So lass mich Aermsten freundlich nicken!"
"Willst du den Heiden Hilfe schicken, So lass mich Aermsten freundlich nicken!"
Diese "Nicknegerli" war im Glarnerland weit verbreitet.
Diese "Nicknegerli" war im Glarnerland weit verbreitet.

Die Missionarsbewegung hatte damals ihr Blütezeit, ist aber heute durch säkularisierte Institutionen weltweit abgelöst worden. Eine wichtige Unterstützungsaktion ist nach wie vor das "Fastenopfer". Patenschaften sind aber durch verschiedenste weltliche und kirchliche Institutionen heute noch möglich.

Bildquellen: 

https://www.wknet.ch/gs-4---1502-kolonialismus-und-imperialismus.html

und

https://www.google.com/search?q=Nicknegerli&tbm=isch&source=iu&ictx=1&fir=61Dgf4k3zD9PJM%253A%252CCC4nVyV10zXYOM%252C_&vet=1&usg=AI4_-kS4yJHd_yG61wb1NXfrqxwoDJjlUg&sa=X&ved=2ahUKEwjF6dODiL3pAhVCxhoKHWl6BtgQ9QEwAXoECAgQBg

 

 

Im Raum bleibt die Frage:

 

  • Wie kam Fridolin Kardinal Ambongo Besungu zum Namen "Fridolin" ?

 

Eine Antwort finde ich in der Nr. 2/Mai 2020 des "ITE, Das Magazin", wo Beat Baumgartner einen Beitrag über den neuen Kardinal schreibt und am Ende vermerkt:

 

"Warum Ambongo Besungu seinen Ordensnamen Fridolin wählte (Fridolin ist der Patron des Kanton Glarus und gilt als Schutzpatron der Erbschleicherei!!), wissen wir nicht, eine entsprechende Anfrage liess der vielbeschäftigte Kardinal unbeantwortet.“



Samstag, 16. Mai 2020

Trouvaille

 

Dr. Joseph Gallati, einer der Dorfärzte in Näfels

 

Das Totenbildchen ("Tootähelgäli") meines ehemaligen Nachbarn Dr. med. Joseph Gallati geriet mit heute in die Hände. Er wohnte an der Gerbi Nr. 20, im ersten Haus der langen Häuserreihe am "Hirzenplatz". Er war Sohn des einst be-kannten Lehrer Joseph Gallati, genannt "Lehrer Mops" (nach seinem kleinen Hund benannt).

 

Totenbildchen für Dr. med. Joseph Gallati-Düggeli (1895-1975)
Totenbildchen für Dr. med. Joseph Gallati-Düggeli (1895-1975)

Der Text auf der Rückseite des Totenbildchens:

 

                                             Joseph Gallati-Düggeli

                                                Dr. med.

 

                                      geboren 11. 10. 1895

                                    gestorben 14. 12. 1975

 

                                  Er liebte Gott in jedem Menschen.

 

Aus der Genealogie des Dr. med Joseph Gallati

 

Er fuhr zuerst einen grauen Fiat, dann einen weinroten Peugeot GL 356.

Er diente der Öffentlichkeit auch als Kirchenrat, Waisenrat und als Schulpräsident

Im Volksmund nannte man ihn auch "Toggter Viäregg", wohl wegen seines Wohnhauses, das erste Haus der Gerbihäuserreihe.

 

Mit seiner Frau Katharina, geborene Düggeli hatte er vier Kinder:

              

               Josef Niklaus Otto, lebte als Dr, med. dent. in Losone TI *1929

               Lothar Wolfgang Balthasar, lebte als Ing ETH in Bern *1931

               Irmgard Sybilla Katharina, lebte mit Familie in St. Antonino TI *1933

               Adrian Ludwig Hilarius, lebte als Finanzfachmann in Dornach So *1944

 

 

284-225-182-153a-133-116-99-80-62-46-34-26-22-14a-4a  Gen.14

 

Josef Gallati von und in Näfels, Dr. med. Gerbestrasse,

des Josef und der Maria Verena Schwitter No.225

* 1895 Okt.11. + 1975 Dez.14. in Uznach

 

oo  

1928 Aug.10. Katharina Düggeli von Aesch LU, des Josef und der Katharina

                       Murer * 1897 März 22. + 1974 Sept.16. in Glarus

 

 

Kirchen- und Waisenrat, Schulpräsident bis 1944

1917 und 1920 immatrikuliert an der Universität Basel.

 

1929 Nov.15.  JOSEF NIKLAUS OTTO VIDE No.364

1931 Juli 23.   LOTHAR WOLFGANG BALTHASAR VIDE No.391

1933 Juli 23.    in Näfels: IRMGARD SYBILLA KATHARINA cop. 1963 Sept.13. in

                        Wetswil a.A. mit Kaufmann René Bleueler von und in Zürich, des

                        Karl und der Rosina Brünisholz * 1935 Juni 26. in Wettingen

1944 März 22. ADRIAN LUDWIG HILARIUS VIDE No.425

 

225-182-153a-133-116-99-80-62-46-34-26-22-14a-4a  Gen.13

 

Josef Gallati von Näfels, Lehrer,

des Josef Balthasar und der Anna Katharina Hauser No.182

* 1864 Feb.8. + 1945 Juli 25. in Näfels

 

oo 

1891 Mai 9. Maria Verena Schwitter von Näfels, des Kaminfeger Fridolin Josef

                    und der Maria Magdalena Hauser No.164

                    * 1864 Feb.26. + 1948 Nov.10. in Näfels

 

1894 Apr.14.  Maria, Ehrw. Schwester in Ingenbohl, Musiklehrerin in Sacré-Coeur

                       in Estavayer + 1985 Mai 3. ledig, wohnhaft gewesen in Fribourg

1895 Okt.11.  JOSEF VIDE No.284 

1897 Aug.17.  WILHELM VIDE No.290 

1898 Okt.15.   Leo + 1914 Mai 3. in Glarus im Spital an Blinddarmentzündung,

                        er war Handelslehrling 

1900 März 5.   Walter + ... reiste nach New York ( 2 Söhne und 1 Tochter) 

1901 Apr.24.   HERMANN VIDE No.297 

1902 Apr.26.   AGNES, Damenschneiderin, Mercerie in Flawil; cop. 1941 Nov.21.

                        in Flawil mit Kfm. Joh. Karl Edelmann von Nuolen, des Joh. Gott-

                        lieb und der Maria Paulina Verena Bächtiger, * 1883 Juni 25. in

                        Flawil 

1903 Dez.18.  Karl + 1903 Dez.18.

 


Freitag, 15. Mai 2020

 

Trouvaille

 

Ida von Müller, die edle Spenderin des Idaheims

 

Bei einer zufälligen Begegnung mit einer entfernten Verwandten von Ida von Müller erhielt ich Einblick in eine einmalige Fotosammlung der "Bühl"-Familien der Müller, Schneider und Hauser. Dabei erinnerte ich mich, einem Porträt der Urenkelin von General Niklaus Franz von Bachmann (1740-1831) Ida von Müller (1835-1918).  Als Erbin des "General Bachmann Hauses" an der Letz schenkte die ledig gebliebene Ida das stattliche Haus dem Tagwen Näfels  am 10. August 1918 als Heim für arme KInder. Das Haus hiess im Volksmund "Idaheim".

Heute ist es eine Stiftung und wird als "Chinderschloss" als Asylo geführt.

Das untenstehende Bild ist entnommen aus: Hauser Fridolin (Fridli Osterhazy). Näfelser Geschichte(n), Näfels 2005, S. 264.                                                                

Ida von Müller, die edle Spenderin des "Idaheims" Näfels
Ida von Müller, die edle Spenderin des "Idaheims" Näfels

Sonntag, 10. Mai 2020 (Muttertag)

 

 Sie starb vor 25 Jahren...

 

meine liebe Mutter Maria

 

Eines meiner Lieblingsbilder meiner vor 25 Jahren verstorbenen Mutter Maria dürfte wohl gegen 75 Jahre alt sein:  ein Schnappschuss eines Gelegenheitsfotografen an der Kilbi in Näfels. Ich habe dieses Bild verwendet auf ihrer Todesanzeige und als Titelbild meines Büchleins "Sterben im Spital", einem Versuch, die letzten Lebenstage und das Sterben meiner Mutter zu analysieren und zu beschreiben.

Je grösser die Distanz zum Tod meiner Mutter wird (ihr Grabstein ist längst vom Friedhof entfernt und steht in meinem Gärtchen), desto klarer und eindrücklicher wird meine Meinung über das Glück, eine vorzügliche Mutter gehabt zu haben.  Das "Mutterbild" von damals  ist der heutigen Generation kaum mehr verständlich zu erklären. Zeiten und Umstände ändern sich ständig. Die "Familie" von damals bestand aus dem Vater als "Oberhaupt". der Mutter als Vollzeitcoach und eine Rasmete Kinder". Die Familie heute sieht Mann und Frau als gleichberechtigte Partner, der Mann weitgehend "Hausmann", die Frau, mit vorzüglicher Ausbildung berufstätig, Kinder keine oder höchsten 1-2. Erziehung ist weitgehend delegiert an Babysitter, Kinderhort, Kita, Kindergarten und Schule, möglicherweise auch an die Grosseltern.

 

Ich bin noch nach altem Modell aufgewachsen. Während den kargen Zeiten des Zweiten Weltkrieges, wo man noch mit Rationierungsmarken einkaufte, Schnüre und Packpapier für Wiederverwendung aufhob, und in eine immer bessere, komfortablere Welt hineinwuchs und keinen Grund zum Jammern habe.

 

Man pflegt gerne, vergangene Zeiten durch eine rosarote Brille zu sehen und zu verherrlichen. In der Rückschau glaube ich, kann mein hohes Lob auf meine liebe Mutter nicht hoch genug sein und realistisch ist. Wer eine so besorgte und aufopferungsvolle Mutter hat, findet die Ursache für seine glückliche Jugend und sein eigenes Wohlergehen. Ich durfte bisher ein spannendes, erfolgreiches und glückliches Leben führen und war von viel Glück begleitet. Einer der Grundlagen dazu war meine Mutter, an die ich heute besonders gern und mit Rührung zurückdenken mag.

 

Studieren Sie die nonverbalen Ausdrucksformen auf obigem Bild, und Sie werden mir glauben.

 


Donnerstag, 7. Mai 2020

 

Ein Kanton geht seinen eigenen Weg

oder

Hohelied auf unser Glarnerland

Heute ist im "doppelpunkt", "Das Schweizer Magazin für Achtsamkeit" Nr. 19 / 2020 unter dem Kapitel "Monatsserie" unser Glarnerland als "Kanton Heimlifeiss"

mit Teil 1 eine sehr schöne Visitenkarte für den "Bergkanton im Rampenlicht" er-schienen. Seiten 14-18. Autor: John Micelli. Hier das Titelbild.

 

Bereits vor ein paar Wochen ist gewissermassen ein "Vorspann" im Bildband "ferment" unter dem Motto "Wohlwollen. Wir brauchen wieder mehr davon" vom gleichen Autor erschienen. Ich habe den, dem Glarnerland wohlgesinnten John Micelli sofort per Email  um die Erlaubnis gebeten, seinen Text auf meine Homepage zu nehmen. Er auferlegte mir aber eine Sperrfrist bis heute mit dem Hinweis auf die Zeitschrift "doppelpunkt" im Mai.

Und siehe, Sankt Fridli schreitet heute auf dem Titelbild von "doppelpunkt" daher.

John Micelli sei herzlicher Dank. Mit Spannung erwarten wir den Teil 2.

 

"doppelpunkt" , "Das Schweizer Magazin für Achtsamkeit" wurde 1925 gegründet und ist bereits im 95. Jahrgang. Verleger CEO ist Fabian Egger, Redaktionsleiter: Anton Ladner.

Redaktion: Christine Schnapp, John Micelli, Florencia  Figueros. Verlag: Dornbusch Medien AG, Baden-Dättwil. Homepage: www.dornbusch.ch

 

Im Dialog gemeinsam vorwärts

 

von John Micelli

 

Glarus im Rampenlicht: Mit Wohlwollen für Konsens hat der konservative Bergkanton Lösungen erzielt, die ihn zum fortschrittlichen Vorbild in der Schweiz machen.

  

Mit mutiger und bisweilen äusserst progressiver Innenpolitik sorgt die Glarner 

Stimmbevölkerung alle paar Jahre wieder für eine Sensation. Im vergangenen Herbst zum Beispiel mit der Wahl eines Grünen in den Ständerat. Der Blick weiter zurück offenbart: Nicht immer waren Glarnerinnen und Glarner in der Vorhut 

- aber dem Fortschritt haben sie sich nie in den Weg gestellt. Und in manchen Fällen - zum Beispiel bei der Sozialgesetzgebung im 19. Jahrhundert - erbrachten sie tatsächlich Pionierleistungen. Glarus hatte das erste Fabrikgesetz (1864) und hat seit 2007 mit 16 Jahren das tiefste Stimm- und Wahlrechtsalter der Schweiz, Glarus hat auch die umfassendste Gemeindefusion des Landes hinter sich. Im Mai 2006 verwarf die Landsgemeinde den Vorschlag der Kantonsregierung - und entschied sich für eine deutlich radikalere Variante: 68 Körperschaften

(Orts-, Schul-, Fürsorge- und Ortsbürgergemeinden) vereinigten sich am 1. Januar 2011 durch den Beschluss zu den drei Einheitsgemeinden Glarus, Glarus Nord und Glarus Süd. Woher aber kommt der Mut der Glarnerinnen und Glarner, im-

mer wieder Präzedenzen zu schaffen? Liegt es an der speziellen Dynamik der traditionellen Landsgemeinde, wo im "Ring" zu Glarus die Stimmberechtigten am ersten Sonntag im Mai "raten, mindern, mehren und wählen", also kantonale Fra-gen behandeln und entscheiden? "Sicher spielt die Landsgemeinde eine Rolle", bestätigt der neugewählte grüne Ständerat Mathias Zopfi, relativiert aber gleich-

zeitig, weil auch an der Landsgemeinde die Beschlussfassungen der Bürgerinnen und Bürger meist den Empfehlungen der Regierung folge.  Und nicht immer

stehe visionäres Denken hinter den Entscheidungen, vermutet der junge Politiker. Bei der Senkung des Wahlrechtsalters 2007 sei auch Trotz im Spiel gewesen, weil ein sehr konservativer Redner im Ring über die "verantwortungslose Jugend" hergezogen sei und die Schwelle am liebsten auf 20 Jahre erhöht hätte.

 

In der Regel aber stehe hinter den Entscheidungen der Glarnerinnen und Glarner ein solider Pragmatismus, so Zopfi.

 

"Wenn hohe Berge die Sicht versperren, muss man sich darum bemühen, seinen

Horizont zu erweitern", erklärt Hermann Luchsinger, Geschäftsführer der Schabziger-Herstellerin GESKA - die letzte verbliebene Manufaktur der lokalen Spezialität von einst zehn Zigermühlen im Kanton - die Innovationsfreude  der Glarnerinnen und Glarner. Auch Zopfi bejaht die Frage, ob die Landschaft die Menschen präge. Was aber hält die Schweiz zusammen, wenn alle so viel Wert auf ihre Eigenständigkeit legen? "Dass wir wissen, dass wir nicht alle gleich sind. Und dass unser Staatssystem - der Föderalismus - es  ermöglicht, mit diesen Un-terschieden zu leben."

 

aus: "ferment" Bildband 2020, Wohlwollen, Wir brauchen wieder mehr davon",

 

ISBN 978-3-905947-10-6, herausgegeben vom Pallottiner-Verlag, Gossau, 2020, Seiten 7-10

 

"Jugend an die Macht?"

 

Unter diesem Titel ist in der gleichen Schrift eine Fortsetzung vom gleichen Autor erschienen, die sich mit dem Stimmrechtsalter 16 im Kanton Glarus befasstz.

 

Doppelpunkt, Das Schweizer Magazin für Achtsamkeit, Heft 20 / 2020, Seiten 14 bis 18.

 

In der nächsten Ausgabe:

"Bilanz zehn Jahre nach der Glarner Gemeindereform. Auch Rom wurde nicht an einem Tag erbaut"


Mittwoch, 6. Mai 2020

 

Na, also!

Die Idee aus dem Fridlbund trägt Früchte!

Gemeinderat Glarus Nord schreibt Wettbewerb aus

für einen "Fridolin"

als Kreiselschmuck Autobahnzubringer

 (siehe auch "Bild der Woche" 16. März 2020)

 

Am Fridlistag, 6. März 2020, beschloss der "Fridlitreff" (das ist eine alljährliche Zusammenkunft des Fridlibundes des Kts. Glarus), mit dem Begehren an den Regierungsrat zu gelangen, es möge auf dem neuen Kreisel des Autozubringers einen "Fridolin" als Kreiselschmuck geschaffen werden. Gewissermassen als Empfang der Autoankömmlinge von der A 3. Nach dem Durchlauf durch verschiedene Stationen der Regierung und auch im Gemeinderat Glarus Nord bewarb sich Glarus Nord für den Lead eines solchen Vorhabens.

Nunmehr - im heutigen Amtsblatt - erscheint die Ausschreibung für einen Gestaltungswettbewerb "Kreisel sucht Fridolin"!

Wir Fridlenen sind darüber hocherfreut und danken allen, die auf unser Gesuch hin so positiv reagiert haben.

WIr sind gespannt auf die Ergebnisse und freuen uns jetzt schon auf die Einweihung!

Textabschrift der obigen Ausschreibung im Amtsblatt des Kts. Glarus , 174. Jahrgang, Nr.  19, Glarus, 7. Mai 2020.

 

Gemeinde Glarus Nord

Gestaltungswettbewerb

"Kreisel sucht Fridolin"

 

Zur Gestaltung des neuen Kreisels an der Stichstrasse Näfels-Mollis wird ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben. Der Wettbewerb richtet sich an Kunstschaffende, Gestaltende sowie Designerinnen und Designer aus Glarus Nord.

 

Zielsetzung

Der Kreisel - ein Eingangstor zum Kanton - soll mit einem deutlichen Erkennungszeichen den Kanton darstellen.- Dafür wurde als zu verwendendes Objekt bzw. als Thema der Hl. Fridolin, Schutzpatron und Wappenfigur des Kantons Glarus, gewählt. Das Sujet soll auf dem Kreisel in erkennbarer Form dargestellt werden und als besonderes Merkmal den gesamten Kanton charakterisieren.

 

Preissumme

Die Preissumme für die ausgewählte Idee beträgt Fr. 4000 und ist unabhängig von den Ge-samtkosten der baulichen Umsetzung. Es werden maximal vier ausgereifte Ideen (die sämtliche Auswahlkriterien aufweisen) ausgewählt.  Die ausgewählte Idee erhält Fr. 2500. Die weiteren drei Ideen jeweils Fr. 500.

 

Voraussetzungen für die Teilnahme

Zur Teilnahme werden nur in der Gemeinde Glarus Nord lokal verankerte Kunstschaffende zugelassen.

 

Künstlerische Anforderungen an die Gestaltung

Die Sujets bzw. das Thema  "Hl. Fridolin von Säckingen" soll erkennbar auf dem Kreisel dargestellt werden. Zugelassen ist  jede Darstellungsform der Baukunst, der Bildhauerei und des Kunsthandwerks. 

 

Auswahlkriterien

-  Visualisierung des Themas

-  Originalität der Darstellung

-  Ästhetik, kultureller Bezug

-  Qualität der Präsentation

-  Ökologie und Nachhaltigkeit

-  Funktionalität

-  Technische Realisierbarkeit

-  Projektkosten

 

Verwendbare Materialien

Edelstahl, nicht rostende Legierungen, Beton, Stein, Mauerwerk, witterungsbeständige Holzarten, witterungs- und farbbeständige Kunststoffe. Die Verwendung weiterer Materialien ist vorgängig mit der Gemeinde Glarus Nord (s. Kontaktadresse) abzuklären.

 

Visualisierung

Die eingereichte Arbeit soll in einer Kurzbeschreibung - möglichst unter Einbezug der Umgebung - erläutert und visuell dargestellt werden. Zur Visualisierung können optional auch Videoclips oder animierte Formate eingereicht werden.

 

Vorgaben für die Gestaltung gemäss UVEK und dem Bundesamt für Strassen ASTRA (Auszug)

Die Gestaltung des Kreiselinnenraums soll in einem ausgewogenen Verhältnis zum Umfeld und zur angrenzenden Zonierung stehen. Reklamen und andere Ankündigungen im Sinne der Signalisationsverordnung (SSV) sind nicht erlaubt. Vorteilhaft ist ein Bezug zur Standortgemeinde oder zur Region.

 

Insbesondere und im Weiteren darf das Objekt:

- nicht aktiv leuchten, nicht blenden und sich nicht bewegen (bei Ausnahmen z.B. Objekt

  mit fliessendem Wasser, ist frühzeitig  mit den örtlichen Bewilligungsbehörden und mit

  dem ASTRA Kontakt aufzunehmen);

- keine scharfen Kanten stirnseitig im unteren Bereich (bis 2 m ab maximaler Höhe des

  Erdwalls) aufweisen;

- mit Rücksicht auf den Strassenraum und die (evtl. zentrale) Strassenbeleuchtung eine

  maximale Höhe von 8 m ab Fahrbahnniveau nicht übersteigen;

- nicht in die Böschung hineinragen;

- keine Schatten infolge der Kreiselbeleuchtung über die Mittelinsel hinauswerfen;

- nicht auf die Fahrbahn oder den Randstreifen entwässern;

- keine baulichen Elemente aufweisen, die Signalen oder Markierungen ähnlich sind, mit 

  ihnen verwechselt werden, ihre Wirkung beeinträchtigen oder sonst wie den Eindruck  

  einer strassenverkehrsrechtlichen Bedeutung erwecken können.

 

Allgemeine Empfehlungen an die Gestaltung

Die Gestaltung, z.B. eine Skulptur oder eine Bepflanzung, darf die Sicht über den Kreisel hinaus einschränken. So fahren Autos langsamer in den Kreisel hinein. Idealerweise wird die Aufmerksamkeit der Autofahrenden durch die Sichteinschränkung gefördert.  Es gilt aber zu beachten, dass die Gestaltung die Autofahrenden nicht zu sehr ablenkt. Skulpturen sollen keine scharfen Kanten oder Spitzen haben, die allfällige Unfälle verschlimmern könnten. Bewegliche Teile und blendende oder spiegelnde Flächen sind zu vermeiden.

 

Standsicherheit

Das Kunstwerk darf die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährden. Die Stand-Sicherheit (Statik) ist nachzuweisen.

 

Allgemeine Bedingungen

Das Bewertungs- und Auswahlverfahren wird von der Jury festgelegt. Die Beratungen sind nicht öffentlich. Die Entscheidung ist endgültig, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Arbeiten können ohne jegliche Begründung abgelehnt werden. Mit ihrer Anmeldung erkennen die Teilnehmenden die Wettbewerbsbedingungen an.

Teilnehmende erklären mit ihrer Anmeldung, dass sie Urheberinnen resp. Urheber der eingereichten Arbeiten im juristischen Sinne sind und keine Rechter Dritter verletzt werden. Bei Gruppenarbeiten oder der Beteiligung anderer an der kreativen Gestaltung sind zusätzliche - urheberrechtlich relevante - Personen namentlich zu benennen. Der/die Teilnehmende haftet in vollem Umfang für die Richtigkeit und Vollständigkeit der gemachten Angaben. Die Gemeinde Glarus Nord respektiert das geistige Eigentum der Künstlerinnen und Künstler und wird - ohne ihre Einwilligung oder vorgängiger Vereinbarung - die Arbeit nicht an Dritte weitergeben.

 

Anmeldung/Kontaktadresse

Digitale Anmeldungen und Unterlagen sowie weitere Fragen sind an folgende Adresse zu richten:

Gemeinde Glarus Nord, Bereich Gesundheit, Jugend und Kultur, Herr Mirko P. Slongo,

E-Mail: mirko.slongo@glarus-nord.ch, Stichwort: ,Kreisel sucht Fridolin‘.

Anmeldeschluss: 15. Juni 2020.

 

8867 Niederurnen, 6. Mai 2020                                                Gemeinderat Glarus Nord

 

 


Montag, 27. April 2020

 

Wasseramseln am Obersee

 

Koni Fischlis neueste Schnappschüsse

 

Der bereits über 40 Jahre in Altendorf wohnhafte Exil-Näfelser Koni Fischli hat mit seiner Kamera seltene Beute gemacht. Heute fotografierte er auf dem Ge-meindegebiet Näfels in zweistündiger Geduldsarbeit Wasseramseln. Koni Fischli verfügt über ungezählte Fotoaufnahmen der Fauna und Flora des Oberseetales.

Aus meinen ungezählten Obersee-Rundspaziergängen sind mir Wasseramseln in bester Erinnerung. Sie seien hier als hervorragende Aufnahmen festgehalten.

Die Wasseramsel war "Vogel des Jahres 2017".

 

Von Koni Fischli auf der Futtersuche ertappt - Wasseramsel
Von Koni Fischli auf der Futtersuche ertappt - Wasseramsel

Wasseramseln sind die einzigen Singvögel, die nicht nur gut schwimmen, sondern auch sehr geschickt tauchen können. Sie haben dazu auffällige Anpas-sungen ausgebildet, wie schwere, markgefüllte Knochen, kurze rundliche Flügel, mit denen sie sich unter Wasser fortbewegen, und ein festes, pelzdunenreiches Gefieder. Das Auge wird unter Wasser durch die halbtransparente Nickhaut ge-schützt und die Ohröffnung durch eine Hautfalte verdeckt. Selbst in tosende Bäche wagt sich die Wasseramsel hinein.

Quelle: https://www.vogelwarte.ch/de/home/

 

 

Wasseramsel-Steckbrief

gefunden unter

 file:///C:/Users/Fridolin%20Hauser/Downloads/VogeldesJahres2017.pdf

Zusammengestellt von Peter Jascur

 

Klasse: Vögel (Aves)

Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes)

Unterordnung: Singvögel (Passeri)

Familie: Wasseramseln (Cinclidae)

Artname deutsch: Wasseramsel (Linnaeus, 1758)

Artname französisch: Cincle plongeur

Artname italienisch: Merlo acquaiolo

Artname rätoromanisch: Merl da l'aua

Artname englisch: White-throated Dipper

 

Körpergrösse: 17-20 cm

Flügelspannweite: 25-30 cm

Gewicht: 46-84 g

 

Geschlechter: Männchen und Weibchen sind gleich gefärbt und visuell nicht unterscheidbar

 

Lebensraum: Schnellfliessende Bäche und Flüsse mit gut durchlüftetem Wasser und steiniger Sohle; ein Paar beansprucht einen Gewässerabschnitt von mindestens 500 m Länge

 

Zugverhalten: Unsere Brutvögel sind Standvögel, bleiben also meist das ganze Jahr über in ihrem Lebensraum; Wechsel in andere Brutgebiete kommen aber vor, hauptsächlich bei Jungvögeln

 

Nahrung: Sehr vielseitig; Wasserinsekten und deren Larven, Käfer, Flohkrebse, Asseln, Spinnen, Wasserschnecken, seltener kleine Fischchen und Amphibien

 

Nest: Backofenförmiger Bau in Wassernähe, in Uferböschungen, zwischen Baumwurzeln, in Mauerlöchern, unter Brücken oder in halboffenen Nistkästen

 

Gelegegrösse: 4 - 6 rahmfarbige Eier; Legebeginn oft schon im Februar Brutzeit: Ende Februar bis Mitte Juli

Brutdauer: 15-18 Tage; das Weibchen brütet und wird vom Männchen gefüttert Küken: Schlüpfen blind und nackt und werden, weil sie auf die elterliche Fürsorge angewiesen sind, als Nesthocker bezeichnet

Nestlingszeit: Die Küken werden in 19-25 Tagen flügge, können ihr Nest bei Be-drohung oder Störung aber schon früher verlassen und flüchten dann ins Wasser, wo sie sich untergetaucht eine Strecke treiben lassen

Jahresbruten: 2, selten 3

Alter: Meist 2-3 Jahre; registriertes Höchstalter 10 Jahre 7 Monate

 

Gefährdung: Derzeit nicht bedroht, aber Wasserverschmutzung, Lebensraum-zerstörung und massiver Freizeitbetrieb können zu lokalen Problemen führen

 

Feinde: Ratten, Wiesel, Marder, Falken, Sperber, Möwen

Begleitarten an Fliessgewässern: Eisvogel, Bergstelze

Bestand Schweiz: 3'000-5'000 Brutpaare

Bestand Europa: 170'00-330'000 Brutpaare

Wasseramsel bei der Futtersuche geknipst von Koni Fischli, Pfäffikon SZ
Wasseramsel bei der Futtersuche geknipst von Koni Fischli, Pfäffikon SZ

Samstag, 25. April 2020

 

In eigener Sache

 

Unser Jüngster, Urs Patrick, ist heute 48!!!

Hier seine Geburtsanzeige vor 48 Jahren!

Geburtsanzeige im A 4 Format (Familienarchiv)
Geburtsanzeige im A 4 Format (Familienarchiv)

Justament am zehnten Hochzeitstag beim Anstossen mit einem Glas Roten fuhr es meiner lieber Frau Elisabeth wie ein Blitz in den Rücken. Das war der Startschuss zur Geburt unseres Jüngsten, Urs Patrick. Er war die Komplettierung unserer Fünferbande. Ihm voraus gingen 1963 Markus A.F. und 1964 Gabriela Elisabeth (Gaby). Das gefreute Trio hübscher und tüchtiger Kinder war die Sonne in all unserer Zeit in Zug, Steinhausen, Näfels.

Alles Beste dem Geburtstagskind!


Minister Blüm referiete 2009 im Rathaus  Glarus (Foto_ Markus Hauser)
Minister Blüm referiete 2009 im Rathaus Glarus (Foto_ Markus Hauser)

Freitag, 24. April 2020

 

Minister Norbert Blüm verstorben

 

Er sprach am Landsgemeindesamstag im Rathaus

und beobachtete die Landsgemeinde 2009

 

Durch den Ratsschreiber-Stellvertreter Dr. Erich Wettstein erhielt ich die Visitenkarte des Deutschen Arbeitsministers Dr. Norbert Blüm zugesteckt: "Das wäär doch au ämall äinä für di Glaarnerisch Schtaatsbürgerlich Gsellschaft!"  Wie wahr, wie wahr. Ich musste allen Mut zusammennehmen und rief den bekannten deutschen Politiker auf seiner Privatnummer keck an. Er nahm höchstselbst ab "Blüm". Ich bot ihm an, ihn entweder an die Näfelser Fahrt oder an die Landsgemeinde einzuladen. Der unkomplizierte bekannte Bundesminister liess sich auf ein längeres Gespräch ein, vor allem über Ministrantengeschichten in der Jugend. Er entschied sich für die Landsgemeinde als Urform der Demokratie überhaupt. Noch während des Telefongesprächs war sein Besuch in Glarus abgemachte Sache.

Am 1. Mai 2009 trafen wir uns im Glarnerhof zum Abendessen. Minister Blüm, seine Gattin Marita und meine Wenigkeit fanden schnell ins Gespräch, weil er nicht nur ein sehr zugäng-licher und kontaktfreudiger Mann war, sondern voller Wissbegier. Am Landsgemeinde-Samstag war ein Empfang - aus Sicherheitsgründen für eine geschlossene Gesellschaft - im Landratssaal angesagt, der regen Zuspruch fand. Blüm erwies sich nicht nur als blitz-gescheiter, sehr schlagfertiger Redner, sondern auch als sehr humorvoller "ganz normaler" Mensch, der auch dort mit Anekdoten aus seiner Ministranten und Ministerzeit zu berichten wusste.

Dann mischte er sich mit seiner Frau Gemahlin unters Volk.

Am Abend war ein urgemütliches Nachtessen im Hotel Richisau, Mit von der Partie waren auch u.a. alt Landammann Stöff Stüssi, Martin Leutenegger als Schatzmeister der GSG , Vizeratsschreiber Dr. Erich Wettstein, der CEO der Glarner Kantonalbank David Becher. mit ihren Gemahlinnen. Minister Blüm war so begeistert, dass er in der Gesprächsrunde köst-liche Erinnerungen, aber auch gekonnt lustige Witze zu erzählen wusste.

 

Am Landsgemeindemorgen, beim gemeinsamen Morgenessen in "Glarnerhof" gesellte sich auch Landammann Dr. Andrea Bettiga dazu und im Freien gabs ein "Familienfoto", wobei ihm der Landammann seinen Zylinder lieh. 

Die Landsgemeinde verfolgte er vom Zaunschulhaus aus als Gast der Glarner Kan-tonalbank, an deren Landsgemeindemenu er im "Schwert" Netstal auch geladen war.

Begeistert vom Glarnerland blieb der Minister mit seiner Frau Gemahlin noch eine Woche in der Schweiz und fuhr mit seinem Opel Astra, er war auch Verwaltungsrat bei Opel, zu verschiedenen Destinationen in der Schweiz. "Komm doch mal zu mir nach Bonn!" waren seine burschikosen Abschiedsworte. Aus diesem Kontakt ist allerdings nichts geworden, weil ich doch etliche Hemmungen hatte, ein so "hohes Tier" zu besuchen.

 

Der Kontakt aber blieb. Minister Dr. Norbert  Blüm liess sich dazu bewegen, ein Grusswort zu verfassen für meine Gedenkschrift für den international bekannten Moraltheologen aus Glarus Prof. Dr. theol, Dr. med. h.c. Franz Böckle.

 

Seit einiger Zeit war der nach wie vor auch im Ruhestand sehr aktive ehemalige Minister wegen einer Blutvergiftung gelähmt und war auf einen Rollstuhl angewiesen. Gestern Donnerstag, 23. April 2020, am St. Georgstag, durfte der einstige Erste Stammesvor-sitzende der Deutschen Pfadfinderschaft St. Geog vom Leiden erlöst, sterben.

 

Die Erinnerung an den ehrenvollen Besuch von Dr. Nobert und Marita Blüm sei hier gut und gerne festgehalten.

 

Aus dem Prospekt für die Begegnung im Landratssaal:

 

 

"...Bestimmt kennen Sie den prominenten Gast aus seiner Regierungstätigkeit und seinen bis in die Gegenwart gefragten, originellen Auftritte in den Medien. Als Exklusivität können wir Ihnen eine direkte Begegnung mit dem populären Po-litiker der Bundesrepublik Deutschland ermöglichen, die wir ganz bewusst für Sie und ausgewählte Gäste in geschlossenem Rahmen, also nicht öffentlich, an-bieten.

 

Norbert Blüm ist am 21. Juli 1935 in Rüsselsheim geboren. Er absolvierte nach der Volksschule eine Lehre als Werkzeugmacher bei der Adam Opel AG, wo er beruflich bis 1957 tätig war. 1961 schloss er das Abendgymnasium in Mainz mit dem Abitur ab. Damals war er 1. Stammesvorsitzender der Deutschen Pfadfin-derschaft Sankt Georg in Rüsselsheim.  Später studierte er Philosophie, Germa-nistik, Geschichte und – bei Joseph Ratzinger, dem heutigen Papst Benedikt XVI. – Theologie. 1967 doktorierte er mit der Dissertation „Willenslehre und Sozial-lehre bei Ferdinand Tönnies“ und war daneben journalistisch tätig.

  

Ab 1950 gehörte er der CDU an und bekleidete diverse Ämter, u.a. als Bun-desvorstand, Landesvorsitzender der CDU Nordrhein-Westfalen, stellvertretender Bundesvorsitzender. 1972-1981 und 1983- 2002 war er Mitglied des Deutschen Bundestages. Am 4. Oktober 1982 wurde er von Bundeskanzler Helmut Kohl als Bundesminister in die Bundesregierung berufen. Er war der einzige Bundes-minister, der über die ganze Kanzlerschaft Kohls dem Kabinett angehörte. Seine Schwerpunkte waren der Ausbau des Sozialstaates, u.a. mit der Einführung der Pflegeversicherung. Minister Blüm exponierte sich auch international während des Golfkrieges, im Nahen Osten (Israel/Palästina). Er ist mit mehr als einem Dutzend Auszeichnungen für seine Verdienste dekoriert worden. Seine grosse Erfahrung, Originalität und Eloquenz, sein Witz und Humor lassen eine ge-nüssliche Begegnung voraussagen..."

 

Die es ja auch reichlich war!  Siehe Einladung unter "Dies und Das"

 

Erinnerungsbild aus glücklichen Tagen: Dr. Norbert und Marita Blüm
Erinnerungsbild aus glücklichen Tagen: Dr. Norbert und Marita Blüm
Begrüssung im Rathaus
Begrüssung im Rathaus
Minister Dr. Norbert Blüm spricht.
Minister Dr. Norbert Blüm spricht.
Das Ehepaar Blüm staunt am Relief im Foyer des Rathauses.
Das Ehepaar Blüm staunt am Relief im Foyer des Rathauses.
Staunen auch im Regierungsratszimmer (Fotos: Markus Hauser, Zug)
Staunen auch im Regierungsratszimmer (Fotos: Markus Hauser, Zug)