Donnerstag, 18. November 2021

 

Trouvaille

 

Landamman Franz Landolt-Rast war kein "Roter", sondern ein "Schwarzer"...

 

...und deswegen im "Nebelspalter" kam...

 

 

Beim Blättern in alten "Nebelspaltern" entdeckte ich den obigen Beitrag unter der Rubrik "Die Leser als Mitarbeiter".

Unterzeichnet mit WJ hiess es da:

"Wie noch in Erinnerung stehen mag, hat die Glarner Landsgemeinde 1956 erstmals seit Bestehen dieser Institution einen Vertreter der Sozialdemokraten - Franz Landolt (Näfels) - zum Landammann erkoren. Kürzlich tagte die Glarner Regierung in einer amtlichen Mission in der hintersten Talgemeinde. Nach Verrichtung des Tagewerkes kehrten die Landesväter in einer Wirtschaft ein, um sich zu stärken. Von dem Wirtstöchterlein freundlich empfangen, stellte der erste Ratsweibel die Herren der Tochter vor. Als der neue Landammann an die Reihe kam, bemerkte die Tochter, das stimme nicht, dieser Herr sei nicht der Landammann, der Ratsweibel soll ihr keinen Bären aufbinden. Inzwischen kam auch die Wirtin zur Türe herein, erfreut über solch ausserordenlichen Besuch.  Die Vorstellungszeremonie begann von neuem, und als der Landammann abermals vorgestellt wurde, fiel die Wirtstochter wieder ein, die Behauptung, dass dieser Magistrat nicht der oberste Landesvater sei, mit Energie wiederholend. Überrascht von dieser Hartnäckigkeit, drangen die Herren auf die Tochter ein, den Beweis für diese Behauptung zu bringen. Und wie klang die etwas schüchterne Antwort: Man habe ihr erklärt, der neue Landammann sei ein "Roter", der vorgestellte Herr aber habe ja schwarze Haare! Die Folge war allgmeine Heiterkeit, in welche auch der Landammann einstimmte. Die Wirtstoch-ter hatte - vielleicht glücklicherweise - keine Ahnung von dern "politischen" Farben!"

 

Quelle:  Nebelspalter, 84. Jahrgang, Nr. 6, 5. Februar 1958, Seite 11

 

 

Gemeinderat, Kriminalrichter, Landrat, Regierungsrat, Landammann und Nationalrat.
Gemeinderat, Kriminalrichter, Landrat, Regierungsrat, Landammann und Nationalrat.

 

Franz Landolt-Rast - erster einheimischer Näfelser Nationalrat

 

Als Franz Landolt-Rast 1959 vom Glarner Volk zum Nationalrat gewählt wurde, war er der bislang erste und einzige einheimische Näfelser im Bundesparlament.(1)

Seine politischen Sporen verdiente er nach lokalen und kantonalen Mandaten vielseitig ab und stieg bis zum Amt des Glarner Landammanns auf.

 

Er wurde als Sohn des Carderiearbeiters Melchior Landolt (1861-1926) und der Anna Schindler (1960-1940) geboren. Er war das jüngste von vier Kindern. Nach dem Besuch der Primar- und Sekundarschule lernte er Seidendrucker.

 

Als 28-jähriger wurde er als Sozialdemokrat in den Landrat gewählt, dem er von 1929 bis 1942 angehörte. 1935 wählten ihn die Näfelser Stimmbürger in den Ge-meinderat, in dem er 30 Jahre lang die Geschicke des Rautidorfers mitgestaltete. Er war langjähriger Forstchef und während vier Amtsdauern Vizepräsident des Gemeinderates (Vizepräsident wurde jeweils der mit der höchsten Stimmenzahl gewählte Gemeinderat, ein Gradmesser für die Popularität.). Dorfintern beteiligte er sich eifrig am Vereins- und Kulturleben und war einer der führenden Köpfe auch für die Fasnacht. Bei den Freulerfestspielen 1942 spielte er eine führende Rolle.

Die Landsgemeinde 1941 wählte ihn als Kriminalrichter und nur ein Jahr später als ersten Sozialdemokraten in den Regierungsrat. Er stand dem Departement des Innern vor. 1955 wurde er Landesstatthalter und war 1956-1962 Landammann. Dazwischen erkürte ihn das Volk anno 1959 zum Nationalrat.

1965 trat er sowohl vom Gemeinde-, Regierungs- und Nationalrat zurück und verstarb am 8. Juli des nämlichen Jahres.

Franz Landolt war verheiratet mit der Bauerntochter Elise Rast (1899-1987) und Vater zweier Söhne (Bruno und Franz). Sein Grabmahl befand sich auf dem Friedhof am  südlichen Seitenausgang der Hilariuskirche.

Optisch blieb er seinen Zeitgenossen wegen seines aufrechten, strammen Ganges, der viel Stolz und Würde ausstrahlte, in bester Erinnerung. Landolt fuhr mit Überzeugung zeitlebens und konsequent stets zweite Klasse bei der SBB.

Für das damals praktisch von den Konservativen und Christlichsozialen domi-nierte Näfels war die Wahl des Sozialdemokraten Franz Landolt eine Sensation, hatten doch die Mehrheitsparteien zweimal vergeblich versucht, ein nationales Mandat zu erkämpfen.

 

Quelle: Hauser Fridolin (Fridli Osterhazy). Näfelser Geschichte(n), Ein Beitrag zur Geschichten des Rautidorfes, Näfels 2005, Seite 237f.

 

(1) Erst 50 Jahre später, anno 2009, wurde der zweite einheimische Näfelser in den Nationalrat gewählt,

     nämlich Martin Landolt *30. Juni 1968. BDP

     Auswärtige Näfelser Parlamentarier waren:

     Dr. Alfons Müller-Marzohl (1923-1997) Luzerner Nationalrat 1963-1983, CVP

     Dr. Josef Landolt (1918-2002) Zürcher Nationalrat 1978-1987, CVP

     Landammann Willi Hophan (1918-1991) Obwaldner Ständerat 1982-86, CVP

     Erwähnenswert ferner:

     Korpskommandant Dr. Josef Feldmann (1927-), FAK 4 1983-89


Mittwoch, 29. September 2021

 

Beeindruckende Tagung der Schweizer Sakristanen

in Näfels

Mit dieser sehr schön gestalteten Broschüre wurden die Mitglieder des Schweizerischen Sakristanenverbandes nach Näfels eingeladen.

 

Das Tagespogramm

08.30 Uhr Empfang zum Kaffee und Gipfeli im Pfarreizentrum Josefsheim in Näfels

 

09.30 Uhr Festgottesdienst in der Pfarrkirche Hilarius Konzelebration mit Zentralpräses

                 Pfarrer Josef Benz

                 anschliessend Delegiertenversammlung in der Pfarrkirche

 

12.30 Uhr Apéro im Pfarreizentrum Josefsheim

 

13.00 Uhr Mittagessen im Hotel Restaurant National in Näfels

 

Die ganze Tagung wurde praktisch professionell durchgeführt. Beschlossen wurde auch eine

 

Wallfahrt nach Maria Einsiedeln auf Dienstag, 17. Mai 2022 mit folgendem Programm:

 

09.30  Einzug von Bischof Dr. Joseph Maria Bonnemain, der Konzelebranten, des Zentral-

            vorstandes und der Kantonalpräsoidenten. 

 

            Feierlicher Gottesdienst in Konzelebration mit Bischof Dr. Joseph Maria Bonnemain,

            der auch die Festpredigt hält.

 

12.00   Mittagessen im Dorfzentrum.

 

14.30   Andacht mit eucharistischem Segen.

 

16.30  Vesper der Mönche mit Salve Regina,

 

Im Namen des Zentralvorstands lud Zentralpräses Josef Benz ein.

 

Vorstand

 

Präses                             Pfarrer Josef Benz, 9442 Berneck

Präsident                        Benno Müller, 8280 Kreuzlingen

Vizepräsident                 Albert Manser, 9058 Brülisaui AI

Aktuar                             Peter Arnold, 6454 Flüelen

Kassierin                        Daniela Sandoz, 9225 Wilen (Gottshaus), TG

Bildungsbeaufragte      Gabi Haltiner, 9462 Montlingen

Administration               Felizitas Hermann, 6023 Rothenburg

Materialverwalterin        Klara Beeler-Ott, 6415 Arth

Schul-, Schriftleiter        Dr. Erwin Keller, 9200 Gossau

Fähnrich                         Toni Waser, 6015 Luzern

Homepage                      Nadine Canal-Büchel, 9000 St. Gallen

 

Homepage: www.sakristane-schweiz.ch

 


 

Montag, 9. August 2021

 

Die Kindergartensauerei

 

Gestern Sonntag Morgen wies mich ein lieber Bekannter auf den Kindergarten hin. "Müäsch ämaal luägä, was für-nä Schwiinerii da hinderluu woordä-n-isch!"

Die Bilder sprechen Bände: 

Kindergarten hinter dem Dorfschulhaus. Ein kulturelle Visitenkarte unserer heutigen Zeit.

"Wegwerfgesellschaft" in Reinkultur. (Aufnahmen Sonntag, 8. August 2021)