Das
Bild
der
Woche
2025
West-Portal im Konstanzer Münster:
Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden, 1942-2021)
Freitag 15. Mai 2026
Ein Nachtrag
Die Eisheiigen bei Felix Blumer
in der heutigen Ausgabe der Glarner Nachrichten
Hintergrund
Wer waren die Eisheiligen?
Pankratius, Servatius und Bonifatius sind die Namen der Eisheiligen. Doch was steckt hinter diesen Namen?
von Felix Blumer
Vom 12. bis 15. Mai erleben wir Jahr für Jahr die Zeit der Eisheiligen. Jedes Kind kennt ihre Namen: Pankratius, Servatius und Bonifatius. Am 15. Mai folgt dann noch der Sophientag, der in der Welt der Meteorologie ganz einfach als «kalte Sophie» bekannt ist.
12. Mai: Pankratius
Der heilige Pankratius wurde im Jahre 290 nach Christus geboren. Bereits im zar-ten Alter von 14 Jahren starb Pankratius den Märtyrertod unter Kaiser Diokletian in Rom. Der Name Pankratius stammt aus dem Griechischen und bedeutet «der alles Besiegende». Pankratius wird als Patron der jungen Saat und der Blüten angerufen.
13. Mai: Servatius
Der 13. Mai wird Servatius von Tongern zugeschrieben. Gemäss den Aufzeich-nungen von Gregor von Tours war der Eisheilige Servatius der erste Bischof im belgischen Tongern. Auf einer Reise nach Rom erschien Servatius der heilige Petrus und sagte ihm den Hunneneinfall vorher. Bei seiner Rückkehr nach Ton-gern warnte Servatius die Bürger vor der dro-henden Gefahr. Kurze Zeit später verstarb er im heute niederländischen Maastricht. Im Volksglauben wird Servatius bei Fussleiden, Frostschä-den, Rheumatismus und Rattenplagen angerufen.
14. Mai: Bonifatius
Der 14. Mai ist dem Märtyrer Bonifatius von Tarsus gewidmet, der im 4. Jahr-hundert getötet wurde. Sein Leichnam wurde an der Via Latina beigesetzt. In der orthodoxen Kirche wird der Namenstag von Bonifatius am 19. / 20. Dezember begangen.
15. Mai: Kalte Sophie
Die «Kalte Sophie» geht auf Sophia von Rom zurück. Sie wurde ver-mutlich im Jahr 304 während der diokletianischen Verfolgungen als Mär-tyrerin getötet. Papst Sergius II liess einen Teil der Reliquien in Rom in der Basilika Santi Silvestro e Martino ai Monti beisetzen, die gebräuch-licher als Kirche San Martino ai Monti bezeichnet wird. Das Gleiche tat Bischof Remigius von Strassburg im Kloster Eschau im Elsass. Sophia ist Patronin gegen Spätfröste und für das Gedeihen der Früchte verant-wortlich. Das Sophienkraut ist ebenfalls nach ihr benannt.
11. Mai: Mamertus ist ein Scheinheiliger
Mamertus wurde im Jahr 461 Bischof im gallischen Vienne geboren und verstarb im Jahre 477 gleichenorts. Mamertus wurde nur in Norddeutsch-land als Heiliger verehrt, bekam aber in der Schweiz und in Süddeutsch-land nie den Status eines Heiligen. Entsprechend kann der 11. Mai, der Tag des Mamertus, in der Schweiz nicht den Eisheiligen zugerechnet werden.
Das Gleiche gilt im Übrigen auch für Österreich. Die Eisheiligen begin-nen daher in der Schweiz erst am 12. Mai mit dem Tag des Pankratius.
Wieso hält sich aber Mamertus als Scheinheiliger seit einigen Jahren in der Schweizer Meteorologie? Die Erklärung ist eine einfache: Seit Me-teorologen, die in der Kirchengeschichte nicht so bewandert sind, vom Deutschen Wetterdienst und aus den deutschen Medien gewisse Ge-schichten einfach abschreiben, wird auch in der Schweiz Mamertus als Eisheiliger genannt.
Und was ist mit der gregorianischen Kalenderverschiebung?
Sehr viele der Bauernregeln und Lostage stammen aus dem Mittelalter. Der genaue Zeitpunkt im Mittelalter ist allerdings meist nicht bekannt, schon gar nicht für die Regel der Eisheiligen. Einiges deutet darauf hin, dass die Eisheiligen erst im 17. Jahrhundert mit der kleinen Eiszeit an Bedeutung gewannen. Dies wäre also erst nach der Kalenderreform durch Papst Gregor XII im Jahr 1582 der Fall gewesen. Auf den 4. Ok-tober 1582 folgte damals direkt der 15. Oktober.
Sollten die Eisheiligen tatsächlich auf die Zeit vor der Kalenderreform zurück-gehen, würden die Eisheiligen in der Schweiz allerdings auf die Zeit zwischen dem 22. und 25. Mai fallen. Eine Auswertung der Boden-frostdaten am Flughafen Zürich seit 1990 zeigte aber kein erhöhtes Auf-treten in der Zeit zwischen dem 22. und 25. Mai.
Dies im Gegensatz zu Österreich. Dort wurden in einer Untersuchung der Zen-tralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) aus dem Jahr 2014 nach dem 20. Mai vermehrt Bodenfrostereignisse gefunden.
Mit der allgemeinen Erwärmung werden aber die statistischen Erhebun-gen immer schwieriger, da in den letzten Jahren selbst Bodenfrost-ereignisse im Mai nicht mehr sehr zahlreich waren.
Felix Blumer ist promovierter Naturwissenschaftler und arbeitete seit 2004 für SRF METEO. Zuvor war er als Informationschef bei der Nationalen Alarmzentrale tätig. Er ist regelmässiger "Wetterfrosch" für die Glarner Nachrichten. Verheiratet mit einer Glarnerin und Mitglied der General Bach-mann Gesellschaft, er ist Oberst. Heute hat er eine eigene Firma.
Mittwoch, 13. Mai 2026
Christi Himmelfahrt
Christi Himmelfahrt (altgriechisch ἡ Ἀνάληψις τοῦ Κυρίου „Análēpsis tou kyríou“‚ die Aufnahme des Herrn‘, lateinisch Ascensio Domini ‚Aufstieg des Herrn‘), in der Deutschschweiz und in Liechtenstein Auffahrt (auch Auffahrtstag;) alemannisch Uuffert) genannt, bezeichnet im Christentum die Aufnahme und Erhöhung Jesu Christi als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel. Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag der Osterzeit, also 39 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert. Deshalb fällt das Fest immer auf einen Donnerstag.
Die Zeit vor dem Fest Christi Himmelfahrt verbindet sich in Liturgie und Brauch-tum der römisch-katholischen Kirche mit den Bitttagen, vielerorts auch mit Bitt-prozessionen (auch Öschprozessionen genannt).
Neues Testament
Eine „Himmelfahrt“ wird nur vom Autor des Lukasevangeliums (24,50–53 EU) und der Apostelgeschichte (1,1–11 EU) als sichtbarer Vorgang erzählt: Der auferstandene Christus sei vor den Augen seiner Jünger entschwunden und in den Himmel erhoben worden. Eine Erhebung in den Himmel fehlt in wichtigen griechischen Handschriften. Nur in der Apostelgeschichte findet sich die Zeit-angabe von vierzig Tagen, während derer der Auferstandene sich zuvor seinen Jüngern gezeigt habe.
Eine Himmelfahrt findet kurze Erwähnung in 1 Petr 3,22 EU, Heb 4,14 EU und 9,24 EU und – nach christlicher Deutung – in Psalm 47 EU und Psalm 68,19 EU. Die anderen drei Evangelien enthalten keine Himmelfahrtserzählung, die Erwäh-nung in Mk 16,19 EU ist eine spätere Erweiterung des Evangelientextes aus dem 2. Jahrhundert. Auch in den Briefen des Paulus von Tarsus findet sich kein Hinweis auf eine Himmelfahrt unabhängig von der Auferstehung.
Lukanische Darstellung
Die zwei zentralen Stellen zur Himmelfahrt sind Lk 24,50–51 und Apg 1,3.9–10:
Apostelgeschichte 1,3.9–10 EU:
„3 Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen. […]
9 Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.
10 Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen …“
Lukas 24,50–51 EU:
„50 Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie.
51 Und es geschah, während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben.“
Exegese der Darstellung der „Himmelfahrt“ bei Lukas
In der heutigen Theologie herrscht dahingehend Übereinstimmung, dass „Him-melahrt“ kein „Ortswechsel“, keine Art „Weltraumstart“ ist und Jesus nicht als „Raketenmann dargestellt werden soll.
Die von Lukas gewählten „40 Tage“ werden als symbolische Darstellung ange-sehen, da die 40 Tage einen hohen biblischen Symbolwert haben.
„Die Wolke, die Jesus den Blicken der Jünger entzieht, ist schon im Alten Testament ein Symbol der machtvollen Erscheinung und Gegenwart Gottes. Gemeint ist also, daß Jesus in die raum- und zeitübersteigende Welt Gottes, in die Herrlichkeit Gottes eingegangen ist.
Der „Himmel“ steht nicht für die Atmosphäre, für das Weltall oder für eine „Hinter-welt“ (Nietzsche), sondern symbolisiert den „endgültigen Eintritt der menschli-chen Natur in die göttliche Herrlichkeit“. „Gemeint ist nicht ein räumlicher Ort jenseits der Welt, sondern die Lebensgemeinschaft Jesu mit dem Vater und die gemeinsame Ausübung der Gottesherrschaft des Vaters und des Sohnes.“
Frühchristliche Theologie
Der Glaube an die Himmelfahrt wird in frühchristlichen Texten und Glaubens-bekenntnissen bezeugt, z. B. bei Polykarp von Smyrna, Justin und Irenäus von Lyon. Der Glaube an die Himmelfahrt wird bereits im Romanum, dem Vorläufer des Apostolicums und des Nicäno-Konstantinopolitanums ausgedrückt:
„Ich glaube an [...] Jesus Christus, der [...]
am dritten Tag von den Toten auferstand,
aufstieg in den Himmel und
zur Rechten des Vaters sitzt,
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“
Auferstehung und Himmelfahrt
Das Verhältnis von Auferstehung und Himmelfahrt Christi war und ist Gegenstand theologischer Debatte. In traditioneller Theologie gibt es eine deutliche Abgren-zung zum Osterfest, an dem die Auferstehung Jesu Christi am dritten Tag nach seinem Tode gefeiert wird. Jesus stieg nach seinem Kreuzestod zunächst in ein „in der Tiefe“ lokalisiertes Jenseits hinab („hinabgestiegen in das Reich des Todes“, siehe auch Höllenfahrt Jesu), aus dem er am dritten Tage wieder zu den Lebenden auferstand.
Die Himmelfahrt Jesu bezeichnet demgegenüber das später folgende Ereignis, dass Jesus leiblich ins Jenseits gelangte, ohne (nochmals) zu sterben und ohne einen Leichnam zurückzulassen. Bei dieser Himmelfahrt stieg er in ein „in der Höhe“ gelegenes Jenseits auf (siehe Himmel). Hält man sich an die einzige konkrete Zeitangabe in der Bibel, so vergingen zwischen Auferstehung und Himmelfahrt 40 Tage (Apg 1,3.9f EU), wenngleich Lk 24,51 EU eine Himmelfahrt am Ostertage nahezulegen scheint. Daher wird das Fest Christi Himmelfahrt 40 Tage nach Ostern gefeiert.
Viele Theologen betonen heute umgekehrt die Gemeinsamkeit von Auferstehung und Himmelfahrt. Nach Conzelmann/Lindemann besteht kein prinzipieller Unter-schied zwischen Auferweckung und Erhöhung Jesu: „Generell gilt, dass Jesu Auferweckung niemals als blosse Wiederbelebung seines Leichnams […] ver-standen worden ist; das Ostergeschehen bedeutet Jesu Einsetzung in eine ein-zigartige Würde (vgl. Röm 1,3f LUT), also im Grunde Auferweckung und Erhöhung zugleich. Das gilt auch dort, wo wie im Hymnus Phil 2,6–11 LUT nur von der Erhöhung, nicht aber von der Auferweckung die Rede ist, oder wo umgekehrt eine explizite Erhöhungsaussage fehlt (vgl. 1 Kor 15,4 f. LUT). Zwar ist jeweils der Akzent verschieden gesetzt; aber ein prinzipieller Unterschied besteht nicht.“
„Erst später werden Auferweckung und Erhöhung (Himmelfahrt) bewusst vonein-ander getrennt, ohne dass es jedoch zu einer einheitlichen Sicht gekommen wäre (nach Lk 24,51 LUT erfolgte die Auffahrt in den Himmel am Ostertag, nach Apg 1,3.9 f. LUT erst vierzig Tage danach). […] Später wird unterschieden zwischen den eigentlichen Ostererscheinungen auf Erden (Lk 24 LUT; Apg 1 LUT) und den anderen Erscheinungen Christi vom Himmel her (Apg 7,55 f. LUT; Apg 9,3 ff. LUT).“ Das Grundereignis ist der Sieg. Gott zieht seinen Sohn heraus und empor. Dies ist ein Triumph über alle Mächte dieser Welt, ein Triumph, an dem alle Christen Anteil haben.
„Erhöhung“ Christi „zur Rechten Gottes“
Aus Sicht der heutigen Theologie meinen „Erhöhung“ Christi und „Himmelfahrt“ Christi „sachlich dasselbe“.[8] „In der lukanischen Christologie werden Auferste-hung und Himmelfahrt durch ein zeitliches Interstitium von 40 Tagen voneinander abgehoben, nicht aber sachlich voneinander abgelöst. Die Himmelfahrt fällt zu-sam-en mit der letzten Ostererscheinung“.
Der Ausdruck, dass Christus „zur Rechten Gottes sitzt“ ist „selbstverständlich bildlich gemeint“. Das Bild knüpft an die antike Vorstellung an, dass zur Rechten eines Königs etc. „gewissermaßen der Kanzler oder der Regierungschef sitzt“. „Es soll damit gesagt werden, dass Jesus Anteil erhalten hat an der Herrlichkeit, Herrschaft, Macht und Göttlichkeit Gottes. Er ist nun ‚der Herr‘ bzw. ‚unser Herr‘ (vgl. 1. Kor 1,9; 6,17 u. a.). Die Erhöhung bedeutet also die Einsetzung Jesu in Gott-gleiche Machtstellung.“
„Unter der Rechten des Vaters verstehen wir die Herrlichkeit und die Ehre der Gottheit, in welcher der Sohn Gottes als Gott wesensgleich mit dem Vater von Ewigkeit her existiert und in der er nun, nachdem er in den letzten Zeiten Fleisch geworden, auch dem Leibe nach sitzt, da sein Fleisch mitverherrlicht ist“
Johannes von Damaskus, f. o. 4,2[15]
Dies wird als Erfüllung der Vision des Propheten Daniel (Dan 7,14) und in eschatologischer Analogie als „Fortsetzung“ der Erhöhung Christi am Kreuz interpretiert:
„Er entäusserte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen“
Phil 2,8–9 EU.
Aus diesem Grund wird in Evangelischen Kirchen Philipp Friedrich Hillers (1699–1769) Choral Jesus Christus herrscht als König dem Fest Christi Himmelfahrt zugeordnet.
Liturgie und Brauchtum
Letzter Fussabdruck Christi in der Himmelfahrtskapelle
Das Hochfest der Ascensio Domini ist in der Liturgie von Jerusalem seit 383/384 durch das Itinerarium der Pilgerin Egeria bezeugt. Gemäss den luka-ischen Texten ist der Termin vierzig Tage nach Ostern bzw. zehn Tage vor Pfingsten. Die drei Tage vor Christi Himmelfahrt werden als Bitttage (lateinisch Rogationes oder Litaniae minores „kleine Litaneien“) mit den sogenannten Bitt-prozessionen begangen, Feldumgängen als Fürbitte um eine gute Ernte. Die Bitt-tage stehen in einer gewissen Spannung zum freudigen Charakter der Osterzeit, die liturgisch mit dem Pfingstfest endet. In Schwaben werden feierliche Bittprozessionen am Himmelfahrtstag „Oeschprozession“ (von altdeutsch esch „Getreideteil der Gemarkung“ genannt. Bis 1955 wurde der Vortag von Christi Himmelfahrt als Vigil begangen.
In Erftstadt-Gymnich findet zu Christi Himmelfahrt der Gymnicher Ritt statt, eine Flurprozession, an der Reiter und Fusspilger teilnehmen. Auch am Freitag nach Christi Himmelfahrt, dem „Hagelfreitag“ oder „Schauerfreitag“, oder am folgenden Sonntag waren mancherorts Prozessionen üblich. Die Himmelfahrtswoche wurde deshalb auch als Gangwoche, Betwoche, Bittwoche oder Kreuzwoche bezeich-net, weil den Prozessionen das Kreuz vorangetragen wurde. Neben „Bewahrung der Schöpfung“ in Weiterführung der ursprünglich agrarischen Ausrichtung kön-nen heute auch Arbeit für alle, Frieden, Brot für die Welt und Ehrfurcht vor dem menschlichen Leben Motive der Bittprozessionen sein.
Im katholischen Brauchtum einiger Gegenden (z. B. im bayerischen Mittenwald oder im Kloster Neustift in Südtirol) wird die Statue des Auferstandenen an Christi Himmelfahrt durch das „Heiliggeistloch“ auf den Kirchenspeicher gezogen. Man-cherorts rieselten anschliessend aus dem Heiliggeistloch Blüten, Blumen oder Heiligenbildchen auf die Gläubigen in der Kirche hinab. Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die Zeit der Pfingstnovene, in der beson-ders um die Gaben des Heiligen Geistes gebetet wird.
Zahlreiche evangelische Kirchengemeinden in Deutschland feiern an Christi Him-melfahrt einen Gottesdienst im Freien oder verbinden diesen mit einer Wande-rung oder einem Ausflug.
In den Kirchen des byzantinischen Ritus endet mit dem Vortag des Himmelf-ahrtsfestes die Osterzeit. Die Göttliche Liturgie wird noch einmal gefeiert wie am Ostersonntag, nur die Lesungen sind andere. Zum Abschluss wird in einer feierlichen Prozession das Epitaphion (Grabtuch) vom Altar weggetragen, auf dem es, für die Gläubigen sichtbar, die ganze Osterzeit hindurch als Symbol des leeren Grabs lag.
Die Texte des Himmelfahrtstages selbst sind Ausdruck von Freude: Die Auffahrt in die Höhe wird als Triumph über das Irdische und Eingang in die Herrlichkeit des Vaters verstanden und verbindet sich mit der freudigen Erwartung der Sen-dung des Geistes. Das Kontakion drückt das Festgeheimnis mit diesen Worten aus: „Nachdem du für uns den Heilsplan erfüllt und das Irdische mit dem Himm-lischen wieder vereint hast, fuhrst du empor in Herrlichkeit, Christus unser Gott. Nicht aber bist du von uns fortgegangen, nein, ungetrennt rufst du denen, die dich lieben, zu: Ich bin bei euch und niemand kann gegen euch sein.“
Ikonographie
In der frühchristlichen Katakombenmalerei findet sich das Himmelfahrtmotiv nicht. Ab dem vierten Jahrhundert entfaltet es sich in unterschiedlichen Spiel-arten:
Christus schreitet gen Himmel und wird von der Hand Gottes in Empfang ge-nommen.
Ab dem sechsten Jahrhundert ist Christus – auch bei Himmelfahrtsdarstellungen – von einer Mandorla umgeben, die meist von vier Engeln himmelwärts gehoben wird.
Um 1000 kommt der Typ des entschwindenden Christus auf. Dabei bleiben oft nur die Beine oder Füsse samt dem Fussabdruck sichtbar, ab dem 14. Jahr-hundert nur noch die Fussabdrücke.
In der katholischen Ikonographie der Barockzeit tritt das Motiv Christi Himmel-fahrt zugunsten der Aufnahme Mariens in den Himmel und der Verherrlichung anderer beliebter Heiliger etwas zurück.
Musikalische Verarbeitung
Johann Sebastian Bach: Oratorium Lobet Gott in seinen Reichen (sog. Himmel-fahrtsoratorium), BWV 11
Carl Philipp Emanuel Bach: Oratorium Die Auferstehung und Himmelfahrt Jesu, Wq 240 (H 777)
Termin
Das Fest Christi Himmelfahrt wird in der Liturgie der katholischen Kirche, der orthodoxen Kirche und der anglikanischen Kirche als Hochfest begangen. Das Datum des Hochfestes ist vom Datum des beweglichen Osterfestes abhängig. Der frühestmögliche Termin ist der 30. April, der späteste der 3. Juni.
Christi Himmelfahrt wird 39 Tage nach Ostersonntag gefeiert. Da die Osterzeit je-doch mit Ostern beginnt, sind es in der traditionellen Zählung ab dem Oster-sonntag 40 Tage, weil man diesen Tag mitrechnet. Somit fällt der Tag immer auf einen Donnerstag.
Christi Himmelfahrt in den Jahren von 2026 bis 2033:
2026: 14. Mai
2027: 6. Mai
2028: 25. Mai
2029: 10. Mai
2030: 30. Mai
2031: 22. Mai
2032: 6. Mai
2033: 26. Mai
Feiertag
Christi Himmelfahrt ist ein gesetzlicher Feiertag in Deutschland, ausserdem in der Schweiz (dort als Auffahrt bezeichnet), in Österreich sowie in Belgien, Däne-mark, Finnland, Frankreich, Grönland, Haiti, Indonesien, Island, Kolumbien, Liechtenstein, Luxemburg, Madagaskar, Namibia, den Niederlanden, Norwegen und Schweden.
In Italien, Polen und Ungarn wurde das Fest als gesetzlicher Feiertag abgeschafft und wird nur am darauffolgenden Sonntag kirchlich begangen. In Italien laufen Bemühungen, Christi Himmelfahrt erneut als gesetzlichen Feiertag einzuführen.
In Deutschland entwickelte sich der religiöse arbeitsfreie Feiertag im profanen Brauchtum zum „Vatertag“, vor allem in Ostdeutschland auch als Herrentag be-zeichnet. An diesem Tag gibt es Bräuche wie die „Herrenpartie“: Kutschfahrten oder Wanderungen in die Natur, gerne mit Bollerwagen, u. a. mit Alkoholkonsum, oder Tagesausflüge mit der Familie.
In Aachen wird jährlich an Christi Himmelfahrt im Aachener Rathaus der Karls-preis verliehen. Eine Ausnahme wurde im Jahr 2023 gemacht, als die Preisver-leihung an das ukrainische Volk und den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj während dessen Staatsbesuchs in Deutschland um einige Tage vorge-zogen wurde.
2008 fiel Christi Himmelfahrt auf den „Tag der Arbeit“ (1. Mai). Dies ist aber nur sehr selten der Fall, zuvor im Jahr 1913 (der „Tag der Arbeit“ ist in Deutschland aber erst seit 1933 Feiertag) und danach wieder 2160.
Montag,11. Mai 2026
Die Eisheiligen
Zu den Eisheiligen, auch Gestrenge Herren, Eismänner oder Maifröste genannt,[1] zählen mehrere Namenstage von katholischen Heiligen im Mai, an denen verschiedenen regionalen Bauernregeln zufolge die letzten Frostnächte des Frühjahrs möglich sind.
Die Namenstage beziehen sich auf den julianischen Kalender. Wegen der Verschiebung durch die gregorianische Kalenderreform 1582 müsste man die mit den Namenstagen verknüpften Bauernregeln heutzutage eine gute Woche später anwenden.[
Die Eisheiligen und ihre Gedenktage
In der katholischen Kirche Norddeutschlands gilt Mamertus als erster Eisheiliger, in der katholischen Kirche Süddeutschlands, der Deutschschweiz und Österreichs Pankratius. „Eismänner“ bezeichnet meist nur Pankraz, Servaz und Bonifaz, die „Kalte Sophie“ wurde beigefügt. Dies kann damit erklärt werden, dass die manchmal von Norden her kommende Kaltluft in Süddeutschland etwa einen Tag später eintrifft.
Die Bauernregeln mit den Eisheiligen geben mittelalterliche regionale Sondererfahrungen wieder. Es gibt einander widersprechende regionale Regeln. Ohne das Wissen, aus welcher Gegend die Variante der Regel mit den Eisheiligen kommt, ist sie wertlos. Zudem wurde sie wahrscheinlich während einer mittelalterlichen Kälteperiode aufgestellt.
In der Kleinen Eiszeit von Anfang des 15. Jahrhunderts bis in das 19. Jahrhundert hinein traten häufig sehr kalte, lang andauernde Winter und niederschlagsreiche kühle Sommer auf. Mitte des 17. Jahrhunderts und noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts drangen in den Alpen zweimal die Gletscher vor und zerstörten Gehöfte und Dörfer. In vielen Landstrichen kam es nicht selten zu Hungersnöten. Die durchschnittliche Vegetationsperiode war kürzer als heute; dies stellte die Bauern (gerade in kühlen Landesteilen, z. B. im Osten Deutschlands und in den Mittelgebirgen) jedes Jahr vor ein Dilemma: Wenn sie zu spät aussäten, fiel die Ernte gering aus; wenn sie zu früh aussäten, waren die jungen Pflanzen von Frühlingsfrösten bedroht. Laut der mittelalterlichen Bauernregel werde das milde Frühlingswetter erst mit Ablauf der „Kalten Sophie“ (15. Mai) stabil. Die Bauernregel wurde tradiert, da Bodenfrost eine Saat vernichten kann. Die Aussaat durfte also erst nach der „Kalten Sophie“ erfolgen.
In der Meteorologie stellen die Eisheiligen eine Singularität dar.
Anfang Mai sind die Temperaturen in Mitteleuropa manchmal bereits recht hoch. Hohe Temperaturen können aber unterbrochen werden, wenn kalte Polarluft nach Mitteleuropa strömt. Ist der Himmel unter Hochdruckeinfluss klar, so kann die nächtliche Abstrahlung zu Bodenfrost führen.
In der Klimageschichte wechselten Warmzeiten und Kaltzeiten immer wieder unregelmäßig ab. So gab es von 950/1000 bis 1200/1300 die mittelalterliche Warmzeit; sie begünstigte die Besiedlung kälterer Teile Europas sowie Ackerbau und Viehzucht. Dieser Periode folgte die Kleine Eiszeit (Anfang des 15. bis in das 19. Jahrhundert hinein). Auch in der Kleinen Eiszeit gab es erhebliche Klimaschwankungen; zum Beispiel waren die Zeiträume von 1570 bis 1630 und von 1675 bis 1715 besonders kalt.
Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit und insbesondere gegen Ende des 20. Jahrhunderts sind die Vegetationsperioden zunehmend länger und Frosteinbrüche im Frühjahr seltener, kürzer und auch weniger streng als früher.
Das Klima in Deutschland ist regional sehr unterschiedlich; großräumige Wetterphänomene werden von lokalen Wetterereignissen überlagert (sowohl abgeschwächt als auch verstärkt). So wurden beispielsweise in Trier im Zeitraum von 1951 bis 1961 durchschnittlich 0,4 Frosttage im Mai gemessen (das sind vier Tage innerhalb von zehn Jahren), von 1991 bis 2006 dagegen keine. Der Frühlingsbeginn liegt offenbar einige Tage früher als vor Jahren.[4]
Betrachtet man in Deutschland die letzten 100 Jahre und definiert den möglichen Zeitraum der Eisheiligen (ohne Berücksichtigung der Kalenderreform) zwischen dem 8. und 18. Mai, so ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 39 Prozent für ein Temperaturspektrum um +10 Grad (+/− 2 Grad). In 61 Prozent der Fälle trafen die Eisheiligen nach heutigem Kalender nicht zu.[5] Andererseits wird berichtet, ein tatsächlicher kurzer Temperaturrückgang in der Zeit um den 22. Mai sei wissenschaftlich bestätigt.[2][6] Dies entspräche genau dem Zeitraum der Eisheiligen im 15. Jahrhundert.
Langjährige Messreihen in Payerne (Schweiz) zeigen keine Häufung von Frost während der Eisheiligen (weder nach julianischem noch nach gregorianischem Kalender). Doch tritt in der überwiegenden Mehrheit der Jahre mindestens ein- oder zweimal im Mai Bodenfrost auf, in knapp der Hälfte der Jahre gibt es im Mai mehr als zwei Tage mit Bodenfrost.[3] In ganz seltenen Fällen kann es auch noch im Juni zu Bodenfrost kommen und Hitzetage während der Eisheiligen kommen vereinzelt auch vor.[7]
Eine Auswertung von 50-jährigen Messreihen durch GeoSphere Austria zeigt für verschiedene Orte in Österreich einen deutlichen Temperatureinbruch zur Zeit der durch die Gregorianische Kalenderreform verschobenen Eisheiligen,[8] was in hohen Lagen zu Frost führen kann.
Ein weiterer Kälteeinbruch im Juni ist unter dem Namen Schafskälte bekannt.
Im Laufe der Zeit haben sich verschiedene Bauernregeln und Sprichwörter entwickelt, die auf die Eisheiligen Bezug nehmen:
Ausserhalb der reformierten Kirchen zählen die Eisheiligen zu den Wetterheiligen; sie waren Bischöfe und christliche Märtyrer im 4. oder 5. Jahrhundert.
Und dann gibt es noch die bündnerischen Eisheiligen
Bonifaz
Pankraz
Servaz
Unterfaz und
Oberfaz
Freitag, 8. Mai 2025
Architekt Zumthors Wurf in Los Angeles
Pressebild, das um die Welt ging.
Der Schweizer Architekt Peter Zumthor hat in Los Angeles das Los Angeles County Museum of Art (LACMA) mit dem spektakulären Neubau der David Gef-fen Galleries massgeblich neu gestaltet. Nach jahrelangen Debatten und Bauphasen wurde das monumentale Gebäude im April 2026 offiziell eröffnet.
Der Neubau: David Geffen Galleries
Der markante Entwurf zeichnet sich durch eine fliessende, amöbenartige Form aus, die den Wilshire Boulevard überspannt.
Architektur:
Ein 275 Meter langer Baukörper aus sandfarbenem Sichtbeton und Glas, der auf sieben Pavillons rund neun Meter über dem Strassenniveau schwebt.
Konzept:
Alle Kunstwerke befinden sich auf einer einzigen, horizontalen Ebene ohne feste Rundgänge, um traditionelle Hierarchien aufzubrechen und ein freies Wandeln ("Wandering") zu ermöglichen.
Eröffnung: Die feierliche Eröffnungsgala fand am 16. April 2026 statt. Seit dem 4. Mai 2026 ist das Museum für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
Highlights und Neuerungen
Organisationsprinzip:
Statt chronologisch wird die Kunst nach Weltmeeren (Pazifik, Indik, Atlantik, Mittelmeer) gruppiert, um kulturellen Austausch zu verdeutlichen.
Öffentlicher Raum: Rund um das Gebäude entstanden ca. 1,4 Hektar neue Aussenflächen mit Skulpturengärten und Kunstwerken von Künstlern wie Jeff Koons oder Alexander Calder.
Infrastruktur:
Parallel zur Eröffnung ging am 8. Mai 2026 die neue Metrostation "Wilshire/-Fairfax" in Betrieb, was den Zugang für Besucher erheblich verbessert.
Kosten und Kontroversen
Das Projekt kostete insgesamt rund 724 Millionen US-Dollar. Kritiker bemängelten während der Planungsphase vor allem den Verlust an Aus-stellungsfläche im Vergleich zu den abgerissenen Vorgängerbauten und die hohen Kosten. Befürworter loben hingegen die architektonische Kühnheit und das innovative Museumserlebnis.
Peter Zumthor (* 26. April 1943 in Basel) international tätiger Schwei-er Architekt, ehemaliger Denkmalpfleger und emeritierter Universitätsprofessor.
Peter Zumthor wuchs als Sohn des Schreinermeisters Oscar Zumthor auf und absolvierte bei ihm eine Ausbildung zum Möbelschrei-ner in Oberwil bei Basel. Anschliessend studierte er bis 1963 Innenarchitektur und Design an der -Kunstgewerbeschule Basel und bis 1966 Architektur und Industrial Design am Pratt Institute in New York.
Nach dem Studium arbeitete er zehn Jahre lang in der Denkmalpflege des Kan-tons Graubünden in Chur und setzte sich in alpinen Seitentälern, etwa dem Val Lumnezia, für den Erhalt historischer Bausubstanz ein.
1978 gründete er mit Rudolf Fontana die Ortsgruppe Graubünden des Schweiz-erischen Werkbundes.
1979 gründete er ein eigenes Architekturbüro in Haldenstein, das er zwischen 2008 und 2018 mit Partner Rainer Weitschies leitete und seit-dem wieder eigen-ständig, nachdem Weitschies nach über 25 Jahren aus dem Atelier ausstieg.
Zumthor lehrte als Lehrbeauftragter an der Universität Zürich (1978), als Gast-professor am Southern California Institute of Architecture in Santa Monica (1988), an der TU München (1989) und den Kenzo Tange Chair an der Graduate School of Design Harvard University (1999), an der Sommerakademie Graz (1989) und als Professor an der Accademia di Architettura di Mendrisio (1996–2008).
Er war mit Annalisa Zumthor-Cuorad verheiratet, die als Architektin seine Arbei-ten mitverwirklichen half und ausserdem als Schriftstellerin und Herausgeberin von rätoromanischer Literatur, als Lehrerin und als Direktorin der Therme Vals ab 1999 zusammen mit Claudia Knapp tätig war. Sie verstarb im Alter von 78 Jahren nach 12 Jahren Erkrankung mit Ataxie im Januar 2026. Er hat mit ihr drei er-wachsene Kinder. Zumthor spielt in seiner Freizeit Jazz mit dem Kontrabass. Sein Sohn Peter Conradin Zumthor ist Musiklehrer und Jazz-Schlagzeuger.
(Quelle: Wikipedia)
Donnerstag, 7. Mai 2026
Glarnerland
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Kann auch unter [email protected] abgerufen werden.
Donnerstag, 7. Mai 2026
Helen Landolt-Rusterholz verstorben
Eine liebe Schulkollegin, wir waren zwei Jahrgänge bei Hermann Bühler
in der 3. und 4. Primarklasse, ist heute gestorben. Sie wohnte in der letzten Zeit in einer Alterswohnung Letz 19. Hermann Bühler führte eine Doppelklasse. Ab-wechslungsweise eine Mädchenklasse und daneben einen Jahrgang jünger eine Bubenklasse. Helen war in der 4. Klasse, wirr Buben in der 3. Helen ist mir als ein feines, sensibles und zurückhaltendes blondes Mädchen in Erinnerung. Sie war Gespänlein von Elisabeth Schwitter, Sigersten. Sie heiratete Kurt Landolt, einen Näfelser Bürger, der ausserhalb des Kantons aufgewachsen und später als Hilfsschullehrer nach Näfels gewählt worden war. Ich kannte ihn in den späteren fünfziger Jahren als kameradschaftlichen Lehrerkollegen mit vorzüglichem Charakter und feinsinnigem Humor. Später bezogen sie ein gemütliches Eigenheim am Sonnenweg und waren nach meiner Einschätzung ein sehr glückliches Ehepaar mit zwei Kindern. Leider verstarb Kurt schon früh.
Mit Helen verschwindet nun aus unserer Dorfgemeinschaft eine feine Frau mit viel Sympathie und Freundlichkeit.
Sie stammte aus der Familie August Rusterholz, der eine mechanische Werk-stätte an der Burg betrieb und eine schöne Familie pflegte. Die grosse Familie Rusterholz war eine Bereicherung unserer Dorfbevölkerung. Mit Wehmut nehmen wir von ihr Abschied und wünschen ihr die ewige Ruhe.
Näi, nüd fotigrafiärä!
Was hani gsäit? Nüt abnih!
Mittwoch, 6. Mai 2026
Klassenzusammenkunft der 39-er
Klassenzusammenkunft der 1939-er aus Näfels
Vorzüglich organisiert durch Bernadette Hausmann-Landolt und Rosemarie Heg-ner-Murer tafelten wir im "Schützenhof" in steter Gemütlichkeit und Wiederse-hensfreude bei munteren Gesprächen und Erinnerungen an früher mit anschlies-sendem Kaffehöck im "Kaffi Märchy" im "Haus zur Beuge".
Mit von der Partie waren: Das aufgestellte Dutzend!
Johanna Baumgartner-Stucki
Sara Salvade-Eberle
Huberta Fleischli-Hauser
Silvia Gerber-Schärer
Fridolin Hauser-Holzer (Fridli Osterhazy)
Li Hauser-Leiser
Bernadette Hausmann-Landolt
Rosemarie Hegner-Murer
Silvia Mächler-Fischli
Wisi Oswald-Glarner
Kurt Reumer-Landolt
Koni Schwitter
Rosemarie verlas einige Entschuldigungen, hatte Telefonate und organisierte einige Grusskarten an Verhinderte, die alle unterzeich-neten. Bernadette informierte über seine Kontakte.
Herzliche Dank an die zwei Organisatorinnen!
Nächste Klassenzusammenkunft in einem Jahr!
Unsere Ahnengalerie der Vorausgegangenen:
Dienstag, 5. Mai 2206
Landratswahlen in Sicht
Auf los, geht's los!
Landsgemeindesonntag, 3. Mai 2026
Die Berichterstatter und Berichterstatterinnen im Einsatz. Die Südostschweiz Glarus (Glarner Nachrichten) präsentiert ihr Team, dass die Landsgemeinde verfolgt und Infos dazu hereinholt. Es sollen sogar 15 Journalisten und Journalistinnen unterwegs sein, nicht alle sind auf dem Bild.
Ich wiederhole meine Parole:
Die Landsgemeinde ist der Kopf des Glarnervolkes, die Näfelser Fahrt das Herz.
Tadellose Führung der Landsgemeinde - Sachliche Voten - Diszipliniertes Stimmvolk.
Die diesjährige Landsgemeinde war eine Vorzeige-Landsgemeinde.
Dieses schwöre ich! Landammann im Moment der Vereidigung
glarus24.ch berichtet:
An der diesjährigen Landsgemeinde herrschte zwar grosser Redebedarf, aber anscheinend kaum Handlungsbedarf, denn am Schluss folgte die rund vier-stündige Versammlung fast allen Anträgen von Land- und Regierungsrat.
Einzig beim Entlastungspaket wurden zwei Anträge erfolgreich durchgebracht. So bleibt die Steuerrekurskommission bestehen und auch der kantonale Beitrag an die Transportkosten von Lehrlingen wird weiter ausbezahlt.
Im gleichen Traktandum gab es zum Fahrkostenabzug zwei Anträge: auf der einen Seite wollte man dabeibleiben, dass es keine Obergrenze gibt, auf der anderen Seite, dass der Betrag von 6000 auf 4000 Franken gesenkt wird. Beides fand keine Mehrheit.
Ebenfalls zwei Anträge gab es beim Gesetz über die Strassenverkehrsabgaben, so eine Streichung der Übergansfrist der Abgaben für E-Fahrzeuge.
Ähnliches Bild auch bei der Änderung bei der Krankenversicherung. Hier wurde ein Sozialziel von 12 Prozent sowie die progressive Berechnung beantragt, bei-des wurde deutlich abgelehnt.
Auch keine Chancen hatten die Memorialsanträge über gemeinnützigen Woh-nungsbau, der Velorouten sowie der als unerhebliche erklärte Antrag zur Rede-zeitbegrenzung von drei Minuten an der Landsgemeinde.
Ohne Wortmeldung angenommen wurden dagegen der Steuerfuss 2027, die Gesetzesänderungen für Krisensicherheit des politischen Systems, die Änderung des Gesetzes über das bäuerliche Bodenrecht, die Änderung der Abgeltung der Tierhalter bei sehr wahrscheinlicher Tötung durch zum Beispiel Wölfe.
Ausserdem wurde wortlos dem Verpflichtungskredit von 1,4 Millionen Franken für das neue Verwaltungsgebäude in Glarus zugestimmt.
Wahlen
Auch in den Gerichten standen in diesem Jahr die Gesamterneuerungswahlen an. Alle bisherigen Personen, die sich für die neue Legislatur zur Verfügung stel-len, wurden mit einem Landammannen-Mehr bestätigt.
Das entsprechend eindeutige Vertrauen erhielt auch Markus Heer als neuer Landammann und Marianne Lienhard als Frau Landesstatthalter.
Neu ins Obergericht wurden Susanne Elmer-Feuz und Thomas Villiger gewählt. Das Verwaltungsgericht komplettieren Livia Gisler-Freitag, Nadine Küng und Annabelle Leisinger-Meyer. Zudem hat neu Saskia Aebli Einsitz im Kantonsgericht.
Landsgemeinde von oben - vom Tandem-Gleitschirm Albert Schmidt
Die Sicht aus der Luft auf die Landschaften und Dörfer des Glarnerlandes war mir aber als Gleitschirmflieger seit 1992 tief vertraut. Ich besorgte mir von Walter Beer, dem Nachfolger im Fotohaus Schönwetter, meine erste digitale Spiegel-reflex. Doch mit der recht schweren Kamera den Flügel zu steuern und gleich-zeitig die Bildausschnitte und damit die Komposition des Bildes auszuwählen, das schien mir zu riskant. Hanspeter Beglinger von den Engi-Flyers war sogleich bereit für einen Tandemflug. Zu Beginn der Landsgemeinde starteten wir ober-halb der Ennetberge, zum Glück bei «Landsgemeinde-Prachtswetter».
Nun gab es aber für das Flugfoto-Projekt klare Anweisungen zu befolgen: Die Kantonspolizei hatte mir strikt verboten, direkt über den Ring zu fliegen! Wenn schon keine Bombe, so hätte mir ja die Kamera herunterfallen können. Nach ei-ner Bildserie im Näherkommen auf die Stadt mit dem Ring in der Mitte flogen wir in einem Bogen von der Stadtkirche her in seitlich genügendem Abstand an der Landsgemeinde vorbei. Das war von der Bildkomposition her sowieso idealer als ein direkter Überflug. Das zweitletzte Bild vor der Landung beim Schützenhaus wurde dann im FRIDOLIN-Bildkalender 2010 präsentiert. Dass das Vorhaben glücklich gelang, war für mich Freude und Befriedigung zugleich.
Albert Schmidt
Quelle: Fridolin
Samstag, 2. April 2026
Liebe Einwohnerinnen und Einwohner, geschätzte Heimweh-Dörfler und
liebe Gäste
Wir laden Sie herzlich zu unserem grossen Dorffest ein.
Die Vorbereitungen laufen seit Monaten auf Hochtouren. Unser Organisations-komitee, die lokalen Vereine und unzählige freiwillige Helfende stecken mitten in den letzten Vorbereitungen, um für Sie ein Fest der Extraklasse auf die Beine zu stellen. Die Vorfreude bei uns allen ist riesig und wir können es kaum erwarten, bis es endlich losgeht.
Sie werden sehen: Das Programm ist so bunt und vielfältig wie unser Dorf selbst. Von kulinarischen Leckerbissen über mitreissende Live-Musik bis hin zu tollen Attraktionen für unsere kleinsten Gäste ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Ein Dorffest lebt von den Menschen, die es besuchen. Es ist die perfekte Gelegenheit, alte Bekannte wiederzutreffen, neue Nachbarn kennenzulernen und gemeinsam das Leben zu feiern. Bringen Sie Ihre Familie, Freunde und eine grosse Portion gute Laune mit.
Ein riesiges Dankeschön geht bereits heute an alle Sponsoren, Gönner und Helfer, die dieses Fest überhaupt erst ermöglichen. Ihr Einsatz ist das Fundament für unseren Erfolg.
Des Weiteren richten wir unseren grossen Dank an das OK des Glarner-Bündner Kantonalschwingfests. Dank seiner grossartigen Organisation und der grosszügi-gen Bereitstellung des Festareals haben wir die perfekte Grundlage für unser gemeinsames Wochenende erhalten.
Ich freue mich darauf, Sie bald alle persönlich auf dem Festplatz zu begrüssen. Lassen Sie uns gemeinsam ein unvergessliches Fest feiern!
Herzliche Grüsse
Philipp Stucki
OK-Präsident Dorffest Näfels 2026
Programmübersicht
Samstag, 23. Mai 2026
Aufritte Festzeltbühne
12.00 Uhr – Steelband Stahlchäfer
13.30 Uhr – Young Winds
15.00 Uhr – Steelband Stahlchäfer
16.00 Uhr – Neuzuzügeranlass, Harmoniemusik
17.15 Uhr – Blächzend
18.15 Uhr – Gugge Chäller Rattä
19.00 Uhr – Blächzend
20.00 Uhr – Tambouren und Harmoniemusik
21.15 Uhr – Gugge Chäller Rattä
21.30 Uhr – DJ Schnitz
12.00 – 00:00 Uhr: Barbetrieb, Festwirtschaft und gemütliches Beisammensein.
13.00 – 19.00 Uhr: Gabentempel geöffnet
Ende des Festes: um Mitternacht (00:00 Uhr)
Highlight
18:00 Uhr – Grosse Verlosung
Hauptgewinn 2 Übernachtungen im Märchenhotel Braunwald und weitere tolle Preise.
Vereinsaktivitäten Festgelände
Spiel, Spass und Sport mit den folgenden Näfelser Vereinen auf der Festwiese von 11.00 bis 17.00 Uhr – Komm vorbei und gewinne attraktive Preise!
Sonntag, 24. Mai 2026 – Pfingstfest
Aufritte Festzeltbühne
11.30 Uhr – Schwinger Bar, Festzelt und Gabentempel offen
10.30 Uhr – Ökumenischer Pfingstfest-Gottesdienst (Hilariuskirche) mit dem Heimatchörli Ennenda anschliessend: Feierlicher Auszug aus der Kirche zum Festplatz
11.45 Uhr – Apéro für alle Gottesdienstbesucher, anschliessend Mittagessen
12.00 Uhr – Blächzend
ab ca.12.30 bis ca. 18.00 Uhr – Unterhaltung mit dem Ländler-Trio Augenschmaus
13.00 – 19.00 Uhr: Gabentempel geöffnet
13.00 Uhr – Auftritt des Heimatchörli Ennenda
15.00 Uhr – Feierliche Vergabe des goldenen Gerbi-Hundes (Fridolin Hauser), umrahmt von Blächzend
16.00 Uhr – Gymnastik-Auftritt Turnerinnen Verein TnV (Wiese)
18.00 Uhr – DJ Schnitz
22.00 Uhr – Fest-Ende
Dorffest-OK vlnr
Daniel Landolt (Unterhaltung), Böbi Fischli (Sponsoring), Irene Schneider Cortesi (Personal / Helfer), Jan Mariacher (Bau / Dekoration), Philipp Stucki (OK-Präsi-dent). Thomas Langer (Finanzen / Kasse). Taria Hösli (Sekretariat / Werbung), Stefan Fischli (Festwirtschaft),
nicht auf dem Foto:
Arben Dzelili (Sicherheit), Thomas Tschudi (Beisitzer)
Chundsch au, hä?!
Samstag, 2. Mai 2026
Armin Oswald in Australien unerwartet verstorben
Durch eine liebe Bekannte erfahre ich, dass offenbar Armin Oswald, ein lieber Freund schwerkrank im Spital in Ausstralien verstorben sei. Weitere Informa-tionen stehen derzeit noch aus. Armin war ein regelmässiger Besucher der Klassenzusammnkunft des 50-er-Jahrgangs in Näfels, er hatte vor, an das dies-jährige eidgenössische Jodlerfest zu kommen. Vor Jahren war er mit seinem Jodelclub in Australiern in der Schweiz, übernachtete im "Aeschen" (Massen-ager) und war mit der ganzen Corona an einem Fridlini In Bad Säckingen.
Armn schrieb hin und wieder für meine Rubrik "Exilnäfelser..." Letzter Enail Kontakt war im Dezember 2025. Er freute sich auf den nächsten Heimatbesuch zum Eidgenössischen Jodlerfest.
Letzte Begegnung am 3. Sepember 2025. Wir trafen uns kurz im Kaffi Märchy zu einem Kaffee. Links Armin Oswald, rechts Peter Müller, sein Cousin. Armin war zum Eidgenössischen Älpler- und Schwingfest Ende August im Glarnerland und besuchte die Klassenzusammenkunft am Freitag, 5. September 2025 in Näfels.
Sein verschmitztes Lächeln ist auf dem Foto zum letzten Gruss geworden. Armin war ein "Heimwehglarner", angeblich hatte er geplant, seine alten Tage in Näfels zu verbringen. Daraus wird nun nichts. Möge er in australischer Erde ruhen und seinen Frieden fnden.
Siehe auch Rubrik "Exilnäfelser- und Exilnäfelserinnen" vom 3. September 2025
Plattenkreuz auf dem Plattenköpfli ob Näfels
als Abschiedsgruss an Freund Armin
Nachtrag
Soeben heute (15 Uhr 07) ist folgende E-Mail eingetroffen:
Llieber Herr Hauser (Fridly Osterhazy),
Wir haben eine sehr traurige Nachricht an Sie, dass Ihr Freund, mein Bruder Armin Oswald am Freitag, April 24, von Gott zu sich gerufen worden ist.
Armin war sehr krank und ist dann im Schlaf erloest worden von seinen Schmerzen.
Armin war vorbereitet, und er sagte zu mir am Tage vorher bitte seinen Freunden liebe Gruesse zu uebermitteln, und dass er diese Freund-schaften mit sich ins Nachleben mitnehmen wird.
Wir wuenschen Ihnen fuer Ihre Zukunft alles Beste wie moeglich, und viele gute Tage mit freudigen Ereignissen unterstuetzt von unserem Schoepfer.
Wir verbleiben mit ehrhaften Gruessen aus Australien.
Trauerfamilien:
Luki Oswald-Schmid mit Katja & Angela
Bruno & Rosmarie Oswald mit Denise, Jimmy, Nathalie & Chantal
Antwortmail / Kondolation Samstag, 2. Mai 2025 16 Uhr
Lieber Bruno, liebe Luki und Familie, lieber Trauerfamilien
Mit Bestürzung nehme ich Kenntnis vom unerwarteten Tode des lieben Freundes Armin.
Noch im Dezember schrieb er mir per Email, er freue sich auf das Eid-genössische Jodlerfest in diesem Jahr, zu dem er in die Schweiz fliegen werde.
Noch am 3. September letzten Jahres traf ich ihn in Näfels, als er zum Eidg. Aelpler und Schwingerfest nach Mollis gekommen war und anschliessend noch die Klassenzusammenkunft besuchte.
Und nun ist es schwer fassbar, dass er verstorben sei.
Beigeheftet die letzte Aufnahme mit Cousin Peter Müller
Wir trafen uns am 3. September 2025 im neuen Kaffi Märchy (vis-à-vis vom Hauser Vogels Kleidergeschäft) zu einem munteren Austausch.
Ich spreche Euch mein herzliches Beileid aus und versichere Euch, dass ich Armin meiner Lebtag in lieber Erinnerung behalten werde.
Mit stillem Gruss
Fridolin Hauser alias Fridli Osterhazy
Fridolin Hauser alias Fridli Osterhazy
Gerbi 34
CH-8752 Näfels
055-612 35 13 078 421 34 58
Email: [email protected]
Homepage: www.hauserfridolin.ch
Ruhe in Frieden
Freitag, 1. Mai 2026
Spezialkursangebot der Pfarrei
"Kintsugi" - die Kunst, unsere Brüche in Gold zu verwandeln
Dieser Flyer wurde mir heute Morgen in die Hand gedrückt. Selbstverständlich hat eine sol-che Propaganda auch auf dieser Homepage Platz.
Kintsugi (japanisch 金継ぎ „Goldverbindung, -flicken“) oder seltener Kintsukuroi (金繕い, „Goldreparatur“)[
ist eine traditionelle japanische Reparaturmethode für Keramik. Keramik- oder Porzellanbruchstücke werden mit Urushi-Lack geklebt, fehlende Scherben wer-den mit einer in mehreren Schichten aufgetragenen Urushi-Kittmasse ergänzt, in die feinstes Pulvergold oder andere Metalle wie Silber und Platin eingestreut wer-den. In Anlehnung an Streubilder (maki-e) entstehen die für Kintsugi charakte-ristischen Dekorationseffekte.
Die Kunst des Kintsugi, bei der zerbrochene Keramik mit einer Lackschicht repa-riert wird, die mit Gold-, Silber- oder Platinpulver vermischt ist, hebt den Schaden hervor und würdigt die Geschichte und Vergänglichkeit des Objekts. Dies ent-spricht den Prinzipien von Mono no Aware und Wabi-Sabi. Die Formen, Farben (oft gedämpft) und Texturen (manchmal rau) japanischer Keramiken, insbeson-dere solcher, die mit der Teezeremonie in Verbindung stehen, können ein Gefühl von „Mono no Aware“ hervorrufen. „Mono no Aware“ ist ein japanischer Ausdruck, der Einfachheit, Natürlichkeit und die Schönheit der Unvollkommenheit be-schreibt.
Vor dem Hintergrund des sich stärker verbrei-tenden Zen-Buddhismus entwickelte sich im Japan des 16. Jahrhunderts auf Betreiben ei-niger Teemeister trotz des Widerstandes der wohlhabenden Klasse, welche die Teezere-monie als Tradition zur Vorführung von Glanz und Luxus betrieb, ein neues ästhetisches Prinzip – Wabi Sabi. Die japanische Wabi-Sabi-Ästhetik reicht von einer metaphysi-schen Basis über geistige Werte, moralische Vorschriften bis hin zur stofflichen Qualität, die auch in der Teekunst zum Ausdruck kommt und sich auf viele Bereiche der Kunst und Kultur auswirkt. Die Einfachheit und die Wertschätzung der Fehlerhaftigkeit stehen im Zentrum dieser An-schauung. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich Kintsugi – die Goldver-bindung, die den Makel hervorhebt.
Kintsugi 金継ぎ ist die japanische Kunst, Zerbrochenes wieder zusammen zu setzen.
Es bedeutet sprichwörtlich “goldenes Zusammensetzen”. Kintsugi ist eine aufwendige Reparaturtechnik, bei der Keramikstücke wieder zu einem neuen Ganzen zusammengesetzt werden – die Narben werden an-schliessend mit echtem Gold bedeckt.
Der Ursprung des Kintsugi ist unbekannt. Einer Legende zufolge ent-stand die Technik Ende des 15. Jahrhunderts, als die chinesische Tee-schale des Shogun Ashikaga Yoshimasa zerbrach. Der Legende nach schickte er die Schale zur Reparatur nach China. Als die Schale zurück-am, wurde sie mit Heftklammern geflickt, einem Verfahren, bei dem Me-tall in gebohrte Löcher auf beiden Seiten der Bruchstelle gesteckt wird, um die Teile zusammenzuhalten. Yoshimasa gefiel das Aussehen nicht, und er bat japanische Handwerker, eine neue, ästhetischere Methode zu entwickeln - die Anfänge des Kintsugi.
Es ist unklar, wie viel von dieser Geschichte wahr ist; sie deutet darauf hin, dass Kintsugi erst nach dem 15. Jahrhundert weit verbreitet war, et-wa zu der Zeit, als die japanische Teezeremonie entwickelt wurde. Bei diesem Brauch, einer intimen Zusammenkunft mit besonderen und strengen Regeln, steht die Beziehung zwischen Gastgeber, Gästen und den sie umgebenden Gegenständen, wie hängenden Bildern und Tee-tensilien, im Vordergrund. Jahrhunderts verfeinerten der japanische Tee-meister Sen Rikyū und andere die Teezeremonie und begründeten die Ästhetik von Wabi und Sabi, die auch für die Entwicklung der japa-nischen Keramik von Bedeutung war.
Montag, 27. April 2026
Heute in den Glarner Nachrichten
Das Buch ist abrufbar unter:
https://buecher-von-hans-laupper.jimdosite.com/rittertum-und-hoefische-kultur/
Quelle:
Südostschweiz Glarus - Glarner Nachrichten - Mo 27.04.2026 Nr. 96 Seite 3
Sonntag, 26. April 2026
Jetzt ist der Zapfen ab!
Korkfabrik Näfels schliesst
2012 hat die Schlittler AG den sukzessiven Rückbau des Betriebs aus wirtschaftlichen Gründen bekannt gegeben. Zurzeit werden die letzten Aufträge abgewickelt. Der Betrieb wird noch vor Ende Jahr eingestellt. Die umfangreichen Liegenschaften an bester Lage werden neuen Nutzungen zugeführt und etappenweise verkauft.
Im Jahre 1871 gründete Fridolin Schlittler-Tschudi in Niederurnen einen Betrieb zur Herstellung von Zapfen aus Naturkork. Seine Nachfahren übersie-delten an den heutigen Standort in Näfels und bauten den Betrieb in mehreren Etappen zu einem grossen Unternehmen aus. Über fünf Generationen konnte das Unternehmen eine grosse Zahl von gefragten Arbeitsplätzen im Glarnerland zur Verfügung stellen.
Die Produktepalette umfasste in erster Linie Zapfen und Verschlüsse für Wein-bau, Weinhandel und das Spirituosengewerbe, später Spezialitäten für Industrie und Bau. Nach der Jahrtausendwende zeichnete sich ab, dass die Rentabilität am Schweizer Standort mittelfristig nicht mehr genügend war. Die Produktion wurde deshalb eingestellt. Zurzeit werden die noch bestehenden Lagervorräte verwertet und die Liegenschaften geräumt.
Die Schlittler AG betreibt auch die einzige Altkorken-Mühle in der Schweiz. Über ein Netz von Sammelstellen wurden in der Schweiz gebrauchte Flaschen-korken gesammelt. Das in der Korkenmühle zu Granulat verarbeitete Rezyklat kam im biologischen Hochbau als Schüttisolation zum Einsatz. Die Sammlung von gebrauchten Korkzapfen wurde dem Fachhaus Dübendorf übertragen.
Fridolin Schlitter-Tschudi war der Pionier der "Korki" (1839-1902)
(Foto: Südostschweiz - Glarner Nachrichten)
Die Zukunft ist geplant
Die erste Verkaufsetappe ist bereits abgeschlossen.
Das Areal West wurde einem einheimischen Gewerbebetrieb verkauft, der ein modernes Produktionswerk für Stein und Glas errichtet.
Die zweite Etappe umfasst 7500 m2 erstklassiges Bauland (Nordareal) für Industrie und Gewerbe. Mit dem Verkauf wird in den nächsten Tagen begonnen, wobei bereits eine erhebliche Nachfrage nach diesem guten Standort ersichtlich ist.
In der dritten Etappe (Südareal) werden die bestehenden Fabrikgebäude abge-brochen und durch ein modernes Bürogebäude für Dienstleistungen und Gewer-be ersetzt. Die Planung ist weit fortgeschritten. Nach fünf Jahren Verhandlungen über einen vernünftigen Bachabstand zeichnet sich nun endlich eine Lösung ab. Die geplanten Aktivitäten sind auf www.korki.ch abrufbar.
Ruedi Schlittler präsentiert ein gerahmtes hisosches Poster der "Schlitter Frères Mollis" (Quelle: www.korki.ch)
Auf dem ehemaligen Areal der Korkfabrik in Näfels wurde ein neuer Gewer-bebau realisiert, der die industrielle Vergangenheit des Orts respektiert und zu-gleich eine zeitgemässe architektonische Antwort auf seine Umgebung formuliert. Bis 2012 wurde das Gelände für die Korkproduktion genutzt – nun bietet das Gebäude neue Flächen für Gewerbe, Lager und Büro unter einem architek-tonisch klar artikulierten Dach.
Der Baukörper orientiert sich in seiner Ausrichtung an der Schwärzistrasse und fügt sich mit seiner zurückhaltenden, tektonisch gegliederten Form selbstbe-wusst ins gewerblich geprägte Umfeld ein. Durch die Staffelung in der Höhe wird die grosse Baumasse differenziert, was dem Volumen Leichtigkeit verleiht und zugleich stadträumliche Bezüge herstellt.
Zwei tiefe Einschnitte in der Fassade strukturieren den Baukörper zusätzlich und schaffen in Verbindung mit Lichthöfen eine hochwertige natürliche Belichtung der innenliegenden Arbeitsbereiche. Im zweiten Obergeschoss sorgt ein bepflanzter Patio für Belichtung, Belüftung und eine hohe Aufenthaltsqualität – ein Innenraum mit Aussenwirkung, der das architektonische Konzept der Durchlässigkeit unter-streicht.
Die Fassade aus dunkel gehaltenem Sichtmauerwerk verweist mit ihrer Mate-rialität auf die industrielle Geschichte des Ortes und verleiht dem Neubau eine ro-buste, langlebige Anmutung. Die sorgfältige Detaillierung und das ruhige Fassa-denbild stärken die architektonische Präsenz und integrieren das Gebäude selbstverständlich in den Kontext.
Ein zentrales Element der Gesamtplanung war die Gestaltung des Aussen-raums: Das entlang der Parzelle verlaufende Klein-Linthli wurde vollständig offengelegt und renaturiert. Damit wird nicht nur ein ökologischer Mehrwert ge-schaffen, sondern auch ein identitätsstiftendes Element für das gesamte Areal
(Quelle: Baugesellschaft Korki c/o Jung Architektur GmbH).
Samstag, 25. April 2026
Liäber ä Schpatz i dr Hand, as ä Tuubä uffem Tach
Wer kennt nicht dieses Sprichwort? "Spatzähirni" ist ein Schimpfwort. Aber Spatzen sind wieder da und frech dazu. Im Café Gabriel kamen sie sich sogar bis an den Tisch und bettelten um Brotkrumen. Fällt eine Brotkrume zu Boden, schwirren meist mehrere und der Schnellste pickt sie auf.
Die neuste Begegnung ist ein Grund, nach Beschreibungen der munteren Kerle nachzugehen. Und siehe - die Fülle ist gross:
Aus Wikipedia:
Der Haussperling (Passer domesticus) – auch Spatz oder Hausspatz genannt – ist eine Vogelart aus der Familie der Sperlinge (Passeridae) und einer der be-kanntesten und am weitesten verbreiteten Singvögel. Der Spatz hat sich vor über 10.000 Jahren als Kulturfolger dem Menschen angeschlossen. Nach zahlreichen absichtlichen oder versehentlichen Einbürgerungen ist er mit Ausnahme weniger Gebiete fast überall anzutreffen, wo Menschen sich das ganze Jahr aufhalten.
Der Haussperling ist ein kräftiger und etwas gedrungener Singvogel. Er wiegt rund 30 Gramm und erreicht eine Körperlänge von 14 bis 16 Zentimetern – er ist wenig grösser als der nah verwandte Feldsperling. Der Haussperling fällt beson-ders durch seinen großen Kopf und den kräftigen, konischen Schnabel auf. Die Länge der Flügel beträgt 71 bis 82 Millimeter, die Spannweite misst etwa 23 Zen-timeter. Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in ihrer Färbung: Die Männchen sind deutlich kontrastreicher gezeichnet als die Weibchen, sie haben eine schwarze oder dunkelgraue Kehle und einen schwarzen Brustlatz, der aber im Herbst nach der Mauser von helleren Federrändern verdeckt sein kann. Der Scheitel ist bleigrau und von einem kastanienbraunen Feld begrenzt, das vom Auge bis in den Nacken reicht. Die Wangen sind hellgrau bis weisslich. Der Rücken ist braun mit schwarzen Längsstreifen. Die Flügel sind ebenso gef-ärbt; eine weiße Flügelbinde ist deutlich erkennbar, eine zweite nur angedeutet. Brust und Bauch sind aschgrau. In Stadtzentren und Industriegebieten ist das Gefieder infolge von Verschmutzung meist weit weniger kontrastreich. Relativ häufig treten teilalbinotische Individuen auf.
Älterer Nestling
Die Weibchen sind unscheinbarer als die Männchen und matter braun, aber sehr fein gezeichnet. Die Oberseite ist hell graubraun, der Rücken schwarzbraun und gelbbraun gestreift. Der ebenfalls graubraune Kopf hat einen hellen Überau-genstreif, der vor allem hinter dem Auge deutlich ist. Jungvögel sehen wie Weib-chen aus, sie sind nur etwas heller und gelblicher gefärbt. Sie bleiben, nachdem sie flügge geworden sind, einige Tage an den gelblichen Schnabelwülsten er-kennbar.
Federkleid und Mauser
Die Jugendmauser ist eine Vollmauser und beginnt im Alter von sechs bis acht Wochen. Damit die Mauser vor Beginn der ungünstigeren Witterungsperiode ab-geschlossen ist, kann sie je nach Zeitpunkt des Schlüpfvorgangs von durch-schnittlich 82 auf 64 Tage verringert sein. Die Jahresmauser der Altvögel ist ebenfalls eine Vollmauser. Sie findet in Mitteleuropa in den Monaten Juli oder August statt. Bei Gefahr oder Stress neigen Sperlinge auch zur Schockmauser. Das Sperlingsgefieder besteht vor der Mauser aus 3200 Federn, die insgesamt 1,4 Gramm wiegen. Unmittelbar nach der Mauser sind es ungefähr 3600 Federn mit einem Gewicht von 1,9 Gramm. Zur Pflege des Gefieders nehmen die Tiere Staubbäder, um sich vor Federparasiten zu schützen.
Flug
Haussperlinge fliegen schnell und geradlinig, relativ niedrig und meist vom Nist-platz zu einem nahe gelegenen Baum oder Gebüsch. Dabei können sie Ge-schwindigkeiten von annähernd 60 Kilometern pro Stunde erreichen. Die Flügel schwingen in der Sekunde etwa 13 Mal auf und ab. Der Distanzflug ist leicht wellenförmig mit fallenden Gleitphasen, in denen die Flügel leicht angelegt sind, der Flug ist dabei aber im Vergleich zu den Finkenarten flacher gewellt. Bei der Futteraufnahme können sie auch kurzzeitig in der Luft stehen wie Kolibris.
Stimme
Als gesellige Vögel verfügen Haussperlinge über viele Rufe. Der übliche Warnruf bei Luftfeinden ist strukturell abweichend gegenüber anderen Sperlingsvögeln ein weiches, getrillertes „drüüü“, wobei dieser Ruf auch gelegentlich gegenüber grös-eren Nahrungskonkurrenten wie Möwen verwendet wird. Vor Bodenfeinden wird mit anhaltendem nasalen Rufen wie „kew kew“ oder auch „terrettett“ gewarnt.
Der Gesang des Haussperlings wird nur vom Männchen vorgetragen und besteht aus einem monotonen, relativ lauten, rhythmischen „Tschilpen“ (meist einsilbig, auch „schielp“, „tschuip“, „tschirp“, manchmal auch zweisilbig wie „tschirrip“ oder „tschirrep“). Die Tonhöhe und die Anordnung der Elemente variieren von Vogel zu Vogel erheblich. Während des Singens vergrössert sich der Kehllatz. Analysen haben ergeben, dass diese Lautäußerungen komplex komponiert sind und so-wohl individuelle Merkmale als auch Stimmungen darin codiert sein können.
Zur Kopulation fordern Männchen und Weibchen mit leisen, gezogenen und nasalen Lauten auf, Weibchen verwenden dabei ein wiederholtes „djie“, der Ko-pulationsruf des Männchens ist ein wisperndes „iag iag“. Daneben gibt es einige weitere situationsabhängige Rufe, deren Dauer, Obertonstaffelung und -mo-dulation recht verschieden gestaltet sein können (Stimmbeispiel).
Freilebende Haussperlinge sind auch in der Lage, Alarmrufe von Staren und Amseln zu kopieren. Zudem zeigen jüngere Forschungen, dass die Alarmrufe an-erer Vogelarten durchaus verstanden werden. Heute ist relativ unbekannt, dass Haussperlinge auch sehr lernfähige „Gesangsschüler“ sind. Im 18. Jahrhundert war es ein beliebtes Spiel, aufgezogenen Vögeln Lieder beizubringen. Es gibt eine stattliche Anzahl von Berichten und Belegen dafür, dass Haussperlinge, die beispielsweise in Gesellschaft von Kanarienvögeln aufgezogen wurden, deren rollendes Geträller perfekt erlernen, auch wenn sie dies mit ihrer rauen und lauten Stimme imitieren.
Verbreitung
Das ursprüngliche paläarktische und orientalische Verbreitungsgebiet hat sich nach zahlreichen Einbürgerungen in anderen Kontinenten seit Mitte des 19. Jahr-hunderts fast auf den gesamten Globus ausgedehnt. Heute fehlt der Haus-sperling nur in den Polargebieten, Teilen Nordsibiriens, Chinas und Südost-asiens, in Japan, Westaustralien, dem tropischen Afrika und Südamerika und dem nördlichsten Teil Amerikas. Er ist damit eine der am weitesten verbreiteten Vogelarten. Die nördliche Grenze des Verbreitungsgebiets schwankt zwischen dem 60. und dem 70. Breitengrad. Auf der Südhalbkugel wurden die Landmas-sen mit Ausnahme der Antarktis bis zu den südlichsten Ausläufern besiedelt, nur in Westaustralien wird konsequent versucht, eine Besiedlung zu unterbinden.
In Europa gibt es Gebiete, in denen der Haussperling durch einen nahen Ver-wandten vertreten wird: Auf dem italienischen Festland sowie auf den Inseln Sizilien, Korsika und Kreta hat sich der ebenfalls die Nähe des Menschen suchende Italiensperling etabliert. Auf der iberischen Halbinsel, dem Balkan und in Teilen Nordafrikas lebt der Haussperling gemeinsam mit dem nahe verwandten Weidensperling, der noch kein so ausgesprochener Kulturfolger ist.
Der weltweite Bestand des Haussperlings wird auf etwa 1,6 Milliarden Individuen geschätzt. Allerdings ist die Art seit einigen Jahrzehnten von deutlichen Be-standsrückgängen betroffen. So ist der Haussperling mit einem Rückgang von 246,7 Mio. Exemplaren von 1980 bis 2017 in der Europäischen Union der Vogel, dessen Population im Zeitraum von 1980 bis 2017 mit weitem Abstand am stärk-sten zurückgegangen ist. Insgesamt ist die Zahl aller Vögel im genannten Zeit-raum netto um 560 bis 620 Mio. Exemplare geschrumpft.
Lebensraum
Als ursprüngliches Biotop vor dem Anschluss an den Menschen werden trocken-warme, lockere Baumsavannen vermutet, dies bleibt jedoch mangels gesicherter Daten spekulativ. Beim Vordringen nach Mitteleuropa war der Haussperling be-reits Kulturfolger mit einer ausgeprägten Bindung an den Menschen. Deutlich wurde dies beispielsweise während der Devastierung Helgolands nach dem Zweiten Weltkrieg, während der mit den Menschen auch die Haussperlinge verschwanden und erst nach der Neubesiedlung ab 1952 wieder zurückkehrte. In milden Zonen werden allerdings auch menschenferne Habitate genutzt
Voraussetzungen für Brutvorkommen sind die ganzjährige Verfügbarkeit von Sä-mereien und Getreideprodukten und geeignete Nistplätze. Optimal sind Dörfer mit Landwirtschaft, Vorstadtbezirke, Stadtzentren mit großen Parkanlagen, zoolo-gische Gärten, Vieh- oder Geflügelfarmen und Einkaufszentren. Es werden aber auch aussergewöhnliche Lebensräume besiedelt, wie beispielsweise von der Aueeenwelt abgeschlossene klimatisierte Flughafengebäude. Das höchstgele-gene Brutvorkommen findet sich bei ungefähr 4.500 m im Himalaya, das tiefste bei -86 m im Death Valley in Nordamerika
Wanderungen
In Europa ist der Haussperling fast ausschließlich Standvogel, in geringem Aus-mass auch Kurzstreckenzieher. Nicht dauernd von Menschen bewohnte Sied-lungen im Alpenraum werden im Spätherbst oder Winter auch vom Haussperling geräumt. Die asiatische Unterart P. d. bactrianus wiederum ist ein Zugvogel und überwintert bei Zugdistanzen bis zu 2000 Kilometern in Pakistan und Indien. Die hauptsächlich im Himalaya beheimatete Form P. d. parkini ist Teilzieher,
Nach der ersten Brutansiedlung sind die Haussperlinge der Nominatform sehr ortsreu, der Aktionsradius während der Brutzeit kann bei Stadtpopulationen lediglich 50 Meter betragen. Jungvögel streuen ungerichtet und schließen sich zunächst im Spätsommer anwachsenden Schwärmen an. Auch ein Teil der Altvögel schließt sich diesen Herbstschwärmen an, die in die Umgebung der Brutplätze ausstrahlen, um das dortige Nahrungsangebot zu nutzen. Die Altvögel kehren nach Auflösung der Schwärme meist bereits im Frühherbst wieder an ihren ursprünglichen Brutplatz zurück
Weibchen bei der Nahrungssuche
Der Haussperling ernährt sich hauptsächlich von Sämereien und dabei vor allem von den Samen kultivierter Getreidearten, die in ländlichen Gebieten 75 Prozent der Gesamtnahrung ausmachen können. Bevorzugt werden Weizen vor Hafer und Gerste. Regional und saisonal kann der Anteil der Samen von Wildgräsern und -kräutern den Getreideanteil erreichen oder übertreffen. Von Frühjahr bis Sommer spielt auch tierische Nahrung eine wichtige Rolle und kann bis zu 30 Prozent der Gesamtnahrung ausmachen. Dabei handelt es sich um Insekten einschließlich deren Entwicklungsstadien sowie andere Wirbellose. Vor allem in der Stadt zeigen Spatzen ein opportunistisches Verhalten und werden zu Alles-fressern, was sie besonders an Imbissständen und in Freiluftlokalen unter Beweis stellen.
Die Jungen füttert der Haussperling in den ersten Tagen fast ausschlieeeich mit Raupen und anderen zerkleinerten Insekten. Wenn zu wenig tierische Nahrung zur Verfügung steht und beispielsweise ausschließlich Brot an die Nestlinge ver-füttert wird, kann das Verdauungsstörungen verursachen, die zum Tod der Nestlinge führen können. Mit zunehmendem Alter der Jungen verfüttern die Eltern dann mehr und mehr auch Sämereien, wobei der vegetarische Anteil auf ein Drittel steigt.
Verhalten
Der Haussperling zeigt das ganze Jahr über ein geselliges und soziales Ver-halten. Viele Verhaltensweisen des Haussperlings sind auf das Leben in der Gruppe ausgerichtet, und der Tagesablauf ist stark synchronisiert.
Aktivität
Haussperlinge werden während der bürgerlichen Dämmerung aktiv. Der Gesang beginnt im Mittel etwa 18 Minuten vor Sonnenaufgang, wobei durch Bewölkung verursachte Helligkeitsunterschiede weitgehend ohne Einfluss bleiben. Das Ende der Aktivität liegt auch im Winter noch vor Sonnenuntergang.
In mittleren Breiten werden gelegentlich nächtliche Aktivitäten beobachtet, zum Beispiel beim Insektenfang im Flutlicht von Industrieanlagen. Auch auf dem Empire State Building kann man mehr als 300 Meter über dem Erdboden nachts jagende Spatzen entdecken.
Nahrungserwerb
Die Nahrungsaufnahme erfolgt fast immer gesellig, auch während der Aufzucht der Jungen. Hierzu finden sich oft Schwärme, kleinere Trupps oder zumindest lose Verbände zusammen. In Getreidefeldern ist bei Trupps von etwa 20 Vögeln die Nahrungsaufnahme am effizientesten, da die zur Sicherung verwendete Zeit in größeren Gemeinschaften kürzer wird, jedoch der Zeitaufwand für Auseinandersetzungen mit Artgenossen bei noch größeren Verbänden diesen Zeitgewinn mehr als aufwiegt. Wenn ein einzelner Haussperling eine Nahrungsquelle entdeckt, lockt er die anderen durch Rufe und wartet, bevor er zu fressen beginnt. Dabei sind 75 Prozent dieser „Pioniere“ Männchen. Manchmal werden Nahrungsbrocken bei Zerkleinerung mit Hilfe des Schnabels mit dem Fuß festgehalten, ähnlich dem Verhalten der Meisen. Größere Nahrungsstücke werden häufig auch transportiert und an anderer Stelle zerkleinert, auch im Nest.
Vor allem bei in der Stadt lebenden Spatzen kann häufig das Absuchen von Kühlergrills parkender Autos nach toten Insekten beobachtet werden. Auch abgestellte Lokomotiven werden häufig, schon kurze Zeit nach ihrer Ankunft im Bahnbetriebswerk, gezielt im Frontbereich durch die Tiere untersucht. Der Haussperling versucht sich gelegentlich auch als Luftjäger. Dabei startet er von einer Sitzwarte aus einen kurzen Jagdflug nach vorbeifliegenden Insekten. Dies wirkt zwar mühsam und nicht so elegant wie beispielsweise beim Grauschnäpper, führt aber dennoch nicht selten zum Erfolg.
Fortbewegung
Am Boden bewegt sich der Haussperling fast immer beidbeinig hüpfend fort. Lediglich bei Annäherung an sehr nahe Objekte oder beim seitlichen Nachrücken auf Zweigen sind einzelne Schritte zu beobachten. Der Spatz hockt bei der Nahrungssuche oft flach auf den Läufen, so dass die Federn den Boden berühren. An senkrechten Hauswänden oder Stämmen klettert der Haussperling „rutschend“ und stützt sich auch auf den gespreizten Schwanz, hin und wieder sogar auf die halb geöffneten Flügel. In Zweigen bewegt er sich recht gewandt und kann dabei kopfüber um einen dünnen Zweig schwingen, ohne die Füße zu lösen.
Komfortverhalten
Haussperlinge baden das ganze Jahr über, dabei ist Sonnenschein stark stimulierend. Vor dem etwa drei Minuten dauernden Bad wird oft getrunken. Staubbäder folgen häufig dem Bad oder wechseln damit ab. Die Bewegungen beim Staubbaden entsprechen denen beim Wasserbad. Meist erfolgt dieses Baden gemeinschaftlich nacheinander mit anschließender gemeinsamer Gefiederpflege. Gelegentlich wird die für das Staubbad genutzte Mulde auch mit einem Futterplätzen entsprechenden Drohverhalten gegen Artgenossen verteidigt.
Der Haussperling verteidigt kein flächiges Brut- oder Nahrungsrevier, sondern nur die nächste Umgebung des Nests oder des Schlafplatzes. Zur Zeit der Fortpflanzung sind Weibchen in der Nähe des Nests gegenüber Männchen dominant, obwohl sie kleiner sind.
Auseinandersetzungen mit Artgenossen werden hauptsächlich beim Nahrungserwerb, an Bade- und Schlafplätzen und am Nest beobachtet. Dabei werden fast 90 Prozent der Konflikte zwischen Männchen ausgetragen. Aggressionen äußern sich oft durch frontales Drohen, wobei der Kopf tief vorgebeugt, der Schwanz gefächert und angehoben, die Rückenfedern gesträubt und die Flügel abgewinkelt werden. Bei höherer Intensität gibt es auch Kämpfe mit Vorwärtsbewegungen bei geöffnetem Schnabel und gegenseitigem Hacken, manchmal auch in der Luft. Aggressionen gegen andere Arten gibt es hauptsächlich bei Konkurrenz um Nistplätze, bei ausreichendem Angebot sind diese aber selten. Gelegentlich verhindern Haussperlinge die Ansiedlung anderer Höhlenbrüter in Nistkästen oder verdrängen sie daraus. Der Feldsperling, dessen Lebensraum sich teilweise mit dem des Haussperlings überschneidet, wird dabei vom Haussperling allein schon durch dessen früheren Brutbeginn verdrängt.[1]
Feindverhalten
Weibchen sind wachsamer und scheuer als Männchen. Die Fluchtdistanz bei Annäherung von Menschen ist vor allem in Städten niedriger, steigt jedoch bei zunehmender Truppgrösse. Bei Bodenfeindalarm eilen Artgenossen herbei und folgen dem Feind hassend und warnend in Bäumen und Gebüsch. Auch Stare, vielerorts die einzigen überlegenen Nistplatzkonkurrenten, werden bei Inspektion potentieller Brutplätze schnarrend angehasst und manchmal vertrieben, in der Regel behalten im Konfliktfall aber die Stare die Oberhand.
Fortpflanzung
Haussperlinge bei der Kopulation
Die Geschlechtsreife tritt bei Haussperlingen am Ende des ersten Lebensjahres ein. Spatzen führen in der Regel eine lebenslange Dauerehe. Wenn ein Partner stirbt, finden Neuverpaarungen jedoch schnell statt. Vereinzelt kommt auch Bigynie (Polygynie) vor.]
In Mitteleuropa beginnt die hauptsächliche Brutzeit Ende April und reicht bis August. Die auf der Südhalbkugel beheimateten Haussperlinge haben ihre Brut-periode an die dortigen Jahreszeiten angepasst. In diesem Zeitraum werden zwei bis drei, selten sogar vier Bruten aufgezogen. Bei den Erst- und Zweitbruten werden aus gut einem Drittel der gelegten Eier flügge Jungvögel, bei den spä-teren Bruten ist es nur noch ein Fünftel. Darüber hinaus ist die Mortalität der Jungvögel nach dem Ausfliegen in den ersten Wochen gravierend. Nach einem Jahr leben in ländlichen Gebieten nur noch 20 Prozent, in Stadthabitaten immer-hin bis zu 40 Prozent der Jungvögel. Für die hohe Sterblichkeit dürften vor allem Schwierigkeiten bei der selbstständigen Nahrungsbeschaffung und hohe Preda-tion maßgeblich sein.
Neststandort und Nest
Der Haussperling ist Nischen-, Höhlen- und Freibrüter mit starker Neigung zum gemeinschaftlichen Brüten. Er nistet manchmal auch allein, oft aber in lockeren Verbänden oder Kolonien, wobei die Nester dabei meist einen Mindestabstand von 50 Zentimetern aufweisen. Die vielfältige Nutzung aller geeigneten Struk-turen als Neststandort sind Ausdruck der besonderen Anpassungsfähigkeit des Haussperlings. Als typische Nistplätze dienen geschützte Hohlräume an oder in der Nähe von Gebäuden, sei es unter losen Dachpfannen oder in Mauerlöchern oder Nischen unter dem Vordach. Aber auch Nistkästen, Schwalbennester oder Spechthöhlen werden ausgewählt. Gelegentlich kann man Sperlinge auch als Untermieter in Storchennestern finden, wobei diese dabei davon profitieren, dass sich ihre Luftfeinde nicht in die Nähe solcher Nester wagen. Besteht Nistplatz-mangel, können auch Freinester in Bäumen oder Büschen angelegt werden, die mit einem Dach aus Halmen versehen werden. Die Nesthöhe bei Freibrütern liegt zwischen 3 und 8 Metern und damit im Mittel höher und für Predatoren un-zugänglicher als beim Feldsperling. Freinester werden als die ursprüngliche Nist-weise des Haussperlings angesehen.
Unabhängig vom Ort der Nestanlage handelt es sich im Prinzip immer um ein Kugelnest mit seitlichem Eingang. Das Nest wird nicht besonders sorgfältig ge-baut, das außen nicht bearbeitete Nistmaterial hängt meist lose herab. Spatzen verbauen fast alles, beispielsweise Stroh, Gras, Wolle, Papier oder Lumpen. Das Material wird dabei weniger durch Auswahl als durch seine Verfügbarkeit im Umkreis von 20 bis 50 Metern bestimmt. Die Nestmulde wird zur Auspolsterung mit feinen Halmen und Federn ausgekleidet. Freistehende Nester erreichen Fussballgröße, Nester in Nischen und Höhlen werden den Gegebenheiten angepasst und variieren beträchtlich in der Größe. Das Nest wird meist vom Männchen während der Balz begonnen, in Mitteleuropa frühestens ab Mitte März. Der Neuanlage von Nestern geht besonders bei Erstbrütern eine Phase ziellosen Umhertragens von Nistmaterial voraus. Beide Partner vollenden das Nest gemeinsam, am intensivsten in der Woche vor Legebeginn. Der Nestbau kann sich über Wochen hinziehen, nach Nestverlust kann aber in zwei bis drei Tagen Ersatz geschaffen werden]
Balz und Paarung
Die Balz beginnt mit der Besetzung des Brutplatzes durch die Männchen, in Mitteleuropa teilweise schon ab Mitte Februar und vor allem im März. Bei der Partnerwahl spielt für das Weibchen sowohl ein möglichst geschützter Nistplatz als auch der beim Singen anschwellende Brustlatz des Männchens eine Rolle. Das unverpaarte Männchen wirbt mit aufgeplustertem Gefieder im engeren Nest-bereich mit hohen „tschili“, „szilib“ oder ähnlichen Rufen. Bekundet ein Weibchen Interesse, zeigt ihm das Männchen den Nistplatz, indem es mit trockenen Hal-men im Schnabel einschlüpft. Das Weibchen folgt dem Männchen durch kurzes Einschlüpfen und prüft den Nistplatz. Erst von diesem Moment an beginnt das Männchen den eigentlichen Gesang, das strukturarm und monoton wirkende Tschilpen, oft stundenlang vorzutragen.
Auffällig bei Haussperlingen ist auch die Gruppenbalz. Diese beginnt durch ra-sante und lärmende Verfolgung eines Weibchens durch zwei bis acht Männchen. Meist in dichter Vegetation wird das Weibchen von den balzenden Männchen umringt und diese versuchen abwechselnd, das sich wehrende Weibchen in der Kloakenregion zu picken und zu kopulieren. Alle tschilpen erregt und lassen in diesem Moment jede Vorsicht vermissen. In der Regel kommt es nicht zur Ko-pulation. Das mit dem Weibchen verpaarte Männchen ist auch beteiligt und bleibt bis zum Schluss in der Nähe des Weibchens. Die Bedeutung der Gruppenbalz ist noch offen.
Kopulationen im frühen Stadium der Fortpflanzungsperiode werden meist erfolg-los vom Männchen gesucht. Dabei hüpft es mit gesträubtem Gefieder, hängen-den Flügeln und aufgestelztem Schwanz hin und her. In der späteren fruchtbaren Phase ist es das Weibchen, das zur Paarung auffordert. Es duckt sich dabei waagrecht mit leicht erhobenem Schwanz und vibrierenden Flügeln. Weibchen können dabei manchmal 15 bis 20 Mal in der Stunde zur Kopulation auffordern. Bei koloniebrütenden Paaren sind wiederum die Männchen an häufigerer Kopula-tion zur Sicherung der eigenen Vaterschaft interessiert. Dieses Verhalten und auch das Bewachen des Weibchens durch das Männchen ist aber nur bedingt wirksam, in 8 bis 19 Prozent der Fälle wurden Fremdkopulationen nachgewiesen.
Gelege, Sammlung Museum Wiesbaden
Das Gelege besteht aus vier bis sechs Eiern mit einer durchschnittlichen Grösse von 15 × 22 Millimetern und einem Gewicht von etwa 3 Gramm. In Gestalt, Grös-se und Farbe sind die Eier sehr unterschiedlich, bei einem individuellen Weib-chen aber recht konstant. Sie sind weiß bis schwach grünlich oder gräulich und mit grauen oder braunen Flecken versehen, wobei die Fleckung die Grundfarbe manchmal völlig verdeckt. Die letzten Eier eines Geleges sind nach Breite und Gewicht größer als die ersten, wobei dieser Unterschied bei späteren Bruten noch ausgeprägter ist. Daher sind die zuletzt geschlüpften Jungen im Vorteil.
Das regelmäßige Brüten beginnt normalerweise nach Ablage des vorletzten Eies und dauert ab diesem Zeitpunkt gerechnet in der Regel zwischen 10 und 15 Ta-gen. Die Brutdauer wird durch die Außentemperatur beeinflusst und ist deshalb bei der dritten Brut meist kürzer. Bei witterungsbedingten Brutunterbrechungen kann die Brutzeit auch bis zu 22 Tagen andauern. Beide Partner brüten abwech-selnd, wobei das Weibchen meist die Nacht auf dem Gelege verbringt. Während das Weibchen auf Nahrungssuche ist, hält das Männchen die Eier vermutlich nur warm, denn es hat keinen Brutfleck.
Entwicklung der Jungen
Das Weibchen füttert sein Küken während der Brutzeit im Frühling in Kathmandu, Nepal.
Die geschlüpften Jungen werden durch beide Eltern gehudert und zu Beginn vor allem mit zerkleinerten Insekten, später zunehmend auch mit Sämereien ge-füttert. In den ersten Tagen wird der Kot durch die Eltern verschluckt, später bis zu 20 Meter weit hinausgetragen. Die Dauer der Nestlingszeit schwankt sehr stark, die Beobachtungen reichen von 11 bis 23 Tagen, die Regel sind 14 bis 16 Tage. Ungefähr nach dem vierten Tag sind die Augen der Jungen geöffnet, am 8. bis 9. Tag werden die Nestlinge durch zunehmendes Aufplatzen der Federkiele farbig.
Gehen beide Eltern verloren, so finden sich durch die intensiven Bettelrufe der Jungen animiert meistens stellvertretende Bruthelfer aus der Nachbarschaft, die die Jungen füttern, bis sie selbstständig sind.[1] Alle Jungen verlassen das Nest innerhalb weniger Stunden und sind in der Regel schon gut flugfähig. Sie fressen bereits nach ein bis zwei Tagen ein wenig selbst und sind in der Regel nach 7 bis 10, spätestens nach 14 Tagen selbstständig.
Lebenserwartung und Feinde
Die durchschnittliche Lebenserwartung geschlechtsreifer Haussperlinge beträgt 1,5 bis 2,3 Jahre; bezieht man auch die Jungvögel mit ein, beträgt sie lediglich 9 Monate. In der Stadt ist die Lebenserwartung höher als in ländlichen Gebieten. In den Niederlanden wurde bei einer Untersuchung festgestellt, dass im Bereich von Vororten 18 Prozent der Spatzen mindestens fünf Jahre alt wurden, in länd-lichen Gebieten hingegen nur 4 Prozent. In Freiheit wurden durch Beringung ver-schiedentlich um die 14 Jahre alte Haussperlinge nachgewiesen. In Gefangen-schaft ist ein höheres Alter möglich; das bisher beobachtete maximale Alter be-rägt angeblich 23 Jahre.
Gefahr droht den in Freiheit lebenden Spatzen vor allem durch Predation und besonders in grossen Städten auch durch den Straßenverkehr. Die grössten Verluste mit 45 bis 56 Prozent der Gesamtmortalität erleiden die Altvögel wäh-rend der Brutzeit. Zu den Bodenfeinden zählen Steinmarder und vor allem Kat-zen, seltener auch Hunde. Die den Spatzen jagenden Luftfeinde sind vor allem Sperber, Schleiereulen und Turmfalken. Dabei sind ausgefärbte Männchen mit ausgeprägtem Kehlfleck häufiger das Opfer von Greifvögeln. Haussperlinge sind vielerorts die Hauptbeute des Sperbers mit einem Anteil von teils über 50 Pro-zent. Aber auch für den Turmfalken stellen sie beispielsweise in Berlin die häufigste Vogelbeute dar.
Bestand und Bestandsentwicklung
Weltweit wird der Bestand des Haussperlings auf 1,6 Milliarden Individuen ge-schätzt – mehr als für jeden anderen Wildvogel. Auch in Europa liegen nur recht ungenaue Schätzungen vor. In Deutschland ist der Haussperling trotz Bestands-rückgängen nach Amsel, Buchfink und Kohlmeise der vierthäufigste Brutvogel. Der Bestand im deutschsprachigen Raum stellt sich folgendermaßen dar:
Land Anzahl Brutpaare Zeitraum
Deutschland 4.450.000 – 6.450.000[9] 2017–2022
Liechtenstein 800 – 1.500[10] 2019
Luxemburg 30.000 – 35.000[11] 2019
Österreich 250.000 – 450.000[12] 2013–2018
Schweiz 450.000 – 550.000[13] 2013–2016
Aktuell wird der Haussperling mit 4.5 bis 6,5 Millionen Brutpaaren im Jahr 2022 als vierthäufigste Brutvogelart Deutschlands angesehen.
Im Westen Mitteleuropas ist der Bestand in der zweiten Hälfte des 20. Jahr-hunderts deutlich zurückgegangen. Dieser Rückgang wird daran deutlich, dass vergleichbar große Schwärme auf Getreidefeldern wie in den 1950er Jahren nicht mehr beobachtet werden. Allerdings ist der Rückgang des Bestands wegen des damaligen geringen Interesses an dieser Art und der fehlenden Daten aus dieser Zeit nur sehr lückenhaft dokumentiert. Wegen des Bestandsrückgangs wurde der Haussperling auch auf die Vorwarnliste der gefährdeten Arten aufgenommen, obwohl der Bestand absolut gesehen noch sehr hoch ist. Ebenfalls aufgrund dieser Entwicklung war der Spatz in Deutschland und in Österreich zum Vogel des Jahres 2002 gewählt worden. Des Weiteren wurde er in der Schweiz zum Vogel des Jahres 2015 gewählt.[14] Weiterhin wird der 20. März nach der Nature Forever Society (NFS) seit 2010 als Weltspatzentag begangen, um auf die Be-standsrückgänge hinzuweisen.sind vielschichtig, folgende Ursachen werden angegeben:
Moderne oder sanierte Gebäude bieten kaum noch Nischen oder Hohlräume, die als Brutplätze verwendet werden können.
Durch den Einsatz effizienterer Erntemaschinen verbleibt weniger verwertbare Nahrung nach der Ernte auf den Feldern.
Weitgehende Einstellung der offenen Nutztierhaltung
Der vermehrte Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft verringert das An-gebot und die Qualität der animalischen Nahrung, die vor allem für die Nestlinge wichtig ist.
Die gleiche negative Konsequenz hat ebenfalls der im Bereich von Städten und Vorstädten gestiegene Anteil der versiegelten Flächen und auch, dass dort vie-lerorts die natürliche Vegetation durch gebietsfremde Pflanzen (beispielsweise Ziersträucher) ersetzt wurde.
Die Situation hängt jedoch sehr von den lokalen Bedingungen ab. In verschie-denen europäischen Großstädten wie London, Paris, Warschau, Hamburg und München wurde in den letzten Jahren ein sehr starker Rückgang beobachtet. Eine besonders erschreckende Entwicklung wurde im Hamburger Stadtteil St. Georg festgestellt, wo zwischen 1983 und 1987 die Zahl der Haussperlinge von 490 auf 80 Vögel pro Quadratkilometer zurückging. In Hamburg gilt der Haus-sperling seit 2018 als bedroht. Für München setzt sich dieser Trend besonders im Zentrum fort. In Bayern steht die Art auf der Vorwarnstufe für bedrohte Arten.
Positiver ist die Entwicklung in Berlin, wo sich die Rückgänge erst lokal in den Sanierungsgebieten abzeichnen und der Bestand mit 280 Vögeln pro Quadrat-kilo-eter im internationalen Vergleich einen Spitzenplatz einnimmt.
Haussperling und Mensch
Der die Nähe des Menschen suchende Haussperling ist für viele Menschen der Inbegriff des Vogels überhaupt, da es meist der erste Vogel ist, den man als Kind richtig zu Gesicht bekommt. Das Verhältnis des Menschen ist zwiegespalten, lange wurde der lästige Haussperling bekämpft. Andererseits liegt er den Men-schen auch am Herzen, auch wenn oder weil er klein und unscheinbar ist, und man traut ihm eine gute Portion Raffinesse zu. Junge Spatzen nähern sich des Öfteren aus Neugier auch Menschen an.
Etymologie und Benennung
Sowohl das Wort Sperling als auch die Koseform Spatz leiten sich vom althoch-deutschen „sparo“ ab, und dieses hängt vermutlich wieder mit dem indoger-manischen „spar“ wie „zappeln“ zusammen. Grund hierfür könnte das immer unruhig wirkende Verhalten des Haussperlings sein und auch sein beidbeiniges Umherhüpfen am Boden. Das englische „sparrow“ leitet sich auf die gleiche Weise her.
Daneben besitzt der Spatz noch eine Reihe weiterer Namen, die teilweise nur lokale Bedeutung haben: Seine Vorliebe für Sämereien hat ihm die Namen Korndieb, Gerstendieb oder Speicherdieb eingetragen. In Norddeutschland wird er je nach Region Lüning, Lüntje, Lünk oder Dacklüün genannt, was so viel heißt wie „der Lärmende“. Wegen seiner Gewohnheit, in Misthaufen und Dung nach Körnern zu suchen, nennt man ihn auch Mistfink. Weitere Namen sind Leps und Mösche (von mussce, vulgärlateinisch von muscio = Spatz).
Der Begriff Passer leitet sich lateinisch passer, passeris ‚Sperling, Spatz‘ ab. Der Artname domesticus stammt von lateinisch domesticus, domus ‚zum Haus gehö-rend, häuslich, Haus‘ ab. Parkini ist Thomas Parkin (1845–1932) gewidmet. Ting-tanus bezieht sich auf Mauretania Tingitana von der Mauretania Caesariensis später abgespalten wurde, balearoibericus auf die iberischen Balearen], persicus auf Persien, niloticus auf den Nil, indicus auf Indien, hufufae auf Hofuf, hyrcanus auf Hyrkanien und bactrianus auf Baktrien. Rufidorsalis ist ein Wortgebilde aus lateinisch rufus ‚rötlich‘ und lateinisch dorsualis, dorsum ‚rückig, Rücken‘]
Geschichte als Kulturfolger
Vor über 10.000 Jahren schon, als die Menschen sesshaft wurden und die ersten Anfänge des Ackerbaus entwickelten, hatte sich der Haussperling bereits dem Menschen angeschlossen. Man geht auch davon aus, dass der Haussperling mit dem Anschluss an den Landwirtschaft betreibenden Menschen vom Zug- zum Standvogel wurde. Es wird auch vermutet, dass der Haussperling entsprechend der Ausbreitung der Landwirtschaft nordwestlich nach Europa vorgedrungen ist.
Im Zuge der Besiedlung der anderen Kontinente durch die Europäer wurde der Haussperling praktisch auf der ganzen Welt heimisch. Dabei lassen sich natür-liche Ausweitungen des Verbreitungsgebiets im Gefolge des in unbesiedelte Ge-biete vordringenden Menschen und Ausbreitung nach gezielter Einfuhr oder unbeabsichtigtem Transport vielfach nicht mehr unterscheiden.
Nach Nordamerika beispielsweise gelangte der Spatz, als im Jahr 1852 euro-päische Auswanderer etwa 100 Vögel auf einem Friedhof in Brooklyn bei New York aussetzten. Nach etwa 20 weiteren Importen aus England und Deutschland mit über 1000 Vögeln und zahlreichen Verfrachtungen innerhalb des Landes be-siedelte der Haussperling um die Wende zum 20. Jahrhundert bereits das ge-samte Gebiet der Vereinigten Staaten. Die Art breitete sich damit schneller aus als der später eingeführte Star.
Redewendungen, Legenden und Literatur
Da die Lebensräume von Haussperling und Mensch schon lange eng beieinan-er liegen, haben sich zahlreiche Redewendungen und Legenden entwickelt. Auch hierbei überwiegt das negative Image des Spatzen. Die bekanntesten sind folgende:
„Ulmer Spatz“ im Ulmer Münster
Dreckspatz: Die Vorliebe für Staubbäder hat diese Bezeichnung verursacht.
Dass Spatz/Spatzl auch ein Kosename für eine(n) Geliebte(n) ist, mag auf die erotische Konnotation zurückgehen.
Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach: Dies soll ausdrücken, dass man sich lieber mit etwas Kleinem und sicher Erreichbarem zufriedengeben soll, als etwas Größeres und Wertvolleres zu begehren, dessen Erreichbarkeit ungewiss ist.
Mit Kanonen auf Spatzen schießen: Soll deutlich machen, dass man übertriebenen Aufwand betreibt, um etwas zu erreichen.
Im Schafkopf nennt man Spatz eine niedrige, wertlose Karte.
Die Spatzen pfeifen es von den Dächern: Ist ein Ausdruck für etwas, was längst kein Geheimnis mehr ist und sich überall herumgesprochen hat.
Manch einer ist frech wie ein Spatz. Das Schimpfen wie ein Rohrspatz geht allerdings auf die Rohrammer zurück, die auch Rohrspatz genannt wird.[47]
Ein Spatzenhirn haben: Für dieses Synonym für „dumm oder vergesslich sein“ musste der Spatz wohl als bekanntester kleiner Vogel Pate stehen. Indes sind Haussperlinge sogar relativ intelligente Vögel, denn sie waren beispielsweise die ersten Vögel, die in den 1930er Jahren in England den Meisen das Öffnen der Milchflaschen nachmachten.
Der Ulmer Spatz: Hier soll der Spatz als Ideengeber beim Bau des Münsters fungiert haben, indem er einen Strohhalm längs im Schnabel trug, nachdem die Ulmer vergeblich versucht hatten, einen großen Balken quer durch das Stadttor zu transportieren.
Grimms Märchen kennen den klugen Spatz in Der Hund und der Sperling und Der Sperling und seine vier Kinder.
Humorvolle Gedichte über den Haussperling gibt es beispielsweise von Wilhelm Busch, Ernst Schenke oder Heinz Erhardt. Ein frecher Spatz war auch die Hauptrolle in der deutschen Fernsehreihe Der Spatz vom Wallrafplatz, die Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre vom WDR ausgestrahlt wurde.
Der Spatz als Schädling
Der frühere Ruf des Haussperlings als Schädling ist vor allem auf seine Vorliebe für Körner zurückzuführen. Auch war der Spatz bis zum Beginn des 20. Jahrhun-derts weit zahlreicher als heute. Dies führte in der Vergangenheit mehrfach in verschiedenen Regionen zur organisierten Bekämpfung der Spatzen. Beispiels-weise setzte König Friedrich der Grosse im 18. Jahrhundert ein Kopfgeld aus, um die herrschaftlichen Felder vor den Spatzen zu schützen. Wegen der durch die Dezimierung der Sperlinge verursachten starken Ausbreitung der Insekten wurde dieses Kopfgeld jedoch bald wieder abgeschafft.
Verstärkte, kampagneartige Aktivitäten auf Basis häufig übertriebener oder pau-schaler Schadensschätzungen gab es nach dem Zweiten Weltkrieg. Dabei wurde dem Haussperling mittels Spezialfallen, Giftweizen oder durch anderweitigen sy-stematischen Einsatz von Giftstoffen nachgestellt, wiederum unterstützt durch die Auslobung von Geldprämien. Diese Maßnahmen sorgten lokal für deutliche Dezimierungen des Bestandes, die Lücken waren aber nach zwei Jahren meist wieder geschlossen. In Süddeutschland wurden Haussperlinge bis in die 1960er-Jahre bisweilen durch Dynamitsprengungen ihrer Schlafplätze getötet. Im Jahr 1965 wurden durch den DBV, die damalige Vorläuferorganisation des NABU, spezielle Futterhäuschen mit den Namen „Kontraspatz“ oder „Spatznit“ vertrie-ben. Damit sollten die Haussperlinge von der Winterfütterung ausgeschlossen werden, da man die Spatzen als zu große Konkurrenz für die übrigen Singvögel ansah. Weit wirkungsvoller war allerdings die nicht als Bekämpfungsmaßnahme gedachte Umgestaltung des Lebensraums in der zweiten Hälfte des 20. Jahr-hunderts
Auch heute wird der Haussperling teilweise noch als Hygieneschädling betrachtet und findet sich deshalb auch in einem Lexikon für Schädlinge wieder. Proble-matisch ist dabei insbesondere das Eindringen und Einnisten in Lebensmittel-märkten und Grossküchen, da der Haussperling als potentieller Überträger von Krankheiten gilt. In Deutschland geraten hier das Bundesnaturschutzgesetz und die Lebensmittelhygieneverordnung in Konflikt, so dass die Rechtslage bei einer Bekämpfung der Sperlinge unklar ist.
Symbol der Unkeuschheit
Auch wenn sich Haussperlinge nicht häufiger als andere sozial lebende Vogel-arten paaren, brachte ihr Verhalten ihnen im Mittelalter den Ruf der Unkeuschheit ein. Dies lag wohl auch daran, dass die Paarung direkt vor den Augen der Men-schen stattfand und Spatzen dabei geräuschvoller zu Werke gehen als manch andere Vögel. Man glaubte damals, dass Spatzen bei so vielen Begattungen höchstens ein Jahr leben könnten.
Weit verbreitet war auch der Glaube, dass Spatzenfleisch den Liebesdrang stei-gere und zur Unzucht ansporne. Im alten Rom und noch früher, im Griechenland der Antike, wurden ähnliche Aberglauben beschrieben. Bei Aristophanes, einem griechischen Komödiendichter, ritten die sehnsüchtigen Frauen auf Spatzen von der Akropolis zu ihren Männern herab. Catull dichtet: „Passer, deliciae meae puellae …“ (Spatz, Liebling meiner Freundin …).
Berühmte Spatzen
Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Spatz Clarence berühmt. Er fiel als frisch geschlüpftes Küken vor die Füße von Clare Kipps, die ihn aufzog und ihm kleine Kunststücke beibrachte. Kipps nahm ihn als Angehörige des freiwilligen Luftschutzes während ihrer Dienstgänge in die Luftschutzbunker Londons mit, wo sie Clarence Hitlerreden parodieren ließ. Er wurde in Presseberichten gefeiert, und sein Bild auf Postkarten wurde zu Gunsten des Britischen Roten Kreuzes verkauft.
Weiterhin wurde im Rahmen des Domino Days 2005 ein Tier als „Domino-Spatz“ bekannt, das nach Zufallbringen von rund 23.000 Dominosteinen von einem seitens der Produktionsfirma engagierten Jäger erschossen wurde.
Die Reaktion auf diesen "Spatzenexkurds" war erstaunich. Zwei Emails erweiter-ten das Thema mit ineressanten Abhandlungen. und siehe da, die Strafge folgt dem S¨nder auf dem Fusse, gestern kehrte ich in Ennenda in ein Café ein, bei dem ich praktisch jeds Mal Näfelserinnen oder Näfelser antreffe , und sehe folenden Zettel auf den Tischen im Freien augeklept:
Mittwoch, 22. April 2026
Nicht täglich gibt's bundesrätliche Post
...und zwar gefreute
Bundesrat Albert Röschti als Gast der General Bachmann Gesellschaft an der "Fahrt". Hier auf dem Fahrtsplatz mit Bundesweibelin und Brigadier bei der Begrüssung der Regierung. Ein Bundesrat an der "Fahrt" ist eine Seltenheit und eine grosse Ehre.
E-Mail 22. April 2026
Sehr geehrter Herr Hauser
Vielen Dank für Ihre herzlichen Zeilen – und vor allem: nachträgliche Glück-wünsche zum 87. Geburtstag!
Die Begegnung im Kaffee Märchy ist mir in bester Erinnerung. Es war eine Freude, ausgerechnet am 9. April einem der Gründer des Vereins der «Neunt-apriller» zu begegnen – und einem früheren Gemeindepräsidenten dazu. Sol-che unvermittelten, herzlichen Momente am Rande eines offiziellen Anlasses sind es, die bleiben.
Die Näfelser Fahrt ist ein eindrückliches Zeichen gelebter Schweizer Ge-schichte, und ich bin gerne der Einladung der General Bachmann Gesellschaft gefolgt. Die warme Aufnahme durch die Glarner Bevölkerung hat mich sehr gefreut.
Ich wünsche Ihnen weiterhin beste Gesundheit und viel Freude mit Ihren «Neuntaprillern».
Freundliche Grüsse
Albert Rösti
E-Mail 17. April 2026
Sehr geehrter Herr Bundesrat Albert Röschti
Dass Sie sich die Zeit nahmen, an der Näfelser Fahrt als Gast der General Bachmann Gesellschaft dabei zu sein, ist für uns Glarner Mitlandleute eine grosse Ehre. Gewiss haben Sie die grosse Welle der Sympathie von allen Seiten wahrgenommen.
Ganz besonders danke ich Ihnen für Ihre Gratulation zu meinem 87. Geburtstag, als ich es wagte, Sie bei Kaffee und Gipfeli im Kaffi Märchy anzusprechen.
Als ehemaliger Gemeindepräsident wollte ich mir Ihren Händedruck nicht entgehen lassen.
Anlässlich des 600-Jahr-Jubliäums Schlacht bei Näfels anno 1988, als Ihr Kollege BR Noldi Koller uns damals beehrte, gründete ich den Verein der am 9. April Geborenen, mit der Bemerkung in unseren Statuten «es gäbe am 9. April noch andere bemerkenswerte Ereignisse als die Schlacht von Näfels, nämlich unsere Geburt. Ich lud rund 20 Neuntapriller an die diesjährige Fahrt, die just am 9.4. war, ein.
Natürlich musste Ihre erfreuliche Episode im Kaffi Märchy auf meiner Home-page festgehalten werden.
Gestatten Sie mir, sehr geehrter Herr Bundesrat, für Ihren Besuch und die heitere Begegnung herzlich zu danken und Ihnen das Allerbeste in Ihrem Amt und privat zu wünschen.
Herzlich
Fridolin Hauser alias Fridli Osterhazy
Homepageeintrag
Nachzutragen gilt es, dass im "Kaffi Märchy" kein Minderer als Bundesrat Albert Röschti (Gast der General Bachmann Gesellschaft) sass, worauf ich mich im Namen der VNGler vorstellte und sprach: "Herr Bundesraat, daas isch ä baarä Wahnsinn, as-Si uusgrächnet wäget üüsärem Ge-buurtstaag uff Näfels chuu sind gu gratuliärää!" Worauf er sich blitz-schnell erhob und tatsächlich bundesrätliche Geburtstagswünsche aussprach. Nach dem herzhaften Händedruck bedankte ich mich streck-te die Hand aus und sprach: "Diä Hand wiirt mindeschtens viärzächä Taag nümmä gwäschä!"
Aber dass ich ausgerechnet an der Näfelser Fahrt einem Bundesrat die Hand geben durfte, ist sehr wohl ein bemerkenswertes Ereignis.
Fridolin Hauser alias Fridli Osterhazy
Gerbi 34
CH-8752 Näfels
055-612 35 13 078 421 34 58
Email: [email protected]
Homepage: www.hauserfridolin.ch
Bundeshaus Bern, an dessen Kuppel auch die Firma Bosshard AG, Näfels, beteiligt war.
Dienstag, 21. April 2026
Franz Schwitter-Fischli, Bauunternehmer, gestorben
Schon wieder verlieren wir einen Jugendfreund und Gerbibuäb
Er rettete mir in der Knabenzeit des Leben
Franz Schwitter Aufnahme 2023
Ich mochte etwa neunjährig gewesen sein, als Franz, drei Jahre älter, und ich am frühen Morgen im Alpgmach oberhalb des Sulzbodens im Oberseetal an einem glärigen Föhnmorgen den Zindelgrat zum Greifen nahe sahen. Es juckte uns, an einer gemiedenen Stelle den Grashang hochzusteigen, um den so nahen Grat zu erreichen. Der Grasabhang wurde aber zunehmens steiler und steiler.
Nur nicht den Berg hinunter schauen, sonst würde einem schwarz vor den Au-gen. Der Grat schien nicht mehr weit, der Abhang aber immer steiler. Da zeigte mir Franz wie ich mich an den Hang anschmiegen und mich an den Grasbü-scheln hochziehen solle. Ich war erschöpft und zitterig und schleppte mich, wie es Franz gesagt hatte, mit letzter Kraft empor. Die letzten Meter packte mich Franz am Arm und zog mich das letzte Steilstück hoch auf den Grat. Dort blieb ich liegen und schlief vor Erschöpfung ein. Franz, der Tausendsassa, weckte mich mit einem Jauchzer vom Zindelspitz aus und schwenkte sein Hirtenhemd hin und her. Wow! Der Mordskerl hatte das schmale Weglein am steilen Südosthang des Zindelspitzes überquert und dann die Wiese bis zur Kuppe des besagten Zindlen erklommen. Nun tat er der ganzen Welt mit Freudenjauchzern kund, dass er zum ersten Mal in seinem Leben diesen Berg besiegt hatte. Ich sah ihn vom Grat aus. Offenbar hatte ich mich nach wohl einem zwanzigminütigen Schlaf einigermassen erholt. Dann wartete ich auf ihn, bis er zurückkehrte und wir auf dem normalen Pfad den Weg auf Sulzboden wieder fanden.
Wie die meisten Gerbibuben war er auf der Stirn mit einer Narbe stigmatisiert. Diese Narbe stammte von einem Versuch, mit meinem Holztrottinett die Gerbi runter zu fahren. Auf der Höhe des Tuchladens Feldmann befand sich eine eiserne leicht högerige Tole (Wasserablauf). Dort blieb das Rad hängen und das Gefährt kippte senkrecht hoch und Franz flog mit gespreizten Armen durch die Luft und schlug mit dem Kopf auf dem geteerten Pflaster auf. Schreiend vor Schmerz und blutend rannte er nach Hause und kam etwas später wieder mit einem grossen Pflaster zurück.
Diese eklatanten Szenen sind aus vielen Jugenderlebnissen im Gedächtnis ge-blieben. Als wendiger, fitter Bursche war er etwas wie ein Rädelsführer von uns Gerbigofen.
Sein Vater, ein fröhlicher Mann, hatte ein kleines Bauunternehmen und war vorwiegend im Obersee- und Schwändital als Maurer tätig. Sein einziger Sohn Franz erlernte in den Fusstapfen seines Vaters ebenfalls den Maurerberuf. Später gründete er selber ein eigenes Bauunternehmen. Er baute am Sonnenweg ein gemütliches Eigenheim, in dem er mit seiner Familie, später mit seiner Frau Rösli, bis zum Tod wohnte.
Auf Sulzboden weilte er in Schwiegervaters Heugaden, später mit seiner Frau Rösli, den er zu einer gediegenen Jagd- und Ferienhütte um- und ausgebaut hatte. Wie sein Vater war er ein passionierter Jäger.
Franz war der einzige Sohn von Franz und Emilie Schmid, geboren am 12, November 1936, Er heiratete am 7. November 1963 Rosa Marie Fischli, genannt Rösli, des Albin Anton und der Elisa Fischli-Fischli, Vorderäschen
Drei Kinder waren die Freude der Familie:
1964 René Franz
1965 Andrea Rosa
1971 Daniel
Zu ihrer aller Freude kamen einige Enkel dazu.
Franz starb nach zermürbendem Leiden am 20. April 2026.
Wir trauern um einen ehemals munteren Gerbibueben, einen tüchtigen Maure-rmeister und Freizeitsulzbödeler. Ich vermisse meinen lieben Jugendfreund und Lebensretter.
Zindelspitz in der Mitte.
Wir stiegen vom länglichen Schneefirn im Alpgmach (unten mitte-rechts) den stotzigen Steilhang hinauf bis auf dn sanft högerigen Grat rechts des Zindlen. Franz überquerte den Steilhang vor dem Zindlen und erreichte über den Grat die Kuppe.
Freitag, 17.April 2026
Seit heute 16 Uhr sind wir um ein Werk
von
Dr. Hans Laupper reicher
Das neueste Werk des ehemaligen Landsarchivars- und bibliothekars Dr. Hans Laupper ist seit heute Nachmittag im Netz! Er hat in tagelanger Fleissarbeit ein Tor geöffnet in die Zeit des Rittertums und der höfischen Kultur.
Dr. Hans Laupper: Er rastet nicht und rostet nicht, er produzierte unermüdlich einmalige Werke, die uns weit überdauern werden.
Link:
Bücher von Hans Laupper: Home
https://buecher-von-hans-laupper.jimdosite.com
Von den Kaisern und Königen
bis zu den bösen Landvögten
und den landesherrlichen Krummstäben
165 Seiten
Mittwoch, 15. April 2026
Ergreifender wunderbar gestalteter
Abschiedsgottedienst
für
Franz Landolt-Fischli
Der heutige, gut besuchte Abschiedsgottesdienst war wunderbar innerlich berüh-rend gestaltet. Custos Christoph-Maria Hörtner OFM vom Kloster Näfels und die ganze grosse Angehörigenzahl sowie ein musikalisches Highlight der musikali-schen Begleitung luden zur Beerdigung und zum anschliessenden Abschieds-gottesdienst in der Hilariuskirche ein.
Wer immer dabei sein konnte, war ergriffen. Der verstorbene 95-jährige Franz hätte nicht nur am grossen Aufmarsch, sondern auch am wunderbar gestalteten Abschiedsgottesdienst grosse Freude gehabt.
Diese gelebte Kultur ergab nicht nur ein Bild des Kulturbewusstseins und der Familienzusammengehörigkeitsgefühle, aber auch der Verbundenheit mit den Mittrauernden.
Möge Franz im Frieden ruhen, uns fehlt er.
Franz Landolt im Bubenalter in den dreissiger Jahren
Definitives Programm
Dorffest Näfels
23.4.2026 + 24. Mai 2026
Geschätzte Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertreter
Wir freuen uns sehr, euch das definitive Programm für das Dorffest Näfels über das Pfingstwochenende präsentieren zu dürfen. Wir haben alle Rückmeldungen berücksichtigt und – wie ihr seht – ein tolles und vielseitiges Programm zusam-mengestellt.
Damit für alle Beteiligten ein reibungsloser Ablauf gewährleistet ist, senden wir euch den geplanten Programmablauf sowie einige organisatorische Informatio-nen.
Bitte leitet diese Informationen an eure Mitglieder weiter, damit alle auf dem glei-chen Stand sind und unnötige Diskussionen vermieden werden.
Wichtige Hinweise:
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Auf der Bühne steht ausreichend Mineralwasser zur Verfügung.Jeder Teilnehmende erhält zusätzlich einen Bon für ein Getränk nach Wahl.
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Die Vertonung ist Sache der Teilnehmenden. Von unserer Seite stehen ein Mikrofon, die Anlage des DJs sowie die Beleuchtung im Festzelt zur Verfügung.
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Bitte erscheint pünktlich, damit wir das Programm reibungslos einhalten können.
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Zur Unterstützung haben wir zwei bis drei Helfer eingeplant.
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Parkplätze für Teilnehmende, die auf ein Auto angewiesen sind (z. B. für Auf- und Abbau), stehen im FLN-Areal in begrenzter Anzahl zur Verfügung.
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Auf dem Festareal selbst stehen keine Auto Parkplätze zur Verfügung, gibt aber ausreichend Velo Parkplätze.
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Besucherparkplätze sind ausreichend auf dem Netstal-Maschinen-Areal vorhanden.
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Für die Vereine, die bei „Spiel und Spass“ mitmachen, gelten die gleichen Parkierungsre-
geln
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Für jeden Verein wurde ein Marktstand organisiert. Für zusätzlichen Sonnen- oder Regen-schutz ist jeder selbst verantwortlich; hierfür eignet sich beispielsweise ein kleines Party-zelt.
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Den Plan mit den genauen Standorten und der Einteilung lassen wir euch separat zu-kommen.
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Der Aufbau sollte von 8.00 Uhr bis 10.30 Uhr erfolgen und der Rückbau ab ca 17.00Uhr
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Für die Besucher: Wer sich bei den Vereinsaktivitäten auf dem Festgelände aktiv beteiligt oder sich über den Verein informiert, erhält einen Stempel (die Organisation erfolgt durch das OK) und nimmt automatisch an der grossen Verlosung teil. Als Hauptgewinn winken zwei Übernachtungen für eine Familie im Märchenhotel Braunwald sowie weitere attraktive Preise. Mitmachen lohnt sich auf jeden Fall!
•
Für weitere Fragen oder Anregungen meldet euch bitte direkt bei Daniel Landolt.
Wir freuen uns auf ein gelungenes Fest mit euch!
OK Dorffest Daniel Landolt 078 843 71 83
Programmübersicht
Samstag, 23.05.26
11.00 Uhr Eröffnung des Festgeländes, Festzelt und Schwingerbar
Dorffest mit Spiel, Spass und Unterhaltung für die ganze Familie
Auftritte auf der Bühne im Festzelt
12.00 bis 13.00 Uhr Steelband Stahlchäfer
13.30 bis 14:30 Uhr Young Winds
15.00 bis 15.30 Uhr Steelband Stahlchäfer
16.00 bis 17.00 Uhr Neuzuzügeranlass, Harmoniemusik
17.15 bis 18.00 Uhr Blächzend
18.15 bis 18.45 Uhr Gugge Chäller Rattä
19.00 bis 19.30 Uhr Blächzend
20.00 bis 21.00 Uhr Tambouren und Harmoniemusik
21.15 bis 21.45 Uhr Gugge Chäller Rattä
21.30 bis 24.00 Uhr DJ Schnitz
Ab 12.00 bis 24.00 Uhr Barbetrieb, Festwirtschaft und gemütliches Beisammensein
Vereinsaktivitäten auf dem Festgelände – Spiel und Spass
Harmoniemusik: Instrumente ausprobieren
Blauring: Basteln, Schminken Spiele
Skiclub und IO: Ski-Rampe
Steelband Stahlchäfer: Infostand
Spielgruppe Bürzelbaum: Verschiedene Aktivitäten, Schatzsuche
Jugendarbeit Glarus Nord: Sumoringen
OV Näfels-Mollis: Kleintierausstellung
Verein 1388: Bogenschiessen sowie Axt- und Hufeisenwerfen
Chinderschloss: Parcours
Tambouren: Infostand und Trommel-Ausprobiergelegenheit
Samariterverein mit HELP: Übungsstand
Volley Näfels: Volleyball spielen, Ballwurf,
Gumpischloss
18:00 Uhr Grosse Verlosung
Wer sich bei bei den Vereinsaktivitäten auf dem Festgelände aktiv betätigt, nimmt automa-tisch an der grossen Verlosung teil.
Als Hauptgewinn locken 2 Übernachtungen im Märchenhotel Braunwald und weitere tolle Preise. Mitmachen lohnt sich auf jeden Fall.
Sonntag, 24.05.26 – Pfingstfest
Hüpfburgen für die Kinder
12.00 bis 22.00 Uhr Schwinger Bar, Festzelt und Gabentempel offen
10.30 bis 11.30 Uhr Ökumenischer Pfingstfest-Gottesdienst in der Hilariuskirche mit dem Heimatchörli Ennenda und feierlichem Auszug aus der Kirche zum Festplatz
11.45 Uhr Apéro für alle Gottesdienstbesucher, anschliessend Mittagessen
12.00 Uhr Blächzend
ab 12.30 bis ca. 18.00 Uhr Unterhaltung mit dem Ländler-Trio Augenschmaus
13.00 Uhr Auftritt des Heimatchörli Ennenda (3 Stücke)
15.00 Uhr Feierliche Vergabe des goldenen Gerbi-Hundes (Fridolin Hauser) umrahmt von Blächzend
16.00 Uhr Gymnastik-Auftritt Turnerinnen Verein TnV (Wiese)
18.00 Uhr DJ Schnitz
22.00 Uhr Fest-Ende
Mittwoch, 15. April 2026
Der bekannte Geologe schreibt auch Glossen
Dr. Mark Feldmann und die Schlacht bei Näfels
Der bekannte Geologe Dr. Mark Feldmann kann auch anders. Neben seiner seri-ösen Wissenschaftsarbeit, lebt er seine Spitzbübigkeit als Glossenschreiber aus wie der folgende Text zeigt, der als heitere Episode zur kürzllchen Näfelser Fahrt ausgezeichnet passt:*
Schlacht bei Näfels und andere...
"Es ist wieder soweit. Für viele finden zurzeit die schönsten Schlachten statt – die Fussballschlachten. Hoffen wir, es entstehen keine Kriege daraus. Schlachten erinnern mich an meine Schulzeit, als noch mit heroisch zitternder Stimme die Glanztaten der Eidgenossen verkündet wurden, eigentlich so wie heute die Künste der Fussballgötter durch die Fussballmoderatoren und deren Experten.
Die nicht stattgefundene Schlacht 1315 am Morgarten gewannen die Eidgenos-sen noch mit Bäumen und Steinen, die sie auf die Habsburger kullern liessen.
Das war ganz anders 1386 bei Sempach, als sich Arnold von Winkelried in die Speere der Gegner warf, so den Weg frei machte und eigentlich die Schlacht im Alleingang gewann, wie Cristiano Ronaldo in der portugiesischen Fussballnati. Nur verlor Winkelried sein Leben dabei.
Aber der wahre Grund für den Erfolg bei den eidgenössischen Schlachten lag woanders. Das zeigte sich zwei Jahre später, als auch die Glarner in die Schlacht zogen. Sie hatten ihr Zauberrezept dabei – den Glarner Schabziger, der bei Nä-fels an alle Krieger abgegeben wurde. Wie das eben so ist beim Schabziger, man liebt ihn oder hasst ihn. Als nun die Zigerstöckli als eine Art Kraftriegel auf dem Tablett serviert wurden, schoss doch einem der Glarner, als er sich bediente, der Geruch so empfindlich in die Nase, dass er das Zigerstöckli packte, auf einen habsburgischen Reiter zurannte, dessen Helmscharnier öffnete, das Zigerstöckli hinein stopfte, das Scharnier wieder verschloss und davon rannte. Der hilflose Habsburger war in seiner Montur nicht fähig, sich der grünen Masse wieder zu entledigen und fiel wenige Minuten später tot vom Ross.
Staunend beobachteten dies die andern Glarner, packten jetzt sofort die restli-chen Zigerstöckli und stopften sie einem Habsburger nach dem andern ins Helm-scharnier. Die Habsburger fielen jetzt wie tote Fliegen von den Pferden. Es war die erste Schlacht, mit Einsatz von Giftgas.
Von nun an ging das Schlacht für Schlacht so, bis 1444 bei Basel gegen die Franzosen.
Kurz zuvor machten die Glarner noch einen Besuch bei «ihren» Klosterfrauen im benachbarten Säckingen und schenkten ihnen alle Zigerstöckli. Sie waren überzeugt, dass die Reliquien des heiligen Fridolin ihnen genug Kraft geben würden. Weit gefehlt, Fridolin hatte Feierabend und die Schlacht ging verloren.
Um das alleinige Recht auf die Herstellung der effizienten Chemiewaffe zu behalten, liessen die Glarner den Schabziger 1463 als erstes Markenprodukt registrieren, vor allem auch im Hinblick auf die kommenden Burgunderkriege.
Mit dem Erfolg stieg auch der Preis des Zigerstöckli. Zunehmend mussten sich die Eidgenossen überlegen, auf ein anderes, günstigeres Produkt umzusteigen und so wurde 1515 bei der Schlacht in Marignano von den Eidgenossen der lokale Mascarpone eingesetzt. Das Resultat ist bekannt. Die Italiener starben an ihrem eigenen Produkt nicht und gewannen.
Die Eidgenossen schlachten seither nicht mehr, sodass auch Schabziger nicht mehr als Giftgas eingesetzt wird. Als Exportprodukt dient er heute vereinzelt noch zum frühzeitigen Abbruch von Vernissagen.
Die Geschichte zeigt aber klar, dass man sich nicht auf andere verlassen sollte und nur mit eigener Qualität und nicht mit zugezogenen Billigprodukten Schlachten gewinnt. Mark Feldmann"
*Mark Feldmann, 1960 in Glarus geboren, hat seine Dissertation am Geologischen Institut der ETH Zürich geschrieben. Seit 2002 ist er Geschäftsführer der Firma geo-life, die Bera-ungen und Veranstaltungen zu den Gebieten Geologie und Umweltfragen anbietet. Mark Feldmann ist Verfasser mehrerer wissenschaftlicher Texte zum Thema Geologie des Glar-nerlandes und Präsident der Volkshochschule Glarus.
Dienstag, 14. April 2026
Liädli für d Eebigkäit
Glarner Lieder
Christoph Kobelt
Cover "Glarner Lieder", Christoph Kobelt (Gesamtleitung) Glaronic Classics, nach Gedichten von Georg Thürer, Fridolin Jakober, Christoph Kobelt, Walter Elmer und David Kundert
Mitwirkende:
Glarner Singverein, Kinderchor der Glarner Musikschule,
Instrumentalensemble: Karin Goy und Silvia Küng (Blockflöten), Hansruedi Forrer (Klarinette), Hanna Beglinger (Violine), Susi Mazzolini (Violine, Viola), Mona Hug (Violine), Johannes Kobelt (Cello), Alfred Blesi (Kontrabass), Fredi Grossmann (Klavier), Jakob Strebi (Orgel)
Beilage: 12 seitiges Booklet. Vorwort: Hansruedi Zopfi, Präsident des Glarner Singvereins, Schwanden, den 29. Juni 1993
Es gibt fast nichts Schöneres, als von Christoph Kobelts "Glarner Lieder" an einem Frühlingstag geweckt zu werden. Noch schöner, wenn sie dank einer Wie-derbegegnung unerwartet ins Haus fliegen. Der begnadete Christoph Kobelt, aus der bekannten Musikerfamilie der Kobelts, tauchte plötzlich im Pulk des grossen Aufmarsches des "Fahrts"-Volkes auf (ich habe ihn seit Jahren nicht mehr gese-hen). Er trug die typischen Kappe. Ein Riesenhallo, den ich halte Christoph für einen der hervorragendsten Musiker im Glarnerland, der so volksnahe Glarner Mundartlieder für die Ewigkeit vertont und auf einer CD festgehalten hat. Darauf angesprochen, meinte er: "Häsch g Glaarner Liäder CeDe?". Und fünf Tage nach der "Fahrt" entnehme ich sie dem Briefkasten. Häärzlichä Dangg, du Moordstunder!
Christoph Kobelt beim Komponieren
Christoph Kobelt wurde am 22. Februar 1955 geboren und wuchs im Glarnerland in dem von Musik geprägten Elternhaus in Mitlödi auf.
1976 heiratete er Esther Luchsinger aus Schwanden.
Die Familie mit den Kindern David (1976), Moses (1981), Jesaias (1983) und Schoschana (1987)
lebt seit 1987 im Mitlödner Elternhaus.
Tätigkeiten als Dirigent im Glarnerland
1971– 1972
Kinderchor Mitlödi
1972–1982
Jugendchor Glarus
1975–1983
Männerchor Glarus
1976–2000
Evangelischer Kirchenchor Glarus-Riedern
1978–1981
Chor Junger Glarner seit 1978
Weihnachtskonzert bei Kerzenlicht in der Stadtkirche Glarus (im 2 jahres Rhythmus)
1979–1981
Evangelischer Kirchenchor Friesenberg ZH
seit 1981 Glarner Singverein
1981–1983
Evangelischer Kirchenchor Küsnacht ZH
1982-2000
Jugend und Kinderchor der Glarner Musikschule
1984–1993
Glarner Kammerchor seit 1984 Glarner Kammerorchester
1998–2001
Chor des Musikseminars Liechtenstein
seit 2000 Kantor an der Stadtkirche Winterthur
1991
Uraufführung der Auftragskomposition „Canticum perpetuum“ in der Stadtkirche Glarus
1993
Herausgabe des Glarner Liederbuches (22 Lieder in Glarner Mundart)
1999
Uraufführung der Psalmenmesse zur Einweihung der renovierten Stadtkirche Glarus
2005
Der Glarner Regierungsrat verleiht Christoph Kobelt den Glarner Kulturpreis
Weitere Tätigkeiten
seit 1974 als Musiklehrer an verschiedenen Schulen tätig als Klavier und Hackbrettspieler im Glarner Ländlerquartett, als Paukist im Timporg Trio tätig
Kompositorische Tätigkeiten
Christoph Kobelt, begann schon als 17jähriger kleinere Stücke für Sonntagsschule und später für den Glarner Jugendchor zu schreiben. Anlässlich der Uraufführung seiner Dreifaltigkeitsmesse
1980 zur Tonkünstlertagung in Glarus lernte er seinen späteren Mentor, den Komponisten Paul Müller, Zürich kennen, der ihn ermutigte, dem eigenen künstlerischen Weg zu folgen.
Dirigierunterricht bei Olga Gezi und die Auseinandersetzung mit Komponisten wie Bach, Mozart oder Bruckner sowie eine ständige Praxis als Chor- und Orchesterleiter sowie Kirchenmusiker formten seine kompositorische Ausrichtung.
1991 erhielt Kobelt zum 700 Jahr-Jubiläum vom Regierungsrat des Kantons Glarus den Kompositions-Auftrag zum Canticum perpetuum,
1999 komponierte er zur Einweihung der renovierten Stadtkirche Glarus die Psalmenmesse.
Weitere Schwerpunkte seines Schaffens sind die Weihnachtsgeschichte, Kantaten, Orgelwerke, aber auch weltliche Stücke wie die Glarner Lieder, Musik für den Chor der Glarner Musikschule oder zu „Max und Moritz“. Ausser dem 27teiligen Opus besteht noch ein reichhaltiger Fundus an festlicher, ernster oder humoristischer Gebrauchsmusik.
Seine Werke wurden an verschiedenen Orten im deutsch-sprachigen Raum aufgeführt.
Werkverzeichnis von Christoph Kobelt
op.1
Tauflied für David für Solosopran, Streicher, Flöte und Orgel
op.2 a)Sanctus
für 2-stimmigen Chor und Orgel
op.2 b)
Sanctus Passacaglia für Orgel
op.2 d)
Sanctus für Chor, Blechbläserquartett und Orgel (Pauke ad lib.)
Op .3
Dreifaltigkeitsmesse für Chor, Soli (S,A) und Orchester
op.4a)
Fantasie für Orgel
op.4 b)
Fantasie für Orchester für grössere Orchester-
besetzung
op.5 a)
Cruzifixus für Orgel vierhändig und Pauken (SIEHE auch op.19a)
op.5 b)
Cruzifixus et Resurrexit für Orgel vierhändig und Pauken
op.6
Stjenka Rasin Russisches Volkslied für Bariton, Chor und grosses Orchester
Op .7
Weihnächtliche Choralsammlung
a) Maria durch den Dornwald ging
b) Macht hoch die Tür
c) Vom Himmel hoch da komm ich her
d) Wie soll ich Dich empfangen
e) Ich steh an Deiner Krippe hier
f) Es ist ein Ros entsprungen
g) Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist
h) Gelobet seist Du, Jesu Christ
I) Wach, Nachtigall, wach auf
K O Heiland, reiss die Himmel auf
l) Ein Kindlein liegt im armen Stall
m) Herr, Du weisst wie arm wir wandern
n) In einem Kripplein lag ein Kind
o) Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich
p) Kleines Kindlein in der Wiege
q) Friede auf Erden
r) Göttliche Geburt
s) Ich will das Kindlein wiegen
t) Marienlied
u) Ein Kind ist da
op .8
Vater unser Motette für gemischten Chor
op.9 a)
Lichtkreis à drei Stimmen (Kreiskanon)
op.9 b)
Sulam Notenkreis (Kreiskanon)
op .10
Die Weihnachtsgeschichte
für diverse Chöre, Soli, Lektor, Blechbläser, Holzbläser, Streicher, Pauken, div. Schlagwerk und zwei Orgeln
op.10 a)
Lobgesang der Maria Bearbeitung aus „Die Weihnachts-geschichte“ für Solosopran und Orgel
op.11
Klavier händiges Bilderbüchlein für Klavier zu vier Händen
op.12
Canticum perpetuum Oratorisches Liederbuch für Soli (S,A,T,B), Chor und Orchester
op.13
Max und Moritz für eine Singstimme (chorisch mit Frauen od. Kinderstimmen), Klavier und Schlagwerk
op.14
Benedictus à 3 Kanon zu drei Stimmen
op.15
Glarner Lieder
Liederbuch mit 22 Liedern in Glarner Mundart nach Texten von W. Elmer, F. Jakober, Ch. Kobelt, D. Kundert, und G. Thürer in diversen Tonsätzen für gemischten Chor, für Kinder
Frauen und Männerchor mit Begleitharmonien und Instrumentalsätzen
op.16
Drei lustige Orgelstücke für Orgel
1) Dr lischtig Jakob
2) Uf dr Rytschuel
3) Ds Vögeli und dr Sturmwind
op.17
David spielt vor Saul
Biblische Szene für Chor, Harfe, Pauken, Orgel und Kontrabass
op.18
Der Mond ist aufgegangen Variationen für Orgel
op.19
Ewiges Wasser
Biblisches Gemälde für Soli (S,B), Chor, und grösseres Orchester
op.19 a)
Cruzifixus für Orchester
op.20
Osterkantate für Sopran, Chor, Blechbläserquartett, Pauken, Tamburin und Orgel
op.21
Symphonische Kantate für Kinderchor (2 st.) und grosses Musikschulorchester
op.21 a)
Zwei musikalische Bilder «Der Wanderer / Der Virtuos»
für Chor und Orchester
op.22
Psalm 22 Kantate für Soli (S,A,T,B), Chor und Orchester
op.23
Lobgesang Kantate
für zwei Chöre und kleines Orchester
op.24
Psalmenmesse für Chor, Orchester und Orgel
op.25
«Die verlorene Melodie» Musik zu einem Weihnachts-spiel für Solostimme, Kinder, Frauen, Männerchor und Orchester
op.26
Passionskantate "Ehre sei Dir, Christe" für Sopran, Chor, Blechbläserquartett und Orgel
op.27
Winterthurer Weihnachtskantate für Jugendchor und kleines Orchester
Diese Zusammenstellung dürfte mit Sicherheit unvollständig sein.
Dienstag, 14. April 2026
Auch Kröten, Frösche und Molche spüren den Frühling
Wenn der Frühlings erwacht, machen sich Frösche, Kröten und Molche auf die Wanderung zu ihren Teichen undLaichgewässern. Wer das Gequake am Näfelser Obersee im Frühjahr schon gehört hat, weiss, dass das "Frühlingsfest" der Amphibien angebrochen ist. Auf der Oberseestrasse entdeckt man viele überfahrene Frösche, die auf dem Weg zum See die Strasse zu überqueren versucht hatten.
Es gibt viele Gebiete in der Schweiz, wo das Froschsterben verbreitet ist.
Aus diesem Grund gibt es viele ehrenamtliche Frosch- und Krötenretter- Teams, die im Einsatz sind, Krötensperren aufstellen und Kübel eingraben, in die die Tiere reinplumpsen und sich nicht mehr befreien können. Die Retter tragen die Kübel auf die andere Seite der Strasse, so dass die Amphibien ihren Weg zum Teich oder zu Wasserufern finden.
Aus Deutschland :
Unser „Krötenretter-Team“ engagiert sich seit vielen Jahren für den Schutz heimischer Amphibien. Wir legen neue Gewässer an, pflegen bestehende Lebensräume und organisieren jedes Frühjahr die Amphibienrettung an Strassenabschnitten.
Ab Februar oder März wandern Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen sie häufig stark befahrene Strassen überqueren – für viele Tiere endet diese Wanderung tödlich. Genau hier setzen unsere Schutzmassnahmen an.
Über mehrere Wochen betreuen Ehrenamtliche die Fangzäune, kontrollieren Eimer und bringen die Tiere sicher zu ihren Gewässern. Ein Teil der Amphibien wird später auch auf dem Rückweg begleitet.
Von einer ähnlichen Kampagne berichtete heute Morgen Radio Central, und zwar aus Edlibach, wo ein Verein seit 1991 solche Rettungsaktionen unternimmt. Bereits damals wurden dort 11 634 Amphibien gerettet. Die Zuger Zeitung berichtete in den letzten Jahre mehrmals davon. Eine 40 cm hohe Sperre wurde dort errichtet und Kübel in die Erde eingegraben, die Retter diese über die Strasse tragen und so den Weg frei zu den gesuchten Gewässern freigeben.
Vorsichtstafeln bei den gefährdeten Passagen
In der Schweiz, in Deutschland und Österreich finden sich im Internet ungezählte ehrenamtliche Gruppen und Vereine, die sich für den Schutz
der Amphibien einsetzen.
Krötenretter aus Niederösterreich. (Quelle: Wikipedia)
Montag, 13. April 2024
Näfelser Fahrt an der Late Night Show des Schweizer
Fernsehens
Der Moderator der Schweizer Comedy Sendung, Stefan Büsser, berücksichtigte
in der gestrigen Spätsendung sehr reichlich die Näfelser Fahrt 2026. Dabei traten einige bekannte und unbekannte Persönlichkeiten auf wie Bundesrat Albert Rösti, der ehemalige Ratsschreiber Hansjürg Dürst, der amtierende Ständerat Benjamin Mühlemann und einige weitere Menschen aktuell oder aus hochfleissig zusam-mengesuchten früheren Aufzeichnungs-Ausschnitten, teils sogar mit mittlerweile verstorbenen Menschen. Einen prominenten Raum nahm die leidige Sache mit dem vierten Gedenkstein, der nun ein Jahrzehnt vom Grundbesitzer, auf dessen Boden erfolgreich Schlagzeilen macht. Ich vermisste eine Szene, auf der der Gesamtregierungsrat mit dem mutwillig abgeschrägten, halb zerstörten Gedenkstein, dessen Fall nach wie vor im Entscheidungsbereich der Regierung liegt. Der dazu befragte Bundesrat enthielt sich einer Stellungnahme dazu mit der klaren Kompetenzzuweisung, das sei Sache des Kantons, in den man sich als Bundesrat nicht einmische. Nebst schönen und weniger schönen Bildern, aber auch mit erwünschten Sachinformationen, kann der Werbeeffekt für die Näfelser Fahrt nicht übersehen werden.
Lieber wäre mir eine Sachinformation in einem anderen Sendegefäss gewesen. Trotz gut recherchierten Fakts, stäubte sich mein patriotisches Herz gegen die etwas grenzwertigen Gags, von denen ja eine Comedy-Sendung lebt. Die Näfel-ser Fahrt ist eine sehr würdige Tradition mit ernstem Hintergrund und traditionel-ler Erinnerung an Werte gelebter Demokratie und Geschichte. Was die Instru-mentalisierung des Bundesrates für Knorr Aromat im Interview auf dem Fahrtsplatz zwischen Fahrtsbrief, Fahrtspredigt und feierlichen Gesängen mit dem Sinn des Anlasses zu tun haben sollte, war etwas schwer verständlich. Dass Ironie und Satire ein amüsante Waffe gegen Grenzwertiges ist, ist normal. Aber die Verwendung von auf Pointen zusammengeschnittenen Interviews und Archiv-Filmszenen, waren für mich grenzwertig, insbesondere als man eine verstorbene Nachbarin mit deftigen Sprüchen auftreten liess.
Ich gebe zu, es gehört zur Natur von Comedy-Sendungen, zum Lachen reizende Gags zu produzieren, aber es gibt eine Grenze, die nichts mehr mit Humor zu tun hat.
Stefan Büsser möchte ich dennoch für seine Schlagfertigkeit, sein Tempo und seine Geistesblitze rühmen, das betrifft seine Person. Die Inhalte, vor allem die Gestaltung sind eine andere Sache.
Sonntag, 12. April 2026
Weisser Sonntag
Trouvaille
Einer meiner vier Enkel am Weissen Sonntag als Erstkommunikant. Cyrill, 32 seit dem gestrigen Tag. Die zwei Munggen erinnern an zwei Enkel. Sein Bruder Pascal ist 29, und da gibt's noch zwei Enkel in Zug Luca, demnächst 25, und Marco 21. Falls ich von den dreien Kommunionfotos finde, werde ich sie nachreichen.
Die Zeiten ändern sich und wir mit ihnen.
Als ich Erstkommunikant war, feierte man noch üppiger. Damals, in den vierziger Jahren waren die Erst-, Zweit- und Drittkommunikanten aufgeboten. Im Schul-haus war ein aufgeregtes Gewimmel, bis wir Knaben die Schleife von der einen Schulter schräg zur andern Lende von gwirbigen Frauen ausgestattet wurden. Die Mädchen trugen damals individuell und privat besorgte weisse Röckchen und ein Kränzchen auf dem Haupt. Ein Dorfereignis war der Einzug vom Schulhaus mit drei Jahrgängen bis zu 180 Kindern durch die Dorfstrasse, Kirchenstrasse zur Kirche. Wie heute begleitete die Harmoniemusik mit feierlichen Klängen die Prozession. Der Pfarrer, Vikar und die Ministranten, Kirchenfahne/ Vortragekreuz voraus, die Strassenränder geragelt voll Leute. Der Verkehr wurde angehalten. Vollgeläute vom Kirchturm. Frohe Stimmung. Ich erhielt ein nagelneues Gwändli mit kurzen Hosen und einem Kittel, der damals - weil man ja aufwuchs und das Kleid drei Jahre passen musste bis zum Hosenrand reichte, weisse Kniesocken und nigelnagelneue hellbraune Halbschuhe mit der damals modernen Speck-sohle. Das Kleid stammte von Josef Gallati, Schneidergeschäft an der Gerbi-strasse, genannt "Schniider Nagg" und die Schuhe erhielt ich nach längerem
Anprobieren unter den kritischen Augen von Muttern von Maria Landolt- Gallati, genannt "Chiänimarii", an der Kirchenstrasse. Mittagessen gab es zu Hause und nachmittags war Vesper. Ich hatte damals Panik, weil ich nach dem Essen nicht mehr wusste, auf welcher Schulter die Schleife getragen wurde.
In der darauffolgenden Woche waren im Kaufhaus Schubiger grossflächig un-gezählte Fotos im Postkartenformat ausgestellt, der Fotograf Kunstmaler Josef Hauser, genannt "*Kunstmaler Böggli", Fahrtsplatz, pflegte alle wichtigen Dorfanlässe mit Fotos zu dokumentieren, zu nummerieren und im "Schubiger" auszustellen. Vereinzelt liessen sich die Erstkommunikantinnen und -kommuni-kanten im Atelier bei Josef Hauser fotografieren.
Samstag, 11. April 2026
Karl Brauns Fahrteindrücke
Karl Braun, ehemaliger Stadtrat in Bad Säckingen, seit bald vierzig Jahren ein grosser Sympathisant von Näfels, das "wandelnde Bad Säckinger-Geschichts-Lexikon". Kulturschaffender vom Feinsten und ein lieber Freund war an der dies-jährigen Fahrt und fotografierte auf Teufel komm raus, er besitzt auch eine wohl über tausend Fridolinsbilder umfassende Sammlung ivon Deutschland, Frank-reich und der Schweiz, neuerdings sogar von Antwerpen. Ein kleiner Ausschnitt seiner Fotoleidenschaft sei auf dieser Homepage verewigt.
Diese skurrile Fototechnik ist eine Spezialität von Karl Braun.
Links ein Schnappschuss von der Prozession (Harmoniemusik Glarus, rechts eine Innenaufnahme im Pannersaal des Freulerpalastes).
Von oben nach untern:
Anfahrt der Regierung in traditionellen Kutschen
Regierung in der Prozession, Mitte Landammann Kaspar Becker
Kirchenfahnen und Vortragekreuze der Kirchgemeinden
Schnappschuss Harmoniemusik Glarus, vgl. mit dem skurrilen Bild oben links
Von oben nach unten
Reporter SRF im Gespräch mit Bundesrat Albert Röschti auf dem Fahrtsplatz
Alles Neuntapriller. Der Verein der am Neunten April Geborenen nahm mit einer Zwanzigschaft teil, Geburtstag und Fahrtstag stimmen mit dem Schlachtdatum überein, nur ein paar Jährlein liegen dazwischen.
Landeshymne beim Schlachtdenkmal auf der Sändlenwiese
Drei franziskanische Schleckmäuler an der Kilbi Br. Michael-Maria Josuran, Br. Mariano Capaul und Br. Martin Barmettler. Drei Franziskaner in Sonnenbrillen an der Fahrt als Premiere erinnern an Assisi aber auch an etwas Mafiöses.
Neunapriller am Geburtstag an der Näfelser Fahrt
Seit 1988 existiert der "Verein der am Neunten April Geborenen", gegründet da-mals im "Freihof" Näfels m Rahmen der vielen Veranstaltungen des Jubeljahres "600 Jahre seit der Schlacht bei Näfels 9. Apil 1388". Jährlich am 9. April, ihrem Geburtstag. treffen sie sich zum "Geburtstagstreff" Da die Näfelser Fahrt aus-gerechnet in diesem Jahre auf den 9. April fiel, war es Ehrensache, dass die VNGler an der Näfelser Fahrt teilnahmen. Erinnerungsbild nach dem Genuss des Fahrtsmenüs (Kalberwürste, Kartoffelstock, Dörrzwetschgen und Zwiebelsauce)
Selbstverständllich war das "Fahrtsmenü" angesagt. (Foto: Roland Werder)
Nach Kaffee und Gipfeli im "Märchy-Kaffi", dem Besuch auf dem Fahrtsplatz zum Fahrtsbrief und zur Fahrtspredigt, der Prozession zum Denkmal und der Teilnah-me in reservierten Bänken in der Hilariuskirche am feierlichen Orchesteramt, dem anschliessenden Mittagsmahl im "Schützenhof" in einer Chambre separée und dem Besuch im Freulerpalast hatte der diesjährige Geburtstagstreff eine ganz besondere Note.
Nachzutragen gilt es, dass im "Kaffi Märchy" kein Minderer als Bundesrat Albert Röschti (Gast der General Bachmann Gesellschaft) sass, worauf ich mich im Namen der VNGler vorstellte und sprach: "Herr Bundesraat, daas isch ä baarä Wahnsinn, as-Si uusgrächnet wäget üüsärem Gebuurtstaag uff Näfels chuu sind gu gratuliärä!" Worauf er sich blitzschnell erhob und tatsächlich bundesrätliche
Geburtstagswünsche aussprach. Nach dem herzhaften Händedruck bedankte ich mich streckte die Hand aus und sprach: "Diä Hand wiirt mindeschtens viärzächä Taag nümmä gwäschä!"
Aber dass ich ausgerechnet an der Näfelser Fahrt einem Bundesrat die Hand ge-ben durfte, ist sehr wohl ein bemerkenswertes Ereignis.
In einer alten. nicht mehr eruierbaren Zeitung (Datum) gefunden, Erinnerung an den Kunstmaler und Fotografen Josef Hauser, Näfels, sein Atelier war am Herrenweg unterhalb des Fahrtsplatzes.
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"Agätäbroot und Füürälihäiss"
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Samstig, 18. Juli 2026 -
Wer so guäti Geen hett we duu, rüäft sofort nach Foortpflanzig.
Juli oder Heu-Munet
Sulzbodä Heuer mit em Tubaggpfiiffli