Montag, 26. Juli 2021

Impf-Feränä

 

Zeerscht mached-si äim wagger Tampf:

Mä müäs gu impfä chuu!

Drnaa händ-s’ dä-n-ä huärä Chrampf

zum ds Seerum inäluu.

 

Muäsch guu, sust wirsch fascht schigganiärt,

de Impferii sig dringend;

was gilt’s, we glii bisch infiziärt!

und Impfä sig doch zwingend!

 

Etz isch dr Ladä plötzli zuä

und ds Seerum bliibt im Schrangg;

de Impfer weled iri Ruäh,

iätz wäärdi niämer chrangg!

 

 

-y.

Impfzentrum bleibt vom 24. Juli bis 8. August 2021 geschlossen

Auch das Impfzentrum macht Ferien • Foto: iStock

Task Force Covid • Das Impfzentrum in Ennenda bleibt vom 24. Juli bis und mit 8. August geschlossen. Noch Ungeimpfte können sich vor dieser Impfpause noch ein erstes Mal impfen lassen, um so während der Ferien bereits einen gewissen Schutz zu haben.

Seit Mitte Juni 2021 sind die Anmeldungen für die Covid-Impfung zurückgegangen. Seit Anfang Juli Monat musste das Impfzentrum daher an einzelnen Tagen den Betrieb einstellen. Der Trend setzt sich fort, nicht nur in Glarus, er wird in der ganzen Schweiz beobachtet. Über die möglichen Gründe haben die Medien wiederholt berichtet. Ein wichtiger Grund dürfte die Tatsache sein, dass der Termin für die zweite Impfung in die Ferien fällt. – Das Impfzentrum wird daher in der letzten Juli- und ersten Augustwoche geschlossen bleiben.

Fallzahlen steigen wieder

Es bestehen Anzeichen, dass die Fallzahlen wieder zunehmen wer-den. Bis 22. Juli 2021 sind noch einige Impftermine für Erstimpfun-gen verfügbar. Die zweite Impfung erfolgt dann nach vier Wochen, also ab Mitte August.

Schon die erste Impfung gibt bereits einen gewissen Schutz, und bei einer Ansteckung verläuft die Erkrankung oft milder. Es lohnt sich daher, die Impfung nicht ganz zu verschieben, sondern die erste Do-sis vor den bevorstehenden Ferien zu beziehen. Achtung: Eine Erstimpfung gilt nicht als vollständige Impfung, es wird deshalb noch kein Impfzertifikat ausgestellt!

Das Impfteam hofft, dass die Anmeldungen zur Impfung ab August wieder zunehmen, denn der Kanton Glarus ist noch deutlich vom Ziel einer ausreichenden Durchimpfung der Bevölkerung entfernt.


Mittwoch, 21. Juli 2021

Foto: Richard Casanova, Mollis
Foto: Richard Casanova, Mollis

 

 

Ä  Gäiss

 

Ä bsund’rigs Tiär isch we-mä wäiss

und äigi nuch drzuä

ä uusbundschüüni Horägäiss

ganz anderscht as ä Chuä.

 

Si frisst di beschtä, schünschta Chrüütli

und hätt zwäi pralli Uuter,

isch früäner g Chuä vu aarmä Lüütli,

und-p-Milch isch rääss und luuter.

 

Si meggäret und plütschet,

schtaht uff di hind’rä Bäi

äs chlepft, wänn g Grindä tütsched,

und d Lüüt händ-dä-n-äis Gschräi!

 

-y.

 

 

Bild: Richard Casanova bei der Ruine Werthenstein Pfäfers


Sonntag, 18. Juli 2021

 

 

Wänn dr Himel we uss Geltä läärt…

 

Die letschtä Tääg hatt’s eeländ tuä!

Dr Himel rünnt schiär uus!

‘s gaht nämä eeländ häär und zuä,

Bliib undertach im Huus!

 

Und d Linth chunnt räusch und pläpplet voll,

und d Rauti ruuschet luut,

tigg fürnig händ etz g Chäller voll

chuntsch bald um Haar und Huut!

 

Mäng Ruusä chänd und mängä Rutsch,

d Natuur säit etz, woo durä;

wiit ummä gaht etz d Wält halt futsch;

da nützt käs Jaamerä und Schnurä.

 

-y.

  

Eine verheerende Wetterperiode und Regenstürme richteten unsagbaren Schaden an. Im Glarnerland sind wir relativ glimpflich davon gekommen. Weite Teil der Schweiz leiden unter katastrophalen Schäden und Verwüstungen. Im Nachbarstaat Deutschland wurde der Notstand ausgerufen. Häuser und Autos wurden weggeschwemmt, ganze Quartiere sind eingebrochen mit verheerenden Schäden und leider auch vielen Todesopfern.


Donnerstag, 15. Juli 2021

 

Trouvaille

 

Berti Reding-Fischli, Präsidentin Damen-Turnverein

 

(Verse zum 50 Jahr-Jubiläum des TV Näfels)

 

50 Jaahr Turnveräin Näfels

 

Herr Bresidänt, verehrti Gescht,

was iätz chunnt, isch etz nuch des Bescht!

Äs Wiibervolch, ä Bresidänti,

wo iätz äm liäbschtä schiär verrännti!

 

Um sövel Mannävölcher ummä,

dä chännt ä Frau schiär gaar verschtummä!

Jää, under allnä Gratulantä,

da chumm-mer voor schiär we-nä Tantä!

 

Dä sind'r eerscht nuuch, we-mä säit

di schünschtä Mannä wiit un' bräit!

Mit tiggä Müüs und Wadäbäi,

träniärt und hert we Bsetzi-Schtäi!

 

Drzuä hätt jedä-n-ä Poschtuur,

mä mäinti schiär 's sig Daamätuur.

Daas chaa-mä nu bim Jubilee

vum Turnveräin bi üüch gu gseh.

 

Und wil'r iätz gad füfzgi sind,

so säg-iich üüch gad ä nuch gschwind:

Dr Daamäturnveräin entbüütet

viil Glügg und Gläich, und daas bedüütet:

 

Ihr söled wagger wiitermachä

im flottä Gäischt und ämä wachä

Sinn für Schpiil und Schport u n d  Gmüätlichkäit

und bsunders wänn's ä Frau üüch säit.

 

Hööch söleder und lang nuch läbä!

Dr Turnveräin isch nüd vergäbä.

Wer üüch daa gseht, wäiss, i dem Oordä

isch nämä jedä öppis woordä!

 

 

(entstanden sind diese Sprüche zu nächtlicher Stunde

an einer Klassenzusammenkunft des Jahrgang 1939 

im Berggasthaus Obersee.

Bertha Reding-Fischli

*2. Dez. 1939 + 28. Dez. 2001

(starb all zu früh im Alter von 62 Jahren)

  


Freitag, 9. Juli 2021

 

Ä Jubileeums-Bangg

 

 

Äs Gschängg, nüd nu äs Gschänggli,

ladt äim sitt geschter ii,

ä Bangg, nüd nu äs Bänggli,

hätt's da äm Tänggmaal g'gii!

 

Zum Zächäjahres Jubilée

vu üüs'rer Fusiuu,

törff nämä daa etz gad - juhee! -

ä fürnäms  Bänggli schtuh.

 

Zum Högglä und zum Plauderä

schtaht daa de hölzig Bangg,

schtatt Rännä odr Hauderä.

Ihr Gmäinderäät, händ Dangg!

 

-y.

 

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der fusionierten Gemeinde Glarus Nord wurde beim Schachtdenkmal in den Sändlen Näfels eine Sitzbank erstellt.

 


Donnerstag, 2. Juli 2021

 

Vor zwanzig Jahren veröffentlicht

 

 

Fifoltärä – Summervogel

  

Ä Summervogel tanzet daa

im Ziggzagg ummänand;

er hätt die schünschtä Flügel aa,

bimäid schiär ds Sunntiggwand.

 

Er flattäret ä-n-äim vrbii

we wänn`r juuchzgä wett;

er passt genau zum Sunnäschii

und au zum Bluämäbett.

 

Er gaugglet uubeschwäärt dur d` Ziit

und gaaht dä Herbscht dän-ii;

und flüügä chaan`r nu sowiit

as`s ebä nu chaa sii.

 

  -y.

 

erschienen im "Fridolin" vom 30. August 2002


Montag, 28. Juni 2021

 

In einem Fussball-Krimi wirft die so oft geschmähte Schweizer Mannschaft den Weltmeister Frankreich aus dem EM-Rennen!

 

Fußball mit schweizer flagge Premium Fotos

 

De Moords-Tunderä händ gwunnä!

 

Di letschdi han-i-s’ nuch vrlachet

wäg’ irnä gfärbtä Haar;

etz händ-si Franggriich fertig gmachet,

äs Määrli isch etz wahr.

 

Zeerscht sind-si gad äs Gool voruus;

dä kijet-s’ wider zrugg;

p Franzoosä gliiched wider uus,

's gitt nuch zwäi Gool äm Schtugg.

 

Drnaa händ dä de Äiggenossä

Penalti hind’rä gchnellt;

kä-n-äinzigä händ-s' dä vrschossä

und alls i SChattä gschtellt!!!

 

 

-y.

 

 


Donnerstag, 17. Juni 2021

 

Fussball-Europa-Meisterschaft 2020/2021

Wenn sie gegen die Türkei verlieren, soll man ihnen die Ohren wenigstens stehen lassen.
Wenn sie gegen die Türkei verlieren, soll man ihnen die Ohren wenigstens stehen lassen.

 

D Schwiizer Nazi

mit abgsagätä Hosärohr

und gschtutztä gfärbtä Haar

 

 

Etz hand-si äxtra g Gwafföör chuu luh

für Färbä und Frisuurä;

De hän’-nä dä nuch d Ohrä schtuh luu

und etz sind-s’ nu z beduurä.

 

Gäg Weels hand-s’ läider ds Schpiil vrgii,

d Azuuri händ-s’ vrlorä;

und d Türggä sötted-s’ ä nuch nih

und vilecht nützt etz ds Schorä.

 

Si händ dä g Grind ja abägschorä

und iri Haar blondiärt,

bis zuächä abr eh vrlorä,

und si ja blos blamiärt.

 

-y.

 

 

Die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft hat ihre ersten zwei Spiele hinter sich. Das Spiel gegen Wales vergeigte sie nach Führung mit einem unentschieden, die Partie gegen Italien verlor sie. Gewinnt sie am kommenden Sonntag das Spiel gegen die Türkei nicht, 

 


Foto:  Swissperform                          Herbert Leiser
Foto: Swissperform Herbert Leiser

Donnerstag, 17. Juni 2021

 

Herbert Leiser wird heute achtzig!

 

"Dem Mimen flicht die Nachwelt Kränze!"

(Friedrich Schikke, Wallenstein Prolog)

 

Der in Näfels im Schatten des Kirchturms geborene, als Schauspieler auf Bühne, im Film, Radio und Fernsehen zu internationaler Berühmtheit gelangte Herbert Leiser kann heute seinen 80. Geburtstag feiern. Nur ausnahmsweise weiche ich von der Mundartwelle ab mit dem minde-stens schilllerpreisverdächtigen, gebrünzelten Vers und den besten Wün-schen und Grüssen:

 

 

 Heute feiert Herbert Leiser

als ein reifer, kluger Weiser

bei dem Wetter at it’s best

just sein rundes Wiegenfest.

 

Reiss’ als Könner unter Mimen

weiterhin dich stets am Riemen!

Trinke, was die Gurgel hält,

nur vom besten Wein der Welt.

 

Und ich wünsche dir von Ferne,

iss vom Feinsten, dieses gerne.

Und vor’m frommen Nachtgebete,

dir ein Schnaps nicht schaden täte.

 

Halte Abstand von den Weibern

insbesond’re deren Leibern,

denn in deinem hohen Alter

wären besser fromme Psalter.

 

Nur noch dauert’s zwanzig Jährchen,

färbe niemals deine Häärchen,

und die bist wie früher Kundert

plötzlich frisch und fröhlich hundert.

 

Doch für diese zwei Jahrzehnte,

die ich eben grad erwähnte,

komm’ Gesundheit, Glück und Segen

jeden Tag dir stets gelegen.

 

Dieses wünscht dir in die Bitzi

herzlich sehr - der Hasenfritzi.

 

Oder besser:

Frohen Gruss noch an die Bäsi

Herzlich Fridli Osterhazy.


 

 

Trouvaille: Archivbild von eine Klassenzusammenkunft vor vielen Jahrzehnten, aus dem Fotoalbum eine Klassenkameraden. Herbert und Erna.


Montag, 14. Juni 2021

 

Ä Graagg

 

 

 

Ä Graagg

 

Ä Graagg schtaht plötzli zmitzt im Wääg

und högglet äso dett;

der chölig Chogä schiint gad zwääg,

mä wäiss nüd, was'r wett.

 

Ich redä mit-em dä-n-ächläi

der Chögner loset zuä;

gag-glii dä wil'r wider häi

un' gaht uff Siitä duä.

 

Dä ninnt'r Aarangg und macht "Chrää!"

und schinnt ä chlä vrtatteret;

"Jasoo, witt häi, sag i, ahää?"

dän-isch'r ap und flatteret:

 

-y.

 


Montag, 7. Juni 2021

 

 

Hundsdrägg

 

Was lüüchtet so rot gad näbä dr Schtraass

im Niderbäärg preziis äm Wääg?

Äs Seggli liit dett im grasgrüänä Graas,

wo gschiider nüd dettä lääg?

 

Ä Hund hätt halt gschissä, o herjee!

Ä Hund isch doch ä nu ä Mändsch!

Dr Bsitzer ninnt’s uuf, daas chaa-mä ja gseh,

di äinä Händ dä für dernigs ä Händsch.

 

Und etz liit deer Gagel schüü vrpaggt

äm Waldwäägpoort i dr Natuur,

Der neechscht, wo vrbii chunnt, hätt’s schiär vrjaggt,

und mängä, wo’s gseht, wiirt nuch suur.

 

-y.

 


Freitag, 28. Mai 2021

 

Weiser Humor im "Glarner Pfarreiblatt"

Nr. 6 / 2. Juni 2021

 

"Seniorengebet

 

Was soll man noch in alten Tagen

unserem Herrgott alles sagen:

Ach, lieber Gott, im Knie Arthrose,

der Bauch passt nicht mehr in die Hose,

das Kreuz wird auch schon krumm,

die Hüfte knackt, das ist doch dumm.

Auch der Kopf, der wackelt sehr,

die Hände zittern immer mehr.

Ach, Gott, was hab' ich nur verbrochen

verschlissen sind Gelenk und Knochen.

Doch schöne kleine Altersgeschenke

sind künstliche Zähne und Gelenke.

Wenn in der Früh kein Schmerz sich regt,

schnell schauen, ob das Herz noch schlägt.

Und dennoch Herr will ich dir sagen:

Mag auch das Knacken noch so plagen,

trotz aller Fülle von Beschwerden

bin ich gern auf dieser Erden.

Wenn das Knacken und das Zwicken

wär' eines Tages ausgelitten

und hörte alles plötzlich auf,

wäre ja vorbei mein Lebenslauf.

Drum lieber Gott, hör auf mein Bitten,

lass es noch lange weiter zwicken!"

 

Eingeleitet ist dieses Opus mit den Worten: "Folgendes Gebet, aus Sicht eines älteren Menschen, wurde uns zugesandt:)

  

  Und überhaupt.....

 

"Hebet-dr öpper ds Alter vor.

butz-em äis mit-em Schtogg

und wirff-em ds p Biiss ä Grind!"

 

aus: "Sprüch vum Fridli, Jahreskaländer 2022" (in Vorbereitung) 

 

 


Mittwoch, 26. Mai 2021

"Achtung, Holzdieb!" élamat

 

Schelmächäibä

 

Im Niderbäärg isch gschtolä woordä,

und zwar sind’s wagger Möggä

gäg Oberuunä, gägä Noordä,

dr Diäb hat’s dä uff d Söggä.

 

Und zwar gad ab’rä Klaafterbiigi

Und Buächis und nuch gschpaltä.

Dr Schelm hätt grächnet, as-es giigi,

und eer chämm’s ja dä bhaltä.

 

Äm Hölzler gitt’s dä gad dr Bogä!

Faat mäineind afu fluächä.

Mä söl deer eeland Schtälichogä

Nullkommä-plötzli gag-gu suächä!

-y.

 


Pfingsten in der Bibel
Pfingsten in der Bibel

   Samstag, 22. Mai 2021

 

Ä dr Pfingschtä gaht’s ä ringschtä

 

Früäner chunnt dr Hälig Gäischt

mit Brausä und mit Pfuusä

i dr Bilblä, we-d’ ja wäischt.

und hütt chaa’s äim nu gruusä.

 

Autoschtau und Töffgebrumm

und äs Ghüüp und Zwängä,

haut äim würggli afed umm,

und pfutterä tuät mängä.

 

Alls will iätzä-n-i ds Tessin,

i äiner langä Schlangä.

Disel bruucht’s und au Bänsiin.

Äs täät etz öppä langä!

 

-y.

  

Pfingsten heute... (Bild: ADAC Deutschland)
Pfingsten heute... (Bild: ADAC Deutschland)

Montag, 3. Mai 2021

 

Mached-Si nu wagger Schliichwärbig fü d Schwiiz!

 

Dr Beiden, US-Bresidänt,

wo für-ä Tramp isch chuu

häig-si mit Woortä schiint’s vrrännt,

isch i dr Ziitig chuu.

 

D Schwiiz sig äs Schtüüräparädiis,

sogaar ä Schtüüroaasä.

Dr Uäli Muurer luut und lis:

Är chämm i d Schuäh imm blaasä!

 

Wer regt si daa dä würggli uuf?!

Hau i di gliichlig Kärbä.

Herr Beiden, legg nuch äinä druuf,

tuä wagger für üüs wärbä.

 

-y.

 

 


Montag, 12. April 2021

 

Tanggä für g Gebuurtstaagswündsch

Si ränned äim schiär d Huustüür ii

und chänd gu gratäliärä.

Si wündsched-dr au wiiterhii,

as-d’ alles magsch preschtiärä!

 

Si schigged Ii-Mäil, Briäf und Chaartä,

und Ess-Emm-Ess und Wii,

und Bluämäschtrüüss vum äig’nä Gaartä

und vu dr Gäärtnerii.

 

Herjee, ihr Liäbä, löm-mi tanggä!

Und daas viil tuused Maal!

’s isch alles abä schiär we Anggä,

    hätt eeländ gfreut, im Faal!       

 

Herzlich

Fridolin

 

PS.:

Brief, Karten und Email-Grüsse beantworte ich direkt. Sicherheitshalber, vor allem für die Telefongrüsse sei hier ein Dankesschön aufgeschaltet.

 

 


Sonntag, 11. April 2021

 

Dr eltischt Glaarner

 

 

Mä säit:                           Dr eltisch Glaarber sig dr Füh.

                                              Das mag ja sii und isch schu rächt

         und schüü.

 

                     Mä gseht:                        Nuch ä-chlä elter isch dr Niid.

                                                             Dr Füh vrgaht, Vrguuscht tuät                                                                       we nüd gschiid.

 

                     Mä gmerggt:                    As ds Zändweh nuch viil elter isch,

                                                             wänn dä dr rächt

                                                             di liäbä Naachpuur isch.

  

                     Mä gkört:                         Wänn äinä-n-öppis häig, nüpfiil,

                                                             so sig dä daas für disä

                                                             halt schu zviil.

 

                     Mä tänggt:                       Äs täät's doch äigetli äm Füh.

                                                             Nää - uhni Niid wär ds Läbä

                                                             nüd so schüü!

 

                                                             Fridolin Osterhazy

 

 

Statt-erä-n-Augschtäreed.

aus: Dr ghülpet Bott, Sulzbodäziitig, 8. Haargang,  1982, S. 27

 

Fühnä-Muur: Die weissen Wolken sind eine sogenannte "Fühnämuur" und "tröölen" über Kärpf und Hausstock. Der Föhn ist auch im Volksmund "dr Grindwehwind".


Samstag, 3. April 2021

Rauti von der unteren Raubrücke aus
Rauti von der unteren Raubrücke aus

 

 

D Rauti

 

Si chunnt im Früälig räusch und wild

vum schtotzig-schtäilä Hang

und schuumet wiiss, ä herrlis Bild,

tigg wiird’s äim angscht und bang.

 

Bi Gwitter bringt-si Schtäi und Gröll,

dä rumplet’s dä we lätz,

mä wäiis dä sciär nüd, was mä söll

und chunnt dä schiär id Sätz.

 

Mä hätt-erä äs Bachbett pbuuä,

zum Brämsä Schtägätritt;

das hätt-äim dä bis hütt nüd gruuä,

chasch sägä gad was-d’ witt.

 

 

-y.

Rauti oberhalb der oberen Rautibrücke
Rauti oberhalb der oberen Rautibrücke
Rauti zwischen oberer und unterer Rautbrücke
Rauti zwischen oberer und unterer Rautbrücke

Die Rauti, die von der Plattenwand her zeitweise durch das "Ruutliwasser" gespeist wird (Ruutli = kleine Rauti), musste 1913 gezähmt und in ein Bachbett mit hohen Natursteinmauern, mit bremsenden Stufen, gefasst werden. Früher wurden die Quartiere Höreli, Gerbi, Büel/Hirzen bei Hochwasser mit Geröll überschwemmt. Die letzte massive Überschwemmung fand 1953 statt. Damals wurde der ganze Hirzenplatz mit Geröll überschwemmt, ein kleiner Lastwagen wurde völlig zugedeckt. Damit das Hochwasser abgefangen werden konnte, wurden bei der Rautibrücke der nördliche Damm und die Steinverbauung weggesprengt, so dass das Wasser über die Wiese zwischen hinterem Büel und Büel, Richtung Oberurnen abfliessen konnte. Vereinzelt sind in der Rauti bei hohem Wassergang auch Menschen ertrunken. Sie bringt heute Wasser bei Schneeschmelze und schweren Unwettern.

 

Im Gebiet Rautifeld/Sand mündet sie in den Mühlebach, der dann auch Rauti heisst. Die Rauti entspringt etwa gut 100 Meter unter dem Brandbödeli, das als Bergsturz von Platten her entstanden sein soll. Etwas weiter südlich entspringt die "Tränggi", die ihren Weg südwärts findet und in der Risi beim EW-Gebäude vorbeifliesst und ebenfalls in den Mühlebach mündet.

 

Näfels wird im Volksmund und in der Literatur bisweilen auch "Rautidorf" genannt.

Rauti beim Bühl
Rauti beim Bühl
Rauti beim Rautifeld, unmittelbar vor der Einmündung in den Mühlebach, den dann ihren Namen annimmt.
Rauti beim Rautifeld, unmittelbar vor der Einmündung in den Mühlebach, den dann ihren Namen annimmt.

 

 und hier noch eine 221-jährige Trouvaille...

 

 

 

Der Rautibach

 

Wenn ringsumher die Primeln blühen

Im lenzerfüllten Alpenhaus,

Dann ziehet er von seinen Flühen

Helljauchzend in die Welt hinaus.

 

Er musste wieder lange schweigen

In seiner starren Winterruh’;

Nun jubelt er im wilden Reigen

Dem Thal den Gruss der Freiheit zu!

 

Wie braust er auf im Jugenddrange,

Wenn er von Fels zu Felsen springt

Und stolz auf seinem n e u e n Gange

Sein Wanderlied, das a l t e, singt!

 

Er grüsst die Tannen und die Erlen

So treu wie schon vor manchem Jahr

Und schlinget seines Silberperlen

Den Blumen in das schmucke Haar!

 

Er grüsst, wer immer ihm begegnet,

Ein Gruss ist stets für Jeden da;

Mir war’s als ob er mich gesegnet

Als ich ihm in das Antlitz sah...!

                   

Vogel von Glarus

 

 

 

Aus:

Gedichte von Vogel von Glarus, Mit einer biographisch-kritischen Einleitung von Professor Dr. J. J. Honegger, Verlag J. Vogel, Glarus 1900, 15. vermehrte und verminderte Auflage, S. 118f 

Rauti beim Stampf bachabwärts
Rauti beim Stampf bachabwärts
Rauti beim Stampf bachaufwärts
Rauti beim Stampf bachaufwärts

Donnerstag, 1. April 2021

 

Früälig

 

Dä Herbscht hämd's daa deer Baum abgsaget

im Niderbäärg äm Wääg,

und wänn dr Früälig wider taget,

dä chunnt'r wider zwääg.

 

D Triib chänd etz uff dr Siitä-n-usä,

der Baum hätt ebä Chraft,

etz triibt's ä  d Lüüt unds Veh verusä,

und alles isch im Saft.

 

Deer Baum isch halt äs Schtugg Natuur,

di$ macjt dr Lauf dur z Jahr,

hätt iri äigi  inner Uhr

und daas dä ganz und gaar.

 

-y.

  

Veilchen im Niederberg  1. April 2021
Veilchen im Niederberg 1. April 2021

Donnerstag, 28. Januar 2021

 

Äm Tüüfel abem Wagä troolet...

 

Dr Tüüfel wil-mer gad ä Chragä 

und fläugg-p-mi gad i ds Näscht;

ich landä z Glaris uffem Schragä,

dett gänd-s' mer nuch dr Räscht.

 

Ä-n-Äärzti säit zum jüngschtä Suh,

ich sig dä-n-ä dr Schwellä,

wo's nämä nümmä lang chämm guh,

är chämm dr Saarg gu bschtellä.

 

Äs hätt etz gliich nüd müäsä sii,

dr Tüüfel isch betroffä,

ä Grindli isch dr schtercher gsii,

fuchstüüfelswild vrloffä!

 

-y.

 


Samstag, 13.März 2021

 

Näflesser Fahrt im Chliiformaat

 

Des letscht Jahr hä-p-mä p Fahrt vrschobä

wäg' derä Pandemii;

's bruucht etz Bifähl vu wiiter obä

und hofft, äs bess'ri glii.

 

Hüüt gitt's ä Fahrt im Chliiformaat,

ä Fiir blos under Tach,

wo niämer über p Fälder gaht.

Das isch ä sonä Sach!

 

Kä Musig, Chor, kä Militäär,

kä Bredig dä vrussä.

Für p Patriottä isch-es schwäär,

di mäischtä bliibed dussä.

 

-y.

 

Eine "abgespeckte" Fahrt findet in der Hilariuskirche Näfels statt. Neben den Offiziellen der Regierung und der Geistlichkeit sind nur fünfzig Fahrtsbesucher zugelasssen.. Um Plätze kann man sich bei der Staatskanzlei auf gut Glück bewerben.

Die Fahrt 2021 muss ohne Prozession, ohne Begleitung von Musik, Chor, Militär, Tambouren, Kreuz und Fahnen auskommen. In der Kirche, ohne Orchestermesse, aber mit Orgel und Solisten, begrüsst der Landesstatthalter (statt im Schneisingen), wird der Fahrtsbrief verlesen und Predigt gehalten (statt von der Kanzel auf dem Fahrtsplatz), keine Beflaggung, keine Stände, kein Chilbibetrieb, eigentlich trostlos, aber wenigstens eine Fahrt im Kleinformat.

 

Die Fahrtsfeier in der Kirche wird durch TV Südostschweiz übertragen.