Das

 

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  der

 

  Woche

 

  2025

West-Portal im Konstanzer Münster:

Epitaph für Weihbischof Georg Sigismund Miller (1615-86). Er weihte 1667 die Kapelle im Freulerpalast Näfels, 1679 das Kloster auf dem Burgstock ein. (Foto: David McLion, Schwanden, 1942-2021)


 

Mittwoch, 9. Juli 2026

 

Klösterliche Einladung

 


 

Donnerstag, 9. Juli 2026

 

Kunstausstellung im Büälgarten Näels

 

Fünf Künstler -  Traumausstellung

 

 

Damit es nachgetagen sei:

 

In traumhafter Umgebung auf dem Bühl präsentieren folgende Künstler/Innen

ihre Werke:

 

4. Juli 2026

 

Franziska John

Labüsch

Kurt Müller

Paul Steiner

Fridolin Walcher

 

in früheren Ausstellungen

 

29. Juni 2013

 

Nicole Cagianurt

Esther Curiger

Werner Doble

Elli Landolt

MaryClare Loretan

Kurt Müller

Lukas Srasin

Willy Schwitter

Paul Steiner

 

28. Juni 2006

 

Erich Heldstab

Alfred Knobel

Hansueli Knobel

Lotte Müggler

Brigitte Müller

Kurt Müller

Jaqueline Orler

Auguta Savio

Verena Speich

Christian Zimmermann

 

 

Finissage, 26. September 2026 ab 15 Uhr


 

Mittwoch, 6. Juli 2026

Cover (ohne Text) des neu erschienenen Buches von Br. Gottfried Egger OFM

 

 

Neuerscheinung

zum 800. Todestag von Franz von Assisi

Franz von Assisi

Worte von Glaube, Liebe und Hoffnung

 

Medienverlag

Christoph Hurnaus

fe-Medienverlag

P. Gottfried Egger OFM, Christoph Hurnaus

 

  

Mein Brief an Bruder Franziskus

 

Lieber Bruder Franziskus,

am 3. Oktober 2026 feierst Du den 800. Jahrestag Deines Übergangs aus dieser Welt ins ewige Leben.

 

Mir kommt dazu eine Episode aus den Fioretti (eine Sammlung kurzer, volkstü- mlicher Geschichten über den hl. Franz von Assisi) in den Sinn. Da ist eines Tages Bruder Masseo zu Dir gekommen und hat Dich stürmisch gefragt: „Warum dir? Warum dir? Warum dir?“ Er hat es drei Mal gesagt, drei Mal gefragt. Du warst ganz erstaunt, ja verunsichert und fragtest nach, was er eigentlich damit sagen möchte. Bruder Masseo antwortete Dir: „Alle Welt läuft dir nach. Alles will dich sehen, dich hören und alle wollen dir gehorchen. Dabei bist du doch gar nicht schön. Du bist nicht gelehrt. Du bist nicht adelig. Warum eilt dir die ganze Welt nach?“

 

Vielleicht können wir Bruder Masseo ein wenig verstehen. Es mag doch wirklich verwundern, dass Dir, Bruder Franziskus, damals fast die ganze Welt nachgel-aufen ist, obwohl Dich noch kurz nach Deiner Bekehrung die meisten Mitbürger in und um Assisi einen Verrückten, einen Ausgeflippten nannten. Die unter-schiedlichsten und teilweise recht gegensätzlichen Deutungen von Dir hängen zweifellos mit der Vielschichtigkeit Deiner Person zusammen.

 

Die Kirche feiert Dich als einen der bekanntesten Heiligen. Kaum ein Heiliger hat eine so breite Akzeptanz wie Du. Die Umweltschützer erinnern sich an ihr Vorbild. Sozialreformer sehen in Dir, dem Poverello, einen Prediger des Klassenkampfes. Aussteigern dient Dein Vater-Sohn-Konflikt als Erklärung, als Du aus der dama-ligen Gesellschaft ausbrachst. Viele verstehen Dich als den unbeschwerten Spielmann Gottes und Wanderprediger, der sogar den Vögeln predigte und das

Gespräch mit Bruder Wolf suchte. Du bist für sehr viele Deutungen offen, darum bist Du zu einer Identifikationsfigur so vieler Menschen geworden.

 

Leser des TIME-Magazins haben Dich 1998 sogar als den bedeutendsten Mann des vergangenen Jahrtausends erkürt.

 

Warum wird Dir wohl eine solche Beliebtheit nachgesagt? Du hast in jeder Hin-

sicht ganz authentisch gelebt.

 

Für mich bist Du ein Mensch der Seligpreisungen Jesu (vgl. Mt 5, 3-12): „Selig, die arm sind vor Gott...“ Du bist auf Deinem Weg wirklich ganz arm geworden. Als Du Dich nicht nur von Deinem leiblichen Vater, vom Kaufladen, von den Ritter-träumen, ja von allem lossagtest, um nicht nur ein wenig, sondern ganz radikal dem armen, gekreuzigten und auferstandenen Jesus zu folgen. Seinen Namen hast Du stets in Deinem Mund gehabt. Deshalb sagt Dein erster Biograph und Mitbruder Thomas von Celano von Dir: Immer war er mit Jesus beschäftigt. Jesus trug er stets im Herzen, Jesus im Mund, Jesus in den Ohren, Jesus in den Augen, Jesus in den Händen, Jesus in all seinen übrigen Gliedern...“

 

Jesus entdecktest Du als den Schatz im Acker (vgl. Mt 13, 44), den Du unbedingt erwerben wolltest und für den Du alles verließest.

 

„Selig die Barmherzigen...“ Du hattest wahrlich ein Herz für die Menschen am Rand, die Aussätzigen, die Du nicht nur umarmtest, sondern ihnen auch uner-müdlich dientest.

 

„Selig, die Frieden stiften...“ Du versöhntest verschiedene zerstrittene Gruppen und Parteiungen, sogar den Bischof mit dem Bürgermeister von Assisi, die im Konflikt miteinander waren. Das alles konntest Du mit einem freien Herzen tun, weil der Geist der Seligpreisungen Jesu Dich dazu drängte. So sagst Du in der 19. Ermahnung: „Das, was der Mensch vor Gott ist, das ist er und nicht mehr!“

 

Damit sagtest Du Deinen Mitbrüdern, Deinen Zeitgenossen und uns Heutigen, dass wir Menschen nichts ändern können mit Reichtum, Besitz, Ansehen und Macht und Intelligenz. Wir alle, jeder und jede bleiben angewiesen auf das Le-ben, die Sonne, das Wasser, die Liebe unserer Mitmenschen, auf Gott unseren Vater und Schöpfer, der uns diese Erde und Schöpfung anvertraut hat und die wir alle als Schwestern und Brüder pflegen und lieben sollen. Diesen Geist der Seligpreisungen hast Du gelebt, weil Du Jesus innig liebtest.

 

Lieber Bruder Franziskus, lehre uns aus dem Geist der Seligpreisungen Jesu zu leben, geistig und materiell ärmer und einfacher zu werden, um uns vom liebenden Gott abhängig zu wissen. Lehre uns barmherzig zu handeln, denn viele leiden heute oft in der herzlosen Gesellschaft. Zeige uns neue Wege, wie wir Werkzeuge des Friedens sein können in einer Welt, in der so viel Hass, Krieg und Unmenschlichkeiten den Ton angeben. Zeige uns, wie und wo wir Jesus, unseren Herrn, noch besser lieben und IHM dienen können.

 

Danke lieber Bruder Franziskus, für Dein wunderbares Beispiel. Danke für Dein Fürbittgebet für uns alle!

Dein Mitbruder Br. Gottfried ofm

 

 Literatur- und Quellenverzeichnis mit Bilderklärungen

 

1 Franziskus-Quellen (Abkürz. FQ), Butzon & Bercker, Edition T Coelde,Kevelaer

   2009, S. 270 (1 Celano 115)

2 Herkunft, Jugendzeit: a.a.O., S. 612 (Dreigefährtenlegende, Kapitel 1, 2)

3 König der Jugend: FQ, a.a.O., S. 303 (2 Celano 7)

4 Troubadour (Blick ins Spoletotal mit Turm der Kirche S. Pietro, Assisi): Julian

   Green, Franz von Assisi, Edition Credo 2022, S.61

5 Rittertraum (Bild: Calendemaggio Assisi): Jacques Dalarun, Das neuentdeckte

   Franziskusleben EOS, St. Ottilien, 2017, S. 42 (Vita brevior, 2. Lesung)

6 San Damiano (Innenansicht): FQ, a.a.O., S. 13 (Gebet vor dem Kreuzbild von

   San Damiano)

7 Bei den Aussätzigen (Plastik bei der Kirche Rivotorto, Assisi): Jacques Dalarun,

   a.a.O., S. 46 (Vita brevior, 7. Lesung)

8 Christus spricht zu Franziskus (Kreuz mit Franziskus in einer der Kirchen

   von Pieve Santo Stefano/AR): FQ, a.a.O., S. 619/620 (Dreigefährtenlegende

   Nr. 13)

9 Evangelium von der Aussendung (Zeitgenössische Plastik v. Franziskus bei

   San Damiano): FQ, a.a.O., S. 626 (Dreigefährtenlegende Nr. 25)

10 Poggio Bustone (mit Blick auf das Rietital): FQ, a.a.O., S. 215 (1 Celano 27)

11 Franziskus beim Papst (Franziskus von Simone Martini, Unterkirche San

     Francesco): Jacques Dalarun, a.a.O., S. 51/52 (Vita brevior, 14. Lesung,               Franziskus vor dem Papst)

12 Monte Casale, Heiligtum der drei Räuber; Madonna: Gruß an die Gottesmut-

     ter, FQ, a.a.O., S. 33 Anmerkung zum Bild „Madonna von Montecasale“: Die-       se Statue der jungfräulichen Gottesmutter, berühmt durch ihre Wunder, wurde       vom hl. Franz v. A. 1213 aus der Burg Montecasale an diesen Ort aufgestellt.

13 Kreuzgang von San Damiano: Vermächtnis der hl. Klara, FQ, a.a.O., S. 63

14 Türme in der Stadt Asssisi: FQ, a.a.O., S. 227 (1 Celano 45)

15 Vogelpredigt: Jacques Dalarun, a.a.O., S. 63/64 (Vita brevior 36)

16 Portiunkula-Kapelle; Vollkommene Freude in: Die Blümlein des hl. Franziskus,

     (Fioretti Kap. 8; FQ, a.a.O., S. 1359, Kap. 8, V 8-12)

17 Grabeskirche und Kloster Santa Chiara, Assisi: Lobpreis Gottes, FQ, a.a.O.,

     S. 37-38

18 Christusdarstellung aus dem Ikonenmuseum Bardejov: Seine große Liebe

     JESUS, FQ, a.a.O., S. 270 (1 Celano 115)

19 Brief an alle Brüder oder Brief an den gesamten Orden, FQ, a.a.O., S. 116/117

20 Anmerkung zum Text: Der hl. Antonius war nicht Bischof. Aber Franziskus war       bestrebt, die Theologen und Prediger zu ehren.

21 Statue im Garten der Casa del Pellegrino in Padua: Brief an Bruder Antonius,

     FQ, a.a.O., S. 108

22 Treppe zur Michaelskapelle Fontecolombo: Regel für die Einsiedeleien,

      FQ, a.a.O., S. 103/104

23 Eine Franziskanerin und ein Franziskaner: Bullierte Regel, FQ, a.a.O., S. 94

24 Erzengel Michael in Fontecolombo, FQ, a.a.O., S. 406 (2 Celano 197)

25 Krippe in Greccio, FQ, a.a.O., S. 250/251 (1 Celano 86)

26 Augenoperation in Fontecolombo, FQ, a.a.O., S. 390/391 (2 Celano 166)

27 Stigmatisation nach Bonaventura, QS, a.a.O., S. 765/766 (Legenda Maior,

     Kap. XIII, 3, 2-8)

28 Ansprache von Papst Johannes Paul II. beim Friedensgebet in Assisi 1986

29 Alvernafelsen mit Stigmatakapelle: Bruder Falke in Laverna, FQ, a.a.O., S.           740 (Legenda Maior, Kap. XIII. 8)

30 Sonnengesang, FQ, a.a.O. S. 40/41

31 Umgebung von La Verna: Sonnengesang, FQ, a.a.O. S. 40/41

32 Über dem Grab des Franziskus, Franziskus in der Verherrlichung. Sonnenge-       sang, FQ, a.a.O. S. 40/41

33 Schafe Siena, FQ, a.a.O., S. 737 (Legenda Maior, Kap. XIII, 7)

34 Transituskapelle in S. Maria degli Angeli. Anselm Kraus, LEBEN WIE FRAN-         ZISKUS, Editrice S. Antonio, Padua 1983, S. 267

35 Franz von Assisi, Sonnengebete, Anaconda Verlag, „Aufruf zum Lob Gottes“,

     S.11

36 Franz von Assisi, Sonnengebete, Anaconda Verlag, „Aufruf zum Lob Gottes“,

     S.15

 

Impressum:

© 2026 Medienverlag Christoph Hurnaus,

Linke Brückenstraße 4/6, 4040 Linz, Österreich

www.christ-media.com

ISBN: 978-3-902354-22-8

 

© 2026 fe-Medienverlags GmbH

Hauptstraße 22, 88353 Kißlegg, Deutschland

www.fe-medien.de

ISBN: 978-3-86357-489-5

 

Gestaltung: Mag. Alexandra Holzmann

Lektorat: MMag. Johannes Graf

Druck: Devin printing house, Bratislava

 

Fotonachweis:

Cover: Pfarrer Erich Neidhart, Christoph Hurnaus, Archiv Pater Gottfried Egger

picture alliance / imageBROKER, Stefan Auth: 2

Pfarrer Erich Neidhart: 6, 15, 16, 32, 33, 42, 57, 74, 75, 76, 77

Archiv Pater Gottfried Egger: 24, 36, 66, 72

Christoph Hurnaus: 8, 10, 11, 12, 13, 19, 20, 22, 23, 26, 28, 29, 30, 31, 34, 35,

 

38, 40, 45, 46, 48, 51, 52, 55, 58, 59, 60, 61, 62, 64, 65, 68, 69, 70, 71

 

Franz von Assisi - Worte von Glaube, Liebe und Hoffnung

 

Dussmann - Das Kulturkaufhaus

https://www.kulturkaufhaus.de › detail › Egger-Gottfried

Franz von Assisi - Worte von Glaube, Liebe ... Gottfried Egger und der österreichische Fotograf Christoph Hurnaus gemeinsam herausgeben.

 EUR 16.90


 

Dienstag, 7. Juli 2026

 

Heimwehnäfelser suchen immer wieder nach ihren Wurzeln

 

Dieser Tage erhielt ich eine Anfrage einer Auswärtsglarnerin, deren Gross-mutter im Glarnerland geboren ist, auswanderte und deren Nachkommen auf der ganzen Welt verstreut sind. Diese Nachkommen werden demnächst ins Glarnerland reisen und auf der Suche nach ihren Wurzeln zwei Tage unser Ländchen erforschen. Die mütterlicherseits gesuchten Vorfahren stammen aus dem Geschlecht der Gallati.

Als kleine Empfangsgeste grabe ich die folgende Glosse aus, dem "Fridolin", Schwanden, Nr. 41, 13. Oktober 2011, S. 14

 

 

O, ihr verrückten Galater!

oder

Wussten Sie, dass Gallatis Barbaren, Bleichgesichter und eigentlich Kelten sind?

 

Eine gebürtige „Gallaterin“, namens Greta, hat mich darauf gebracht, mein Augenmerk auf Träger dieses Namens zu werfen. Es gibt ja, weiss Gott, haufenweise Menschen dieses Namens, die Bedeutendes geleistet haben. Dem Familienname „Gallati“, in der Mundart „Galäti“ und Mehr-zahl „Galäter“, ist ein spezielles Buch gewidmet.  

Mogens Mogensen-Gallati hat es mit dem Titel „500 Jahre Genealogie und Geschichte des Glarner Geschlechtes Gallati“  schon 1984 heraus-gegeben.

 

Er präsentiert darin Gallati aus Näfels, Mollis, Kerenzen, Netstal, Wil SG und die katholischen und reformierten Gallati im Hauptort Glarus. Er weist auch hin auf Gallati in Weesen, Uznach, Schänis, Quarten, Rapperswil und Tuggen.

 

Auffällig ist die Aussprache. Während man im Glarnerland „Gàläti“ auf der ersten Silbe betont und phonetisch die Kürze des ersten a durch die Doppel-L-Schreib-weise (Ga-ll-ati) noch betont, pflegen Auswärtige den Namen als „Galàtti“ mit Betonung auf der zweiten Silbe auszusprechen. Der ehrenwerte Name wurde gar kürzlich in der Bad Säckinger Presse sogar als „Galatti“ geschrieben.

 

Den ersten Gallati findet man unter den gefallenen Glarnern „Wälti Gallati“, der am 9. April 1388 die Freiheit des Landes Glarus mitbegründete. Allerdings nennt die Genealogie im Landesarchiv schon 1249 Johann einen Jakob Gallati Pfarr-herr zu Berschis.

 

Der erste Molliser Gallati ist Zacharias, Apostat aus Näfels. Ab Beg-lingen. Auch Bürger von Netstal. Geboren 1545, gestorben am 7. September 1611 in Filzbach. Er heiratete zuerst Katharina Engelhart, Tochter des Schmiedmeisters aus Gla-rus, die ihm zwölf Kinder schenkte, dann Katharina Britt von Obstalden. 1590 wurde er Protestant und 1600 kaufte er das Tagenrecht zu Kerenzen.

 

Der ersterwähnte katholische Stadtglarner Gallati war Rudolf, der mit einem Hans Gallati 1428 und 1436 Tagsatzungsabgeordneter war. Er fiel im September 1515 in der Schlacht bei Marignano. Sein erster reformierter Stadtgenosse war Ulrich Gallati von Mollis, wohnhaft in Glarus, später Hofmann beim Herzog von Zwei-brücken, Rheinpfalz. Er lebte von 1616 bis 1684 und heiratete dreimal. Zuerst Elsbeth Schärer, genannt Gyr. Sie gebar vier Töchter, starb aber erst 27-jährig  in Glarus. Die zweite Frau Elsbeth Zimmermann gebar zwei Söhne. Seine dritte Frau, die Hebamme Lisabetha Brändle, gebar eine Tochter und überlebte ihren Mann um vier Jahre. Ersterwähnter Netstaler Gallati ist Fridolin Joseph, Drucker, dann Briefträger. Er lebte von 1851 bis 1933 und hatte mit Maria Sigrist aus Giswil OW fünf Kinder. Er starb in Luzern.

 

Die Wiler-Gallati-Dynastie beginnt mit dem ausgewanderten Näfelser Melchior, der sich 1600 in Wil SG eingebürgert hat. Die genealogischen Daten sind aber verwirrlich. Gewiss ist, dass aus dieser Familie talen-tierte und bekannte Glasmaler hervorgegangen sind. Eine Standesscheibe von Glarus 1673 befindet sich im Freulerpalast in Näfels. Der spätere Balthasar Gallati (1605-1675) war Stadtfähnrich, Ratsherr, Jahrzeitpfleger und Armenkinderpfleger und ging in die Wiler Geschichte ein, weil auf seinem Gut das Kapuzinerkloster gebaut werden durfte.

 

Gallatis gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt, ein Schicksal, das viel Glarnerinnen und Glarner teilen, die aus wirtschaftlichen oder beruflichen Gründen ausgewandert sind.

 

Woher die Gallati herkommen, scheiden sich die Geister. Ein Gelehrter meinte, am häufigsten genannt werde ihr keltischer Ursprung. Kelten seien  aus Nordeuropa nach Süden gezogen und hätten Griechenland erreicht. Die dunkel-häutigen Griechen hätten die eindringenden hell-häutigen Barbaren „hoi galaktoi“, Milchgesichter, genannt. Daher komme die Erklärung für das erstbetonte a. Weil die Griechen den Akzent im Wort „Gàlaktoi“ auf das erste a setzten, liege die Betonung im Glarnerland ebenfalls auf dem ersten a und nicht auf dem zweiten, wie dies bei einem italienischen Namen der Fall wäre oder wie es Ausser-kantonale aussprechen. Im Verlaufe der Jahrhunderte seien in Italien, Frankreich, Griechenland, Rumänien und Kleinasien zahllose keltische Siedlungen entstanden. Man findet heute noch zahlreiche Städte und Dörfer, die „Galati“ heissen. In Istanbul gibt es den bekannten Fussball Club „Galatasaray“, ebenda eine Brücke  „Galata“.

 

Für Christenmenschen kommt es noch besser. Der Apostelgeschichte und in den Briefen des Apostels Paulus findet man die genannten „Galater“, die Nachfahren der Kelten, die von den Griechen „keltoi“ oder eben „galatoi“ (Gallier) genannt wurden.

 

Die Keltenwanderung hatte ihren Grund in der Bedrohung durch Alemannen, die in Nordeuropa eingewandert waren und südwärts bis zum Rhein vordrangen. Da-durch wurden die Kelten – so eine andere Geschichtsquelle – verdrängt; einerseits nach Südfrankreich und Spanien, andererseits auf die britischen Inseln, wo sich keltische Dialekte (gälisch, walisisch, irisch) bis heute erhalten haben.

 

Die keltischen Helveter im Gebiet der Schweiz gehörten also zu einem Volk, des-sen Siedlungsgebiet sich über ganz Westeuropa bis an die Alpen (von  Nord-westen) und an den Rhein (von Südwesten) erstreckte. Das Zentrum lag im heutigen Frankreich, das die Römer als Gallien bezeichneten.

 

Die Keltenwanderung soll schon um 800 vor Christus begonnen haben. 390 vor Christus überquerten sie die Alpen, stiessen drei Jahre später bis nach Rom vor, das sie plünderten und zerstörten. Andere Stämme überschritten die Pygmäen Richtung Spanien. Um 275 v. Chr. erreichten keltische Stämme Griechenland und Kleinasien.

 

Antike Autoren verwendeten für die Einwanderer Namen wie „keltoi“, „celtae“, „galli“ und „galati“. „keltoi“ oder „galatai“ und auch die Prädikate  „die Tapferen, Edlen“. Anderseits waren sie für die Griechen „Wilde“, „grossgewachsene Krieger mit den gekalkten Haaren als angeberisch, aufbrausend, kriegerisch und ver-soffen“.

 

Im Gegensatz zu den Griechen und Römern waren für die Kelten auch Bäume oder Tiere heilig. Sie glaubten an die Unsterblichkeit der Seele, woraus sich Julius Cäsar den Kampfesmut ihrer Krieger erklärte. Keltische Druiden waren bei den Römern und Griechen hoch angesehen. Die jüngste Begegnung hatten Fussballfans vor einigen Wochen, als Basel das rumänische Team Otelui Galati besiegte. Ausgesprochen als "otselul galats" (ohne -i am Schluss)“.

 

Wussten Sie, dass – nach Ansicht von Namenforscher Fritz Zopfi - die bedeutenden Glarner Bäche keltische Namen tragen? Linth, Sernf, Löntsch. Daneben sind Gallati mit Fug und Recht keltisches Urgestein.     

                                                                               
Bis bald! Ihr Pankraz


Als Näfelser pflegen wird gut und gerne auf Oberst Kaspar Gallati hnzuweien, den ersten Gardeobersten In rFankreich, er ar der Grossvater des Erbauers des Freulerpalastes Gardeoberst Kaspar Feuler.

 

Um 1535/37 Näfels, +2.7.1619 Tours, Paris, katholisch, von Näfels. Sohn des Kaspar, Soldoffiziers. Verena Gugelberg. Trat vor 1562 in französische Dienste, diente unter Karl IX., Heinrich III., Heinrich IV. und Ludwig XIII., wobei er viermal ein eigenes eidgenössisches Regiment führte. 1587 geadelt, Ritter des St.-Michael-Ordens, 1603 Leutnant der königlichen Leibgarde der Hundertschweizer, 1615-1619 erster Oberst des Schweizer Garderegiments. Nahm teil an den Hu-genottenkriegen (1562-1598), auch am achten, dem "Krieg der drei Heinriche" (1585-1589). Unterstützte 1589 Heinrich IV. Beteiligte sich an den Feldzügen gegen Spanien unter anderem in Flandern und Brabant und am Einfall in Jülich 1610. Zeichnete sich 1569 bei Jarnac und Montcontour, 1589 bei Arques aus. Einer der bedeutendsten eidgenössischen Söldnerführer seiner Zeit.

 

Quellen und Literatur

Literatur

A. Müller, «Kaspar Gallati», in Grosse Glarner, hg. von F. Stucki, H. Thürer, 1986, 47-61


Dienstag, 7. Juli 2026

 

Die besondere Aufnahme des Rautispitz,

 

unseres Näfelser Hausberges, 2283 m.ü.M

Diese Aufnahme ist eine Meisterwerk von Jean Pierre Hauser, fotografiert am gestrigen  Abend, vermutlich vom Walensee oder von Amden aus.

Rautispitz im Volksmund "Rauti" und Bärenstich und Wiggis.


 

Montag, 6. Juli 2026

 

Heute feiert Br. Gottfried Egger ofm,

der erste Näfelser Franziskaner, seinen Geburtstag

 

 

Br. Gottfried Egger ofm war der erste Franziskanerpater, der ins ehemalige Kapu-zinerkloster in Näfels einzog und eine Station für die Scheizer Franiskaner eröff-nete. Zu Gevatter stand Br. Karl  Feusi, der damalige Provinzial der Schweizer Franziskaner, er lebte einige Jahre auch in Näfels. Es war ein Freudentag, als nach längerer Pause das Klosterglöcklein wieder zu hören war. Br. Gottfried war auch erster Guardian, war beliebter Exerzitienmeister, wurde später Provinzial. Dann verbrachte Br. Gottfried einige Jahre in Heiligen Land l und ist seit einigen Jahren im Franziskanerkloster in Brixen im Südtirol. Seit Jahrzehnten erforscht

er Heiligenbiographien oder das Lebenswerk von Personen, die selig- und/oder heilig gesprochen worden sind. Er war verschiedentlich im Radio und Fernsehen mit Predigten und Interviews zu sehen und zu hören.

In Näfels ist er unvergessen, denn er bereitete die Renovation des Klosters vor, war Mitbegründer der Freunde des Klosters und schuf den nicht mehr wegzuden-kenden Kreuzweg vom Bildstöckli bis zur Brand.

Er kann heute Geburtstag feiern und ist nach wie vor schriftstellerisch tätig.

Wer ihm gerne schreiben mag: seine Email-Adresse

 

[email protected]

 

Frohe Geburtstagsgrüsse!

 


 

Samstag, 4. Juli 2026

 

Traumhaft schöne Vernissage im Freien

 

Kunstausstellung im Bühlgarten

 

Motto: "Kopf hoch!"

  

Kurt Müller, Gastgeber und Ideengeber, bei seiner Vorstellung der Vernissage im Freien. Bei herrlichem Wetter und wohl 100 Gästen.

Fridolin Walcher, Köpfe am Rautiport

Wie kann man nur! Stonehanche !?- Osterinseln sollte es heisssen!

Danke für den Hinweis einer lieben Leserin!

Du glaubst eine Frau stehe da und sie antwortet nicht.

Stelen mit Fronapstock, ein Wölklein guckt hervor

Köpfe im Gebüsch

Jazzformation "Zigerhorns"

Die Vernissage wurden zu einem rauschenden Fest, unter freiem Himmel, mit Jazzbegleitung und reichlich Apéro mit belegten Brötchen. Herzliche Gratulation und herzlichen Dank!

 

 

Kurt Müller hat mir liebenswrdigerweise das Manus seiner Eröffnung der Ver-nissage zur Verfügung gestellt. Er trug diese in authentischer Mundart vor, das Manus ist in Schriftsprache ebenso nachlesenswert.

 

Grüezi

Herzlich willkommen zur Vernissage „Kopf hoch!“. Heidi und ich freuen uns sehr, dass Sie gekommen sind.

 

Wie ist es zu dieser Ausstellung gekommen?

Die letzten 12 Monate haben uns gezeigt, dass ein einziger Kopf die Welt in ein Chaos stürzen kann. Shakespeare hat gesagt: Die Hölle ist leer, die Teufel sind alle hier. Unsere Welt wird zunehmend von Dikta-toren, Despoten und Halunken gelenkt. Damit verbunden ist viel Ver-unsicherung, Ohnmacht und Frust. Den Kopf hängen lassen ist keine gute Option..

 

Ich wollte da etwas Gegensteuer geben. Auch die Kunst kann und muss einen Beitrag leisten, um in der heutigen Zeit die Leute aufzu-rütteln. Ich habe vier befreundete Künstlerinnen und Künstler ange-fragt, ob sie bei diesem Projekt mitmachen möchten. Alle haben spon-tan zugesagt. Das war super.

 

An dieser Ausstellung werden ausschliesslich Köpfe gezeigt: Mit den ausgestellten Objekten wollen die Künstler die Betrachter an-regen und ermuntern geradeaus und nicht auf den Boden zu schauen.

 

Franziska John

ist eine grosse Schafferin. Heute ist es das erste Mal, dass ich sie nicht an der Arbeit sehe. Die emotionale Bandbreite, die in den Gesichtern ihrer Köpfe sichtbar wird, ist faszinierend. Niemand kann sich den Blicken dieser Ge-sichter entziehen, die auf ihn ge-ichtet sind. Die Köpfe zeigen eine Vielzahl von Gefühlen. Dadurch entsteht eine unmittelbare Verbindung zwischen Kunstwerk und Betrachter. Die Wirkung bleibt nicht oberflächlich: Jeder Kopf scheint eine eigene Geschichte zu erzählen und löst beim Publikum ganz individuelle Reaktionen aus. Manche Werke berühren, andere regen zum Nachdenken an, wieder andere erzeugen ein Gefühl der Vertrautheit oder Irritation. Die Gesichter ziehen die Betrachter regelrecht an.

 

Die grosse handwerkliche Begabung, die virtuose Verwendung unter-schied-lich farbiger Tonarten faszinieren mich. Liebe Franziska, danke, dass Du teil-enommen hast.

  

Chris und Pierre Labüsch

sind absolute Könner im Umgang mit Eisen. In ihrer Werkstatt und in der Aus-stellung in Winterthur durften wir sehen, was aus Eisen alles entstehen kann. Die hier ausgestellten drei Objekte nehmen das «Thema Kopf hoch!» in be-

son-erer Art auf. Das Werk vereint Bewegung und Ruhe in einer kraftvollen skulpturalen Sprache aus Eisen und geformtem Weissblech.

 

Ein nur 0,2 mm starkes Blech wird mit einem Druck von zwei Tonnen zwischen eine Positiv- und Negativform gepresst. Durch diese enorme Kraft entsteht ein reliefartiges Antlitz von bemerkenswerter Stabilität. Es ist erstaunlich, dass nach dieser harten Prozedur erhabene Köpfe entstehen.

 

Chris und Pierre mögen es mir nicht übelnehmen, wenn ich das Wind-spiel mit dem eidgenössischen Parlament vergleiche. Die Hälfte der Köpfe drehen nach links und die andere Hälfte nach rechts und dabei entsteht oft nichts.  „Kopf hoch!“ wird bei diesem Werk aber zur Haltung – im wörtlichen wie im übertra-enen Sinn: Aufgerichtet im Wind, im Schwung des Lebens, im stetigen Wandel.

 

Chris und Pierre, herzlichen Dank, dass ihr an dieser Ausstellung teilnehmt.

  

Der Fotograf Fridolin Walcher

zeigt auf diesen grossen Stoffbahnen Köpfe und Gesichter aus Grön-land. Diese Menschen haben mit unerhörten Herausforderungen zu kämpfen. Die Eisschmelze und der Klimawandel gehen in Nordgrön-land noch viel rasanter vorwärts als bei uns in den Alpen. Fischerei und Jagd zum Beispiel verändern sich laufend. Und kaum haben sich die Inuit mehr Selbstbestimmung gegen-über der ehemaligen Kolonialmacht Dänemark erkämpft, kommen unvermittelt Trumps Eroberer und melden imperialistisch ihren Anspruch auf die Insel an, die noch nie in einen Krieg verwickelt war. «Kopf hoch!» ruft Walcher ihnen zu, «Steht für eure Selbständigkeit ein!». Walchers Bilder machen nachdenklich. Sie sind extrem treffend – im wahrsten Sinne des Wortes.

  

Kommen wir noch zu den Skulpturen. Anders als bei der Plastik ist bei der Skulptur die Form im Material bereits enthalten. Beim Holz seit wenigen Jahr-ehnten, beim Stein seit Millionen von Jahren. Es geht eigentlich nur darum, das richtige Material zu entfernen. Beim Holz schneidet man es ab, beim Stein schlägt man es ab.

 

Mit Paul Steiner

habe ich geschäftlich viel zu tun gehabt. Ich habe seine hilfreiche Kre-ativität sehr geschätzt. Ab und zu befand sich in den präsentierten Katasterplänen auch mal ein Ausstellungsprospekt. Wir hatten immer etwas Zeit um uns über Skulpturen zu unterhalten.

 

Paul Steiner fasziniert mich wegen der Klarheit in der Form. Seine Köpfe und Figuren sind absolut schnörkellos und gut geerdet. Mit grober Kettensäge und feinem Gespür für Form und Ausdruck lässt er beseelte Gestalten entstehen. Als Material für seine Arbeiten verwendet er einheimische Hölzer.

 

Die Spannung zwischen Zartheit und Stärke gibt seinen Werken eine beson-dere Ausdruckskraft. Es sind Gestalten, die wirken, als würden sie schon eine Ewigkeit hier stehen. Sie haben ihren Platz besetzt. Dabei treten sie in einen spannenden Dialog mit der Betrachterin und dem Betrachter.  

 

Paul Steiner wurde am Kulturtopf von Kultur Zürichsee Linth die KulturMarke 2025 überreicht. Gratulation. Paul, ich danke Dir herzlich für Deine Teilnahme an dieser Ausstellung.

 

Kurt Müller

Es fehlen noch die Köpfe aus Stein. Es gibt nicht so viele Künstler, die Köpfe aus Stein machen. Es ist mir jedenfalls hier im Kanton niemand aufgefallen. So habe ich selber ein paar Köpfe aufgestellt. Es sind ausnahmslos Experi-mente. Wenn ich mit der Bearbeitung beginne, habe ich den Namen des Kopfs jeweils schon im Kopf. Bis die Form sichtbar wird.

 

Hier im Garten zeige ich rote, schwarze, graue und weisse Steinköpfe. Das Material kommt – abgesehen vom Tessiner Granit und Marmor – aus der Ge-gend. Mich faszinieren auch die vom Wasser ausgewaschenen Steine, die ich zwischen Betlis und Quinten aus dem Walen-see ziehe.

  

Damit sind wir am Ende des Rundgangs. Benützen Sie die Gelegen-heit mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen. Sie haben viel Spannendes zu erzählen. Die meisten der gezeigten Werke können Sie auch kaufen. Es liegt eine Objekt- und Preisliste auf (gelbes Blatt).

 


 

Donnerstag, 2. Juli 2026

 

Trouvaille

 

Als der Dorfbach von Näfels verschwand!

 

 

Baustelle mitten im Dorf: der Dorfbach, der von der Büntgasse (bei Maler Müller) sichtbar wird, floss durch die Büntgasse bis zur Burg, danach bei der Burgstrasse von der Burg entlang der Beuge zur Landstrasse und nachher nordwärts bergseitig entlang der Landstrasse, vorbei am Restaurant "Freulergarten" (heute Harmonie), Höfli, und siehe Bild oben, "Schwert", Schubiger Kaufhaus, zurückgesetzt "Apotheke Fridolin" entlang des Dorfschulhauses (1877 erbaut), des Hauses von Küfer Tschudi, später Käsladen Hardegger und der Häuserzeile, die dem Neubau des Wyenhofquartiers weichen musste, dann bog der Dorfbach die Gerbi hoch und verschwand unmittelbar vor der Buchbinderei Müller, wandet sich nordwärts unterirdisch und vereinigte sich mit der Rauti, die erst beim Sand in den Mühlebach mündete. Das Gebiet um den Hirzen/Sattlerei Landolt hiess "Venedigli" weil dort Rauti und Dorfbach vorbeiflossen. Die Rauti wurde 1913 mit einem tiefen Bachbett gebändigt.

 

Unser Bild zeigt die Baustelle entlang der Landsstrasse, als der Dorfbach zu-gedeckt wurde, vorher waren, "Freuergarten", Höfli, "Schwert", Kaufhaus Schu-biger und das Schulhaus nur über kleine Stege oder Brücken erreichbar.

(Quelle: Bildersammlung Margrith Tschudi-Landolt)

 

Einer alten Anekdote gemäss, so eine Überlieferung eines ehemaligen Schülers, sei der Steg zum Schulhaus einem hier nicht genannt sein wollenden Lehrer zum Verhängnis geworden. Nach einer durchzechten Nacht sei besagter Lehrer nicht mehr so gut auf den Beinen gewesen und beim Steg zum Schuhaus in den Dorf-bach gestürzt, zur allgemeinen Heiterkeit der Schülerinnen und Schüler. (Zu da-maligen Zeiten wäre dieser Vorfall in den Fasnachts-Schnitzelbänken aufge-taucht, möglicherweise hätte der Steg als "Übernamen" den Namen des Lehrers erhalten.


 

Mittwoch, 1. Juli 2026

 

Karl Schwitter, Sigerschtä-Kari, gestorben

 

Im hohen Alter von fast 97 Jahren ist Karl Schwitter-Fischli im Altersheim Niederurnen gestorben. Er war verheiratet mit Lydia Fischli (Metzger Fischlis). Ein ruhiger, angenehmer Näfelser, leidenschaftlicher Jäger und Oberseetaler. Ehrenveteran der Militärschützen und Ehrenmitglied des Turnvereins.

Er wohnte an der Oberdorfstrasse im gemütlichen Einfamilienhaus. Sein Tus-culum war das Oberseetal, wo er auf Sulzboden einen Hausteil der Heuerhütte, ehemals Franz und Albertina Tschudi (Bunätällers), die erste Baute am "Eingang" zum Sulzboden, erwerben konnte. In früheren Jahren war er leidenschaftlicher Jäger, der jeweils mit den "Höreli"-Kollegen schon im Hochsommer die Gemsen im "Gletscheralpäli" beobachtete und im Herbst auf die Jagd ging. Der Beinahme "Siger-schtäkari" geht auf einen Vorfahren zurück der Sigrist war. Auf er Todes-anzeige ist das winterliche Bild seines Refugiums auf Sulzboden unterlegt. Sein Porträt-Bild auf der Todesanzeige ist wie ein letzter Gruss, äs "Tschau-zämä". Wir behalten Kari als lieben Kollegen, Sulzbodennachbarn und angenehmen Zeit-genossen in lieber Erinnerung. Seiner Frau Lydia und seinen Angehörigen gehört unser herzliches Beileid.


 

Dienstag, 30. Juni 2026

 

Siegen ist schöner als Verlieren

 

Wenn zwei Super-Fussballmannschaften wie Deutschland und die Niederlande ausscheiden

 

Dass Ernüchterung und Enttäuschung aufkommen, wenn man sich aufs Siegen konzentriert hat, ist ja begreiflich. Aber bekanntlich ist immer beides möglich. Natürlich macht es einem glücklich, wenn man siegt. Mir scheint, es sei  leichter

mit einem Sieg umzugehen, als mit einer Niederlage.

 

Wenn ich den Medienrummel heute Morgen nur schon von weitem her beobachte, frage ich mich, ob diese Sportwelt am Verblöden ist. Für die Unterlegenen geht jetzt die Serie von Schuldzuweisungen los. Ich finde es auch krank, dass sich Medien sofort nach einer Niederlage die Protagonisten vorknöpfen und regelrecht vorführen. "Warum haben Sie verloren?". wer ist schuld?", "Treten Sie jetzt zurück" etc.

Zu erwarten sind jetzt wochenlange Diskussionen. "Sündenböcke" werden gefun-den und gnadenlos kritisiert. Bis in die hintersten Provinzblättlein, in allen Privat- und öffentlichen Radios und TV-Sendern melden sich "Experten" und machen mehr oder weniger gescheite Aussagen, Da lobe ich mir die Jasser, die nach jedem Spiel das Täfeli auswischen und umdrehen, und eine neue Partie beginnen. "Nachäjassä" ist verpönt. Aber auch dort ist manchmal Verlieren nicht so einfach.

Die Lust und Freude am Sport müssten Sieg und Niederlage übertönen.

 

Lasst uns doch freuen an dem grossen Angebot der WM-Kämpfe, der Bessere möge gewinnen. Die Spielregeln mögen entscheiden, wer diesen am besten ent-spricht. Und am Ende sind es die Tore, die zählen bei unentschiedenem Ausgang, wird eine Verlängerung angehängt, und bleibt dann immer noch ein Remis, muss das Elfmeterschiessen entscheiden. Wer möchte einem Spieler Vorwürfe machen, wenn er nach über 120 Minuten Volleinsatz, einen Penalty verschiesst oder wenn der Torhüter den Ball hält!?

 

Eine WM ist dann berechtigt, wenn spannende Begegnungen, Unterhaltung, neue Freundschaften und Fairness als Erfahrungen neben Sieg und Niederlage

Platz haben. Oder zählt am Ende nur der finanzielle Erfolg der Veranstalter?


Montag, 29. Juni 2026

 

Geschichte des Hotels Drei Könige Einsiedeln

 

von

 

Ernst Louis Bingisser

 

 

Das Hotel Drei Könige zuoberst am Klosterplatz in Einsiedeln ist ein Haus mit langer Tradition.

 

Das erste Gebäude an dieser Stelle kann bis 1600 zurückverfolgt werden. 1619 findet sich – auf einem dem damaligen Abt gewidmeten Stich von Paul Stacker – sogar schon eine erste Abbildung.

Der wahrscheinlich erste Hausbesitzer hiess Zingg, seines Zeichens Säckelmei-ster der Waldstatt Einsiedeln.

Nach mehreren Besitzerwechseln kam das alte Giebelhaus zu den Drei Königen 1731 in den Besitz des Wundarztes und Waldstattschreibers Balthasar Eberle. Sein 1734 geborener Sohn Johann Kaspar Anton Eberle liess sich an den hohen Schulen zum Doktor der Medizin ausbilden und richtete nach dem Studium in dem geräumigen Haus eine Arztpraxis ein.

 

Im 18. Jahrhundert wurden den Drei Königen zwei Seitengiebel aufgesetzt. So präsentiert sich das oberste Haus des Dorfes auch auf einer um 1785 von Joh. Jak. Aschmann lavierten Zeichnung. Das Erscheinungsbild dieses stattlichen Hauses mit Satteldach und Quergiebeln blieb bis 1970 erhalten. An dem schönen Gebäude war der Hauptgiebel genau auf die Nordwestecke der barocken Klosteranlage ausgerichtet. Auch die Front des heutigen Hotels ist ganz klar dem Kloster zugewandt.

 

Im Jahre 1863 ging das Haus, unterdessen zu einem Gasthaus geworden, an den in Einsiedeln zugewanderten Elsässer Joseph Outry. Im Jahr 1872 wurde Vater Outry als Stammvater des letzten Geschlechts in das Waldstattrecht von Einsiedeln aufgenommen. Sein Sohn gleichen Namens konnte sich in die einst wichtigste Drucker- und Verlegerdynastie auf dem Platze, in die Familie Benziger, einheiraten. Zudem gelang es ihm, durch Kauf der Unteren Drei Könige die obere Liegenschaft zweckmässig zu arrondieren.

 

Nach mehreren Pächterwechseln auf den Dreikönigen verkaufte die Familie Outry das Hotel 1927 an Richard Heini. Zusammen mit seiner Frau Olga Heini-Märki führte diese Familie nun das Hotel während vier Jahrzehnten bis 1967 durch gute und schlechte Zeiten. Auf die Krise der 30er Jahre und den Zweiten Weltkrieg folgten mit dem einsetzenden Wirtschaftsaufschwung ab 1950 eindeutig bessere Zeiten. In der Ära Heini erfolgten immer wieder Renovationen, die grösste in den Jahren 1928 – 31.

 

1968 kam das Wirtepaar Nando und Silvia Calore-Reichmuth als neues Wirtepaar auf das Hotel zu den Drei Königen. Da brach in der Nacht vom 12. auf den 13. Dezember 1970 völlig unerwartet ein grosser Brand im oberen Teil der Drei Königen aus. An Stelle des schönen alten Giebelhauses entstand ein Jahr später ein von Architekt Walter Petrig konzipiertes, der Moderne verpflichtetes neues Hotelgebäude.

 

Im Jahre 2002 erwarben Werner und Maja Hübscher, die zuvor erfolgreich als Pächter im Hotel Bären tätig waren, das Hotel zu den Drei Königen. Während 22 Jahren führten sie den Betrieb an bester Lage in Einsiedeln mit viel Herzblut, Professionalität und Weitsicht. So haben sie das Hotel durch mehrere Umbauetappen und dem Aufbau eines sechsten Stockwerks mit Sauna-Landschaft und Massageraum und ausserdem mit einmaliger Sicht aufs Kloster zum besten Haus am Platz gemacht. Heute präsentiert sich das Hotel Drei Könige als Familienbetrieb von mittlerer Grösse mit 49 Zimmern, einer grosszügigen Terrasse, kleineren und grösseren Sälen, einem Seminarbereich und dem schmucken Paracelsussaal.

 

Auf anfangs September 2024 haben nun Werner und Maja Hübscher altershal-ber ihr Hotel an Quirin Schaer und seine Frau Monique verkauft. Der junge und leidenschaftliche Hotelier und Gastgeber wird das Drei Könige im Sinne der bewährten Philosophie seiner Vorgänger weiterführen, was insbesondere die Gäste von nah und fern freuen wird. Er möchte mit dem bewährten Team den Weg in die Zukunft gehen, die Wertigkeit des Hotels Drei Könige erhalten und weiterhin jeden Gast in familiärer Atmosphäre mit Aufmerksamkeit und Charme herzlich willkommen heissen und ihn buchstäblich spüren lassen, dass er König ist. Gleichzeitig will der kreative Gastronom aber auch Visionen zum Hotel Drei Könige und Ideen zu weiteren Projekten mit der Zeit wachsen lassen.

Drei Könige heute


Meine Homepage ist in letzter Zeit etwas "einsiedelnlastig", was Wunder, wenn sich gestern Ernst-Louis Bingisser, eine lieber Freund aus meiner Einsiedler Zeit (1972-1985), mit einer Entdeckung gemeldet hat.

 

Lieber Fridolin

 

Zur Zeit lese ich das Buch “Das Kloster Einsiedeln“ von Pater Dr. Joachim Salz-geber. Auf Seite 187 steht Folgendes:

 

Pater Nikolaus Imfeld von Sarnen war am 7. September 1734 im Alter von 40 Jahren zum Abt von Einsiedeln gewählt worden. … Da die Ausschmückung der (damals) neuen Stiftskirche schon weit fortgeschritten war, wollte der neue Abt seine Benediktion mit der Weihe der Klosterkirche verbinden. Ist der Weihetag der Gnadenkapelle das Fest der Kreuzerhöhung, der 14. September, so sollte der Weihetag der Stiftskirche dementsprechend das Fest der Kreuzerhöhung, der 3. Mai, sein. Im Hinblick darauf wurde die Benediktion des Abtes auf den 1. Mai festgesetzt. Den Bericht über diese “grossen“ Tage verdanken wir dem Sekretär der Einsiedler Stiftskanzlei Fridolin Joseph Hauser (1713 – 1782), der von 1732 bis 1741 dieses Amt im Dienste des Kloster innehatte. Nach seinem Wegzug von Einsiedeln wurde er in Glarus Säckelmeister, 1746 Landes-statthalter sowie 1749 und 1754 Landammann. Bei Bau in seinem Heimatort Näfels in den Jahren 1778-1781 erwarb er sich grosse Verdienste.“

 

Mit freundlichen Grüssen

 

Ernst-Louis Bingisser

 

 

Fridolin Joseph Hauser

Version von 2004 (bearbeitet am 12.02.2008)

Autorin/Autor: Veronika Feller-Vest

 

22.4.1713 Näfels, 9.7.1783 Näfels, katholisch, von Näfels,

ab 1745 von Glarus. Sohn des Kaspar, Landschreibers und Landesseckelmei-sters. Bruder des Kaspar

 

1) 1745 Maria Anna Martha Tschudi, Tochter des Joseph Ulrich Tschudi,

2) 1756 Maria Elisabeth Freuler, Tochter des Fridolin Antons, Landvogts.

 

Um 1730 Studium in Turin, um 1735 Sekretär des Stiftes Einsiedeln. Ab 1743 Glarner Ratsherr, ab 1744 katholischer Seckelmeister. 1746 und 1751 Landes-statthalter, 1749-1751 sowie 1754-1756 Landammann und 1746-1756 sowie 1759-1777 Tagsatzungsgesandter. 1777 Gesandter nach Solothurn zum Bundesschwur mit Frankreich.

 

Als Soldunternehmer bezog Fridolin Joseph Hauser französische Pensionen; bei seinem Tod besass er drei Kompanien in neapolitanischen Diensten.

Ab 1768 verwaltete er gewinnbringend das Salzregal von Katholisch-Glarus; 1778-1781 förderte er den Bau der Kirche Näfels. Ritter des St.-Michaels-Ordens.

 

Quellen und Literatur

Literatur

J.J. Kubly-Müller, «Die Landammänner

 

von Glarus 1242-1928», in JbGL 47, 1934, 205-207

H. Thürer, Glarner Offiziere in fremden Kriegsdiensten, Ms., 1984, (LAG)

 

F.J. Stucki, Gesch. der Stucki-Fam. von Oberurnen/Glarus 2, 1994, 242-251

 

Mittwoch, 13. Juli 2022

 

Trouvaille

 

Näfelser Sekretäre im Kloster Einsiedeln 1632-1798

 

Im Einsiedler Anzeiger Nr. 9, Nummer 68, vom Dienstag, 3. Februar 1981 ist die Beilage "Das alte Einsiedeln" mit dem Titel "Die Sekretäre der Einsiedler Stifts-kanzlei" erschienen.

In diesem Text sind die Stiftssekretäre von 1532 bis 1798 aufgelistet:

 

1632          Bartholomäus Schindler

1659          Heinrich Ludwig on Zurlauben

1665-1666 Christian Schönau

1667-1674 Fellwer

1675-1679 Joseph Dietrich Reding von Biberegg

1680-1684 Johann Melchior Jten

1684-1688 Sebastian Meinrad Reding von Biberegg

1689-1690 Carl Bonaventura Knopflin

1690-1694 Carl Franz Kreüel

1694-1695 Balthasar Hauser (1)

1698-1703 Franz Anton Müller

1707-1710 Franz Jten

1713-1719 Andreas Baunegger

1722-1728 Josef Fridolin Schwitter

1732-1741 Friedli Joseph Hauser (2)

1742-1745 Friedrich Leontius Hauser (2)

1745-1749 Johann Melchior Stadlin

1749-1755 Joseph Anton Reding von Biberegg

1755-1758 Joseph Conrad Helbling

1758-1763 Jacob Joseph Zelger

1764          Joseph Anton Reding von Biberegg

1767-1769 Nicolaus Anton Imfeld

1769-1775 Franz Xaver Reding von Biberegg

1776-1783 Caspar Anton Eberle

1783-1789 Joseph Bernhard Eberle

 

(1)  Balthasar Hauser  (?)

(2)  Fridolin Joseph Hauser


 

Sonntag, 28. Juni 2026

 

Einsiedler Glarner Landes-Wallfahrt noch nie so heiss

 

Wenn die Fürbitten der Glarner Pilgerschaft so heiss waren wie das Wetter, dann haben wir für weitere Jahrhunderte ausgesorgt. Ich erinnere mich vieler sommer-licher Wallfahrten von klein auf, als wir sogar noch am Vortag mit dem Extra-Piigerzug anreisten und in einem Hotel übernachteten. Die Väter kamen meistens erst am Sonntag, weil viele am Samstag noch arbeiten mussten.

 

Obligatorisch war der Besuch der Frühmesse im Kloster, au weih, wie ich da an die Knie fror, denn das Erstkommunionsgwändli wies kurze Hosen auf. Nach dem reichlichen Morgenessen war das Pilgeramt. Dort hatte es Leute we a-n-ärä Fahrt. Anschliessend besuchte man die Stände und Kioske in den Arkaden bei der sogenannten "Schtändligurrä". Übrigens die einzige Verkaufsstelle, wo  man ohne Viehhändlerpatent Schafböcke kaufen und verkaufen durfte. Noch immer habe ich in einem Kasten das "Altärchen" aufbewahrt, das Mutter kaufte. Sie glaubte lange, ich würde Kapuziner, weil ich des öftern an diesem "Altärchen" "Messe gelesen habe"

Meine klerikale Karriere endete dann allerdings als "Oberdiener", das heisst "Oberzeremoniar".

Eindrücklich waren damals die "Pilgerprozession" vom Bahnhof zum Kloster und nach dem weltberühmten "Salve Regina" vor der Gnadenkapelle wieder durchs Dorf hinab zum "Pilgerzug" zum Bahnhof Einsiedeln.

 

Nach wie vor gepflegt wird das "Behördenessen" am Hof beim gastgebenden Abt.

Eindrucksvoll ist das Zeremoniell. Die Gäste sind in der östlichen Ecke platziert und haben ein Särglein aus Leder mit der Aufschrift "Hospes" (=Gäste) in dem man  das Besteck vorfindet. Serviert wird durch die Mönche. Nach dem Tischgebet, das der Abt anstimmt, ist in der Regel Schweigegebot. Doch wird von einem erhöhten Ambo aus von einem Mönch aus der Bibel vorgelesen, aber auch Tagesaktualitäten aus einer Zeitung oder aus eine aktuellen Buch. Ich mag mich erinnern, als ich mit dem italienischen Konsul von Zürich zu Gast war, wurde aus einer Biografie der israelischen Untergrundkämpferin Golda Meir vorgelesen.

 

In der "alten Mühle" wird nachmittags eine Power Point Präsentation in Bild und Ton gezeigt, die Einblicke in das Klosterleben gewährt.

Empfehlenswert (aber nicht immer am Sonntag offen) ist der vielseitige Pil-gerladen neben der alten Mühle.

 

Lohnend ist immer mal in Spaziergang in die Rossstallungen oder ein kleiner Aufstieg zum "St. Meinrad"* ein kleiner Aussichtshügel hinter dem Kloster oder ein etwas längerer Weg zum "Vogelherd" eine Anhöhe mit herrlichem Rundblick aufs Kloster und auf den Sihlsee.

 

Ein Pilgerreise nach Einsiedeln, früher zu Fuss von Reichenburg hinauf in die Waldstatt, war und ist immer noch eine überlieferte Tradition.

Wer es sich leisten konnte, heiratete früher kirchlich in Einsiedeln.

Eine Neuerung brachte die Eisenbahn nach Einsiedeln. Heute ist Vielseitigkeit angeboten: Carreise bis Einsiedeln, Carreise bis Pfäffikon und Fusspilgern über den Etzel, individuelle Anreise per Zug, Auto

Ein vertrautes Bild: Begrüssung durch Kreuz und Fahne und Wallfahrtspater beim Marienbrunnen. Versammelt sind alle  Kreuze und Fahnen der Glarner Pfarrge-meinden in der Farbe und die Geistlichen, die abkömmlich waren. Mich friert es jedesmal bei dieser Willkommenszene. Seit Jahrhunderten sind wir Glarner bei der Schwarze Madonna herzlich willkommen.

Aller guten Dinge sind drei: Drei Vertreter der Glarner Regierung: Landammann Dr. iur, Markus Heer, Mitte, flankiert von Regierungsrat und Baudirektor Thomas Fridolin Tschudi, links, und Staatsschreiber Arpad Baranyi, rechts. Die Teilnahme dieses Dreiergespanns ist für Katholisch Glarus eine Ehre und hat als Tradition die Reformation überlebt. Hut ab vor den drei prominenten Regierungsvertretern, diesmal ohne Zylinder..

Diesmal war Pfarrer Josef Michael Karber auserkoren, die Wallfahrtspredigt zu halten. Der beliebte und volksnahe Pfarrer, der mit einem auch mal mit einem Bierchen anstösst. löste dies wie so vieles mit Bravour.

Ein Bild für die Ewigkeit: Abt Urban Federer, umzingelt von drei Regie-rungsrats-mitgliedern vlnr Thomas Fridolin Tschudi, rechts des Abtes Landammann Dr. Markus Heer und Ratsschreiber Arpad Baranyi. Zweiter von links der Alteinsiedler Schauspieler Anatol Taubmann. (Zwinglifilm)

(Foto: WhatsApp)


Sonntag, 28. Juni 2026 (Glarner Landeswallfahrt nach Einsiedeln)

 

Die Legende als Grundlage der "Engelweihe"

 

Die wundersame Weihe der Heiligen Kapelle

Im Jahr 948 bitten die Mönche des jungen Klosters Bischof Konrad von Kon-stanz, ihre neue Klosterkirche und die Kapelle des hl. Meinrad feierlich zu wei-hen.

 

Das soll am Fest Kreuzerhöhung, dem 14. September geschehen.

 

An dieser Stelle setzt nun die Legende ein: In der Nacht vor der Weihe begibt sich Bischof Konrad in die kleine Kapelle, um dort zu beten. Da sieht er in einer Vision, wie Jesus Christus vom Himmel herabsteigt. Er wird begleitet von Scha-ren von Engeln sowie vielen Heiligen. Die Jungfrau Maria erscheint über dem Altar wie in Licht gehüllt. In einem feierlichen Gottesdienst weiht Jesus Christus die Kapelle zu Ehren seiner Mutter Maria. Als Bischof Konrad am anderen Mor-gen die Kapelle feierlich einweihen sollte, zögert er. Von den Mönchen zur Weihe gedrängt, gibt er schliesslich nach und will zur feierlichen Weihe schreiten. Schon zieht er die Gewänder für den Gottesdienst an, da erscheint ein Engel und sagt: „Bruder, halte ein! Die Kapelle ist bereits von Gott geweiht.“ Und die Weihe der Kapelle wird nicht vollzogen. Soweit die Legende, die in der barocken Kloster-kirche im Deckengewölbe über der Gnadenkapelle dargestellt ist.

Deckengemälde über der Gnadenkapelle (Quelle: Kloster Einsiedeln)


 

Samstag, 27. Juni 2026

 

Heute Alt-Einsiedlertag  in der Stiftsschule Einsiedeln

Klosterfront des Stifts Einsiedeln, die Stiftsschule befindet sich im nördlichen Teil der Anlage.

Nach 15 Jahren feiern wir am Samstag, 27. Juni 2026, wieder den Altein-siedlertag. Alle ehemaligen Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen der Stiftsschule Einsiedeln sind herzlich eingeladen.

 

Der Alteinsiedlertag ist mehr als ein Klassentreffen. Er ist die Gelegenheit für dich, bekannte Gesichter zu treffen und gemeinsam Erinnerungen aufleben zu lassen – über die Jahrgänge hinweg. Das Kloster und die Stiftsschule möchten mit diesem Anlass das Gefühl der Zusammengehörigkeit mit allen Ehemaligen lebendig halten.

  

– 9.30 Uhr: Hochamt in der Klosterkirche mit Abt Urban Federer, Stiftschor und       Stiftsorchester

– 10.45 Uhr: Festzelt-Öffnung, Apéro im Studentenhof, Jazzmusik mit Uptowns        College Five & One

– 11.40 Uhr: Begrüssung im Festzelt durch Sebastian Lamm, Rektor der               Stiftsschule, und Oliver Banz, Präsident des Schulrats

– 11.50 Uhr: Festrede im Festzelt von Dominik Landwehr, Journalist

– 12.00 Uhr: Gemeinsames Mittagessen im Festzelt

– 13.30 Uhr: Auftritte Cum-Anima-Chor und Feldmusik im Festzelt

– 16.30 Uhr: Vesper in der Klosterkirche

– 17.30 Uhr: Gespräch mit Abt Urban Federer und Bruno Hensler, Ge- 

    schäftsführer Kloster Einsiedeln, moderiert von Dominik Landwehr

– 20.00 Uhr: Schliessung Festzelt

 

Wähend des Tages werden diverse Führungen angeboten.

 

Exponenten des Alt-Einsiedler-Tages 2026

  

Abt                       Rektor Prof. Dr.         Bankmanager       Allroundjournalist Dr.

P. Urban Federer Sebastian Stamm      Dr. Oliver Banz     Domink Landwehr

Zelebrant              Begrüssung              Grusswort             Hauptreferent

Gottesdienst

Klosterfront bei Sonnenaufgang

Der einstige Absolvent entdeckt das eigens gebraute Jubiläumsbier "934"

Das brandneue "Klosterbier 934" wurde zum Jubiläum des Klosters justament auf den Alteinsiedlertag herausgegeben. Die Zahl 934 erinnert an das Gründungsjahr des Klosters Einsiedeln.


Mttwoch, 24. Juni 2026

 

Kunstausstellung auf dem Bühl oberhalb der Gerbi

 

Vernissage Samstag, 4. Juli 2025 15 Uhr

Das gab es noch nie! Eine Ausstellung in der Gerbi, bzw. auf dem Bühl. Herzliche Gratulation den Organisatoren. Aus organisatorischen Gründen muss man sich anmelden unter Email: [email protected]


Mittwoch, 24. Juni 2026

 

Trouvailen

 

Näfels in den zwanziger Jahren es letzten Jahrhunderts

Das waren noch Zeiten... als die Apotheke St. Fridolin noch stand, links im Bild, auf dem Schulhausplatz noch junge Bäume wuchsen, das Kustosenhaus rechts noch existierte... der Dorfbach noch offen war.

(aus der Fotosammlung Margrith Tschudi-Landolt)

Näfels in den zwanziger Jahren. Das Pfarrhaus stand bereits, der Friedhof war noch südlich der Kirche, die "neue " Bahnhofstrasse mit Ausnahme der Post noch fast unbebaut, das Bahnhofdreieck noch ausschliesslich Pflanzländer, der Turn-hallenplatz hinter dem Schulhaus noch eine grüne Matte, noch keine Turnhalle, das Haus des Sigristen in der Gerbi noch im Bau, das alte Letzihaus ganz links auch Kapuzinerhaus genannt, war noch da, vom Bachdörfli noch keine Spur...im Schulhaus waren noch alle Klassen von der 1. Primar bis zur 3. Sek., es gab nur einen Kindergarten hinter dem Schulhaus an der Schmiedgasse.

(aus der Fotosammlung von Margrith Tschudi-Landolt)


Montag, 22. Juni 2026

 

Nächsten Sonntag ist

Glarner Landeswallfahrt nach Einsiedeln

 

Kloster Einsiedeln mit Marienbrunnen

  

Werkzeuge

Die Einsiedler Wallfahrt ist eine vom Mittelalter bis heute aus vielen Regionen der Schweiz, aus Süddeutschland und anderen Gebieten praktizierte Wallfahrt zum Kloster Einsiedeln, einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der katholischen Kir-che. Als Ziel der jahrhundertealten Pilgertradition gilt vor allem die berühmte Schwarze Madonna von Einsiedeln. Die Wallfahrt nach Einsiedeln zählt auch zum Immateriellen Kulturgut der Schweiz. 

 

Geschichte

Im Gegensatz zu Lourdes oder Fatima geht die Wallfahrt in Einsiedeln nicht etwa auf eine Marienerscheinung zurück, sondern auf eine klösterliche Tradition.

 

Ursprung der Wallfahrt

Es kann wohl angenommen werden, dass der heilige Meinrad aus seinem Mut-terkloster Reichenau eine besondere Verehrung für Maria mitbrachte, weil das Kloster am Bodensee im 9. und 10. Jahrhundert ein Brennpunkt der Marienverehrung war. Quellen hierzu sind aus Meinrads Zeit allerdings nicht vorhanden

 

Mittelalter

Der älteste erhaltene Hinweis auf die Einsiedler Wallfahrt datiert auf das frühe 14. Jahrhundert. 1337 erhielten Pilger aus Vorarlberg von einem Ritter aus der ade-ligen Familie Thumb von Neuburg einen Geleitbrief für die Fahrt nach Einsiedeln. In der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde neben dem Kloster ein Pilgerhospital gebaut.

 

Die Wallfahrt selbst dürfte aber bereits älter sein. Gefördert wurde sie dabei durch die Legende der Engelweihe, nach der die Einsiedler Gnadenkapelle im Jahre 948 von Christus selbst geweiht worden sei. Ursprünglich war die Einsied-ler Wallfahrt deshalb eine Christuswallfahrt, eine Wallfahrt zu der von ihm ge-weihten Kirche, die sich erst allmählich durch das Aufkommen der Marienfröm-migkeit im Hochmittelalter zu einer Marienwallfahrt wandelte. Alljährlich erinnert man in Einsiedeln am Fest der Engelweihe am 14. September an die wunder-same Weihe der Kapelle.

  

Gnadenkapelle in der Klosterkirche Einsiedeln

Das Mittelalter war die grosse Zeit des Pilgerwesens. Neben Wallfahrtsgruppen und Einzelpilgern, die nach Einsiedeln kamen, befanden sich auch viele auf der Durchreise zu den grossen Wallfahrtszielen Rom oder Santiago de Compostela.

 

Ein weiterer Grund der Anreise waren von weltlichen und kirchlichen Behörden angeordnete Straf- und Sühnemassnahmen, die zwischen dem 14. und dem 18. Jahrhundert nachweisbar sind. Als Nachweis für die vollbrachte Wallfahrt muss-ten die Verurteilten einen Beichtzettel aus Einsiedeln mitbringen. Einsiedeln war dabei in der Schweiz neben Rom und Santiago de Compostela das häufigste Ziel von juristisch verordneten Wallfahrten. 

 

Die ursprüngliche Marienstatue in der Gnadenkapelle ging möglicherweise beim Klosterbrand 1464 verloren und wurde 1466 durch eine spätgotische Mariensta-tue ersetzt, die bis heute das Einsiedler Gnadenbild darstellt.

 

Von der Reformation zur Französischen Revolution

Nach der Reformation und vor allem in der Zeit des Barock wurde Einsiedeln mehr und mehr zu einem marianisch geprägten Wallfahrtsort. Nach der grossen kirchlichen Krise durch die Reformation festigte sich die Mönchsgemeinschaft wieder und prägte die Einsiedler Wallfahrtskultur wesentlich mit. Eine Wallfahrt während des Dreissigjährigen Krieges wird in dem Abenteuerroman Der abenteuerliche Simplicissimus von Grimmelshausen beschrieben (erschie-nen 1668). Der einfältige Romanheld Simplicissimus ist überrascht von dem Wohlstand, der in der friedvollen Schweiz herrscht, während der deutsche, österreichische und böhmische Teil des Heiligen Römischen Reichs unter Krieg, Zerstörungen, Hunger und Elend leiden.

 

In der Barockzeit wurden an Feiertagen prächtige Festgottesdienste gefeiert, um den Pilgern ein besonderes Erlebnis zu ermöglichen. Ein plötzliches Ende erlebte die Wallfahrt aufgrund des französischen Einfalls in die Schweiz im Mai 1798, wodurch die Mönche ins Ausland fliehen mussten. Das Gnadenbild wurde in Sicherheit gebracht, bevor französische Soldaten die Gnadenkapelle zerstörten.

 

Nach der Rückkehr des Konvents aus dem Exil begann der Wiederaufbau des geplünderten Klosters. Die Gnadenkapelle wurde erst 1817 wieder errichtet, diesmal in klassizistischer Form, aber zu einem grossen Teil aus dem Abbruchmaterial der vorherigen Kapelle.

 

Wie andere Wallfahrtsorte war auch die Klosterkirche von Einsiedeln für viele Personen nach Schicksalsschlägen das Reiseziel, wenn sie aufgrund von Ge-lübden zum Beispiel wegen der Rettung aus einer Notlage oder der Heilung einer Krankheit die Madonna aufsuchten. Von solchen Fällen zeugen zahlreiche Votivgaben und Exvoto-Objekte, die der Klosterkirche überlassen wurden.

 

Moderne

 Durch den vom Kloster mitfinanzierten Anschluss Einsiedelns an das Bahnnetz 1877 veränderte sich die Wallfahrt. Erst recht mit dem Aufkommen von Reise-bussen im 20. Jahrhundert begann die Zeit der Massenwallfahrten. Doch im Ge-gensatz zu den früheren Wanderungen der Pilger und mehrtägigen Aufenthalten im Ort hat sich die Reise spätestens durch die Nutzung von privaten Autos zur Individualreise verändert. Die Pilger reisen immer öfter allein oder im Familien-kreis an und aufgrund der Mobilität ist keine Übernachtung mehr notwendig. Damit begann in Einsiedeln ein Hotelsterben. Dazu trägt wohl auch der teure Schweizer Franken bei, sodass sich viele ausländische Gäste einen Übernach-tungsaufenthalt nicht leisten wollen.

 

Die veränderten Reisemöglichkeiten führten aber auch zu einer International-sierung der Klosterbesucher. Auch viele Immigranten pilgern nach Einsiedeln, die aus katholischen Heimatländern als Gastarbeiter in die Schweiz kamen. Die Möglichkeit, sich mit Landsleuten auszutauschen und neue Bekanntschaften zu schliessen, war seit jeher ein wichtiger Bestandteil der Gruppenwallfahrten.

 

Pilgerwege

Aus verschiedenen Richtungen führen historische Pilgerwege zum Kloster Ein-siedeln. Eine Hauptroute entspricht zugleich dem Schweizer Jakobsweg, der auch Schwabenweg genannt wird und von Konstanz zum Kloster Einsiedeln als wichtige Station führt. Bei Rapperswil können die Pilger den Zürichsee auf dem Holzsteg neben dem Seedamm überqueren und danach von Pfäffikon aus auf dem alten Pilgerweg zum Etzelpass hinaufsteigen, wo am Weg die Meinradska-pelle steht. Ein Nebenzweig zu dieser Route führt von Bregenz über Appenzell in die Innerschweiz.

 

Vom Mittelland aus führt ein bekannter Pilgerweg über Zug und den Raten und den Chatzenstrick nach Einsiedeln. Aus dem Kanton Luzern wird jährlich eine «Luzerner Landeswallfahrt» nach Einsiedeln organisiert. Der Pilgerweg führt über Goldau und Sattel nach Rothenthurm und von der Altmatt ebenfalls über den Chatzenstrick.

 

Aktuelle Angebote

Heutzutage wird das Kloster jährlich von Hunderttausenden von Pilgern aus der ganzen Welt besucht. Der Grossteil reist aus der Schweiz und dem umliegenden Ausland an, aber auch Pilger aus ost- und mitteleuropäischen Ländern sind stark vertreten. Neben den traditionell religiösen Pilgern finden sich auch immer mehr Besucher ein, welche Kloster und Dorf eher aus kulturellen Gründen besuchen.

 

Die Organisation der Wallfahrten liegt nun, im Gegensatz zu früher, vornehmlich in den Händen des Klosters. Bereits in den 1920er Jahren richtete der Einsiedler Verkehrsverein den Wunsch an das Kloster, mehr Verantwortung zu überneh-men, sodass 1933 der Posten des Wallfahrtspaters geschaffen wurde, der die Koordination des Wallfahrtsbetriebes organisieren sollte. Seitdem bemühte sich das Kloster verstärkt, Veranstaltungen wie die Einsiedler Jugendwallfahrt zu organisieren, um den Wallfahrtsort auch für jüngere Menschen attraktiv zu gestalten. Aufgrund der vielen Termine veröffentlicht das Kloster jährlich einen Wallfahrtskalender.

 

Mit baulichen Massnahmen wurde die Attraktivität der Umgebung des Klosters Einsiedelns gesteigert. Der naturnahe Kreuzweg wurde 1939 vollendet und am 20. Juli 1941, der äusseren Feier des Festes Unserer Lieben Frau von Einsiedeln, eingesegnet.

 

Die Einsiedler Mönche sind auch um die Sicherheit der Besucher besorgt. So musste etwa die Portugiesen-Wallfahrt mit ihrer 30-jährigen Tradition 2022 neu organisiert werden, da die Teilnehmerzahlen (zwischen 10.000 und 15.000 Personen) aufgrund fehlender Notausgänge für die Klosterkirche zu gross wurden.

 

Neben den Hotelbesuchen wird es Männern auch ermöglicht, einen Gastaufent-halt im Kloster zu verbringen und die monastische Tradition persönlich zu erfahren.

 

Literatur

Markus Bamert: Das Haus der Madonna. Die Einsiedler Gnadenkapelle. Ursprung, Geschichte und Schenkungen. In: Mitteilungen des historischen Vereins des Kantons Schwyz, 108. Jg., 2016, S. 179–193. (Digitalisat) auf e-periodica.ch

Odilo Ringholz: Wallfahrtsgeschichte Unserer Lieben Frau von Einsiedeln. Ein Beitrag zur Culturgeschichte. Freiburg i/Br. 1896.

Schweizerisches Nationalmuseum (Hrsg.): Kloster Einsiedeln. Pilgern seit 1000 Jahren. Hatje Cantz, Berlin 2017, ISBN 978-3-7757-4228-3.

Kari Kälin: Schauplatz katholischer Frömmigkeit. Wallfahrt nach Einsiedeln von 1864 bis 1914. Freiburg i. Ü. 2005.

Hans Steinegger: Einsiedler Pilgersagen. Sankt Meinrad, Kloster, Mönche, Schwarze Madonna, Wallfahrten. Überlieferungen aus der Schweiz, Süddeutschland und Österreich. Schwyz 2010.

 

Weblinks

Commons: Einsiedler Wallfahrt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Geschichte der Wallfahrt auf der Website des Klosters Einsiedeln

Wallfahrt, Dokumente im Klosterarchiv Einsiedeln

 

Einzelnachweise

Chrysostomus Zürcher: Jubeljahr der Immaculata – ein Rückblick. In: MR 44/2 (1954), S. 44.

Wallfahrt nach Einsiedeln in der Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz.

Geschichte der Wallfahrt auf kloster-einsiedeln.ch.

Othmar Lustenberger: Die Wallfahrt nach Einsiedeln. Die Anfänge der Marienver-ehrung und der Beginn der Wallfahrt. 2008. 

Odilo Ringholz: Geschichte des Fürstlichen Benediktinerstiftes U. L. Fr. zu Einsiedeln unter Abt Johannes I. von Schwanden (1298-1327). Mit besonderer Berücksichtigung des schwyzerisch-einsiedeln’schen Marchenstreites (1114-1350). Einsiedeln 1888, 223 (§ 22).

Louis Carlen: Straf- und Sühnewallfahrten nach Einsiedeln. In: Der Geschichtsfreund, 125. Jg. (1972), S. 264f.

Hanna Böck: Einsiedeln. Das Kloster und seine Geschichte. Zürich/München 1989, S. 50f.

Geschichte der Wallfahrt auf kloster-einsiedeln.ch.

Detta Kälin: Zauberwahn & Wunderglauben. Amulette, Ex Voto und Mirakel in Einsiedeln. Museum Fram. Einsiedeln.

Detta Kälin, Martin Werlen: Notwende. Votivgaben für die Schwarze Madonna von Einsiedeln. Ausstellung vom 3. Juli bis 14. September 2003 im Marstall des Klosters Einsiedeln. Egg 2003.

Geschichte der Wallfahrt auf kloster-einsiedeln.ch.

Gerhard Oswald: Die Vergangenheit der Zukunft. Zur Geschichte des Verschö-nerungs- und des Verkehrsvereins Einsiedeln. Einsiedeln 2005, S. 56.

Helmut Tiefenthaler: Der Pilgerweg Bregenz – Einsiedeln. Bregenz 2005, auf vorarlberg.at, abgerufen am 3. Januar 2024.

Website der Luzerner Landeswallfahrten.

Wallfahrt nach Einsiedeln auf lebendige-traditionen.ch, abgerufen am 3. Januar 2024.

Othmar Lustenberger: Kreuzweg mit dem Kreuzweg. In: ME 108/7-8 (2003), S. 219.

Einsiedler Konventglöckli NF 8/34-35 (2010), 29. August 2010, S. 2.

Einsiedler Wallfahrtsjahr, auf der Website des Klosters Einsiedeln.

Kreuzweg, auf der Website des Klosters Einsiedeln.

Benno Kälin: Kloster Einsiedeln stoppt nationale Wallfahrt von Portugiesen: «Das ist wie ein Stich ins Herz». In: Luzerner Zeitung, 3. Mai 2022. Abgerufen am 3. Januar 2024.

Wissenswertes für Pilger, auf der Website des Klosters Einsiedeln, abgerufen am 3. Januar 2024.

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"Engelweihe" vor der Gnadenkapelle


Samstag, 20. Juni 2026

 

Trouvaile

 

Wernerkarl Kälin, genannt "Wkk", Einsiedeln

 

Da stolpere ich heute über ein Interview von "Wkk", den ich aus meiner Ein-siedler Zeit (1972-1985) in bester Erinnerung habe, und möchte ihm auf meiner Homepage einen Ehrenplatz einräumen. Dazu verwende ich sein Porträt auf Wikipedia.

Für mich war er ein "Einsiedler Urgestein" mit eigenwillig ausgeprägter, origineller

Persönlichkeit, der recht vielseitig wirkte und eine beachtliche Karriere machte.

 

Wernerkarl Kälin, "Wkk", 1917-1992

(Quelle: Porträt Archiv)

Wernerkarl Kälin-Walker (* 4. Januar 1917 in Einsiedeln; † 11. Januar 1992 eben-da), war ein Schweizer Pädagoge, Kulturpolitiker und Historiker aus dem Kanton Schwyz.

 

Wernerkarl Kälin war das erste Kind des Schneidermeisters Werner Kälin (1886–1969) und dessen Ehefrau Rosa (geb. Lindauer, 1865–1970) aus Schwyz.

 

Am 27. April 1942 heiratete er Betty (geb. Walker, 1918–2015) aus Silenen; ge-meinsam hatten sie drei Kinder.

Wernerkarl Kälin verstarb im Spital Einsiedeln und wurde auf dem Friedhof des Klosterdorfes beigesetzt.

 

Ausbildung

Nach der Primarschule in Einsiedeln besuchte Kälin die Stiftsschule Einsiedeln. Nach dem Untergymnasium setzte er seine Ausbildung am Lehrerseminar in Schwyz fort und erwarb 1935 sein Lehrerdiplom.

 

Beschäftigung mit Meinrad Lienert

Bereits 1934 hielt der achtzehnjährige Kälin an der Schlussfeier des Lehrer-seminars einen Vortrag über den kurz zuvor verstorbenen Mundartautor Meinrad Lienert (1865–1933). Für diesen Vortrag erhielt er die drei Bände des ’s Schwä-belpfyffli, die den Grundstock seiner späteren Meinrad-Lienert-Sammlung bilde-ten.

Kälin verstand sich als treuer Wahrer und unermüdlicher Vermittler von Lienerts Schaffen. Durch zahlreiche Vorträge und Schriften sorgte er dafür, dass der «Sänger der Einsiedler Mundart» im Bewusstsein der Bevölkerung präsent blieb. Es war massgeblich sein Verdienst, dass der Kanton Schwyz finanzielle Mittel zur Unterstützung einer Neuausgabe von Lienerts lyrischem Werk bereitstellte. Auch als Rezitator trat Kälin auf – bis in seine späteren Jahre hinein trug er Lienert-Ge-dichte im Radio vor.

 

Tätigkeit als Lehrer

Nach vier Jahren ohne feste Anstellung, in denen Kälin verschiedene Aushilfen an unterschiedlichen Orten übernahm, gewährte ihm Pater Norbert Flüeler (1865–1941), Staatsarchivar des Kantons Schwyz, Zugang zum Stiftsarchiv Einsiedeln. Dort fertigte er Auszüge aus vielfältigen Quellenbeständen an – Material, das ihm später bei seinen historischen Arbeiten zugutekam.

 

1939 erhielt Kälin eine feste Lehrerstelle in Einsiedeln. Neben seiner Lehrerstelle betreute Kälin die Schülerbibliothek und war als Organist tätig. Ab 1942 unterrich-tete er zusätzlich an der kaufmännischen Berufsschule Einsiedeln. 1960 gründete er gemeinsam mit Alois Betschart die interkantonale Apothekenhelferinnen-Schule Einsiedeln – eine Institution, für deren silbernes Jubiläum er 1985 die Festschrift verfasste.

 

Journalistische und literarische Tätigkeit

Kälin engagierte sich auch in verschiedenen Medien. Er betreute die Kinder-zeitschrift Lebensfrühling, wirkte bei den Schwyzer Nachrichten mit und war ne-benamtlicher Redaktor und Mitarbeiter des Einsiedler Anzeigers; acht Jahre lang war er Mitglied der Redaktionskommission dieser Zeitung. Bis zu seinem Tod be-treute er die Hauszeitschrift der Kantonsschule Kollegium Schwyz, die traditio-nsreichen Grüsse.

 

Seine literarischen Versuche reichten von Festspielen für besondere Anlässe, etwa für den Schweizer Trachtentag 1950, bis zum Bibelstück Samuel (1956) für die Einsiedler Spieler. Unter dem Kürzel WKK veröffentlichte er verschiedene Ar-beiten, das Kürzel, das später alle kannten und erkannten.

 

Unter der Leitung von Wernerkarl Kälin erarbeitete 1990 ein 22-köpfiges Auto-renteam die sechs Bände des Schweizer Lexikons 91.

 

Verwaltungskarriere und gesellschaftliches Wirken

1968 wurde Kälin zum Schulinspektor gewählt. Er übernahm 1972 das Amt des Sekretärs des Erziehungsdepartementes des Kantons Schwyz. In dieser Position leitete er nicht nur das Departementssekretariat, sondern präsidierte auch das S-kretariat des Erziehungsrates und trug Verantwortung für das Mittelschulwesen sowie zahlreiche dazugehörige Kommissionen. Ein besonderes Anliegen war ihm die Geschäftsführung der Kulturkommission des Kantons.

 

Obwohl er 1982 sein Pult im Erziehungsdepartement räumte und in den Ruhe-stand trat, führte er das Amt als Präsident der Lehrerprüfungskommission noch bis mindestens 1985 fort.

Er war ein Unterstützer und Förderer der Stiftung Familienhilfe und der Stiftung Pro Senectute.

 

Wirken im Historischen Verein

1941 trat Kälin dem Historischen Verein des Kantons Schwyz bei und wurde 1964 in den Vorstand, 1969 zum Aktuar und 1977 schliesslich zum Präsidenten gewählt. 1991 trat er vom Präsidentenamt zurück; sein Nachfolger wurde der Staatsarchivar Josef Wiget.

 

Der Historische Verein der Fünf Orte und der Historische Verein des Kantons Schwyz verliehen ihm 1991 die Ehrenmitgliedschaft.

 

Ab 1984 betreute er auch die Redaktion der Mitteilungen des Historischen Ver-eins des Kantons Schwyz, die er zu einem Podium für historische Arbeiten verschiedener Art machte. Dank seiner unablässigen Bemühungen stieg die Mitgliederzahl beträchtlich.

 

Auszeichnungen

1981 überreichte ihm Regierungsrat Karl Bolfing (1925–2001)[6] im Kloster Ein-siedeln den mit 5'000 Schweizer Franken dotierten Kulturpreis 1982 des Kantons Schwyz. Die Widmung würdigte ihn als «Autor historischer, volkskundlicher und schulgeschichtlicher Werke, Wahrer und Förderer der Einsiedler Mundart, aus-gewiesenen Kenner und treuen Vermittler der Werke Meinrad Lienerts, Schrift-steller und Freund der Schwyzer Geschichte und des einheimischen Brauch-tums».

 

Schriften (Auswahl)

50 Jahre Schwyzer Verein Zürich 1898–1948. Einsiedeln 1948.

Samuel. 1956.

100 Jahre Lehrerseminar des Kantons Schwyz 1856–1956. 1956.

Prof. Dr. P. Ildefons Betschart, Einsiedeln-Salzburg. In: Neue Zürcher Nachrich-ten vom 19. Juni 1959, S. 3–4 

Meister Huldrych Zwingli und seine Zeit als Leutpriester in Einsiedeln. In: Nid-waldner Tagblatt vom 19. April 1984, S. 31 

Die Apothekenhelferinnen-Schule Einsiedeln, gegründet 1960. Rückblicke und Erinnerungen aus Anlass des silbernen Bestehens. Einsiedeln, 1985.

Das Grosse Welttheater von Calderón de la Barca in Einsiedeln. Einsiedeln 1991.

 

Literatur

Josef Wiget, Erwin Horat: In Memoriam Wernerkarl Kälin, Einsiedeln (1917–1992): Präsident des Historischen Vereins des Kantons Schwyz 1978–1991 (mit Bibliografie). In: Mitteilungen des historischen Vereins des Kantons Schwyz. Band 84, 1992, S. 15–20 

 

Weblinks

Wernerkarl Kälin. In: Portrait Archiv.

Einzelnachweise

Die Schweiz in 85 000 Stichwörtern dargestellt. In: Nidwaldner Tagblatt. 10. April 1990, abgerufen am 10. März 2026.

Lehrerdiplomprüfungen am Theresianum Ingenbohl. In: Nidwaldner Tagblatt. 31. März 1982, abgerufen am 10. März 2026.

Diplomfeier im Theresianum Ingenbohl. In: Nidwaldner Tagblatt. 4. April 1985, abgerufen am 10. März 2026.

Josef Wiget: Der Historische Verein des Kantons Schwyz von 1978 bis 2002. In: Mitteilungen des historischen Vereins des Kantons Schwyz, Band 94. 2002, abgerufen am 10. März 2026.

Historischer Verein der Fünf Orte tagte in Altdorf. In: Nidwaldner Tagblatt. 9. September 1991, abgerufen am 10. März 2026.

Franz Auf der Maur: Karl Bolfing. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 8. Nov-ember 2002, abgerufen am 10. März 2026.

Kulturelle Grabenarbeit erster Güte. In: Nidwaldner Tagblatt. 14. Juni 1982, abgerufen am 10. März 2026.

100 Jahre Lehrerseminar des Kantons Schwyz in Rickenbach. In: Neue Zürcher Nachrichten. 26. Oktober 1956, abgerufen am 10. März 2026.

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Wkk in einem Interview über den "Einsiedler Anzeiger"

(Quelle: Interview in den achtzger Jahren)

 

Zwei Anekdoten aus dem Volksmnd über "Wkk"

 

Sein ehemaliger Schüler C.G. begegnete "Wkk", begrüsste ihn und man plau-derte von früher. Plötzlich meiner C.G, der Inhaber eines beachtlichen Elektro-geschäftes war, "ä sonä gutä Leihrer sind-'r au nöd immer gsii", er habe oft in der Schule Stillarbeit geben und dann am Pult "gschriibmaschinälet" für Zeitungs-artikel und so. Der schlagfertige Wkk" antwortete: "Bisch ämol gliich öppis woordä".

 

Wenn "Wkk" jemanden nicht besonders mochte, wirkte das sich auf sein Vokabu-lar aus. Als der Erziehungsdirektor Karl Bolfing krankheitshalber die Schulpräsi-dentenkonferenz nicht selber führen konnte, sprang sein Er-ziehungssekretär "Wkk" ein und leitete die Tagung. Da sein Miteinsiedler P. Dr. theol. Rupert Ruh-staller, als Rektor der Stiftsschule Einsiedeln auch teilnahm, aber das 65. Alters-jahr erreicht hatte, ein Jahrgänger und Schulkollege von Wkk in den Schulen und im Untergymnasium Einsiedeln, begrüsste ihn und beglückwünschte ihn Wkk mit den Worten "ich brgüäss¨ä bsunders und wündschem alles Guäti äm Priaschtergräis p. Rupert..."  Ich fuhr den Jubilaren mit zur Tagung und zurück nach Einsiedeln. Auf dem Rückweg, sprach ich den Priesterjubilaren an, was er zur Anrede von Wkk meine, Dieser war offenbar nicht erfreut über die Anrede "Priäschtergräis" und meinte "Dr Wkk isch doch ä tummä Lappi".

Auch Rektoren haben ein Ehrgefühl und solche "Greisenprädikate" gingen dem sehr rüstigen Pater gegen das "Puntänööri".

(Pater Rupert überlebte Wkk um vier Jahre 1917 bis 1996).

Der "Hei wili hei -Brunnen" vor dem Brüelschulhuas in Einsiedeln erinnert an des Heiweh von Meinradli in Unterberg, wo er in den Ferien weilte.Von meiem Rektoratsbüro (Fenster ob der schmalehaustür rechts und ein weiteres Fenster rechts). Das Brüelschulhaus diente als Primar-schulhaus ab der 3. Primarklasse und für eine Oberstufenklasse, im Erdgeschoss befand sich die Lehrmitflverwaltung. Der Bezir Einsiedeln hatte - zu meiner Zeit - 16 Schulorte: im Dorf ddas alte Schul-haus (Unerstufe und Musikschule), Brüel, Haus Gutenberg  drei Parlal-leklassen und eine Hilfschule, Pavillon (vier 5./6. Klasen, Furren sämtlich Real- nd ekndarschulklassen und die sechs Viertelschulprte Bennau, Trachslau, Gross, Egg, Euthal und Willerzell.

Damals (1972-1984) zählte Einsiedeln 2500 Kinder und 90 Lehrersonen.

 

Meinrad Lienert (1865-1933), Aufnahme 1906

(Quelle. Wikipedia)

Meinrad Alois Lienert

 

(* 21. Mai 1865 in Einsiedeln; † 26. Dezember 1933 in Küsnacht) war ein Schweizer Mundart- und Heimatdichter.

 

Leben

Lienert wurde im schwyzerischen Einsiedeln als drittes Kind von Konrad Lienert, einem Notar, und Marianne Lienert-Ochsner geboren. Nach der Primarschule besuchte er das Gymnasium der Klosterschule, den Schulbesuch brach er jedoch vorzeitig ab. 1884 begann Lienert seinem Vater zuliebe an der Universität Lausanne das Studium der Rechtswis-senschaften, das er in Heidelberg und München fortsetzte und in Zürich abschloss.

 

Danach arbeitete er als Notar sowie als Redaktor beim Einsiedler Anzei-ger in seinem Geburtsort. Im Alter von 28 Jahren heiratete er Marie Gyr, Tochter des «Pfauen»-Hoteliers – damals das erste Haus am Platz.

1899 zog das Ehepaar in das liberalere Zürich, wo Lienert für kurze Zeit die Redaktion der Zeitung Die Limmat leitete.

Ab 1900 war er freier Schriftsteller und verfasste neben Romanen und Theaterstücken naturverbundene Lyrik im Schwyzer Dialekt. Er wurde stark von der Neuen Zürcher Zeitung und von Carl Spitteler gefördert. 1919 wechselte er noch einmal für zwei Jahre als Redaktor der Zürcher Volkszeitung in den Journalismus.

Von 1916 bis zu seinem Tode war Lienert ferner Mitglied des Leitenden Ausschusses des Schweizerischen Idiotikons, für das er sich auch in der Öffentlichkeit einsetzte.

 

Aus finanziellen Gründen musste Lienert 1923 das Haus am Zürichberg verkaufen und wieder nach Einsiedeln zurückziehen. Um der Familie näher zu sein, zog das Ehepaar 1929 allerdings an den Zürichsee nach Küsnacht, wo Meinrad Lienert nur vier Jahre später überraschend im Alter von 68 Jahren an Herzversagen starb.

 

Sein Roman Der Doppelte Matthias und seine Töchter wurde 1941 ver-filmt. Buch und Regie waren von Sigfrit Steiner, die Aufnahmeassistenz hatte Walter Kägi, die Musik schrieb Robert Blum.

 

Sein Nachlass wurde von den Nachkommen 2015 der Zentralbibliothek Zürich übergeben.

 

 

Grab auf dem Friedhof Einsiedeln

Lienert gilt als einer der Begründer der Schweizer Mundartdichtung. Von bleibender Qualität ist seine im höchstalemannischen Einsiedler-Dialekt verfassten Lyrik, wogegen die in Hochdeutsch geschriebenen Romane heute vergessen sind. Nachhaltig bekannt blieb Lienert als Herausgeber eines immer wieder neu aufgelegten Bandes über Schweizer Sagen und Heldengeschichten.

 

Zahlreiche Gedichte wurden für Männerchor und gemischten Chor ver-tont, unter anderem von Othmar Schoeck, und die Novelle Annebethli bearbeitete der Komponist Theodor Diener zur dreistündigen Oper Der Spiegel. Am bekanntesten sind heute jedoch die Vertonung für Jodel­chöre, beispielsweise z’ Alp und Lieb ha von Emil Grolimund sowie O chönnt i is Bärgland, Hei wili hei, Lanzig und Die alte Schwyzer vom Lachner Fred Stocker, einem Neffen des bekannten Volksmusikanten Stocker Sepp. Die Vertonung des auf dem Gedenkbrunnen in Einsie-deln verewigten Gedichts Hei wili, hei gehört zum Standardrepertoire des Jodelklubs «Waldstattecho» von Einsiedeln.

 

Auszeichnungen und Ehrungen

1919 Ehrendoktorwürde der Universität Zürich

Meinrad Lienert-Strasse in Zürich

Meinrad-Lienert-Brunnen in Zürich

Meinrad Lienert-Platz in Einsiedeln.

 

Zitate

Aus: Der doppelte Matthias und seine Töchter (S. 8–9)

 

«Als nun dieser Matthias Stump ausreifte und in die Mannsjahre kam, zeigte es sich, dass er ein zählebiger, wehrhafter Bursche, ja, ein ganzer Mann auf kurzen Beinen geworden war, der sich vor nichts und nieman-dem fürchtete und der immer wieder aufstand wie ein harthölzerner Kö-nig im Kegelring, sooft ihm auch das Leben ein Bein stellte und ihn zu Fall brachte. So kam er zu guten Jahren und einem gefreuten Heim-wesen. Und je älter er ward, desto aufrechter schien er sich zu tragen, so dass die Leute sagten, es sei ihnen alleweil, dieser kleine Herrgotts-donner, der doppelte Matthias, sei das Wüchsigste, was es geben kön-ne. Es wolle einem vorkommen, wenn man ihn so gradauf ausrücken sehe, er wachse in einem fort und eines Tages werde doch noch ein Riese aus ihm.»

Aus: Die Kunst zu Illendorf (S. 19)

 

«… Und der will ein Künstler sein! Ich meine, die grösste Kunst ist doch gewiss, dass man sich selber meistert und recht aufführt und tut, wie die Leute, so ergeht’s einem wie den Leuten.» – «Ja», meinte der Alte, sich wieder an den Ofen zu seiner Kunstgeschichte setzend, «du hast vieles recht, Mutter, aber nicht alles. Das Sprüchlein, man solle tun wie die Leute, dann ergehe es einem auch wie den Leuten, das du angezogen hast, hat, wie so viele Sprüche, auch seine Brüche. Es wäre trostlos langweilig in der Welt, wenn alle Leute gleich wären und gleichtäten, aber das ist eben nicht so. Wenn sie auch anscheinend gleich tun, so sind sie doch nicht nur von Hag zu Hag, sogar von einer Tischdecke zur anderen, ja, die Zwillinge in der Wiege, grundverschieden voneinander, soviel sie auch Gemeinsames haben. (…)»

 

Werke (in Auswahl)

Flüehblüemli. Erzehlige us dä Schwyzerbärge, 1891, online

Geschichten aus den Schwyzerbergen. Erzählungen, 1894

Zugvögel, 1897

Das war eine goldene Zeit! Kindheitserinnerungen, 1906

S’ Juzlienis Schwäbelpfyffli. Mundart-Gedichte, 1906; Neuausgabe unter dem Titel ’s Schwäbelpfyffli in drei Bänden plus Kommentarband 1992, Bd. 1 (4. Aufl., 1925), Bd. 2 (4. Aufl., 1925), Bd. 3 (1920)

Der Pfeiferkönig. Eine Zürchergeschichte, Roman, 1909

Bergdorfgeschichten, 1914

Drei altmodische Liebesgeschichten, 1916

Hansjörlis Fahrt nach dem Zauberwort, Roman, 1922

Der König von Euland, 1928

Der doppelte Matthias und seine Töchter, Roman, 1929. Neuausgabe, herausgegeben und mit einem Nachwort von Lukas Künzler. Chronos, Zürich 2021, ISBN 978-3-0340-1598-1

Erzählungen aus der Schweizergeschichte, 1930

Die Kunst zu Illendorf, 1931

Das Glöcklein auf Rain, Erzählung, 1933

 

Werke für Kinder und Jugendliche

Schweizer Sagen und Heldengeschichten. Der Jugend erzählt, Stuttgart 1914 (Online); Neuausgabe Wiesbaden 2006

Zürcher Sagen. der Jugend erzählt, Zürich 1919; Neuausgabe [Siebnen] 2013

Die Entdeckung Amerikas – Das Bergspieglein, Schweizerisches Jugendschriftenwerk (SJW), Heft 89

 

Literatur

Gottfried Bohnenblust: Meinrad Lienert. Rede zu seinem Gedächtnis, gehalten in der Tonhalle zu Zürich. Gotthelf-Verl., Bern 1935.

Ernst Eschmann: Meinrad Lienert zum 50. Geburtstag. In: Die Schweiz, Band 19, 1915, S. 317–320.

Karl Hensler: Üsere Dichter Meinrad Lienert. 21. Mai 1865 – 26. Dezember 1933. ea Druck + Verlag, Einsiedeln 2010, ISBN 978-3-9521364-4-7.

Wernerkarl Kälin: Meinrad Lienert, 1865–1933. Erziehungsdepartement, Schwyz 1983 (= Schwyzer Hefte; 29).

Christian Schmid: Lienert, Meinrad. In: Historisches Lexikon der Schweiz.

Gedenkschrift zum 75. Geburtstage von Meinrad Lienert (1865–1933), dem Gestalter und Bereicherer der Mundart, dem Schilderer der Heimat, dem Meister des Liedes. Hrsg. v. G. Schmid u. Emmy Rogivue-Waser. Schwyzerlüt-Verl., Oberdiessbach 1939.

Walter Schmitz: Lienert, Meinrad. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 14. Duncker & Humblot, Berlin 1985, ISBN 3-428-00195-8, S. 529–530 (deutsche-biographie.de).

Rudolf Schwab: Meinrad Lienerts geschichtliche Dichtung. Entstehung und Quellen. Haupt, Bern u. a. 1940.

 

Weblinks

Literatur von und über Meinrad Lienert im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Publikationen von und über Meinrad Lienert im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek

Werke von Meinrad Lienert im Projekt Gutenberg-DE

Schweizer Sagen und Heldengeschichten von Meinrad Lienert

Jodelclub Waldstattecho Einsiedeln: Meinrad Lienert (Memento vom 15. Januar 2013 im Webarchiv archive.today)

Meinrad Lienert. Biografie und Bibliografie auf Viceversa Literatur

Einzelnachweise

Schweizerisches Idiotikon. Bericht über das Jahr 1933. [Zürich] 1934, S. 3 f. (

1941, Der Doppelte Matthias und seine Töchter. Schweizer Film = Film Suisse, abgerufen am 15. Juni 2020.

Kanton Zürich, Baudirektion, Amt für Raumentwicklung, Archäologie und Denkmalpflege: Inventar der Denkmalschutzobjekte von überkommunaler Bedeutung 5/23 (Digitalisat)

 

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4.


Freitag, 19. Juni 2026

 

Epochale Neuerung Beny Landolt Transporte AG

 

Erster 100 % Elektro LKW

Kurz nach fünf Uhr abends traf heute Freitag, 19. Juni 2026, der erste vollelektrische LKW in der Mühle 2 ein. Eine stattliche Belegschaft mit Beny Landolt und seinem Sohn René, mit dem neuen Gesamtinhaber Thomas Brauch, der das Unternehmen Beny Landolt Transporte AG ab 1.1.2025 führt, aber den Namen Beny Landolt Transporte AG übernommen hat und eine Dreissigschaft von Mitarbeitern und Angehörigen fand sich ein, um den leisen Brummer zu empfangen.

Tino Schnellmann, der die Jungfernfahrt nach Näfels ausführte.

Beny am Steuer - Stolz und Freude sind ihm anzusehen

Die vier vor dem neuen LKW: vlnr Beny Landolt, sein Nachfolger René Landolt, der jetzige Inhaber Thomas Brauch und sein Mirbeiter in der Geschäftsleitung Marco Meier,der den neuen Elektrolastwagen mehrmals um die Mühle chauffierte und freudig hupte.

Geschäftsinhaber Thomas Brauch und die Fridolin-Reporterin Yvonne Landolt

Thomas Brauch begrüsste die "Festgesellschaft", die sich im Anschluss fürstlich verpflegte mit Grilladen und Getränken, auch polnische Spezialitäten, gesponsert von einem Mitarbeiter, der wieder nach Polen zieht. Brauch umriss kurz den Werdegang des neuesten Gefährts. Erstmals transportiert eine 100 %-Elektro-Maschine unter dem Namen Landolt-Transporte AG Waren in alle Welt. Er sei nicht unbedingt ein Fan von Elektronik-LKWs, weil sich deren Einsatz noch nicht rechne, aber als moderner Betrieb müssen man die Zeichen der Zeit mitmachen. Anschaffungspreis rund 500'000 Fr.

Die Lieferzeit sei mit 2 Monaten ein Glücksfall (sonst seien Lieferfristen bis zu einem halben Jahr üblich).

Das  Gefährt wiegt 42 Tonnen, Nutzlast etwa 25 Tonnen, Aufladezeit ca. 3 Stunden.

Im Kanton Glarus sind bislang drei Elektro-LKW im Betrieb (2 Gentile Früchte und Gemüse, 1 Heussi, Chirezen)

 

Für das Unternehmen Beny Landolt ein Freudentag, natürlich auch für das Dorf Näfels und die Gemeinde Glarus Nord.

 

Am Dorffest Einsiedeln  urde Beny Landolt-Laager für ie Verienste des Transport-unternehmens Landolt Transport AG geehrt, statt mit em goldigä Gärbihund er-eignete sich eie "PFingstwunder" und aus dem vorgesehenen Gärbihund wurde ein "Mülisross", das an die 130 jähroige Geschcihte des Unternehmens, das sich von der 1 Pferdestärke-Fuhrhalterei zu Transportflotte mit dem neusten 600 PS-Elektro drei Achser entwickelt hat. Nächstes Frühjahr ist ein Power Point Präsen-tation geplant.


Donnerstag, 18. Juni 2026

 

Trouvaille

 

Ein Näfelser (und Zuger Bürger) in der RPK Kath. Kirche Zug

Markus Hauser, wohnhaft in Zug, Bürger von Näfels und Zug, seit mehreren Jahren Mitglied der RPK Katholische Kirchgemeinde Zug. Markus ist in Zug/Stein-hausen bis zur 3. Primarklasse aufgewachsen, besuchte die Primarschulen und das Gymnasium (Stiftschule) in Einsiedeln, schloss sein Studium in Zürich mit dem Lizenziat lic. oec. publ. ab, wohnt in Zug, arbeitet als Steuerkommissär beim Kanton Zürich, besucht oft Näfels als Generalrat/Schatzmeister der General Bachmann Gesellschaft und ist Mitglied der Freunde der Geschichte von Näfels.

Er ist neben Gaby und Urs mein ältester Sohn, hat zwei Söhne.

Das beste Bild, das es je von ihm gab.


Mittwoch, 17. Juni 2026

 

Rämlers - Tour de Glarnerland

Die Rämlers feiern Jubiläum im "Rämlers"Lastwagen

45 JAHRE

Seit 45 Jahren sorgen die Rämlers für Stimmung, Herzblut und echte Glarner Musiktradition – und das feiern sie mit einer ganz besonderen Jubiläumstour!

Am Samstag, 20. Juni 2026, sind sie mit ihrem Lastwagen unterwegs durchs Glarnerland und spielen live an mehreren Stationen – von Schwanden über Linthal und Weesen bis nach Glarus. Freut euch auf musikalische Überraschungen, gute Stimmung und einen unvergesslichen Tag mit den Rämlers.

Kommt vorbei und feiert mit uns 45 Jahre Rämlers – DIE GLARNERBAND!

Chundsch au, hä!?


Bild: Wikipedia

Dienstag, 16. Juni 2026

 

Suworow Museum wieder zurück in Schwanden GL

 

Das Suworow Museum in der Schweiz ist ein privates, völkerverbindendes Gemeinschaftsprojekt von Privatpersonen, aus der Schweiz, Russland, der Ukraine und Belarus. Das Museum ist neutral - ein Ort, wo seit 1986 jeder willkommen ist. Gemeinsame Geschichte soll vereinen und nicht trennen.

 

Durch die Museumsräume führt Sie ein Rundgang, welcher chronologisch das damalige Geschehen zeigt. Beginnend mit dem Untergang der Alten Eidgenossenschaft 1798, über den Zug der russischen Armee von Italien, via Tessin über mehrere Schweizer Alpenpässe. Erinnerungen und heutige Gedenkstätten, alle beteiligten Armeen dieses Feldzuges, sowie Bodenfunde aus dem Kanton Glarus.

 

Es wird auch die Not der damaligen Bevölkerung, sowie eine umfang-reiche Erinnerungskultur vom 2. Weltkrieg bis hin zu heutigen Souvenirs gezeigt. 

 

Das Herzstück ist das Monumentalbild "Schlacht bei Muotathal," sowie das zukünftige Suworow Diorama, welches mit Uniformpuppen eine Szene auf dem Panixerpass darstellen wird.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Geschichte von 1798 / 1799 und die Erinnerungskultur bis heute erleben.

Das Suworow Museum in Schwanden GL empfängt Sie zu folgenden Zeiten:

 

 

Freitag 11:00 bis 17:00 Uhr

Samstag 11:00 bis 17:00 Uhr

Sonntag 13:00 bis 17:00 Uhr

 

Eintritt frei.

 


 

Wie geht Demokratie weiter?

 

8 KANTONE UND 2 HALBKANTONE  SAGTEN JA

12 KANTONE UND 2 HALBKANTONE SAGTEN NEIN 

oder

45 % JA gegen 55 % NEIN

 

Die Situation ist klar, als gute Demokraten haben wir, ob Befürworter oder Gegner, das Ergebnis zu akzeptieren. Ein Nachjassen ist verpönt

 

Die Initiative unterstützt haben die Kantone

 

AR, AG, AI, GL, NW, OW, SG, SO, SZ, TI, TG, UR

 

Die übrigen Kantone haben die Initiative verworfen.

 

BE, BL, BS, FR, GE, GR, JU, LU, NE, SH VD, VS, ZG, ZH

 

Es gab es hüben und drüben Argumente dafür und dagegen, und es war - wie Figura zeigt - ein langer und schwerer Wahlkampf und wohl niemand kann allen Ernstes sagen, wo die ganze Wahrheit eigentlich liegen mag. Befürworter und Gegner äusserten sich in Kommentaren, "es müsse nun etwas gehen". Das Un-behagen ungelöster Probleme bleibt. Der Baustellen sind viele. Guter Rat ist teuer, ob wohl erst ein höherer Leidensdruck zu Massnahmen führt?


Die nächste Legislatur kann beginnen. Die 60 Kantonsratsmitglieder sind neu be-stellt. 15 Köpfe sind neu (12 Männer und 3 Frauen) 45 wurden wiedergewählt. Der Rat hat sich um einen Viertel erneuert. Der Landrat ist die Legislative neben der grossen Legislative der Landsgemeinde.

  

Ergebnise der Landsratswahl

 

für die Amtsdauer 2026-30

 

GLARUS SÜD

 

Gisler Toni                Linthal SVP                       bisher

Baumgartner Martin Engi    SVP                       bisher

Hug Rafaela             Schwanden  FDP              bisher

Muggli Stefan           Betschwanden FDP          bisher

Rhyner Barbara        Elm    SVP                        bisher

Glarner Reto             Luchsingen  SVP              bisher

Zopfi Mathias            Engi   Grüne                     bisher

Zentner Peter          Matt  FDP                                      neu

Vögeli Andreas         Schwanden Die Mitte        bisher

Sana Mauro             Schwanden   SP                            neu

Schriber Cinia           Mitlödi Grüne                    bisher

Vögeli Hannes         Engi    SVP                                    neu

Luchsinger Ueli       Mitlödi SVP                                   neu

Köpfli Patrizia          Nidfurn  GLP                                 neu

 

nicht wiedergewählt:                                               

Vögeli Barbara         Engi    SVP                

Elmer Euphemia      Mitlödi Die Mitte                    

Zopfi Martin             Schwanden   FDP             

 

PARTEISITZE

 

SVP              6

FDP              3

Grüne           2

DieMitte        1

GLP              1

SP                   1

 

GLARUS (MITTE)

 

Trummer Andrea                  Glarus Die Mitte                   bisher

Blumer Rolf                          Glarus SVP                          bisher

Schnyder Markus                 Oberurnen   SVP                 bisher

Freuler Franz                       Glarus SVP                          bisher 

Dürst Heinrich                    Netstal SVP                                      neu

Toso Mischa                       Glarus SVP                                       neu

Luchsinger Andreas             Riedern  Die Mitte                bisher

Huser Marco                       Netstal  SVP                                      neu

Goethe Remo                      Glarus FDP                         bisher

Küng Sarah                          Glarus SP                           bisher

Rhyner Roger                     Riedern  Die Mitte                           neu

Keller Regula N.                   Ennenda  Grüne                bisher

Kälin Werner                         Ennenda   SP                    bisher

Goethe Roland                      Glarus FDP                       bisher

Jenny Jacqueline                  Glarus FDP                        bisher

Leuzinger Pedro                    Riedern  Die Mitte             bisher

Keller Sven Aaron                  Glarus Grüne                    bisher

Birkeland Nils                         Ennenda  GLP                  bisher

 

nicht wiedergewählt:                                               

Jenny Hans                              Glarus FDP                

Schubiger Hans                       Netstal  Die Mitte                    

Schnyder Matthias                   Netstal  SVP              

Grossenbacher Marius            Ennenda Grüne      

 

 

PARTEISITZE

 

SVP              6

DIE MITTE   4

FDP              3

Grüne           2

SP                2

GLP              1

 

 

GLARUS NORD

 

Krieg Kaspar                                 Niederurnen  SVP       bisher

Carrara-Hauser Yvonne                Mollis SVP                    bisher

Hager Adrian                                 Niederurnen SVP        bisher

Küng Emil                                      Obstalden   SVP         bisher

Staub-Tremp Fridolin                     Bilten  SVP                 bisher

Rothlin Peter                                  Oberurnen  SVP         bisher

Schnyder Stefan                          Näfels SVP                                neu

Zehnder Roman                             Mollis SVP                  bisher

Steinmann Sabine                         Oberurnen   SP          bisher

Britt Veronika                               Mollis SVP                                neu

Koller-Breitschmid Edwin               Mollis SVP                  bisher

Dürst Martin                                  Niederurnen SVP                     neu

Lienhard-Oswald Andreas           Bilten  SVP                              neu

Zingg Samuel                                 Mollis SP                    bisher

Rimini Luca                                     Näfels Die Mitte         bisher

Heer-Müller Albert                           Oberurnen  FDP        bisher

Schrepfer-Landolt Liliane               Obstalden Die Mitte    bisher

Laager Michael                               Näfels FDP                 bisher

Winteler Bianca                             Näfels Die Mitte                       neu

Meier Jud Gabriela                          Niederurnen FDP      bisher

Grünenfelder Priska                        Niederurnen SP         bisher

Haller Philippe                                 Mollis FDP                 bisher

Müller Wahl Priska                          Niederurnen GLP       bisher

Schwitter Rudolf                              Näfels GLP                bisher

Weibel Kaj                                       Mollis  Grüne             bisher

Landolt Franz                                  Näfels GLP                bisher

Schwitter Cyrill                                Näfels Die Mitte         bisher

Hauser Dominik                            Näfels Grüne                           neu

 

nicht wiedergewählt:                                   

Landolt Rüegg Nadine                    Näfels GLP   

Kistler Benjamin                              Niederurnen SP     

Noser Beat                                      Oberurnen  Die Mitte       

Gallati-Landolt Bruno                      Näfels Die Mitte      

Stüssi Dominique                            Niederurnen Die Mitte

 

PARTEISITZE

SVP           12

DIEMITTE   4

FDP             4

GLP             3

SP               3

GRÜNE          2

 


 

Landratszusammensetzung 2026-30

 

SVP 12 + 6 + 6 = 24 Mandate

FDP 4 + 3 + 3 = 10 Mandate

Die Mitte 4  + 4 + 1 = 9 Mandate

Grüne 2 + 2 + 2 = 6 Mandate

SP 3 + 2 + 1 = 6 Mandate 

GLP 3 + 1 + 1 = 5 Mandate

 

Total 60 Landsratsmandate

 


Die Proporzwahlen haben ihr Tücke. Vorteil: Durch die Proporzwahlen haben auch kleine Parteien eine Chance.

 

(Bei den Majorzwahlen, wie Regierungsrat, Gemeinderat) gilt zuerst das absolute Mehr (Hälfte der gültigen Stimmen + 1, erreicht dies niemand gilt im zweiten Wahlgang die relative Mehrheit, das heisst, wer am meisten Stimmen hat, ist gewählt)

 

Bei den Proporzwahlen werden zuerste die (Partei)Listenstimmen gezählt. Diese entscheiden über die Anzahl Sitze (je Partei, bzw Listenverbindung) Erst danach entsheiden die persönlichen Stimmen der Kandidierenden. Die Kan-didierenden mit den meisten stimmen, werden in der Reihenfolge die erhaltenen Sitze einnehmen.

 

Tritt während der Wahlperiode von vier Jahren eine Gewählte oder ein Gewählter zurück oder fällt wegen Todesfalls aus, kann der Kandidat oder die Kandidatin mit der nächsthöheren Stimmenzahl auf der Liste "nachrücken", das heisst, muss nicht mehr gewählt werden. Verzichtet diese oder dieser, kann der oder die nächste "nachrücken".

 

Die Tücke des Majorzsystems ist die Gefahr, dass langjährige, erfahrene und ver-diente Landräte oder Landrätinnen als überzählig abgewählt werden. Dies ist auch in diesem Jahr ebenfalls eingetreten. Doch damit muss man immer rech-nen, wenn zu wenig Listenstimmen eingeworfen werden, gibt es Sitzverluste und entsprehend weniger Sitze. Kandidaten, die Dreck am Stekcen haben sind zu-sätzlich gefährdet. Eine "Gefahr" sind Neulinge, die in der Öffentlichkeit bekannt sind oder die Stimmenden wählen nach Sympathie oder Antipathie, was ja in den meisten Fäller (auch beim Majorzsystem) der Fall ist.

 

Ich gratuliere allen Gewählten herzlch und wünsche ihnen viel Eifer und Einsatz im Dienst unseres Glarner Volkes. Den nicht mehr Gewählten wünsche ich viel innere Kraft, mit dem Unerwarteten fertig zu werden und die Verlagerung ihrer Kräfte und Fähigkeiten auf andere Bereiche. In inem Menschenleben ist noch ange nicht aller Tage Abend. Vielleicht könnten die gewonnen Erfahrungen  anderen Bereichen und Tätigkeitsfeldern zu Gute kommen.


Sonntag, 14. Juni 2026

 

  

Heute Wahl und Abstimmungsonntag

 

Schweizerisch und Kantonal

 

Spannung liegt in der Luft

 

 

Zwei  eidgenössische  Entscheide

 

60 Landräte

 

Die Wahlen werden in den drei Wahlkreisen Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd durchgeführt, die den drei Gemeinden des Kantons entspre-chen. Die Sitze im Landrat sind entsprechend der Bevölkerungszahl auf die Wahlkreise verteilt: Auf Glarus Nord entfallen 28 Mandate, auf die Gemeinde Glarus 18 Mandate und auf die Gemeinde Glarus Süd 14 Mandate.

 

60 Mandate 396 Kandidierende

 

Glarus Nord 28 Mandate. 187 Kandidierende

Gemeinde Glarus 18 Sitze Mandate 113 Kandidierende

Glarus Süd 14 Mandate 96 Kandidierende.

 

 Ueber sechs Kandidierende pro Mandat

 

336 gehen leer aus.


Sonntag, 13. Juni 2026

 

Gestern war Antoniustag

Antnoiusaltar im Franziskanerkloster Näfels

Antonius von Padua

italienischer Name: Antonio di Padova

13. Juni

Name bedeutet: der vorne Stehende (latein.: aus dem Geschlecht der Antonier)

Ordensmann, Kirchenlehrer

* um 1195 in Lissabon in Portugal † 13. Juni 1231 in Arcella, heute Stadtteil von Padua in Italien

 

Ferdinand Martim de Bulhões e Taveira wurde als Sohn einer begüterten Adelsfamilie geboren. Er wurde zuerst an der Schule der seinem Elternhaus benachbarten Kathedrale, dann ab 1210 an der Schule der Augustiner im Kloster São Vicente de Fora in Lissabon und ab 1212 im Augustinerkloster Santa Cruz in Coimbra ausgebildet. Nach gründlichen wissenschaftlichen Studien wurde er 1212 in Coimbra zum Priester geweiht. Erschüttert durch das Erlebnis der Bestattung der Gebeine der fünf marokkanischen Märtyrer in seiner Kirche reifte sein Entschluss, sich den Franziskanern anzuschließen; 1220 trat er in Coimbra ins Kloster ein, das Santo António dos Olivares geweiht war und nahm den Ordensnamen Antonius an.Padua

 

1220 ging Antonius selbst nach Marokko, wurde aber durch Krankheit zur Heimkehr gezwungen, wobei ein Sturm ihn nach Sizilien verschlug. Er ging nach Assisi und nahm 1221 am Generalkapitel seines Ordens teil; dabei erlebte er die Versammlung mit 3000 Ordensbrüdern und Franziskus persönlich. Die Brüder erkannten seine Begabung als Redner; Antonius lebte dann längere Zeit in der Einsiedelei - heute ein von Klarissen betreutes Sanktuarium auf dem Montepaulo bei Dovadola nahe Forlì. Gratian, der Ordensprovinzial der Romagna, beauftragte ihn 1222 bis 1224 mit dem Kampf gegen die Katharer und die Waldenser in Oberitalien, v. a. in Rimini - wo die damalige Franziskanerkirche heute die Kathedrale ist - und in Mailand, sowie in Südfrankreich, wo Antonius als eindrücklicher Bußprediger wirkte.Kirchenbesichtigung Führung

 

 

Antonius stand in dieser Zeit den Franziskanern im damaligen Kloster in Le Puy - an der Stelle des heutigen Museums Crozatier im heutigen Le Puy-en-Velay - und dem damaligen Kloster - an der Stelle der heutigen Plave Tourny - in Limoges als Guardian vor. Seine franziskanische Armut verlieh seinen Reden Glaubwürdigkeit, seine enorme Bibelvertrautheit verschaffte ihm Bewunderung, er wirkte so überzeugend, dass man ihn den Hammer der Ketzer nannte.

 

 

Die Legende berichtet von Antonius' ans Wunderbare grenzende Bega-bung, sich fremden Völkern bei einem Konzil in Rom nur durch den Schwung seiner Rede verständlich zu machen. Zu den bekanntesten seiner Legenden gehört die Predigt am Hafen von Rimini: die Einwohner wollten ihn nicht hören, aber die Fische versammelten sich und streckten ihre Köpfe aus dem Wasser; dieses Wunder habe fast die ganze Bevölkerung der Stadt bekehrt.Franziskaner Spiritualität

 

 

Als jemand - in mancher Überlieferung ein Katharer - die Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie bezweifelte, ließ Antonius einen Maulesel bringen, der drei Tage nichts zu Fressen bekommen hatte; das Tier fiel, ohne das gereichte Futter zu berühren, vor Antonius nieder, weil der ihm mit der Hostie entgegentrat. Papst Gregor IX. nannte Antonius, als er ihm zugehört hatte, Schatztruhe der Heiligen Schrift.

 

 

 

Franziskus ernannte ihn 1224 zum Lektor der Theologie für die Minderen Brüder des Ordens an der Universität in Bologna und theologischen Leiter des Ordens. Antonius führte nun die Theologie von Augustinus in den Franziskanerorden ein. 1226 weilte er in Bassano del Grappa im damals an der Kirche San Donato beheimateten Franziskanerkloster. 1227 bis 1230 war Antonius wieder als Bußprediger in Oberitalien tätig, zugleich wurde er Ordensprovinzial der Romagna mit Sitz in Padua; in dieser Stadt verbrachte er dann die letzten Jahre seines Lebens. Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, er musste ins Freie ausweichen, die Über-lieferung berichtet von bis zu 30.000 Zuhörern.Heiligen Patronate Liste

 

Die ganze Region um Padua schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das ge-stohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet.

 

1230 legte Antonius, entkräftet von den anstrengenden Reisen, seine Ämter nieder, und lebte auf einem Landgut - an der Stelle des heutigen Sanktuariums delle Visione -, auf das ihn der Grafen von Campo-sampiero bei Padua eingeladen hatte. Dort predigte er von einem nahen Nussbaum - an der Stelle des heutigen, 1604 geweihten Sanktuariums del Noce, der Nüsse - herab. In seiner letzten Lebensphase wurde er von den Klarissen im damaligen Kloster Santa Maria dell'Arcella - heute Santuarium für Antonius in Arcella, dem damaligen Ort bei und heute Stadtteil von Padua - gepflegt, wo er starb.

 

Antonius' Patronat für verlorene Sachen geht zurück auf die Überlieferung, dass ein junger Mönch - des Ordenslebens überdrüssig geworden - das Kloster heimlich verlassen und den Psalter des Antonius mitgenommen hatte. Antonius versenkte sich ins Gebet für den jungen Mönch, aber auch für die Wiedererlangung seines Buches; daraufhin wurde der Abtrünnige von Erscheinungen heimgesucht, so dass er das Buch schleunigst zurückbrachte. Das Attribut Jesuskind geht auf eine Legende zurück, nach der ein Graf - nach späterer Überlieferung sein Förderer Graf Tiso von Camposampiero - als Gastgeber des Heiligen diesen nachts aufsuchte, um sich nach seinem Befinden zu erkundigen. Aus der Kammer des Heiligen - an der Stelle des heutigen Sanktuariums delle Visione, der Erscheinung in Camposampiero - drang ein so heller Lichtschein, dass der Graf einen Brand vermutete und erschrocken die Tür aufriss. Er fand Antonius lächelnd vor, in seinen Armen das strahlende Jesuskind haltend. Der Augenzeuge durfte erst nach dem Tod des Heiligen von diesem Geschehnis berichten.

 

Antonius ' Leichnam wurde nach seinem Tod im Kloster Santa Maria dell'Arcella in die Stadt gebracht und in der Kirche Santa Maria Mater Domini - heute die Kapelle Madonna Mora der Basilika Sant'Antonio di Padova in Padua - bestattet. 1263 wurden seine Gebeine in Anwe-senheit von Johannes Bonaventura erhoben und in die zu seinen Ehren an dieser Stelle neu gebaute und ihm geweihte Basilika in Padua übertragen. Nach Deutschland kamen Reliquien 1330 nach München in die damalige, nach 1802 abgerissene Kirche der Franziskaner, heute werden sie dort im Liebfrauendom bewahrt; andere Reliquien kamen 1350 in die Kirche des Klosters St. Peter nach Erfurt.Heiligen Patronate Liste

 

Antonius ist wohl der im katholischen Kirchenvolk bekannteste und beliebteste Heilige, er übertraf ab dem 16. Jahrhundert seinen Ordens-vater Franziskus und seinen Namenspatron Antonius in der Verehrung des Volkes. An seinem Grab ereigneten sich so viele Wunder, dass Bonaventura meinte: Suchst du Wundertaten, gehe zu Antonius!

 

Allein in Österreich sind Antonius mindestens 115 Kirchen und Kapellen geweiht. Verbreitet ist im deutschsprachigen Raum das Gebet im Hinblick auf Antonius' Patronat als Helfer zum Wiederfinden verlorener Sachen: Heiliger Antonius, du kreuzbraver Mann, führ mich dahin, wo (…, z. B. mein Schlüssel) sein kann!. Ab dem 16. Jahrhundert erlebten auch Antoniusbruderschaften ihre Blüte.

 

Antonius wurde an einem Dienstag bestattet, dabei seien die ersten Wunder geschehen. Deshalb sind seit dem 17. Jahrhundert die Antonius-Dienstage beliebt, es werden Andachten abgehalten. Bitten, die an neun Dienstagen hintereinander vorgetragen werden, sollen größere Aussicht auf Erfolg haben; der Brauch geht auf die Legende zurück, nach der eine kinderlos gebliebene Adelige sich in Bologna an Antonius wandte, indem sie vor seinem Bild betete. In der folgenden Nacht erschien er ihr im Traum und sagte: Besuche an neun Dienstagen mein Bild in der Franziskanerkirche, dann findest du Erhörung. Nach den neun Dienstagen war die Frau schwanger, gebar aber schließlich ein völlig missgestaltetes Kind. Enttäuscht legte sie es auf den Antonius-Altar. Und während sie den Heiligen anflehte, verwandelte es sich in ein liebliches Baby.Heiligen Patronate Liste

 

Geschäftsleute wenden sich an Antonius in der Hoffnung, in ihren Unternehmen keinen Verlust erleiden zu müssen - Verlust ist hier nicht auf Gegenstände bezogen, sondern auf die Geschäftsbilanz. Eine - angeblich historisch verbürgte - Geschichte aus dem 17. Jahrhundert:

Als 1680 ein mit Gewürzen beladenes Schiff im Hafen von Venedig ver-geblich erwartet wurde, kaufte ein aus Meran stammender Handels-gehilfe namens Johann Kaufmann mit seinen bescheidenen Erspa-rnissen dieses verschollen geglaubte Schiff, bat Antonius um Hilfe, und - siehe da, das Schiff tauchte wieder auf. Damit war der Gehilfe auf einen Schlag steinreich. Er baute sich das Schloss in Söllheim bei Salzburg, zum Dank bekam der Fürsprecher eine schöne Kapelle. Außerdem ließ Kaufmann 1698 in Augsburg eine Antonius-Biographie bzw. -Legen-densammlung drucken mit 53 Kupferstichen von Andreas Matthäus Wolfgang - nach Zeichnungen von Johann Friedrich Pereth. Die lateinischen und deutschen Begleittexte zu den Bildern stammen von dem Kapuziner Franz Josef von Roth aus Bußmannshausen bei Ulm (1630 - 1697), einem berühmten Barockprediger. Als Widmung ist dem Werk vorangestellt:

Einem Wunder der Welt / Außbund der Tugend

Schutzherrn der Stadt Padua; Lehrern deß Welschlands

Trost deß Heils / Schrecken der Teufel;

Einem Herrn und Erfindern der verlohrnen Dingen;

Seinem vilmögenden Liebreichen / Allergnädigsten Patron,

und Fürsprecher bey GOTT Sich und die Seinigen befileht/

aufopffert und widmet zu ewigen Zeiten

Johannes Kauffmann.

Bereits ein Jahr später wurde eine zweite Auflage gedruckt.

An der Stelle seines Elternhauses direkt neben der Kathedrale in Lis-sabon wurde zunächst eine kleine Eremitage, dann durch König Jo-hannes II. Ende des 15. Jahrhunderts eine große Kirche errichtet, die wenig später unter König Manuel I. erweitert wurde und 1755 dem Erd-beben zum Opfer fiel; von 1767 bis 1787 wurde an der Stelle eine neue Kirche gebaut.

 

Zunächst wurde Antonius als Franziskaner mit einem Buch dargestellt, das Buch soll auf seine Bibelkenntnis und sein Predigtamt hinweisen. Ab der Mitte des 14. Jahrhunderts kam eine Flamme dazu, Zeichen seiner flammenden Gottesliebe, ab Mitte des 15. Jahrhunderts ein flammendes Herz; dieses ersetzte die Lilie, das Symbol der Reinheit.

 

Seit dem 16. Jahrhundert wird Antonius mit dem Jesuskind dargestellt; der spanische Maler Murillo bevorzugte dieses Motiv, das ab dem 17. Jahrhundert auch außerhalb Italiens Verbreitung fand und seitdem das charakteristische Attribut darstellt. Manchmal steht der Jesusknabe auf einer Bibel, die von Antonius gehalten wird, als Symbol für das geschriebene und fleischgewordene Wort Gottes.

 

Am Festtag von Antonius steht besonders seine Heimatstadt Lissabon Kopf. Am Vorabend des 13. Juni gibt es die feierliche Trauung von 16 Paaren in der Kathedrale, in der Antonius 1195 getauft wurde. Die Stadtverwaltung richtet die Hochzeit aus, spendiert alles vom Lippenstift über den Brautstrauß bis zur Familienfeier; um in den Genuss der subventionierten Hochzeit zu kommen, müssen sich die Paare einer strengen Prüfung unterziehen. Wenig später ist dann in allen Stadtvierteln Feierstimmung angesagt. Heiligen Lexikon

 

Auf der Avenida da Liberdade, dem Prachtboulevard von Lissabon, ertönt beim Fest ab 20 Uhr Trommelwirbel und es beginnt ein Feuerwerk der Fantasie: in einem endlosen Strom ziehen Fußgruppen, Sänger, Tänzer, Fahnenschwenker, Trommler und Bläser an Tribünen vorbei mit einer Parade - als Marchas Populares bekannt -, die ein Wettstreit der Stadtteile ist, die ihre je eigene Formation stellen mit selbst entworfenen Kostümen, eigenen Tänzen, eigenen Liedern - ähnlich dem Karneval in Rio de Janeiro. Der erste Marcha Populares in Lissabon fand 1932 statt, als Juden, zugewanderte Marokkaner und Schwarzafrikaner noch eigene Stadtteile bewohnten und am Tag des Heiligen Antonius ihre kulturelle Vielfalt demonstrierten; es gibt ihn inzwischen auch in vielen anderen Städten in Portugal. Antonius Gebetsbuch

 

Kanonisation: Bereits elf Monate nach seinem Tod sprach Papst Gregor IX. Antonius - aufgrund des stürmischen Verlangens des Volkes, das ihn gleich nach seinem Tod als großen Wundertäter verehrte -, nach dem bis dahin und bis heute kürzesten Kanonisierungsprozess der Kirchengeschichte am 30. Mai 1232 in Spoleto heilig, nachdem zuvor schon 47 Wunder dokumentiert wurden. 1946 wurde er von Papst Pius XII. zum Kirchenlehrer ernannt, obwohl er nur einige Predigtmanuskripte hinterließ.

 

Patron von Portugal, von Padua, Lissabon, Paderborn, Hildesheim und Menden im Sauerland; der Armen und Sozialarbeiter, der Liebenden und der Ehe, der Frauen und Kinder, der Bäcker, Bergleute, Schweinehirten und Reisenden, der Pferde und Esel; gegen Unfruchtbarkeit, teuflische Mächte, Fieber, Pest und Viehkrankheiten; bei Schiffbruch und in Kriegsnöten; für Wiederauffinden verlorener Gegenstände, gute Ent-bindung und eine gute Ernte

 

Bauernregel:

Wenn an Anton gut Wetter lacht / St. Peter viel Wasser macht.

Regnet’s am Antoniustag / wird’s Wetter später wie es mag.

Hat Antonius starken Regen / geht’s mit der Gerste wohl daneben.

Antoni, / vergiss den Lein nie!