Das

 

  Bild

 

  der

 

  Woche

 

  2021

West-Portal im Konstanzer Münster:

Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden)


Sonntag, 17. Oktober 2021

 

Erste Lehrerin der Partnerstadt Bad Säckingen

im Glarnerland

 

Stefanie Eckert herzlich willkommen

 

Der Willkommgruss kommt zwar - wie die alte Fasnacht etwas hinterher - soll aber nicht minder herzlich sein! Noch vor einem Jahr telefonisch und nun dieser Tage begegnete ich der sypathischen Lehrerin auf einem Spaziergang. Sie war tätig an der Bergschule im Schwändial, die ja leider seit diesem Sommer wegen Kindermangel geschlossen ist. Sie ist aber weiterhin als Lehrerin tätig an den Schulen von Oberurnen.

Erwähnenswert ist dies, weil erstmals seit der Gründung der Partnerschaft von Näfels, heute Glarus Nord, mit der Fridolinsstadt Bad Säckingen ein kultureller Austausch dieser Art stattfindet. Seit dem 6. März 1988 sind zahlreiche Kontakte verschiedenster Art (regelmässige Teilnahme am Fridolinsfest in Bad Säckingen, von Säckingern an der Näfelser Fahrt, gegenseitige Vereinsbesuche, Schüleraustausche, Sportveranstaltungen und diverse Feste) geknüpft worden. In Bad Säckingen gibt es einen "Freundeskreis Näfels/Glarus Nord, in Näfels die "Freunde von Bad Säckingen". Erfreulich ist nun die Tatsache, dass erstmals eine Bad Säckingerin den Weg ins Glarnerland gefunden hat und als Pädagogin hier wirkt.

Der Anlass sei mit einem Schnappschuss festgehalten:

Stefanie Eckert ist die erste Bad Säckingerin, die im Glarnerland als Lehrerin tätig ist.

Vorerst mit einem Teilpensum an der Bergschule Schwändital, nunmehr an den Schulen in Oberurnen. Ein rückwirkendes herzliches Willkomm sei nachgereicht. Sie hat sich bereits gut eingelebt. Liebe Stefanie, wir wünschen dir weiterhin viel erfolg und hoffen, dass du dich im Glarnerland wohlfühlst und unseren Schulen lange erhalten bleibst.


BIld aus: 25 Jahre Freunde der Geschichte von Näfels, ALbert Müller: Landschreiber Fridolin Landolt Seiten  14-25.
BIld aus: 25 Jahre Freunde der Geschichte von Näfels, ALbert Müller: Landschreiber Fridolin Landolt Seiten 14-25.

Freitag, 15. Oktober 2021

 

Trouvaille, gefunden unter Wikipedia

 

 

Fridolin Josef Landolt 

 

Eine Gallionsfigur bei den Verfassungskämpfen um 1835 

 

(* 28. Juli 1806 in Näfels; † 24. Februar 1880 ebenda) 

Familie

Fridolin Josef Landolt entstammte dem alten Glarner Geschlecht der Landolt[1] und war der Sohn von Kaspar Fridolin Landolt (* 9. März 1777 in Näfels; † 26. Januar 1863 ebenda)[2], Hafner, Löwenwirt, Schatzvogt, Ratsherr und Richter und dessen Ehefrau Maria Anna Barbara (* 30. Mai 1781 in Näfels; † 11. November 1842 ebenda), Tochter von Fridolin Jo-sef Grüniger (1750–1819); er hatte noch drei Geschwister, zu denen auch der Geistliche Justus Landolt (* 9. April 1815 in Näfels; † 15. November 1883 in Einsiedeln)[3] zählte.

Seit dem 16. Januar 1832 war er mit Anna Magdalena Susanna (* 16. Januar 1808 in Näfels; † 16. Januar 1856 ebenda), Tochter des Leutnants Jodocus Fridolin Fischli (1771–1826), verheiratet; gemeinsam hatten sie zwei Kinder.

 

Werdegang

Von 1827 bis 1836 war Fridolin Josef Landolt der Landschreiber (Kanzleileiter) von katho-lisch Glarus; 1830 wurde er überdies Tagwenschreiber von Näfels. Darauf war er von 1835 bis 1837 als Appellationsrichter tätig. Er opponierte von 1836 bis 1837 in den Verfas-sungskämpfen[4] gegen die Beseitigung der konfessionellen Landesteilung und die Einf-ührung der liberalen Verfassung[5]. Als es 1837 in Näfels zu einer Revolte kam, wurde er verhaftet und im Strafverfahren von 1838 mit einer Geldbusse belegt.

 

In der Zeit von 1837 bis 1844 sowie von 1851 bis 1857 war er Gemeindeschreiber, Ver-mittler und Mitglied der Armenpflege; 1844 wurde er, als in den Jahren von 1842 bis 1849 das Hypothekarwesen bereinigt wurde[6], in die Pfandrevisionskommission des Kanton Glarus gewählt. Von 1845 bis 1848 war er auch als Waisenvogt (Vorsteher der Waisen-behörde) tätig. 1857 wurde er zweiter Landschreiber und blieb bis 1878 in diesem Amt.

 

Literatur

 

Veronika Feller-Vest: Fridolin Josef Landolt. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

 

 

Einzelnachweise

1.    ↑ Hans Laupper, Hans Rudolf Stauffacher: Landolt. In: Historisches Lexikon der

          Schweiz. 14. November 2007, abgerufen am 15. Oktober 2021.

2.    ↑ Family tree of Kaspar Fridolin Josef Landolt. Abgerufen am 15. Oktober

          2021 (englisch).

3.    ↑ Hans Laupper: Justus Landolt. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 19. November

          2007, abgerufen am 15. Oktober 2021.

4.    ↑ Fridolin Druck und Medien – Die Glarner Verfassungsrevolution von 1836. Abgerufen

          am 15. Oktober 2021.

5.    ↑ Verfassung des Kantons Glarus (1836). Abgerufen am 15. Oktober 2021.

 6.   ↑ Urteil vom 20. Dezember 2012. Kanton Glarus – Kantonsgericht, abgerufen am

          15. Oktober 2021.

      


Montag, 11. Oktober 2021

 

Man wird nur einmal 100 Jahre alt!

 

Hedy Knüsel-Hauser im Geburtstagsjubel

 

In erstaunlicher Rüstigkeit, zwar etwas hörbehindert, aber geistig fit und wie die meisten aus der Linie "vu ds Bossäliinis" hochbetagt, konnte Hedwig Knüsel-Hauser ihren 100. Geburtstag feiern. Heute schrieb mir Hedy mit folgender wohl-gelungener Karte zurück und liess es sich nicht nehmen, sogar handschriftlich zu danken.

Hedy ist die älteste Tochter von Fotograf und Kunstmaler Konrad Hauser-Feld-mann-Landolt, Herrenweg, unter dem Fahrtsplatz. Siehe auch Genealogie weiter unten.

 

Dübendorf, 4. Oktober 2021

 

Lieber Fridolin

Alte Freunde wieder zu entdecken: das hatte mich schon immer gefreut. Darum und weil es auch eine Freude macht, und Du dies auch verstehst, darf ich dir so eine  Karte senden?

Hier siehst Du ja, den letzten "Abschnitt", von meinem Hier-Aufenthalt, Ach, es mir auch nicht ganz gleichgültig, (d.h. ziemlich wichtig) wie es meinen wirklichen Freunden u. Ver-wandten im "Jenseits", wohl geht. Bitte mach Dich mir einmal bemerkbar !!!

Adresse und Telefonieren in Beilage:

Ganz liebe Grüsse.

Eine etwas verkannte alte Bekannte-Verwandte!

Die                 "              "     "                                 Hedi

 

100100100100100100100100100100100100100100100100100100100100100100100100

               

Josef Hauser von Näfels, Malermeister, auch Kunstmaler, Photograph, Herrenweg 31,

des Konrad und der Sophia Stengele No.267

* 1894 März 29. + 1988 Mai 15. wohnhaft gewesen in Näfels

oo

I. 1918 Apr.13. Hedwig Feldmann von Näfels,

des Fridolin Casimir und der Maria Landolt No.134

* 1896 Sept.16. + 1932 Okt.12.

oo

II. 1933 Jan.27. Elisabeth Landolt von Näfels,

des Johann No.377 und der Maria Magdalena Landolt No.269

* 1911 Nov.12. + 2002 Juli 4. wohnhaft gewesen in Näfels.

 

1918 Dez.1.   Tochter + vor der Anzeige

1920 Jan.29.  Tochter tot geboren

1921 Feb.2.   in Näfels: MARIA HEDWIG cop. 1947 Okt.25. in Dübendorf mit Landwirt Johann Anton Knüsel von Meierskappel, in Dübendorf, des Johann und der Sophie Lustenberger, * 1922 Jan.16. in Ebikon

1923 Jan.5.   KONRAD JOSEF VIDE No.464

1925 Nov.22.  ROSA MARIA CÄCILIA cop. 1951 Apr.30. in Luzern mit Stadtpolizist Josef Anton Furrer von und in Luzern, des Josef Kaspar und der Agatha Louise Sturm,* 1925 Sept.26. in Malters

1927 Okt.31.  Sohn tot geboren

1933 Dez.23.  in Näfels: MARIA MAGDALENA cop. 1954 Mai 29. in Uster mit Werkzeug-macher Jakob Engelbert Bühler von Bütschwil SG, in Uster, des Josef Albert und der Maria Josefa Bernet, * 1925 Mai 3. in Uster

1934 Nov.24.  MARKUS JOSEF VIDE No.530

1936 Nov.4.   in Näfels: LUCIA OTTILIA cop. 1957 Mai 31. in Luzern mit Photograph Friedrich Portmann von und in Luzern, des Niklaus und der Bertha Anna Brun, * 1933 Mai 21. in Luzern

1937 Nov.22.  JOSEF ULRICH VIDE No.522

1942 Nov.13.  MARIA ELISABETH cop. 1960 Jan.23. in Ennenda mit Bauspengler Rolf Karl Bühlmann von Hemberg, des Joh. Jakob und der Anna Jenny No.3 Ennenda * 1939 Nov.4. in Ennenda

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Direkter Lebenslauf

 

Hedwig Knüsel-Hauser *2. Februar 1921

 

  Josef Hauser-Feldmann-Landolt, Kunstmaler, Fotograf  1894-1988

 

    Konrad Hauser-Stengeli, Lehrer, 1857-1931

 

      Heinrich Fridolin Hauser-Müller, Handelsmann, Drucker 1827-1899

 

        Melchior Anton Hauser-Gallati, Holzer, Feldarbeiter 1796-1880

 

           Balthasar Fridolin Anton Hauser-Leu, Weber, 1763-1838

 

             Heinrich Fridolin Hauser-Aebli-Schwitter, 1710-1782

 

                Hans Heinrich Hauser-Luchsinger, Zimmermann 1668-1722

 

 

                  Heinrich Hauser-Burlet, beim Bach, 16…-17… Heirat 1660

 

 Begleitbrief

 

 

                                                                                               Herr

                                                                                               Fridolin Hauser

                                                                                               Gerbi 34

                                                                                               8752 Näfels

 

 

                                                                                               Dübendorf, Herbst 2021

 

 

Herbstbrief und Karte 2021 von Hedi Knüsel

 

 

Lieber Fridolin

 

Die Karte mit den Fotos vom nachgeholten Fest zu meinem 100. Geburtstag erhielten alle meine Gäste zur Erinnerung. Auch wenn Du leider nicht teilnehmen konntest. weil Du absagen musstest, oder ich wegen Covid-19 leider nicht so viele Leute einladen konnte wie ich gerne wollte, möchte ich Dich gerne mit diesem Brief überraschen.

 

Der 11, Juli 2021 war ein überaus schöner Tag für mich. Es war schön, dass doch noch so viele Leute, teilweise von weit her zusammen feiern konnten. Dies ist ja zur Zeit immer noch nicht selbstverständlich I

 

lch freue mich auch sehr an den fotographischen Eindrücken vom Tag, die meine (längst erwachsenen) Kinder unter dem folgenden Dropbox-Link gesammelt haben:

https://www.dropbox.comish/az9bzdxSb3g8b70/AADY4NJ1fedO24Sdp3lP5kTsa?dl=0

(Dieser ist auch im Mail von Hans (shknusel@qmx ch) vom 16 09 2021 zu finden. Sofern er Deine email-Adresse kennt.)

 

lch freue mich natürlich auch weiterhin über Besuche und Anrufe, diese bringen

Abwechslung in den Alltag und lassen mich mit Dir und Deinem Leben verbunden bleiben.

 

Meine neue Telefon-Nummer lautet: 044 802 84 97

Die Adresse hat auch leicht geändert (von Fällandenstr 24 auf 22)'

 

IMWIL Alters- und Spitexzentrum

Hedwig Knüsel

Fällandenstrasse 22 / C501

8600 Dübendorf

 

Liebe Grüsse   

 

 

Familienbild von circa 1869

Oben links: Urgrossvater Fridolin Hauser-Müller (1827-1899)

Oben rechts: Urgrossmuter Magdalena Hauser-Müller (1826-1899) Bossäliinis, Tochter der Magdalena Müller-Boss, Oberurnen

Mitte links: Katharina Fischli-Hauser (1865-1945), Näsi-Tiidi, Spenglerei

Mitte Mitte: Konrad Hauser-Stengele (1857-1936), der berühmte "Lehrer Konrad

Mitte rechts: Melchior Hauser-Landolt (1850-1934), Buchbindermeister, Politiker

Untern Mitte: Lineli Hauser (1864-1909)

Nicht auf dem Bild: Sohn Fridolin Hauser-Noser (1851-1898)

(Quelle: Familienarchiv Hauser)


                                                   Sonntag, 10. Oktober 2021


Donnerstag, 7. Oktober 2021

 

Das Jubiläums-Politiker-Kleeblatt

auf oder neben einer Bank

 

vgl. auch Bild der Woche vom 10. Juli 2021

Ein Zwischenhalt nach zehn Fusionsjahren im Glarnerland. Frau Landammann Marianne Lienhart und die drei Gemeindepräsidenten von Glarus Nord (Thomas Kistler), links, Glarus (Christian Marti), sitzend, Glarus Süd (This Vögeli). Sie strahlen um die Wette auf dem Gelände des Schlachtdenkmals, das 1887 wider den Willen des Landrates und Regierungsrates durchgesetzt wurde, ähnlich wie der zeitmalige Landsemeindeentscheid, mit dem wider den behördlichen Antrag und zur Verblüffung der ganzen Schweiz das Drei-Gemeinden-System beschlos-sen wurde.

 

Das BIld ist ein Pendant zum "Eröffnungsbild" beim Start der Gemeindefusion, als Landammann (Röbi Marti) und die ersten Gemeindepräsidenten Glarus Nord (Martin Laupper), Glarus (Christian Marti) und Glarus Süd (Dr. Thomas Hefti) auf dem Tödi im Wind standen. Nur Christian Marti war damals schon dabei und hat sich hier symbolisch auf die Bank gesetzt; denn er kandidiert für die nächste Legislaturperiode nicht mehr.

 

Die damaligen "Gipfelstürmer" sind auf dem harten Grund eines Schlachtfeldes gelandet, aber sinnigerweise am Ort, wo die Glarner von damals ihre Freiheit und Selbstbestimmung erkämpft und die Grundlage unserer Landsgemeinde-Demo-kratie geschaffen hatten.  Ebenso verkörpern die vier Persönlichkeiten auf der Jubiläumsbank auch unsere Konkordanz-Demokratie und repräsentieren die vier grössten politischen Parteien: v.l.n.r. SP, FDP, SVP und Die Mitte.

(Foto: Kantonale Verwaltung)


Mittwoch, 6. Oktober 2021

 

Unerwarteter Tod eines liebenswürdigen Näfelser

 

Peter Anastasius Müller-Ochsner

 

Es gibt unerklärliche Momente im Leben. Ich war wohl das erste Nicht-Familien-Mitglied, der Peter Müller im offenen Sarg sah, als er in die Friedhofkapelle getra-gen und in den Sarkophag mit dem Sichtfenster gebettet wurde, da ich zufällig durch den Friedhof und an der Kapelle vorbeiging. Noch am Donnerstag begeg-nete ich ihm vor dem Festzelt auf dem Turnhallenplatz, als viele Menschen auf die Alpabzüge aus dem Obersee- und Schwändital warteten. Alpabzug sind Heimkehr vom Alpsommer in der hehren Bergwelt. Dann erfuhr ich, dass die Militärschützen im Bergrestaurant Äschen ihr letzte Versammlung abhielten, weil der traditionelle Verein, in dem Peter viel Ehrgeiz und Kameradschaft erlebte hat-te, ein Schlussessen und die Vereinsauflösung feierten. Peter war mit von der Partie, fröhlich und aufgestellt wie man ihn kannte. Nach seiner Heimkehr, bereits in seiner Wohnung, brach er plötzlich zusammen und war auf der Stelle verstor-ben. Seine liebe Ehefrau, die mit ihm in diesem Jahr das Goldene Ehejubiläum feiern konnte, wurde jäh mit der schrecklichen Wirklichkeit konfrontiert.

 

Heute ist die traurige Nachricht als Todesanzeige in der Presse kundgetan wor-en.

Siehe Lebenslauf von Dr. Thomas Müller, Sohn von Peter unter "Dies und Das" vom 9. Otkober 2021

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Wir können Tränen vergissen

darüber. dass du gegangen bist,

und wir können lächeln,

weil du gelebt hast.

 

TODESANZEIGE

 

In Liebe nehmen wir Abschied von unserem geliebten Ehemann, Papi, Grossdädi und Schwiegervater

 

PETER ANASTASIUS MÜLLER-OCHSNER

 

28. März 1944 bis 3. Oktober 2021

 

Mit aussergewöhnlicher Liebe und Fröhlichkeit hast du unser Leben begleitet.

 

                Mathilde Müller-Ochsner

                                Thomas und Mirjam Müller-Dvorak

                                                       mit Ronja und Samuel

                                                     Petra und Mathias 

                                                       mit Kilian und Nuria

 

Traueradresse:

Mathilde Müller-Ochsner

Speerstrasse 2

8752 Näfels

 

Die Trauerfeier findet am Samstag, 9. Oktober 2021 um 11 Uhr in der katholi-schen Kirche St. Hilarius in Näfels statt. Besammlung bei der Kapelle. Für die Trauerfeier gilt eine Zertifikationspflicht.

Es werden keine Leidzirkulare versandt.

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Hintergrundbild: Wiggis, Rauti, Bärenstich - die Bergkulisse gegen Abend


Dienstag, 5. Oktober 2021

 

Ramona Helbling-Fischli verstorben

 

Eine liebe Schulkollegin in der gleichen Schulklasse

 

Hermann Bühler-Hauser führte die 3. und 4. Primarklasse. In der vierten Klasse waren lauter Mädchen, in der 3. Klasse wir Buben. Ramona war eine stille, sanfte Schülerin, die wir alle wegen ihre Art und Ausstrahlung gerne hatten. Ihr Ehe-mann Walter Helbling hat mir die Todesanzeige und ein Porträt zu Verfügung ge-stellt, damit ich sie hier etwas verewigen darf. Mit stillem Gruss!

 


Dienstag, 5. Oktober 2021

 

Trouvaille

 

Vorstandsausflug

der Freunde der Geschichte von Näfels

Erinnerungsbild: Werner Hauser-Felber schoss dieses Bild im Diemtigtal vor viel-en Jahren. Der Vorstand der Freunde der Geschichte von Näfels reiste ins Ber-ner Oberland. Ein Prachtstag mit viel Fröhlichkeit und Wissenswertem. Wir waren zu Gast bei Raphaela Staub-Felber, die dort wohnt. Der ortsansässige Pfarrer führte durch das kleine Dorf und zeigte uns eine uralte Bäckerei.

 

V.l.n.r. Albert Müller, Gründerpräsident der FGN, Fritz Müller-Hauser, Lehrer und rühriger langjähriger Präsident des Samaritervereins, Domherr, Dekan und Kaplan Jakob Fäh, Aktuar und Herausgeber der "Kirchlichen Daten der Pfarrei Näfels", Heidi Hauser-Felber, Gattin von Werner, Elisabeth Hauser-Holzer, Fridolin Hauser-Holzer (Osterhazy), der ortsansässige Pastor Pfarrer Otto Nyffeler (historische Führung) und Raphaela Staub-Felber, Schwester von Heidi. 

 

Von den abgebildeten Personen sind mittlerweile verstorben:

 

Albert Müller-Müller 1917-1997, Gründerpräsident FGN

Fritz Müller-Hauser 1918-1997, Lehrer, Präs. Samariterverein, Zivilschutz etc.

Jakob Fäh 1917-2014, Domherr, Dekan und Kaplan 

Elisabeth Hauser-Holzer 1935-2012, Ehefrau von Fridolin Hauser (Osterhazy)

Werner Hauser-Felber 1929-2017, Präsident FGN, Nachfolger von Albert Müller

Otto Nyffeler, 1922-2009, Lehrer, Pfarrer, Lokalhistoriker

Grosshuus in Diemtigen BE (Archivaufnahme)
Grosshuus in Diemtigen BE (Archivaufnahme)
Offenbar war - das heutige Internat -  "Restaurant zur Wildsau" (Archivbld)
Offenbar war - das heutige Internat - "Restaurant zur Wildsau" (Archivbld)

Das letzte Kapitel abgeschlossen

 

Mit Otto Nyffeler ist ein Mann verstorben, der «sein» Diemtigtal und dessen Menschen liebte. Vom Schulmeister bildete er sich zum Pfarrer weiter, engagierte sich in diversen Ämtern und wurde auch als Autor bekannt.

 

«Otto Nyffeler auf dem Weg nach oben – so könnte man das Bild betiteln.» Das sagte der frühere, langjährige Pfarrer von Diemtigen mit einem Lächeln beim Fotoshooting zum Zeitungsbericht über seinen Umzug nach Zweisimmen. Nun hat die Aussage von damals eine definitive Bedeutung erhalten: Nicht ganz 87-jährig ist der Ehrenbürger von Diemtigen verstorben und an seiner früheren Wirkungsstätte bestattet worden. Mit «ich schlage ein neues Kapitel auf», hatte der humorvolle Senior Ende Mai seinen Einzug in die Alterswohnung an der Bolgengasse kommentiert. «Ich fühle mich wohl und erhalte oft Besuch aus dem Diemtigtal», bestätigte er dort später. «Ich lebe selbstständig, kann aber Hilfe beanspruchen, falls ich sie denn benötigen sollte.» Und sie wurde nötig – schneller als der bisher «Nimmermüde» gedacht haben mag. 

 

Lungenprobleme 

Auf den Winter hin stellten sich gesundheitliche Probleme ein. Mit seiner Absicht, «ich lasse es halt einfach gemächlicher angehen», war der zunehmenden Atemnot nicht beizukommen. Nach einem mehrtägigen Aufenthalt im Inselspital von Bern musste Otto Nyffeler zu Hause dauernd mit Sauerstoff versorgt werden. Im Kreise seiner Familie ist er dann friedlich – und im Bewusstsein, alles Nötige erledigt zu haben – eingeschlafen. Vom Lehrer zum Pfarrer: von Gondiswil kam Otto Nyffeler bereits als Statterbub ins Diemtigtal. Und später widmete er fast sein ganzes Leben den Menschen dieser Region. Ab 1951 war er während 15 Jahren Lehrer in Horboden. Er war Organist, Feuerwehrinstruktor und amtierte auch als Gemeinderatsvertreter für die Bäuert Horboden.

 

Nach dem Theologiestudium an der Uni Bern und einer fünfjährigen Amtszeit in Matten bei Interlaken wurde er Pfarrer in Diemtigen: von 1977 bis 1994 vollamtlich und bis 2004 noch als Aushilfe. Der Theologe war aber auch viele Jahre Organist. Im Range eines Majors war er zudem aktiver Kommandant in der Soldatenfürsorge des Armeestabes und war als Feldprediger bei Hochgebirgskursen unterwegs.

 

Seine Weltoffenheit bewies der Wahl-Diemtiger mit Reisen nach Israel, Afrika, USA und diversen europäische Länder. 

 

Autor und Historiker

1954 hatte sich Otto Nyffeler mit Heidi Stucki aus dem Rotbad vermählt. Der Ehe entsprossen die Kinder Daniel, Hans und Barbara. Kurz nach dem Hausbau an der Dorfmatte verstarb Ottos Frau im August 1988. Pfarrer Nyffeler blieb den Menschen als Pfarrherr nahe und engagierte sich in «seinem» Tal, wo er konnte. Er betätigte sich auch als Autor und arbeitete so am «Heimatbuch Diemtigtal» mit. Später verfasste er die «Chronik Diemtigtal», «Sagen aus dem Diemtigtal» und zwei Büchlein «Wenn die Kirchenglocken läuten». Nun sind diese Glocken ihm zum letzten Geleit erklungen. Seine hinterlassenen Aufzeichnungen enden mit «Bhüet-ech Gott!». Peter Rothacher

 

Quelle: Berner Zeitung, 18. Dezember 2009

Ofenhaus in Diemtigen, heute 240 Jahre alt (Archivbild)
Ofenhaus in Diemtigen, heute 240 Jahre alt (Archivbild)

 

Backen im bald 240 Jahre alten «Ofehuus»

Am Samstag waren die Mitglieder des «Verein Freunde des Regionalen Naturparks Diemtigtal» (VFRND) zu einem Backtag im altehrwürdigen Ofenhaus eingeladen. Verschiedenste Brote, Züpfen und auch Kuchen erfreuten mit ihrem echten Holzofenduft die kleinen und grossen Vereinsmitglieder.

 

Erbaut wurde das Ofenhaus in Diemtigen im Jahr 1781 auf Geheiss der «Obrigkeiten von Bern». Es diente lange Zeit der einheimischen Bevölkerung als gemeinsames Backhaus. Später verlor es seine Bestimmung und wurde zur Gerümpelkammer, bis es 1983, dem Zerfall nahe, renoviert wurde. 1996 wurde der Ofen durch die Kirchgemeinde Diemtigen in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und dem Kanton Bern mit neuen Schamott-steinen ausgestattet und zu neuem Leben erweckt.

Vereinsmitglied Ruedi Wenger ist langjähriger «Afüürer» im Ofenhaus, und zusammen mit seiner Frau Hedy hat er auch für den Anlass des VFRND den Ofen eingeheizt: Gut zwei Stunden dauert es, bis Tannen- oder Fichtenspälten den Ofen mit ihrer Glut auf 300 Grad erhitzt haben. Die richtige Backtemperatur wird mit einer Handvoll Mehl, das in den Ofen geworfen wird, gemessen: Wird das Mehl sofort schwarz, ist der Ofen noch zu heiss, wird es braun, dann ist sofortiges «Einschiessen» – Hineinschieben – des Backgutes ange-sagt. Pünktlichkeit ist somit oberstes Gebot, denn der Holzbackofen lässt sich nicht mit Schaltern steuern – dies wussten alle, die backen wollten, und somit konnten die vielen kleinen, grossen, runden, langen Brote und Züpfen eines nach dem anderen rechtzeitig im Ofen platziert werden.

 

Backtag soll wiederholt werden

Im kleinen Raum unterhalb des Ofenhauses durften alle bei Kuchen, Kaffee und Tee zu-sammensitzen. Christian Germann, Vereinspräsident, zeigte sich sehr erfreut, dass dieser «kulturell-kulinarische» Anlass, gerade auch bei jungen Familien, Anklang gefunden hat, und es ist vorgesehen, diesen Backtag weiterhin durchzuführen. Auf einmal ertönte der Ruf, «es isch nache», und so kletterten alle wieder die Treppe hinauf in die Backstube, um beim «Usenäh» dabei sein zu können. Welch herrlicher Duft empfing alle. Mit Freude wur-den Brote und Züpfen begutachtet, auch mal kritisch als «e chlei guet bache» – das Züpfli war etwas zu klein – beurteilt.

In einer zweiten Runde wurden mit der Restwärme Hefeschnecken und Früchtekuchen gebacken, dieweil das fertige Backgut abkühlte. Mit einem herzlichen Dank an Ruedi und Hedy Wenger für die fachkundige Betreuung und Durchführung dieses Anlasses verab-schiedeten sich die kleinen und grossen Bäcker und Bäckerinnen mit ihren feinen, frischen Backwaren. Ein Dankeschön der Vereinsmitglieder geht zudem an Christine Germann für die feinen Nussecken und Brownies, an Regula Wenger für Kaffee und Tee und an Chris-tian Germann für die tolle Idee und die Organisation des Anlasses.

 

Quelle: Jungfrauzeitung, 11. April 2018


Montag, 4. Oktober 2021

 

Spannende Nachrichten in Zeiten der Impfgesellschaft

PRESSEKONFERENZ

MONTAG, DEN 20.09.2021 AB 16 UHR LIVE-STREAM

 

TODESURSACHE NACH COVID-19-IMPFUNG

UNDEKLARIERTE BESTANDTEILE DER COVID-19-IMPFSTOFFE

 

20.09.2021 16:00   

 

Im pathologischen Institut in Reutlingen werden am Montag, den 20.09.2021, die Ergebnisse der Obduktionen von acht nach COVID-19-Impfung Verstor-benen vorgestellt. Die feingeweblichen Analysen wurden von den Pathologen Prof. Dr. Arne Burkhardt und Prof. Dr. Walter Lang durchgeführt.

 

Die Erkenntnisse bestätigen die Feststellung von Prof. Dr. Peter Schirmacher, dass bei mehr als 40 von ihm obduzierten Leichnamen, die binnen zwei Wochen nach der COVID-19-Impfung gestorben sind, circa ein Drittel kausal an der Impfung verstorben sind.

 

Im Rahmen der live gestreamten Pressekonferenz werden mikroskopische De-tails der Gewebeveränderungen gezeigt. Prof. Dr. Werner Bergholz berichtet über die aktuellen Parameter der statistischen Erfassung des Impfgeschehens.

 

Auf der Pressekonferenz wird zudem das Ergebnis der Analyse von COVID-19-Impfstoffproben einer österreichische Forschergruppe vorgestellt, das sich mit den Erkenntnissen von Wissenschaftlern aus Japan und den USA deckt.

 

Es haben sich im Impfstoff undeklarierte metallhaltige Bestandteile feststel-len lassen. Optisch fallen Impfstoffelemente durch ihre ungewöhnliche Form auf.

 

Aus den Untersuchungsergebnissen resultieren rechtliche und politische Forde-rungen, so zum Beispiel nach unverzüglicher Informationssammlung durch die Behörden, um die gesundheitliche Gefährdungslage der Bevölkerung durch die COVID-19-Impfstoffe bewerten zu können.

 

Z.B. können durch Einsichtnahme in die IVF-Register frühe Signale einge-schränkter Fruchtbarkeit der Geimpften geprüft werden. Über das Krebsregi-ster können Erkenntnisse über das Entstehen von Krebs durch die gentechni-schen Veränderungen der Virus-RNA gewonnen werden.

 

Eine Aussetzung der COVID-19-Impfungen ist zu erwägen.

 

Wissen das die Behörden?

 

 UND DIE GEGENREAKTION FOLGT SOFORT

 

30.09.2021,

 

#Faktenfuchs: "Pathologenkonferenz" beweist keine Impfschäden

 

Unter dem Stichwort "Pathologenkonferenz" werden schwerwiegende Vorwürfe verbreitet: Die Covid-Impfung habe schwere Folgen und könne zum Tod führen. Doch die Behauptungen zweier Pathologen sind methodisch und inhaltlich frag-würdig und nicht belegbar.

Auch ein Dreivierteljahr nach der ersten Covid-Impfung in Deutschland wird im-mer noch behauptet, die Impfung könne viele Menschen schwer erkranken oder gar sterben lassen. Solche falschen Narrative halten sich hartnäckig und werden von Gegnern der Impfung immer wieder verbreitet.

 

Unter dem Stichwort "Pathologenkonferenz" tauchen derzeit Behauptungen auf, die das bekannte Narrativ der Impf-Schäden mit einem angeblichen wissens-chaftlichen Anstrich versehen. Es wird erstens suggeriert, dass Impf-Neben-wirkungen häufiger als bisher bewiesen auftreten können. Zweitens wird ver-sucht, durch Obduktionen verstorbener Menschen zu beweisen, dass die Covid-Impfung zu schweren Schäden und Erkrankungen führen könne: die Rede ist von einer "überschießenden" Reaktion des Immunsystems, Schädigungen von Orga-nen und einer anormalen Reaktion von Blutkörperchen. Und drittens wird be-hauptet, dass die Impfstoffe "Fremdkörper" enthielten, die potenziell schädlich seien.

Warum die dahinter stehende Arbeitsweise wissenschaftlich nicht haltbar ist und die Aussagen irreführende Behauptungen sind, hat der #Faktenfuchs recher-chiert.

 

Wer war an der "Pathologenkonferenz" beteiligt?

An der "Pathologenkonferenz" waren zwei Gruppen beteiligt, die in der Vergang-enheit mit Falschbehauptungen zu Corona aufgefallen sind. Das Video der Kon-ferenz trägt das Logo "Stiftung Corona-Ausschuss". Diese Gruppe ist eine be-kannte Größe in der Querdenken-Bewegung und verbreitet immer wieder irre-

führende Informationen.

Die Konferenz wurde laut einer Pressemitteilung vom Verein "Anwälte für Aufklärung" übertragen. Dieser Verein gehört ebenfalls in das Spektrum der Anti-Corona-Bewegung und stellt zum Beispiel die Zahlen der Corona-Patienten auf Intensivstationen in Frage.

 

Was behaupten die Teilnehmer der "Pathologenkonferenz"?

Die Behauptungen wurden in einem öffentlichen Vortrag aufgestellt, der am Montag, 20. September, live auf der Webseite der "Pathologenkonferenz" über-tragen wurde. Ort des Vortrags, der im Internet live gestreamt wurde, war das "pathologische Institut in Reutlingen". Dabei handelt es sich nicht um ein Institut, das an eine Klinik oder an eine Forschungseinrichtung angebunden ist, sondern offenbar um eine private Einrichtung des Pathologie-Professors Arne Burkhardt. Burkhardt hat sich an der Universität Hamburg habilitiert und laut Angaben auf der Webseite seine eigene Einrichtung 18 Jahre lang geleitet.

 

Burkhardt übernimmt den Großteil des medizinischen Vortrags, neben ihm mel-det sich auch ein zweiter Pathologe, Professor Walter Lang, zu Wort. Beide sind Pathologen und Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP), wie diese Correctiv bestätigte. Walter Lang führt eine pathologische Praxis in Hannover.

 

Obduktionen mit fragwürdigen Gewebeproben

Im Vortrag stellt Burkhardt die Ergebnisse von zehn Obduktions-Auswertungen vor, die er gemeinsam mit Lang durchgeführt habe. Burkhardt und Lang präsentieren vor allem Gewebeproben aus verschiedenen Organen. Warum Burkhardt und Lang diese Auswertungen durchgeführt haben, wird nicht explizit gesagt. Die Umstände, wie sie an Daten, Gewebeproben und Organe gekommen sind, bleiben unklar. Nach eigener Aussage bekam Burkhardt diese oder ließ sie sich von anderen Stellen zuschicken, wo die zehn Verstorbenen zuvor obduziert worden waren.

Klar wird aber, dass Burkhardt und Lang bei der Obduktion nach angeblichen Folgen einer Covid-Impfung Ausschau hielten. Bei jedem der zehn Fälle, die auf der "Pathologenkonferenz" präsentiert werden, wird das Alter - alle über 50 Jahre - und der zeitliche Abstand des Todes zur Impfung aufgeführt. Die Schlussfolgerungen von Burkhardt und Lang zu diesen zehn Obduktionen stellen die beiden nicht immer trennscharf vor. Sie lassen sich jedoch zusammenfassend in drei Behauptungen unterteilen:

 

Drei (Falsch-)Behauptungen zu den Obduktionen

1) Die Covid-Impfung könne viel öfter als gedacht zu schweren Nebenwirkungen und zum Tod führen: Dies wird zwar nicht wörtlich behauptet, aber immer wieder suggeriert. Burkhardt betont zum Beispiel: Bei fünf der zehn untersuchten Fälle sei ein Zusammenhang zwischen Impfung und Tod "sehr wahrscheinlich", bei zwei Fällen "wahrscheinlich". "Es gehen uns 90 Prozent durch die Lappen", sagt Burkhardt in Bezug auf den Zusammenhang zwischen Covid-Impfung und Tod. Totenscheine ohne "verpflichtende Angaben zum Impfstatus" seien "wertlos".

 

2) Die Covid-Impfung könne schwere Schäden im menschlichen Körper und sogar den Tod herbeiführen: Burkhardt versucht, diese Behauptung durch die Ergebnisse der Obduktionen zu untermauern. Dazu zeigt Burkhardt immer wieder Gewebeproben aus den untersuchten Körpern, die Schäden an Organen zeigen sollen. Besonders häufig erwähnt Burkhardt, dass die obduzierten Personen an einer Herzmuskelentzündung vor ihrem Tod erkrankt seien. Seiner Ansicht nach sei dies auf eine heftige Reaktion des Immunsystems im Körper und einen sogenannten "Lymphozyten-Amok" nach der Impfung zurückzuführen. Diese angeblichen schweren Schäden mit "potentieller Todesfolge" bilden auch die Basis für die Behauptung bezüglich der Anzahl der Impftoten.

 

3) In den Covid-Impfstoffen seien Fremdkörper enthalten: Arne Burkhardt präsentiert Mikroskop-Aufnahmen, die Fremdkörper in den Impfstoffen zeigen sollen. Diese Fremdkörper könnten Metalle oder sogar Mikrochips sein, wurde angedeutet.

 

Aktuelle Artikel und Hintergründe zur Corona-Impfung finden Sie hier

Das "Studiendesign" genügt keinen wissenschaftlichen Ansprüchen

Einige der Behauptungen erscheinen aber allein durch das Studiendesign nicht haltbar. Der Vortrag der "Pathologenkonferenz" wirkt teilweise verwirrend, das Zustandekommen der Behauptungen bleibt manchmal unklar. Der #Faktenfuchs hat mit zwei anderen, renommierten Pathologen über die Behauptungen der "Pathologenkonferenz" gesprochen. Außerdem haben sich mittlerweile zwei Fachgesellschaften zu dem Thema geäußert. Alle sind sich einig, dass der Vor-

t-ag wissenschaftliche Standards nicht einhält.

 

Ein großer Schwachpunkt der "Pathologenkonferenz" ist die mangelhafte Methodik, der Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit, der sie nachvollziehbar und überprüfbar macht, sagen die zwei vom #Faktenfuchs befragten Experten. Arne Burkhardt und Walter Lang erklären zu keinem Zeitpunkt deutlich, was ihre Hypothese ist, nach welchen Kriterien sie ihre Daten erhoben haben und weshalb diese Daten Aussagekraft haben.

 

Seriöse Einordnung der Fälle fehlt

Burkhardt präsentiert zum Beispiel die zehn obduzierten Fälle ohne große Einordnung außer dem Alter und dem Abstand zwischen Impfung und Todesfall. "Die Auswahl der Fälle ist unklar", schreibt Professor Peter Boor, der am Institut für Pathologie der Uniklinik Aachen arbeitet, auf #Faktenfuchs-Anfrage. "Es gab keine ausreichenden klinischen Angaben, zum Beispiel zu Vorerkrankungen oder dem präfinalen Verlauf. Die Fälle wurden zum Teil laut den Autoren ohne Untersuchung von Gewebeproben aufgearbeitet, beziehungsweise es war nicht erkennbar, wie viele Proben von welchem Fall aufgearbeitet worden waren und warum. Diesem Teil des Vortrags war sehr schwer zu folgen", so B

oor.

Überhaupt sei es schlicht nicht möglich, aus einer so kleinen Fallgruppe irgendwelche Schlüsse zur Häufigkeit von Impfnebenwirkungen zu ziehen, sagt Professor Konrad Steinestel. Steinestel ist Klinischer Direktor des Instituts für Pathologie am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm. Wenn man von der Hypothese ausgehe, dass nach einer Impfung ein Krankheitsbild auftrete, das man aber noch gar nicht klar definieren könne, dann bleibe eigentlich nur eine Möglichkeit, um solche Krankheitsbilder verlässlich festzustellen, sagt Steinestel: Große Querschnitts-Studien mit "mehreren hundert Patienten oder Verstorbenen, die aus anderen Gründen obduziert waren und wo ich Kenntnis habe über den Impfstatus und auch über den Zeitpunkt der Impfung und in welchem zeitlichen Abstand und mit welchem Impfstoff".

 

Zahl der Untersuchungen müsste viel größer sein

Die Anzahl der untersuchten Fälle müsse aber sehr hoch sein, weil es wiederum "Störgrößen" gebe, die die Ergebnisse verfälschen könnten. Solche Störgrößen können etwa Vorerkrankungen sein. "Dann könnte ich retrospektiv untersuchen, ob es ein Krankheitsbild gibt, was in der Gruppe der Geimpften zum Beispiel überzufällig häufig aufgetreten ist."

Ein anderer Punkt, den Steinestel neben der zu kleinen Fallgruppe notiert hat: Der zeitliche Abstand zwischen Impfung und Todesursache liegt zwischen acht Tagen und sechs Monaten. Eine Streuung über einen solchen Zeitraum mache einen Zusammenhang schon unwahrscheinlich: "Wenn ich einen Pathomechanismus (kausal aufeinanderfolgende Kette von Körpervorgängen, d. Red.) suggeriere oder unterstelle, dann muss der irgendwo einem zeitlichen Ablauf folgen, der sich natürlich von Patient zu Patient unterscheiden kann. Aber bei der kleinen Gruppe und dieser wahnsinnigen Streuung macht es doch einen einheitlichen Effekt der Impfung schon wieder ein bisschen unwahrscheinlich."

Einen weiteren Schwachpunkt im Studiendesign sieht Steinestel bei den schon erwähnten Störgrößen. Burkhardt behauptet während des Vortrags immer wieder, er habe bei den Obduktionen Störungen des Herz-Kreislauf-Systems gefunden. Selbst wenn das richtig sei, bedeute das keinesfalls, dass die Covid-Impfung diese verursache, sagt Steinestel. Denn bei älteren Menschen in Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen in allen Auspräg-ungsformen die "häufigste Todesursache", sagt Steinestel. Die zehn obduzierten Personen waren laut "Pathologenkonferenz" alle über 50 Jahre alt. Burkhardt und Lang könnten auch einfach mehrere Gewebeproben von Senioren untersucht haben, die eines natürlichen Todes an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung gestorben seien - ohne dass die Impfung irgendetwas damit zu tun habe. "Das heißt, das Studiendesign, das hier präsentiert wurde, ist eigentlich ungeeignet, diese Fragestellung zu beantworten."

 

Daten sind "nicht wissenschaftlich fundiert"

Die Deutsche Gesellschaft für Pathologie vertritt dieselbe Position: "Wie auch von anderer Seite bereits kritisch bemerkt, sind die präsentierten Daten nicht wissenschaftlich fundiert. Der DGP ist bislang keine auffällige Korrelation von Todesfällen im Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung bekannt - wobei natürlich nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Impfung auch Komplikationen verursachen kann."

 

Was bei der Konferenz ebenfalls fehlt, aber wissenschaftliche Praxis ist, ist die Qualitäts-sicherung. Burkhardt und Lang haben obduziert, ihre Schlussfolgerungen gezogen, aber sie nicht von unabhängigen Dritten des gleichen Fachgebiets überprüfen lassen. Diesen Vorgang nennt man "Peer Review". "Ein unabhängiges Peer Review wäre wünschenswert gewesen", schreibt Peter Boor.

Zwischenfazit: In der "Pathologenkonferenz" wird nicht klar dargelegt, mit welcher Methodik die vorgestellten Schlussfolgerungen erreicht wurden. Deswegen genügen sie keinen wissenschaftlichen Standards und haben keine Aussagekraft. Die sehr geringe Anzahl an untersuchten Fällen lässt zudem keine Aussage über die Häufigkeit von Impfnebenwirkungen zu. Für einen solchen Nachweis bräuchte es Studien mit mehreren hundert Teilnehmern, sagen Experten.

 

Die Befunde der "Pathologenkonferenz" sind teilweise falsch interpretiert

Schon die statistischen Schlussfolgerungen der "Pathologenkonferenz" sind also irreführend und belegen keine Gefahren einer Covid-Impfung. Doch auch die Beoba-chtungen und Diagnosen bei den Obduktionen selbst sind teilweise falsch, sagen verschiedene Experten dem #Faktenfuchs.

 

Beispiel 1 - Herzmuskelentzündungen: In sechs von zehn obduzierten Fällen stellt Burkhardt eine angebliche "lymphozitäre Myokarditis" fest, mal stärker, mal schwächer ausgeprägt. Zu deutsch, eine Herzmuskelentzündung. Burkhardt will dies mit Gewebeschnitten aus den Organen belegen. Er präsentiert mikroskopisch vergrößerte Bilder dieser Gewebeschnitte, in denen er eine erhöhte Anzahl an Lymphozyten sieht. Lymphozyten sind eine Gruppe von Blutkörperchen und ein wichtiger Bestandteil der Immunabwehr im Körper. Bei einer Infektion des Herzmuskels - zum Beispiel durch Viren - wandern sie deswegen vermehrt in das Organ.

 

Burkhardt macht für diese angeblichen Herzmuskelentzündungen die Covid-Impfung verantwortlich. Denn bei der Impfung würden Virus-Bestandteile in das Herz gelangen. Doch die Pathologen Konrad Steinestel und Peter Boor teilen Burkhardts Befund nicht. Im Gegenteil, sagt Steinestel, er könne auf den vorgezeigten Bildern überhaupt keine Herzmuskelentzündung erkennen: "Es gibt für die Myokarditis ganz klare Diagnosekriterien." Das seien "eindeutige Ansammlungen von Entzündungszellen (Lymphozyten)" und zudem abgestorbene Herzmuskelzellen. "Die beiden Bedingungen zusammen waren in keinem Bild erfüllt. Das muss man einfach mal knallhart so sagen", sagt Steinestel.

Boor schreibt, dass das präsentierte Gewebe "zumindest in den gezeigten Ausschnitten hochwahrscheinlich nicht die diagnostischen Kriterien einer lymphozytären Myokarditis" erfülle. Steinestel verneint auch den Befund von Burkhard, dass in den Herzen eine erhöhte Anzahl an Lymphozyten zu sehen gewesen sei: "Mit den gezeigten Gewebeschnitten und den Fotografien ist es nicht belegbar."

 

Ganz abgesehen von den falschen Beobachtungen, sei die Diagnose unwissenschaftlich zustande gekommen, kritisiert Boor: "In einer wissenschaftlichen Studie hätten andere mögliche Ursachen für vermeintlich pathologische Befunde, wie zum Beispiel auch Infektionen mit Viren, die eine Myokarditis verursachen könnten, ausgeschlossen werden müssen, zum Beispiel durch Nachweis von DNA oder RNA."

 

Zwischenfazit: Auf der "Pathologenkonferenz" werden Herzmuskelentzündungen in Zusammenhang mit der Covid-Impfung gebracht. Andere Experten sehen aber überhaupt keine solche Erkrankung im gezeigten Material. Eine Verbindung zwischen Impfung und Krankheit könne man ebenfalls nicht ziehen.

 

Beispiel 2 - Lungenschädigung: Die laut Burkhardt "zweithäufigste Diagnose" bei den zehn Obduktionen ist ein "diffuser alveolärer Schaden", eine Schädigung der Lungenbläschen. Diesen Schaden bringt Burkhardt wieder in Zusammenhang mit einer angeblichen Häufung von Lymphozyten im Lungengewebe. Das Lungengewebe sei "kollabiert". Burkhardt zeigt auch Bilder von Lymphozyten-Ansammlungen in der Lunge, sogenannte Lymphfollikel. "Lymphfollikel in der Lunge gehören da eigentlich nicht hin", sagt Burkhardt. Diese Lungenschädigung sei eine "mit Sicherheit mit der Impfung verbundene Nebenwirkung".

Steinestel widerspricht der Diagnose Burkhardts erneut. Er habe auf keinem Bild dasselbe gesehen wie Burkhardt, sagt Steinestel: "Der diffuse Alveolarschaden war in keiner Probe nachweisbar. Keine, die gezeigt wurde. Da ist mir unklar, wie diese Diagnose zustande kam."

 

Die Fixierung auf die Lymphozyten kann Steinestel nicht nachvollziehen. Denn dass Lymphozyten in der Lunge auftauchen, sei nichts Besonderes: "Bei der Lunge ist es so, da haben Sie eine Grenzfläche zur Außenwelt. Das heißt, Sie werden mit Umgebungsluft in Kontakt kommen. Auch Viren, die Sie einatmen, Staubpartikel, alles mögliche, was dafür sorgen wird, dass das Immunsystem natürlich auch über die Lungenkapillaren (kleine Blutgefäße, d. Red.) Entzündungszellen ins Gewebe einwandern lässt." Deshalb werde man in den Zwischenräumen der Lunge "natürlich" Lymphozyten finden.

 

Die Lymphfollikel hat auch Steinestel gesehen. Aber die Verbindung zwischen Covid-Impfung und Lymphfollikeln sei wiederum nicht einfach so herzustellen, sagt Steinestel: Es gebe viele Erkrankungen, besonders solche, die mit Schmerzen und Funktionsstörungen des Bewegungsapparates verbunden seien, wo Lymphfollikel in der Lunge ganz normal seien. "Also auch hier ein Befund, den man beschreiben kann - der aber auf keinen Fall irgendwie pathognomonisch (eindeutig für eine Krankheit kennzeichnend, d. Red.) ist für irgendeine Art von Immunreaktion auf die Impfung oder sowas."

 

Bei den Lymphfollikeln lassen außerdem die fehlenden Informationen zu den zehn Fällen keinen gesicherten Schluss zu, sagt Steinestel: "Das führt uns zurück dazu, dass wir über diese Patienten nichts wissen. Hatte jemand von diesen Patienten je Autoimmun-erkrankungen? Haben die Medikamente genommen? Wie haben die gelebt? Haben die geraucht? Das waren alles wichtige Informationen, ohne die diese sehr diskreten Befunde kaum zu bewerten sind."

 

Zwischenfazit: Auch die vorgestellten Beobachtungen und Befunde der "Pathologen-konferenz" zu Lungenschädigungen können andere Experten nicht nachvollziehen: Lungenschädigungen seien auf dem präsentierten Material nicht erkennbar. Es fehlten zudem Vorinformationen zu den präsentierten Fällen.

 

Keine Kausalkette zwischen Covid-Impfung und den fragwürdigen Befunden

Burkhardt fasst auf der "Pathologenkonferenz" seine und Langs Beobachtungen mit dem Wort "Lymphozyten-Amok" zusammen. Die These dahinter: Nach einer Covid-Impfung komme es zu einer "überschießenden Immunreaktion". Deswegen gebe es zum Beispiel für Geimpfte die Gefahr von Autoimmunerkrankungen. Auch Organe könnten durch Lympho-zyten und Lymphfollikel geschädigt werden.

 

Steinestel und Boor können diese Thesen nicht nachvollziehen. "Diesen Begriff Lympho-zyten-Amok, den gibt es auch nicht", sagt Steinestel zu dieser Schlussfolgerung. Die These sei anhand der gezeigten Bilder nicht nachzuvollziehen, schreibt Peter Boor. Der Begriff sei weder medizinisch definiert noch hätten ihn die Autoren definiert.

 

Auch Organschäden kann Boor auf den gezeigten Fotos nicht erkennen: "In der Regel sollten die Zellen der Organe eine erkennbare akute Schädigung zeigen, wenn die Lymphozyten die Zellen so sehr angreifen, dass ein tödlicher Verlauf plausibel erscheint. Dies war auf den gezeigten Bildern nicht erkennbar."

 

Keine Kausalkette für "Lymphozyten-Amok"

Bei der Erklärung des "Lymphozyten-Amok" bleibt die Methodik wieder einmal unklar. Wenn die Covid-Impfung all diese Schäden und Tode verursacht hätten, dann müssten Burkhardt und Lang eine Kausalkette nachweisen können, sagen die Experten. Eine Spur, die von der Injektion des Impfstoffes bis zu den Schäden und den Todesfällen führt und beweist, dass der Impfstoff dafür verantwortlich ist. Das Spike-Protein, das etwa bei den mRNA-Impfungen vom Körper nachgebaut werde, könne man zum Beispiel auch bei toten Menschen mithilfe von Antikörpern "markieren" und so sichtbar machen, wo es zu finden ist, sagt Steinestel.

 

Alleine die Gewebe-Befunde trügen die Behauptung, die Impfung könne zu Autoimmun-erkrankung führen nicht. "Man hätte zumindest nachweisen müssen, dass irgendwo das Spike-Protein zu finden ist oder irgendwo ein Link zu der Impfung", sagt Steinestel. Eine ursächliche Verbindung zwischen Covid-Impfung und schweren Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen sei von Burkhardt und Lang schlicht nicht nachgewiesen worden.

 

Der Bundesverband Deutscher Pathologen sieht es genauso und teilt in einer Presse-mitteilung mit: "Der Nachweis eines kausalen Zusammenhangs zwischen Impfung und Tod ist in den vorgestellten Fällen nicht untermauert." Außerdem kritisiert der BDP die Arbeit der "Pathologenkonferenz" scharf:

 

"Der Bundesverband Deutscher Pathologen e.V. distanziert sich von derartigen Initiativen, da sie einer faktenbasierten Beantwortung komplexer Fragestellungen bei COVID-19-Impfungen entgegenwirken und nicht geeignet sind, das Vertrauen in die wissenschaftliche Methode der Obduktion zu erhöhen."

 

Kurioserweise sprechen die beiden Pathologen auf der "Pathologenkonferenz" die Limitierungen ihrer Arbeit und die fehlende Nachweiskette selbst an. Walter Lang sagt dort: "Wir können das Phänomen sehen. Aber wir müssen eben durch die weitergehenden Untersuchungen beweisen, was für ein Typ von Lymphozyten ist da. Und dann können wir schauen: Entspricht dieser Typ der Lymphozyten, der da zu sehen ist, auch dem, was die Toxizität der Spike-Proteine macht. Ist das identisch das Bild?"

 

Fremdkörper in den Impfstoffen sind ebenfalls nicht belegbar

Auf der "Pathologenkonferenz" wird weiterhin behauptet, dass sie Fremdkörper in Impfstoffen gefunden hätten. Arne Burkhardt präsentiert mikroskopisch vergrößerte Bilder, die "kastenförmige", "nadelförmige" und "fadenförmige" Elemente im Impfstoff zeigen sollen - offen bleibt, in welchem. Burkhardt unterstellt, dass dies Metalle sein könnten. Er zeigt Bilder von Lungen-Gewebeschnitten, auf denen bräunliche Stellen angeblich Fremdmaterial der Corona-Impfung darstellen sollen.

Wieder einmal werde dieser Befund methodisch nicht eingeordnet, sagt Steinestel: "Aber es ist ja gar nicht gesagt worden: Wie wurde der Impfstoff aufgetragen auf das Präparat? Wurde da ein Eindeckmedium oder eine Fixierlösung dazugegeben? Bei welcher Temperatur wurde das drauf gegeben? Wurde es vorher geschüttelt oder nicht? Das sind alles Sachen, die sind extrem wichtig. Wie lange lag das offen? Wurde sofort eingedeckt? Oder ist es luftgetrocknet?"

 

Steinestel kann auch diese Befunde der "Pathologenkonferenz" nicht nachvollziehen. Er beurteilt die gezeigten Bilder nicht als metallische Fremdkörper: "Für mich hat manches davon wirklich ausgesehen wie einfach eine Verunreinigung, also Staub."

Im Rahmen der Konferenz erwähnt Burkhardt auch die Verunreinigung von Moderna-Impfstoffchargen in Japan. Dort waren tatsächlich Edelstahlpartikel in drei Charg-en gefunden worden, die dann aussortiert wurden. Moderna betonte damals, dass durch die Stahlpartikel "kein erhöhtes Risiko" bestanden hätte.

 

In Deutschland wird jede Charge eines Arzneimittels durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) geprüft, bevor sie in den Verkehr kommt. "Bei der Chargenprüfung wird die Identität, die Menge und Konzentration sowie die Integrität der im Impfstoff enthaltenen RNA untersucht. Zusätzlich wird der Anteil der RNA bestimmt, der in Lipidpartikeln verpackt ist. Zudem wird das Aussehen des Impfstoffs geprüft", schreibt das PEI dazu auf seiner Webseite. Berichte von Verunreinigungen mit Metall gab es in Deutschland bisher nicht.

 

Frühwarnsystem bei Impf-Nebenwirkungen funktioniert

Die Fachgesellschaften und auch Steinestel sprechen sich prinzipiell durchaus für Obduktionen aus. "Der Bundesverband Deutscher Pathologen e.V. befürwortet generell die Durchführung von Obduktionen an Verstorbenen, deren Tod im zeitlichen Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung eingetreten ist. Nur eine Obduktion kann in solchen Fällen Aufschluss darüber geben, ob die PatientInnen im Einzelfall ‘an oder mit’ der Impfung gestorben sind", schreibt der BDP.

 

Steinestel sagt, dass mehr Obduktionen in Deutschland sinnvoll wären. Allerdings nicht explizit auf Corona bezogen, sondern um bei allen Todesursachen ein genaueres Bild zu bekommen: "Ich glaube, dass die Todesursachenstatistik einfach nicht annähernd das wiedergibt, was in Realitas passiert. Und wenn Sie mich fragen, sollten wir mehr obduzieren? Ja, auf jeden Fall!" Doch das erfordere Infrastruktur und Personal, Ressourcen, die derzeit niemand wirklich investieren wolle.

 

Steinestel vermutet aber auch, dass mehr Obduktionen keine schweren Impf-Nebenwirkungen aufdecken würden. Denn bei der Menge an geimpften Menschen in Deutschland würde ein solches Krankheitsbild im klinischen Alltag rasch auffallen. Dass die sehr seltenen Nebenwirkungen bei AstraZeneca und Biontech/Pfizer so schnell entdeckt wurden, zeige, dass es ein sehr gut funktionierendes Frühwarnsystem in Deutschland gebe: "Und zwar sowohl auf der staatlichen Seite mit einer Änderung der Impfempfehlung als auch auf der wissenschaftlichen Seite." Bei den vom AstraZeneca-Impfstoff verursachten Sinusvenenthrombosen seien zum Beispiel sehr schnell wissenschaftliche Publikationen in renommierten Fachzeitschriften erschienen."

 

Fazit

Die in der "Pathologenkonferenz" aufgestellten Behauptungen zu Nebenwirkungen und Todesfolgen von Covid-Impfungen sind nicht haltbar, sagen Experten. Der Vortrag der beiden Pathologen entspreche nicht wissenschaftlichen Standards. Insbesondere die wissenschaftliche Methodik sei nicht nachvollziehbar - auf der "Pathologenkonferenz" könne keine Verbindung zwischen der Covid-Impfung und den Todesfällen nachgewiesen werden. Auf der Konferenz wird dies sogar eingeräumt.

Die Anzahl an obduzierten Fällen ist außerdem viel zu klein, um eine hohe Dunkelziffer von Impf-Todesfolgen in ganz Deutschland anzunehmen. Die Befunde aus den Obduktionen, zum Beispiel zu angeblichen Herzmuskelentzündungen und Lungen-Schäden, sind für Experten und Fachgesellschaften nicht belegbar. Für die Behauptung, dass Fremdkörper in Impfstoffen zu finden seien, fehlen ebenfalls die Belege.

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Montag, 27. September 2021

 

Nekrolog

Dieser Nekrolog wurde von Elly selber verfasst und später durch ihre Angehö-rigen ergänzt. Es ist ein sehr schlichtes und schönes Lebensbild und - mir scheint - als höre ich beim Durchlesen ihre Stimme. Die unvergessliche, liebenswürdige und originelle Nachbarin Elly soll hier ein wenig verewigt sein.

 

Elisabeth Müller-Schuler

  

Ich wurde am 20. Mai 1925 auf dem Hof in Netstal geboren. Es war eine wirt-schaftlich sehr schwierige Zeit. Vater Jost war arbeitslos. Mutter Eugenia, gebo-rene Rausche, konnte als gelernte Coiffeuse etwas Arbeit in Netstal finden und arbeitete zudem auf dem grossväterlichen Bauernbetrieb unter der Wiggiswand mit. Nach wenig erfolgreichen Versuchen in der Selbständigkeit fand Vater Jost bei Dietrich Jenny in der Spinnerei Jenny eine Stelle als Buchhalter. So zog die Familie nach Mollis, wo Mutter Eugenia einen modernen Coiffeursalon eröffnete.

 

Im Moosacker erlebte ich zusammen mit meinen drei jüngeren Schwestern Päuli, Annemarie und Heidi eine schöne Jugendzeit. In der Familie wurde viel gesun-gen. Vater Jost gab mit der Mundharmonika den Ton an und ich hatte ausge-sprochen Freude am Klavierspiel. Mit meiner Schwester Päuli besuchte ich ver-schiedene Male die mütterlichen Verwandten im damals nationalsozialistischen Deutschland und war tief beeindruckt und besorgt über das sich abzeichnende politische Unheil.

 

Nach dem 3. Sekundarschuljahr wollte ich meine französischen Sprachkennt-nisse verbessern und zog für anderthalb Jahre ins Welschland - nach Lausanne und dann nach Fleurier im Val-de-Travers. Zurück im Glarnerland konnte ich in der Kinderkrippe Glarus ein Volontariat annehmen. Ich wollte Kinderschwester werden, aber die Familie konnte die Kosten der Ausbildung nicht tragen.  So kam ich in die Lehre als Modistin in Glarus. Während der Lehrzeit leistete ich Land-dienst auf der mittleren Platte in Näfels und in Igis und absolvierte die Luftschutz-Rekrutenschule in Vevey.

 

Nach dem Krieg zog es mich nach Zürich zur Ausbildung und ich fand eine Stelle im Modellhutatelier Müller an der Rämistrasse.

 

1947 heiratete ich Gemeindeschreiber Kurt Müller aus Näfels. 1948 kam Sohn Kurt auf die Welt und 1949 Tochter Viktoria. Trotz bescheidenem Einkommen konnte unser Haus Bühl sukzessive erneuert und der grosse Garten liebevoll an-gelegt werden. Unsere Familie war hier sehr glücklich. An den Sonntagen fuhren wir mit dem Velo nach Weesen und verbrachten viele schöne Stunden mit dem Boot auf dem Walensee.

 

Die Ferien verbrachten wir meistens in Minusio, das aber jeweils erst nach einer ausgedehnten Schweizerreise über Montreux oder Pontresina erreicht wurde. Das Ferienhaus trug den Namen „Al Paradiso terrestre“ und entsprechend fühlte sich die Familie dort aufgehoben.

 

Am 2. Mai 1961 verstarb mein Ehemann Kurt völlig unerwartet während der Mit-tagspause im Beisein der ganzen Familie. Ich war damals 36 Jahre alt. Nach dem Schock und grosser Trauer folgte für mich viel Arbeit. Nachdem der Ge-meindepräsident gleichentags bei seinem Kondolenzbesuch erklärt hatte, dass die Gemeinde entgegenkommend noch bis Mitte Mai den Lohn weiterzahlen würde, musste ich einen kompletten Neuanfang wagen. Es gab noch keine Pen-sionskasse. Damit ich die Kinder in meiner Obhut belassen konnte, eröffnete ich in der geräumigen Liegenschaft eine Pension. Ich konnte fünf Zimmer vermieten und nahm 15 Kostgänger auf, die zu Beginn von Freunden meines verstorbenen Ehemanns vermittelt werden konnten. Orgelbauer, Architekten, Zahnärzte, Prakti-kanten, Lehrer und die Angestellten von der Post schätzten meine Kochkünste und die Pension machte sich rasch einen guten Namen. In der fröhlichen Runde lernten sich viele Leute aus zahlreichen Ländern kennen und wenn daraus län-gerdauernde Beziehungen entstanden, hatte ich grosse Freude. Ich interessierte mich sehr für fremde Kulturen und die verschiedenen Weltreligionen. Ohne jede fremde Hilfe leistete ich einen gewaltigen Einsatz von früh bis spät. Die Kinder waren nie allein, was mir sehr wichtig war.

 

1991 musste ich nach einem schweren Unfall und Spitalaufenthalt meinen Ein-satz reduzieren. Die Zimmervermietung gab ich auf und die Zahl der Kostgänger verminderte sich. Die Kochtöpfe gab ich aber nicht aus der Hand und wenn Be-such kam, gab es immer viel zu viel zu Essen.

 

Beliebt waren meine Gartenfeste, zu denen ich alle Bekannten einlud und für un-vergessliche Stimmung sorgte.

 

Sohn Kurt und Tochter Viktoria heirateten und kamen später wieder ins Glarner-land zurück. Ich konnte mich vier Enkel erfreuen. Fast täglich fragte ich nach, wie es ihnen gehen würde. 2014 kam ein Urenkel auf die Welt, was mich mit grosser Freude und Anteilnahme erfüllte.

 

Im Jahre 2009 stellte sich ein Augenleiden ein, was meine Bewegungsfreiheit im-mer stärker einschränkte. Den Haushalt besorgte ich noch weitgehend selbst. Zwei Wünsche haben für mich besondere Bedeutung. Ich möchte weiterhin auf dem Bühl leben können und die Kinder sollen das Vaterhaus behalten.

 

 

Näfels, den 1. März 2015 (von mir verfasst) 

 

 

 Elisabeth Müller-Schuler

 

(Ergänzung der Trauerfamilien)

 

 

Kurz nach der Verfassung ihres Lebenslaufes konnte Elly den 90. Geburtstag feiern. Die Harmoniemusik spielte bei schönstem Wetter im Garten.

 

Elly lebte weiterhin in Ihrer Wohnung. Sie kochte selber. Fast jeden Tag durch-streifte sie den Garten und vergewisserte sich, dass alles so wuchs wie sie es gewohnt war. Viel Zeit verbrachte sie auf dem Sofa, wo sie gerne klassische Mu-sik hörte und alte Schriften und Fotos sortierte.

 

Über Besuche freute sie sich sehr. Insbesondere die Urenkel Chukwudi, Obioma, Luisa, Maduka und Onuzuluike sorgten für viel Betrieb, was ihr besonders gut gefiel. Reisen konnte sie keine mehr unternehmen. Aber wenn jemand auf Rei-sen ging, so wollte sie genau wissen, wohin es geht. Sie studierte dann stunden-lang Atlanten und wusste genau, wo die Reiseziele zu finden waren.  

 

Die Sehschwäche wurde mit der Zeit ein ernsthaftes Problem. Sie konnte die Zei-tung nicht mehr lesen – später auch nicht mehr fernsehen. Mehr als sechzig Mal fuhren wir Elly ins Triemlispital nach Zürich. Diese Ausflüge wurden für sie aber zu beschwerlich und die Behandlungen wurden 2017 abgebrochen. Da Elly fast nichts mehr sehen konnte, nahm die Sturzgefahr zu. Zwischen Weihnachten und Neujahr 2018 musste Elly wegen einer Entzündung im Hals ins Spital. Der Arzt war der Meinung, dass ein weiterer Verbleib in ihrer Wohnung aufgrund der Seh-schwäche und weiterer Altersgebrechen nicht mehr möglich sei. So suchten wir für sie eine Bleibe, wo sie gut versorgt werden konnte. Im Altersheim Letz in Näf-els bekam sie im Januar 2019 ein schönes Zimmer, wo man dieselben Berge se-hen konnte wie zu Hause. Hier fühlte sie sich wohl.

 

Die vielen Geschichten, die sie wusste, fanden auch das Interesse der Mitbe-wohner. Sie konnte liebe Besuche empfangen. In der warmen Jahreszeit konnten wir Elly öfters in den Garten holen, wo sie mit Freude feststellen konnte, dass alles noch so war wie früher. Sie genoss die Kontakte mit lieben Bekannten, die wir für sie arrangieren konnten.

 

Auf dem Höhepunkt der Coronakrise - im Mai 2020 – war es allerdings schwierig ihr zu erklären, weshalb es 10 Meter Abstand braucht um einem Enkel zuzuwin-ken. Zumal sie ja eigentlich gar nichts mehr sehen konnte.

 

Es ist uns ein grosses Anliegen, allen Verwandten und Bekannten ganz herzlich zu danken, die Elly zu Hause und später im Heim Letz besuchten und ihren Alltag bereicherten. 

 

Ende August 2021 wurde Elly immer müder. Am Nachmittag des 6. Septembers 2021 durfte sie friedlich einschlafen. Wir danken allen Mitarbeiterinnen im Heim ganz herzlich für die gute Pflege und den Doktoren Roman und Simone Hauser für die medizinische Betreuung.

 

Näfels, den 6. September 2021

 


Montag, 27. September 2021

 

Glarner Verein Wil und Umgebung

51. Hauptversammlung

Besichtigung Schloss Oberberg / HV in der "Krone", Lenggenwil

 

Helmut Hauser, Exilnäfelser, und Balz Tschudi, ebenfalls Exilnäfelser, hatten wie-der ein minutiöses Programm zusammengestellt und luden ihre Exilglarner zuerst auf eine Besichtigung des Schlosses Oberberg, Gossau ein. Bei herrlichstem Herbstwetter und bei herrlicher Rundsicht traf man sich auf der Terrasse des sehr sorgfältig renovierten Sitzes der Administerialen des Fürstabtes von St. Gallen. Bunte Stimmung brachte auch eine Hochzeit auf der Terrasse und in der Schlosskapelle. Schlosswirt Daniel Schneider führte im Eiltempo durch Schloss und Geschichte. Gerichtssaal, Folterraum, diverse Säle und Räume mit vielen Gemäldeporträts von Äbten und Vögten u.a.m. dem Exilnäfelser Karl Müller-Friedberg, dessen Porträt als Stich von Diogg im Treppenhaus hängt. (Ein analoger Stich - welch ein Zufall - wurde von Brigadier Robert Küng am vergangenen Samstag bei der feierlichen Premiere des "General Bachmann Marsches" im Garten des Freulerpalastes und im Beisein von Frau Bundesrat Karin Keller-Sutter der General Bachmann Gesellschaft überreicht!).

Beachtenswert die Auflistung der Konventualen der Fürstabtei St. Gallen.

Die Fotos stammen von Prof. Dr. Alfred Noser, dem ehemaligen Rektor der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (Sekundarlehrerausbildung). Er war in Oberurnen aufgewachsen und Klosterschüler bei den Kapuzinern auf Mariaburg.

Als alter Bekannter von Balz Tschudi, dem regelmässigen Fahrtsbesucher, hatte ich den Vorzug, eingeladen zu werden. 

Balz Tschudi und Helmut Hauser, beides Exil-Näfelser, stehen der Hauptversammlung vor.

Gründervater des Kantons St. Gallen, der Exilnäfelser und ehemalige Vogt von Oberberg Karl Müller-Friedberg (Foto: Alfred Noser)
Gründervater des Kantons St. Gallen, der Exilnäfelser und ehemalige Vogt von Oberberg Karl Müller-Friedberg (Foto: Alfred Noser)

 

 

Catalogus

Reverendorum DD. Patrum & Fratrum

Principalis Monasterii

 

Reverendissiumus et Celsissimus

S.R. Princeps

ac

Dominus Dominus

BEDA 

Abbas

Nat. 1725, Profess 1744 Sacerd 1749  Elect 1767 Dies Nom 17. Maj

 

 

Ein schönes Dokument mit den Patres und Brüdern der Fürstabtei St. Gallen

unter der Regentenzeit vn Abt Beda Angehrn.

 

Auch der Bruder von Karl Müller Friedberg ist aufgeführt:

 

 

Henricus Müller de Friedberg, 

                  de Neffels

Inschriften der Wappen

 

Die Meier von Oberdorf, 2. Viertel des 13. Jahrhunderts / 1380, Erbauer des Schlosses Edle von Andwil 1380/1452

 

Stadt St. Gallen Heiliggeist-Spital 1452/1490

 

Fürstabtei St. Gallen, Sitzu der Obervögte von Oberberg 1490/1798

 

aus: Wikipedia

 

Das Schloss Oberberg ist ein Schloss oberhalb von Gossau im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Der älteste erhaltene Wohnbau von Gossau thront als mittelalterlicher Wehrturm auf einem Hügel über dem Quartier Oberdorf mit Aussicht auf Alpstein, Säntis, Fürstenland und die Stadt St. Gallen.

 

Ein hölzerner Vorgängerbau wird im 11. Jahrhundert auf einem Hügel oberhalb Oberdorf ungefähr 250 Meter nördlich des heutigen Standortes vermutet, da sich das Geschlecht der Herren von Andwil weit ins 12. Jahrhundert verfolgen lässt. Das heutige Schloss wurde 1262 erstmals unter Chunrad de Obernberge ur-kundlich erwähnt.

Im Jahr 1380 gelangte Oberberg mit Junker Albrecht an die Herren von And-wil, die als Ministerialen des Klosters St. Gallen dessen Rechte auf dem Ober-berg wahrnahmen. Der hier wohnende Zweig der Andwiler nannte sich nun von Oberberg. Das Schloss hatte die Aufgabe, das fürstäbtische Gebiet gegen den Bischof von Konstanz und die Grafen von Toggenburg zu sichern.

 

Im Appenzellerkrieg wurde die Anlage im Juli 1406 durch Schützen aus St. Gallen und Feldkirch angegriffen und angezündet. Noch im selben Jahr folgte der Wiederaufbau unter Walter von Andwil. Hans von Andwil der Jüngere verkaufte das Schloss im Jahr 1452 an das Heiliggeist-Spital der Stadt St. Gallen.

 

1490 gelangte das Schloss als Folge des Rorschacher Klosterbruchs in den Besitz des Klosters St. Gallen und wurde Sitz der äbtischen Vögte. Der St. Galler Abt Diethelm Blarer von Wartensee liess das Schloss 1545 umbauen und erweitern. Es wurde im Wohnbereich mit massivem Steinbau aufgesetzt und erhielt das heutige Aussehen. Im Zwölferkrieg 1712 wurde Oberberg drei Monate durch das Heer der Berner und Zürcher besetzt. Die Obervögte des Fürstabtes wohnten bis 1789 auf dem Schloss, verwalteten das Oberberger-amt und hielten dort Gericht. Ihre Wappen befinden sich an den Wänden des Gerichtsaales.

 

Zwischen 1798 und 1812 kam das Schloss in den Besitz des Kantons St. Gallen. Am 27. August 1812 wurde es an den Herisauer Johannes Merz ver-steigert und blieb bis 1924 in Privatbesitz.

 

Es diente der Reihe nach als erste Gossauer (Emmentaler-)Käserei (1856–1864), Stickerei, Steindruck-Werkstatt und seit 1877 als Wirtschaft. Aufgrund mangelnder Pflege verwahrloste das Gebäude immer mehr. 1924 bildete sich die Genossenschaft Oberberg (heute Förderverein Schloss Oberberg), welche die Burg erwarb und auch heute noch unterhält.

 

1927 wurde das Schloss unter eidgenössischen Denkmalschutz gestellt und in den Jahren 1954/55 erstmals renoviert.

Am 27. Oktober 1955 brannten der Dachstuhl und die oberen Stockwerke ab. Der dank einer Sammelaktion ermöglichte Wiederaufbau der Anlage dauerte drei Jahre, bis es schlussendlich am 1. Juni 1958 wiedereröffnet werden konnte. Die offizielle Eröffnung erfolgte vierzehn Tage später.

 

Baugeschichte

Das Schloss besteht aus dem Bergfried, einem wuchtige Rechteckbau mit ge-walmten Satteldach, der als Wehr- und Wohnturm diente. An der talseitigen Süd-fassade prangt das dreiteilige Wappen der Abtei St.Gallen (Bär), der Grafen von Toggenburg (Rüde) und des Abtes Diethelm Blarer von Wartensee (Hahn mit Kreuz im Kamm und Kehllappen).

Ursprünglich hatte der Bergfried einen quadratischen Grundriss von 15 Metern Aussenweite, zwei Meter dicke Mauern und einen hölzernen, auskragen-den Obergaden. Abt Blarer liess die Burg 1545 um sechs Meter nach Norden verbreitern und bis unter den Dachstuhl massiv aufmauern. An dessen Ecken sind Kantenschlag und Buckel teilweise noch feststellbar. Der ehemalige, un-bequeme Hocheingang wurde durch einen Durchlass im Erdgeschoss ersetzt, über dessen Bogen die Jahrzahl 1545 erhalten ist. Der Halsgraben wurde später zugeschüttet und die Ringmauer ist um 1847 niedergelegt worden.

 

Die historischen Räumlichkeiten, die heute für den Gastbetrieb benützt werden, sind auf verschiedene Stockwerke verteilt. Die Ritterstube, die Abt Beda Stu-be und das Dokumentenzimmer befinden sich im dritten Stock. Im zweiten Stock sind der historische Gerichtssaal mit der angrenzenden Folterkammer und die Bot Künzle Stube, das offizielle Trauzimmer der Gemeinde Gossau. Im ersten Stock kann das Museum besichtigt werden.

 

Schlosskapelle (Parterre)

1380–1452 gab es vermutlich bereits eine Schlosskapelle mit Tragaltar. Eine Kapelle im Stock der Gerichtsstube wird anlässlich der Erneuerung durch die Stadt St. Gallen 1468 erstmals urkundlich erwähnt.

 

Die heutige Schlosskapelle wurde 1864/68 im Parterre des Schlosses (Nord-ostteil des Wehrturms) im ehemaligen Burgverlies errichtet, als die im selben Raum 1856 einquartierte Emmentalerkäserei aufgehoben wurde. 1958 wurde die Schlosskapelle durch die katholische Kirchgemeinde Gossau mit Bundeshilfe restauriert. Heute wird die Kapelle vor allem als Trauungsort genutzt.